Wie würdet ihr euch wünschen, dass Autismus in Romanen und Filmen (nicht-dokumentarisch) dargestellt wird?

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    • seven_of_nine wrote:

      Es geht um dieses ewige Grübeln nach einer sozialen Situation, ob man das richtige gesagt hat, wie man sich hätte verhalten sollen...sowas hab ich bisher nicht dargestellt gesehen. Und natürlich kann auch IN der Situation die Frage aufkommen, wie man sich nun verhalten soll, was man sagen soll und was nicht, ob man jemand angegriffen hat usw.
      In dem Film "Körper und Seele" findet sich eine Szene, die genau das zeigt, was du beschreibst. Die Protagonistin spielt mit Salz- und Pfefferstreuern eine soziale Szene nach, die sie vor ein paar Stunden erlebt (und verpatzt) hat und kommt dann nach mehreren Versuchen auf die (annähernd) richtige Lösung. Man merkt ihr die Verunsicherung, das ewige Zweifeln und auch die lähmende Unsicherheit sehr gut an.

      Den Film kann ich generell sehr empfehlen, wenn man sich mit dem fantastischen Element, dass die beiden Hauptcharaktere jede Nacht dasselbe träumen und sich darüber verlieben, anfreunden kann.

    • ifi wrote:

      Abendrot wrote:

      Ich hab als Kind oft gespielt, Pferd zu sein (ich weiss, ist merkwürdig).
      Weshalb denkst Du das das merkwürdig ist?
      Achso, ja...ich war da 12 und hab das jeden Tag auf dem Schulhof gemacht :d

      Shenya wrote:

      Abendrot wrote:

      Ich hab als Kind oft gespielt, Pferd zu sein (ich weiss, ist merkwürdig). Zählt das eigentlich auch als Rollenspiel?
      Ein Rollenspiel braucht normalerweise Mitspieler, und man denkt sich eine Geschichte aus. Nur galoppieren wie ein Pferd würde ich nicht dazu zählen.kindergesundheit-info.de/theme…en/3-6-jahre/rollenspiel/
      Danke für den Link :) Legt man diese Kriterien an, war es sicher kein Rollenspiel. Wir waren zwar zu dritt (zwei hielten einen Stock und die Dritte sprang im Galopp darüber, aber die einzige Regel, die einzuhalten ich gerlent habe, ist wohl, hoch genug zu springen, um die die Planke nicht zu reißen :d Das hat mich wunderbar auf das Erwachsenenleben vorbereitet :irony:
    • Ich bin nur gallopiert, gesprungen bin ich nie. Ich habe mir auch manchmal vorgestellt ein Pferd zu sein, diese Tiere haben mich als Kind einfach nur fasziniert. Ich finde das auch nicht merkwürdig.
      Glaub nicht alles, was du denkst.
    • kim wrote:

      Ich bin nur gallopiert, gesprungen bin ich nie. Ich habe mir auch manchmal vorgestellt ein Pferd zu sein, diese Tiere haben mich als Kind einfach nur fasziniert. Ich finde das auch nicht merkwürdig.
      Hat mich grad total gefreut das zu lesen :) Schön, dass das auch andere gemacht haben.
    • Abendrot wrote:

      kim wrote:

      Ich bin nur gallopiert, gesprungen bin ich nie. Ich habe mir auch manchmal vorgestellt ein Pferd zu sein, diese Tiere haben mich als Kind einfach nur fasziniert. Ich finde das auch nicht merkwürdig.
      Hat mich grad total gefreut das zu lesen :) Schön, dass das auch andere gemacht haben.
      Ich habe das selber zwar nie gespielt ( war nie so ein Pferdenarr) , aber ich habe schon öfter junge Mädchen gesehen die gespielt haben ein Pferd zu sein, inklusive Schnauben, Kopfbewegung und Huf scharren :D .
      Ich denke, dass das für Mädchen ein durchaus übliches Spielverhalten ist.
    • ifi wrote:

      Abendrot wrote:

      kim wrote:

      Ich bin nur gallopiert, gesprungen bin ich nie. Ich habe mir auch manchmal vorgestellt ein Pferd zu sein, diese Tiere haben mich als Kind einfach nur fasziniert. Ich finde das auch nicht merkwürdig.
      Hat mich grad total gefreut das zu lesen :) Schön, dass das auch andere gemacht haben.
      Ich habe das selber zwar nie gespielt ( war nie so ein Pferdenarr) , aber ich habe schon öfter junge Mädchen gesehen die gespielt haben ein Pferd zu sein, inklusive Schnauben, Kopfbewegung und Huf scharren :d .Ich denke, dass das für Mädchen ein durchaus übliches Spielverhalten ist.
      Das freut mich grad auch total, ich weiss auch nicht warum :) Vielleicht weil es so unschuldig ist.
    • Zum Kindergartenabschluss gab es bei uns ein Fest inklusive Übernachtung im Kindergarten mit dem Thema "Mittelalter/Ritterburg". Jungs verkleiden sich als Ritter, Mädchen als Burgfräulein. Mich hat das aufgeregt, da ich mich mit Mittelalter und Burgen beschäftigt und ausgekannt habe. In einer Ritterburg gibt es nunmal nicht nur Ritter und Burgfräulein, sondern z. B. auch alle möglichen Berufsgruppen (Küche, Stall, Schmiede etc.) und natürlich auch Tiere/Pferde.

      So haben sich dann alle Jungs als Ritter verkleidet, alle Mädchen als Burgfräulein und ich mich halt als Pferdchen. Musste einer der Ritterjungs halt mit einem Pferd tanzen. So kann's im Leben kommen.
    • ifi wrote:

      Ich habe das selber zwar nie gespielt ( war nie so ein Pferdenarr) , aber ich habe schon öfter junge Mädchen gesehen die gespielt haben ein Pferd zu sein, inklusive Schnauben, Kopfbewegung und Huf scharren :d .Ich denke, dass das für Mädchen ein durchaus übliches Spielverhalten ist.
      Deshalb sagt man ja auch, dass autistische Mädchen aus dem Grund auch nicht so auffallen, wenn sie für Mädchen eher typische Spiele spielen. Wobei meine anderen Spiele nicht so typisch waren wie die Stofftiere aufreihen, statt mit ihnen Rollenspiele zu spielen. Oder meine Puppe auseinanderzubauen statt mit ihr Mutter/Kind zu spielen.
      Glaub nicht alles, was du denkst.
    • Hallo... jetzt ist das Thema ja schon ein bisschen durch, aber ich hab so viel drüber nachgedacht, dass ich wenigstens ein bisschen schreiben wollte.. aber zuerst: @ifi @Abendrot @Gretchen @kim ich hab ja Kinder im Kitaalter, und ich seh wirklich oft die Mädchen da gallopieren, mit den Hufen scharren, wiehern, sich gegenseitig anspannen etc. :) . Ich kann mich auch erinnern, dass das auf dem Grundschulhof gespielt wurde; ich selbst war aber absolut hingerissen von Katzen :d .
      Zum Thema: @Eli Mir ist nochmal klargeworden, wie wichtig und prägend Bücher und Filme in der Hinsicht sein können - ich hab nie bewusst darüber nachgedacht, ich kannte bewusst keine Autisten, aber mein Bezugspunkt zu Autismus war "Rainman". Und weil mir nie jemand anders einE AutistIn vorgestellt hat, war klar: Wer nicht bspw. haargenau weiß, welche Spielkarten noch im Stapel sind, und wer nicht völlig außer sich ist, weil die Schuhe anders stehen, der kann kein Autist sein.
      Und so habe ich mit meinem Mann, wie viele andere Leute damals auch, sämtliche Folgen Big Bang Theory geguckt. Immer wieder mal hat jemand (unabhängig voneinander meine Geschwister, der Bruder meines Mannes , ich, Arbeitskollegen, mein Mann) gesagt, dass der Gatte ja echt wie Sheldon ist, er hat die Tshirts geschenkt bekommen, die Sheldon trägt etc.. Aber wegen dieser klischeehaften Rainman - Vorprägung, und weil Sheldon ja nicht "offiziell" Autist ist, und auch weil ich das Thema wirklich bemerkenswert geschickt umschifft (RW) habe, ist da nie der Groschen gefallen (RW).
      Und zur Darstellung: Um bei Sheldon und Big Bang Theory und meinem Mann zu bleiben - in der Serie sieht man selten bzw. sehr spät, dass Sheldon seine Mitmenschen wirklich etwas bedeuten. (Was sicher auch daran liegt, dass es eine Comedyserie ist.. ;) ).
      Von meinem Mann kenne ich, dass er tatsächlich sehr empathielos sein kann und man ihm dann detailliert erklären muss, was da gerade gar nicht ging, und auch, dass er das dann nicht nachvollziehen kann. Aber: Wenn ich dann verletzt bin, ist er sehr aufgewühlt und versucht, seine Bindung zu mir / den Kindern zu beteuern. Gerade WEIL er das schlecht in konkrete Gefühle und Worte übersetzen kann, geht das recht tief (RW), zumindest mein Eindruck. Denke, das ist ein wichtiger Punkt bei der Darstellung von vielen, nicht bei allen AutistInnen, hatten ja auch andere gesagt, @seven_of_nine, glaube ich.
      Ich kenn auch von mir (undiagnostiziert) so eine gewisse voreingestellte Gleichgültigkeit gegenüber oberflächlicheren sozialen Normen, grundsätzlich sind mir viele Menschen erstmal egal (ich weiß, es klingt scheußlich, aber so ist es), aber es tut mir oft Leid, wenn ich jemanden durch meine soziale Inkompetenz verletzt habe, und ich versuche sehr, das zu vermeiden. Dass es auch nonverbale und / oder sehr stark eingeschränkte Autisten gibt, steht nochmal auf einem anderen Blatt (RW). Davon kann eben niemand wirklich berichten, da fehlt wieder die "Übersetzung". Könnte mir vorstellen, dass da Film ein angemesseneres Medium ist als Schriftsprache.
      Und abschließend: Toller Filmtipp, vielen Dank! :)