Asperger Schwerbehinderung?

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    • Hanseat wrote:

      @Kayt zauberwort heißt ehegattensplitting. Dann würde mein freibetrag auch noch auf meine Frau angerechnet.
      Zauberwort heißt wohl eher: Bereicherung.
      Ich finde das nicht gut. Aber naja- können ja genug unbeteiligte Personen hier mitlesen und sich ein „wunderbares Bild“ :sarcasm: von Asperger- Betroffenen machen…
      Muss man sich echt nicht mehr wundern…

      @Geisterfahrerin Ich kann deine Gedanken sehr gut nachvollziehen. Gerne PN wenn du das Ganze ohne Anfeindungen besprechen magst!
      Ganz liebe Grüße. Veronika.
      Man sieht nur mit dem Herzen gut.
      Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
      (Antoine de Saint-Exupéry)

      "Was ist falsch an sonderbar?"

      "Das Ende der Störung ist derzeit nicht absehbar."
    • Manche Autisten sind schwerbehindert und scheitern an fast allem, manche sind "nur anders" (und gerade deshalb sehr erfolgreich).
      Autismus ist ein Spektrum und damit sind es die Auswirkungen ebenfalls.
      Soll sich doch jeder so sehen, wie er will.
    • @Veronika Provokation? Wenn ich nun mal momentan aufgrund meiner Lage nicht in der Lage bin zu arbeiten und aufgrund meiner Ausbildung ein sehr eingeschränktes Job Feld habe. Heißt ja nicht dass ich nicht für meine Frau den Haushalt mache. Inwiefern siehst du da Bereicherung. Sind nunmal Rechte die Politik beschlossen hat und die einem zu stehen. Von daher schau mal ins steuerrecht da wirst du noch ganz andere Möglichkeiten finden Geld zu sparen. Ich kann jedem nur raten eine steuererklärung zu machen. Selbst der normalverbraucher kann der ganze Menge absetzen.
    • @Veronika: Das hat nichts mit Bereicherung zu tun. In Deutschland ist das Ehegattensplitting im Steuerrecht vorgesehen. Und der so genannte Behindertenpauschbetrag (dessen Höhe vom festgestellten Grad der Behinderung abhängt) ebenso.

      Du hast doch schon vor einiger Zeit in einem anderen Thread die Haltung vertreten, dass Asperger-Autisten sind nur Vorteile aneignen wollen, die ihnen gar nicht zustehen. Aber hier gilt es klar zu unterscheiden zwischen Personen, die sich die Diagnose erschlichen haben (was es im Einzelfall auch geben mag) und der großen Mehrheit, die diese Diagnose berechtigterweise erhalten hat. Wenn Du diese Unterscheidung nicht machst oder nicht machen willst, dann solltest Du Dich mal an die eigene Nase (rw) statt anderen hier Vorhaltungen zu machen.

      Vielleicht bist Du ja durch dein Asperger wenig beeinträchtigt? Schön für Dich (ehrlich gemeint). Aber das erhebt Dich nicht zum Musterbeispiel für die Situation von Betroffenen.
    • Geisterfahrerin wrote:

      Ich habe inzwischen verschiedene Therapeuten gehabt, aber alle sträuben sich, dass Wort Behinderung in den Mund zu nehmen, ganz zu schweigen von Schwerbehinderung.
      Stattdessen werden dann oft Euphemismen benutzt. Ich mag das nicht.
      Für mich ist Behinderung kein negativer Begriff, sondern eine neutrale Bezeichnung. Das erkläre ich dann auch gerne den Therapeuten.

      Ich bin schwerbehindert, so sieht das auch das Amt, welches bei mir die Schwerbehinderung festgestellt und mir den Ausweis ausgestellt hat.

      Auch bei Autisten mit normaler Intelligenz und Sprache können die Einschränkungen und der Hilfebedarf stark variieren. Und wenn die Einschränkungen im Alltag entsprechend vorliegen können somit auch Personen mit der Diagnose Asperger auch schwerbehindert sein oder auch Pflegebedarf haben.

      Man sieht einem Menschen seine Behinderung nicht an. Dass du dir Personen mit sichtbarer Körperbehinderung bei dem Begriff vorstellst, sind deine eigenen Vorurteile.

      Selbst kannst du dich gerne bezeichnen wie du möchtest.

      Mir ist der Schwerbehindertenstatus wichtig, da mir so u.a. die Hilfen ermöglicht werden, die ich benötige, um mein Leben so selbstbestimmt zu führen, wie ich es tun will.
    • MangoMambo wrote:


      Man sieht einem Menschen seine Behinderung nicht an. Dass du dir Personen mit sichtbarer Körperbehinderung bei dem Begriff vorstellst, sind deine eigenen Vorurteile.
      Oh, jetzt werden mir auch noch Vorurteile vorgeworfen. Nur weil man sich nicht die Mühe macht, den ganzen Thread zu lesen.
      Es ging bei meinen Menschen mit Krücken nicht um den Begriff Behinderung sondern um das Wort Schwerbehindertenausweis. So einen Ausweis gibt es in in NL lediglich für körperlich Behinderte. Invalidenkaart heisst das hier.
      Ich hab's überlebt, jetzt MUSS es weitergehen!
    • Ich finde es bedauerlich, dass sich Autisten so leichtfertig und undifferenziert selber als schwerbehindert bezeichnen und sich damit nach neurotypischen Betrachtungsweisen definieren.

      Kein Problem hingegen habe ich - auch fuer mich - mit der Aussage: "Ich bin aus neurotypischer Sicht schwerbehindert", und das ist etwas ganz anderes.
    • @molek: Ich finde es bedauerlich, wenn Autisten plump unterstellt wird, dass sie sich als jemand definieren, der sie aus der Sicht einiger Leute nur nach neurotypischen Maßstäben sind. Diese Unterstellung ist plump, weil sie völlig ignoriert, aus welchen Gründen sich Autisten als behindert oder schwerbehindert sehen/fühlen/definieren/einstufen. Das ist schlicht der Versuch, eben diesen Autisten die Richtigkeit Ihrer Wahrnehmung abzusprechen und das ist übergriffig.
    • Geisterfahrerin wrote:

      So einen Ausweis gibt es in in NL lediglich für körperlich Behinderte.
      In Deutschland gibt es den für jede Art von Behinderung ab einem bestimmten Schweregrad.

      In NL gibt es kein vergleichbares Konzept denke ich:

      https://www.europa-mobil.de/eu-reisen/Reisen-Einzelfragen/Schwerbehindertenausweis-mit-Behinderungen/ wrote:

      In den Niederlanden gibt es andere Bewertungsverfahren als in Deutschland und auch keinen Schwerbehindertenausweis, der Ihnen ähnliche Vergünstigungen gewährt. Dort ist das UWV (Uitvoeringsinstituut Werknemersverzekeringen) oder das SVB (Sociale Verzekeringsbank) zuständig den Grad Ihres Arbeitsvermögen festzustellen. Das UWV ist das Institut für die Bearbeitung von Arbeitnehmerversicherungen. Das SVB ist eine Behörde im Bereich der Sozialen Sicherheit, das hauptsächlich personengebundene finanzielle Regelungen, wie zum Beispiel das Kindergeld, für den niederländischen Staat umsetzt.
      Und nicht nur ich habe hier wohl dann etwas missverstanden. Zum Begriff Schwerbehindertenausweis und Behinderungen findet man viele Erklärungen, welche klar zeigen, dass es eben nicht nur um körperliche Behinderung geht. Und das sogar in diesem Forum.

      Auch eine körperliche Behinderung oder eine Sinnesbehinderung siehst du nicht jeder Person sofort an einem Hilfsmittel an.

      The post was edited 1 time, last by MangoMambo ().

    • Ich fühle mich aus menschlicher Sicht behindert in meinem Sozialleben. Es müsste nicht schwerbehindert heißen, aber so heißt das nun mal zurzeit.
      Daher habe ich auch einen SBA, der mir zu Nachteilsausgleichen verhilft.

      Ich finde den Begriff Nachteilsausgleiche sehr passend. Das zum Teil mit Bereicherung gleichzusetzen, finde ich unverschämt.
      Glaub nicht alles, was du denkst.
    • molek wrote:

      nach neurotypischen Betrachtungsweisen
      Ich bin aus sozialrechtlicher Sicht schwerbehindert. Das hat nichts mit NT oder ND zu tun.
      Das macht mich weder besser noch schlechter als andere, sondern dient einfach nur dazu meinen Hilfebedarf und meine Einschränkungen im Alltag nachzuweisen.
    • zaph wrote:

      Manche Autisten sind schwerbehindert und scheitern an fast allem, manche sind "nur anders" (und gerade deshalb sehr erfolgreich).
      Autismus ist ein Spektrum und damit sind es die Auswirkungen ebenfalls.
      Soll sich doch jeder so sehen, wie er will.
      Dem stimme ich voll und ganz zu.

      Ich sehe Behinderungen und Schwerbehinderungen generell nicht als Makel sondern völlig wertfrei als Einschränkungen in bestimmten Lebensbereichen. Der Status als (schwer)behinderter Mensch soll ja lediglich dabei helfen, die durch diese Einschränkungen entstehenden Nachteile zu mildern. Ich selbst habe einen Schwerbehindertenausweis (GdB 50) und könnte damit nicht reinen Gewissens behaupten dass ich nicht behindert wäre.
      Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand,
      denn jeder ist überzeugt dass er genug davon habe.
      René Descartes

      The post was edited 1 time, last by Gerit ().

    • Geisterfahrerin wrote:

      Wie seht Ihr das? Seht Ihr Euch als Behinderte, als Schwerbehinderte, als Andersseiende oder gar als etwas Besonderes?
      Als etwas Besonderes wäre dann wohl eher Naszissmus. Anderssein finde ich problematisch. Viele fühlen sich in irgendeinem Punkt anders. Anderssein würde bei mir nicht für eine ernstzunehmende Autismus-Diagnose reichen.
      Ich habe mal eine blinde Frau in einer Doku gesehen, die auch gesagt hat, dass sie nicht behindert ist. Wahrscheinlich, weil sie wir du, behindert als negativ auffasst. Behindertsein bedeutet aber, einen gewissen Schutz zu genießen,
      also dass man eben manchmal anders behandelt werden muss. Wenn die blinde Frau an Sehenden gemessen wird, möchte ich mal sehen, wie sie eine Arbeit ausführt und sich in der Stadt zurechtfindet! Sie braucht ihren Stock und
      Blindenschrift etc. Genauso ist es mit Autismus. Soziale Probleme sind ein Punkt der Diagnostik, deshalb ist man behindert. Das ist gar nicht wertend, sondern an einer durchschnittlichen Bevölkerung gemessen.
      Das heißt auch nicht, dass man nichts alleine machen kann oder nicht erfolgreich sein kann. Schwerbehindert muss man allerdings nicht zwingend sein. Ich habe einen GdB von 30.

      Anakin_1 wrote:

      Dieses soziale Abgeschnittensein an der Arbeit hat auch zur Folge, dass meine Vorgesetzten meine fachlichen Leistungen nur beiläufig wahrnehmen und sich vor allem auf negative Aspekte wie Fehlzeiten konzentrieren, was bei anderen, sozial besser integrierten Kollegen nicht der Fall ist.
      Genau, das sehe ich als typisches Problem für Autisten. Mir ist erst in letzter Zeit richtig bewusst geworden, dass das Soziale, die Beziehungen viel mehr zählen als das Fachliche! (Was für mich unlogisch ist, aber logisch wollen NTs nicht sein.)

      Anakin_1 wrote:

      Begriffe wie Anders-Sein oder Anders-Denken mögen vielleicht für einige Betroffene hilfreich sein. Darüber maße ich mir hier kein Urteil an. Aber für mich sind solche Begriffe ein großes Problem, da sie genau die Wahrnehmung von Menschen mit Asperger und ADHS widerspiegeln, die ich bei vielen Menschen erlebt habe
      :thumbup:

      Anakin_1 wrote:

      Allerdings frage ich mich dann oft, wie diese Personen an die Diagnose gekommen sind (wertfrei gemeint), da sich für mich der Eindruck ergibt, dass in diesen Fällen der für die Diagnose erforderliche Leidensdruck fehlt.
      :thumbup:
    • @Geisterfahrerin Die 50 stehen für einen Grad der Behinderung von 50. Die Grade reichen in Zehnerschritten von 0 - 100. Gedanklich kann man sich die Grade aber auch als Prozentangaben vorstellen, sozusagen als: Wie viel Prozent eines maximalen Behinderungsgrads erreichen die Einschränkungen, die ich persönlich durch meine Behinderungen habe.
    • Ich finde es schwer in Worte zu fassen, hab aber bei der Debatte immer den Eindruck, dass die Ebenen verschwimmen.

      Es gibt ja den Ausspruch "Ich bin nicht behindert, ich werde behindert" (den ich nicht ganz verstehe, denn wenn ich behindert werde bin ich ja faktisch behindert). Natürlich stimmt es, dass ein Rollstuhlfahrer in einer rollstuhlfahrenden Welt (nein, keine Weltkugel im Rolli :lol: ) keine rollstuhlbedingten Probleme hat. Ist aber nunmal nicht die Norm. Und Autisten haben eben oft Probleme in einer neurotypischen Welt, weil diese nicht ihrer Art entspricht. Wobei ich auch nicht glaube, dass eine einheitliche Meinung darüber existieren würde, wie Autisten ihre Welt wollen.

      Also wenn ich jemandem klar machen will, dass ich ständig mit Energiekapazitäten zu kämpfen habe, dann sage ich, dass ich behindert bin. Das ermöglicht demjenigen, sich ein grobes Bild zu machen und mich in die Kategorie "Nicht wundern wenn die komisch ist" zu stecken. Das wiederum erleichtert mir mein Dasein, weil ich weniger krampfhaft masken muss. Für mich selber bin ich aber natürlich vollkommen normal. Ich find viele andere echt komisch. Ich fänd es wünschenswert, wenn die Welt eines Tages so friedlich und tolerant ist, dass grundsätzlich alle Menschen diesen oben beschriebenen Bonus bekommen, ihr Verhalten nicht abwertend beurteilt zu bekommen, also jeder quasi den Behindibonus hat :fun: Aber wenn ich eine Erklärung mitliefere, dann hat mein Gegenüber die Chance, mich zu verstehen, und das kann eine Menge Irritation vermeiden. Ist doch prima, wenn dafür das Label Behindert notwendig ist, bin ich nicht zu stolz, das zu nutzen.

      Und wenn ich sehe, welche körperbehinderten Menschen einen Schwerbehindertenausweis haben, dann - ohne es ihnen zu missgönnen - denke ich es ist durchaus angebracht, das auch einigen Autisten zuzugestehen. Die kämpfen dann nicht beim Aussteigen aus dem Auto, aber einige bei JEDEM Menschen der zu nah an ihnen vorbei geht oder bei jedem vorbeifahrenden Auto. Das kann das Leben stärker einschränken als Humpeln. Kann, muss nicht.
    • @Geisterfahrerin Wenn ich es richtig verstanden habe, wird Autismus in Deutschland, von den Behörden als Behinderung bezeichnet/Kategorisiert, um entsprechende Hilfen, die u.U. nötig sind, in Anspruch nehmen zu können. Diagnostiker und Therapeuten, haben eine andere Sicht auf diese Andersartigkeit. Es ist ja auch so, dass je nachdem, wie weit man im Spektrum ist, man doch durch das Aussen beeinträchtigt ist/wird. Daran leitet sich dann ab, welchen Grad der Behinderung man bekommt,
      und natürlich aus den Komorbitäten.
      Das Leben ist zu komplex um eine festgelegte Meinung zu haben.