ARTism (Autismus und Kunst)

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    • Neoni wrote:

      Turtle wrote:

      Oder meintest du, dass sie "nur" eine multiple Persönlichkeitsstörung ohne Autismus hat? Sie ist auf jeden Fall auch Autistin.

      Ist sie nicht-autistisch und hat eine abgespaltene autistische Persönlichkeit?
      Ist sie Autistin und hat eine abgespaltene nicht-autistische Persönlichkeit?
      Ist sie Autistin und hat eine abgespaltene autistische Persönlichkeit?


      Keine Ahnung, ich bin ihr nicht begegnet, und wenn ich das wäre, wäre ich sicher nur einem Fragment der Persönlichkeit gegenübergestanden, wie bei jedem Menschen im Kontakt nur ein Teil wahrzunehmen ist.
      Somit nehme ich mir nicht heraus, Donna Williams in eine der genannten Kategorien einzuordnen.

      Und was das Thema Kunst angeht:

      auch hier gibt es ein großes Spektrum an Möglichkeiten sich kreativ zu zeigen.
      Ob ich meine Kunst, dann in Verbindung mit einer evtl. Diagnose veröffentliche, bleibt mir als Künstler/in überlassen.

      Auch welcher von möglichen Diagnosen die Zuordnung dann zugeschrieben ist.

      Bzw. OB ich soetwas überhaupt möchte.

      Ein Besipiel, wie es ethisch zweifelhaft sein kann, Kunst in Verbindung mit Behinderung populär zu machen:
      Auf der Werkstättenmesse (WfBM) hat ein Verlag/ Herausgeberteam, einzelne Behinderte angesprochen,
      ob sie Interesse hätten, für das Buchprojekt, was sie planen, einen Text zu verfassen.
      Es ging dabei, lt. Herausgeber, in erster Linie um die Darstellung des SCHREIB-KUNST (Literatur durch Behinderte geschaffen), um sich als behinderter Autor, bekannt zu machen.

      Das Ende vom Lied: es wurde ein Bändchen heraus gegeben, das immer noch erhältlich ist, in dem behinderte Autoren aus dem deutschen Sprachraum, Beiträge verfasst haben. Doch leider gab es NOCH NICHT EINMAL ein Freiexemplar, pro Autor. :thumbdown: :thumbdown: :thumbdown:
      Auf Nachfrage, OB denn tatsächlich ein Buch gedruckt worden sei? Denn davon wurden die Autoren auch nicht in Kenntnis gesetzt!
      Gab es unter anderem die Begründung der Herausgeber/ des Verlages: "Das könne die Angehörigen und Betreuer ja kaufen" :m(:

      Ich kenne einige der entäuschten Autoren persönlich
      und kann mit Fug und Recht sagen, sie wurden um alles betrogen und NUR als BEHINDERT abgestempelt, mit einem sogenannten integrativen Buchprojekt. Die Autorenschaft die zunächst, als soooo wichtig betont wurde, ging unter, in den Umsatzfreuden der Herausgeber, des Bändchens.
      (Dieses Projekt und viele weitere die fast deckungsgleich verlaufen sind, haben mir hochsensibele Antennen geschaffen, wenn ähnliches angefragt wird. Ob es Buchprojekte, Kalender oder Vorträge sind.) :thumbdown:


      :thumbup: Und doch gibt es auch die Möglichkeit, als Künstler (wenn man/frau nicht vermarktet WIRD, duch Dritte, die ledgiglich Ihre kommerziellen Interessen und Ideenrealisierung bedienen) die Behinderung, als enthindernd in diesem Lebensbereich und Tätigkeitsfeld, KUNST zu betrachten und dementsprechend, sich in einer Positivdarstellung, durch Verknüpfung der eigenen Umstände: Behinderung & Kunst, zu outen. :thumbup:

      Genau hier liegt für mich der Unterschied. Ich hoffe ich konnte mein Anliegen zum Thema verständlich beschreiben.

      Gruß A-L
      Im tiefsten Winter erkannte ich,
      daß in mir ein unbesiegbarer Sommer wohnt.
      (Albert Camus)

      The post was edited 3 times, last by A-L ().

    • Vollmond wrote:

      Hiermit stelle ich an Euch, die Nutzerschaft, die Frage: Was meint Ihr zum Thema Autismus und Kunst?
      Ich musste erst mal eine Weile über diese Frage nachdenken und wie ich dazu stehe, Kunst als autistisch, bzw. Kunst von einem Autisten als solche zu titulieren.
      Ich verstehe die Bedenken, den Begriff Autismus als in irgendeiner Weise werbewirksam einzusetzen und die entsprechende Kunst damit interessanter oder exotischer zu machen. Allerdings bezweifle ich andererseits, dass Kunst sich durch einen Behindertenstatus wirklich so viel besser besser verkaufen lässt. Letztlich zählt dann doch für den Betrachter das Bild selbst. (In der Kunstpädagogik heißt es ja auch: Das halbe Bild malt der Betrachter.)
      Für mich bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich es gut finde, wenn autistische Künstler ihren Autismus bekannt machen. Das ist dann auch eine Art der Öffentlichkeitsarbeit, um das Thema Autismus aus einer anderen Perspektive, als immer nur der Vortragsebene, bekannter zu machen.
      Jeder Künstler gibt sehr viel persönliches und autobiografisches in seine Kunst. Wenn mich bestimmte Bilder/Kunst sehr ansprechen, interessiert mich auch immer die Persönlichkeit, die dahinter steht.



      Heute in mich gegangen - auch nichts los (Karl Valentin)