Autismus auf Instagram , Tic Toc und Facebook

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    • Autismus auf Instagram , Tic Toc und Facebook

      Hallo zusammen, ist das nur meine persönliche eingeschränkte Wahrnehmung oder gibt es immer mehr Menschen mit Autismus oder welche die vorgeben autistisch zu sein?
      Erst kannte ich nur Lisa von Girl from Planet Aspie auf Facebook ( ich weiß nicht was ich davon halten soll ) und wurde dann auf Aspergirl auf Instagram aufmerksam ( ihre Art und ihre Schreibweise gefielen mir). Ich habe selbst kein Tic Toc aber werde nun fast täglich von Videos mit irgendwelchen tanzenden und winkenden Menschen überschwemmt die alle vorgeben Autisten zu sein und "Autism Awareness" wollen oder deren "Awesomeness"feiern und fröhlich über ihre Defizite aufklären. Ich habe auch eine Instagram Seite sie man sieht mich darauf nicht, nur Zeichnungen und meine Katzen. Ist das jetzt Mode zu sagen " ich bin Autist?"
      Komisch ....
      Ich versuche immernoch mich von meiner normalen Alltag zu erholen, einem Zahnarzt Termin letzten Dienstag und dem Meltdown heute morgen wegen Unordnung in der Küche und die tanzen..... :sarcasm: :irony: :fun: Und trotzdem wahr.
    • Elementarteilchen wrote:

      Ist das jetzt Mode zu sagen " ich bin Autist?"
      Nicht erst "jetzt" :)
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • Ein Prozent sind 1 von 100, das ist nicht wenig.

      Ein Jahrgang an einer größeren Schule hat z.B. vielleicht 100 Schüler. Bedeutet ein Autist pro Jahrgang.

      Oder auf ca. 83 Millionen Menschen, die laut Google, derzeit in Deutschland leben kämen 830 000 Autisten.

      Wenn Personen sich Selbstdiagnosen stellen, dann gibt es dafür auch oft einen Grund. z.B. weil Zugang zur passenden Diagnostik und Therapie fehlt um herauszufinden, welche der möglichen Differenzialdiagnosen tatsächlich zutrifft.

      Ergänzung:

      Statista wrote:

      Im Jahr 2019 lag die Anzahl der Jugendlichen in Deutschland im Alter zwischen 14 und 24 Jahren bei insgesamt 9,29 Millionen.
      Macht darauf dann ca. 90 000 Jugendliche in Deutschland mit Autismus.

      Goetheinstitut wrote:

      Laut der Youth Insight Panel Studie 2016 gaben 96 Prozent der 5.400 Befragten Jugendlichen im Alter von 10 bis 19 Jahren an, ein eigenes Smartphone zu besitzen und 78 Prozent der Mädchen sowie 66 Prozent der Jungen gaben an, mindestens zwei Social Media Apps regelmäßig zu nutzen.
      Damit könnte man jetzt überschlagen, falls ca. 70 % der jugendlichen Autisten Social Media nutzen, wären das 63 000 Jugendliche Autisten mit Social Media.

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    • Die Prozentangabe ist auch nur geschätzt. Meine Vermutung ist das es viel mehr undiagnostizierte im Spektrum gibt und die dadurch nicht erfasst werden, und dann gibt es noch ettliche Menschen die mehrere autistische Züge aufweisen. Wer weiß wieviel von denen sich selbst als Autisten sehen weil sie bemerkt haben das ihre Züge mit denen von bereits diagnostizierten übereinstimmen. Man weiß ja auch nicht ob diese Leute da auf diesen Seiten wirklich Autisten sind, vielleicht wollen die nur Aufmerksamkeit. Vielleicht lügt der eine oder andere auch eindach dreist.
    • On-Off wrote:

      Es gibt ähnlich viele Menschen mit Narzißtische Persönlichkeitsstörung, Antisoziale Personalität, Psychopathen, Soziopathen, Borderline,... aber fast Niemand selbst-diagnostiziert sich damit.
      Komisch, was?

      Echt? Ich bin nicht diagnostiziert hab aber ein halbes Jahr intensiv gesucht was mein Problem sein könnte und ich hab dabei auch anderes im Versacht gehabt und hätte es gepasst, hätte ich mich eben mit was anderem selbstdiagnostiziert. Davon abgesehen dass ich nicht denke dass ich „nur“ autistische Züge habe. Aber damit rennt man ja normalerweise auch nicht lustig in der Öffentlichkeit rum, jedenfalls würde ich das nicht tun, auch mit Diagnose nicht.
      Wenn du sie mit Wissen nicht überzeugen kannst, verwirre sie mit Schwachsinn.
    • Meine Psychiaterin hat mir erzählt, dass ich 2015 die erste Autistin war, die in ihre Sprechstunde kam, und jetzt kommt alle 3 Wochen jemand Neues mit dieser Diagnose oder Verdacht darauf. Obwohl es jetzt mehr Diagnostikstellen gibt als noch vor 10 Jahren, sind die Wartezeiten zigmal länger als damals. Da es keine Diagnostiktermine in den Autismusambulanzen gibt, versucht sie, selbst eine Einschätzung abzugeben mit Hilfe von Tests. Ich habe sie dann erstmal aufgeklärt, dass nicht jeder, der beim AQ oder rdos die Punktegrenze erreicht, auch wirklich Autist ist. Sonst gibt es in meiner Region bald eine Autistenschwemme. :d

      Es nimmt also auf jeden Fall zu. Ich denke auch, dass einige derer, die sich so selbstdarstellen im Internet, keine Autisten sind, aber es wäre schwer zu sagen, wer es ist und wer nicht.
      Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
      (Howard Zinn)
    • @Elementarteilchen Ich denke das andere Menschen (NT), dass ganz anders wahrnehmen, da sie einen anderen Fokus haben als du. Jeder ist halt in seiner "Blase", sonst würde Mensch sich ja in der Fülle der Informationen verlieren (RW).

      PS: Ist vollkommen wertfrei gemeint.
      Das Leben ist zu komplex um eine festgelegte Meinung zu haben.
    • Naja, Statistik ist so eine Sache für sich. Man sollte sich genauer anschauen woher die 1% kommen, denn schließlich ist es ja ein Spektrum und reicht von "auf vollständig Hilfe angewiesen" bis "ein paar autistische Züge". Gibt es jetzt mehr Menschen die in die eine oder andere Richtung gehen? Woher kommt dieser Schätzwert (Hochrechnungsweise) etc.. Ich denke, dass diese Zahl recht ungenau ist, will jetzt nicht Phantasiezahl schreiben, denn in den meisten Statistiken wird mit einer Ungenauigkeiten von 3-4 Prozent gerechnet. Und das sind nur die seriösen gut gerechneten Statistiken. Außerdem ist das Internet ja ein Multiplikator. Wenn man nun zehn/zwanzig Nutzer mit Autismuscontent findet (also hintereinander), dann ist es ha auch dem Algorithmus der jeweiligen Seite/App zu verdanken, denn es wird ja in der Blase (RW) einem immer das angezeigt, was die Seite/App denkt was einem gefallen könnte (was eine ziemliche Anmaßung ist) und das ist nunmal Inhalt der sich ähnelt.
      Klar ist auch, dass man, als ich zumindest, nicht mit meinem Overloads hausieren gehe. (RW) Das man im Kopf nen bisschen anders (viele sehen das ja als junggeblieben zb. mit dem tanzen) ist und das dann postet, das ist eigentlich auch "normal". Solche Seiten sind halt in erster Linie zur Selbstdarstellung da. Und das können Autisten auch. Extrovertiert oder introvertiert hat ja nix mit Autismus zu tun. Das ich das bewusst mache und NTs das vielleicht unbewusst, ist ja was anderes.
      In meiner Sportapp habe ich auch Autismus angegeben. Der gehört ja zu mir und mit Sport (Radfahren/Schwimmen etc.. als SI) hat das ja auch seine Berechtigung. Außerdem erklärt das, für denjenigen der sich wirklich für mich interessiert, die eine oder andere Verhaltensweise. Ich denke aber, dass viele selbst das nicht wahrnehmen (wollen). Instagram, tiktok und Co sind da natürlich viel offensiver, dort geht es aber auch in erster Linie um Unterhaltung. Gegenüber sich selbst und anderen. Daher ist der Aufklärungswert da eher gering. Wie geschrieben, die wenigsten fangen dann an nach Autismus oder gar Overloads/Reizüberflutung/Kommunikatorsschwierigkeiten zu googeln nachdem sie Autisten auf instagram gesehen haben.

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