Seid ihr zu einer Beziehung fähig ?

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    • @Tux

      Weil er extrem eifersüchtig war und mich wenn ich nur mit anderen geredet habe stundenlang angebrüllt hat. Nach der Trennung haben sie mich in der Uniklinik erstmal wochenlang mit Tavor vollgestopft weil ich nicht mehr aufgehört habe zu zittern bevor man überhaupt anfangen konnte an Therapie zu denken. Deshalb.
      Aber mit Anfang 20 hatte ich eben noch nicht die Lebenserfahrung die ich heute habe. In 14 Tagen werden es 10 Jahre dass ich ausgezogen bin. Ist also alles schon länger her.
      Es war natürlich nicht von Anfang an so, sondern ist über die Jahre eskaliert. Er sieht heute übrigens immer noch mich als die Böse die gegangen ist, und erkennt null, dass ich nicht gegangen wäre wenn er nicht immer rumgebrüllt hätte.
      Aber so hat sich die Lektion dass man sich von Leuten fernhalten muss die nur das Äußere sehen und ansonsten erwarten dass man sich so verhält wie sie das wollen (und dass dann auch noch Liebe nennen) wenigstens nachhaltig eingebrannt.
      Das passiert mir einfach nicht nochmal. Ich achte jetzt eben sehr genau darauf ob es auch auf menschlicher Ebene passt.
      Deutlich schlimmer als allein sein ist mit jemandem in einem Haus zu sein vor dem man Angst haben muss. Da ziehe ich im Zweifel das Alleinsein vor.
      Una est catena quae nos alligatos tenet, amor vitae

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    • Zebra wrote:

      Ja, aber für das was mein Borderline Herz begehrt, nämlich intensiv Beziehung leben , so dass man über alles spricht, und eine enge emotionale Bindung lebt, natürlich ohne ständig aufeinander zu hocken, und gleichzeitig dabei vernünftig bleiben und Verantwortung übernehmen, kommt so jemand eben nicht in Frage.
      Für mich käme so jemand wohl auch nicht in Frage, da ich auch über alles sprechen können möchte und eine enge emotioanle Bindung aufbauen mag.
    • Zebra wrote:

      Ich bin im übrigen nicht von Natur aus monogam veranlagt, es ist mir reichlich egal wieviel Sex einer nebenbei haben will solange ich genug bekomme, gleiches Recht für beide gilt (viele Männer wollen ja eine treue Frau aber selber die Auswahl), man auf Krankheiten aufpasst und ich nicht belogen werde. Was ich aber verabscheue ist diese Heimlichtuerei und wenn einer 13 Jahre eine Affäre hat (das hat er der letzte erzählt mit dem ich mich getroffen habe, da war ich dann tatsächlich so angeekelt dass ich nicht mal mehr Sex mit dem hatte) dann ist er nicht zu einer engen emotionalen Beziehung fähig. Weil wenn einer die Person mit der Tisch und Bett teilt x Jahre lang belügt, dann kann er das nicht. Diese Leute sind dazu nicht fähig.
      So in etwa sehe ich das auch. Aufrichtigkeit ist eine Grundbedingung um eine Beziehung zu führen. Wer seine/n andere/n Partner belügt und hintergeht würde für mich auch nicht in Frage kommen - nicht nur, weil ich selbst nicht belogen werden will. Ohne Vertrauen kann ich keine Beziehung aufbauen und mir sind langfristige, stabile Bindungen wichtig. Auch wenn ich meine "Polyamorie" kaum sexuell auslebe, ist sie Grundpfeiler meiner Beziehungsgerüste. Monogame Personen kämen für mich gar nicht in Frage, weil mir die Gefahr für Probleme diesbezüglich zu groß wäre.


      hundefreund wrote:

      Immer nur den gleichen Partner zu haben wird halt mit der Zeit langweilig …
      Finde ich gar nicht. Personen, die ich mag oder gar liebe, will ich immer wieder sehen und mit ihnen Zeit verbringen (natürlich nicht ständig, aber das liegt nicht an den Personen an sich, sondern daran, dass ich viel Zeit für mich allein brauche). Angebliche Langeweile spielt keine Rolle dafür, dass ich nicht-monogam bin. Ich möchte einfach keine "exklusive" Beziehung, in der es mir nur "erlaubt" eine einzige Person zu lieben. Ich denke auch, dass es eine sehr große Last für einen einzelnen Partner bedeutet, einem anderen "alles" bieten zu müssen und all seine Bedürfnisse zu erfüllen. Ich verliebe mich zwar ausgesprochen selten, aber wenn es vorkommt, dann möchte ich auch mehrere Personen lieben "dürfen". Ich fände es sogar ziemlich unfair, jemanden, zu verlassen, nur weil eine neue Person in mein Leben tritt und ich fände es auch gemein, wenn ich deswegen verlassen werden würde, obwohl es sonst gar keine Probleme gibt. Es kommt ja schon selten genug vor, jemanden zu finden, der passt. Durch Monogamie auch noch eine künstliche Verknappung vorzunehmen, entspricht nicht meiner Logik. Dadurch, dass ich auch mit niemandem mehr zusammenleben will und auch mit niemandem täglich Zeit verbringen möchte, ist der Zeitfaktor auch sekundär. Meine Liebe für Person A wird nicht weniger, wenn Liebe für Person B dazukommt und ich habe auch keine Angst, weniger geliebt zu werden.
      "Auf der Metaebene lässt sich Abstand gewinnen zum Geschehen. [...] Und dabei zeigt sich, dass es andere Perspektiven, andere Erlebensweisen und viel mehr Möglichkeiten für Lösungen gibt, als sich der Mensch in seiner alten kleinen Welt hatte träumen lassen." (Brit Wilczek)
    • Pechblende wrote:

      ist das immer der Fall Heimlichtuerei und Lügen ? kann doch auch sein, dass es eine Vereinbarung des Nicht-Erzählens gibt ? fragst du das dann genau ab ?
      Nach meiner Erfahrung kommunizieren Menschen, die ehrlich und aus Überzeugung nicht monogame Beziehungskonzepte leben, ihre Einstellung zu Beziehung auch sehr offen. Denn offene und ehrliche Kommunikation, dass und in welcher konkreten Ausprägung man eine nicht monogame Beziehung führen will, ist die absolute Grundvoraussetzung, dass so eine Beziehung funktioniert (selbst wenn man sich über die konkret gelaufenen außerhäuslichen Sachen nichts gegenseitig erzählt, aber man stimmt sich vorher darüber ab, welche außerhäuslichen Aktivitäten jeweils ok für den Partner sind). Offene und ehrliche Kommunikation ist also eine Lebenseinstellung dieser Menschen.
      Insofern braucht man da nicht nachfragen, wenn jemand erzählt, dass er Affären hatte. Jemand, der eine vereinbarte offene Beziehung geführt hätte, hätte direkt gesagt, dass er eine solche hatte.
    • Fidoline wrote:

      Woher weißt du denn das?
      Wenn Du meinen Beitrag weiter zitiert hättest, würde deutlich, dass ich mich da explizit auf Zebras Beschreibung beziehe, wie das bei ihr funktioniert. Einfach als Beispiel, weshalb man das mit dem "ersten Schritt" eben so pauschal nicht sagen kann. Ansonsten stammt das Konzept, dass beim Flirten viel von der weiblichen Körpersprache und Mimik ausgeht, die nonverbale Einladung oft von der Frau kommt, nun wirklich nicht von mir.

      Fidoline wrote:

      Und du hast immer noch nicht beantwortet, woher du weißt, dass es für autistische Männer nicht genauso schwer ist? Selbst wenn es für viele Frauen schwer ist, kann es für die Männer genauso sein.
      Ich habe schon mehrmals begründet, weshalb ich es vermute, und wieso ich diese Vermutung auch für berechtigt halte. Daher habe ich auch andere Autoren erwähnt, auf Frauen mit Behinderungen sowie auf die Tatsache, dass autistische Menschen oft sozial Spätentwickler sind (was man übrigens auch etwa bei Attwood nachlesen kann, der dazu außerdem Studien zitiert) verwiesen, und erklärt, warum das aus meiner Sicht sich bei Frauen noch einmal anders auswirkt als bei Männern. Ich habe Autoren erwähnt, die explizit von autistischen Männern ohne Beziehungserfahrung schreiben, die als Dauersingle ziemlich spät (Nick Dubin schreibt von Männern 40+) eine feste Partnerschaft finden. Zu autistischen Frauen kenne ich keine derartigen Beispiele, weder real noch aus der Literatur. Ich habe nirgendwo behauptet, dass dieser Aspekt schon abschließend untersucht ist und ich das sicher weiß. Meine Argumente sind für Dich alle nicht valide, okay, das sei Dir unbenommen. Allerdings hast Du ziemlich definitiv das Gegenteil behauptet, nämlich, autistische Frauen würden mit doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit einen Partner finden wie autistische Männer. Die Quelle, die Du dafür angeführt hast, gibt diese Schlussfolgerung aber gar nicht her, das habe auch nicht nur ich angemerkt. Woher willst Du das denn so genau wissen?

      Fidoline wrote:

      Und das, obwohl du ein Mann bist und dir die Frauenwelt zu Füßen liegt.
      da_hoolii ist aber auch noch vergleichsweise jung (Anfang 30, wenn ich mich richtig erinnere), da kann man noch nicht einschätzen, wie sein Weg letztendlich verlaufen wird. Um da eine wissenschaftliche Aussage machen zu können, müsste man eine große Gruppe deutlich älterer Autisten, am besten 50+, untersuchen. Übrigens habe ich irgendwo sogar zugestimmt, dass autistische Männer und Männer im allgemeinen es in den 20ern schwieriger haben. Ich meinte hier die ganze Zeit, dass es insbesondere für autistische Frauen schwieriger wird, wenn sie nicht schon in den 20ern "gefunden" wurden, während es für Männer (im Vergleich zu gleichaltrigen Frauen) etwas einfacher wird. Und dass das kombiniert mit der Tatsache, dass Autisten oft Spätentwickler sind, für autistische Frauen ungünstig ist. Du findest diese Gedanken nicht nachvollziehbar, und das ist okay. Ich halte sie trotzdem für berechtigt.

      Kugelfisch wrote:

      Ein ganz interessanter Artikel, der irgendwie zu der Diskussion hier passt:
      Herzlichen Dank für den sehr lesenswerten Artikel. Er zeigt sehr gut, dass es keineswegs für alle Frauen einfach ist, Interessenten zu finden.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Mal wieder zur Ausgangsfrage zurück. Ja ich bin beziehungsunfähig, weiche aber so weit vom neurotypischen Durchschnitt ab, dass neurotypische Personen mit mir nicht Glücklich werden würden. Mit Personen aus dem Spektrum kann ich dafür aber um so besser. Wenn ich das schon mit 20 gewusst hätte, dann wären mir einige peinliche und/oder schmerzliche Erfahrungen erspart geblieben. Mit Glück durfte ich aber eine Partnerin finden, die entsprechend zu mir passt.
    • Leonora wrote:

      Ich habe Autoren erwähnt, die explizit von autistischen Männern ohne Beziehungserfahrung schreiben, die als Dauersingle ziemlich spät (Nick Dubin schreibt von Männern 40+) eine feste Partnerschaft finden. Zu autistischen Frauen kenne ich keine derartigen Beispiele, weder real noch aus der Literatur.
      Ah, daher weht der Wind. Du verwendest Daten, die völlig andere Aspekte untersuchen und deutest sie auf deine persönliche Ansicht um.
      Die von dir angebenen Quellen betrachten ausschließlich die beziehungstechnische Spätentwicklung, d.h. allererste (!) Beziehungserfahrung erst im mittleren Alter. Autistische Personen, die keine (ausgeprägten) beziehungstechnischen Spätentwickler sind, sind in der Betrachtung gar nicht enthalten (weil Frauen von dem Problem deutlich seltener als Männer betroffen sind, sind die somit logischerweise in der Stichprobe kaum oder vielleicht sogar gar nicht vertreten). Du kannst also nicht im Geringsten aus diesen Daten ableiten, wie leicht oder schwer es einem Autisten, der kein (ausgeprägter) beziehungstechnischer Spätentwickler ist, fällt, mit Ü40 einen neuen Partner zu finden.
    • Aldana wrote:

      Ah, daher weht der Wind. Du verwendest Daten, die völlig andere Aspekte untersuchen und deutest sie auf deine persönliche Ansicht um.
      Ich weiß nicht, warum Du hier so aggressiv formulierst. Ich deute hier überhaupt nichts auf meine persönliche Ansicht um, sondern äußere meine eigenen Überlegungen dazu, was sich aus der Tatsache, dass viele autistische Menschen Spätentwickler sind (wofür es wiederum Quellen gibt) gerade für autistische Frauen ergibt. Warum das für Frauen problematischer sein kann als für Männer.

      Aldana wrote:

      Du kannst also nicht im Geringsten aus diesen Daten ableiten, wie leicht oder schwer es einem Autisten, der kein (ausgeprägter) beziehungstechnischer Spätentwickler ist, fällt, mit Ü40 einen neuen Partner zu finden.
      Natürlich kann ich da nichts mit Sicherheit ableiten, aber schon meine Gedanken dazu nennen. Diesen Punkt habe ich auch erläutert. Viele autistische Menschen haben Schwierigkeiten mit Kommunikation und Kontaktaufnahme. Für Frauen, auch für die mit Beziehungserfahrung, kann es dadurch meiner Einschätzung nach in späteren Jahren schwieriger werden, einen Partner zu finden. Weil in späteren Jahren, wenn die Frau die Signale "jung, gesund, fruchtbar" nicht mehr "von selbst" aussendet, mehr Initiative von ihr ausgehen und sie auch für ihr Aussehen mehr Aufwand betreiben muss. Beides fällt einigen autistischen Frauen nicht so leicht, nicht nur denen ganz ohne Beziehungserfahrung. Ich habe nirgendwo behauptet, es würde allen autistischen Frauen so gehen.

      Aldana wrote:

      Autistische Personen, die keine (ausgeprägten) beziehungstechnischen Spätentwickler sind, sind in der Betrachtung gar nicht enthalten (weil Frauen von dem Problem deutlich seltener als Männer betroffen sind, sind die somit logischerweise in der Stichprobe kaum oder vielleicht sogar gar nicht vertreten).
      Warum sollten autistische Frauen deutlich seltener ausgeprägte beziehungstechnische Spätentwickler sein als autistische Männer, oder sogar überhaupt nicht? Dazu hätte ich jetzt gerne mal eine Quelle.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Leonora wrote:

      Warum sollten autistische Frauen deutlich seltener ausgeprägte beziehungstechnische Spätentwickler sein als autistische Männer, oder sogar überhaupt nicht?
      Weil es bei Frauen zumindest im jungen Alter nicht so sehr auffällt und ihre Art eventuell sogar bei manchen Männern einen Beschützerinstikt erweckt.
    • da_hooliii wrote:

      Leonora wrote:

      Warum sollten autistische Frauen deutlich seltener ausgeprägte beziehungstechnische Spätentwickler sein als autistische Männer, oder sogar überhaupt nicht?
      Weil es bei Frauen zumindest im jungen Alter nicht so sehr auffällt und ihre Art eventuell sogar bei manchen Männern einen Beschützerinstikt erweckt.
      Richtig und weil das bei Frauen nicht so auffällig wirkt, sondern eher „schüchtern“ und die Unbeholfenheit wird teilweise als niedlich abgesehen, weil es eher zu einem weiblichen Charakter passt, usw, hab das schon in mehreren Büchern gelesen bzw in Vorträgen gehört (zB Sarah Hendrickx).
      Wenn du sie mit Wissen nicht überzeugen kannst, verwirre sie mit Schwachsinn.
    • da_hooliii wrote:

      Leonora wrote:

      Warum sollten autistische Frauen deutlich seltener ausgeprägte beziehungstechnische Spätentwickler sein als autistische Männer, oder sogar überhaupt nicht?
      Weil es bei Frauen zumindest im jungen Alter nicht so sehr auffällt und ihre Art eventuell sogar bei manchen Männern einen Beschützerinstikt erweckt.
      Längst nicht alle autistischen Frauen sind unauffälliger als autistische Männer. Mädchen bleiben diagnostisch eher unter dem "Radar", weil sie seltener fremdaggressiv sind und den Unterricht stören und weil Mobbing unter Mädchen für Außenstehende oft nicht so schnell sichtbar ist. Deswegen wirken viele als Personen aber trotzdem "eigen" und "komisch" (wenn auch dabei nicht unbedingt "behindert"), genau wie männliche Autisten. Außerdem schrieb ich doch, dass viele Frauen in den 20ern "gefunden" werden. Aber doch längst nicht alle. Und wenn sie nicht in jungen Jahren "gefunden" werden, sehen die Chancen bei Frauen meiner Einschätzung nach schlechter aus als bei Männern. Spätentwickler, die die Phase des "Miteinander Gehens" im Teenie-Alter nicht mitnehmen und generell überhaupt erst spät Interesse an einer Beziehung haben, sind Mädchen meiner Einschätzung nach aber übrigens nicht seltener als Jungen. Warum auch? Ob eine Frau einen "Beschützerinstinkt" hervorruft, hängt wiederum eng mit ihrer übrigen Körperlichkeit zusammen und ist lange nicht bei jeder Autistin der Fall.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.

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    • Leonora wrote:

      dass viele autistische Menschen Spätentwickler sind
      Es sind nicht viele, sondern bloß eine nennenswerte Zahl und die große Mehrheit davon sind Männer - nicht Frauen.

      Leonora wrote:

      Viele autistische Menschen haben Schwierigkeiten mit Kommunikation und Kontaktaufnahme.
      Insbesondere mit nonverbaler Kommunikation. Diese wird jedoch im Durchschnitt viel häufiger und stärker von Frauen benutzt und von ihnen von ihrem Gegenüber erwartet, während Männer im Durchschnitt wesentlich direkter kommunizieren und das auch vom Gegenüber erwarten. Im Ergebnis haben es somit rein statistisch betrachtet Autisten, die eine durchschnittliche Frau suchen, viel schwerer als die Autisten, die einen durchschnittlichen Mann suchen. Ausgehend von heterosexuellen Interessen, die nunmal immernoch die deutliche Mehrheit ausmachen, haben es folglich autistische Männer viel schwerer als autistische Frauen einen Partner zu finden.
      Gleichzeitig herrscht nach meinem Eindruck immernoch in vielen Köpfen die Meinung vor, dass der Mann den ersten Schritt zu machen hat. Folglich wieder ein Nachteil mehr für die männlichen Autisten (auch wenn der zukünftig wohl weniger werden, jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach niemals in die gegenteilige Richtung umschlagen wird).

      Leonora wrote:

      wenn die Frau die Signale "jung, gesund, fruchtbar" nicht mehr "von selbst" aussendet
      Das spielt aber nur dann eine Rolle, wenn der Mann keine Partnerin, sondern eine Gebärmutter sucht. Dann, aber auch nur dann, ergibt deine Theorie Sinn. Ich streite nicht ab, dass es immernoch Männer mit dieser Einstellung gibt, aber dass die noch nicht ausgestorben sind, daran sind all jene Frauen schuld, die sich auf diese Rolle reduzieren lassen.
      Ich kenn von Männern primär solche Anforderungen wie "strahlt Lebensfreude aus" oder auch - sehr häufig - "Intelligenz ist sexy, die reine Optik hingegen eher nebensächlich, solange sie zumindest nicht häßlich ist". Beides Kriterien, die auch Autistinnen problemlos erfüllen können und mit ersterem kann man sich gerade auch in fortgeschrittenerem Alter gut hervortun, weil man aus der großen Masse, die ihre Lebensfreude schon früh verloren hat, heraussticht.

      Leonora wrote:

      Ich habe nirgendwo behauptet, es würde allen autistischen Frauen so gehen.
      Vielleicht nicht allen, aber der großen Mehrheit. Zumindest sind deine Beiträge so formuliert und ein mögliches Mißverständnis kann hier ausgeschlossen werden, da du diese Ansicht in weiteren Erläuterungen wiederholt bekräftigt hast. Und auch wenn du zuletzt hin und wieder als Reaktion auf die wiederholt geäußerte Kritik an der Absolutheit deiner Aussagen Worte zur Anzeige einer persönlichen Meinung in deine Beiträge eingeschoben hast, so stellst du deine Meinung dennoch weiterhin als allgemein gültige Wahrheit hin und das ist sie nunmal nicht. Das ist ganz allein DEINE persönliche Haltung, die sich aus DEINEN persönlichen negativen Erfahrungen ergeben hat und NICHT die Lebensrealität so gut wie aller Autistinnen mittleren und höheren Alters wie du es hier hinstellst.
    • Aldana wrote:

      Es sind nicht viele, sondern bloß eine nennenswerte Zahl und die große Mehrheit davon sind Männer - nicht Frauen.
      Dazu hätte ich jetzt gerne eine Quelle.

      Aldana wrote:

      Insbesondere mit nonverbaler Kommunikation. Diese wird jedoch im Durchschnitt viel häufiger und stärker von Frauen benutzt und von ihnen von ihrem Gegenüber erwartet, während Männer im Durchschnitt wesentlich direkter kommunizieren und das auch vom Gegenüber erwarten. Im Ergebnis haben es somit rein statistisch betrachtet Autisten, die eine durchschnittliche Frau suchen, viel schwerer als die Autisten, die einen durchschnittlichen Mann suchen. Ausgehend von heterosexuellen Interessen, die nunmal immernoch die deutliche Mehrheit ausmachen, haben es folglich autistische Männer viel schwerer als autistische Frauen einen Partner zu finden.
      Die Logik erschließt sich mir nicht. Bei der Kontaktaufnahme zwischen Mann und Frau spielen nonverbale Signale für beide eine große Rolle. Dass das nur oder vor allem für Frauen wichtig ist, wäre mir neu.

      Aldana wrote:

      Das spielt aber nur dann eine Rolle, wenn der Mann keine Partnerin, sondern eine Gebärmutter sucht.
      Überhaupt nicht. Es geht darum, ob ein potentieller Partner einem intuitiv gefällt, nicht um rationale Überlegungen. Dafür ist egal, ob der Mann einen Kinderwunsch hat, die Anziehung spielt sich auf ganz anderer Ebene ab und ist ganz wesentlich (wenn auch natürlich nicht ausschließlich) biologisch geprägt.

      Aldana wrote:

      Vielleicht nicht allen, aber der großen Mehrheit.
      Ich habe von vielen geschrieben, nicht von der großen Mehrheit. Und ja, das denke ich. Als absolute Wahrheit habe ich das nirgendwo bezeichnet. Ich weiß wirklich nicht, warum Du hier so aggressiv und angreifend schreibst.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Leonora wrote:

      Ich weiß wirklich nicht, warum Du hier so aggressiv und angreifend schreibst.
      Ich bin weder angreifend, noch aggressiv. Ich widerlege bloß argumentativ deine Darstellung und das auf völlig sachliche Art und Weise.

      Eurich Wolkengrob wrote:

      Wie definierst Du "viele" und wie grenzt Du es von einer "nennenswerten Zahl" ab?
      viele = bezogen auf eine bekannte Gesamtzahl wie im hiesigen Kontext deutlich mehr als die Hälfte davon
      nennenswerte Zahl = bezogen auf eine bekannte Gesamtzahl wie im hiesigen Kontext weniger als die Hälfte aber mehr als nur ein paar Prozent

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    • Leonora wrote:

      Längst nicht alle autistischen Frauen sind unauffälliger als autistische Männer. Mädchen bleiben diagnostisch eher unter dem "Radar", weil sie seltener fremdaggressiv sind und den Unterricht stören und weil Mobbing unter Mädchen für Außenstehende oft nicht so schnell sichtbar ist. Deswegen wirken viele als Personen aber trotzdem "eigen" und "komisch" (wenn auch dabei nicht unbedingt "behindert") , genau wie männliche Autisten.
      Ja, aber autistischen Frauen nimmt man es nicht so übel wie den Männern. Ich war in meiner Jugendzeit sehr zurückhaltend, etwas seltsam, verschlossen usw. - und auf viele Frauen wirkte ich wie ein "Freak". Wenn sich eine Frau in dem Alter aber genauso verhalten hat wirkte sie meist interessant, geheimnisvoll, ruhig etc. - und sie wurde von Männern auch noch oft angesprochen. Es ist eben nicht das gleiche.


      Aldana wrote:

      Gleichzeitig herrscht nach meinem Eindruck immernoch in vielen Köpfen die Meinung vor, dass der Mann den ersten Schritt zu machen hat. Folglich wieder ein Nachteil mehr für die männlichen Autisten (auch wenn der zukünftig wohl weniger werden, jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach niemals in die gegenteilige Richtung umschlagen wird).
      Richtig. Ein wichtiger Punkt. Es ist eben auch ein Unterschied ob man als autistischer Mann die ganzen nonverbalen Signale von Frauen deuten und erkennen muss oder ob man als autistische Frau von den Männern direkt angesprochen wird. Mit dem ganzen Ansprechen, anflirten etc. tun sich die meisten autistischen Männer sehr schwer. Überall fordert man Gleichberechtigung aber beim Dating bleibt es doch meist sehr klassisch und Männer müssen den ersten Schritt machen. Das ist eben nicht so einfach wenn man sich mit Mimik, Gestik und Zwischenmenschlichkeit schwer tut.
    • da_hooliii wrote:

      Weil es bei Frauen zumindest im jungen Alter nicht so sehr auffällt und ihre Art eventuell sogar bei manchen Männern einen Beschützerinstikt erweckt.
      Das gilt nur in einem sehr jungen Alter, vielleicht bis 14. Ab da, wo die Pubertät beginnt, fallen autistische Frauen sehr stark auf, da sie sich ungewöhnlich und anders entwickeln als Altersgenossinen. Ich bin ein lebendes Beispiel dafür. Wenn man als Frau nicht anfängt, sich zu schminken, auf Mode zu achten, viel auszugehen und hippe Sachen zu machen oder zu sagen, dann fällt das extrem auf. Frauen machen in der Pubertät eine größere Veränderung durch als Männer, würde ich sagen, deshalb fallen auch weibliche Autisten nach der Pubertät stärker auf. Dass das oft nicht mit Autismus in Verbindung gebracht wird, ist ein anderes Problem. Unauffällig sind die Mädchen und Frauen nur für Lehrer und Ärzte, aber überhaupt nicht für ihre Altersgenossen, und auf die kommt es ja an.

      Aldana wrote:

      Es sind nicht viele, sondern bloß eine nennenswerte Zahl und die große Mehrheit davon sind Männer - nicht Frauen.
      Kannst du das belegen?

      Aldana wrote:

      Ich bin weder angreifend, noch aggressiv. Ich widerlege bloß argumentativ deine Darstellung.
      Du widerlegst aber gar nichts, du stellst nur Gegenbehauptungen auf.
      Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
      (Howard Zinn)
    • Aldana wrote:

      Ich widerlege bloß argumentativ deine Darstellung.
      Das liest sich für mich eher so, als würdest Du Deine Behauptungen für Argumente halten. Dies hier z.B.

      Aldana wrote:

      Leonora wrote:

      Ich habe nirgendwo behauptet, es würde allen autistischen Frauen so gehen.
      Vielleicht nicht allen, aber der großen Mehrheit. Zumindest sind deine Beiträge so formuliert und ein mögliches Mißverständnis kann hier ausgeschlossen werden, da du diese Ansicht in weiteren Erläuterungen wiederholt bekräftigt hast. Und auch wenn du zuletzt hin und wieder als Reaktion auf die wiederholt geäußerte Kritik an der Absolutheit deiner Aussagen Worte zur Anzeige einer persönlichen Meinung in deine Beiträge eingeschoben hast, so stellst du deine Meinung dennoch weiterhin als allgemein gültige Wahrheit hin und das ist sie nunmal nicht. Das ist ganz allein DEINE persönliche Haltung, die sich aus DEINEN persönlichen negativen Erfahrungen ergeben hat und NICHT die Lebensrealität so gut wie aller Autistinnen mittleren und höheren Alters wie du es hier hinstellst.
      ist nicht nichts als eine Behauptung Deinerseits - eine unzutreffende übrigens, soweit ich es mitbekam. @Leonora hat ihre Meinung und sie oft genug als solche gekennzeichnet - und aus irgendeinem Grunde kommst Du damit nicht zu Recht.
      Achtung, eigene Sprache!
    • Aldana wrote:

      Ich bin weder angreifend, noch aggressiv. Ich widerlege bloß argumentativ deine Darstellung und das auf völlig sachliche Art und Weise.
      Die These halte ich, vorsichtig gesagt, für ziemlich gewagt. Du tust genau das, was Du mir vorwirfst, Behauptungen als allgemeingültig darzustellen, für die Du keine Quelle hast (dass autistische Frauen seltener als Männer Spätentwickler sind, dass Körpersprache nur für Frauen wichtig ist usw.).

      da_hooliii wrote:

      Ja, aber autistischen Frauen nimmt man es nicht so übel wie den Männern. Ich war in meiner Jugendzeit sehr zurückhaltend, etwas seltsam, verschlossen usw. - und auf viele Frauen wirkte ich wie ein "Freak". Wenn sich eine Frau in dem Alter aber genauso verhalten hat wirkte sie meist interessant, geheimnisvoll, ruhig etc. - und sie wurde von Männern auch noch oft angesprochen. Es ist eben nicht das gleiche.
      Das trifft aber nur für Mädchen und Frauen zu, deren "Andersartigkeit" als "niedlich" wahrgenommen wird, und das sind längst nicht alle. Vom Aussehen hängt das übrigens auch nicht ausschließlich ab. Wenn eine Autistin beispielsweise Schwierigkeiten hat, ihre Stimme zu regulieren, und sich das so auswirkt, dass sie für andere meistens zu laut spricht, ist es damit schon vorbei. Auch motorische Unbeholfenheit wirkt höchstens "süß", wenn sie äußerlich ein mädchenhaft-kindlicher Frauentyp ist. Das sind längst nicht alle Autistinnen. Viele wirken seltsam auf die Außenwelt, wie autistische Männer auch.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Aldana wrote:

      Ich kenn von Männern primär solche Anforderungen wie "strahlt Lebensfreude aus" oder auch - sehr häufig - "Intelligenz ist sexy, die reine Optik hingegen eher nebensächlich, solange sie zumindest nicht häßlich ist". Beides Kriterien, die auch Autistinnen problemlos erfüllen können und mit ersterem kann man sich gerade auch in fortgeschrittenerem Alter gut hervortun, weil man aus der großen Masse, die ihre Lebensfreude schon früh verloren hat, heraussticht.
      dass Autistinnen (wie auch Autisten) das Kriterium "strahlt Lebensfreude aus" problemlos erfüllen können, halte ich als allgemeine Aussage für eine ziemlich gewagte These angesichts der bekannten häufigen Komorbiditäten wie zb Depressionen und Angststörungen.
      dass Autistinnen (wie auch Autisten) das Kriterium "Intelligenz ist sexy" problemlos erfüllen können, halte ich als allgemeine Aussage für eine ziemlich gewagte These angesichts der bekannten Tatsache, dass eine ASS häufig mit Intelligenzminderung einhergeht

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