Autismus Spektrum und Achtsamkeit/Hyperaktivität/sensorische Ueberforderung

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    • Autismus Spektrum und Achtsamkeit/Hyperaktivität/sensorische Ueberforderung

      Hey, wie weit tut ihr euch mit der Achtsamkeit schwer?

      Einerseits möchte ich weniger grübeln ' im Kopf sein', anderseits, komme ich sehr schnell in die Hyperaktivität,wenn mir reiztwchnisch alles zu viel wird?

      Ich empfinde es so, dass ich schnell in die Überforderung, Hyperaktivität komme, wenn ich achtsam war/bin.

      Einerseits hörte ich schon von vielen, dass ich nicht hyperaktiv sei, gleichzeitig meinten viele, welche mich nach reiztechnischer Überlastung sahen, dass ich hyperaktiv sei.

      Werdet ihr bei reiztechnischer Überlastung auch hyperaktiv.
      Bei mir kommen dann auch Denkblockaden etc, wenn ich es reiztwchnisch übertrieben habe.

      Kennt ihr dies?
      Kennt sich damit jemand aus?
      Begriffe Melden, Shutdown, Overload habe ich schon gehört.
      Wo passen Denkblockaden dann 'rein?'

      Wie erklärt ihr euch Denkblockaden bei Autismus?
      Habe schon oft gehört, dass Autismus und Impulskontrollprobleme in Verbindung gebracht werden.
      Ich schätze, dass dies mit einem Melden in Verbindung steht?
      F.G.
      :thumbup: :thumbup:

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    • Daniel1 wrote:

      Habe schon oft gehört, dass Autismus und Impulskontrollprobleme in Verbindung gebracht werden.
      Impulskontrolle ist ein Diagnosekriterium für AD(H)S.
      Ich habe eine Impulskontrollstörung, aber eben auch eine ADS Diagnose (und emotional-instabile PS). Mit Autismus hat das eigentlich nicht direkt zu tun meine ich. Da spielt die Impulskontrolle für die Diagnose keine Rolle.

      Daniel1 wrote:

      Ich schätze, dass dies mit einem Melden in Verbindung steht?
      Den Satz verstehe ich nicht. Oder soll dass Meltdown heißen?


      Daniel1 wrote:

      Wie erklärt ihr euch Denkblockaden bei Autismus?
      Da ich ja mal Informatik studiert habe, nenne ich das gerne Buffer Overflow. Oder man kann auch das Fassmodell aus der Psychologie nehmen. Wenn das Fass voll ist, geht eben nichts mehr. Dann wird dicht gemacht. Ich werde dann wütend und verzweifelt gleichzeitig.

      Wie man das nennt ist doch aber im Endeffekt egal.
      Una est catena quae nos alligatos tenet, amor vitae
    • Das sind zu viele Fragen zu durcheinander für mich, auch wenn das Thema an sich interessant ist.

      Kann dazu Freitext schreiben, ohne unmittelbar auf jede Frage einzugehen.

      Sowas wie Achtsamkeit prakatiziere ich auf eigene Art, indem ich mit dem, was mir begegnet innen und aussen in Kontakt bleibe.
      Es führt mich nicht in Hyperaktivität, ich bin aber auch nicht hyperaktiv veranlagt.

      Wenn ich sehr überreizt bin werde ich auch nicht hyperaktiv.

      Ich kann dann, wenn ich weiter im Kontakt mit jemandem bin, kaum mehr zuhören oder reden, habe zunehmend keine inneren Bilder mehr und kann auch nicht mehr klar denken.
      Wenn ich mich nicht rechtzeitig abgrenze und kundtue, dass ich gerade nicht mehr aufnahmefähig bin, komme ich in den roten Bereich und sollte mich zurückziehen.
      Ich bin dann physisch anwesend, innerlich schalte ich aber immer mehr ab.

      Obwohl ich die Begriffe meltdown, shutdown, overload schon oft samt Definition gelesen habe, sagen sie mir immernoch nicht allzuviel.
      Vermutlich kenne ich es in der ein oder anderen Form, vielleicht ist mein " roter Bereich" etwas in der Art.

      Daniel1 wrote:

      Ich schätze, dass dies mit einem Melden in Verbindung steht?

      Meinst Du hier meltdown?

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    • Zebra wrote:

      Ich habe eine Impulskontrollstörung, aber eben auch eine ADS Diagnose (und emotional-instabile PS). Mit Autismus hat das eigentlich nicht direkt zu tun meine ich. Da spielt die Impulskontrolle für die Diagnose keine Rolle.
      Eine schlechte Impulskontrolle gehört schon auch zum Autismus dazu, sonst gäbe es wohl weniger Meltdowns und generell Ausraster. Zum Beispiel, wenn man vor lauter Frust in einem Impuls etwas kaputt macht, was wahrscheinlich viele Autisten kennen. ADS braucht es dafür nicht.
      Die schlechte Impulskontrolle hängt mit den exekutiven Funktionen zusammen, die ja auch bei Autismus eingeschränkt sind.

      Ich glaube, die folgende Definition stammt aus einem Buch von Daniela Dankova, ich habe es aber mal irgendwo im Internet gefunden:

      Exekutive Funktionen

      Bei exekutiven Funktionen handelt es sich um höhere kognitive Fähigkeiten.
      Dazu gehören:
      • analysieren
      • organisieren
      • Handlung planen
      • Handlung beginnen
      • Handlung steuern
      • sich selbst überwachen
      • Vergleich von eigenen vergangenen und aktuelle Handlungen
      • vorausschauen
      • zeitliche Struktur bzw. Zeitmanagement
      • Informationen im Arbeitsgedächtnis behalten
      • zielgerichtetes, problemorientiertes Handeln
      • Problemlösen
      • Impulskontrolle
      • Flexibilität
      Exekutive kognitive Funktionen sind bei Autisten stark eingeschränkt. Das erklärt ihre Probleme mit unflexiblem Denken und Verhalten sowie die Schwierigkeit, eine Tätigkeit zu beginnen und bei deren Durchführung flexibel auf die sich ändernden Umstände zu reagieren, sowie sie in einem angemessenen zeitlichen Rahmen zu beende. Autisten benötigen oft mehr Zeit für die Bewältigung einer Tätigkeit. Ein Ausdruck des unflexiblen Denkens sind auch Gedankenschleifen bzw. das Grübeln, das von Betroffenen nicht eigenständig beendet werden kann.
      Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
      (Howard Zinn)
    • @Shenya bei Impulskontrollstörung im klinischen Sinn geht es eher nicht um Ausraster sondern um exzessives Verhalten in potentiell selbstschädigendem Ausmaß.

      de.m.wikipedia.org/wiki/St%C3%B6rung_der_Impulskontrolle

      Glaube schon dass Autisten damit eher weniger Probleme haben.
      Aber wenn man es so auffasst, also als Schwierigkeit Emotionen zu regulieren, dann passt es natürlich auch auf Autisten.
      Una est catena quae nos alligatos tenet, amor vitae
    • Zebra wrote:

      bei Impulskontrollstörung im klinischen Sinn geht es eher nicht um Ausraster sondern um exzessives Verhalten in potentiell selbstschädigendem Ausmaß.
      Das ist verwirrend, wenn die Definition von Impulskontrolle irgendwie anders ist als die Definition von Impulskontrollstörung. Anscheinend geht eine "Impulskontrollstörung" viel weiter als eine "schlechte Impulskontrolle".
      Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
      (Howard Zinn)
    • @Shenya im Ausgangspost nennt @Daniel1 Impulskontrollprobleme.
      Also denke ich mal er hat vielleicht dann keine Impulskontrollstörung im klinischen Sinne gemeint. Ich hatte das nur im Kontext ADHS so interpretiert weil das eben oft vorkommt. Süchte, riskantes Verhalten etc
      Una est catena quae nos alligatos tenet, amor vitae
    • Herzlichen Dank liebe @Shenya, liebe @Zebra

      Probleme mit der Regulation von Emotionen, habe ich auf jeden Fall.

      Abhängig von Reizüberflutung, ich was verarbeiten kann oder nicht kann, schwankt mein Sprechdurchfall/Logoröhe , Bewegungsdrang, was dann ins hyperaktive schwankt sehr stark, was ich als Folge von schlechter Impulskontrolle sehe.

      Momentan lebe ich uebergangsmaesig bei meinem Eltern, wo es erstaunlich gut geht, was sich aber warscheinlich wieder ändert, wenn ich wieder alleine bin.

      :thumbup: :thumbup: