Mein Alltag - Tipps?

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    • Mein Alltag - Tipps?

      Hey Leute,

      ich hab das Bedürfnis mich ein wenig "auszukotzen" und wäre auch für hilfreiche Tipps sehr dankbar.

      Ich gehe seit etwa 2 Monaten in einen Kurs und mache gerade die Ausbildung zur Lohnverrechnerin. In meinem Kurs sind wirklich sehr unangenehme Leute und meine Sitznachbarin ist recht anstrengend - sie ist aber wenigstens die einzige die nicht so verrückt ist wie die anderen Leute dort. Sie fragt mich aber ständig wie es mir geht und sagt ständig hallo und sie "denglischt" auch die ganze Zeit. Ist nur ein kleiner Auszug aus dem Nervfaktor von ihr, um es nur ein wenig zu verdeutlichen. Die Situation dort ist auch sehr überfordernd für mich, weil ich in sehr kurzer Zeit wirklich enorm viel lernen muss und mich konzentrieren können muss, was dort einfach oft nicht gegeben ist. Es zehrt sehr an meinen Kräften die ganze Situation. Einen Monat hab ich noch vor mir und ich merke, wie ich immer genervter werde und wie wenig Kraft ich noch habe. Zudem kommt noch der Weg dorthin dazu, ich fahre täglich etwa zwei Stunden und muss mit der U-Bahn fahren, die für mich wirklich furchtbar ist (es gibt leider keinen anderen Weg dorthin, hab alles versucht, der einzig andere bräuchte teilweise 1 1/2 Stunden für eine Fahrt). Da schaffe ich mir ein wenig Abhilfe mit ANC-Kopfhörern und einem Zauberwürfel.

      Mein größeres Problem ist, dass ich es kaum schaffe zuhause die Batterien aufzuladen und unter der Woche nicht brauchbar bin. Am Wochenende brauch ich dann nochmal mehr Ruhe und schaffe es mal mehr, mal weniger am Montag wieder fit zu sein. Aktuell habe ich meistens zwei Tage in der Woche ganz für mich, weil mein Partner und mein Bruder selbst wissen, dass ich sehr überfordert bin und sie mir so Ausgleich geben wollen.

      Ich war schon öfter in Kursen, aber da musste ich meistens nichts direktes lernen oder tun und konnte so den ganzen Tag dort zeichnen und war nicht so überreizt.

      Ich bin wirklich ratlos, ich schaffe es nicht Sport zu machen, welcher mir eigentlich viel Spaß macht oder auch mal nur kurz Wolle kaufen zu gehen (den richtigen Einkauf erledigt immer mein Partner).
      Ich weiß aber einfach nicht wie ich irgendwas an dieser Situation ändern kann und wie ich schneller wieder zu Kräften komme.

      Habt ihr da vielleicht Tipps? Was macht ihr um eure Batterien wieder aufzuladen und am nächsten Tag wieder fit zu sein?

      P. S. Ich habe schon überlegt ob ich mich eventuell wegen einer Therapie erkundige, ich möchte aber eigentlich vorher meine Diagnostik abwarten, bei der ich gerade auf einer Warteliste bin.

      Liebe Grüße
    • TeeWueste wrote:

      Mein größeres Problem ist, dass ich es kaum schaffe zuhause die Batterien aufzuladen und unter der Woche nicht brauchbar bin. Am Wochenende brauch ich dann nochmal mehr Ruhe und schaffe es mal mehr, mal weniger am Montag wieder fit zu sein.

      TeeWueste wrote:

      Habt ihr da vielleicht Tipps? Was macht ihr um eure Batterien wieder aufzuladen und am nächsten Tag wieder fit zu sein?
      Ich bin abends unter der Woche auch nicht mehr brauchbar (nach der Arbeit) und das Wochenende brauche ich auch fast vollständig zum Chillen und Erholen. Für mich ist das so okay, weil mein Job mir viel gibt. Ich habe auch keine Ansprüche an mich, dass ich nach der Arbeit oder am Wochenende irgendwas tun muss. Ich denke gerade weil ich diesen Anspruch nicht habe bin ich dann am Wochenende trotzdem recht aktiv. Unter der Woche nach der Arbeit geht eigentlich nur noch chillen. Musikhören auf der Massagematte, im Internet herumwurschteln, Bildbände anschauen, Autos beobachten, also lauter entspannende Sachen. So tanke ich auf für den Folgetag.
      Surprised by the joy of life.
    • Surprised wrote:

      Ich habe auch keine Ansprüche an mich, dass ich nach der Arbeit oder am Wochenende irgendwas tun muss. Ich denke gerade weil ich diesen Anspruch nicht habe bin ich dann am Wochenende trotzdem recht aktiv.
      Ich hab auch nicht wirklich starke Ansprüche an mich, ich möchte mich nur normal fühlen, mal das machen worauf ich Lust habe. Das mit dem Sport eben zum Beispiel, es wäre schön, weil es mir eigentlich Kraft gibt und Spaß macht, aber ich hab zu wenig Kraft um überhaupt anzufangen. Genauso wollte ich mal wieder etwas häkeln, aber schaffe es nicht Wolle zu kaufen.
      Es ist wirklich eher, das ich gerne so Kleinigkeiten wieder machen können würde und mich mal wieder ausgeruht und gut fühlen.
    • Einen Monat noch Schulung? Hast du denn schon einen Job in Aussicht?
      Für mich ist wichtig, dass der Job stressarm ist und einigermaßen Spaß macht. So wahnsinnig viel Energie habe ich in der Woche auch nicht über, aber eine Therapie würde mich zusätzlich Energie kosten.
      Eine Sportroutine hätte ich auch gerne wieder, habe ich durch Corona verloren. Ein bisschen bewege ich mich, aber nicht genug um wirklich Mukkis aufzubauen.
      Vielleicht solltest du einfach mit einer Kleinigkeit anfangen und dich langsam steigern.
      Glaub nicht alles, was du denkst.
    • TeeWueste wrote:

      Ich hab auch nicht wirklich starke Ansprüche an mich, ich möchte mich nur normal fühlen, mal das machen worauf ich Lust habe. Das mit dem Sport eben zum Beispiel, es wäre schön, weil es mir eigentlich Kraft gibt und Spaß macht, aber ich hab zu wenig Kraft um überhaupt anzufangen. Genauso wollte ich mal wieder etwas häkeln, aber schaffe es nicht Wolle zu kaufen.
      Es ist wirklich eher, das ich gerne so Kleinigkeiten wieder machen können würde und mich mal wieder ausgeruht und gut fühlen.
      Ich kann dir keinen wirklichen Tipp geben, nur sagen, dass es mir genauso geht. Wobei ich nicht ganz Vollzeit arbeite. Ich weiß ja nicht, ob dein Kurs Vollzeit ist, aber bei Vollzeit hat man ja eigentlich fast keine Zeit mehr zum Auftanken, wenn man die Fahrtzeiten und Pausen auf der Arbeit noch hinzurechnet. Wenn ich halt total kaputt bin, mache ich unanstrengende Sachen für mich alleine, die mir Spaß machen, wie lesen oder Dokus schauen. Meine Tiere entspannen mich auch, machen aber natürlich auch Arbeit. Gerade heut habe ich alle Hände voll mit ihnen zu tun und leider keine Erholung. :( Wenn man Tiere oder Kinder hat, ist das halt manchmal so.
      Am Wochenende bin ich meistens erst ab Samstag wieder ein bisschen fit, nachdem ich ewig geschlafen habe.
      Es ist schade, weil es unter der Woche oder freitags mehr Aktivitäten gäbe, an denen ich mal teilnehmen könnte. Aber das schaffe ich oft nicht.

      Wie lange geht denn dein Kurs noch? Ist ein Ende absehbar?
    • Therapie würde ich auch abraten, kostet viel Energie. Danach vielleicht.
      Du könntest versuchen deine Sitznachbarin zu sagen, du brauchst Ruhe.
      Du könntest Dein Partner Wolle besorgen schicken (und nicht sauer sein wenn er nicht ganz das richtige bringt :d )
      Der Kurs wird nicht ewig dauern, aber so was kannst Du nicht ewig aushalten. Wichtiger ist das Du danach ein Job was sich aushalten läßt findest.
    • Also wenn du zu wenig Energie für Sport hast, geht aber vielleicht noch ein kleiner Spaziergang im Wald oder so?
      Häkeln und andere 'aktive' Sachen gehen bei mir unterhalb eines gewissen Energielevels auch nicht mehr.
      Meistens geht aber noch lesen oder Lieblingsfilm/Serie schauen. Also eher passive Sachen. Oder auch so etwas Malen nach Zahlen, Puzzeln, etc. Sachen, bei denen man halt überhaupt nicht denken muss. Oder Beschäftigung mit SI.
      Vielleicht kannst du deine Entspannungsaktivitäten danach sortieren, wie viel Energie du dafür brauchst?

      Ansonsten auf Schlafzeiten achten, evtl sogar noch früher als üblich zu Bett gehen.
      Und alles Unwichtige verschieben. Tagsüber so viel wie möglich im Kurs zurückziehen. Wenn die anderen zu viel reden, kannst du ja einfach sagen: "Sorry ich habe Kopfschmerzen und brauche gerade Ruhe". Das kann jeder nachvollziehen. Denke ich.
    • On-Off wrote:

      Therapie würde ich auch abraten, kostet viel Energie. Danach vielleicht.
      Du könntest versuchen deine Sitznachbarin zu sagen, du brauchst Ruhe.
      Du könntest Dein Partner Wolle besorgen schicken (und nicht sauer sein wenn er nicht ganz das richtige bringt :d )
      Der Kurs wird nicht ewig dauern, aber so was kannst Du nicht ewig aushalten. Wichtiger ist das Du danach ein Job was sich aushalten läßt findest.
      Ja, hatte bei einer Therapie die Hoffnung vielleicht ein paar Skills aufbauen zu können um mal besser damit zurecht zu kommen. Weiß aber nicht ob das überhaupt helfen kann.

      Ja, ich könnte ihn schicken und er würde das auch sicher machen, aber ich bitte ihn so oft um solche Sachen und das tut mir auch leid. Aber ich wäre nicht böse, wenn er das falsche mitbringt. :d

      Ja, einen Job zu finden der genau das erfüllt ist irgendwie so weit entfernt, wie ich es mir nur vorstellen kann.. Ich weiß nicht wie das gehen soll. Ich hab wenigstens schon einen Plan, es gibt in meiner Stadt scheinbar eine Jobvermittlung für Autisten (auch ohne offizielle Diagnose). Ob die aber tatsächlich gut sind, weiß ich natürlich nicht.
    • Marnie wrote:

      Also wenn du zu wenig Energie für Sport hast, geht aber vielleicht noch ein kleiner Spaziergang im Wald oder so?
      Häkeln und andere 'aktive' Sachen gehen bei mir unterhalb eines gewissen Energielevels auch nicht mehr.
      Meistens geht aber noch lesen oder Lieblingsfilm/Serie schauen. Also eher passive Sachen. Oder auch so etwas Malen nach Zahlen, Puzzeln, etc. Sachen, bei denen man halt überhaupt nicht denken muss. Oder Beschäftigung mit SI.
      Vielleicht kannst du deine Entspannungsaktivitäten danach sortieren, wie viel Energie du dafür brauchst?

      Ansonsten auf Schlafzeiten achten, evtl sogar noch früher als üblich zu Bett gehen.
      Und alles Unwichtige verschieben. Tagsüber so viel wie möglich im Kurs zurückziehen. Wenn die anderen zu viel reden, kannst du ja einfach sagen: "Sorry ich habe Kopfschmerzen und brauche gerade Ruhe". Das kann jeder nachvollziehen. Denke ich.
      Gehen ist für mich leider sehr unangenehm. Ich hab tatsächlich erst seit kurzem einen Sport gefunden, der mir tatsächlich Spaß macht, weil er mein Interesse mit Bewegung verbindet. Nennt sich Beat Saber, falls du das kennst. Das spielt man mit einer VR Brille.
      Aber, wenn man die ganze Zeit müde ist, ist das einfach nicht möglich.

      Das mit den Kopfschmerzen ist ein guter Tipp, ich glaub ich kann das aber nicht wirklich sagen. Das wäre gelogen und darin bin ich echt nicht gut. Sie merkt es halt leider auch einfach nicht, wenn ich Ruhe brauche. Manchmal in den Übungsphasen mache ich mir meine Kopfhörer rein und sie spricht mich trotzdem an. Ich denke das ist doch eigentlich das universelle Zeichen für "ich habe grad keine Lust mich zu unterhalten". :nerved:
    • @TeeWueste
      Ich drücke dir die Daumen, dass du einen passenden Job findest.

      Ich war zuletzt 5 Jahre am Stück arbeitslos und habe dann eine 5-monatige Schulung als Finanz- und Lohnbuchhalterin gemacht. Das war sehr anstrengend, weil es in Vollzeit war und einige Teilnehmer auch sehr anstrengend für mich waren. Auf jeden Fall habe ich kurz nach der Schulung einen Job gefunden, zuerst nur Zeitarbeit, aber das wurde bald ein fester Job. Arbeiten finde ich nicht so anstrengend wie die Schulung. Durch Corona ist ja nun auch noch die Homeoffice Möglichkeit dazu gekommen. Das erleichtert mir meinen Job erheblich, weil der Länge Fahrtweg wegfällt.
      Glaub nicht alles, was du denkst.
    • TeeWueste wrote:

      Das mit den Kopfschmerzen ist ein guter Tipp, ich glaub ich kann das aber nicht wirklich sagen. Das wäre gelogen und darin bin ich echt nicht gut. Sie merkt es halt leider auch einfach nicht, wenn ich Ruhe brauche. Manchmal in den Übungsphasen mache ich mir meine Kopfhörer rein und sie spricht mich trotzdem an. Ich denke das ist doch eigentlich das universelle Zeichen für "ich habe grad keine Lust mich zu unterhalten". :nerved:
      Wie wäre es mit: "Es geht mir gerade nicht gut, ich möchte mich nicht reden." - Das ist ja nicht gelogen. Oder: "Erzähl mir das doch später, ich muss mich auf die Aufgabe konzentrieren."

      Gibt halt viele Leute, die dieses universelle Zeichen nicht verstehen oder glauben, sie wären davon ausgenommen. Ist für manche Menschen nicht vorstellbar, dass man nicht bei jeder Gelegenheit reden möchte.
    • TeeWueste wrote:

      Fidoline wrote:

      Vielleicht geht ja Teilzeit.
      Eigentlich ist mein Kurs aktuell Teilzeit. 30 Stunden die Woche. Das hab ich vergessen zu erwähnen.
      Teilzeit nutzt dir null, wenn dein Anreiseweg quasi Vollzeit ist.
      Heißt effektiv bei der Jobsuche auf die Erreichbarkeit achten (Achtung: manchmal ist weiter weg trotzdem besser zu erreichen).

      Für den jetzt verbleibenden Monat würde ich versuchen einfach irgendwie noch durchzuhalten und die Zeit danach zu planen (also zB auch raussuchen welches Häkelprojekt und zB online nach Wolle schauen).
    • kim wrote:

      @TeeWueste
      Ich drücke dir die Daumen, dass du einen passenden Job findest.

      Ich war zuletzt 5 Jahre am Stück arbeitslos und habe dann eine 5-monatige Schulung als Finanz- und Lohnbuchhalterin gemacht. Das war sehr anstrengend, weil es in Vollzeit war und einige Teilnehmer auch sehr anstrengend für mich waren. Auf jeden Fall habe ich kurz nach der Schulung einen Job gefunden, zuerst nur Zeitarbeit, aber das wurde bald ein fester Job. Arbeiten finde ich nicht so anstrengend wie die Schulung. Durch Corona ist ja nun auch noch die Homeoffice Möglichkeit dazu gekommen. Das erleichtert mir meinen Job erheblich, weil der Länge Fahrtweg wegfällt.
      Das klingt ein wenig als hätte ich es geschrieben, nur dass ich noch keinen Job habe :lol:

      Wie gefällt dir denn der Job? Weiß gar nicht ob das ähnlich wie Lohnverrechnung ist, aber wäre ganz interessant ob das denn Autisten-freundlich ist.
    • Schwarze Katze wrote:

      Wie wäre es mit: "Es geht mir gerade nicht gut, ich möchte mich nicht reden." - Das ist ja nicht gelogen. Oder: "Erzähl mir das doch später, ich muss mich auf die Aufgabe konzentrieren."
      Gibt halt viele Leute, die dieses universelle Zeichen nicht verstehen oder glauben, sie wären davon ausgenommen. Ist für manche Menschen nicht vorstellbar, dass man nicht bei jeder Gelegenheit reden möchte.
      Danke, das könnte ich versuchen. Ich versuche solchen Sachen halt immer aus dem Weg zu gehen, weil viele sich dann zurückgewiesen fühlen (könnten) oder dann sogar nachfragen warum.
    • Polarlicht wrote:

      Teilzeit nutzt dir null, wenn dein Anreiseweg quasi Vollzeit ist.Heißt effektiv bei der Jobsuche auf die Erreichbarkeit achten (Achtung: manchmal ist weiter weg trotzdem besser zu erreichen).

      Für den jetzt verbleibenden Monat würde ich versuchen einfach irgendwie noch durchzuhalten und die Zeit danach zu planen (also zB auch raussuchen welches Häkelprojekt und zB online nach Wolle schauen).
      Das stimmt, ja. Es ist gefühlt Vollzeit dadurch.
      Ja, weil in meiner Nähe gibt es gefühlt einfach keine Firmen, hab ich früher schon öfter versucht etwas zu finden.
      Aber da hast du recht, es wäre schon eine Erleichterung, wenn es angenehmer zu erreichen wäre.

      Danke!
    • Muss mich nur kurz mal bedanken, hilft mir echt, dass ich damit nicht alleine bin. Ich habe zwar auch viel Verständnis von zuhause, die kennen die Situation aber natürlich nicht von sich selbst. Das tut gut, das Gefühl zu haben, dass ich mich "nicht einfach nur anstelle", sondern es euch auch scheinbar oft so geht. Danke.