Aufschieben von Aufgaben

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    • Aufschieben von Aufgaben

      Guten Morgen,

      habt Ihr Strategien entwickeln können, die einen dazu bringen, die Erledigung von Aufgaben anzufangen?
      Ich schiebe alles vor mir her, teilweise eilt dann eine Abgabe schon, vom Kopf her weiß ich das, aber ich kann trotzdem nicht anfangen.
      Gestern habe ich - anstatt zu arbeiten - den ganzen Tag im Forum gelesen, im Internet über Asperger recherchiert...etc..das einzige was ich irgendwann geschafft habe, war für ne Stunde rauszugehen und einen Geocache zu suchen.
      Ich bin dann wie "festgeklebt an meinem Stuhl" (RW), schaffe es auch nicht, mir etwas zu essen oder trinken zu holen. Wenn ich's dann doch mal schaffe, mich "loszueisen" (RW), dann ist mir oft schon ganz schwindelig, weil ich den Tag über nichts getrunken habe.
      Und nach 8-10 Std in der Arbeit sitzen, habe ich dann maximal nur ein Drittel von dem geschafft, was ich eigentlich erledigen müsste.

      Ich schreibe mir Listen, damit ich weiß, was ich noch machen muss. Aber oft hilft mir auch das nicht. Ich schaue diese Listen an und bin wie gelähmt (RW).

      Kennt Ihr das? Was macht Ihr dagegen?
      Wie geht das, endlich anzufangen?

      Ich freue mich über Vorschläge, denn heute geht es schon wieder so los... 8o
    • :d Wir könnten Zwillinge sein!!

      Lass mich raten, wenn du dir irgendwas vornimmst, dann verbringst du den ganzen Tag damit Pläne zu schmieden, und dann bist du zu müde oder es ist zu spät um anzufangen...

      Ich hab hier gefühlte 1000 Pläne liegen, alles irgendwann mal angefangen und nichts beendet.

      Da leider meine ganze Familie von dem Problem betroffen ist sieht hier auch entsprechend aus :(
      Bin gerade dabei einen (hoffentlich) funktionierenden Plan aufzustellen und lese mich dafür durch verschiedene Blogs zum Thema Tagespläne, Aufgabeneinteilung, Prioritäten, usw.
      Das Material für einen übersichtlichen Plan liegt schon da, aber irgendwie will er sich nicht von allein erstellen. :m(:

      Ich brauche immer die richtige Inspiration. Wenn ich mir nicht sicher bin, ob das die richtige Lösung ist, wenn ich nicht weiß, wie das Ergebnis aussehen soll, dann fang ich meist garnicht erst an.
      Vor Familienfeiern plane ich 1 Woche, was ich erledigen muss, was ich besorgen muss. Und am Ende bitte ich doch alle Gäste 1 Stunde vor Ankunft SMS zu schreiben, damit ich unter Zeitdruck zumindest das wichtigste noch erledigt bekomme...

      Es ist echt nicht einfach sich selbst zu motivieren. Ich brauche immer Druck von außen dafür. Sei es nun mein Mann oder Chef, der mir sagt: "Mach dies, mach das, mach jenes" oder eben Gäste die eine halbwegs ordentliche Wohnung vorfinden sollen.

      Mein Tipp, den ich versuche um zu setzen ist: Kleine Ziele stecken. Nicht das große Ergebnis vor Augen halten, sondern jeden kleinen erfolgversprechenden Zwischenschritt. So kannst du am Abend sagen: "ja, ich hab was geschafft, und morgen schaff ich noch mehr"
    • OP, das kenne ich sehr gut. Wie bei den meisten Aspergern, kriege ich manchmal meine Gedanken nicht unter Kontrolle. Wenn ich surfe kann ich nicht mehr aufhören. Da muss man sich dann radikal etwas anderem zuwenden.
      "They say humans are social animals, they can't live alone. But you can live pretty well by yourself. I tell ya...instead of feeling alone in a group, It's better to have real solitude all by yourself."―Faye Valentine
    • Also ich schreibe mir die wichtigsten Dinge auf, stelle mir einen Wecker und kündige alles auch im Vorfeld an ("morgen werde ich..."), so dass ich gar nicht mehr aus der Sache rauskomme.
      Außerdem nehme ich mir für solche Dinge immer mindestens einen kompletten Tag Urlaub, das heißt ich kann es mir gar nicht leisten das dann nicht zu erledigen, weil die Chance danach vertan ist.

      Für weniger wichtige Dinge (Wohnung putzen/aufräumen) mache ich mir einfach keine Pläne (und keine Illusionen), bin dann aber auch nicht sonderlich verärgert wenn ich das nicht erledige.
      Ich denke mir dann immer: "Irgendwann sind wir alle tot und dann interessiert das kein Schwein mehr." ^^

      Das Wichtigste ist eben, dass man bevor man irgendetwas plant genau festlegt ob es wirklich WICHTIG und NOTWENDIG ist. Wenn es das nicht ist, spricht doch nichts dagegen den ganzen Tag im Internet rumzuhängen, wie ich das gerade tue. ;)
      (Ich hab mein Auto heute schon zur Werkstatt gebracht, das war die einzige Aufgabe die ich mir an diesem extra dafür genommenen Urlaubstag gestellt habe. Success! :D)

      Innerer Frieden und Ausgeglichenheit ist schließlich auch etwas, was man auf eine Liste setzen könnte und das erreicht man mit Faulenzen meistens ganz gut.
      Das Leben ist eine Komödie für den Denkenden und eine Tragödie für die, welche fühlen.
    • Ich kenn das leider auch, und ich habe dann auch immer eine Entschuldigung, weshalb ich das jetzt nicht machen will, was ich machen sollte.

      Der erste Schritt ist meistens das Problem, wenn ich dann doch mal angefangen habe, dann geht es.

      Im alten Forum hatte jemand mal den Tipp geschrieben, dass man das Unangenehme mit etwas Angenehmem verbinden soll, was einen dann motiviert. Bei mir funktioniert das manchmal, aber nicht immer. Das Angenehme ist bei mir z.B., über den MP3-Player bei der Hausarbeit Musik zu hören. Mit der Zeit sollte da eine Kopplung entstehen, sodass man die Hausarbeit als angenehm empfindet, weil man da immer Musik hören kann. Soweit bin ich aber noch nicht. :d

      Pläne zu machen, hab ich probiert, funktioniert bei mir aber nicht, weil trotz Plan die Motivation fehlt.
      Einen Plan machen und zusätzlich für Motivation sorgen müsste wohl optimal sein.
      Alles wird galaktisch gut.
    • @ Sarinn

      ich bin mir inzwischen sicher, wir wurden bei der Geburt getrennt :d


      Sarinn wrote:

      Lass mich raten, wenn du dir irgendwas vornimmst, dann verbringst du den ganzen Tag damit Pläne zu schmieden, und dann bist du zu müde oder es ist zu spät um anzufangen...

      Sarinn wrote:

      Ich brauche immer die richtige Inspiration. Wenn ich mir nicht sicher bin, ob das die richtige Lösung ist, wenn ich nicht weiß, wie das Ergebnis aussehen soll, dann fang ich meist garnicht erst an.
      genau das ist es! Gutes Beispiel: Ich liebe es, wenn ich meine Steuererklärung machen muss, schöne übersichtliche Excel-Tabellen zu erstellen. Damit kann ich mich einen ganzen Tag beschäftigen. Nur: die Rechnungsbeträge dann auch in diese wunderschöne Tabelle eintragen? Das schiebe ich dann eeeewig vor mir her.
      Oder ich stehe hochmotiviert auf, habe viele Dinge, die ich heute endlich anfangen möchte - bis ich dann in der Arbeit bin, ist die Motivation verraucht und ich mache wieder nichts.

      @ Tabantus:
      Genau! Das ist dann fast schon wie eine Sucht. Man kann einfach nicht mehr aufhören zu surfen und kommt von einem Thema zum Nächsten. Aber die Aufgaben, die man erledigen müsste, schafft man nicht.

      @Ryu:
      Leider bin ich gut in Ausreden :d ich kann Sachen ankündigen und finde dann trotzdem immer einen plausiblen Grund, warum ich es jetzt doch nicht geschafft habe (den Grund glaube ich dann auch noch selbst :m(: )
      Was glaube ich auch ein Hauptproblem bei der Sache ist: Ich bin Freiberufler. Das bedeutet, mir schaut in der Arbeit keiner auf die Finger, wann ich was mache. Perfekte Voraussetzung, um alles vor mir her zu schieben.
      Ich kann mich also auch nicht selbst damit zwingen, indem ich z.B. einen Tag Urlaub nehme und mir dann sage "Du hast nur diesen Tag, jetzt fang an". Denn ich kann alles endlos weiter schieben..
      Aber es ist ein guter Ansatz, die Unterscheidung zwischen WICHTIG und UNWICHTIG zu treffen. Dann weiss man, alles was auf der Liste steht MUSS erledigt werden, alles andere kann man schieben (und damit den Punkt "innerer Frieden" erreichen)
    • @ Shenya

      ja stimmt, der erste Schritt ist das größte Problem. Wenn man den überwunden hat geht es, das kenne ich auch. Nur: ich lasse mich dann ganz schnell wieder ablenken. Da reicht dann, wenn eine SMS kommt oder jemand anruft. Oder ich höre draussen ein Auto hupen oder anderes in der Art. Schon sind meine Gedanken wieder aus der Sache draussen, fallen in eine Art "Leerlauf". Um dann aus dieser Art Tagtraum wieder herauszukommen, mache ich dann etwas, was mir gefällt (z.B. im Internet surfen) und schon hänge ich dort wieder fest (RW). Dann habe ich die Aufgabe zwar begonnen, aber nicht zu Ende geschafft :(

      Ich werde das mal ausprobieren, mit der Kopplung von Unangenehmen mit angenehmen 8-) Vielleicht hilft es ja..

      Das hier, trifft exakt auf mich zu, besser kann man es nicht beschreiben:

      Shenya wrote:

      Pläne zu machen, hab ich probiert, funktioniert bei mir aber nicht, weil trotz Plan die Motivation fehlt.
      Einen Plan machen und zusätzlich für Motivation sorgen müsste wohl optimal sein.


      (wobei ich es liebe Pläne zu machen. Nur die dann auch umzusetzen, das mag ich nicht)


      Toll finde ich auch, was sich mein inneres System sonst so zurecht legt.
      Ich müsste z.B. Angebote schreiben. Ich drücke mich davor...irgendwann fällt mir nichts mehr ein, was ich noch machen könnte, um mich nicht an die Erstellung von Angeboten zu setzen. Dann kommt meijn kreatives System auf die Idee, dass die Fenster geputzt gehören. Etwas, was ich seit Monaten vor mir her schiebe, muss dann unbedingt und ganz sofort gemacht werden. Wobei Fenster putzen in die Kategorie "unwichtig" fällt und Angebote schreiben in die Kategorie "Existenzerhaltend -> absolut Notwendig" . Rhetorische Frage: Was glaubt Ihr, habe ich dann am Ende des Tages getan? :d

      The post was edited 1 time, last by pixelschubserin ().

    • Meine Strategie bei unangenehmen Aufgaben (z.B. Aufräumen, Einkaufen), enge Zeiträume bestimmen, in dem die Aufgabe erledigt sein muss. Z.B. räume ich auf, indem ich mir mein Wohnung Zimmer für Zimmer vornehme, ich stelle mir einen Wecker max. 30 - 45 min und in diesem Zeitraum räume ich dann nur 1 Zimmer auf, bis der Wecker klingelt. Manches bleibt dabei oberflächlich (putzen wird auch abgebrochen nach dem Klingeln), aber in der Regel ist der Zustand nach so einer zeitlich befristeten Aktion besser als er vorher war.

      Andere Strategie, Chaosecke für Chaosecke durchgehen und jeden Tag wirklich nur eine Ecke aufräumen.

      Oder man sucht sich einen Tandempartner fürs aufräumen, ich räume bei dir auf, du bei mir oder jemand, der einfach nur daneben steht und die Papiertonne aufhält (hatte ich bei meinem BEW).
      diagn.
    • Ich hab da was ganz Praktisches: eine Mutter, die mir dauernd in den Hintern tritt (RW). Wenn die nicht wäre, würde ich im Chaos versinken. Wenn ich sag: "Ja, ich mach das ja nachher!", dann sagt sie: "Nein, du machst das jetzt, denn sonst machst du es wieder gar nicht!". Mach ich das dann trotzdem nicht, bekommt sie ganz schlechte Laune und darauf kann ich gern verzichten, denn sie wird dann unausstehlich und neigt dazu, fürchterlichen Krach zu machen. Also erledige ich die Dinge dann meistens, wenn sie es sagt. Würde ich alleine wohnen, bräuchte ich wohl jemanden wie sie. Jemand, der mir regelmäßig in den Hintern tritt und notfalls anfängt Krach zu machen. :d
    • *schmunzel*
      Das ist gruselig!
      Fenster putzen, ganz klar, besser als zwingend notwendige Dinge, wichtiger als essen kochen, wichtiger als alles zu was man sich motivieren sollte aber nicht will :)

      Was alltägliches angeht ist eine Familie für die man verantwortlich ist ganz hilfreich, vielleicht auch ein Haustier, dass man pflegen muss. Täglich Futter kaufen bedeutet, täglich Supermarkt. Und wenn man dann schon da ist kann man auch noch schnell für sich selber was besorgen...
      Naja, und täglich Küche aufräumen, ok, fast täglich, so alle 2-3 Tage, wenn halt nichts sauberes mehr im Schrank ist, ist bei Kindern Pflicht. Genauso wie Getränke kaufen, es sollte immer ein Kasten Wasser im Haus sein, oder zumindest ein halber, naja und zur Not reicht es auch, wenn die Kinder die Reste bekommen und ich Leitungswasser trinke... :m(:
    • Ich habe ein Belohnungssystem entwickelt, womit es mir ein klein wenig leichter fällt. Ich denke mir: Du musst das jetzt erledigen und wenn du fertig bist, kannst du dich wieder mit etwas anderem beschäftigen. Und das, so lange du willst.

      Alleine dieser Gedanke bringt mich sehr häufig dazu, die Dinge schneller zu erledigen als sonst. Aber das hilft auch nicht unbedingt immer.
      I am the person who feels guilty because I think I could be a much better person
      if I didn't have to always deal with society hating me.
    • Ja, das kenne ich leider zu gut. Es ist oftmals äußerst hinderlich und man tut sich damit auch selber langfristig keinen Gefallen. Aber trotz dieser Einsicht, passiert es ja doch immer wieder.

      Bei mir kommt das vor allem im Privatleben vor. Beispielsweise schickt mir meine Krankenversicherung wieder einmal diverse Formulare zu, zwecks Aktualisierung, die ich auszufüllen und baldig wieder zurückzuschicken habe. Im Grunde genommen ist das keine großartige Sache...für andere Menschen. ;)

      Für mich ist es anstrengend aus gleich mehreren Gründen. Der Hauptgrund ist, dass ich dazu keine Lust habe. Ein weiterer wäre, dass ich oftmals die Fragen bzw. die Formulierungen nicht verstehe und dann vor dem Problem stehe, nicht zu wissen, was ich da jetzt anzukreuzen habe. (Das betrifft im Übrigen nicht nur auszufüllende Formulare der KV).
      Die nächste Hürde wäre dann das Abschicken. Nun, da meine KV das Porto übernimmt, brauche ich den Umschlag ja einfach nur in den Postkasten zu schmeißen. So weit, so gut. Aber wenn ich dann mal ein Schreiben wirklich verfassen muss, (was ich zwar sehr gut kann, aber oftmals keine Lust dazu habe), führt oftmals kein anderer Weg daran vorbei, als damit zur Poststelle zu gehen. Solche und andere Situationen sind es. Und ich neige gerne mal dazu, diese Angelegenheiten unnötig vor mir herzuschieben.

      Bei der Arbeit ist es wieder etwas anders. Vieles, was mit Kommunikation zu tun hat, ist für mich sowieso langweilig und/oder anstrengend.
      Hat dann etwas davon nicht oberste Priorität, dann schiebe ich es vor mir her.
      Dagegen erledige ich Arbeit, (auch langweilige oder anstrengende Arbeit), relativ zügig, sofern diese als besonders eilig gekennzeichnet wurde.

      Letzten Endes stellt es sich als besondere Problematik dann heraus, dass ich dann im Ergebnis möglicherweise mehr Arbeit auf dem Schreibtisch liegen habe. Denn insgesamt gibt es mehr Sekundäres zu erledigen, als Primäres.
    • Entschuldigt die verzögerte Antwort - ich war dabei, die Fenster zu putzen :d :m(:

      @xyberlin:

      Das ist eine gute Idee, das könnte bei mir funktionieren! Sich selbst enge Zeiträume geben, in denen etwas erledigt sein muss.

      und das kombiniert mit der Taktik von BlauesZebra: das Belohnungssystem.

      Also auf mich aktuell umgemünzt (RW): ich muss den restlichen Auftrag bis 16:00 Uhr erledigt haben, dann darf ich einen Kaffee trinken und ein bisschen im Internet surfen. Das könnte funktionieren.

      Allerdings nutzen sich solche Taktiken bei mir ganz schnell ab und ich fang dann schon wieder das trödeln an..

      @ Windtänzerin:

      Deine "Motivationshilfe" ist bestimmt manchmal praktisch :d
      Lustig ist, dass ich bei sowas aber nicht gedrängt oder gehetzt werden will. Ich werde dann aggressiv. Das ist sozusagen aufschieben mit Anspruchsdenken 8-) Ich muss die Dinge irgendwann erledigen wollen, wenn mich früher meine Mutter, ein Lehrer oder jemand anderes zu etwas gedrängt hat, wurde ich stur und sauer, dass sich jemand einmischt.

      @ Sarinn:

      Das heisst, ich bekomme am Besten ein Kind? :d damit ich eine Grund habe, die Dinge zu erledigen? Im übrigen spricht in Deutschland nichts gegen Leitungswasser..höhö 8-)
      Mein Glück bei allen Dingen, die den normalen Haushalt betreffen: Meine Freundin macht das. Zwar auch nicht ganz freiwillig, aber da ich es nicht mache, bleibt alles (einkaufen, putzen etc.) immer irgendwie übrig und "einer muss es halt machen". Ich habe dann auch ein schlechtes Gewissen, weil es ja ungerecht ist, dass sie das dann alles übernimmt. Aber ändern kann ich trotzdem nichts (sie weiß bisher nichts von meiner Verdachtsdiagnose Asperger und denkt, ich bin halt einfach faul und schlampig - dennoch hat sie sich irgendwie damit abgefunden und akzeptiert es, als ob sie ahnen würde, dass es nicht ganz freiwillig ist. Also dass ich eigentlich helfen würde, es nur nicht schaffe)

      Und das mit den Formularen, liebe Sola, das kenne ich auch. Da ist die Hürde, so etwas auszufüllen, schon deshalb so hoch, weil man ganz genau weiß, dass man die Hälfte nicht versteht. Ämter haben die Fragen oft so "schwammig" und ungenau formuliert, dass man am liebsten noch ganz viele Anmerkungen dazu schreiben würde. Wie man was meint und so..und weil das nicht geht, muss man irgendwas ankreuzen, was aber nicht zu 100% passt und dann bleibt ein ungutes Gefühl.
    • Da fällt mir noch eine weitere Strategie ein, auf deine Reaktion
      Allerdings nutzen sich solche Taktiken bei mir ganz schnell ab und ich fang dann schon wieder das trödeln an..


      Ich räume z.B. zu festen Zeiten auf, bevor ich freitags nach Berlin fahre (ich arbeite auswärts) werden bestimmte Aufräumschritte durchgeführt, das erleichtert mir den Wochenstart, macht die Rückkehr angenehmer ... Diese Schritte laufen ziemlich gleichförmig ab, es gibt kein Trödeln, weil ich jeden Schritt automatisch aufeinanderfolgend abrufe.

      Dann, das klingt einfacher als es ist, ich schwanke da zwischen Selbstaufgabe und Verhinderung von Überforderung, habe ich für mich mittlerweile akzeptiert, dass ich ein niedriges Funktionsniveau besitze, was Haushalt angeht, oder anders, ich neige dazu, zu chaotisieren und in einem beständigen provisorischen Zustand zu leben.

      Aber meine Art der Ordnung tut mir auch gut, ich brauche meine Sachen um mich herum, auch wenns für andere chaotisch aussieht, ich verliere auch nicht den Überblick (meistens) insofern erfüllt das System seinen Zweck und ich muss mich nicht nach anderen, der allgemeinen Vorstellung von Ordnung, anpassen.

      Ich nutze das nicht als Ausrede, ich habe z.B. erkannt, dass Dinge, die ich nicht mehr sehe, also physisch vor Augen habe, für mich "weg sind", also Papiere in einem Ordner gucke ich nie wieder an, wenn sie gestapelt rumliegen, weiß ich, wo ich suchen muss und fühle mich eigentlich auch wohl damit. Ist halt anders als bei den anderen mein Ordnungssystem.
      diagn.
    • Ich schiebe meine Aufgaben auch immer so lange wie möglich auf. Das lesen dieses Threads hat mich zum Beispiel daran erinnert, das ich noch nicht fertig mit meinem Englischem Video bin und ich morgen einen Strich für vergessene Hausaufgaben gibt wenn ich das nicht noch mache :( x( :m(: .

      Ich versuche auch mich zu belohnen wenn ich etwas geschafft habe oder zu sagen das ich etwas erst nach erledigen der Aufgabe mache, aber ich finde ständig irgendeine Ausrede es nicht zu machen oder zu verschieben.

      Windtänzerin wrote:


      Ich hab da was ganz Praktisches: eine Mutter, die mir dauernd in den Hintern tritt (RW). Wenn die nicht wäre, würde ich im Chaos versinken. Wenn ich sag: "Ja, ich mach das ja nachher!", dann sagt sie: "Nein, du machst das jetzt, denn sonst machst du es wieder gar nicht!". Mach ich das dann trotzdem nicht, bekommt sie ganz schlechte Laune und darauf kann ich gern verzichten, denn sie wird dann unausstehlich und neigt dazu, fürchterlichen Krach zu machen. Also erledige ich die Dinge dann meistens, wenn sie es sagt. Würde ich alleine wohnen, bräuchte ich wohl jemanden wie sie. Jemand, der mir regelmäßig in den Hintern tritt und notfalls anfängt Krach zu machen. :d


      Ja, so eine Mutter ist wirklich was praktisches :d .
    • pixelschubserin wrote:

      Da ist die Hürde, so etwas auszufüllen, schon deshalb so hoch, weil man ganz genau weiß, dass man die Hälfte nicht versteht. Ämter haben die Fragen oft so "schwammig" und ungenau formuliert, dass man am liebsten noch ganz viele Anmerkungen dazu schreiben würde. Wie man was meint und so..und weil das nicht geht, muss man irgendwas ankreuzen, was aber nicht zu 100% passt und dann bleibt ein ungutes Gefühl.
      Du sagst es!!!

      Wobei ich jetzt zugeben muss, dass ich inzwischen bei meiner KV anrufe und die so lange nerve, bis sie mir helfen. Bis jetzt funktionierte das immer. Aber es ist trotzdem blöd. Man muss, sofern man das Problem doch nicht alleine lösen kann, dort anrufen, um Hilfe bitten und sich im schlimmsten Fall erklären.

      Bei sonstigen Formularen kommt es durchaus vor, dass ich zusätzliche Anmerkungen verfasse, anhand eines extra Schreibens und den Formularen hinzufüge. Das wird toleriert, allerdings zieht sich die eine oder andere Angelegenheit auf diese Weise eventuell etwas länger hin, als sie ursprünglich sollte. Aber solange es am Ende dann der Richtigkeit entspricht, ist es ja in Ordnung...schätze ich.

      Eine besondere Taktik habe ich bzgl. des Themas allgemein bis heute noch nicht entwickelt. Allerdings unterstützt mein Mann mich bei vielem sehr und schubst mich notfalls auch mal an. Ohne ihn, wäre ich wohl ein hoffnungsloser Fall... :d
    • Aufschieben von Aufgaben, ist auch bei mir ein Thema.
      Zumal meine ZNS-Erkrankung mich dann zusätzlich gerne ermüden lässt, wenn ich nur denke: "Ich muss mal wieder..."

      Da ich sonst in Chaos und Dreck ersticken würde, was ich gar nicht mag, zumal ich auch Tiere habe.
      Und zur vollen EM-Rente dazu verdienen muss, da sie nicht einmal die laufenden Kosten decken kann, ist es für mich wichtig nicht nur etwas tun zu wollen, sondern zu tun!
      So habe ich überlegt, was ich früher Schülern, Studenten und Patienten in solchen Fällen empfohlen habe...

      Ganz einfach:

      A) so schiebe ich:
      So bald ich sage: ich möchte, ich werde, ich muss mal wieder etc. schiebe ich tatsächlich, für meine hirnorganische Wahrnehmungsfähigkeit, das was ich will oder tun möchte/ muss, in eine unbestimmte Zukunft. Und wenn ich dazu auch noch einen Plan mache, den ich umsetzten MUSS, habe ich noch ein Hindernis mehr geschaffen.
      Und was ist das Resultat? Dinge in der Zukunft sind nicht real erreichbar, also wird nix gemacht.

      B) so realisiere ich mein Handeln:
      Ich überlege: wie sieht es aus, wenn ich die Küche aufgeräumt habe?
      Woran merke ich, dass ich xyz geschafft habe? usw.

      Ich nutze die Erkenntnisse aus der lösungsorientierten Psychotherapie ( Wunderfrage von Steve de Shazer & Insoo Kim Berg) und stelle mir, eine zu meiner Situation passende Wunderfrage , da die Vorstellung, aus der die Antwort besteht, bereits der erste Schritt zur aktiven Handlung ist,
      fange ich ohne großen Aufschub an, mir wichtige Dinge und Unausweichliches, ohne emotinalen Druck auf mich auszuüben, umzusetzen.

      Grruß A-L
      Im tiefsten Winter erkannte ich,
      daß in mir ein unbesiegbarer Sommer wohnt.
      (Albert Camus)

      The post was edited 2 times, last by A-L ().

    • Also bei mir sind die Gründe für Aufschieben sehr unterschiedlich. Es kann an bereits genannten Gründen wie Überforderung (z.B. Formulare ausfüllen oder anderweitige Bürokratie erledigen), weil ich nicht genau weiß, wie die Sache zu bewerkstelligen sein könnte. Ich sehe dann riesige Berge und Hindernisse vor mir und das gibt mir noch mehr das Gefühl von wahrer Hilflosigkeit. Es kann an meiner generell schlecht funktionierenden Tagesstrukturierung liegen; Pläne erstellen geht zumindest teilweise noch -- sofern ich dann nicht stundenlang darüber nachdenke, was ich wann wie am besten umsetze und warum es besser wäre, es vor oder nach dieser und jener Aufgabe zu tun und warum es aber wäre besser, sie nach einer anderen zu tun, die wiederum eigentlich besser vor die vor der anderen passen würde........; Pläne aber umzusetzen, das ist je nach Aufgabenstellung die Herausforderung schlechthin. Dazu kommt, dass ich nicht mehrere größere Aufgaben zugleich anzugehen vermag und immer nur ein Problem nach dem anderen lösen kann, weil ich mich sonst sofort haushoch überfordert fühle. Das aber wiederum macht mich im Vergleich zu anderen Menschen leider sehr langsam, sodass ich das Gefühl habe, mit dem Tempo der anderen Menschen überhaupt nicht mithalten zu können.
      Ein weiterer überfordernder Aspekt hat meines Erachtens weniger mit meinem "andersartigen Sosein" zu tun, eher mit negativen Erfahrungen, nämlich Angst, etwas falsch zu machen. (Wobei diese Angst wiederum auch ein Resultat des eigenen Soseins sein kann, denn die Angst, etwas falsch zu machen resultiert unter anderem auch daraus, dass ich andere Menschen häufig genug missverstehe -- oder sie mich -- und ich somit in einer Weise handle, die nicht zu dem passt, was de facto gefragt war.) Wenn man vor etwas Angst hat, schiebt man es ganz automatisch vor sich her.

      Ein überfordernder Grund, Aufgaben aufzuschieben, kann aber auch sinnliche Überlastung sein. Wenn ich ohnehin schon "überreizt" bin und dann einkaufen gehen oder gar staubsaugen muss, dann ist das ungut...

      Unterforderung kann jedoch auch ein Grund sein für Aufschieben von Aufgaben. Die schon genannte fehlende Motivation ist bei mir ein häufiger Faktor, Bürokratie oder Haushalt aufzuschieben -- der innere Schrei dann regelmäßig in etwa: "Ich will mein Leben nicht zu 99% mit so langweiligem, nutzlosem Mist vergeuden!!". Haushalt ist langweilig, die Mengen an Bürokratie sinn- und nutzlos, wo sollte ichmich da schon groß motivieren können? Vor allem, wenn man, kaum hat man Staub gesaugt, schon wieder von vorne beginnen könnte, .weil überall feine Staubpartikel herumschwirren und liegen...


      Worauf ich hinaus möchte: Zumindest bei mir bedarf es zunächst einer klaren Analyse, warum ich gerade aufschiebe, dann kann ich besser die Ursachen und Gründe erkennen und besser Lösungswege erdenken. An Aufschieben wegen Angst muss man anders herangehen als an Aufschieben aufgrund von Reizüberflutungsgefahr und daran wiederum anders als an Aufschieben, weil man sich nicht motivieren kann, die Aufgabe zu langweilig ist.

      Das ist so meine Idee und "Theorie" dazu.
      Die Sprache ist das Haus des Seins.

      (Martin Heidegger)
    • Langweilige Aufgaben sind nicht das Problem.
      Ich wische gerne Staub oder sauge durch die Wohnung. Bett neu beziehen verlangt manchmal etwas Überwindung... Auch Fenster putzen gehört nicht zu meinen Lieblingsaufgaben.
      Aber sowas geht noch, irgendwann nervt es mich, dass bei Sonnenschein das Fenster nicht schön aussieht, dann nehme ich das Putzzeug und wische.

      Was mir schwer fällt sind zum einen auch diese bürokratischen Erledigungen. Ummelden, Anträge ausfüllen und abschicken, vor allem wenn ich für Antrag A noch Unterlagen von Institut B benötige, man dafür aber einen weiteren Antrag ausfüllen muss oder einen Termin bei einer Person vereinbaren muss um eine Unterschrift zu bekommen u.s.w.

      Anderes Problem: Erledigungen, die persönliche Kontaktaufnahme per Mail oder gar Telefon verlangen. Während ersteres nach einer gewissen Zeit des Aufschiebens dann doch noch von mir erledigt wird, stellt letzteres eine riesige Hürde dar. Wenn es wirklich zwingend ist, dann kriege ich mich irgendwie überwunden, aber z.B. Vereinbarung von Vorsorgeuntersuchungen? Regelmäßige Zahnarzttermine? Da bin ich wohl etwas nachlässig.