OT: Diskussion um ADOS

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    • Kayt wrote:

      Das ist richtig, aber ich wollte ja mit meiner Aussage auch gar nichts über die Validität aussagen.
      Okay, ich hingegen bezog mich auf die vorher getätigten Aussagen zum ADOS, der ja oftmals immer noch als "Goldstandard" der Diagnostik angesehen (bzw. "verkauft") wird, obwohl das schon geklärt wurde.
      Diese ganze Debatte empfinde ich als notwendiges Herantasten - oder nennt es Für und Wider -an die oft so unterschiedlich gehandhabten diagnostischen Vorgehensweisen.

      Einerseits wünsche ich mir, dass ich dieses ganze Wissen schon früher gehabt hätte; andererseits glaube ich nicht, dass Argumente irgendwas bei den diagnostizierenden Personen genutzt hätten.
      Macht ist das Spielzeug der Reichen, das sie mit niemandem teilen (Muriel Barbery, "Die Eleganz des Igels")
    • Ally wrote:

      Ich habe auch mal im Rahmen einer Studie den ADOS machen müssen. Obwohl ich dort den Cutoff nicht erreichte, hab ich dennoch an der Studie teilgenommen. Zusätzlich fanden vorab noch zwei Gespräche statt. In der Auswertung stand auch irgendwas davon, dass der ADOS alleine nichts aussagt. Den genauen Wortlaut weiß ich nicht mehr. Ganz davon abgesehen, dass hier im Forum schon so viel über ADOS berichtet wurde, dass ich eh nicht unbefangen daran teilnehmen konnte, sondern bei einigen Bereichen schon wusste, was mich erwartet.

      Naja, man muss sich auf den ADOS als Erwachsener schon einlassen und einfach akzeptieren, dass man Bilderbücher nacherzählen und puzzeln soll. Ich gehe mit einem Problem zur Diagnose, da sehe ich keinen Grund für Bockigkeit. Es vorher zu Wissen nimmt mir eher den Moment der Verwunderung.

      Was das vorher informiert Sein betrifft. Es wurde gefragt, was meine Vorbildung zu Psychologie im Allgemeinen und Autismus ist. (Im gleichen Kontext, wie "Wie kommen sie darauf Autist zu sein? Wie sicher sind sie sich? Was wäre wenn nicht?) Das sehe ich auch als wichtig an. Aber danach sollte der Diagnostiker eben entsprechend einstufen können.
      Wenn ich NT hätte spielen wollen - und dieser Test nicht sehr sehr stressig wäre - sollte es mir vermutlich möglich sein, weniger Punkte im Ados zu erhalten. Einfach in dem ich bewusster die passenden Kriterien abhake. Nur was bringt das mir?
      Umgekehrt, wenn wer, warum auch immer unbedingt eine positive Diagnose haben möchte, bedarf es schon einer Menge Intellekt und Talent, auch mit Vorkenntnisse. (Und die dann besser verheimlicht) Vorzuspielen, autistisch zu sein. Nur die DSM-Kriterien runterrattern dürfte wohl kaum genügen.

      Und: Es ist nunmal mein Wesen, nicht in unnötig ungeplante Situationen zu geraten, zu Wissen, was wie und warum ist, selbstverständlich sitze ich gehe ich daher auch in die Bibliothek und lese die Testmanuale. ;)
      Nur auch wenn ich weiß, auf was bei der Diagnostik geachtet wird. Es ist nicht mein Bestreben den Test zu verfälschen. Sowohl bin ich nicht in der Lage mein "Eigen-ABA" ad hoc abzulegen, als auch könnte ich so gut schauspielern um irgendwelche Merkmale deutlich zu aggravieren.

      Eine Diagnostik die auf den Ados verzichtet, sollte dafür gewichtige Gründe haben. (Nicht nur, dass das Testmanual zu teuer ist.)


      swante80 wrote:

      Pechblende wrote:

      von einem ADOS hängt ja, falls durchgeführt, in einem hohen Maße die Diagnosestellung positiv oder negativ ab
      Aber gerade dies sollte eigentlich (für Erwachsene) nicht der Fall sein.
      Aus der Leitlinie für Modul 4 (Erwachsene):

      Leitlinie wrote:

      Für Modul 4 wurde nur eine einzige Studie gefunden, in die Erwachsene im Alter von 18 – 66
      Jahr eingeschlossen wurden (Bastiaansen et al. 2011). Die Fragestellung war Autismus und
      Autismus-Spektrum versus eine gemischte Gruppe aus einer klinischen Population (Schizo-
      phrenie, Psychopathie) und gesunden Personen.

      Im Rahmen der Studie wurden verschiedene Cut-Off-Werte verwendet.


      Für den Original-Algorithmus zeigte sich eine Sensitivität von
      61% (95%-CI 43%-75%) und eine Spezifität von 71% (95%-CI 69%-91%), für den alternativen Cut-off lag die Sensitivität etwas höher (bei 71%, 95%-CI 54%-85%)
      [Im Corona Thread wurde sehr viel über Sensitivität und Spezifität gesprochen, ich hoffe, ich interpretiere die Werte richtig]
      Gehen wir mal von 10.000 Erwachsenen aus und 1% (=100) sind tatsächlich Autisten.

      Aber bei einer Sensitivität von 61% bw. 71% werden von den 100 Erwachsenen-Autisten nur 61 bzw. 71 durch den Ados als Autisten eingestuft. Der Rest ist erstmal laut ADOS nicht auffällig.

      Von den 9.900 Nicht-Autisten erkennt der ADOS 7.029 (71% Spezifität) korrekterweise als Nicht-Autisten. Aber aus 2.871 der Nicht-Autisten werden fälschlicherweise Autisten.


      ADOS kann ein Baustein für die Diagnose sein, aber er darf nicht das Hauptargument sein. Am Ende zählen die Diagnoserichtlinien und nicht irgendein Test.
      Wobei da noch zusätzlich gilt: Das ist die Spezifizität und Sensitivität für exakt den Cutt-Off. (Ich vermute mal der zwischen ASD und NT, es gibt den zweiten zu Autismus. Den ich auch geknackt haben, womit ich nicht gerechnet hatte. Sondern eher davon ausging, Dank HB und Camouflage niedriger zu scoren.

      Kurz: Der Diagnostik entsteht aus dem ADOS keine dichotomes Urteil ASD vs nicht im Spektrum, sondern Ausprägungen über mehrere Kategorien an Einschränkungen. Wenn da Unstimmigkeiten auftreten, ist der Diagnostiker gefragt. Genauso wie alternative Erklärungen bedacht werden sollten, sowohl für autistisches Verhalten, als auch, wenn das fehlt.

      (Und ich hoffe/gehe davon aus, dass nicht nur hier gelesene "kann in die Augen gucken, ist nicht ASD" -zumindest bei den universitären Diagnosestellen - eine Verkürzung ist, vom längeren: "Liebe Patientin, wir haben nach besten Wissen und Gewissen die Punkte des ICD/DSM per Test XY überprüft, die Merkmale zeigen sie nicht in klinischem Ausmaße/der Leidensdruck ist nicht erkennbar. Daher möchten wir hiermit die Diagnose beenden und unsere rare Zeit anderen Patienten widmen. Wir senden ihnen beizeiten einen Bericht zu, indem wir auch auf andere mögliche vorhandene eventuell zu überprüfende Störungsbilder hinweisen.")

      Der ADOS ist ein wichtiger Baustein, aber eben nur ein Baustein.

      Ich finde es nicht problematisch, nicht die Diagnose ASD zu geben, die soll sich an Standards orientieren und bitte nicht an "kein Stigma geben wollen" oder dem Wunsch/der Hoffnung des Patienten damit "anzukommen".
      Ich finde es nicht problematisch, wenn nicht jeder Patient die volle Testprozedur durchleben darf, bevor eine negative Diagnose erfolgt. Das spart Zeit und verkürzt die Wartezeit der anderen.
      Ich finde es nur problematisch wenn Menschen nicht darüber aufgeklärt werden, warum sie denn nun nicht autistisch sind - und insbesondere (von einem Leidensdruck oder irgendeiner Störung ist wohl auszugehen, sonst begeben sich wohl nur wenige in diesen Diagnosezirkus) ihnen einen Hinweis mitgibt, wo man weiter suchen könnte, welche Differentialdiagnose es sein könnte. - Also das, was man den Diagnostizierten auch mitgibt, mir hat man auch nicht einfach nur gesagt: Incommunicado sie sind Autist, ihr Arzt bekommt einen Bericht, noch einen schönen Tag. Sondern verstanden, dass eine Diagnose nur ein Zwischenschritt ist und einen erstmal auch in ein Loch stoßen kann und angeboten zu helfen.

      The post was edited 1 time, last by Incommunicado ().

    • between both spectra wrote:

      In der sozialen Interaktion lag ich überraschenderweise auch über dem Cut-Off, obwohl meine soziale Interaktion im Alltag (z.B. zu Hause oder auf der Arbeit) eigentlich völlig unauffällig ist.
      In zumindest einer der Kategorien in dem Test habe ich 0 Punkte bekommen weil ich das entsprechende Verhalten unterdrückt habe, weil ich mit anderen Menschen zusammen war und nicht allein. Das Verhalten wurde nicht beobachtet und deswegen bekam ich 0 Punkte. Wenn ich allein bin bin ich sehr auffällig aber nur dann, was die Beobachtung (außer durch mich selber) erschwert und zu 0 Punkten führt.
      Dass meine Beiträge so oft editiert werden hat meistens aber nicht immer damit zu tun dass ich sowohl grammatikalische oder syntaktische wie auch stilistische oder einfache Schreibfehler nicht immer sofort sehe und sie deswegen nachträglich korrigieren muss.
    • Incommunicado wrote:

      Sowohl bin ich nicht in der Lage mein "Eigen-ABA" ad hoc abzulegen, als auch könnte ich so gut schauspielern um irgendwelche Merkmale deutlich zu aggravieren.
      Das ist noch gar nichts. Ich könnte sogar so gut schauspielern, dass man mir glauben würde, dass ich den obigen Satz verstanden hätte. Aber ich tu's natürlich nicht. :d
      Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll. (Georg Christoph Lichtenberg)
      Veränderungen führen deutlich öfter zu Einsichten, als dass Einsichten zu Veränderungen führen. (Milton H. Erickson)
      Morgen werde ich mich ändern, gestern wollte ich es heute schon. (Christine Busta)
    • Incommunicado wrote:

      Naja, man muss sich auf den ADOS als Erwachsener schon einlassen und einfach akzeptieren, dass man Bilderbücher nacherzählen und puzzeln soll. Ich gehe mit einem Problem zur Diagnose, da sehe ich keinen Grund für Bockigkeit. Es vorher zu Wissen nimmt mir eher den Moment der Verwunderung.
      Auch wenns den Moment der Verwunderung nicht mehr gibt, ganz unbefangen ist man einfach nicht mehr, was sich durchaus auch aufs Ergebnis auswirken kann. Das hatte ich auch erwähnt, dass ich schon darüber einiges gelesen hatte und ob das was ausmacht. Antwort: Nein, können wir trotzdem machen. Er wurde auch ganz normal ausgewertet. Da es nur für eine Studie war und ich jederzeit ohne Folgen hätte gehen können, versteh ich den Zusammenhang mit Bockigkeit jetzt nicht ganz....
    • Unbewohnte Insel wrote:

      between both spectra wrote:

      In der sozialen Interaktion lag ich überraschenderweise auch über dem Cut-Off, obwohl meine soziale Interaktion im Alltag (z.B. zu Hause oder auf der Arbeit) eigentlich völlig unauffällig ist.
      In zumindest einer der Kategorien in dem Test habe ich 0 Punkte bekommen weil ich das entsprechende Verhalten unterdrückt habe, weil ich mit anderen Menschen zusammen war und nicht allein. Das Verhalten wurde nicht beobachtet und deswegen bekam ich 0 Punkte. Wenn ich allein bin bin ich sehr auffällig aber nur dann, was die Beobachtung (außer durch mich selber) erschwert und zu 0 Punkten führt.


      Wobei da dann eine entsprechende Nachfrage das klären kann. (Immer in der Annahme Diagnostiker und Diagnostizierende sind wohlmeinend unterwegs.)

      Tuvok wrote:

      Incommunicado wrote:

      Sowohl bin ich nicht in der Lage mein "Eigen-ABA" ad hoc abzulegen, als auch könnte ich so gut schauspielern um irgendwelche Merkmale deutlich zu aggravieren.
      Das ist noch gar nichts. Ich könnte sogar so gut schauspielern, dass man mir glauben würde, dass ich den obigen Satz verstanden hätte. Aber ich tu's natürlich nicht. :d

      Ich nicht, ich würde nachfragen und ausdiskutieren: :)

      Auf der einen Seite, habe ich lebenslang mich selbst auf NT getrimmt. Und bin auch deswegen erst spät zur Diagnose gekommen.
      Also das was ABA auch veranstaltet, nicht auffallen, auf kosten des Selbsts. Dieses Camouflage ist zwar angelernt, ich kann es aber nicht mehr/ nicht gezielt ablegen. Ein Punkt den ich in Therapie angehen möchte, denn nur, weil ich das kann, kostet es sehr viele Löffel. (laut Diagnoseschreiben maske ich aber offensichtlich weniger gut, als ich denke.)
      D.h. ich habe gelernt, mich mehr möglichst NT zu verhalten. Ich hätte bewusster mehr in die Augen gucken können, wie ein Youtuber gestikulieren können und von vielen Freunden und tollen Wochenendpartys erzählen können, bis man mich nach dem Vorgespräch rausgeworfen hätte.

      Auf der anderen Seite kenne ich die Diagnosekriterien und hätte durchaus in Synonymen beschreiben und in passenden Situationen alle Kriterien der Reihe nach zeigen können, mein Vorwissen unter den Tisch fallen lassend.

      Ergibt für mich nur irgendwie beides keinen Sinn, da es mir nicht darum ging, unbedingt schriftlich zu haben, nicht Autist zu sein. Und ich auch nicht unbedingt die Diagnose wollte, auch wenn ich mir ziemlich sicher war.

      Ich benötige Hilfe, die Diagnose war ein Schritt dorthin, eine falschpositive wäre ebenso kontraproduktiv wie eine falschnegative.

      Ändert nichts daran, dass man diese Tests durchaus auch in beide Richtungen verfälschen kann und es das auch gibt.
    • Ally wrote:

      Incommunicado wrote:

      Naja, man muss sich auf den ADOS als Erwachsener schon einlassen und einfach akzeptieren, dass man Bilderbücher nacherzählen und puzzeln soll. Ich gehe mit einem Problem zur Diagnose, da sehe ich keinen Grund für Bockigkeit. Es vorher zu Wissen nimmt mir eher den Moment der Verwunderung.
      Auch wenns den Moment der Verwunderung nicht mehr gibt, ganz unbefangen ist man einfach nicht mehr, was sich durchaus auch aufs Ergebnis auswirken kann. Das hatte ich auch erwähnt, dass ich schon darüber einiges gelesen hatte und ob das was ausmacht. Antwort: Nein, können wir trotzdem machen. Er wurde auch ganz normal ausgewertet. Da es nur für eine Studie war und ich jederzeit ohne Folgen hätte gehen können, versteh ich den Zusammenhang mit Bockigkeit jetzt nicht ganz....
      Bockigkeit im Sinne von: ich gehe zum Arzt, bin 45 Jahre jung, möchte eine Diagnostik und dann kommen die mir mit Kinderbüchern und einem Puzzle um die Ecke. Das ist nicht altergemäß.

      Wenn ich in der Fahrschule in ein Trettauto gesetzt werden würde, wäre ich verwundert und ohne Erklärung sehr leicht ungehalten, da ich mich nicht ernst genommen fühlen würde und würde wieder gehen.

      Hätte ich mich nicht vorher eingelesen, hätte ich erst ein Gespräch geführt, was das denn soll, warum es keinen Test für Erwachsene gibt, hätte hoffentlich gute Argumente vernommen, es dann eingesehen. Oder man hätte mich abgebügelt, ich mich überfahren gefühlt und ich das Vertrauen in das Prozedere verloren und damit wäre meine Motivation Bildergeschichten zu erzählen doch sehr gesunken.

      Capricorn wrote:

      Incommunicado wrote:

      ....der Leidensdruck ist nicht erkennbar.
      Wenn danach erst gar nicht gefragt wird...?Was hältst du davon?
      Kommt darauf an. Explizit oder Implizit?
      (davon ab, dass dieses "Leidensdruck" so unschön subjektiv ist. Die Diagnose nicht mehr nur von den Symptomen abhängt, sondern auch von der Situation. Auch wenn mir klar ist, dass es darum geht die Diagnose vom externen Hilfsbedarf abhängig zu machen.)

      Wenn die Merkmale des DSM/ICD nicht erfüllt sind, erübrigt sich die danach Frage schon.
      (Wobei ich finde, man sollte Patienten nicht einfach hilflos auf die Straße zurück schicken mit: Autismus ist es nicht, ob Du überhaupt ein Problem hast, war nicht die Frage:)
      Ansonsten, da waren bei mir Fragen wie: Warum streben sie (gerade jetzt) die Diagnose an? Wo liegen ihre Probleme? Ich wurde nicht explizit gefragt: Leiden sie? (nur, ob ich mich umzubringen gedenke.)
      Desweiteren bei der ganzen Lebensgeschichte tritt das zu bei mir Tage und die Abfrage dieser ist beim ADI-R mit dabei.

      Oder anders, wenn ich als Diagnostiker die Bedingungen für F.84.5 oder was auch immer bis auf den Leidensdruck für erfüllt sehe. Muss ich diesbezüglich nachhaken und in der Aufklärung mitteilen, das es zwar jetzt hart erscheinen mag, aber die Person trotz eindeutiger Symptomatik, positiv vom Umfeld gut aufgefangen wird und damit kein Therapiebedarf besteht.
      Ist doch eigentlich schön. :)
      Anders wichtiger: Leidensdruck ja, aber das Symptombild genügt nicht für F84.5: Meinetwegen die Information das es subklinisch ist und irgendwelche Hilfestellen anbieten. Sonst versucht die Person es enttäuscht bei den nächsten X Diagnosestellen, womit weder dieser noch der Überlastung derer geholfen ist.

      Und ja, das ist alles mehr Wunsch als Realität...

      The post was edited 2 times, last by Incommunicado ().

    • Incommunicado wrote:

      Wobei da dann eine entsprechende Nachfrage das klären kann. (Immer in der Annahme Diagnostiker und Diagnostizierende sind wohlmeinend unterwegs.)
      Das Interessante ist dass in dem Diagnosebrief mein "Stereotypes Verhalten" (Restricted and Repetitive Behaviours, RRBs) in der Kindheit und im Erwachsenenalter eine ausführliche Erwähnung bekam als eine starke Begründung für die Diagnose. Gleichzeitig habe ich 0 Punkte gekriegt für Stereotypes Verhalten beim ADOS weil ich während des Tests mit anderen Menschen zusammen war (den Diagnostikern) und ganz automatisch jede Form von stereotypem Verhalten unterdruckt habe, weil ich schon als Kind das gelernt habe. Die Information von außerhalb der Testsituation die sie schon hatten ist nicht in die Punktzahl eingeflossen. Ich nehme an dass das aus methodischen Gründen so war, nämlich dass nur das was innerhalb der Testsituation direkt beobachtet wird als "Evidenz" gilt (gelten darf) und Punkte generiert. Auch wenn sie schon wissen dass es außerhalb der Testsituation stattfindet bekommt man 0 Punkte. So funktioniert der Test.
      Dass meine Beiträge so oft editiert werden hat meistens aber nicht immer damit zu tun dass ich sowohl grammatikalische oder syntaktische wie auch stilistische oder einfache Schreibfehler nicht immer sofort sehe und sie deswegen nachträglich korrigieren muss.

      The post was edited 2 times, last by Unbewohnte Insel ().

    • Der Test ist einfach entwickelt für a) Kinder/Jugendliche/Adoleszenten (keine Erwachsenen!), und b) ist er entwickelt für Kanner-Autismus (und nicht für Asperger).

      Ich war im ADOS ziemlich auffällig aber er hats halt als Depression gewertet. Kein Wunder dass ich heule wenn er in alten Traumata rumstochert und nebenbei soll man noch den ADOS machen und einen IQ-Test. Von der Geschichte danach rede ich nicht.
      Jedenfalls verkauft man uns den ADOS als Test für HFA/Asperger und das ist er nicht. Wer keine leichte geistige Berhinderung hat wird da wissen um was es geht. Sie haben einfach (noch) keinen anderen Test deswegen nehmen sie den für Asperger auch.

      Die Ergebnisse sind imo auch nicht vergleichbar, da jeder ADOS-Diagnostiker eben ein subjektiver Mensch ist. Dh bei einem ADOS-Tester bekomme ich 1 Punkt und beim anderen bekomme ich 7 und beim nächsten 20.
    • Unbewohnte Insel wrote:

      Die Information von außerhalb der Testsituation die sie schon hatten ist nicht in die Punktzahl eingeflossen. Ich nehme an dass das aus methodischen Gründen so war, nämlich dass nur das was innerhalb der Testsituation direkt beobachtet wird als "Evidenz" gilt (gelten darf) und Punkte generiert. Auch wenn sie schon wissen dass es außerhalb der Testsituation stattfindet bekommt man 0 Punkte. So funktioniert der Test.
      Ja, so ist es.
      Dass man im Test kein Stereotypes Verhalten zeigt, ist (sogar im Kindesalter und erst recht im Erwachsenenalter) bei hochfunktionalen Autisten eher die Regel als die Ausnahme und steht einer etwaigen Diagnose nicht entgegen.
      Wenn stereotypes Verhalten auftreten sollte, wird es aber notiert und bringt Punkte, die aber nicht in den Score eingehen, der mit dem Cut-Off verglichen wird. Da gehen nur Punktzahlen von bestimmten Beobachtungen aus den Bereichen soziale Komunikation und Interaktion ein.
      Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll. (Georg Christoph Lichtenberg)
      Veränderungen führen deutlich öfter zu Einsichten, als dass Einsichten zu Veränderungen führen. (Milton H. Erickson)
      Morgen werde ich mich ändern, gestern wollte ich es heute schon. (Christine Busta)
    • Tuvok wrote:

      Wenn stereotypes Verhalten auftreten sollte, wird es aber notiert und bringt Punkte, die aber nicht in den Score eingehen, der mit dem Cut-Off verglichen wird. Da gehen nur Punktzahlen von bestimmten Beobachtungen aus den Bereichen soziale Komunikation und Interaktion ein.
      Oh, gut zu wissen.
      @Neonis Kritik habe ich auch im Hinterkopf (Rw).

      Mein Sohn hat mit 20 Jahren den ADOS absolviert und es wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass er zwar "viele autismustypische Verhaltensweisen" zeige, aber keine Stereotypien. Weswegen die Diagnose Aspergersyndrom nicht vergeben werden könne.

      Dass er diese stereotypischen Handlungen im Kinder- und Jugendalter deutlich hatte, hat man als Aussage der Mutter abgetan (die Mütter sind ja bekanntlich alle durch die Bank weg blöd und lügen wie gedruckt- :sarcasm: )
      Macht ist das Spielzeug der Reichen, das sie mit niemandem teilen (Muriel Barbery, "Die Eleganz des Igels")
    • between both spectra wrote:

      Mir kam schon der Gedanke, dass ich möglicherweise kognitiv etwas beeinträchtigt bin aufgrund der hohen ADOS-Werte. Aber vielleicht sollte ich dem ADOS besser keine große Bedeutung beimessen.
      Das halte ich für unwahrscheinlich wenn ich erwäge, wie gewählt und sprachlich korrekt du dich ausdrückst. Ich denke nicht, dass hohe ADOS-Werte und Intelligenz ein Widerspruch sind. Ich habe trotz Hochbegabung hohe ADOS-Werte erzielt.
    • Capricorn wrote:

      Mein Sohn hat mit 20 Jahren den ADOS absolviert und es wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass er zwar "viele autismustypische Verhaltensweisen" zeige, aber keine Stereotypien. Weswegen die Diagnose Aspergersyndrom nicht vergeben werden könne.

      Dass er diese stereotypischen Handlungen im Kinder- und Jugendalter deutlich hatte, hat man als Aussage der Mutter abgetan
      Ich wusste nicht (bis jetzt) dass Stereotypien weggehen können wenn Menschen aufwachsen. Offensichtlich ist das aber so weil du so schreibst. Bei mir sind sie geblieben aber vielleicht bin ich "weird" in der Hinsicht. Ich konnte nie und kann mir auch jetzt nicht vorstellen dass ich ohne Stereotypien leben könnte. Wie sollte das gehen hirntechnisch? Auf jeden Fall habe ich keine wenn ich unter Menschen bin und deswegen habe ich beim ADOS keine gehabt und habe 0 Punkte für Stereotypes Verhalten gekriegt.
      Dass meine Beiträge so oft editiert werden hat meistens aber nicht immer damit zu tun dass ich sowohl grammatikalische oder syntaktische wie auch stilistische oder einfache Schreibfehler nicht immer sofort sehe und sie deswegen nachträglich korrigieren muss.
    • DeinVorname wrote:

      @between both spectra Ja Modul 4 ist für Erwachsene.
      noch genauer: für fließend sprechende Jugendliche und Erwachsene.
      "Auf der Metaebene lässt sich Abstand gewinnen zum Geschehen. [...] Und dabei zeigt sich, dass es andere Perspektiven, andere Erlebensweisen und viel mehr Möglichkeiten für Lösungen gibt, als sich der Mensch in seiner alten kleinen Welt hatte träumen lassen." (Brit Wilczek)