Autistenfreundliche psychiatrische Klinik (am besten in RLP, Hessen oder BW)

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    • Habe gerade gesehen, dass der Artikel im Spoiler nicht lesbar ist; Kurzfassung hier, wieder im Spoiler:

      Display Spoiler
      Es geht darin darum, dass sich eine Frau das Leben genommen hat während eines Aufenthaltes in der Psychiatrie im Ausgang. Der Vater zog deshalb vor Gericht und das Verfahren ging über verschiedene Instanzen. Soweit ich mich erinnere - ich las den Artikel in der Papierfassung - wurden am Schluss Mitarbeitende des entsprechenden Klinikums verurteilt; sie hätten vor dem Ausgang nicht intensiv genug nach Suizidalität gefragt und Ereignissen vor dem Ausgang nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt bzw. diese falsch eingeordnet. - Wohlgemerkt hatte die Frau eine Psychose, aber ich denke das ist nicht so bedeutsam bezüglich der juristischen Lage.
      Surprised by the joy of life.
    • Was mir noch einfällt: Möglicherweise wird durch die Coronasituationen gerade sowieso wieder die soziale Interaktion in Psychiatrien reduziert.

      Außerdem: Dass, was der Volksmund (RW) einst "Gummizelle" nannte, wird heute wohl "Weichzelle" oder "Kriseninterventionsraum" genannt. Danach könnte man Möglicherweise direkt fragen (Vorhandensein und ob eine im Vorfeld abgesprochene Nutzung möglich wäre), denn diese Räume gehören wohl (sehr kurze Recherche deshalb liege möglicherweise falsch) nicht mehr zum Standard einer (jeden) Psychiatrie.
      "Auf der Metaebene lässt sich Abstand gewinnen zum Geschehen. [...] Und dabei zeigt sich, dass es andere Perspektiven, andere Erlebensweisen und viel mehr Möglichkeiten für Lösungen gibt, als sich der Mensch in seiner alten kleinen Welt hatte träumen lassen." (Brit Wilczek)
    • @Schwarze Katze Hast du schon mal über eine TK nachgedacht, oder ist das in deiner Situation nicht ausreichend. Ich mache gerade sehr gute Erfahrungen in HH Ochsenzoll. Die sind auch nur bedingt kompetent in Sachen Autismus, aber ich bin ja wegen meiner Depression dort. Trotz dessen nimmt man Rücksicht auf meine speziellen Bedürfnisse. Und das übliche Geschwafel, wie schaff dir ein Hobby an, oder mehr soziale Kontakte, wird dort auch nicht propagiert, wenn es für einen persönlich nicht passt. Tagesklinik ist auf jeden Fall etwas stressfreier als stationär.
      Das Leben ist zu komplex um eine festgelegte Meinung zu haben.
    • @Shenya Das "Was kann ich für Sie tun?"-Spiel ist mit der Psychiaterin. Die Verabredung war ursprünglich, dass ich brav hingehe (Compliance) und sie ihren Eintrag schreibt. (Und mich ansonsten in Ruhe lässt, denn sie kann nichts tun.) Das war jetzt tatsächlich der Auslöser, warum es mir so mies geht.

      In der Klinik bekommt man den Wochenplan (oder einen von zweien, wenn die Stationsgruppe für z.B. Sport und Ergotherapie geteilt wird) und der Erkrankung gemäßig die entsprechenden Medikamente. Dann hat man das schön abzuarbeiten und alles wird besser. :nerved: Wenn's nicht besser wird, hat man sich nicht genug angestrengt oder die Medikamentendosis war zu niedrig.
      Mit (Einzelgesprächs-)Therapie ist da wenig. Die gab's nur auf der Station für Psychosomatik und Gesprächstherapie, war zweimal eine viertel oder eine halbe Stunde in der Woche und zusätzlich wurde dann noch Organisatorisches abgehandelt. In der Hinsicht bringt eine ambulante Gesprächstherapie deutlich mehr. Ansonsten ist alles in Gruppen. Ansonsten: Sport, Ergotherapie, irgendeine Art von Entspannungsübung, Psychoedukation, gemeinsames Decken und Abdecken der Tische, gemeinsames Putzen der Küche und des Essensraums, gemeinsames Einkaufen fürs Backen, gemeinsames Kuchenbacken, Kaffeerunde mit Pflegern und Therapeuten. Mit Glück und Einschlafproblemen kann man sich einen halbstündigen Slot für die Badewanne (unabgeschlossener Raum) mit Aroma-Bad sichern.
      Ich hab den Mist über Wochen versucht mitzumachen. Schön reflektierte Tagesberichte geschrieben, versucht mich in die Gruppe einzufügen, mit einer des Backens unkundigen Person Muffins gebacken, ... und drauf gehofft, dass ich Samstags nach Hause kann. Endlich mal schlafen, ohne bei jedem Kontrollgang der Pfleger senkrecht im Bett sitze und einfach mal keine ständige Überwachung haben. Ich hab's sogar schriftlich im Abschlussbericht, dass sich mein Zustand während des einen Aufenthalts deutlich verschlechtert hat. Gebracht hat mir das außer +16 Kilo und damit Adipositas nichts. Das will ich nicht noch mal.

      Grundsätzlich brauche ich Hilfe bei der Wohnungssuche (aktuelle Wohnung zu teuer und zu groß, und der schreiende Nachbar zerrt seit über anderthalb Jahren an meinen Nerven) und beim Umgang mit der Grundsicherungsstelle. Nur wird mir da die Hilfe, die ich brauche verweigert. (Die würde anderen ja nicht helfen und ich könnte mich ja daran gewöhnen! - Aber das ist ein anderes Thema.) Ich hab mich da aufgerieben und kann einfach nicht mehr. Ich hab alles an Energie verbraucht, was ich hatte. Jetzt "laufe" ich hin und wieder für kurze Zeit mit Rage und ansonsten starre ich die Wand an. Bilchen ausmalen in der Ergotherapie hilft da auch nur bedingt weiter.

      Kayt wrote:

      1. Hast du irgendeinen Freund/Vertrauten, der dir 48 Stunden helfen könnte/würde?(2. Hast du Notfallmedikamente/ ezwas zur Beruhigung verfügbar?)
      Wenn ja:
      3. Besteht die Möglichkeit, dass du zu Hause (mit Hilfe des Freundes) einen Raum soweit leer räumen kannst bis auf Matratze, Kissen, Decke und dort die von dir genannten 48 Stunden deinen Schmerz rauslassen kannst mit dem Freund in der Nähe für Eventualitäten?

      Vielleicht wäre das ein möglicher Zwischenschritt, bevor du dich in der Lage siehst, eine psychiatrische Station aufzusuchen?
      1. Nein 2. Irgendeinen Dreck, der mich groggy macht, aber die Gefühle und Gedanken nicht ändert. 3. Ist mir zu riskant, dass ich dann doch irgendwas an Wand oder eine Person erwische.
      Wenn ich jetzt diese Situation wieder mit irgenwelchen "Hausmittelchen" behandle, sieht wieder keiner, wie dreckig es mir geht, und das ich tatsächlich einen Hilfebedarf habe.

      @Back Tagesklinik war ich. Hat man mich dann auf Station verfrachtet - s.o. - und unter Druck gesetzt, dass ich nicht zurück in die Tagesklinik kann, wenn ich mich selbst entlasse. Ich hab auch da keine Hilfe bekommen. Zwar war dann nur ein Teil des Tages weg, aber es gab da einfach nichts zu tun in der "Arbeits"therapie. Das lief dann auf Stunden mit Leuten doof rumsitzen raus.

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    • @Surprised Das mit den Haftungsgründen ist mir klar. Es ist aber lächerlich, wenn man jemanden regelmäßig für anderthalb Tage raus lässt, Terz zu machen, wenn derjenige in der therapiefreien Zeit duscht und um die Zeit bittet sich fertig abzuwaschen und evt. sogar abzutrockenen. (Oder auf dem Klo sitzt. Beides tatsächlich passiert.) Ich hab auch versucht auszuhandeln, dass ich für eine bestimmte Zeit Joggen gehen darf - das eine mal auch nur auf dem Klinik-Gelände. Anzeichen für "Selbstgefährdung" gab's keine. Für Fremdgefährung schon, die waren aber egal. - Wahrscheinlich wird da die Klinik oder das Personal nicht haftbar gemacht.

      Zum Thema Selbstgefährdung...
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      Ich finde es verlogen, dass Leute unbedingt weiterleben sollen, wenn es für sie nur noch eine Qual ist und es keine Aussicht auf Besserung sondern nur noch auf Verschlechterung gibt. Zumal, wenn man die Leute erst staatlich kaputt "fordert" und die Rufe nach konkreten Hilfemaßnahmen vorher ignoriert. Aber das ist ein anderes Thema. Warum muss jemand, der die Gemeinschaft Geld kostet, zukünftig kosten wird und nicht mehr leben will unbedingt dazu gezwungen werden?
    • Schwarze Katze wrote:

      Anzeichen für "Selbstgefährdung" gab's keine. Für Fremdgefährung schon, die waren aber egal. - Wahrscheinlich wird da die Klinik oder das Personal nicht haftbar gemacht
      Das glaube ich nicht. Denk mal an die großen Schulddebatten, die stattfinden, wenn jemand aus der Forensischen (wieder) fremdgefährdend wurde. Ich gehe davon aus, dass auch in einer "normalen" Psychiatrie sehr wohl darauf geachtet werden muss, ob eine andere Person möglicherweise durch einen Patienten geschädigt wird.

      Was die Selbstgefährdung betrifft: Ich denke auch, dass zum Recht auf Leben ebenso das Recht auf den eigenen Tod gehört. Nur sollte man sich dafür keine Psychiatrie aussuchen. Wenn man sich selbst einweist, dann demonstriert man damit wohl, dass man nicht sterben will und davon auch angehalten werden will. Ich will jetzt nicht über Fremdeinweisungen sprechen.

      Nichtsdestotrotz kann ich dein Problem mit der "totalen Überwachung" gut verstehen. Ich war für vier Tage auf einer offenen Station, wie ich glaubte, bzw mir im Vorfeld gesagt wurde, für eine Autismusdiagnostik. Dort wurde nachts auch alle zwei Stunden die Tür geöffnet und kontrolliert, dass man noch lebt. In den 4 Nächten habe ich zusammenaddiert max. 4 Stunden geschlafen. Ich war völlig fertig durch den Aufenthalt und ich war selten zuvor in meinem Leben in so einer miesen Verfassung wie nach diesen 4,5 Tagen.
      "Auf der Metaebene lässt sich Abstand gewinnen zum Geschehen. [...] Und dabei zeigt sich, dass es andere Perspektiven, andere Erlebensweisen und viel mehr Möglichkeiten für Lösungen gibt, als sich der Mensch in seiner alten kleinen Welt hatte träumen lassen." (Brit Wilczek)

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    • Kayt wrote:

      Was die Selbstgefährdung betrifft: Ich denke auch, dass zum Recht auf Leben ebenso das Recht auf den eigenen Tod gehört. Nur sollte man sich dafür keine Psychiatrie aussuchen. Wenn man sich selbst einweist, dann demonstriert man damit wohl, dass man nicht sterben will und davon auch angehalten werden will. Ich will jetzt nicht über Fremdeineeisungen sprechen.
      Sehe ich auch so. Deswegen kann ich es auch nicht nachvollziehen, dass man die Leute dann zermürbt. Vor allem, wenn sie da völlig offen kommunizieren, wie es ihnen geht und das sie das so sehen.

      Kayt wrote:

      Nichtsdestotrotz kann ich dein Problem mit der "totalen Überwachung" gut verstehen. Ich war für vier Tage auf einer offenen Station, wie ich glaubte, bzw mir im Vorfeld gesagt wurde, für eine Autismusdiagnostik. Dort wurde nachts auch alle zwei Stunden die Tür geöffnet und kontrolliert, dass man noch lebt. In den 4 Nächten habe ich zusammenaddiert max. 4 Stunden geschlafen. Ich war völlig fertig durch den Aufenthalt und ich war selten zuvor in meinem Leben in so einer miesen Verfassung wie nsch diesen 4,5 Tagen.
      Mir ging's auch so. Ich hab's nach den ersten Tagen angesprochen, und um etwas gebeten, mit dem ich ein- und durchschlafen kann. Wurde dann zwar aufgeschrieben, aber die Pflege wollte es dann nicht rausrücken. Ich sollte dann noch bis mindestens 23 oder 24 Uhr warten, ob ich auch wirklich nicht einschlafen kann.

      Achso, man hat sich beschwert, ich soll nicht aggressiv auf Leute reagieren, die mich nicht in Ruhe lassen, sonst müsste man mich rausschmeißen. Das war's zum Thema Fremdgefährung.

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    • Schwarze Katze wrote:

      Grundsätzlich brauche ich Hilfe bei der Wohnungssuche (aktuelle Wohnung zu teuer und zu groß, und der schreiende Nachbar zerrt seit über anderthalb Jahren an meinen Nerven) und beim Umgang mit der Grundsicherungsstelle.
      Wie ist das bei dir mit Eingliederungshilfe? Hast du das schon versucht? Ich meine ambulant betreutes Wohnen. Eventuell könntest du da Hilfe bei der Wohnungssuche und beim Umzug bekommen, und auch sonst bei Behördenangelegenheiten usw.
      Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
      (Howard Zinn)
    • In der Uniklinik Freiburg gibt es einige Personen, die sich gut mit Autismus auskennen. Ich höre von dort auch regelmäßig den Podcast "jung- und freudlos" und habe den Eindruck, dass es dort engagierte und am menschenwohlorientierte Mitarbeiter gibt.

      Vielleicht könnte eine offene Station dort ein Anlaufpunkt (RW) sein?
      "Auf der Metaebene lässt sich Abstand gewinnen zum Geschehen. [...] Und dabei zeigt sich, dass es andere Perspektiven, andere Erlebensweisen und viel mehr Möglichkeiten für Lösungen gibt, als sich der Mensch in seiner alten kleinen Welt hatte träumen lassen." (Brit Wilczek)
    • Schwarze Katze wrote:

      Die Integrationshilfe hilft nicht, sie blockiert.
      Okay, das ist blöd, wenn es nicht richtig läuft. Kommst du denn mit der Sozialarbeiterin ansonsten menschlich gut zurecht, mal abgesehen davon, dass ein paar Sachen nicht geklappt haben?
      Ich finde, das ist sehr wichtig. Ich habe einen Ehrenamtlichen, der mich unterstützt, und mit ihm hat es menschlich von Anfang an gut funktioniert, d.h. ich kann ihn einfach gut leiden. Wenn mal etwas nicht so gut funktioniert, dann kann ich darüber hinwegsehen, weil ich ihn mag.

      Wenn es aber mit der Sozialarbeiterin gar nicht klappt, kann es sich schon lohnen, es bei einem anderen Träger zu versuchen. Das ist dann auch nicht mehr ganz so schwer, wenn die Eingliederungshilfe grundsätzlich schon bewilligt ist. Dann geht es nur noch darum, einen anderen Träger zu finden und Kontakt aufzunehmen. Der neue Träger kann dann alles Weitere regeln.

      Ansonsten bliebe als andere Möglichkeit noch eine gesetzliche Betreuung, die den Schriftverkehr und Behördenkontakte übernehmen kann. Aber die bietet sonst keine praktische Hilfe im Alltag. Eine gesetzliche Betreuung kann jeder selbst beantragen, der bestimmte Bereiche seines Lebens nicht selbst regeln kann. Man kann selbst bestimmen, für welche Bereiche man die Betreuung will, und man kann sie auch wieder beenden, wenn man sie nicht mehr möchte (es sei denn, man wäre ganz offensichtlich nicht geschäftsfähig wie z.B. bei fortgeschrittener Demenz oder bei schwerer Schizophrenie).

      Für den schreienden Nachbarn kann ich nur Gehörschutz empfehlen. Ich halte mich in meiner Wohnung auch nur mit Ohrstöpseln oder Kopfhörer auf, anders geht das im Moment nicht (eigentlich schon einige Jahre und zwei Umzüge später).
      Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
      (Howard Zinn)
    • Meine Gedanken bezüglich der Wohnungssuche/ der Sozialatbeiterin:
      1. Kannst du deine Probleme bei der Suche konkretisieren und die Schritte benennen, die du nicht allein schaffst? Kannst du (für) Kriterien für die neue Wohnung benennen und ggf. schriftlich dem Helfer kommunizieren?
      2. Kannst du ein Budget bekommen und davon selbst jemanden aussuchen und dabon bezahlen? Vielleicht könntest du über die nächste Uni (Studiengang Soziale Arbeit ö. ä. jemanden als stundenweise Honorarkraft finden, der bereit wäre, dich in genau den von dir kommunizierten Punkten so zu unterstützen wie du es für dich zurzeit brauchst, um wieder Boden unter den Füßen (RW) zu bekommen.
      "Auf der Metaebene lässt sich Abstand gewinnen zum Geschehen. [...] Und dabei zeigt sich, dass es andere Perspektiven, andere Erlebensweisen und viel mehr Möglichkeiten für Lösungen gibt, als sich der Mensch in seiner alten kleinen Welt hatte träumen lassen." (Brit Wilczek)
    • @Kayt
      1. Hatte ich gemacht - und der Sozialarbeiterin mitgeteilt bzw. gegeben. Deswegen bin ich ja so unglaublich angepisst: Das einzige, was ich tatsächlich noch mehr machen könnte, wäre ein Skript zu schreiben und auszudrucken und die Telefonnummern zu wählen
      2. Wäre eine bessere Lösung gewesen. Ich hab dafür aber keine Kraft mehr. Die müsste ich erst suchen und finden.