Mobbing in der Schule

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    • Mobbing in der Schule

      Mobbing in der Schule haben sicher einige hier erlebt. Was war für Euch das Schlimmste? Wie seid Ihr damit umgegangen?

      Was mir gerade aufgefallen ist, als ich die Umfrage bzgl. Gewalterfahrungen/Traumatische Erlebnisse in Familie und Schule von Shenya gesehen habe:
      Beim Thema Mobbing in der Schule konnte ich mich nicht auf eine Antwort festlegen. Ich wurde gemobbt, aber eigentlich eher von den Lehrern als von den Schülern. Die Schüler grenzten mich einfach so aus, ich war ein Sonderling, an mir war vieles seltsam, deshalb suchten sie keinen Kontakt mit mir (worüber ich zeitweise auch froh war). Aber sie ließen mich eher links liegen (RW), als dass sie mich aktiv mobbten.
      Was für mich während der Schulzeit wirklich traumatisierend war, war das Mobbing durch die Lehrer. Ich weiss bis heute nicht warum, denn ich war immer eher schüchtern und zurückhaltend. Mein einziger "Fehler", an den ich mich erinnere, war ein sehr ausgeprägtes Bewusstsein für Fairness. Ich habe mich also nie absichtlich mit jemandem "angelegt". Dennoch scheine ich damals bei den Erwachsenen etwas herausgefordert zu haben, denn von all den Lehrern die ich insgesamt hatte, kann ich mich nur an 2 erinnern, die mich in Ruhe ließen bzw. versuchten, mich zu fördern. Und natürlich: wenn ein Erzieher im Kindergarten oder ein Lehrer in der Schule ein Kind vorführt und nieder macht, dann machen die anderen Kinder mit.
      Das Mobbing von Seiten der Erwachsenen ging bereits im Kindergarten los und hörte eigentlich erst im Studium wieder auf (dort wurde ich einfach nicht beachtet, was mir sehr recht war).
      Kennt Ihr das auch? Also dass das Übel eigentlich eher von den Erwachsenen ausging?
    • Also ich wurde ganz klassisch von den Mitschülern gemobbt und fand das Schlimmste daran, dass meine Noten durch die Quälereien im Unterricht (Bewurf mit Papierkügelchen, Bespritzen mit Wasserpistolen, mir ständig von hinten ins Genick pusten, schubsen etc. alles während des Unterrichts) ziemlich in den Keller gerutscht sind.

      Das Getuschel und die Blicke der weiblichen Mitschüler waren auch ziemlich belastend. Da fühlt man sich wie Quasimodo persönlich.

      Prügel und Verfolgungsjagden in den Pausen haben mich da weniger gestört, daran gewöhnt man sich irgendwann.
      Aber ich frage mich schon was aus mir geworden wäre, wenn man mich in der Schulzeit einfach in Ruhe gelassen hätte oder die Lehrer mal ein Machtwort mit den Mitschülern gesprochen hätten anstatt stur und ignorant den Unterricht durchzuziehen.
      Mit besseren Noten bekommt man bessere Jobs und am Ende wird das ganze Leben dadurch besser. Durch eine schlechte Kindheit kann man sich wirklich langfristig so einiges versauen.

      Zusatz: Wie ich damit umgegangen bin:
      Ich habe einfach still mein Leid ertragen und versucht das Ganze bis zum bitteren Ende durchzuhalten ohne jemanden abzumurksen oder aufgrund schlechter Noten sitzenzubleiben. Hat auch geklappt. :)
      Das Leben ist eine Komödie für den Denkenden und eine Tragödie für die, welche fühlen.

      The post was edited 2 times, last by Ryu ().

    • Ich wurde auch in der Schule gemobbt. Allerdings muss ich da differenzieren.
      Nur ein einziges Mal wurde ich physisch zusammengeschlagen, und das war auch nur deshalb, weil ich in der siebten Klasse nach zwei Jahren verbalen Mobbings (Beleidigungen, Gerüchte, Lästereien, Lehrer gegen mich aufhetzen) schlichtweg die Beherrschung verloren und vorm Unterricht in der Klasse - während kein Lehrer im Raum war - zugeschlagen habe. Mir war damals stets klar, dass das eigentlich der falsche Weg war, doch als sah, wie der "Rädelsführer" der Läster-Bande am Boden lag und richtig aufgeheult hatte, tat das irgendwie gut. Ein schlechtes Gewissen hatte ich anfangs schon und es hat mich auch eine ganze Zeit beschäftigt, denn immerhin schlägt man keine anderen Menschen. Aber andererseits... Lästern und fiese Gerüchte streuen gehören sich normalerweise auch nicht... :nerved:

      Als ich dann 2007 umgezogen war und just in die achte Klasse der Realschule kam, besserte sich die Situation. Zumindest ein klein wenig, auch durch die andere Schule und wohl der anderen Gegend bedingt. Ich wurde nicht mehr offen beleidigt und Papierkügelchen und solche Dinge flogen auch nicht mehr in meine Richtung. Gelästert und gelacht haben die Schüler aber weiterhin, ganz besonders als dann nach einigen Monaten rauskam, dass ich mich sehr für das Mittelalter und die Eisenbahn interessiere. Das war dann natürlich Wasser auf die Mühlen (RW) der anderen Mitschüler und das ganze Elend ging in eine neue Runde. Es hat mich seelisch sehr fertig gemacht und mein Selbstbewusstsein hatte darunter massiv gelitten. (Und meine Schulnoten, aber das war damals erstaunlicherweise nicht meine größte Sorge...)
      Ein paar Monate danach hatte ich meine Diagnose erhalten. Lange hatte ich mit der Überlegung gehadert, den Schülern und Lehrern davon zu erzählen, zu sehr hatte Angst davor, wegen dieses Outings benachteiligt oder noch mehr ausgelacht zu werden. Letzteres trat aber nicht ein, zum Glück. Gebessert hatte sich die Situation allerdings auch nicht, auch wenn zumindest die Lehrer und der Sozialarbeiter an der Schule davon wussten. Wenigstens wurde es zwischen 2009 und 2010 immer weniger. Warum genau keine Ahnung, vielleicht weil die Mitschüler immer "reifer" wurden und erkannt haben, dass solches Mobbing nichts bringt. In der 10. Klasse wurde es dann erträglich. Die Abschlussprüfungen nahten und die meisten waren eher damit beschäftigt, ehemals schlechte Noten noch irgendwie möglichst aufzubessern, was mir zu gute kam. Und ich habe mich langsam "gewehrt".

      Wie ich die Lästereien und Ausgrenzungen ertragen habe... Keine Ahnung. Erst habe ich versucht, das alles zu ignorieren, was überhaupt nicht funktioniert hat. Dann habe ich es eine Zeit lang in mich reingefressen (2008 und 2009 vor allem rauslassen konnte ich das dann vor allem durch Radfahren und Computerspielen, kein Scherz), ehe ich dann zu Beginn der 10. Klasse deutlich mehr Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein hatte und so den anderen klargemacht habe, dass es doch meine Sache sei wofür ich mich interessiere und dass ich euch anderen ja auch akzeptiere. Das hat den anderen scheinbar so langsam die Augen geöffnet, denn danach hörte das ganze Elend relativ schlagartig auf. Im Gegenteil, danach kehrte sich die Situation gar ein wenig um, und ehemals Mitschüler die über meine Interessen gelästert haben wollten dann Dinge zum Thema Eisenbahn und noch mehr wissen. Meine Schulnoten besserten sich relativ plötzlich wie von Geisterhand und ich habe den Schulabschluss mit einem einigermaßen guten Schnitt erlangt.

      Mittlerweile kümmert mich solches Geläster über meine Person und meine Interessen nicht mehr sonderlich. Mir ist mittlerweile bewusst geworden und weiß das auch gedanklich, dass ich einzigartig bin und dass es auch in meinem Umfeld tatsächlich Leute gibt, die mich so mögen wie ich tatsächlich bin. Und das gibt mir sozusagen auch Kraft dafür, mich den Leuten gegenüber zu stellen und denen ins Gesicht zu sagen, was ich schon damals in der 10. Klasse meinen Mitschülern gesagt hatte.

      Gruß, Köf3
      Nichts beschleunigt Dich so sehr wie ein Linearmotor.
    • Ich würde in der Grundschule gemobbt. Angefangen haben damit 3 Jungs, später haben dann noch ein paar Lehrer und viele andere aus meiner damaligen Klasse mitgemacht. Ich wurde oft beleidigt und heruntergemacht, man hat meine Sachen geklaut und bei den Lehrern falsche Sachen über mich erzählt. Einige Lehrer fanden es auch sehr lustig mich zu beleidigen oder wegen meiner Interessen auszulachen, sie haben meiner Klasse dadurch auch viele neue Ausdrücke beigebracht.

      Ich erinnere mich noch gut daran das ich die Pause meist weinend unter meinem Schultisch verbracht habe, manchmal auch wenn wir raus mussten. Der Rest der Klasse stand dann um mich herum und hat mich ausgelacht.

      Geschlagen hat mich aber nie jemand.

      Was ich gemacht habe:
      Ich habe eigentlich nie jemanden davon erzählt. Meistens habe ich mich irgendwo versteckt oder bin weggelaufen. Später wurde es mir irgendwann vielleicht sogar "egal", da ich mich daran gewöhnt hatte. Ich habe mich nie gewehrt. Meinen Noten ging es sehr gut, ich hielt mich immer an die Klassenregeln, nur meine mündlichen Noten waren schlecht.


      Inzwischen duldet mich meine Klasse und ich wurde seit der 6 Klasse nicht mehr gemobbt.
    • Bei mir war es Beides. Mobbing durch Schüler und durch Lehrer. Über das Mobbing von Schülern hab ich in diesem Forum schon genug geschrieben, jetzt ist der Deutschlehrer mal dran.

      Mein Deutschlehrer mochte mich von Anfang an nicht, fing aber erst an, mich in der achten Klasse zu mobben. Ich war laut ihm asozial, stank und war sowieso strohdumm. Aufsätze von mir benotete er immer nur mit Fünfen und Hausaufgaben auch. Irgendwann machte ich einfach keine Hausaufgaben mehr. Wozu auch? Es gab ja eh nur schlechte Zensuren. Anfang der neunten Klasse klagte das Mädchen, die neben mir saß, dann über Kopfweh (sie hatte immer sehr schnell Kopfweh) und ehe sie sich versah, setzte der Deutschlehrer sie woanders hin. "Kein Wunder! Bei dem Gestank muss man ja Kopfweh bekommen!" war sein Kommentar. Den Protest meiner Klassenkameradin erstickte er im Keim. Ich stank ja auch gar nicht, denn zu dem Zeitpunkt hatte ich längst einen Waschzwang entwickelt und wusch mich sogar in den Pausen, weil ich Angst hatte, ich könnte sonst nach Schweiß riechen. Meine Zensuren rauschten durch das Mobbing in den Keller, ich hatte nur noch Fünfen. Mein Klassenlehrer meinte dann, ich solle besser auf die Hauptschule wechseln, statt das Jahr zu wiederholen, da ich sonst wieder den Deutschlehrer gehabt hätte (im schlimmsten Fall sogar als Klassenlehrer). Ein paar Tage später kamen dann während des Deutschunterrichts zwei Leute vom Gesundheitsamt. Sie wollten die Klasse auf Läuse untersuchen, da ein Lehrer (welcher das wohl war?) gemeldet hätte, dass es in der Klasse dauernd Läuse gäbe. Als ich an der Reihe war, grinste mein Deutschlehrer nur, aber ich hatte keine Läuse (ich hatte in meinem ganzen Leben noch nie Läuse), was er gar nicht glauben wollte. Die Frau vom Gesundheitsamt musste ihm dann sogar zeigen, dass ich keine Läuse hatte. Kurz bevor ich auf die Hauptschule wechselte, pfefferte er dann meine Federtasche aus dem Fenster, weil ich es während des Unterrichts gewagt hatte, eine neue Tintenpatrone in meinem Füller einzusetzen. Er schrie rum und meinte, ich solle doch gehen, wenn ich mich trauen würde. "Wissen sie was? Genau das werd ich jetzt auch tun!" sagte ich nur noch und packte meine Sachen. Damit hatte er nicht gerechnet und er hatte auch nicht damit gerechnet, dass ich direkt zum Rektor ging. Der erzählte mir dann, warum sie nichts gegen den Deutschlehrer machen konnten. Der Kerl hatte nämlich sehr gute Verbindungen direkt zum Bildungsminsterium und wenn der Rektor oder einer der anderen Lehrer was gegen den Deutschlehrer gesagt hätten, hätte er dafür gesorgt, dass sie aus dem Schuldienst geflogen wären (bis zu seiner Pensionierung vor ein paar Jahren konnte der Deutschlehrer an der Schule wirklich machen, was er wollte). Jedenfalls hat mich der Rektor dann für die letzten drei Wochen auf der Realschule vom Unterricht mit dem Deutschlehrer befreit. Und er hat dafür dank des Deutschlehrers prompt einen Rüffel von oben bekommen. Der fand es nämlich nicht witzig, dass der Rektor ihm damit sein "Opfer" weggenommen hatte. Ich war jedenfalls heilfroh, dass ich endlich meine Ruhe vor dem Deutschlehrer hatte.

      Heute würde ich mir sowas nicht mehr gefallen lassen. Heute würde ich den Spiess umdrehen. Wer meint, er könne mich mobben, der irrt sich gewaltig.
    • Nein, von Erwachsenen bzw. Lehrern habe ich nie Mobbing oder etwas dergleichen erfahren. Eigentlich muss ich sagen, dass ich mit ihnen meist besser zurecht kam als mit meinen Mitschülern.

      Nicht, dass ich meine Mitschüler nicht zu schätzen gewusst hätte, aber für mich war der Umgang mit ihnen aus gewissen Gründen einfach schwieriger, zumal ich ein paar wenigen von ihnen nach gewissen Vorfällen, die zwar kein direktes Mobbing waren, aber doch mehr oder weniger nah an der Grenze, nicht mehr so recht vertraute.

      Deshalb war ich oft meist lieber mit meinen Lehrern zusammen, auch bei Aktivitäten, die mehr oder weniger außerhalb der Schule stattfanden, wie Wandertage, Theatergruppen, der Abschlussball, etc.

      Und was ich noch zugeben muss, ist, dass ich jetzt, nachdem meine Schulzeit seit 2014 beendet ist und meine Ausbildung begonnen hat, manche Lehrer, zu denen ich auch privat eine sehr gute Beziehung hatte und die ich getrost mehr oder weniger als Freunde bezeichnen kann, mehr vermisse als so manche meiner Mitschüler (bis auf eine kleine Gruppe Mädchen, die besonders nach meinem Wechsel auf die Realschule bis zum Schluss immer für mich da war).
    • Ich bin mit meinen Mitschülern und Lehrern gut ausgekommen.

      Ein paar Tage später kamen dann während des Deutschunterrichts zwei Leute vom Gesundheitsamt. Sie wollten die Klasse auf Läuse untersuchen, da ein Lehrer (welcher das wohl war?) gemeldet hätte, dass es in der Klasse dauernd Läuse gäbe. Als ich an der Reihe war, grinste mein Deutschlehrer nur, aber ich hatte keine Läuse (ich hatte in meinem ganzen Leben noch nie Läuse), was er gar nicht glauben wollte. Die Frau vom Gesundheitsamt musste ihm dann sogar zeigen, dass ich keine Läuse hatte.
      8o

      @Windtänzerin darf ich fragen wie das mit deinem Waschzwang war? Hast du das damals wieder in den Griff bekommen?

      The post was edited 4 times, last by numb ().

    • Den Waschzwang hab ich zwangsweise wieder in den Griff bekommen müssen. Ich bin davon nämlich gegen die meisten Deos, Duschgels und so allergisch geworden. Gleiches gilt für Putz- und Waschmittel. Ich kann bis heute nur ein einziges Bioshampoo ab, bei allen Anderen kratz ich mir die Kopfhaut blutig, weil es so sehr juckt. Ich muss da schon sehr aufpassen, was ich kauf. :(
    • Bei mir waren es auch die Mitschüler, die mich gemobbt haben, weshalb ich bis heute Angst vor Jugendlichen habe und ihnen auf der Straße ausweiche.
      Ich kann mich aber auch an einen Deutschlehrer auf der Realschule erinnern, der mich zwar nicht gemobbt, aber auf unsanfte Art dazu gedrängt hat, mich mehr am Unterricht zu beteiligen.
      Zugegeben, ich wusste oft die Antwort, aber ich habe mich fast nie gemeldet, was ihn sehr verärgerte. Es war ihm unbegreiflich, warum ich mein Wissen immer nur für mich behalten hatte.
      Ansonsten fällt mir kein Erwachsener ein, der mich gemobbt hat.

      Es fällt mir nicht leicht, darüber zu schreiben, aber Folgendes ist meine "Mobbing-Geschichte":

      Grundschule
      In der Grundschule habe ich nur sehr wenige Erfahrungen mit Mobbing gemacht. In meinem Jahrgang wurde ich akzeptiert.
      Ab und zu wurde ich von jüngeren Schülern wegen meines Aussehens geärgert, was sich jedoch in Grenzen hielt.

      Gesamtschule
      Nach der Grundschule wechselte ich auf eine Gesamtschule, nicht wissend, dass dies die schlimmste Zeit meines Lebens werden würde.
      Die Beschimpfungen bezüglich meines Aussehens (Übergewicht) waren das Harmloseste.
      Niemand wollte neben mir sitzen. Wenn jemand doch neben mir sitzen musste, wurde der Stuhl weit von mir abgerückt.
      Mir wurden Gegenstände entwendet, die zwar nicht sehr wertvoll waren, (Schulhefte usw.) was die Sachlage jedoch nicht ändert.
      Die Mitschüler haben sie mir entrissen und in ihren Spinden eingeschlossen.
      Nur durch Bitten und Betteln und durch die Hilfe meiner Klassenlehrerin bekam ich meine Sachen zurück.
      Außerdem wurde ich ausgenutzt. Dazu muss ich jedoch weiter ausholen (RW).
      Es war so, dass es in dieser Schule Mittagessen gab, und für die Bezahlung gab es Essensmarken, die die Eltern vorher bezahlt hatten.
      Einige meiner Klassenkameradinnen kamen dann auf die Idee, mich nach Essensmarken zu fragen.
      Da ich, falls ich verneinen würde, weiteres Mobbing befürchtete, gab ich ihnen ein paar Marken.
      Mit Bargeld und Unterrichtsmaterialien (Patronen, Blätter) war es genauso.
      Das Allerschlimmste in dieser Zeit war, dass mich ein Mädchen in den Unterleib getreten hat.
      Meine Mutter ist daraufhin mit mir zum Arzt gefahren. Zum Glück bekam ich dadurch keine bleibenden gesundheitlichen Schäden.
      Einmal haben meine Eltern wegen des Mobbings mit der Direktorin ein Gespräch geführt. Das Einzige, was sie zu sagen hatte, war, dass ich selbst schuld sei, da ich mir es ja gefallen ließe.
      Auch die Lehrer schauten weg. Sie dachten, mit Händeschütteln und einem genuschelten, nicht ernst gemeinten "Entschuldigung" wäre die Sache erledigt gewesen.
      Am Ende des Schuljahres fuhr ich in eine Kur zum Abnehmen und zur allgemeinen Genesung. Dort gab es zwar eine Schule, aber ich entschied mich freiwillig dazu, das Schuljahr an einer anderen Schule, einer Realschule, zu wiederholen.

      Realschule
      Dort fühlte ich mich wesentlich wohler, zumindest innerhalb meiner Klasse. Auch hier waren es die jüngeren Schüler, die mich gemobbt haben.
      Einer davon rief mir 1000 Mal meinen Namen hinterher, wenn ich an ihm vorbeiging. Bei den Anderen waren es die üblichen Beschimpfungen wegen meines Aussehens.
      Während meiner Schulzeit kamen einige neue Schüler in meine Klasse, die mir lediglich sehr unsympathisch waren.

      Berufskolleg
      Hier fühlte ich mich generell unwohl, auch in der eigenen Klasse.
      Jetzt möchte ich nicht mehr so ins Detail gehen, aber am Ende bekam ich Zettelchen von den Jungen aus meiner Klasse während des Unterrichts, auf denen "Hey Süße, willst du mit mir ins Kino gehen?" und ähnliche Dinge geschrieben waren. Ich merkte vieles nicht, aber eines merkte ich: dass das nicht ernst gemeint sein konnte.
      Ich brach die Schule letztendlich ab. Das war längst nicht das Einzige, das mir passiert ist, sondern es war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. (RW)
      Ich hatte ja dennoch einen Schulabschluss.

      Das war es im Großen und Ganzen. Ich hoffe, dass niemand von euch solche Erfahrungen machen musste.

      The post was edited 2 times, last by Parvati ().

    • Von Erwachsenen bzw. Lehrern wurde ich so gut wie nie gemobbt. Eher war das Gegenteil der Fall und sie nahmen mich in Schutz, weshalb ich manchen sehr dankbar im Nachhinein bin. Durch Mitschüler wurde ich jahrelang gemobbt, von der Grundschule bis 2 Jahre vor dem Abschluss. Da es jedoch auch manche Lehrer gab, die da wegsahen, könnte man höchstens das als Mobbing von Erwachsenen bezeichnen.
    • Vielen Dank an Euch, dass Ihr Eure Geschichten erzählt! Ich bin teilweise echt entsetzt darüber, welche Gemeinheiten manche aushalten mussten.
      Ich hatte "Glück" was das physische anbelangt: ich wurde nie geschlagen. ok, fast nie: mein Grundschullehrer in der 3. Klasse bestrafte mich gerne, indem ich die Finger auf die Tischplatte legen musste und er mit dem Lineal darauf schlug. Das brannte zwar wie die Hölle (RW), aber das würde ich jetzt nicht als direktes verprügeln einordnen.
      Ansonsten lief meine Mobbing-Geschichte auf der psychischen Ebene ab: im Kindergarten ging es los mit Kleinigkeiten, die Erzieher haben sich über mich lustig gemacht oder sie haben mich gezwungen, Spiele mitzuspielen, die ich nicht wollte. Wenn ich mich trotzdem geweigert habe, musste ich draussen auf der Bank im Flur sitzen, bis ich mich beruhigt habe (ich saß immer bis zum Ende des Tages dort). Die Kinder aller Gruppen mussten immer an mir vorbei, wenn sie auf Toilette wollten etc. und lachten mich aus. Die Bank war als "Bank der Schande" bekannt. Oder am Namenstag, da bekamen alle Kinder einen Lutscher geschenkt, nur ich nicht (offizielle Begründung war, dass ich die einzige Evangelische dort war). Das waren aber alles noch Kleinigkeiten.
      In der Grundschule dann der besagte Lehrer, der auch das mit dem Lineal gemacht hat. Der hatte auch andere "lustige" (Ironie) Spiele zB in Mathe, wo er mich gemeinsam mit 3 anderen Kindern immer wieder psychisch quälte und uns oft die Hälfte der Stunde vor der Klasse beschämte. Dieser Lehrer unterstellte mir auch regelmäßig, ich würde lügen usw. und er war richtig kreativ, beim Ausdenken neuer Hänseleien.
      Im Gymnasium ging es dann weiter. Ich wurde von Lehrern gedemütigt, vorgeführt, sie warfen mein Federmäppchen aus dem Fenster, einer zerriss mein Heft, andere hänselten mich wegen meines Aussehens und wieder ein anderer fand es lustig, meinen Fahrradhelm vorne auf den Tisch zu stellen und danach quer durch die Klasse zu treten. (Wobei man sagen muss, dass zu diesem Zeitpunkt auf dem gesamten Gymnasium nur meine Schwester und ich einen Helm anziehen mussten. Das waren diese hässlichen neongelb und neonpinken Styroporteile. Das war sowieso schon peinlich genug). Die meisten Lehrer hielten mich für faul und meinten, sie müssten mich nur richtig motivieren - indem sie mich vor der Klasse demütigten und mir damit die Chance gaben (Ironie) der Klasse mal zu zeigen, was ich kann. Wie bei diesen Fitness-Bootcamps: man wird angebrüllt und das weckt Motivation. Nur dass es mich nicht motivierte, sondern verstummen ließ. Ich begriff auch einfach nicht, warum mir das passierte, ich tat ja niemandem was.

      Wie ich damit umging: ich fraß alles in mich rein (RW), ich wurde immer stiller und versuchte, unsichtbar zu sein und keine Angriffsfläche zu bieten. Meine Noten waren schlecht, ich konnte unter diesem Druck nicht mehr denken und sobald ich ausgefragt wurde und ich im Mittelpunkt stand, auch nicht mehr reden. Irgendwann entdeckte ich, dass ich unauffälliger bin, wenn ich lüge - also dachte ich mir irgendwelche interessanten Geschichten aus, wenn mich jemand ansprach. (allerdings verhedderte ich mich in den Geschichten, zum lügen bin ich nicht gemacht) Dann fing ich an mich selbst zu verletzen - ab da wurde ich von den Lehrern anders wahrgenommen, sie merkten wohl, dass ich auch Gefühle habe. Gebracht hat es mir nichts, erst kursierten neue Gerüchte über mich, dann wurde das Jugendamt mit reingezogen, auf einmal war ich für alle ein Borderliner und schon in einer Klinik. Dort log ich dann weiter, weil meine Wahrheit niemand hören wollte. Also passte ich mich auch dort an, machte, was man von mir erwartete, suchte die Schuld weiterhin bei mir - schließlich war ja nur ich so seltsam. Dann brach ich das Gymnasium ab, wechselte die Schule, war zwei Wochen in einem anderen Gymnasium, wo bekannt wurde, dass ich in einer Klinik war. Ab diesem Zeitpunkt fingen die Hänseleien wieder an. Dann brach ich das Gymnasium endgültig ab, machte zwei Jahre einige Praktika und holte auf der FOS meinen Abschluss nach. Ab dort ging es dann langsam bergauf, ich war immer noch Sonderling, aber ich war auch 4 Jahre älter als die anderen, insofern ließ man mich in Ruhe.

      Während des Studiums hatte ich dann eine Freundin, die mir sehr wichtig wurde und auch bei allem beistand. Sie akzeptierte mich einfach so, wie ich bin. Ab diesem Zeitpunkt kam ich glücklicherweise auch immer mehr mit Menschen zusammen, die mich mochten und akzeptierten. Wobei ich zugeben muss, dass von denen niemand mich so richtig wirklich kennt, jeder kennt nur meine angepasste Version. Ich weiß inzwischen, was von mir erwartet wird und welche Seite von mir ich wo zeigen darf und welche ich zurückhalte.
    • Diese Erfahrungen decken sich überhaupt nicht mit meiner Erlebniswelt. Ich kenne keine Lehrer, die solche Dinge gemacht hätten, wie offen und wiederholt ein Kind hänseln, sich lustig machen oder ein Heft zerreißen.
      Der einzige gestörte Lehrer, den ich mal hatte, wurde nach einiger Zeit zwangspensioniert.
      Ansonsten habe ich mit Lehrern überwiegend gute Erfahrungen gemacht. Die waren nett zu mir, und wenn ich nicht so zurückhaltend und verschlossen gewesen wäre, hätte ich vielleicht mit dem ein oder anderen besser in Kontakt kommen können. Ich habe aber nie mehr als absolut notwendig mit ihnen gesprochen. Sicher waren nicht alle gute Pädagogen, es waren Typen mit seltsamen Eigenarten dabei, aber keiner, der ein Kind offen gemobbt hätte, auch keine anderen Kinder in der Klasse.

      In der Klasse hatte ich meistens eine Freundin, von der übrigen Klassengemeinschaft war ich isoliert und hatte eine Außenseiterposition, wurde aber nicht aktiv gemobbt. Dass ich Außenseiter war, lag daran, dass ich eben mit den anderen nichts anfangen konnte, und die anderen mit mir auch nicht, aber ich habe immer mal wieder erlebt, dass jemand nett zu mir war, und auch da hätte ich wahrscheinlich mehr Kontakt bekommen können, wenn ich gewusst hätte, wie man sich richtig mit anderen unterhält.
      Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
      (Howard Zinn)
    • pixelschubserin wrote:


      Ich hatte "Glück" was das physische anbelangt: ich wurde nie geschlagen. ok, fast nie: mein Grundschullehrer in der 3. Klasse bestrafte mich gerne, indem ich die Finger auf die Tischplatte legen musste und er mit dem Lineal darauf schlug. Das brannte zwar wie die Hölle (RW), aber das würde ich jetzt nicht als direktes verprügeln einordnen.


      Ist aber auch eine Form von Prügel. Immerhin hat er Dir Schmerzen zugefügt.

      Im ersten Schuljahr hatte ich auch noch so einen Lehrer, der die Kinder sogar mit einem Stock verhauen hat. Da das aber nicht so weh tat wie die Prügel von meinem Vater, hat es mir nichts ausgemacht - und daher "kam dieser Lehrer bei mir damit auch nicht durch" (RW).
      Ab dem 2. Schuljahr war das dann verboten, wie dieser Lehrer sagte.

      Direktes Mobbing durch Lehrer...hm, gab es nur in Ausnahmefällen. Und da es das Wort "Mobbing" damals auch noch gar nicht gab, konnte ich diese Dinge eh nicht einordnen und habe sie wohl oft gar nicht als das wahrgenommen, was sie sein sollten. Allenfalls war es entweder "ärgern" oder "verkloppen" durch Mitschüler, oder seltsam ungerechtes oder unverständliches Verhalten von Lehrern. Ebenso zu Hause: Entweder Prügel vom Vater, oder komische Bemerkungen, mit denen ich nichts anfangen konnte.
      Wenn ich heute darüber nachdenke, könnte einiges tatsächlich Mobbing durch Lehrer gewesen sein. So beispielsweise der Umstand, daß andere Schüler mich in der Grundschule auch während der Pausen verprügeln konnten. Erst vor ein paar Jahren, als mich jemand fragte, ob es da keine Pausenaufsicht gegeben hätte, fiel mir auf, daß die sich nicht darum gekümmert hatte :roll: . Dafür durfte ich aber einmal in einer Pause nicht raus, weil ich in der Pause davor ein kleines Stöckchen (vielleicht 10 cm lang) hochgeworfen und wieder aufgefangen hatte. Einmal kriegte ich es nicht, und es fiel einem Mädchen auf den Kopf. Ist nichts passiert, die hat sich nur ein wenig erschrocken, aber ich bekam diese Strafe, die ich als völlig ungerecht empfand. Immerhin war es nur ein Versehen gewesen, was ich auch erklärte.
      Naja, ich habe den Lehrer dann damit bestraft, daß ich in seiner nächsten Stunde nur aus dem Fenster sah und ihn komplett ignorierte. Ich reagierte nicht mal, als er mich aufrief :d .
      Meine Schultasche ausgekippt hat auch mal ein Lehrer, weil ich da Bücher drinhatte, die ich an dem Tag nicht brauchte. Ich sollte jeden Tag die Tasche extra packen. Hatte ich aber nicht gemacht, aus Angst, etwas zu vergessen. Prompt vergaß ich ein paar Tage später mein Hausaufgabenheft. Wir hatten an dem Tag zwei verschiedene Fächer bei dem Lehrer, und nachdem ich ihm in der ersten Stunde schon gesagt hatte, daß ich mein Heft zu Hause liegenlassen hatte, nachm er mich in der zweiten Stund extra gleich dran - ich sollte meine Hausaufgabe vorlesen.
      Heute würde ich in so einem Fall einfach nach Hause gehen und das Heft holen, aber damals war ich einfach nur ratlos. Er wußte doch, daß ich das Heft nicht hatte :nerved: .
      Auf dem Gymnasium gab es nur einen Lehrer in der Unterstufe, der mich aber wirklich gemobbt hat. Bio hatten wir bei dem, der hat mich immer durch unsinnige Zwischenfragen aus dem Konzept gebracht und der Klasse unwahre Geschichten über mich erzählt. Und natürlich bekam ich immer eine 5, egal was ich machte. Einmal hatte ich einen wirklich guten Vortrag über irgendeinen Vogel gehalten und bekam dafür dann "mit viel Wohlwollen eine 4 minus minus..." :x .
      Glücklicherweise hatte dieser Lehrer den seltsamen Tick, grundsätzlich keine Sechsen zu geben. Deshalb habe ich ihn ab diesem Tag einfach ignoriert und dann eben meine 5 in Bio abgeholt (die ich einfach als ungültig betrachtete). Schelte und Schläge meines Vaters zu ignorieren, hatte ich schon früher gelernt. Bzw. ich fing in dem Alter so langsam an, zurückzuschlagen, hab ihm sogar einmal die Brille zerdeppert :d (er meine aber leider auch, naja, mußte er bezahlen, ich hatte ja kein Geld). Als wir einen anderen Lehrer bekamen, hatte ich in dem Fach sofort eine 3 und danach immer eine 2.

      Ab der Mittelstufe hörten dann Ärgereien durch Klassenkameraden so ziemlich auf, einige hielt ich damals sogar für so eine Art Freunde. Ob sie das wirklich waren...hm...immerhin wurden an meinem Fahrrad doch immer wieder mal Sattel oder Klingel abmontiert und mir dann feierlich kurz vor Beginn der letzten Stunde übergeben :roll: . Aber das war alles nicht so schlimm wie auf der Grundschule. Da wollten mich zwei Jungs sogar mal aufhängen. Bin denen aber entwischt, weil ich einfach durch die Hecke am nebenan gelegenen Schrebergarten gebrochen bin. Die Bresche wurde dann noch jahrelang als inoffizieller Eingang dort benutzt.

      Außerhalb der Schule zog sich das Mobbing aber, wenn auch in geringerem Maße, weiter hin. Es gab zwar immer seltener Schläge, aber dafür wurde laut gerufen oder auch gesungen: "Wolkenfrosch ist homosexuell" wenn ich an denen vorbeiging, wohl weil ich der einzige in der Gegend war, der auch mit 18 noch keine Freundin hatte :( . Übrigens machte mein Vater deswegen auch gelegentlich entsprechende Witze über mich. Ich hätte aber eigentlich gerne eine Freundin gehabt, ich wußte nur nicht, wie man es anstellt, eine zu kriegen :(
      Diese Signatur wurde autistomatisch erstellt und ist ohne Unterschrift gültig :m(:

      The post was edited 1 time, last by Wolkenfrosch ().