Widerspruch GdB Antrag

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    • Widerspruch GdB Antrag

      Ich bin gerade total überfordert und weiß nicht, wie der weitere Ablauf ist. Vielleicht können die erfahrenen hier ja etwas beisteuern.

      Also.

      Ich habe vor zwei Wochen Post vom Versorgungsamt bekommen und einen GdB von 30 anerkannt bekommen. Natürlich habe ich Akteneinsicht verlangt und um Fristverlängerung für den Widerspruch gebeten.

      Heute kam die Kopie der Akte. Die Frist kann nicht verlängert werden. Da die Poststelle der Kreisverwaltung unglaublich langsam ist, hat das allein schon einige Tage der Frist verbraucht (Feststellung des GdB am 10. 10., Poststempel 20. 10., Bearbeitung der Akteneinsicht 28. 10., Poststempel 04. 11.).

      Die Akte weist Mängel auf. Die Berichte, die ich mit dem Antrag als Anlage geschickt habe, sind in der Akteneinsicht nicht enthalten. Die Stellungnahmen der Ärzte sind mau.

      Wie ist jetzt der weitere Ablauf? Der Sachbearbeiter hat meine Bitte um Fristverlängerung als Widerspruch gewertet. Ich muss nur die Unterschrift nachreichen. Wie geht das Versorgungsamt jetzt weiter vor? Wird jetzt wieder jeder Arzt angeschrieben? Dann muss ich dem Versorgungsamt ja zuvor kommen und jeden Arzt noch einmal aufsuchen.

      Ich brauche die 50, damit ich beim Wiedereinstieg in den Beruf Unterstützung durch den Integrationsfachdienst bekomme und durch die zusätzlichen Urlaubstage hoffentlich dann wieder länger arbeitsfähig bleibe. Natürlich werde ich parallel eine Gleichstellung beim Arbeitsamt auf den Weg bringen, um den rechtlichen Schutz zu haben.

      Was passiert da jetzt, wie ist der Ablauf?
      Ich schreibe in der Regel vom mobilen Endgerät aus - merkwürdige Wortkonstrukte sind ggf. der Autokorrektur geschuldet
    • Okay. Das Problem ist eben, dass die Ärzte nicht nachvollziehbar gemacht haben, was bei mir an tatsächlichen Einschränkungen vorliegt. Es ist ja schön und gut, dass ich denen dann was schreibe, aber um das zu verifizieren, müssen ja die Ärzte noch Mal befragt werden. Es kann ja jeder alles sagen. Manche Probleme, die ich angegeben habe, haben die Ärzte noch nicht einmal erwähnt.

      Ich habe einen Termin bei einem Anwalt vereinbart. Dann zeigt der Briefkopf wenigstens, dass das ernst gemeint ist, was ich möchte. Aber das ist ja auch ein Punkt: komplett mit Behörden überfordert. Da bin ich in meiner Teilhabe eingeschränkt.
      Ich schreibe in der Regel vom mobilen Endgerät aus - merkwürdige Wortkonstrukte sind ggf. der Autokorrektur geschuldet
    • Erstmal ganz schnell formal korrekt Widerspruch einlegen. Dazu schickst du einfach einen Brief mit dem Textlaut: "Ich lege Widerspruch gegen Ihren Bescheid AZ [Aktenzeichen einfügen] vom [Datum einfügen] ein. Begründung folgt." mit eigenhändiger Unterschrift drunter an die Adresse, die im Bescheid in der Rechtsbehelfsbelehrung angegeben ist.

      Danach sprichst du in aller Ruhe mit dem Anwalt. Zeig dem alle Unterlagen und die Akte, erläutere dem, was deiner Meinung nach unzureichend berücksichtigt wurde, beschreibe ggf. ergänzend deine Schwierigkeiten, die für den GdB relevant sind. Der Anwalt wird dann mit dir das weitere Vorgehen abstimmen.
    • @Aldana hat richtig Ahnung vom Thema. :thumbup:

      nur noch mal zur Bestätigung:
      -wenn du schon einen Anwalt hast, brauchst du den VdK nicht
      -1.offizieller Widerspruch, 2. Begründung für später ankündigen
      -zusätzlich zum Anwalt auch selbst kundig machen, siehe Links zur VersMedV und zu den "Arbeitshilfen"

      Viel Erfolg!
      Macht ist das Spielzeug der Reichen, das sie mit niemandem teilen (Muriel Barbery, "Die Eleganz des Igels")

      The post was edited 1 time, last by Capricorn ().

    • und wichtig!
      wenn du dich hauptsächlich auf die autismus-diagnose stützt, dann sprich unbedingt mit dem dafür zuständigen arzt und bitte um ein ausfürlicheres attest (und sag auch, wozu das für dich wichtig ist, damit der arzt weiß, dass seine arbeit sinn macht).

      meine ärztin hatte damals auch erst nur die diagnosen ohne irgendwas dazu angegeben. ich musste natürlich auch in den wiederspruch gehen. erst als sie dann meine tatsächlichen probleme genauer beschrieben hat (und darauf kommt es an!), konnte dies den höheren GDB rechtfertigen. die Diagnosen allein reichen nicht aus. deine persönlichen beeinträchtigungen in deinem alltag sind wichtig. Ggf. schreibe sie nochmal auf und gib die liste deinem arzt.
      du kannst das attest dann auch mit der wiederspruchsbegründung zusammen schicken. ich hatte auch eine persönliche (längere) begründung geschrieben. ob dies sinn macht, da gibt es unterschiedliche auffassungen zu und hängt wahrscheinlich auch vom sachbearbeiter ab.
    • Aldana wrote:

      schickst du einfach einen Brief mit dem Textlaut: "Ich lege Widerspruch gegen Ihren Bescheid AZ [Aktenzeichen einfügen] vom [Datum einfügen] ein. Begründung folgt." mit eigenhändiger Unterschrift drunter an die Adresse, die im Bescheid in der Rechtsbehelfsbelehrung angegeben ist.
      Ja, so wurde mir das damals auch geraten (und so hatte ich es auch gemacht).

      Dann würde ich vorschlagen du gehst zu deinem betreuenden Psychiater, der soll den Widerspruch schreiben bzw begründen warum du 50 GdB haben solltest + welche Einschränkungen bei dir vorliegen und dass deswegen 30 viel zu wenig ist. Du selbst musst nichts schreiben. Den Widerspruch vom Psychiater lässt du dir dann vom ihm schicken oder holst ihn ab, und schickst ihn als Begründung deines Widerspruchs ans Versorgungsamt. Anwalt brauchst du zum jetzigen Zeitpunkt wohl noch nicht.
    • Mandelkern wrote:

      Die Frist kann nicht verlängert werden.
      Schon alleine das finde ich "unmöglich" (RW) Wenn die Behörden eine "halbe Ewigkeit" (RW) Brauchen, wegen Corona und allem, dann ist das so. Aber du wirst wegen Corona auch länger brauchen, bis man beispielsweise beim Arzt dran kommt, oder bis man beim Anwalt einen Termin bekommt. Wenn du wegen Corona dafür länger brauchst wird das nicht akzeptiert, aber die Behörde darf die Corona Begründung für sich nutzen. :thumbdown:

      Mandelkern wrote:

      Wie ist jetzt der weitere Ablauf?

      Ich würde sagen, stell dich lieber schon mal darauf ein, dass jeder Widerspruch abgelehnt wird und nur die Option bleibt, klagen zu müssen. Wenn es nicht dazu kommt und vorher funktioniert, dann ist es natürlich besser. Aber vielleicht trifft es dich dann nicht ganz so arg wenn du vorher schon davon ausgehst dass es zur Klage kommen würde. Bei mir war der Ablauf, dass der Widerspruch abgelehnt wurde (trotz ausführlichem Schreiben der Autismus Ambulanz über all meine Einschränkungen) und ich dann klagen musste. Das Gericht forderte dann ein Gutachten ein (zu meinem Glück von derselben Autismus Ambulanz, die kannten mich dann schon) und meine ursprünglich 30 GdB von der Behörde wurde vom Sozialgericht dann auf 60 GdB erhöht.

      Mandelkern wrote:

      und einen GdB von 30 anerkannt bekommen.

      Mit welcher Begründung denn? Ich denke für "nur" GdB30 muss ja schon ein großes Maß an Selbstständigkeit und Arbeitsfähigkeit vorliegen. Und schon dass du "beim Wiedereinstieg in den Beruf Unterstützung durch den Integrationsfachdienst" brauchst, spricht doch gegen einen GdB von nur 30. Online heißt es dazu "Leichte soziale Anpassungsschwierigkeiten (=GdB 30-40) liegen vor, wenn eine Berufstätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt trotz Kontaktschwäche und/oder Vitalitätseinbuße noch ohne wesentliche Beeinträchtigung möglich ist" (Quelle) was nach meiner Logik nicht zutrifft, da du die Unterstützung durch die Widereingliederung und den IFD brauchst. Vielleicht kannst du mit so was auch argumentieren bei dem Widerspruch.
      Es grüßt, LostOnEarth.
    • LostOnEarth wrote:

      Ich würde sagen, stell dich lieber schon mal darauf ein, dass jeder Widerspruch abgelehnt wird und nur die Option bleibt, klagen zu müssen.
      Wieso denn das?

      ----

      Nach dem, was @Mandelkern so schreibt, lag der etwas enttäuschende GdB 30 hauptsächlich an den unzureichenden Schreiben der behandelnden Ärzte.

      Das System der Schwerbehinderungserfassung klappt ganz gut bei klassischen "Körperschäden".
      Aber bei psychischen Leiden-dazu gehören die ASS nun mal laut Systematik- bilden sich die typischen Einschränkungen nicht gut ab.
      Wenn überhaupt, dann beim niedrigfunktionalen Autismus.
      Macht ist das Spielzeug der Reichen, das sie mit niemandem teilen (Muriel Barbery, "Die Eleganz des Igels")
    • LostOnEarth wrote:

      Schon alleine das finde ich "unmöglich" (RW) Wenn die Behörden eine "halbe Ewigkeit" (RW) Brauchen, wegen Corona und allem, dann ist das so.Aber du wirst wegen Corona auch länger brauchen, bis man beispielsweise beim Arzt dran kommt, oder bis man beim Anwalt einen Termin bekommt. Wenn du wegen Corona dafür länger brauchst wird das nicht akzeptiert, aber die Behörde darf die Corona Begründung für sich nutzen.
      Die fristgerechte Einreichung des Widerspruchs ist erstmal nur eine reine Formsache und mit einem Zweizeiler erledigt (siehe mein Beispiel). Es gibt deshalb kaum triftige Gründe die von Gesetzgeber vorgesehen Frist zu verlängern, dafür müßte man z. B. schon mehrere Wochen komplett handlungsunfähig im KH gelegen haben oder vergleichbares. Insofern ist die Entscheidung hier 100% korrekt und keinesfalls zu beanstanden.
      Die von die angesprochenen Unterlagen sind Anlagen zum eigentlichen Widerspruch und Anlagen können jederzeit nachgereicht werden, so lange der Vorgang noch offen ist (ausgenommen sie wurden explizit unter Fristsetzung nachgefordert, dann wäre natürlich diese Frist einzuhalten).
    • Capricorn wrote:

      Wieso denn das?

      Weil es nachdem was man von anderen ließt scheinbar leider so überwiegt. Und wegen dem, was ich schon dazu geschrieben habe.


      Aldana wrote:

      Insofern ist die Entscheidung hier 100% korrekt und keinesfalls zu beanstanden.

      Als meine Anwältin was schrieb wegen Fristverlängerung war das kein Problem und wurde genehmigt. Geht also schon, nur wenn man selbst eine Fristverlängerung möchte, geht das angeblich nicht. Für mich ist das Grund genug das zu beanstanden. Ebenso, dass Behörden eigentlich auch Fristen einzuhalten haben und man dann manchmal leider erst mit einer Versäumnisklage kommen muss, damit die ihren Sachen nachkommen.


      Aldana wrote:

      Die von die angesprochenen Unterlagen

      Ich habe nichts angesprochen.
      Es grüßt, LostOnEarth.
    • LostOnEarth wrote:

      Als meine Anwältin was schrieb wegen Fristverlängerung war das kein Problem und wurde genehmigt.
      Fristverlängerung für was konkret? Sowas sind immer Einzelfallentscheidungen, bei denen die ganz konkreten, fallindividuellen Umstände zu berücksichtigen sind.
      Im Fall von Mandelkern waren die nunmal so gelagert, dass es noch nichtmal ansatzweise eine plausible Begründung gab, wieso der fristwahrende Zweizeiler nicht fristgerecht eingereicht werden konnte, im Gegenteil, hier lagen sogar Belege vor, dass das problemlos möglich ist.

      LostOnEarth wrote:

      Ich habe nichts angesprochen.
      Das hast du nicht, aber sofern du deine Antwort auf konkret den vorliegenden Fall bezogen hast (wovon ich natürlich ausgegangen bin, weil es die logischste Annahme war), dann hast du sie ganz offenkundig impliziert, denn Wartezeiten für einen Termin beim Arzt oder Anwalt sind im Zusammenhang mit einem Widerspruch gegen einen Verwaltungsakt nur dann von Relevanz, wenn man diese Termine braucht um an widerspruchsrelevante Unterlagen zu kommen.
      Oder hast du das einfach nur so geschrieben, ohne jeglichen Bezug zum Thema?

      Ich nehme an, du hast keine Ausbildung/Berufserfahrung im Bereich des Verwaltungsrechts?