Seid ihr zu einer Beziehung fähig ?

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    • Leonora wrote:

      Es hat ja seine Gründe, dass Frauen mit Behinderungen deutlich seltener einen Partner und eine Familie haben als behinderte Männer.
      Ich denke dass liegt unter anderem daran dass viele Frauen ein Helfersyndrom haben bzw. jemanden umsorgen wollen, und umgekehrt viele Männer jemanden wollen der sie umsorgt. da ergänzt sich dass dann gut.
      Una est catena quae nos alligatos tenet, amor vitae
    • Leonora wrote:

      Es hat ja seine Gründe, dass Frauen mit Behinderungen deutlich seltener einen Partner und eine Familie haben als behinderte Männer.
      Hast Du Daten dazu?
      Weil zumindest was Aspie Frauen angeht scheint es mir klar das Gegenteil zu sein, ob Bekannten oder hier im Forum (Anekdote ist aber irrelevant).
      Kann sein das es bei körperliche Behinderung anders ist.


      Zebra wrote:

      Ich denke dass liegt unter anderem daran dass viele Frauen ein Helfersyndrom haben bzw. jemanden umsorgen wollen, und umgekehrt viele Männer jemanden wollen der sie umsorgt. da ergänzt sich dass dann gut.
      Ja, aber Männer haben ein Beschützer Instinkt, und Frauen suchen zumindest unbewußt nach Beschützer/dominant. Sieht für körperlich behinderte besonders schlecht aus.

      Lustige Anekdote:
      ich wurde letztlich von eine unattraktive Frau im Rollstuhl angeschrieben. Statt eine nette Absage zu überlegen, habe ich zum Spaß Interesse vorgegaukelt und nebenbei erwähnt ich bin Aspie und Arbeitslos.
      Hat geklappt: ich wurde sofort blockiert!

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    • Den Begriff "Helfersyndrom" empfinde ich da als zu negativ wertend und "pathologisierend" für die betreffenden Frauen. Viele Frauen sind bereit, einen deutlich größeren Teil der "Beziehungsarbeit" in einer Partnerschaft zu leisten. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass die sozialen Erwartungen Frauen gegenüber generell höher sind. Dadurch sind Frauen, die sozial-kommunikative Probleme haben, tendenziell stärker benachteiligt als Männer mit entsprechender Problematik.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • On-Off wrote:

      Hast Du Daten dazu?
      Weil zumindest was Aspie Frauen angeht scheint es mir klar das Gegenteil zu sein, ob Bekannten oder hier im Forum (Anekdote ist aber irrelevant).
      Kann sein das es bei körperliche Behinderung anders ist.
      Daten dazu kenne ich nur aus dem Bereich körperliche Behinderungen. Ich glaube aber nicht, dass das bei Autismus wesentlich anders ist, vielleicht sogar im Gegenteil. Tony Attwood beschreibt etwa mehrfach den "Klassiker", wie autistische Männer, die eher schüchtern, aber schlau wirken, eine Frau finden, bei der sie eine Art "Beschützerinstinkt" hervorrufen. In diesem Thread findet sich zu dem Thema eine interessante Diskussion. Hier ein Zitat daraus, das es gut zusammenfasst:


      Unwissend wrote:

      Ich kann mir das schon vorstellen, da mein Vater Autist (er ist zwar

      erst jetzt im Diagnoseprozess aber ich habe da absolut keine Zweifel)
      ist und meine Mutter extrem sozial und empathisch, sie hat auch für uns
      Kinder vieles kompensiert, was unser Vater einfach nicht kann und
      konnte.


      Die Möglichkeit besteht meines Erachtens, dass es einfacher ist eine
      Frau zu finden, die akzeptiert, versteht und sich auf eine Beziehung
      einlässt, als ein Mann.
      Das ist doch auch so ein Ding bei Frauen mit Asperger, dass man als Kind
      eher von anderen Mädchen in die Gruppe aufgenommen wird und deswegen
      oft nicht auffällig wenig Sozialkontakte gleichen Alters hat.

      Abgesehen davon halte ich den Eindruck unter den heute Spätdiagnostizierten für irreführend. Bei Erwachsenen ohne Partner und Familie halte ich die "Dunkelziffer" von Menschen, die im Prinzip eine Autismusdiagnose bekommen könnten, für viel höher als bei Menschen mit Partner und Kindern. Insbesondere bei Frauen, da das Bild von Autismus in der Öffentlichkeit, bei Menschen, die nicht speziell damit zu tun haben, noch immer sehr männlich geprägt ist. Meinem Eindruck nach ist ein Großteil der heute spätdiagnostizierten autistischen Frauen darauf gekommen, weil eines ihrer Kinder eine Autismusdiagnose bekommen hat und sie da Ähnlichkeiten festgestellt haben. Kinderlosen Frauen steht dieser Weg gar nicht offen.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • On-Off wrote:

      Hat geklappt: ich wurde sofort blockiert!
      Und wenn du im Profil erwähnst, dass du irgend einen relativ hoch bezahlten Job machst, bekommst du dafür viele Zuschriften von genau so Leuten …

      Eine Beziehung ist halt immer ein Geben und ein Nehmen. Und es gibt gerade bei Frauen viele, die meinen, sie können ja ihre Anwesenheit und etwas Hilfe im Haushalt geben und der andere soll sich um das Geld kümmern.
      Wird schon Am warten auf die Bestätigung meines Premium-Mitgleidschafts-Abos.
      Also warten...
      und warten...
      noch mehr warten...
      und noch mal warten...
    • Unwissend wrote:

      Die Möglichkeit besteht meines Erachtens, dass es einfacher ist eine
      Frau zu finden, die akzeptiert, versteht und sich auf eine Beziehung
      einlässt, als ein Mann.
      Das ist doch auch so ein Ding bei Frauen mit Asperger, dass man als Kind
      eher von anderen Mädchen in die Gruppe aufgenommen wird und deswegen
      oft nicht auffällig wenig Sozialkontakte gleichen Alters hat.
      Sowas dürfte eher die Minderheit sein.
      Das Durchschnitts-Klischee-Weibchen kommt schon mit dem Durchschnitts-Klischee-Männchen kommunikativ nicht klar und die Punkte, an denen es da hakt, sind bei Autisten oftmals noch ausgeprägter. Andersrum wird eher ein Schuh draus.
      Und Mädchen nehmen einen in die Gruppe auf? Ähm, na ja, eher nicht. Nur, wenn man sich selbst mit an sie angepasstem Verhalten anbiedert. Auch dort herrscht nämlich oft schon das typische Durchschnitts-Klischee-Weibchen-Verhalten vor.

      Leonora wrote:

      Abgesehen davon halte ich den Eindruck unter den heute Spätdiagnostizierten für irreführend. Bei Erwachsenen ohne Partner und Familie halte ich die "Dunkelziffer" von Menschen, die im Prinzip eine Autismusdiagnose bekommen könnten, für viel höher als bei Menschen mit Partner und Kindern. Insbesondere bei Frauen, da das Bild von Autismus in der Öffentlichkeit, bei Menschen, die nicht speziell damit zu tun haben, noch immer sehr männlich geprägt ist. Meinem Eindruck nach ist ein Großteil der heute spätdiagnostizierten autistischen Frauen darauf gekommen, weil eines ihrer Kinder eine Autismusdiagnose bekommen hat und sie da Ähnlichkeiten festgestellt haben. Kinderlosen Frauen steht dieser Weg gar nicht offen.
      Nach meinem subjektiven Eindruck ist zumindest hier im Forum die Mehrheit der Spätdiagnostizierten Frauen nicht über die Diagnose der eignen Kinder dazu gekommen (allerdings habe ich keine Statistik dazu gemacht, der Eindruck kann also täuschen)
    • Aldana wrote:

      Und Mädchen nehmen einen in die Gruppe auf? Ähm, na ja, eher nicht.
      Kommt drauf an. Unter den Mädchen gibt es einige, die sozialer sind, diese können Außenseitern zugewandt sein. Und es gibt andere, die so typisch Mädchen/Frau sind und über alles lästern, was anders ist als sie selbst.
      Bei den Jungen gibt es diese soziale Ader weniger, Jungs grenzen andere Jungen stärker aus und direkter, auch oft mit körperlicher Gewalt. Daher ist der Umgang unter Jungen rauer als unter Mädchen, aber Mädchen sind öfter subtil boshaft, oder mehr hintenrum.
      Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
      (Howard Zinn)
    • Shenya wrote:

      aber Mädchen sind öfter subtil boshaft, oder mehr hintenrum.
      Aber genau das ist es doch, was dem Durchschnitts-Autisten große Probleme bereitet.
      Natürlich gibt es auch Mädchen, die keine Zicken sind und zusätzlich eine soziale Ader haben. Aber die sind eben die Minderheit.
      Die Mehrheit der Jungs/Männer hingegen geht offen vor, da weiß man woran man ist, da gibt keine subtilen Signalen, die man erkennen muss, sondern klare Ansprachen.
    • Aldana wrote:

      Aber genau das ist es doch, was dem Durchschnitts-Autisten große Probleme bereitet.
      In der Kindheit finde ich offenes Mobbing und Verprügelt werden schlimmer als Lästern hintenrum. Vom Lästern kriegt man eventuell gar nicht alles mit, aber Verprügelt werden kann zum Terror werden. Das trifft aber mehr Jungen als Mädchen.

      Im Erwachsenenleben prügeln sich Männer in der Regel nicht mehr. Dann bleibt das Lästern der Frauen.
      Nach meiner Erfahrung ist es aber nicht eine Mehrheit, die boshaft lästert, sondern auch nur ein kleinerer Anteil der Frauen. Was ich bei Frauen schwieriger finde, ist dass sie insgesamt weniger direkt kommunizieren. Eventuell drücken sie mehr mit Untertönen oder Körpersprache aus, das kriege ich dann nicht so gut mit. Mit Männern ist es einfacher. Aber jetzt weiß ich nicht mehr, wo der rote Faden zum Thema ist.
      Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
      (Howard Zinn)
    • Leonora wrote:

      Ja, aber für Frauen wird es ab Mitte 30 oft schon knapp, vor allem, wenn sie zu dem Zeitpunkt keinen Partner haben. Etwa 10 Jahre mehr Zeit im Leben zu haben, ist schon ein wesentlicher Unterschied. Gerade für Menschen mit Behinderungen, bei denen es eben oft noch andere Hürden unterschiedlichster Art gibt. Es hat ja seine Gründe, dass Frauen mit Behinderungen deutlich seltener einen Partner und eine Familie haben als behinderte Männer.
      Wie kommst du auf 10 Jahre Unterschied? Frauen können bis Anfang 40 schwanger werden. Schwieriger wird es genauso bei Männern, da die Spermien langsamer werden.
      Bei nur ca 6 % der Paare gibt es einen Altersunterschied von 10 oder mehr Jahren, dh die meisten Männer haben keine Aussichten auf eine wesentlich jüngere Partnerin. Die Tendenz geht in unserem Land sogar zu einer Annäherung des Alters.
      Bei meinen Großeltern kamen 10 Jahre Unterschied noch häufiger vor, in meiner Generation wird es von vielen als komisch betrachtet, auch wenn der Mann viel älter ist, wobei ich dir Recht gebe, dass das eher akzeptiert ist als andersherum.
      Generell hast du aber irgendwie eine sehr negative Sicht auf Frauen. Vielleicht durch deine Erfahrung?
      Behinderte Frauen haben es zwar schwerer, einen Partner zu finden, Autistinnen oder Aspergerfrauen aber nicht. Sie sind wesentlich häufiger in Partnerschaften als Aspergermänner. Als ich das letzte Mal beim Frauen-Aspie-Stammtisch war, waren alle außer mir
      verheiratet.
    • Shenya wrote:

      In der Kindheit finde ich offenes Mobbing und Verprügelt werden schlimmer als Lästern hintenrum. Vom Lästern kriegt man eventuell gar nicht alles mit, aber Verprügelt werden kann zum Terror werden. Das trifft aber mehr Jungen als Mädchen.
      Mobbing ist kein Verprügeltwerden, sondern generell ein Fertigmachen und das können Mädchen genauso gut.
    • Da war auch ein "und" dazwischen, d.h. beides ist gemeint, Mobbing und Verprügeltwerden.
      Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
      (Howard Zinn)
    • Fidoline wrote:

      Mobbing ist kein Verprügeltwerden, sondern generell ein Fertigmachen und das können Mädchen genauso gut.
      Ist nach meinen subjektiven Eindruck sogar DAS Mittel der Wahl bei weiblichen Individuen, wenn sie jemandem schaden wollen. Fängt mit Lästern hinterm Rücken an und steigert sich dann irgendwann auch zu offeneren Attacken.
    • Leonora wrote:

      dass die sozialen Erwartungen Frauen gegenüber generell höher sind
      Du meinst die Gesellschaftlichen Erwartungen oder?
      Bist du verpflichtet die Erwartungen der Gesellschaft zu erfüllen? Nein, du lässt dir ja auch nicht von Oma, Opa, Eltern sagen, wie du eine Beziehung zu führen hast, weil sie das so wollen.
      Die einzigen Erwartungen, die du erfüllen musst sind die eigenen an sich selbst. Oder lebst du, um es anderen Recht zu machen? Ich denke nicht.

      Das ist das typische, was sollen den die anderen denken? Es kann dir egal sein, was andere denken, weil es ihre Gedanken sind nicht deine und das nicht in deinem Kontrollgebiet liegt.

      Das passiert, wenn der Selbstwert zu gering ist.
    • Fidoline wrote:

      Generell hast du aber irgendwie eine sehr negative Sicht auf Frauen. Vielleicht durch deine Erfahrung?
      Wenn mir die umfassende Benachteiligung von Frauen - natürlich auch aufgrund von eigener Erfahrung - relativ stark bewusst ist, ist das doch keine negative Sicht auf Frauen. Eher auf die Situation von Frauen. Ich glaube, dass Frauen wesentlich früher als Männer "ihr Leben geregelt" haben müssen, um überhaupt ein einigermaßen gutes Leben und gesellschaftliche Teilhabe zu erreichen. Und, dass autistische Frauen es in mancher Hinsicht besonders schwer haben, weil sie oberflächlich oft unauffälliger, gleichzeitig aber höheren sozialen Erwartungen ausgesetzt sind. Das ist auch nicht nur meine Einbildung - beispielsweise gibt es Studien dazu, dass autistische Frauen häufiger als autistische Männer ihren Job verlieren (trotz unauffälligerer Außenwirkung).

      Fidoline wrote:

      Wie kommst du auf 10 Jahre Unterschied? Frauen können bis Anfang 40 schwanger werden. Schwieriger wird es genauso bei Männern, da die Spermien langsamer werden.
      Viele Frauen haben bereits ab ca. Mitte 30 Schwierigkeiten, schwanger zu werden. Und bei Männern nimmt die Fruchtbarkeit zwar auch ab, aber deutlich später und nie völlig. Das kann man, denke ich, überhaupt nicht vergleichen.

      Fidoline wrote:

      Bei nur ca 6 % der Paare gibt es einen Altersunterschied von 10 oder mehr Jahren, dh die meisten Männer haben keine Aussichten auf eine wesentlich jüngere Partnerin. Die Tendenz geht in unserem Land sogar zu einer Annäherung des Alters.
      Ich weiß, aber dass der Mann ein paar Jahre älter ist (wenn auch meist nicht 10 Jahre oder mehr), ist immer noch eher die Regel als die Ausnahme. Insgesamt haben Männer durchaus einige Jahre mehr Zeit, das kann auf den Lebensverlauf einen großen Unterschied machen. Auch das ist keine reine Behauptung von mir, etwa bei den "Gateway Women" für ungewollt kinderlose Frauen, die Jody Day initiiert hat, kann man einiges darüber lesen.

      Fidoline wrote:

      Behinderte Frauen haben es zwar schwerer, einen Partner zu finden, Autistinnen oder Aspergerfrauen aber nicht.
      Das trifft aber nur zu, solange sie in relativ jungen Jahren "gefunden" werden. Später ist es für autistische Frauen meinem Eindruck nach deutlich schwieriger als für autistische Männer.

      Fidoline wrote:

      Als ich das letzte Mal beim Frauen-Aspie-Stammtisch war, waren alle außer mir
      verheiratet.
      Und wie viele davon waren Mütter von autistischen Kindern und kamen dadurch selbst auf die Diagnose?
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.

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    • @Leonora
      Also keine Daten. Unsere Eindrücke sind nicht viel Wert...

      Was Spätdiagnose angeht, geht es weniger um Mann/Frau als um gut/schlecht maskierende - wobei möglicherweise Frauen im Durchschnitt besser maskieren.
      Dann kommt noch der Leidensdruck dazu: die wenigen Autisten, die die Chance haben eine passendes und verständliches Umfeld zu haben, werden viel seltener diagnostiziert, und haben es auch nicht nötig.
      Die anderen entwickeln Depressionen, Angststörungen, usw, und werden mit Glück dann in Therapien diagnostiziert.

      @Shenya @Aldana
      Pubertierende Mädchen sind unter die giftigsten Soziale Umgebungen die es gibt, für Autisten der Horror (die Jungs sind auch keine Engeln, aber es gibt einfache Regeln).
      Büros und Arbeitsstellen wo nur Frauen arbeiten sollen auch nicht ohne sein, habe ich oft gehört.
    • Shenya wrote:

      Im Erwachsenenleben prügeln sich Männer in der Regel nicht mehr. Dann bleibt das Lästern der Frauen.
      Nach meiner Erfahrung ist es aber nicht eine Mehrheit, die boshaft lästert, sondern auch nur ein kleinerer Anteil der Frauen.
      Das denke ich ebenfalls. Zerstörerisch kann das dennoch sein, weil sich die Mehrheit meiner Erfahrung nach eher raushält und nicht unbedingt mit den Ausgegrenzten solidarisiert.

      Shenya wrote:

      In der Kindheit finde ich offenes Mobbing und Verprügelt werden schlimmer als Lästern hintenrum. Vom Lästern kriegt man eventuell gar nicht alles mit, aber Verprügelt werden kann zum Terror werden. Das trifft aber mehr Jungen als Mädchen.
      Das stimmt, zugleich fällt dadurch aber auch auf, wenn ein Junge gemobbt wird, während Mobbing unter Mädchen oft von Erwachsenen unerkannt bleibt. Zu der besseren Integration in die Gruppe - oft durch eine "beste Freundin", die eine Art "Anker" im Schulalltag ist, hat Tony Attwood übrigens einiges geschrieben. Oft funktioniert das allerdings nur in der Grundschule.
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    • On-Off wrote:

      @Leonora
      Also keine Daten. Unsere Eindrücke sind nicht viel Wert...
      Natürlich sind eigene Eindrücke etwas wert, solange man sie als solche kennzeichnet und nicht als wissenschaftliche Forschungsergebnisse präsentiert. Zudem ergeben sich Forschungsfragen gerade in den Sozialwissenschaften auch aus lebensweltlichen Beobachtungen, auch wenn die Forschungsfrage dann natürlich präsiziert und systematisch untersucht wird. Für Frauen mit Behinderungen generell gibt es ja auch Daten dazu, und ich sehe keinen Grund, weshalb das bei Autismus soviel anders sein sollte. Zumal es, wie gesagt, Gründe gibt, weshalb eine Autismusdiagnose für Frauen ohne eigene Familie eventuell schwieriger ist.
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    • Tux wrote:

      Du meinst die Gesellschaftlichen Erwartungen oder?
      Bist du verpflichtet die Erwartungen der Gesellschaft zu erfüllen?
      Nein, vielleicht bin ich auch nicht einmal in der Lage dazu. Aber der Preis dafür ist Einsamkeit. Und das ist ein hoher Preis, denke ich.


      Tux wrote:

      Die einzigen Erwartungen, die du erfüllen musst sind die eigenen an sich selbst. Oder lebst du, um es anderen Recht zu machen? Ich denke nicht.

      Das ist das typische, was sollen den die anderen denken? Es kann dir egal sein, was andere denken, weil es ihre Gedanken sind nicht deine und das nicht in deinem Kontrollgebiet liegt.
      Es geht doch nicht darum, ob man die Erwartungen von anderen erfüllen kann. Wer bei anderen Menschen schlecht "ankommt", erlebt vielleicht kaum gesellschaftliche Teilhabe. Das hat dann doch nichts mit einem selbstgewählten Lebensentwurf zu tun, zu dem man nur stehen müsste. Das ist doch keine Frage des Selbstbewusstseins, sondern danach, ob man überhaupt Zugang dazu hat, das Leben zu führen, das man gerne führen würde. Und da glaube ich tatsächlich, dass das bei Frauen mit kommunikativen Schwierigkeiten sowohl beruflich wie privat noch einmal schwieriger ist als bei entsprechenden Männern. Wie gesagt, es gibt Studien (etwa dazu, dass autistische Frauen häufiger den Arbeitsplatz wechseln müssen), die das in Teilbereichen auch bestätigen.
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