Psychose

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    • Hallo,...

      ich erlitt 2013 sowie 2014 eine Psychose und wollte fragen ob jemand das auch schonmal hatte ?

      Kurze Vorgeschichte:
      In meiner Jugendzeit freundete ich mich mit Psychisch Kranken an aus dem Grunde da ich gemerkt habe die nehmen ein an so wie man is.
      Leider bin ich dann aber auch in die Drogenszene gerutscht und habe hinn und wieder selbst welche Konsumiert.
      Ich gehe davon aus das diese mein Gehirn ziemlich zerstört haben und da ich noch ein Trauma habe bin ich wohl immer gefährdet eine erneute Psychose zu bekommen.

      Nehme derzeit zwei verschiedene neuroleptika die das verhindern sollen.
    • Ich hatte so um 1998-2001 eine heftige Krise mit Depression, Angstzustaenden u.ae. Im Verlauf des Ganzen bin ich dann auch irgendwann psychotisch ausgetickt, Verfolgungswahn. Habe ich als mit den schlimmsten Horror in Erinnerung, den ich je erlebt habe. Inzwischen ist das alles zum Glueck wieder weit weg, abgesehen davon, dass ich eine Neigung zu Paranoidem nach wie vor habe, aber das war auch schon in meiner Jugend so.

      Neuroleptika habe ich damals dann auch genommen, aber nur eines, und das habe ich dann immer wieder versucht, auszuschleichen, was nach etlichen Anlaeufen einige Jahre spaeter auch geklappt hat.
      "Ich würde nie einem Club beitreten, der bereit wäre, jemanden wie mich als Mitglied aufzunehmen" (Groucho Marx) “Sich zu akzeptieren als den, der man ist, ohne etwas anderes sein zu wollen - das ist Freiheit“ (Ramesh Balsekar)
    • tulpe25 wrote:

      da ich noch ein Trauma habe bin ich wohl immer gefährdet eine erneute Psychose zu bekommen


      Für Traumata gibt es wirklich sehr hilfreiche Therapiemöglichkeiten inzwischen. Zwar ist es (auch regional etwas verschieden) oft sehr schwer, einen traumatherapeutisch kompetenten Therapeuten zu finden, aber ich möchte klar sagen: es lohnt sich! Ich kenne viele Menschen mit wirklich extremen Traumatisierungen und sie haben heute teils bereits eine integrierte Persönlichkeit (andere arbeiten noch daran und kommen Schritt für Schritt weiter).

      Ich möchte daher Mut machen, dass Du Dir für die Traumaproblematik jemanden suchst, der Dir dabei weiterzuhelfen vermag. Das kann sicherlich schon einen Teil Deiner gesamten Problematik lindern!
      Die Sprache ist das Haus des Seins.

      (Martin Heidegger)
    • Was ist denn eine integrierte Persönlichkeit? Oder meinst du damit zusätzlich zur bereits Vorhandenen wurde noch eine weitere Persönlichkeit in den Geist integriert??
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Ich habe schon seit meiner Kindheit eine bipolare Störung, das ist eine affektive Psychose. In meinen manischen Phasen habe ich auch psychotische Symptome... ich werde dann schnell größenwahnsinnig und höre manchmal Stimmen. Allerdings nehme ich keine Medikamente deswegen, ich komme eigentlich ganz gut damit zurecht. In meiner Familie gibt es einige Betroffene, die an Schizophrenie erkrankt sind. Deshalb habe ich immer Angst, dass sich so etwas bei mir auch irgendwann entwickelt. Bei meinem Onkel ist seine Schizophrenie übrigens auch durch Drogen ausgelöst worden.

      Liebe Grüße,
      akfscb8
    • Lex wrote:

      Was ist denn eine integrierte Persönlichkeit?


      Wie erklärt man das sinnvollerweise kurz und bündig?! Also, ein Versuch: Die menschliche Persönlichkeit ist kein feststehendes, von Anbeginn fertig konstruiertes Gebilde, sondern befindet sich in beständigem Wandel. So gibt es im alltäglichen Erleben Aspekte, die wir sogleich in unsere Persönlichkeit heineinnehmen können, weil sie uns erfreuen, uns gut tun, weil wir sie mögen. Beispielsweise ist es für viele Menschen ganz normal, Lob anzunehmen und als etwas Tolles zu empfinden; Lob macht viele Menschen stolz. Doch es gibt auch Menschen, die Lob nicht annehmen können; sie haben vielleicht negative Erfahrunge gemacht, die dazu führen, dass sie mit dem Lob nicht zurechtkommen oder sie können nicht glauben, dass das Lob ernsthaft auf sie zutrifft und dass sie auch wirklich gemeint sind. Sie erkennen die positiven Aspekte, für die sie das Lob erhalten, nicht als die ihren, nicht als zu ihrer Persönlichkeit zugehörig. Diese Aspekte sind dann nicht in die erlebende Persönlichkeit (das Selbst und Ich der Person) integriert, sondern ihr ein Stückweit fremd (selbstfremd).

      In der Psychotraumatologie gibt es das Konzept der Dissoziation. In einer Theorie (die Theorie der strukturellen Dissoziation der Persönlichkeit) wurde von den Autoren eine Vielzahl an Forschungsergebnissen, Theorien und Annahmen zu einem umfassenden Konzept zusammengetragen und einbezogen. Sie gehen davon aus, dass sich die Persönlichkeit des Menschen aus unterschiedlichen Handlungssystemen konstituiert, die normalerweise (d.h. bei einer Persönlichkeit, die in sich integriert ist) recht reibungslos zusammenwirken; innere Konflikte kennt aber jeder Mensch und diese resultieren aus Konflikten zwischen verschiedenen dieser Handlungssysteme. Die Handlungssysteme dienen der Lebenserhaltung des Menschen; dazu gehören beispielsweise Ernährung, Fortpflanzung, soziales Engagement, Spiel/Erforschung.

      Wenn diese unterschiedlichen Handlungssysteme nicht in einer erlebenden Persönlichkeit integriert sind, können Persönlichkeitsanteile entstehen, die verschieden erleben und somit voneinander desintegriert sind; sie führen nur einen Teilbereich, eine bestimmte Funktion der Handlungssysteme der Persönlichkeit aus und entstehen infolge extrem überfordernder Erfahrungen (Traumatisierungen); ist eine Erfahrung so schwerwiegend, dass sie von der Persönlichkeit nicht soweit verarbeitet werden kann, dass die erlebende Person sie komplett als die ihre erleben kann, bleiben Teile der Erfahrung "selbstfremd" und werden nicht vollständig in eine Persönlichkeit integriert. Dann ist die Persönlichkeit desintegriert oder dissoziiert. Integriert ist die Persönlichkeit dann, wenn sie auch diese überfordernden, traumatisierenden Aspekte soweit verarbeiten konnte, dass sie sie in sich hineinnehmen kann, weil sie einen wie auch immer gearteten Umgang damit gelernt hat.

      Ich weiß nicht, ob das jetzt in dieser Kürze wirklich (unmiss)verständlich erklärt werden kann.
      Die Sprache ist das Haus des Seins.

      (Martin Heidegger)
    • Also, was Lob angeht, da reagiere ich innerlich nicht gross darauf, denn das bezieht sich ja nicht auf mich als Person, sondern auf mein Verhalten, die Rolle, die ich nach aussen hin spiele - und diese Rolle bin ich nicht. Zudem bedeutet ein Lob ja immer: Brav, du hast unsere Erwartungen erfuellt! Und auch das stoesst mir dann eher bitter auf.
      "Ich würde nie einem Club beitreten, der bereit wäre, jemanden wie mich als Mitglied aufzunehmen" (Groucho Marx) “Sich zu akzeptieren als den, der man ist, ohne etwas anderes sein zu wollen - das ist Freiheit“ (Ramesh Balsekar)
    • in meiner familie gibt es psychisch kranke,seit ich klein bin.
      ich habe meist leute getroffen,die dies fühlten bis heute und mit diesen menschen komme
      ich meist gut zurecht. auch sie kennen ausgrenzung wie ich.
      psychose ? ich bin psychisch anders,aber psychose-ich bin kein arzt.
      ich nehme antideprisva,S, mittel gegen deppression. sonst sähe meine welt dunkelgrau bis
      schwarz aus.

      The post was edited 1 time, last by TOMTE: buchstabendreher ().

    • Bhai wrote:

      Also, was Lob angeht, da reagiere ich innerlich nicht gross darauf, denn das bezieht sich ja nicht auf mich als Person, sondern auf mein Verhalten, die Rolle, die ich nach aussen hin spiele - und diese Rolle bin ich nicht. Zudem bedeutet ein Lob ja immer: Brav, du hast unsere Erwartungen erfuellt! Und auch das stoesst mir dann eher bitter auf.


      Ich weiß, was Du meinst, kenne ich total und geht mir dann genauso. Was ich meinte, ist Lob der "gut formulierten" Art; weniger gut formuliertes ist im Sinne einer Du-Botschaft geäußert: "Du hast die Aufgabe gut gemacht" oder ein konkretes Beispiel: "Du hast wunderschön Klavier gespielt". Es gibt aber das -- man müsste vielleicht sagen "indirekte" -- Lob, bei dem der Andere aufrichtig Gefallen an etwas findet, was man selbst getan oder gesagt hat und das (so mein Eindruck) kommt dann gewöhnlich in einer "Ich-Botschaft" zum Ausdruck und dadurch beim Gelobten weitaus besser an (so geht es mir jedenfalls), z.B. wenn mir jemand sagt, "Es hat mir richtig gut getan, Dich Klavierspielen zu hören." Bei mir persönlich kommt das anders an, es wirkt auf mich anders, vor allem authentischer, klarer, ehrlicher, direkter und somit auch verständlicher und wohltuender. Man muss nicht raten, warum etwas gut gewesen ist (und ein anderes Mal vielleicht nicht so gut), sondern man erfährt, dass es dem Anderen (in diesem Bsp.) gut getan hat; man erfährt, wie etwas auf den Anderen gewirkt hat, was man mit dem eigenen Handeln bei ihm bewirkt hat. Und die Art der Reaktion (wenn man sie verstehen kann) vermittelt oder "spiegelt" einem, ob es auf den Anderen konstruktiv wirkte (auch eine Kritik kann übrigens konstruktiv wirken bei Menschen, die kritikfähig sind, die meisten scheinen es nur leider nicht zu sein) und er es daher für sich persönlich positiv fand, was man ihm absichtlich oder unabsichtlich entgegenbrachte.

      Lob in diesem Sinne ist kein autoritäres, "Ich habe die Macht, dich loben oder tadeln zu dürfen", sondern vermittelt zum Einen Gegenseitigkeit und Beziehung auf "einer Augenhöhe", vermittelt zum anderen Respekt vor den Fähigkeiten und Kompetenzen des Anderen und würdigt somit dessen Tun/die "gelobte" (als wertvoll, wichtig, hilfreich etc. wahrgenommene, empfundene) Handlung.

      Mein persönlicher Eindruck ist, dass auch ernstgemeintes Lob oft an zwei Aspekten "krankt": Einerseits daran, dass der Lobende zu ungenau ist darin, mitzuteilen, was er an dem, was er lobt, "lobenswert" findet; andererseits daran, dass der Lobende mit einer Du-Botschaft lobt und somit auf autoritäre Weise lobt, die auf den Gelobten nicht notwendig positiv wirkt...

      Empfindest Du diese Idee als passender oder auch nicht so?
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      (Martin Heidegger)