Seltsamer Charakter bei einem Autisten

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    • Backnetmaster wrote:

      molle66 wrote:

      Hans Asperger beschrieb raffinierte Boshaftigkeiten in seinem Machwerk noch als typisch.
      Das stimmt nicht, er grenzte es davon ab

      Stimmt aber nicht, wenn man den Wortstamm von böse "bos" eingibt findet man dreißig Stellen, die fast immer im Zusammenhang mit Autitischer Psychopathie stehen

      Asperger_Hans.pdf.
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      Man muss die Schuld auch mal bei den Anderen suchen

      The post was edited 2 times, last by molle66 ().

    • Ja, das sagt aber nicht im Ansatz dass aus was du behauptet hast.
      Das sind teilweise Beschreibungen von Blicken und ähnlichem, oder auch aus den Erzählungen der Mütter.

      Diese Impulshandlungen kommen ohne jede Vorbereitung, melden sich nicht an – und sind daher pädagogisch ungemein schwer zu beherrschen; und weiters ist für sie bezeichnend,daß gewöhnlich das geschieht, was in einer gegebenen Situation am allerunangenehmsten, peinlichsten, gefährlichsten ist, daß der Knabe also gerade dafür einGespür haben muß – während er doch sonst so wenig von der Umwelt zur Kenntnis nimmt! – durch diese Treffsicherheit aber wirken die Bosheiten dieser Kinderso „raffiniert“.

      Das ist wohl der Teil den du meintest.
      Treffsicher wirken, weil immer das Schlimmste zu passieren scheint, ist aus meiner Sicht etwas vollkommen anderes als "typische raffinierte Boshaftigkeit".

      Was dort mit "Bosheiten" bezeichnet wird, sind teilweise das Springen/Legen in Pfützen, Sachen vom Tisch werfen etc..

      Auch wenn teilweise aggressive Handlungen beschrieben werden, darf man auch nicht die Sprache außer acht lassen.

      The post was edited 2 times, last by Gerit ().

    • @Backnetmaster

      Aus den in Kindertagen gemachten Erfahrungen kann man aber auch lernen, und diese später gezielt einsetzen. Oder unbewusst in die gewohnten Verhaltensweisen zurückfallen. Letzteres ist bei mir insbesondere dann passiert wenn ich wie ein Kind behandelt wurde. Kann, aber muss ja hier nicht der Fall sein.
      Man muss die Schuld auch mal bei den Anderen suchen
    • molle66 wrote:

      Aus den in Kindertagen gemachten Erfahrungen kann man aber auch lernen, und diese später gezielt einsetzen. Oder unbewusst in die gewohnten Verhaltensweisen zurückfallen. Letzteres ist bei mir insbesondere dann passiert wenn ich wie ein Kind behandelt wurde. Kann, aber muss ja hier nicht der Fall sein.
      Ich denke auch jeden Fall auch das sein Verhalten erlernt ist, aus irgendwelchen für ihn negativ behafteten Situationen heraus.
      Ob das nun für einen Autisten typisch ist oder nicht (für mich hat es einen diabolischen Charakter), die anderen leiden jedenfalls darunter.
      Vielleicht haben manche Autisten tatsächlich so ein Verhalten, wenn sie generell einen Charakter haben der zu Verhalten neigt welches sich daran bereichert wenn andere leiden.
      Mir scheint es manchmal als wären die Leute für ihn eine art Experimentobjekt, weil er manchmal in seinem handeln gezielt zögert, nachdem man ihm sagt er soll etwas tun oder lassen (zB "Wisch deinen Dreck da weg" - eher lassen oder nur so tun/nicht richtig machen / "Jetzt hör auf mit dem Scheiß" - etwas zögerlich dann doch tun) nur um zu schauen wie die andere Person sich noch mehr aufregt oder ob.
      An manchen Tagen ist das wirklich weniger schlimm, aber in letzter Zeit passieren solche Dinge teilweise sogar mehrmals täglich.

      Ich bin mir aber sicher das er dieses verhalten irgendwie erlernt hat. Wie und in welchen Situationen wird er wohl für immer für sich behalten da er generell nicht gerne über sich redet.


      Hundertwasser wrote:

      Ist er vllt. Kanner-Autist und findet es schlimm, dass er überhaupt in der WfbM sein muss und das alles ist seine eigene Art, das auszudrücken? Vielleicht ist es die einzige Art, wie er kommunizieren kann?
      Für einen Kannerautisten halte ich ihn eigentlich nicht, wenn dann wäre er heute ein HfA. So weit ich weiß wäre er eher der typische Asperger, wenn man sich nur die autistischen Merkmale anschaut die er hat und alles andere mal weg lässt.
      Ich kann leider nicht sagen ob er früh oder erst sehr spät angefangen hat zu sprechen.
      Er betreibt garkeine Echolalie, er spricht sehr viel, auch wenn er aus England kommt und dort auch zur Schule ging, er spricht fließend Deutsch wenn auch mit Akzent.
      Er hat motorische Schwierigkeiten, seine Interessen sind auch ziemlich begrenzt auch wenn ich bisher noch nicht so ganz gemerkt habe ob er nun richtige Spezialinteressen hat. Im Moment kommt es mir nur so vor als wäre sein einziges Interesse irgendwie sich mit anderen zu unterhalten und dabei seltsame Diskussionen zu führen um zu schauen ob die Leute es überhaupt merken das seine Fragen unlogisch sind. Manche Leute bei uns haben stärkere geistige Behinderungen und können ironische und unlogische Fragen nicht sofort einordnen und versuchen ernsthaft auf seine Fragen zu antworten. Manch einer merkt es dann doch irgendwann und nimmt dann eine abwehrende Haltung ihm gegenüber ein, was er scheinbar lustig findet.
      Ich habe das auch erst nach einer Weile gemerkt, weil nicht alles was er sagte unlogisch war. Aber nachdem ich das bemerkt habe, habe ich angefangen spaßeshalber auf seinen Unsinn einzugehen und selbst mir ausgedachte unlogische Dinge geantwortet. Ich habe mal mit ihm eine Diskussion geführt über Logik und als er meinte das meine Antwort unlogisch sei, sagte ich das das seine eigene Meinung ist, es aber nicht wahr sein muss, weil ich seine Meinung zu einer Sache auch nicht als logisch betrachte und er meinte das meine Version ja nicht richtig sei. Ich sagte zu ihm das er genauso falsch liegen kann wie ich und meine Logik daher nicht falscher sei als seine, und er für seine eigene Logik durchaus recht haben kann weil er seine Logik versteht, und ich genauso recht bei meiner Logik habe, weil ich sie ja verstehe. Das hat ihn dann so sehr verwirrt das er darüber nicht weiter reden wollte.
      Das problem bei ihm ist einfach das er bei einer Diskussion die Oberhand behalten will und nicht ernsthaft diskutieren kann, weil wenn man ihm durch Logik und Erklärung zeigt das er mal etwas falsch durchdacht hat, scheint ihm das sehr unangenehm zu sein. Er lacht auch ziemlich fies über andere, wenn sie etwas nicht begriffen haben oder was falsch gemacht haben. Ich ignoriere das meistens, finde es aber unangenehm.
      Ich weiß nicht ob es angeboren ist anderen gegenüber Schadenfreude zu empfinden. Ich selbst war nie so jemand. Ich neige eher noch dazu Mitleid einem Feind gegenüber zu haben als das ich ständig über den Schaden anderer zu lachen. Was mich stört ist, das die Gruppenleiter das alles so zu dulden scheinen, wärend sie andere Leute anmotzen wenn sie ihm gegenüber laut werden weil er sie provuziert hat. Laut den Aussagen von zwei verschiedenen Leuten sei das schon passiert.
    • Im Grunde ist er einfach eines von diesen typischen Kindern, die andere gerne ärgern, weil sie sich so schön darüber aufregen. Don't feed the troll!

      Habe mal gelesen von einer Form von Autist, die tatsächlich zum Lügen und Manipulieren neigt, kriege es aber nicht mehr ganz zusammen.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Lex wrote:

      Im Grunde ist er einfach eines von diesen typischen Kindern, die andere gerne ärgern, weil sie sich so schön darüber aufregen. Don't feed the troll!
      Das mit dem Ignorieren funktioniert kaum, also er wird immer wieder gefüttert.
      Man kann da auch schlecht wegsehen wenn es irgendwann zu weit geht. Eigentlich müsste er wegen sowas aus der Gruppe fliegen weil das was er macht auch schonmal in richtung Mobbing geht.
      Heute hing der Essensplan wieder oben an dem Regal. Der Gruppenleiter meinte nur "Vielleicht hat er den da hin gehängt um dich zu ärgern".
      Ich sagte zu ihm das er mich mit sowas nicht ärgern kann weil ich auch wie er da dran komme und ihn wieder abhängen kann. Ärgern täte es wohl eher die, die den Plan lesen wollen, es aber nicht können und auch nicht dran kommen können weil sie zu klein sind. Davon gibt es ja genug in unserer Gruppe.
      Was mich höchstens ärgert ist die tatsache das er das macht um die anderen zu ärgern. Mich ärgert also sein Antrieb da hinter.
      Die Idee das er ein Bully ist, kam mir aber auch schon. Ich denke du hast recht mit der Idee.


      Lex wrote:

      Habe mal gelesen von einer Form von Autist, die tatsächlich zum Lügen und Manipulieren neigt, kriege es aber nicht mehr ganz zusammen.
      In Fachliteratur habe ich davon noch nicht gelesen aber ich kenne auch nicht jedes Buch und jede Biografie oder Beschreibung. Ich vermute es ist selten aber nicht unmöglich.
      Irgendwo habe ich hier mal im Forum vor Jahren gelesen das jemand hier schrieb das Autisten durchaus auch lügen und ziemlich fies sein können und keineswegs immer nur die netten, gerechten und regeln befolgenden Typen seien.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Was mich höchstens ärgert ist die tatsache das er das macht um die anderen zu ärgern. Mich ärgert also sein Antrieb da hinter.
      Bin ich eigentlich die einzige, die sich über die scheinbare Ignoranz/Faulheit der Gruppenleiter ärgert?
      Mag ja sein, dass derjenige irgendein Problem hat, oder nur Spaß dran - aber dieses Wegsehen und Schulternzucken geht in meinen Augen gar nicht.
    • Polarlicht wrote:

      Bin ich eigentlich die einzige, die sich über die scheinbare Ignoranz/Faulheit der Gruppenleiter ärgert?
      Mag ja sein, dass derjenige irgendein Problem hat, oder nur Spaß dran - aber dieses Wegsehen und Schulternzucken geht in meinen Augen gar nicht.
      Mir ist das auch erst bewusst geworden seitdem mir zwei leute gesagt haben das die Gruppenleiter sie getadelt haben weil sie wegen seiner Provukationen laut wurden und ich finde das auch nicht okay. Er ist der Agressor, und da muss man sich nicht wundern wenn sich leute wegen ihm sogar frei nehmen weil es es nicht aushalten.
    • ich hab nur den eingangspost gelesen. Es liest so so wie jemand, dem zuhause nicht viel Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Er ist froh, das seine Person oder sein Verhalten wenigsten negative Aufmerksamkeit bekommt. Das ist besser als gar nichts. wenn man andere leute ärgern kann, und die rasten aus, dann fühlt sich das an, als hätte man die Kontrolle - die man braucht, weil man sie über den rest seines lebens nicht hat. das beste ist, dann nett zu sein, wenn diese person damit rechnet, das man ausrastet. das bringt ihn aus dfem konzept und überrascht ihn, dann hat er die changse, sein verhaltensmuster neu zu booten. schimpfen bringt nix. höchstens ein paar in die schnauze, aber dann ändert er sein verhalten lediglich aus angst. das bringt also auch nichts.

      quelle: eigene Familie ist so
    • paukipaul wrote:

      wenn man andere leute ärgern kann, und die rasten aus, dann fühlt sich das an, als hätte man die Kontrolle - die man braucht, weil man sie über den rest seines lebens nicht hat.
      Danke! Diese einfache, direkte Verbindung war mir in der Deutlichkeit noch nicht klar, liefert mir aber sinnvolle Erklärungen!
      "Auf der Metaebene lässt sich Abstand gewinnen zum Geschehen. [...] Und dabei zeigt sich, dass es andere Perspektiven, andere Erlebensweisen und viel mehr Möglichkeiten für Lösungen gibt, als sich der Mensch in seiner alten kleinen Welt hatte träumen lassen." (Brit Wilczek)
    • paukipaul wrote:

      hat. das beste ist, dann nett zu sein, wenn diese person damit rechnet, das man ausrastet. das bringt ihn aus dfem konzept und überrascht ihn, dann hat er die changse, sein verhaltensmuster neu zu booten.
      Das ist ein interesannter Ansatz.
      Ich neige leider dazu nachtragend zu sein, aber da ich das weiß, versuche ich was dagegen zu tun, da es auch nicht gut für zukünftiges Miteinander ist, selbst wenn es mehr nebeneinander als miteinander ist.
      Ich habe zB letzten Freitag als ihm bei einer seiner Smoothieflaschen was rauslief nach dem Öffnen, einen Lappen gebracht, den er irgendwie zögerlich angenommen hat, auch wenn er ihn nicht benutzt hat, er stand stattdessen auf und holte sich aus der Toilette so Einwegpapier oder Klopapier oder so und wischte das Sofapolster damit ab und der Lappen lag dann den ganzen Tag da herum.
      Ich glaube das ich ihm aber immerhin was gebracht und hatte ihn schon irgendwie verwirrt.


      paukipaul wrote:

      dann fühlt sich das an, als hätte man die Kontrolle - die man braucht, weil man sie über den rest seines lebens nicht hat.
      Ich hatte diese Idee auch schon, aber da ich kaum etwas über das Leben außerhalb der WfbM über ihm weiß, kann ich darüber schwer urteilen.
      Alles was ich weiß ist, das er in einer art betreutem Wohnen oder WG lebt und das er auch einen gesetzlichen Betreuer hat und das seine Eltern nicht in Deutschland leben und er daher nur selten Kontakt zu denen haben kann. Er war über die Sommerzeit mal 2 Wochen am Stück bei denen.
      Er hat auch über das Handy ständig Kontakt zu einer anderen Mitarbeiterin die im Moment noch im Homeoffice ist.
      Die scheint einer der wenigen Leute aus der WfbM zu sein die er genug mag das er sie anständiger behandelt.

      Ich habe in den letzten Wochen immer wieder mit den anderen Mitarbeitern über diese Probleme gesprochen weil auch den anderen nun bewusster wird das es stört und nicht sein sollte.
      Die Gruppenleiter haben das nun mitbekommen und wir haben am Donnerstag oder so dann in einer großen Runde darüber gesprochen. Ich habe da auch erklärt worum es uns geht, das wir Respekt erwarten und ihn auch mit Respekt behandeln wollen, es aber nicht geht wenn er solche Dinge tut.
      Er saß nur da hat nichts gesagt. Als er von den Gruppenleitern gefragt wurde am Anfang worum es wegen ihm geht, meinte er das er keine Ahnung hat.
      Ich habe ihm auch direkt gesagt das wir in der Gruppe für einander da sind, das man immer mit uns reden kann, auch wenn man Probleme mit irgendwas hat, er bekommt das ja selbst mit das die anderen sich austauschen, und über irgendwas Belangloses oder für ihn Komisches will er ja auch oft irgendwie den anderen erzählen. Er macht auf mich einfach einen unzufriedenen Eindruck was er an uns auslässt und das geht so nicht.
      Mir schien es so als habe ihn das nicht sonderlich interessiert.
      Am Freitag habe ich gesehen das er mit einigen anderen wieder mehr geredet hat, wenn auch nicht über Dinge aus seinem Privatleben, aber sobald ich wo hinzu kam, war er wieder still.
      Ich glaube er traut sich nicht was zu sagen wenn ich dabei bin, vielleicht weil er keine Lust hat das ich anfange mit zu reden und für ihn das Gespräch dann wieder unangenehm wird.
    • Reden bringt nix. Wenns was bringen würde, hättest du kein problem. Der kapiert nur Gesten / symbolische Handlungen, Stärke, Respekt, Fürsorge.

      Gib ihm doch mal wenn er grad scheiße ist irgendwas geschenkmäßiges in die Hand, dann wirst du sehen wie er drauf reagiert.

      So in einer gruppensituation dazusitzen, und alle erklären dir, wie blöd du bist und daß du dich bessern musst, das stelle ich mir ziemlich dumm vor.

      Vor allem, wenn es komplett keine Motivation dazu gibt. meine Wahl wäre dann, mich zu schützen und alles zu verweigern und euch abzulehnen, wegen diesem invasiven Eingriff in meine eigene Sphäre.

      Sorry, ich will dir keineswegs deine Arbeit erklären, sieh mir das bitte nach. Ich rede mehr oder weniger von mir selber. Wenns um was anderes gehen würde, hätte ich keine Ahnung-
    • paukipaul wrote:

      Vor allem, wenn es komplett keine Motivation dazu gibt. meine Wahl wäre dann, mich zu schützen und alles zu verweigern und euch abzulehnen, wegen diesem invasiven Eingriff in meine eigene Sphäre.

      Sorry, ich will dir keineswegs deine Arbeit erklären,
      Nein, ist schon okay, ich finde das du da durchaus recht hast.
      Im grunde liegt es eigentlich mit an allen das er so ist und sich nicht ändert. Meines Erachtens nach fehlt die Konsequenz.
      Ich würde eher so handeln, das man ihn belohnt wenn er was gutes macht, oder bei neutralen Situationen, ihn auch neutral behandelt, und schlechtes Verhalten ignoriert oder sofort eingreift wenn es zu weit geht, weil darauf reagiert er meist mit Rückzug, was für alle Beteiligten dann angenehmer ist wenn er sich eben nicht benehmen kann oder will.
      Das problem ist nur das weder die Mitarbeiter (teils auch wegen ihrer geistigen Behinderungen), noch die Gruppenleiter durchgehend konsequent darin sind und für klare Strukturen sorgen.
      Das sieht man ja allein schon daran das selbst die Gruppenleiter manchmal hingehen und ihm sein Zeugs nachtragen obwohl sie ihn vorher mehrfach auch nervig gebeten haben es doch mal selbst zu machen.
      Ich finde das ist eines der Hauptprobleme.


      paukipaul wrote:

      So in einer gruppensituation dazusitzen, und alle erklären dir, wie blöd du bist und daß du dich bessern musst, das stelle ich mir ziemlich dumm vor.
      Das sehe ich auch so. Es hilft vielleicht der Gruppe etwas offen anzusprechen, auch vielleicht denen die sonst eher ängstlich sind und sich nicht trauen, aber es verursacht auch, was einer der Gruppenleiter selbst sagte, das sich quasi eine ganze Gruppe gegen einen stellt, was unfair und nicht mehr auf Augenhöhe ist. Es verstärkt ja nur sein Gefühl von "ich bin hier unerwünscht".
      Das was ich nicht verstehe ist, warum man dann aber auch nicht so weit denken kann warum man denn unerwünscht ist, das wurde ja durchaus gesagt.
      Vielleicht sieht er sein eigenes Verhalten nicht als so schlimm, oder überhaupt als negativ, aber hier kann man dann ja tatsächlich von nicht vorhandener Empathie sprechen.
      Das hat man ja auch gemerkt als er vorher jemanden aussperrte, und danach selbst versehentlich ausgesperrt wurde aber sich darüber vor der Gruppe aufgeregt hat und dem Gruppenleiter da irgendwie weismachen wollte das eine der Mitarbeiterinnen die das machte, auch böse ist.
    • Sonnenseele wrote:

      Manipulatives Verhalten benötigt jedenfalls eine stark ausgeprägte ToM (Theory of Mind). Die meisten Autisten haben da deutliche Defizite, ein solches Verhalten ist daher äußerst untypisch. Es schließt Autismus allerdings nicht zwangsläufig aus.
      Vielleicht reizt denjenigen gerade, dass er vorher nicht abschätzen kann, was seine Aktionen genau auslösen. Ich bin mir nicht sicher, dass Manipulation unbedingt beinhaltet, dass man das Endergebnis schon vorher kennt.
    • Theta wrote:

      Vielleicht reizt denjenigen gerade, dass er vorher nicht abschätzen kann, was seine Aktionen genau auslösen. Ich bin mir nicht sicher, dass Manipulation unbedingt beinhaltet, dass man das Endergebnis schon vorher kennt.
      Das denke ich auch. Auf der anderen Seite merkt man bei ihm aber auch das er es bei Leuten wo er dann die Grenzen deutlich vermittelt bekommt, dann nicht mehr versucht und denen aus dem Weg geht. Er scheint daher doch eher die Leute zu bevorzugen, wo er für sich gesehen eher positive Ergebnisse erzielen kann.
      Ich würde bei der Manipulation auch nicht so weit gehen zu sagen, das es so komplex ist wie es vielleicht bei Nichtautisten die sich so zeigen.
      Ich kann da schlecht Beispiele sagen da ich keine Leute bewusst kennengelernt habe die so sind, da haben andere hier vielleicht mehr Erfahrung als ich.
      Das was ich sagen kann, wo ich eine art von Manipulation und Berechnung feststelle ist halt das er andere dazu versucht zu bringen, Dinge zu tun, die sie eigentlich nicht machen wollen weil sie grad mit was anderem beschäftigt sind.
      Man muss auch dazu sagen, das bei uns die meisten in unserer Gruppe sehr dazu neigen anderen einen Gefallen zutun oder sich leicht überreden lassen was zu machen wenn jemand sie bittet oder ständig erinnert (auch ohne höflich zu bitten).
      Das eine Beispiel wo er zwei Leute dazu brachte gegeneinander Schach zu spielen, obwohl die vorher gemalt haben, ist so eine Situation.
      Ich habe keine Ahnung was das sollte, also was er am Ende davon hatte weil als die dann beide da saßen und spielten, war er ja nichtmal mehr dabei, er ging nach einer Weile weg nachdem sie angefangen haben zu spielen und kam auch nicht wieder. Sein Sitzplatz ist zwar in Blickweite in einer Ecke, aber ich glaube für das Spiel selbst hat er sich garnicht interessiert.
      Ich hatte eher den Eindruck das er es viel interesannter fand die beiden dazu zu bringen überhaupt zu spielen, weil das mehrere Anläufe und Hartneckigkeit brauchte. Und später kam eben der Gruppenleiter raus und sagte das sie jetzt nicht spielen sollen weil wir keine Pause haben.
      Ich habe ihn nicht genau dabei beobachtet, was seine Reaktion dabei war aber ich weiß das er das unweigerlich mitbekommen haben muss, wie jeder von uns im Raum.
      Das ist schon ein aktives Manipulieren, wenn er das im Wissen gemacht hat das die da eigentlich nicht hätten spielen dürfen.
      Vielleicht findet er es generell amysant und gut für sein Ego, Leute dazu zu bringen verbotene Sachen zu machen und zu schauen ob sie dafür Ärger kriegen.
      Das kommt jetzt nicht ständig vor, so oft habe ich das noch nicht beobachtet.
      Da ist das mit dem absichtlich Missgeschicke vorteuschen häufiger.
      Meine Vermutung hier ist, das er hier ebenfalls auf die Reaktionen aus ist. Er ist generell motorisch eher ungeschickt und wenn ihm was versehentlich passiert, kommt es vor das andere dann dumme Sprüche von sich geben. Es wäre hier sicher besser ihn zu ignorieren und zu helfen, so wie ich das am Freitag mit dem nassen Lappen gemacht habe.
      Aber ich vermute wegen der blöden Reaktionen der meisten anderen macht er dann das ganze nochmal, mit Absicht, um weitere Reaktionen von den anderen zu bekommen.
      Ich verstehe zwar nicht was er davon hat, da ich mich selbst nie so verhalten würde, aber irgendwas scheint das mit ihm zu machen.
    • Theta wrote:

      Vielleicht war er vorher in einem Umfeld, in dem er nicht beachtet wurde und wo niemand auf seine Vorschläge eingegangen ist.
      Wir haben darüber schon sehr viel rumgerätselt. Eine andere Theorie war auch das er von seinen Eltern verwöhnt wurde und alles hinterher getragen wurde. Es ist ja möglich das er schon immer als "besonderes Kind" behandelt wurde, wenn die Eltern schon in seiner Kindheit wussten das er eine Behinderung hat. In England sind die was Autismus angeht glaube ich weiter als wir. Diese Theorie passt zumindest dazu das er sich ständig weigert sich um sich selbst und seine eigenen Belange zu kümmern. Das mit dem Tablett wegräumen ist ja nur eine Sache. Er macht es einfach nicht, versucht sich davor zu drücken indem er auf passive Weise sich selbst aus der Zone bewegt, zB geht er gleich nach dem Essen aufs Klo und kommt dann für über 45 Minuten nicht zurück, weil er weiß das die Frau vom Essenswagen zwischen 12:45 und 13uhr kommt und die Tablets wieder abholt. Oder er klaut sich von den anderen noch den Nachtisch, den sie übrig gelassen haben, damit er sich drücken kann, vonwegen er kann grad nicht weil er noch am essen ist. Irgendwer erbarmt sich dann meistens, neulich ja sogar der Gruppenleiter selbst, nachdem er vorher mehrmals sagte er solle es wegräumen.
      Auf diese Weise bekommt er ja seinen Willen auch. Vielleicht musste er sich früher nie um irgendwas kümmern, die Eltern haben es ihm auch nicht versucht beizubringen weil sie dachten der ist behindert und wird das eh nie richtig können oder was auch immer.