Wie hört ihr Musik?

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    • Wie hört ihr Musik?

      Hallo zusammen,

      ich hoffe, dass ich dies hier im richtigen Unterforum schreibe. Ich war mit nicht sicher, ob es eine "Art" ist, die ich meine oder zu einem Interesse gehört. Ich denke, aber eher, dass ich eine "Art" meine.

      Die Frage ist: "Wie" hört ihr Musik?

      Damit meine ich nicht "mit Kopfhörer", "mit Boxen", "im Liegen", "im Bus", etc., sondern, wie nehmt ihr Musik wahr, wenn ihr sie hört?

      Mal ein Beispiel, wie ich Musik wahrnehme (ich hoffe, ich kann es adäquat beschrieben):
      Ich höre Musik so, als wenn mein Hirn die Rhythmen und Melodien auseinandernimmt und nicht die einzelnen Töne oder Schläge auf mich wirken, sondern, als wenn mein Körper das als eine gut funktionierende mathematische Formel aufnimmt. Das klingt wirklich schräg, ich weiß. Ich höre das Lied also nicht als ganzes, bzw. als Gesamtwirkung, sondern als Beziehung zwischen Rhythmus, Melodie, Tönen, Instrumenten etc.
      Ich hoffe, ihr könnt mit der Beschreibung wenigstens irgendetwas anfangen.

      Wie ist das bei euch?
    • Heutzutage nutze ich Musik (leider) meist nur um die Umgebungsgeräusche etwas zu reduzieren oder beim Sport. Die Ruhe, dass ich bewusst Musik hören könnte, gibt es im Alltag mit zwei Kindern aktuell einfach nicht.

      Aber als ich noch etwas jünger war, hab ich mich gerne mal aufs Sofa gelegt, laut (aber nicht zu laut) gute Musik angemacht und ganz bewusst gehört. Dann habe ich mich auf einzelne Instrumente oder die Feinheiten des Gesangs konzentriert, und genossen, welche kleinsten Details zu erhören sind.
    • Bei mir sind technische Dinge wie Noten, Takte, Rhythmen. Der Übergang zu den ausgelösten Emotionen fällt mir schwer, aber es gibt ein paar wenige Musikstücke, die Emotionen in mir auslösen. Am meisten geben mir Lieder mit einem Text, den ich interessant finde.
      Probiert mal mein Spiel aus:
      Crossover
    • Indy wrote:

      Bei mir sind technische Dinge wie Noten, Takte, Rhythmen. Der Übergang zu den ausgelösten Emotionen fällt mir schwer, aber es gibt ein paar wenige Musikstücke, die Emotionen in mir auslösen. Am meisten geben mir Lieder mit einem Text, den ich interessant finde.
      Wirkliche Emotionen habe ich glaube ich auch nicht. Es ist bei mir eher eine Faszination über die Schönheit des Klangs.
    • Imhotep wrote:

      Mal ein Beispiel, wie ich Musik wahrnehme (ich hoffe, ich kann es adäquat beschrieben):

      Ich höre Musik so, als wenn mein Hirn die Rhythmen und Melodien auseinandernimmt und nicht die einzelnen Töne oder Schläge auf mich wirken, sondern, als wenn mein Körper das als eine gut funktionierende mathematische Formel aufnimmt. Das klingt wirklich schräg, ich weiß. Ich höre das Lied also nicht als ganzes, bzw. als Gesamtwirkung, sondern als Beziehung zwischen Rhythmus, Melodie, Tönen, Instrumenten etc.
      Ich hoffe, ihr könnt mit der Beschreibung wenigstens irgendetwas anfangen.
      Ich glaube, ich kann das etwas nachvollziehen. Da ich primär Barockmusik höre und selber lange Instrumentalunterricht genommen habe sowie im Laienorchester gespielt und in Laienchören gesungen habe, verstärkt diese Wahrnehmung wahrscheinlich. Musik entsteht ja erst durch Beziehung der einzelnen Elemente. Eine Melodie entsteht durch Beziehung von Tonintervallen, die in bestimmten Zeitintervallen erklingen. Ein einzelner Ton bestimmter Amplitude und Frequenz ist keine Musik.
      Die Zeitintervalle sind mathematisch (hallo Bruchrechnung), die Tonintervalle mit resultierenden Tonarten und Akkorden sind mathematisch und physikalisch definiert. Die meisten Musikstücke haben Themen, die wiederholt und/oder in Beziehung zueinander gesetzt werden. Jedes Instrument hat eine andere Klangfarbe. Durch die Kombination verschiedener Instrumente entstehen unterschiedliche Klangfarben. Ja. Wir hören komplexe Formeln.
      Ich schreibe in der Regel vom mobilen Endgerät aus - merkwürdige Wortkonstrukte sind ggf. der Autokorrektur geschuldet
    • Musik ist für mich viel mehr als nur Musik. Sie schützt mich vor den (für mich oft nervigen) Geräuschen der Umgebung und dient mir unterwegs als eine Art Mauer, die ich brauche um mich wohl zu fühlen, man wird mich deswegen unterwegs selten ohne Kopfhörer sehen. Neben der Funktion als Mauer hat Musik etwas magisches für mich. Ich erlebe sie emotional als sehr wohltuend und die mit dem jeweiligen Lied verbundenen positiven Gefühle sind etwas sehr besonderes, dabei ist es komplett egal wie alt oder speziell das Lied ist. Dabei achte ich darauf dass ich nur Musik höre, die positive Gefühle in mir weckt und genieße jedes Detail vom Lied. Jedes Instrument, jede Stimme, jedes positive Gefühl hat etwas magisches, dass ich kaum erklären kann, man muss das schon selbst erleben um es verstehen zu können.
    • @Imhotep, Musik ist für mich wie in der Luft schweben, getragen zu werden, mich geborgen zu fühlen und hören kann ich sie am Besten nur mit Kopfhörern um immer anwesende Nebengeräusche auszublenden. Musik hilft abzuschalten oder Schwankungen auszugleichen. Wenn es mir gut geht höre ich leidenschaftlich gerne schwere Musik oder traurige Lieder. Geht es mir schlecht dann genau das Gegenteil an Musik. Ich male gerne und da ist es genau so. Helle Bilder male ich wenn es mir so richtig schlecht geht und dunkle wenn es mir echt gut geht. Einfach weil ich stark sein muss um dunkel zu malen damit es mich nicht mit runterzieht.

      Es gibt inzwischen viele neue Versionen alter Lieder, oder Veränderungen im Rhythmus, neue Instrumente, mir fallen die Worte nicht ein, und es tut mir nicht gut auch weil ich die Originale im Ohr habe, also Takte, Stimmen, Instrumente. Eine Aufgliederung wie ihr sie erlebt kenne ich in dieser Form nicht, doch es klingt spannend.
      Der Mensch soll lernen, nur die Ochsen büffeln.
      (Erich Kästner)
    • Badener wrote:

      Eine Aufgliederung wie ihr sie erlebt kenne ich in dieser Form nicht, doch es klingt spannend.
      Manchmal wünschte ich, man könnte andere Menschen irgendwie in einen einklinken, damit man sie an etwas teilhaben lassen kann, was sonst nicht erfahrbar wäre. Natürlich nur diesen ausgewählten Aspekt. Aber das wäre ziemlich spannend irgendwie solche Dinge zu teilen und von anderen zu erfahren, vor allem, weil eine Beschreibung dessen immer schwer ist und meist nicht ausreicht, um das Erlebte zu transportieren.
    • Ich erlebe Musik meistens als Klangabenteuer. Klangfarbenreichtum ist mir sehr wichtig darum höre ich am liebsten Orchestermusik. Ich nehme die horizontalen Abläufe eher gleichwertig wahr, darum gefällt mir Popmusik eher weniger, das Drumset ist mir meistens zu präsent und laut. Allgemein darf es aber sehr wohl laut und auch chaotisch werden, solange ich das gehörte als eine für mich sinngebende Klangmasse wahrnehme. Es gibt Stücke die erlebe ich eher stark emotional, nach außen wirkend; andere wiederum eher kontemplativ, in mich gekehrt.

      Je nach Chatakter der Kompositionen sind meine Erlebnisse dann auch sehr unterschiedlich, eine wilde Achterbahnfahrt, eine schwierige langsame Kletterpartie in den Bergen, ruhiges dahingleiten in einem Boot und vieles mehr ... (Metaphern)

      Das in Worten ausdrücken ist gar nicht so einfach.

      Es kommt oft vor das ich beim Musik hören Bewegungen empfinde obwohl ich mich selbst nicht bewege oder seltener Farben/Farbveränderungen assoziiere aber diese nicht sehe - vielleicht so eine Art "unechte" Synästhesie?
      Man mag den Eindruck haben nur durch ein Fenster zu blicken, es wird aber immer ein wenig von einem selbst reflektiert. Je dunkler es draußen ist, desto deutlicher wird das Spiegelbild. Wähle deine Worte weise, wenn diese die Welt dort draußen mehr und mehr verdunkeln, offenbaren sie mehr und mehr von deinem Spiegelbild.
    • Wenn ich mich mit etwas Künstlerischem beschäftigen möchte, kommt mir Musik erst an dritter Stelle. An erster Stelle steht Literatur - da wo andere bewusst Musik hören, würde ich immer eher einen Roman lesen, einen Gedichtband. An zweiter Stelle steht die Beschäftigung mit Kunst (Malerei, Fotos, Skulpturen, Installationen). Erst dann kommt Musik; Pop mag ich gar nicht, zu kommerziell und ich hab es auch nicht so mit Gesang, Klassik als Orchestermusik ist mir meist zu bombastisch - da bleibt nur Jazz, wo ich hin und wieder mal eine CD höre oder auch in ein Konzert gehe.

      Wie ich die Musik dann erlebe, ist schwer zu sagen, das ist so eine Mischung aus Sich-Wohlfühlen und auch ein Stück intellektuelles Interesse.

      Musik über Kopfhörer mag ich überhaupt nicht, weil ich Kopfhörer auf oder in meinen Ohren nicht haben kann, und ich mag es auch nicht, wenn das, was ich um mich herum sehe, mit dem, was ich höre, nicht übereinstimmt.
      En perdant on y gagne quand-même / Et puis après tout, on n'as pas choisi.
    • Imhotep wrote:

      Ich höre Musik so, als wenn mein Hirn die Rhythmen und Melodien auseinandernimmt und nicht die einzelnen Töne oder Schläge auf mich wirken, sondern, als wenn mein Körper das als eine gut funktionierende mathematische Formel aufnimmt.

      Es ist herausfordernd für solche Empfindungen Worte zu finden, im Prinzip kann ich was mit Deinen Worten anfangen denke ich.

      Die "Physik" in meinem System geht wohl mit der "Physik" , der wiederum auch "Mathematik" zugrundeliegt, der Musik in Resonanz und das löst alles mögliche aus in meinem System ist mein Eindruck beim Hören von Musik.
      Daher höre ich heutzutage nur noch selten Musik, da sie mich sehr beeinflussen kann, was ich auf Dauer dann störend empfinde.
      (Unabhängig von evtl. vorkommendem Text, der wiederum einen weiteren Einfluss nehmen kann)

      Bemerkenswert finde ich, dass "Chakrenmusik" für mich physisch spürbar ist in jeweils unterschiedlichen Körperregionen, so wie von den Komponisten gedacht, da "muss" ja irgendwas physikalisches passieren denke ich.


      Mandelkern wrote:

      Da ich primär Barockmusik höre
      Vor allem Bach erlebe ich recht pur in seiner "Mathematik" und "Physik" .
    • Wembley wrote:

      Synästhesie?
      Ja, das fiel mir auch als erstes ein. Auch der Begriff "music & math pattern thinking" oder so ähnlich fiel mir dazu ein, was hier mal in einem Thread zur Auswahl von Denktypen war.

      Es gibt verschiedene Formen der Synästhesie.


      Ich visualisiere mir quasi Musik vor meinem inneren Auge (RW) automatisch. Früher stellte ich mir manchmal dazu Punkte vor, die weiter oben oder unten liegen, für rauf runter und zeichnete die z. B. mit dem Finger in die Luft und hatte dazu dann ein Musterbild. Heute das Bild von FL Studio mit den Patterns, wenn es um die Höhenveränderungen geht, Melodie oder Bass. Aber meist hab ich dazu ein Video der Band im Kopf oder eine Erinnerung. Und ich kann mir, wenn ich will auch Farben zu dem Bild vorstellen oder Farbmischungen, was aber deren Videogestaltungen auch mitbeeinflussen können, aber nicht müssen. Kann auch von den Tonleitern her oder an was es mich erinnert. Oder was assoziatives. Manchmal stelle ich mir auch vor ich würde das mit einer Band auf einem Konzert spielen. Allermeistens muss ich allerdings tanzen oder headbangen, so dass ich in einer Art Rausch bin, woraus ich nur manchmal erwache, wenn ich mir z. B. denke, eigentlich sollte ich mich mehr auf die Arbeitsaufgabe gerade konzentrieren, die gerade vor mir liegt.

      Ansonsten z. B. Motorengeräusche nehme ich wahr, ohne mir dabei den Geschwindigkeitsanzeiger vorzustellen, und doch zu wissen, wie schnell ich fahre, und kann dabei mich auf den Verkehr konzentrieren. Aber vielleicht hab ich dabei unterbewusst ein grobes visuelles Muster im Kopf, wie sich eine gewöhnliche Straße visuell bewegt bei welcher Geschwindigkeit.
    • Wembley wrote:

      Es kommt oft vor das ich beim Musik hören Bewegungen empfinde obwohl ich mich selbst nicht bewege oder seltener Farben/Farbveränderungen assoziiere aber diese nicht sehe - vielleicht so eine Art "unechte" Synästhesie?
      Ja, das kann ich so unterschreiben. Das sieht vor dem geistigen Auge quasi aus wie Wellen und Linien in verschiedenen Grautönen, schwarz und meist dunkelblau. Ich kann das schon visualisieren, allerdings muss ich dafür wirklich abschalten können.
    • Ich interessiere mich sehr für Musik und so wie andere es als Fast Food konsumieren so könnte ich das niemals tun. Musik im Hintergrund im Radio oder im Fahrstuhl zur Berieselung finde ich sehr anstrengend. Was ich auch anstrengend finde ist, wenn Leute immer nur die gleichen Lieder hören wollen. Klar höre ich auch mal Lieder nicht nur einmal aber ich kenne so viele verschiedene Songs, dass die Wiederholungsrate bei mir deutlich geringer ist. Mich interessieren auch die Geschichten hinter den Songs und die Künster und Künstlerinnen dazu. Noch dazu interessiert es mich auch wie die Lieder in den Charts platziert waren und der historische Kontext zu der Zeit als es erfolgreich war interessiert mich auch. Ein Musikstück nur als akustisches Signal aufnehmen kann ich nicht.
    • Musik ist bei mir ziemlich allumfassend. Musik ist Emotionen, Intellekt, Komödie, Tragödie, etc. Ich meine die Musik, ohne die Texte. Ich mag z.B. gelungene Zitate, gute Cover, welche ganz anders klingen als das Original. Musik ist oft genug auch mein Schutzraum. Ich höre im Gegensatz zu @da_hooliii gerne Musik in Endlosschleife. Immer wieder das gleiche. trotz dessen habe ich einen breit gefächerten Musikgeschmack. I Love Music, any Kind of Music ;) .
      Das Leben ist zu komplex um eine festgelegte Meinung zu haben.
    • Musikhören ist für mich eine Art Drogenkonsum. Wirkt meist direkt auf meine Stimmung. Ich verliere mich dann sehr schnell in einer Art Rausch, teilweise bekomme ich die Einzelheiten nicht richtig mit.

      (Das war im Musikunterricht immer ein Problem: Es fällt mir sehr schwer bewusst einem Stück zu folgen und auf bestimmte Sachen wie Wiederholungen ubd Variationen zu achten.)

      Meist höre ich einzelne Stücke in Endlosschleife, weil ich mich nicht auf etwas Neues einstellen mag. Das führt manchmal dazu, dass ich genaue Audio-Erinnerung an dieses Stück aufbauen und das dann ganz oder teilweise im Kopf hören kann.
    • Ich höre Musik nicht nur mit den Ohren sondern nehme die Schwingungen im ganzen Körper wahr. Ich meine damit nicht, dass ich die Musik so laut aufdrehen würde dass die Wände wackeln. ;) Auch bei einer dezenten Zimmerlautstärke sind die Schwingungen deutlich spürbar.

      Die Musik ist für mich nicht nur auf die Akustik beschränkt sondern es laufen dabei in meinem Kopf auch visuelle Eindrücke ab. Die Musik hat für mich also nicht nur den Klang sondern auch ein Aussehen. Mozarts Sonate Nr. 16 (KV 545) beispielsweise ist in der Summe dieser Eindrücke wunderschön. :)
      Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand,
      denn jeder ist überzeugt dass er genug davon habe.
      René Descartes