Vorurteile und Oberflächlichkeit bei Autisten

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    • H. M. Murdock wrote:

      Ich lüge auch nicht gerne. In der Situation musste ich auch erst einen Moment überlegen, was ich sage. Ich habe mich dann für die Lüge entschieden. Denn diese kleine Lüge richtet keinen Schaden an und die Lütten haben sich gefreut. Und, ja, Eigennutz war natürlich auch dabei... Ich war sie los...
      Also deutest du zuerst an, dass die Lüge zum Wohl der Kinder sei, aber bei genauer Betrachtung stellt sich heraus, dass die Lüge primär deiner Ruhe diente. Oder fasse ich das falsch auf?

      Ich glaube im Übrigen, dass derlei Lügen Kindern sehr wohl schaden können. Nämlich dann, wenn sie für jeden Sch*** gelobt werden und dann später dafür kritisiert, dass sie ja gar nicht in der Lage sind, ihr eigenes Können im Einklang mit der Realität einzuschätzen. Wie sollen sie das dann aber auch, wenn man ihnen ständig erzählt, dass alles, was sie machen ganz toll ist, obwohl es nicht den Tatsachen entspricht? (Ich sage nicht, dass dafür ein einmalig gelogenes "Oh toll" reicht).

      Und klar, wenn man Interesse zeigt, dann sollte man darauf gefasst sein, dass man sich auch vielleicht in einer längeren Interaktion befindet. Es ist dann natürlich von Vorteil, auch tatsächlich Interesse zu haben und nicht nur welches zu heucheln ;) Meine Ansicht ist, dass man sich entweder aufrichtig mit Kindern beschäftigen sollte oder lieber gar nicht. "Sorry, tut mir leid, aber ich habe heute leider nicht die Konzentration mich mit euren Bildern zu befassen, ich wollte etwas Wichtiges mit eurer Mama /euren Papa besprechen. Nächstes Mal wieder" (Sofern das mit dem nächsten Mal keine Lüge ist). Kinder merken auch für gewöhnlich, ob jemand ehrliches Interesse an Ihnen zeigt und "halbherziges" Interesse brauchen die meisten Kinder normalerweise nicht.
      "Auf der Metaebene lässt sich Abstand gewinnen zum Geschehen. [...] Und dabei zeigt sich, dass es andere Perspektiven, andere Erlebensweisen und viel mehr Möglichkeiten für Lösungen gibt, als sich der Mensch in seiner alten kleinen Welt hatte träumen lassen." (Brit Wilczek)
    • @Kayt Er schrieb "Eigennutz war auch dabei" - nicht, dass es ihm primär um den Eigennutz ging.

      Ich würde meinem Neffen auch niemals sagen, dass ich sein Bild hässlich finde, ich finde allein die Vorstellung, so etwas einem kleinen Kind, das stolz sein Werk präsentiert, grotesk.
      Aber ich muss sagen, ich hab bisher in jedem noch so unbeholfen hingekritzelten Bild meines Neffen etwas Schönes gesehen, von daher kam ich gar nicht in die Verlegenheit, lügen zu müssen.
    • @Lefty Das stimmt, aber in Beitrag 18 habe ich noch kein "Bekenntnis zum Eigennutz" erkennen können.

      Zu sagen, dass man es hässlich findet, war auch nicht mein Vorschlag. (Ich will damit nicht sagen, dass du meinst, dass es mein Vorschlag wäre, aber ich möchte mich vorsichtshalber davon distanzieren, weil ich in dem Kontext ja auch gegen lügen plädiert habe).
      "Auf der Metaebene lässt sich Abstand gewinnen zum Geschehen. [...] Und dabei zeigt sich, dass es andere Perspektiven, andere Erlebensweisen und viel mehr Möglichkeiten für Lösungen gibt, als sich der Mensch in seiner alten kleinen Welt hatte träumen lassen." (Brit Wilczek)
    • Sonnenseele wrote:

      Ich finde es gut, dass in deinem Fall sowas geschätzt wurde und du deswegen die Stelle bekommen hast. Aber es ist doch oft leider so, dass man sich "gut verkaufen muss" um irgendwie eine Chance auf eine Einstellung zu bekommen.
      Im Bewerbungsgespräch werden deine bisherigen Tätigkeiten mit den geforderten verglichen und abgeschätzt, ob das passt. Dazu wird noch Fachwissen abgeklopft und nach dem Gespräch sondiert, ob es von der Verträglichkeit her mit den Kollegen passt.

      Einige tragen in den Bewerbungsschreiben oder Lebenslauf wohl zu dick auf (RW), hatte ich mal gelesen, was dann im Gespräch auffiel.

      "Gut verkaufen" kann man auch ehrlich. Wenn die Personaler das mit bekommen, hast du verloren. Wenn es in der Probezeit heraus kommt bist du auch schnell wieder draußen.
    • Tux wrote:

      Im Bewerbungsgespräch werden deine bisherigen Tätigkeiten mit den geforderten verglichen und abgeschätzt, ob das passt. Dazu wird noch Fachwissen abgeklopft und nach dem Gespräch sondiert, ob es von der Verträglichkeit her mit den Kollegen passt.

      Tux wrote:

      "Gut verkaufen" kann man auch ehrlich.
      Leider wollten bei mir sehr viele wissen, warum ich so lange Zeiten ohne Job hatte. Es war krankheitsbedingt, wie willst du das gut verkaufen? Meine Ehrlichkeit diesbezüglich hat nur dazu geführt, dass ich keinen Job bekommen habe. Erst seitdem ich in dem Punkt nicht mehr ehrlich bin, klappt es auch wieder mit den Jobs. Kein Arbeitgeber möchte etwas von längeren krankheitsbedingten Ausfallzeiten hören. Es ist ja eigentlich auch nicht relevant, weil ich nicht ständig krank bin (in den letzten 7 Jahren gerade mal 1,5 Wochen). Also tut meine Lüge auch niemandem weh.
      Glaub nicht alles, was du denkst.
    • ADD83 wrote:

      Für mich ist es aber keine Lüge zB auf die Frage „Hast du dir heute früh einen Keks aus der Dose genommen?“ die Antwort zu geben: „Ich war heute morgen nicht an der Keksdose“, wenn ich den Keks zwar genommen hab aber zB erst mittags. Ich habe es ja auch nicht verneint keinen Keks genommen zu haben. Ich lüge also nicht was die Fakten angeh
      Das ist ein gutes Beispiel, wie man sich eigenes Fehlverhalten schön reden kann.

      ADD83 wrote:

      Was ist den bereits eine Lüge?
      Also das kann im Alltag ganz vieles sein, Kleinigkeiten. Schon wenn jemand fragt, wie es dir geht, und du sagst "gut", dann kann es eine Lüge sein, wenn das nicht stimmt. Aber die Floskel funktioniert ja so, keiner will was anderes hören. Deshalb sage ich manchmal "gut" wenn es nicht stimmt, oder ich sage "geht so" oder "ganz okay", auch wenn ich heulen könnte. Oder du sagst Guten Morgen zu jemandem und meinst es nicht so. Oder jemand fragt, ob du was mit ihm machst, und du sagst, du hast was anderes zu tun, obwohl du hauptsächlich keine Lust hast oder irgendwas an ihm unangenehm findest. Früher hätte ich "ja" gesagt, weil ich nie darauf geachtet habe, was ich wirklich will, inzwischen sage ich auch mal nein, das ist ein Fortschritt. Da mir so ziemlich jede Lüge bewusst ist, registriere ich vergleichsweise viele solcher kleiner Lügen. Natürlich kann man anfangen, für jede Situation eine alternative ausweichende, ablenkende Antwort auszudenken, die dann keine direkte Lüge wäre, aber auch jedes Drumherumreden ist irgenwie eine Lüge, und das ist für den Alltag nicht praktikabel.

      ADD83 wrote:

      Wenn ich einfach schweige verheimliche ich auch Informationen. Aber wenn (mal ein anderes Beispiel) jemand mir sein Baby zeigt und fragt „Isses nicht süß?“ dann halte ich einfach lieber die Klappe als zu sagen „Naja, ganz schön hässlich.“ Sonst müsste ich lügen, ich will ja aber auch keinen verletzen. Schwierig das Ganze
      Das wäre auch ein Beispiel, wo man sich zwar viel Mühe geben kann, irgendwie nicht zu sagen, dass man das Baby hässlich findet ohne zu lügen, aber man kann auch einfach auf das "Isses nicht süß" "ja" sagen. Tut keinem weh, außer einem selber vielleicht. Dass die Begeisterung nicht allzu groß ist, merkt man bei mir trotzdem recht schnell, weil andere fragen dann sofort "darf ich es mal halten?", und mein Gesicht drückt unter Umständen eher aus "bleib mir weg mit dem Ding". :lol:
      (aber ich beherrsche mich und versuche neutral bis freundlich zu schauen)
      Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
      (Howard Zinn)
    • Also bei manchen Antworten, die man hier im Thread und im Forum so liest, wundert es mich nicht, dass es sehr schwierig sein kann, mit Autisten zu kommunizieren und frage mich im selben Moment auch, ob ich auf NT´s auch ähnlich wirke.

      Die fehlende Reflektion der eigenen Verhaltensweisen und die eingeschränkte Perspektivübernahme bei gleichzeitigem "bashing" der neurotypischen Welt und deren angestammten Verhaltensweisen wirkt auf mich doch sehr voruteilsbehaftet und teils eben oberflächlich.
      Ich finde, man muss sich immer ein wenig anpassen, es zumindest versuchen, das machen neurotypische Menschen genauso und es ist der Kitt, der alles irgendwie zusammenhält. Man kann nun mal nicht immer völlig individuell sein und ohne Rücksicht auf andere agieren und seine Sichtweisen durchsetzen.
      Dazu gehören eben auch die sogenannten sozialen Lügen.
      Mir ist die Wahrheit auch am liebsten, und ich habe den Anspruch an andere, dass sie mir die Wahrheit sagen sollen, auch wenns unangenehm ist. Aber ich zwinge Ihnen meine Sichtweise nicht auf, wenn ich merke, dass sie dazu eine andere Sichtweise haben und "belüge" sie, wenn es ihnen damit besser geht. Mein Anspruch ist eben nicht der alleingültige.

      Auch mir gefallen viele Sachen, die in der Gesellschaft ablaufen, nicht, und ich kann versuchen, trotz Anpassung meine eigenen Standards zu leben, ohne mich selbst zu verraten oder zu verbiegen, bis ich breche. Aber ich weiss gleichzeitig, dass ich auch nicht die komplette Gesellschaft ändern kann (auch wenn ich das in meinen Träumen gern würde).
      Aber das ist hier nicht Thema.

      Ich habe mich lustigerweise öfter dasselbe gefragt, wie @Shenya im Eingangspost, denn auch ich ertappe mich öfter bei Voruteilen, Schubladisierungen, emotionalen Ausrastern ohne rationales Denken, obwohl ich Rationalität bei mir sehr schätze und kultiviere.

      Ich denke, auch Autisten sind auch "nur" Menschen, und davor genauso wenig gefeit.
      Was mir aber auffällt (hier im Forum, ich kenne keine Autisten persönlich) ist, dass Voruteile und Lästern (meist über die NT-Welt) oft als rationales Denken verkauft wird - vielleicht um auch vor sich selbst besser dazustehen? Weil man ja eh schon so viele Probleme in dieser schwierigen Welt hat, mit Vorurteilen sich selbst gegenüber zu kämpfen hatte und nicht auf dieselbe Stufe hinabsteigen will - es aber eben trotzdem tut.

      Kognitive Dissonanz ist dafür eine schöne Bezeichnung.

      Also ja, ich bin definitv manchmal oberflächlich und leichtfüssig in Denken ud habe keine Angst vor Schubladen, ich denke aber der grosse Unterschied zur allgemeinen Gesellschaft ist, dass ich (und ich denke viele Autisten generell) mir dessen auch bewusst bin und darüber reflektiere. Genauso wie sich über soziale- und Notlügen bewusst sein und sie dann trotzdem oder gerade deswegen bewusst einsetzen können.
      Weil das gewisse Beziehungen oberflächlich eben doch stärkt - bis sie ein Niveau erreichen, wo man auch ehrlicher sein kann und darf. ;)
    • Lilja wrote:

      Weil das gewisse Beziehungen oberflächlich eben doch stärkt - bis sie ein Niveau erreichen, wo man auch ehrlicher sein kann und darf.
      Wer verbietet es ehrlich zu sein? Niemand. Was sollen das für "Beziehungen" sein? Bei der Grundlage wird das Niveau niemals erreicht.

      Grundlage jeder Beziehung ist Vertrauen. Oder willst du eine Beziehung, in der alles was du mitteilst 1:1 an jeden weiter erzählt oder gegen dich verwendet wird?
    • Lilja wrote:

      Ich denke, auch Autisten sind auch "nur" Menschen, und davor genauso wenig gefeit.
      Was mir aber auffällt (hier im Forum, ich kenne keine Autisten persönlich) ist, dass Voruteile und Lästern (meist über die NT-Welt) oft als rationales Denken verkauft wird (...)

      Kognitive Dissonanz ist dafür eine schöne Bezeichnung.
      Ja, das meinte ich unter anderem. Kognitive Dissonanz passt auch.
      Oder wie das Sprichwort geht: man sieht den Splitter im Auge des anderen aber nicht den Balken im eigenen, oder so ähnlich.
      Natürlich kann ich auch verstehen, dass man die Stärken hervorheben will.
      Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
      (Howard Zinn)
    • Shenya wrote:

      Schwarze Katze wrote:

      Mich wundert es immer wieder, dass so viele Menschen ein Leben lang scheinbar nie für ein Thema brennen (RW).
      Bist du sicher, dass es so ist? Ich denke, man müsste einen Menschen sehr gut kennen, um das sicher zu wissen.
      Ich bin nicht sicher, weil ich es mir schwer vorstellen kann so zu existieren. Jedenfalls nicht ohne immensen Leidensdruck. Deswegen schrieb ich auch "scheinbar". Vielleicht wird es nur einfach nicht so offen gezeigt. Nach meiner Erfahrung sind die meisten Menschen aber sehr "lauwarm" allem gegenüber. Die Ausnahmen haben oft eine Autismusdiagnose oder zeigen zumindest Anzeichen in der Richtung. Vielleicht ist deren Intensivthema ja auch "Socializing", was für mich einfach keinen derartigen Stellenwert hat.

      Dr. L84 wrote:

      Tux wrote:

      Bevor ich lüge, reite ich mich lieber selbst in die Scheisse.
      Als ich letztes Jahr den Termin für den Konzentrationstest der ADHS Diagnostik hatte musste ich 3- 3,5 Stunden Zugfahrt auf mich nehmen, die ich ohne Selbstmedikation nicht durchgestanden hätte. Die Diagnostikerin fragte mich direkt zu Beginn, ob ich mich an diesem Tag eine Selbstmedikation vorgenommen hatte, die ich wahrheitsgemäß mit "Ja" beantwortet hatte.
      Das ist ein schlechtes Beispiel. Den Leuten wird zu Recht eingebläut, dass dahingehend bei Ärzten, Krankenhaus, usw. niemals gelogen werden darf, weil man sich sonst selbst schadet. D.h. auch der größte Lügner hätte in dem Fall relativ wahrscheinlich die Wahrheit gesagt.
      Und auch Du hättest Dir geschadet mit einer Lüge. Du wolltest ja eine seriöse Diagnostik mit einem richtigen Ergebnis, davon gehe ich jetzt mal aus.
      Auch bei Ärzten gibt es eine Grenze, was sie an Wahrheit hören möchten. Meist dann, wenn es um Berufskollegen geht, die ihre Arbeit nicht gut gemacht haben. Das Arbeitsamt hatte mich im letzten Jahr zu einer Begutachtung bei einem Arzt geschickt. Der warf mich raus, nachdem ich darauf bestand, dass ich zehn Jahre lang Litium verschrieben bekommen (und genommen hatte), ohne dass der verschreibende Psychiater je den Spiegel getest hat. Dass sich ein Kollege so verhält, war für ihn nicht akzeptabel. Er hat mich aufgefordert meine Aussage zurückzunehmen und etwas anderes zu behaupten. (=Also zu lügen.) Konnte ich nicht, habe mich deshalb geweigert und er brach das Gespräch ab.
    • Tux wrote:

      Lilja wrote:

      Weil das gewisse Beziehungen oberflächlich eben doch stärkt - bis sie ein Niveau erreichen, wo man auch ehrlicher sein kann und darf.
      Wer verbietet es ehrlich zu sein? Niemand. Was sollen das für "Beziehungen" sein? Bei der Grundlage wird das Niveau niemals erreicht.
      Grundlage jeder Beziehung ist Vertrauen. Oder willst du eine Beziehung, in der alles was du mitteilst 1:1 an jeden weiter erzählt oder gegen dich verwendet wird?


      Schau, du bist einer der Autisten, von denen ich meinte, dass es schwer ist, mit ihnen zu kommunizieren. Du kannst oder willst gewisse Sachen nicht vertehen, das ist auch in Ordnung, und ich habe wiederum nicht die Energie und Lust, Grundlegendes grossflächig zu erklären, also möchte ich mit dir nicht weiter darüber diskutieren.


      Schwarze Katze wrote:

      Shenya wrote:

      Schwarze Katze wrote:

      Mich wundert es immer wieder, dass so viele Menschen ein Leben lang scheinbar nie für ein Thema brennen (RW).
      Bist du sicher, dass es so ist? Ich denke, man müsste einen Menschen sehr gut kennen, um das sicher zu wissen.
      Ich bin nicht sicher, weil ich es mir schwer vorstellen kann so zu existieren. Jedenfalls nicht ohne immensen Leidensdruck. Deswegen schrieb ich auch "scheinbar". Vielleicht wird es nur einfach nicht so offen gezeigt. Nach meiner Erfahrung sind die meisten Menschen aber sehr "lauwarm" allem gegenüber. Die Ausnahmen haben oft eine Autismusdiagnose oder zeigen zumindest Anzeichen in der Richtung. Vielleicht ist deren Intensivthema ja auch "Socializing", was für mich einfach keinen derartigen Stellenwert hat.

      Also wenn ich an meine Bekannten denke, hatte jeder mindestens ein Thema/Hobby das ihm wichtig war und das er gern in der Freizeit gemacht hat oder sich darüber unterhalten hat. Und das waren definitiv neurotypische Menschen. Es mag nicht dieses ureigene Bedürfnis dahinterliegen, sich damit am liebste 24/7 zu beschäftigen, welches Autisten haben, sodass es deren Lebensinhat ist, aber das ist ja auch ein Symptom des Autismus und keine neurotypische Norm.

      Das ist dann schon wieder mit eigenen Massstäben messen und sich wundern, dass dabei nicht dasselbe rauskommt wie bei einem selbst.
    • Lilja wrote:

      Schau, du bist einer der Autisten, von denen ich meinte, dass es schwer ist, mit ihnen zu kommunizieren. D kannst oder willst gewisse Sachen nicht vertehen, das ist auch in Ordnung, und ich habe wiederum nicht die Energie und Lust, Grundlegendes grossflächig zu erklären, also möchte ich mit dir nicht weiter darüber diskutieren.

      Diskussion basiert auf Argumentation. Fragen stellen und Meinung äussern sind keine Argumente, die von etwas überzeugen sollen.

      Abert trotzdem Danke für deinen gescheiterten Versuch mir einen rein zu drücken und mich zu verletzten.
      Erklären kann so einfach sein, sofern Ausreden nicht die eigene Kompetenz untergraben, weil man der Herausforderung nicht gewachsen ist. Man wächst mit der Herausforderung.
    • Tux wrote:

      Erklären kann so einfach sein,
      Du hast mehr als genug Erklärungen bekommen, aber deine Reaktionen darauf zeigen jedes Mal nur absolute Unfähigkeit/Unwille andere Sichtweise auch nur zu akzeptieren
      (was die Mindestvoraussetzung für ein vernünftige Diskussion wäre), geschweige denn, diese zu verstehen zu versuchen.
    • Aldana wrote:

      Tux wrote:

      Erklären kann so einfach sein,
      Du hast mehr als genug Erklärungen bekommen, aber deine Reaktionen darauf zeigen jedes Mal nur absolute Unfähigkeit/Unwille andere Sichtweise auch nur zu akzeptieren (was die Mindestvoraussetzung für ein vernünftige Diskussion wäre), geschweige denn, diese zu verstehen zu versuchen.
      Wenn du mir jetzt noch sagen kannst, woran du festmachst, dass ich die Sichtweise nicht akzeptiere?
      Warum stelle ich wohl Fragen? Des Verständnisses wegen.

      Du kannst also, ohne eine Antwort auf deine Fragen zu bekommen etwas verstehen?
      Dann herzlichen Glückwunsch.
      Du hast jedem Menschen auf diesem Planeten etwas vorraus. Ich versuche nicht zu verstehen, weil versuchen nix halbes und nix ganzes ist.

      Ich möchte verstehen und das ist der Unterschied.

      Nice try, but you are failed definitly. Look at the training material and if you feel ready then try again in 6 months.
    • Tux wrote:

      Lilja wrote:

      Schau, du bist einer der Autisten, von denen ich meinte, dass es schwer ist, mit ihnen zu kommunizieren. D kannst oder willst gewisse Sachen nicht vertehen, das ist auch in Ordnung, und ich habe wiederum nicht die Energie und Lust, Grundlegendes grossflächig zu erklären, also möchte ich mit dir nicht weiter darüber diskutieren.
      Diskussion basiert auf Argumentation. Fragen stellen und Meinung äussern sind keine Argumente, die von etwas überzeugen sollen.

      Abert trotzdem Danke für deinen gescheiterten Versuch mir einen rein zu drücken und mich zu verletzten.
      Erklären kann so einfach sein, sofern Ausreden nicht die eigene Kompetenz untergraben, weil man der Herausforderung nicht gewachsen ist. Man wächst mit der Herausforderung.

      Ich sehe nicht, wo ich dir eine reindrücken wollte, ich war bloss absolut ehrlich zu dir. Das ist doch genau das, was du hier von allen verlangst.

      Du dagegen erscheinst mir sehr generalisierend, provozierend, angrifsslustig und herablassend, wenn eine Meinung nicht mit deiner Weltsicht übereinstimmt.
      Deine Weltsicht ist aber nicht die alleinig richtige, da du das aber nicht einsehen möchtest und auf Erklärungsversuche eben nicht eingehst, sondern weiter deine provozierend-herablassenden Fragen stellst und dies als Diskussion verkaufen willst, erübrigt sich eine solche genau an diesem Punkt.

      Aldana wrote:

      Tux wrote:

      Erklären kann so einfach sein,
      Du hast mehr als genug Erklärungen bekommen, aber deine Reaktionen darauf zeigen jedes Mal nur absolute Unfähigkeit/Unwille andere Sichtweise auch nur zu akzeptieren (was die Mindestvoraussetzung für ein vernünftige Diskussion wäre), geschweige denn, diese zu verstehen zu versuchen.

      Vielen Dank, Aldana, genau das meinte ich.
    • Lilja wrote:

      Ich sehe nicht, wo ich dir eine reindrücken wollte, ich war bloss absolut ehrlich zu dir. Das ist doch genau das, was du hier von allen verlangst.
      Ich habe darum gebeten.

      Nur so am Rande: So offensichtlich, dass selbst ich es verstehe.

      Lilja wrote:

      Du dagegen erscheinst mir sehr generalisierend, provozierend, angrifsslustig und herablassend, wenn eine Meinung nicht mit deiner Weltsicht übereinstimmt.
      Der Schein trügt. Eine Meinung zu einem Thema. Ich hab meine und du deine und das ist gut so. Eine Meinung zur Weltsicht machen ist weit über das Ziel hinausgeschossen. Was habe ich den für ein Weltbild deiner Meinung nach?


      Lilja wrote:

      Deine Weltsicht ist aber nicht die alleinig richtige, da du das aber nicht einsehen möchtest und auf Erklärungsversuche eben nicht eingehst, sondern weiter deine provozierend-herablassenden Fragen stellst und dies als Diskussion verkaufen willst, erübrigt sich eine solche genau an diesem Punkt.
      Mein Weltbild ist mein Weltbild und hat nichts mit richtig oder falsch zu tun. Untermauer deine Behauptung mal mit Fakten, wo ich sage das mein Weltbild das allein richtige ist.
      Welche Erklärungsversuche? Hast du deine Ausrede, zum nicht erklären wollen, aus dem vorherigen Beitrag schon vergessen?
      Bring es mal auf den Punkt und rede Klartext, statt mit schwammigen Behauptungen um die Ecke zu kommen. Bring mal die Fakten an, damit eine Diskussion mit möglichen Lösungen daraus werden kann. Wir sind hier nicht im Debattierklub des Bundestags, wo ständig darum gewetteifert wird wer den besseren Redenschreiber hat.

      Mein Fragen sind rein sachlicher Natur und dienen dem Informationsaustausch. Ich bin nicht verantwortlich dafür, wenn da etwas reininterpretiert wird, wo es nichts zum interpretieren gibt. Bei mir steht nichts zwischen den Zeilen und ich halte mir beim schreiben auch keine Blume vors Gesicht. Wenn da etwas durch Interpretation hinzugedichtet wird, was nicht da ist, ist das daraus entstandene Problem durch den Interpretator/in selbst verursacht.
    • Weil ich nur wenige andere Autisten persönlich kenne, kann ich hier überwiegend über meine Wahrnehmung von Vorurteilen und Oberflächlichkeit schreiben. Ich will hier jetzt keine Kontroverse anzetteln, aber ich halte von Vorurteilen gegenüber Andersartigkeit ganz und gar nichts, weil ich diese Vorurteile nicht verstehe und genauso überhaupt nicht nachvollziehen kann. Ich verstehe nicht wieso eine andere Herkunft, Hautfarbe, Religion, Orientierung, und ähnliches "falsch" sein sollen. Für mich sind das einfach nur irgendwelche Merkmale, die nichts über die inneren Werte der Person aussagen. Ich verstehe auch nicht, warum sich dagegen Gruppendynamiken bilden oder sich viele von Vorurteilen leiten lassen. Man könnte mir die angeblichen Gründe für diese Diskriminierung noch so oft nennen und erklären, meine Sichtweise zu den von der Gruppendynamik ausgeschlossenen Leuten und Dingen wird dadurch nur noch stärker und ich werde diesbezüglich auch immer sturer. Wieso sollte ich bei etwas mitmachen, was a) das genaue Gegenteil von meinen persönlichen Werten ist? b) für mich absolut verwerflich ist? c) was meiner emotionalen Gesundheit schadet? Vorurteile und Diskriminierung machen mich sehr wütend und stoßen mich weg, ziemlich oft führt so was bei mir zu Protest und ich ergreife für die ausgeschlossenen Partei. Das liegt an meinem sehr ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn, meinen persönlichen Werten, und meiner deutlichen Neigung äußere Einflüsse generell zu hinterfragen. Persönlich verachte ich die Leute, die sich von Gruppendynamiken gegen andere mitreißen lassen, da es sich mit meinen persönlichen Werten enorm beißt. Es bringt mir nichts, bei etwas mitzumachen, was ich persönlich absolut verwerflich finde. Dadurch dass ich von solchen Gruppendynamiken immer größtmöglichen Abstand halte, tue ich nicht nur mir selbst etwas gutes, sondern auch denjenigen die darunter leiden. Ich habe in diesen andersartigen Leuten auch echte Freunde gefunden, weil wir uns untereinander so nehmen wie wir nun mal sind. .
      Mit Oberflächlichkeit verhält es sich bei mir wie mit Vorurteilen. Auch hier will ich keine Kontroverse anzetteln, aber ich finde dass Oberflächlichkeit so wie Vorurteile das Gegenteil von meinen persönlichen Werten ist und ich so was nicht vertretbar finde. Persönlich finde ich diese ganzen mit Trends, angeblichen Idealbildern, und ähnlichem bezeichneten Dinge ziemlich lächerlich, weil es mir überhaupt nichts gibt. Es gibt hier zwar auch Ausnahmen, aber diese sind bei mir eher selten. Für mich ist das ganze eigentlich nichts als reine Manipulation. Genau wie im Bezug auf Vorurteile, ist es auch hier für mich wichtig selbst und eigenständig zu denken so wie zu handeln, und nicht weil es gerade beliebt oder sonst was ist. Wenn irgendetwas "in" oder so wird, schaue ich ob etwas davon für mich dabei sein könnte und prüfe in Gedanken ob ich das wirklich mag oder nicht. Auch hier hinterfrage ich das ganze gründlich und bilde mir lieber meine eigene Meinung, bei der ich dann starr bleibe. Im Grunde genommen ist es für mich im Bezug auf Vorurteile und Oberflächlichkeit ein und dasselbe, in Wirklichkeit mögen Leute innerhalb dieser "In-groups" sich nicht gegenseitig, sondern nur die Meinungen und das Zeug der anderen Gruppenmitglieder. Ich verstehe diese Haltung dazu überhaupt nicht.
      Zum Glück sind bei meinen Freunden und meinen engsten Kreisen Themen wie Vorurteile und Oberflächlichkeit genauso unbegreiflich wie bei mir, und wir Interessieren uns nur für innere Werte.