Autismusfreundliche Arztpraxis

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    • Meine Traum-Arztpraxis hat leider letzten Monat zugemacht. Jetzt beginnt wieder die nervige Sucherei :nerved:

      Traumhaft war sie, weil
      - ich für einen Termin nicht anrufen musste, ich konnte einfach hin fahren
      - es dort immer relativ ruhig war, meist war ich alleine im Wartezimmer oder mit 1-2 anderen Patienten
      - dort wenig Personal angestellt war (1 Arzt, 2 Helferinnen)
      - immer wenig los war und somit die Wartezeiten entsprechend kurz waren und
      - der Arzt so die Möglichkeit hatte meine Fragen detailliert zu beantworten.

      Ich habe mich dort wirklich wohl gefühlt und es hat mich nicht so gestresst dort zu sein, wie in anderen Praxen.

      Wie eine Arztpraxis auf keinen Fall sein sollte:
      - volles Wartezimmer
      - man muss mehrfach versuchen anzurufen, um einen Termin zu bekommen
      - kurz angebundener Arzt und Helfer
      - stressig und hektisch
      "Etwas ist nicht recht, weil es Gesetz ist, sondern es muss Gesetz sein, weil es recht ist." Charles de Montesquieu
    • @Wilwarins Vorstoß und @MangoMambos weitere Vorschläge finde ich sehr sinnvoll.

      Einen Punkt möchte ich noch ergänzen:
      Auch die Anweisungen/Erläuterungen des Arztes sollten eindeutig , klar und nicht zu lang sein. Mehrere kurze Sätze sind besser als zu lang(atmige) Erklärungen.


      Was @Lumiya schreibt :thumbup: , gilt eigentlich für alle PatientInnen, ob mit ASS oder ohne.

      Natürlich wissen wir alle (oder die meisten), dass nicht alle Wünsche 1:1 übernommen und umgesetzt werden können.
      Aber wie schon gesagt, man sollte die Vorschläge bündeln und schauen, was geht.
      Macht ist das Spielzeug der Reichen, das sie mit niemandem teilen (Muriel Barbery, "Die Eleganz des Igels")
    • Hallo,
      ich brauche eigentlich nicht viel. Mir würde es reichen wenn ich die Möglichkeit hätte dass ich Termine online bekommen kann. Und dass ich da die Möglichkeit habe "akut" oder "hat Zeit" anzugeben. Und dass ich am Tresen in einer Praxis nichts disktutieren und besprechen muss. Ich brauche EINEN Ansprechpartner (also EINEN Arzt....). Ganz perfekt ist es wenn ich auch schriftliche Berichte bekommen kann und Überweisungen. Konkret formulierte, so wie ich es brauche. Ich benötige Ehrlichkeit. Wenn die Kasse etwas nicht bezahlt, dann möchte ich genau DAS wissen und nicht "das benötigen Sie nicht unbedingt". Ich möchte mir nichts zusammenreimen, ich möchte Fakten (auch meine Erkrankungen betreffend). Am Allertollsten ist eine Handynummer des Arztes, sodass ich jederzeit schreiben kann wenn ich ein akutes gesundheitliches Problem habe, oder eine Frage die ich nicht anders kommunizieren kann. Ich habe dieses unfassbare Glück, aber neue Ärzte kann ich nicht nach ihrer Handynummer fragen, viele fühlen sich wohl "belästigt/bedroht". Ich habe das aber genau einmal genutzt im letzten Jahrzehnt ;-)....da muss man keine Angst haben. Aber dieses Angebot ist selten. Es kann auch eine private Emailadresse sein (die regelmässig gelesen wird), die NICHT am Tresen bei "irgendjemandem" landen. Ich warte gerne VOR einer Praxis, da war ich früher immer allein. Seit Corona leider nicht mehr (ich brauche neue Strategien).
      Grüsse
      Alys
    • Mir ist so gut wie keine wirklich autismusfreundliche Arztpraxis bekannt. Es scheitert oft an so vielen Dingen und ich gehe sehr ungerne zum Arzt. Es geht schon damit los, dass man einen Termin nur am Telefon machen kann oder es eben erwünscht ist einen am Telefon zu vereinbaren und man per E-Mail oft viel eher verzögert eine Antwort bekommt und dann geht es weiter mit langen Wartezeiten. Ich möchte auch nicht in eine Wartezimmer in dem viele Leute drin sind (es gab schon welche da musste ich stehen weil so viel los war und fand es extrem unangenehm da so zu stehen während andere Sitzen), diese Leute möchte ich auch nicht anschauen und auch nicht Hallo zu wildfremden Leuten sagen wenn ich reinkomme, ich möchte da auch nicht meine Jacke ablegen weil das bedeutet, dass ich noch mal zurückkommen muss wenn ich fertig bin mit der Behandlung. Wenn da irgendwelche Kinder sind, die ständig rumschreien stört mich das auch - genauso wie dieses grelle Licht, das in Arztpraxen viel heller ist als ich es anderswo kenne - wenn es das mal gibt finde ich auch nervig Radiogedudel im Hintergrund zu hören. Was mich auch stört ist wenn sich die Arzthelferin nicht die Mühe macht meinen Nachnamen richtig auszusprechen wenn ich dann aufgerufen werde (man muss ihn nur so sagen wie er dort auch steht). Beim Arzt der der Ärztin selber fühle ich mich oft auch nicht wirklich ernst genommen mit meinen Problemen. Es findet überhaupt kein Gespräch auf Augenhöhe statt - so etwas wie ein Vertrauensverhältnis kommt gar nicht erst auf. Es kam schon zu Situationen in denen man dachte ich kann nicht richtig deutsch weil ich so wortkarg bin und kaum was rausbekomme. Ich fühle mich da auch total unwohl und verkrampft. Jemand, der da mit mir mitkommt finde ich aber auch an sich noch unangenehmer weil ich mich da etwas "unmündig" fühle.
    • Bei meinem Hausarzt kann ich sehr viel online machen. Termine buchen, stornieren, Unterlagen hochladen. Für mich ist das - trotz der Bauchschmerzen wg des Datenschutzes - wichtig. Ich stehe dann nicht vor Ort unter dem Druck, mich für einen Termin an der Rezeption entscheiden zu müssen. Außerdem lade ich alles hoch, was ich der Ärztin zeigen will, dann muss ich vor Ort nicht in der Tasche kramen.

      Ich frage vor Ort bei Ärzten immer, wie lange es dauern wird und wie lange ich draußen warten kann. Kläre ab, ob ich selbst reinkomme oder ob die einen reinrufen. Ich bevorzuge klare Strukturen und Absprachen. Bei meinem Hausarzt rufen die meinen Namen über die Sprechanlage nach draußen, so dass ich erst rein muss, wenn ich dran bin. Das ist angenehm.

      Bei anderen Ärzten sage ich immer, dass ich es bevorzuge, dass wir Dinge der Reihe nach machen, reden, ggf untersuchen, reden. Ich bin klar in meinen Aussagen und frage nach. Falls blöde Sprüche kommen, von wegen Frauen seien doch multitasking...bla..bla. Lächel ich bewusst freundlich und sage, dies entspricht nicht den neusten Forschungsergebnissen. Bisher hat das funktioniert.

      Bei Interaktionen wie Spritzen, OP Vorbereitung sage ich freundlich lächelnd: Ich hatte früher immer Angst, jetzt meditiere ich. Ich schaue dabei möglicherweise sehr ernst oder wirke anders. Machen Sie sich keine Gedanken, ich bin während der Meditation entspannt, kann aber nicht lächeln oder reden. Sagen Sie mir einfach vorher, wenn Sie einen Zugang legen etc ich höre Ihnen zu, auch wenn ich für Sie scheinbar nicht reagiere. Klappt sehr gut. Und ja, ich betreibe tatsächlich Meditation.

      Autismus habe ich - außer bei meiner HA - nie angesprochen.Ich denke, dass dies wg der Vorurteile auch nicht sinnführend ist. Bisher klappte das mit meinem Weg gut. Abgesehen davon ist die Meditaion für mich sehr hilfreich. Ich bin viel ruhiger.