Seid ihr zu einer Beziehung fähig ?

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    • Und als Brücke zum eigentlichen Thema:
      Ich finde es etwas vermessen und idealistisch, wenn der Körperbau des (potenziellen) Partners überhaupt keine Rolle spielen soll. So nach der Art von bedingungsloser Liebe.
      Im Normalfall will man ja Körperkontakt zum Partner haben. Und wenn einem sein/ihr Körper nicht besonders gefällt, ist das auch nicht gut.
      Oder man hat bestimmte Vorstellungen, die für einen zu einer Partnerschaft dazugehören. Ich hab's zum Beispiel sehr gerne, wenn sich jemand auf mich legt, da spielt das Gewicht natürlich schon eine Rolle.
      Oder wenn der Körperbau Dinge einschränkt, die man gern zusammen machen würde. Man muss eben auch in körperlicher Hinsicht zusammenpassen, ich halte das nicht für eine Banalität, die keine Rolle spielen sollte.
    • 65536 wrote:

      Und als Brücke zum eigentlichen Thema:
      Ich finde es etwas vermessen und idealistisch, wenn der Körperbau des (potenziellen) Partners überhaupt keine Rolle spielen soll. So nach der Art von bedingungsloser Liebe.
      Im Normalfall will man ja Körperkontakt zum Partner haben. Und wenn einem sein/ihr Körper nicht besonders gefällt, ist das auch nicht gut.
      Oder man hat bestimmte Vorstellungen, die für einen zu einer Partnerschaft dazugehören. Ich hab's zum Beispiel sehr gerne, wenn sich jemand auf mich legt, da spielt das Gewicht natürlich schon eine Rolle.
      Oder wenn der Körperbau Dinge einschränkt, die man gern zusammen machen würde. Man muss eben auch in körperlicher Hinsicht zusammenpassen, ich halte das nicht für eine Banalität, die keine Rolle spielen sollte.
      Besser ausgedrückt als ich es könnte. +1
      Wenn du sie mit Wissen nicht überzeugen kannst, verwirre sie mit Schwachsinn.
    • hundefreund wrote:

      Und da ist der BMI schon ein Faktor, da er etwas über die Sportlichkeit einer Person aussagt (ja, es gibt Ausnahmen, aber statistisch ist gerade in jüngeren Jahren jeder, der einen deutlich erhöhten BMI hat, eher nicht in der Lage, sportliche Aktivitäten mit zu machen).
      Es kommt sehr drauf an, was du an Sport machst und wie geübt du bist. Ich wurde während des Sommers schon oft beim Radfahren von Leute überholt, die einen deutlich höheren BMI hatten als ich. (Bin im mittleren Normalbereich.) Dass die alle einfach die besseren Fahrräder hatten, bezweifle ich.
    • Schwarze Katze wrote:

      Dass die alle einfach die besseren Fahrräder hatten, bezweifle ich.
      Rund ist einfach windschnittiger, deshalb ist der ICE vorne auch so rund und eine normale Regionalbahn eher flach … :lol: :fun:
      Wird schon Am warten auf die Bestätigung meines Premium-Mitgleidschafts-Abos.
      Also warten...
      und warten...
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    • Theta wrote:

      Hier finde ich dazu Folgendes: "Allerdings erklärt die unterschiedliche Beschaffenheit der Knochen maximal drei Kilogramm Gewichtsunterschied."
      Das wundert mich nicht, es hat ja niemand Knochen aus Eisen. Ich denke, das kann auch eine Ausrede sein. Aber 3 Kilo ist ja schon was. Das heißt, dass es diese ganz klare Grenze zwischen Unter-Normalgewicht und Normalgewicht-Übergewicht eben nicht gibt.
    • hundefreund wrote:

      Rund ist einfach windschnittiger, deshalb ist der ICE vorne auch so rund und eine normale Regionalbahn eher flach … :lol: :fun:
      Dann müssten Frauen mit niedrigem Lenker besonders windschnittig sein. Muss ich mal drauf achten! 8-)

      Zur Ausgangsfrage: Ich halte mich für beziehungsfähig, aber eben nicht mit jedem anderen Menschen. Das muss von der Kommunikation stimmen und auch von bestimmten Grundwerten. Es gibt wahrscheinlich wenige Menschen die absolut beziehungsunfähig sind, bei den meisten ist es eine Sache der Kompatibilität im Einzelfall. Das kann sich im Zeitverlauf auch ändern, weil die Menschen sich weiter- und eventuell auseinander oder aufeinander zu entwickeln.
      Bei mir merke ich, dass ich viele Menschen auf Dauer extrem anstrengend finde und mehr Distanz brauche, als die sich wünschen. Ein anderer Punkt wurde gerade hier drüben gerade angesprochen: Man muss irgendetwas an einer anderen Person interessant finden. Ansonsten bleibt es bei einer theoretischen Beziehungsfähigkeit, die praktisch nie zu einer Beziehung führt.
    • Fidoline wrote:

      Theta wrote:

      Hier finde ich dazu Folgendes: "Allerdings erklärt die unterschiedliche Beschaffenheit der Knochen maximal drei Kilogramm Gewichtsunterschied."
      Das wundert mich nicht, es hat ja niemand Knochen aus Eisen. Ich denke, das kann auch eine Ausrede sein. Aber 3 Kilo ist ja schon was. Das heißt, dass es diese ganz klare Grenze zwischen Unter-Normalgewicht und Normalgewicht-Übergewicht eben nicht gibt.
      Das hat auch wieder was mit Körperbau und Größe zu tun: Längerer Mensch hat längere Knochen, die wiegen insgesamt mehr. Muskeln brauchen stabile Knochen als Basis.

      Normalgewicht ist außerdem ja kein bestimmter Punkt, sondern eine Spanne. Bei mir (1,66m) umfasst die etwa 14 Kilo, d.h. nur an schweren oder leichten Knochen liegt ein Über- oder Untergewicht nicht.
    • Schwarze Katze wrote:

      Bei mir merke ich, dass ich viele Menschen auf Dauer extrem anstrengend finde und mehr Distanz brauche, als die sich wünschen.
      So geht es mir auch. Nicht nur bei Beziehungen, sondern auch bei Freundschaften. Ich kann mit manchen Leuten wirklich viel Zeit verbringen, wenn man einfach nur nebeneinander her lebt (also nur körperlich anwesend im gleichen Raum / Gebäude, aber nicht direkt etwas miteinander tun), aber wenn ich mit einer Person dauernd viel zu tun habe, dann wird mir das sehr anstrengend, egal wie gut es passt - es passt halt doch nie zu 100% und ich habe sehr Probleme, mich in fremde Muster hinein zu zwängen und kann das ja von anderen Menschen auch nicht verlangen, dass sie sich komplett auf meine Denkweise und Arbeitsweise und mein Verhalten einstellen.

      Bei meinen Freunden habe ich viele, mit denen ich dann mal 1-2 Monate wieder gar nichts zu tun habe und dann wieder recht viel. Diese Freundschaften halten dann Jahrzehnte. Wenn allerdings jemand auf einen regelmäßigeren, engen Kontakt, dauernde Chats oder ähnliches besteht, geht es bei mir meist schief.
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    • Schwarze Katze wrote:

      Das hat auch wieder was mit Körperbau und Größe zu tun: Längerer Mensch hat längere Knochen, die wiegen insgesamt mehr. Muskeln brauchen stabile Knochen als Basis.
      Das ist ja beim BMI schon eingepreist, dass ein größerer Mensch mehr wiegen darf, weil er ja von allem (eben auch den Knochen) mehr hat. Scheinbar haben aber selbst ganz stark übergewichtige Menschen kaum kräftigere Knochen als gleichgroße dünne Menschen. Übergewicht soll ja auch auf die Gelenke gehen, wahrscheinlich weil der ganze Stützapparat sich dem kaum anpassen kann.
    • Shenya wrote:

      Grubber wrote:

      Jemand, der dick ist, wird häufiger als unattraktiv empfunden als jemand, der schlank ist.
      Das hängt von Ort und Zeit ab, unterliegt also der Mode.
      Das ist richtig! Ich ging tatsächlich vom (mutmaßlichen) "Hier und Jetzt" der Diskussionsteilnehmer aus.

      Shenya wrote:

      Vielleicht finden insgeheim viele Männer dicke Frauen eigentlich hübsch (vielleicht auch umgekehrt), denn man findet auch in der zeitgenössischen Kunst erstaunlich viele dicke Frauen auf Gemälden, nicht nur aus der Zeit von Rubens
      Ich schätze es etwas anders ein: Es gibt zum einen zweifelsohne ästhetische dicke Menschen. Weiterhin ist ästhetisches Empfinden auch subjektiv. Aber davon abgesehen ist es nicht so, dass ein Künstler zwingend Ästhetik schaffen will, gerade in der zeitgenössischen nicht-abstrakten Kunst schätze ich das (allerdings als Laie) als eher selten ein. M.E. kann man also daraus, dass dicke Menschen abgebildet werden, nicht schließen, dass diese als ästhetisch empfunden werden.

      Shenya wrote:

      Der Normfall sollte so sein, dass man sich kennenlernt und den Charakter des anderen mag. Äußerlichkeiten sind für tieferblickende Menschen unwichtig. Es sind meistens die Jüngeren, die sich noch an solchen Dingen aufhalten. Da will man seinen Freund/Freundin noch stärker herzeigen wegen dem Gruppendruck. Später gibt sich das.
      Normfall? Wer sollte heute bei uns noch Normen für Beziehungen aufstellen und diese auch durchsetzen können?
      Sexuelle Attraktivität ist nicht von der Großhirnrinde gesteuert. Und die Liebe auf den ersten Blick gibt es statistisch betrachtet wohl tatsächlich nicht, sehr wohl aber die Sympathie bzw. Antipathie auf den ersten Blick. Und statistisch fällt diese Entscheidung offenbar zugunsten sehr "primitiver" Merkmale aus. Man muss nicht "schön" sein, um einen zweiten Blick zu bekommen und dann mit als attraktiv empfundenen Details punkten zu können, und wenn man irgendwie halbwegs erfolgreich kommunizieren kann (v.a. nonverbal...), dann kann die Chance bestehen, dass ein näheres Kennenlernen stattfindet.
      Und erst dann geht es los mit der Frage, ob da evtl. eine Beziehung entsteht, und ob die ausgebaut und ggf. sogar langfristig Bestand haben kann. Will heißen, wünschenswerte Charaktereigenschaften werden erst recht spät relevant.
      Für eine erfolgreiche Beziehung muss man ganz sicher nicht ästhetisch sein. Aber um überhaupt erst mal in die Nähe einer Chance auf einen möglichen Beziehungsbeginn zu kommen, muss man halt in den allermeisten Fällen doch ästhetisch (und zur Kommunikation) fähig sein.
      Selbstverständlich gilt das nicht für 100% der Beziehungen. Aber halt doch für die große Mehrheit. Je weniger man den Erwartungen anderer entspricht (ästhetisch, Verhalten), desto seltener werden Kontakte zustandekommen, und entsprechend noch seltener besteht rechnerisch die Chance auf eine Beziehung.
      Wenn ich also übergewichtig bin und eine Partnerschaft anstrebe und eine charakterlich supertolle Person bin, dann kann es schon sinnvoll sein, mich nicht nur aus gesundheitlichen Gründen mehr mit meiner Ernährung, meinem Bewegungsverhalten und meinem Gewicht zu beschäftigen. Insbesondere dann, wenn ich vielleicht auch noch ein Mensch bin, der nicht so gut auf Parties oder in Kneipen aktiv Leute anflirten kann und eher darauf angewiesen ist, dass andere ihn ansprechen. Ist so mein Gedankengang dazu.
      Das heißt definitiv nicht, dass ich das gut finde. Es beschreibt nur die Schlüsse, die ich aus meinen Beobachtungen und meinem Wissen über menschliches Verhalten gezogen habe.
    • FrankMatz wrote:

      Es geht nicht darum, dass man es nicht mitbekommt. Insofern übertreibt Abendstern vielleicht ein bisschen. Aber es ist wohl eher so, dass viele?/manche? (ich meine von den User*innen hier) den Sex, den sie in der Welt um sich herum mitbekommen, gar nicht mit sich in Verbindung bringen, zumindest in einer Zeit, in der das bei der Peer Group längst der Fall ist.
      Ja, das trifft es sehr gut. Typisch ist meiner Vermutung auch eine Mischung aus intellektueller Reife und sozial verspäteter Entwicklung. Manche autistische Jugendliche erkennen das "Miteinander Gehen" der Gleichaltrigen als unreif, sehen, dass das noch keine richtigen Beziehungen sind. Gleichzeitig ist ihnen nicht klar, wie wichtig das als "Training" für "echte Beziehungen ist. Und oft auch, dass sie selbst dazu gar nicht in der Lage wären, es also in Wahrheit gar keine freie Wahl ist, dabei nicht mitzumachen. Gerade wenn ein Jugendlicher gut in der Schule ist und "erwachsene" geistige Interessen hat, wird das Herabgucken auf die Peer Group von Erwachsenen vielleicht völlig falsch als Ausdruck überdurchschnittlicher Reife eingeschätzt.

      Zudem ist meiner Überzeugung nach auch Interesse an Sexualität ein Spektrum. Es gibt Menschen, bei denen es sehr ausgeprägt ist, bei anderen ist es kaum vorhanden. Es gibt alles dazwischen. Und nicht zuletzt viele, bei denen das Interesse vom Partner und der konkreten Situation abhängig ist. Da zu merken, dass bei einem selbst etwas anders läuft als bei anderen, ist gar nicht so einfach zu erkennen.

      ADD83 wrote:

      Wahrscheinlich hat sie schon 100kg gewogen als sie ihre Partner kennengelernt hat. Wenn ich aber vorher ne schlanke, sportliche Partnerin hatte, glaube nicht, dass die sich dann über 50kg plus freuen.
      Freuen vielleicht nicht. Aber wenn die Liebe erlischt, dadurch, dass ein Mensch zunimmt, fände ich das schon merkwürdig. Eine Gewichtszunahme in dem Ausmaß hat so gut wie immer gesundheitliche Gründe, das geschieht nicht "einfach so". Mag man den Menschen, mit dem man sein Leben teilt, nicht mehr, wenn er krank wird?

      Zebra wrote:

      Es gibt Studien zu dem Thema das bei vielen Frauen die Libido ab 30 rasant nachlässt und bei einem Großteil dann sogar gar nicht mehr vorhanden ist.
      Ab 30 wäre vielleicht recht früh. Aber tatsächlich haben da schon viele Frauen eine Östrogendominanz und entsprechende vielfältige gesundheitliche Einschränkungen. Rein biologisch erlischt die Libido bei Frauen natürlich viel früher als bei Männern, da sie unbehandelt oft schon ab Anfang 50 (oder sogar noch vorher) weitgehend ohne Sexualhormone leben. Nur: Menschen sind eben nicht nur biologische, sondern auch soziale Wesen. Alte Frauen sind als Frauen sozialisiert und behalten darüber ihr Interesse an Sexualität oft bei. Körperlich kann es bei manchen allerdings irgendwann schmerzhaft werden, oder Geschlechtsverkehr kann sie sogar verletzen.

      Shenya wrote:

      Oft hat der Beruf ja auch was mit dem intellektuellen Niveau zu tun, und wenn das sehr weit auseinander liegt (IQ 130 vs. IQ 90 oder so), werden wahrscheinlich beide in der Beziehung nicht glücklich.
      Das denke ich auch. Zudem spielt der Habitus, den Bourdieu, der hier schon erwähnt wurde, eine große Rolle. Da kommt es nicht so sehr auf offizielle Abschlüsse an, aber auf den Geschmack, Interessen, Einstellungen etc. Wenn es da überhaupt nicht passt, kann das schwierig sein. Meiner Einschätzung nach ist auch eine grundsätzliche Übereinstimmung von Werten etc. sehr hilfreich.

      65536 wrote:

      Ich finde es etwas vermessen und idealistisch, wenn der Körperbau des (potenziellen) Partners überhaupt keine Rolle spielen soll. So nach der Art von bedingungsloser Liebe.
      Im Normalfall will man ja Körperkontakt zum Partner haben. Und wenn einem sein/ihr Körper nicht besonders gefällt, ist das auch nicht gut.
      Das stimmt auf jeden Fall. Aber meinem Eindruck nach hängt es nicht nur von Figur etc. ab, wen man attraktiv findet. Die Art zu Reden, das Lachen, die Ausstrahlung - ganz vieles spielt da mit rein. Ich denke, das "Gesamtpaket" muss von der Anziehung her stimmen. Einfach in dem Sinne, dass man den Menschen wirklich mag, gerne mit ihm zusammen ist. Dann kann sich manchmal aus Sympathie Liebe entwickeln, auch wenn einem der andere "eigentlich" auf den ersten Blick nicht besonders reizvoll erscheint.

      Schwarze Katze wrote:

      Das hat auch wieder was mit Körperbau und Größe zu tun: Längerer Mensch hat längere Knochen, die wiegen insgesamt mehr. Muskeln brauchen stabile Knochen als Basis.

      Normalgewicht ist außerdem ja kein bestimmter Punkt, sondern eine Spanne. Bei mir (1,66m) umfasst die etwa 14 Kilo, d.h. nur an schweren oder leichten Knochen liegt ein Über- oder Untergewicht nicht.
      Nein, aber der Körperbau insgesamt kann sehr unterschiedlich sein, und die Form der Knochen. Bei manchen Menschen sind sie grazil und filigran, bei anderen eher kompakt und kräftig. Das hängt auch mit der Disposition zu Übergewicht zusammen, damit, wie ein Mensch "gedacht" ist.

      Grubber wrote:

      Wenn ich also übergewichtig bin und eine Partnerschaft anstrebe und eine charakterlich supertolle Person bin, dann kann es schon sinnvoll sein, mich nicht nur aus gesundheitlichen Gründen mehr mit meiner Ernährung, meinem Bewegungsverhalten und meinem Gewicht zu beschäftigen.
      Mit der Ernährung und dem Bewegungsverhalten ja, mit dem Gewicht ist oft nicht unproblematisch. Der Körper kann nicht "Diät denken", er ist noch aus der Altsteinzeit und meistens bestrebt, sein Höchstgewicht wieder zu erreichen. Mit Abnehmen baut man oft Muskeln ab, nimmt aber anschließend durch den Jojo-Effekt doch wieder zu. Nicht selten wiegt man langfristig mehr als vor der Abnahme, hat dabei aber einen höheren Fettanteil und einen niedrigeren Grundumsatz als zuvor. Daher ist es eher sinnvoll, gesünder zu leben und am Selbstbewusstsein zu arbeiten. Wenn man dabei etwas abnimmt, umso besser. Aber auch, wenn nicht, verbessern sich die Gesundheit und die Ausstrahlung.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Leonora wrote:

      Aber meinem Eindruck nach hängt es nicht nur von Figur etc. ab, wen man attraktiv findet. Die Art zu Reden, das Lachen, die Ausstrahlung - ganz vieles spielt da mit rein. Ich denke, das "Gesamtpaket" muss von der Anziehung her stimmen. Einfach in dem Sinne, dass man den Menschen wirklich mag, gerne mit ihm zusammen ist. Dann kann sich manchmal aus Sympathie Liebe entwickeln, auch wenn einem der andere "eigentlich" auf den ersten Blick nicht besonders reizvoll erscheint.
      Ja, absolut! Ich hatte mich auch lediglich wegen des BMI-Themas eingeklinkt, weil es m.E. am Problem "Übergewicht und Partnersuche" vorbei geht, wenn man versucht, sein Übergewicht per BMI-Fragwürdigkeit zu relativieren.

      Leonora wrote:


      Mit der Ernährung und dem Bewegungsverhalten ja, mit dem Gewicht ist oft nicht unproblematisch. Der Körper kann nicht "Diät denken", er ist noch aus der Altsteinzeit und meistens bestrebt, sein Höchstgewicht wieder zu erreichen. Mit Abnehmen baut man oft Muskeln ab, nimmt aber anschließend durch den Jojo-Effekt doch wieder zu. Nicht selten wiegt man langfristig mehr als vor der Abnahme, hat dabei aber einen höheren Fettanteil und einen niedrigeren Grundumsatz als zuvor. Daher ist es eher sinnvoll, gesünder zu leben und am Selbstbewusstsein zu arbeiten. Wenn man dabei etwas abnimmt, umso besser. Aber auch, wenn nicht, verbessern sich die Gesundheit und die Ausstrahlung.
      Ja, das stimmt. Einerseits. Es gibt aber schon statistisch betrachtet Grenzen, wo mehrheitlich die Wahrnehmung bei aller Ausstrahlung das Übergewicht (und auch Untergewicht, btw.) eben doch nicht "aufwiegt". "Er / Sie hat wirklich eine tolle / sympathische / xyz Ausstrahlung, aber..." Das sind keine scharfen Grenzen, und sie verlaufen höchst individuell, aber sie sind nicht wegzuleugnen. Das hat natürlich auch etwas mit dem Ausmaß und der Verteilung des Übergewichts / den Proportionen zu tun. Ich habe zB kein Übergewicht, aber wenig Busen und etwas breitere Hüften und kräftige Oberschenkel. Mit 65 kg auf 170 cm sind die Proportionen noch okay, aber mit 75 kg ist die Ästhetik definitiv gestört. Hätte ich dagegen eine entsprechende Oberweite, wäre das irgendwie "stimmig". Mit 90 kg hätte ich ein starkes Doppelkinn bei eigentlich feinen Gesichtszügen, und einen sehr voluminösen Hintern: Definitiv nicht ästhetisch. Da helfen dann auch meine "tollen Haare" (ist ein Urteil anderer) nicht mehr. Mir mangelt es da nicht an Selbstwertgefühl, aber ich weiß einfach, dass 90 kg zu vermeiden sind. Ich sehe ja andere Frauen, die tw. ein Mega-Selbstwertgefühl ausstrahlen (was ich auch richtig und wichtig finde), die ich aber eben trotzdem einfach als sehr unästhetisch empfinde.
      Überhaupt meine ich, dass man Ästhetik und Selbstwertgefühl voneinander trennen sollte. Mein Wert als Mensch ist doch nicht von meinem Körper abhängig. Und unter einem gesunden Selbstbewusstsein verstehe ich, dass ich mir der Realität meines Körpers bewusst bin, also ihn objektiv betrachten und anerkennen kann, und zB. auch erkenne, dass mein seit zwei Jahren überaus hartnäckiger Bauch eine etwas unansehnliche Speckschwarte bildet. Und dass ich dann abwägen und eine Entscheidung treffen kann, ob und was ich ggf. tue, wenn mich was an meinem Körper stört.
      Dass das ab einem gewissen Grad von Übergewicht ein sehr langfristiges und mühsames Unterfangen ist, ist eigebtlich logisch. Aber es ändert halt nichts an der Tatsache, dass deutliches Übergewicht bei der Partnersuche eher hinderlich ist. Egal, ob der BMI nun ein sinnvolles Maß ist oder nicht :?
    • Leonora wrote:

      Manche autistische Jugendliche erkennen das "Miteinander Gehen" der Gleichaltrigen als unreif, sehen, dass das noch keine richtigen Beziehungen sind. Gleichzeitig ist ihnen nicht klar, wie wichtig das als "Training" für "echte Beziehungen ist. Und oft auch, dass sie selbst dazu gar nicht in der Lage wären, es also in Wahrheit gar keine freie Wahl ist, dabei nicht mitzumachen.
      Zur ersten Aussage: Nein, ich habe nicht erkannt, dass die Pärchen der Schulzeit, auch noch im Studium "noch keine richtigen Beziehungen" sind. Ich sage es nochmal: Ich habe das wahrgenommen und keinen Bezug zu mir selbst gesehen. Irgendwie reflektiert in Bezug auf "Beziehung" war ich ganz sicher nicht.

      Den letzten Satz im Zitat möchte ich aber bestätigen: Auch wenn es ein bisschen larmoyant klingt, ich hatte wirklich nicht die Wahl, bei diesen ersten Beziehungsversuchen mitzumachen oder nicht mitzumachen. Es war einfach nicht in meinem Denken, und ein körperliches Wollen war da auch nicht. Erst später im Studium bin ich in eine Beziehung geraten, und es war ein langer Prozess vom Kennenlernen bis zum Verstehen, dass da mehr ist als nur Bekanntschaft.

      Körperlichkeit (weil oben so viel über Übergewicht oder eben keines geredet wurde) war da bei mir höchstens ein Teil in einem Ganzen, das noch aus gemeinsamen Interessen, politisch-gesellschaftlicher Grundübereinstimmung (natürlich nicht hundertprozentig, das wäre ja auch öde) und so etwas wie Sympathie besteht. Diese Sympathie erlebe als sehr schwer zu definieren, als ein Gefühl, das ich kaum verbalisieren kann. Das Ganze mag man dann Liebe nennen...

      Thread-Frage: Meine Beziehungsfähigkeit hängt ganz sicher auch von meiner Partnerin ab - mit jemand anderem wäre ich sicher nicht beziehungsfähig, und andere hundert Prozent auch nicht mit mir.
      En perdant on y gagne quand-même / Et puis après tout, on n'as pas choisi.
    • Leonora wrote:

      Manche autistische Jugendliche erkennen das "Miteinander Gehen" der Gleichaltrigen als unreif, sehen, dass das noch keine richtigen Beziehungen sind. Gleichzeitig ist ihnen nicht klar, wie wichtig das als "Training" für "echte Beziehungen ist. Und oft auch, dass sie selbst dazu gar nicht in der Lage wären, es also in Wahrheit gar keine freie Wahl ist, dabei nicht mitzumachen.
      Ich habe das früher nicht als unreif o.ä. gesehen. Da wusste ich auch noch rein gar nichts vom Autismus.
      Es ist ja nicht so, dass ich damals keinen attraktiven Mädels in der Klasse gehabt hätte, mit denen ich gerne was am laufen gehabt hätte.
      Ich war damals mehr mit überleben, überstehen, durchstehen, aushalten von unschönen Ereignissen beschäftigt und das hat mich völlig in Anspruch genommen.
    • Grubber wrote:

      Definitiv nicht ästhetisch

      Grubber wrote:

      der Realität meines Körpers bewusst bin, also ihn objektiv betrachten und anerkennen kann,
      Ich bezweifle das ein bisschen, bin da aber auch kein Experte. Mir war aber so, dass das bloß kulturelle oder gesellschaftliche Prägungen sind. Dass bspw. in Gebieten, in denen es eine hohe AIDS-Rate gibt, Schlankheit nicht mit Schönheit, sondern mit Krankheit assoziiert wird und dicke Menschen daher als gesünder und attraktiver wahrgenommen und bevorzugt werden.
    • Aldana wrote:

      Der Beschreibung nach ging es hier aber um Ästhetik basierend auf Proportionslehre etc.

      Stimmt. Da hinkte ich der Diskussion gedanklich zu weit hinterher. Hier irgendwo hätte es vielleicht gepasst:


      Grubber wrote:

      Shenya wrote:

      Grubber wrote:

      Jemand, der dick ist, wird häufiger als unattraktiv empfunden als jemand, der schlank ist.
      Das hängt von Ort und Zeit ab, unterliegt also der Mode.
      Das ist richtig! Ich ging tatsächlich vom (mutmaßlichen) "Hier und Jetzt" der Diskussionsteilnehmer aus.
      [...]

      M.E. kann man also daraus, dass dicke Menschen abgebildet werden, nicht schließen, dass diese als ästhetisch empfunden werden.

      Ich habe für mich selber da keine wirkliche Antwort, ob es soetwas wie objektive Schönheit gibt oder vielleicht doch bloß Formeln (also das, was Du mit Proportionslehre usw. ansprichst), anhand derer man etwas bestimmen oder gestalten kann, was zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort von einer Mehrheit der Betrachtenden als schön empfunden wird. Für Symmetrie gilt das vielleicht nicht so sehr, aber besonders bei Proportionen und dem angesprochenen "voluminösen Hintern" habe ich da meine Zweifel.

      Aber ich habe mich damit auch nie wirklich beschäftigt. Wenn ich es auf die Schnelle versuche, lande ich dabei auf beautycheck.de, eine Seite die sich mit "Attraktivitätsforschung" beschäftigt und mir bestimmt auch irgendetwas verkaufen will. Dort heißt es:

      Was ist das Geheimnis einer schönen Frauenfigur? Ist es tatsächlich das Verhältnis von Taille zu Hüfte - diese "Magic Number" von 0,7 - wie die Medien immer wieder berichten? In der Attraktivitätsforschung ist diese "Schönheitskonstante" in letzter Zeit etwas in Bedrängnis geraten und es mehren sich die Zweifel an dieser sicher geglaubten Wahrheit. So zeigen Studien, dass eine schmale Taille vor allem das Ideal in Industrienationen ist. Und selbst dort gibt es Unterschiede: Beispielsweise fand Grammer (1995) schon früh heraus, dass beim idealen Taille-Hüfte-Verhältnis auch zwischen Ländern wie Deutschland, USA und Japan erhebliche Unterschiede bestehen. Die Ergebnisse illustrierte er anschaulich, indem er Fotos von Schaufensterpuppen mit Morphing-Software so manipulierte, dass sie den Geschmack der jeweiligen Kultur abbildeten (Grammer, Signale der Liebe, S. 281ff).
      Anscheinend wird dort (in der Attraktivitätsforschung) Schönheit daher recht banal definiert:

      Schön ist, was die Bevölkerung als schön bezeichnet. Um herauszufinden, was sie schön findet, muss man eine möglichst große, für die Bevölkerung repräsentative Gruppe (= Stichprobe) befragen. Die Fülle der erhaltenen Daten fasst man dann zu einem Gesamturteil zusammen. Dieses Durchschnittsurteil stellt den Konsens der Bevölkerung dar und wird in der Attraktivitätsforschung per Definition als Maß für die Schönheit eines Gesichts oder einer Figur verwendet.
      Ist ja auch in Ordnung. Nur hat das dann nichts mit Objektivität zu tun, sondern mit Mainstream+Zeitgeist. Darauf weisen die aber auch selber hin:

      Bei dieser "demokratischen" Definition von Schönheit, bei der jede Meinung gleich viel zählt und letztlich die Mehrheit den Ausschlag gibt, muss man jedoch auch immer kritisch im Hinterkopf behalten, dass es sich dabei auch in gewisser Weise auch um einen "Massengeschmack" handelt, der natürlich manchmal mit persönlichen Vorlieben des Einzelnen nicht immer deckt.

      edit: was ich damit eigentlich sagen wollte: ich weiß nicht, ob das, was man als "objektive Schönheit" meint wahrnehmen zu können nicht bloß die gesellschaftlich geprägte Sicht der Dinge ist, die man erst ablegen müsste, um überhaupt zu einer Objektivität kommen zu können. Ich für mich selbst weiß es jedenfalls nicht.

      The post was edited 1 time, last by Dr. L84 ().

    • Meine Überzeugung ist die, daß jeder Mensch in der Gesamtheit seiner selbst, mit Körper, Geist und Seele, "schön" ist, unabhängig davon, ob jemand anderes dies wahrnimmt und wertschätzt, oder nicht.

      Und ich bin der Überzeugung, daß jeder die Schönheit seiner Mitmenschen wahrnehmen kann, wenn er mit dem Herzen hinschaut.
      In dem Moment, wo ich beginne, einzelne Details an jemandem anderen zu beurteilen, bin ich im Kopf und nicht mehr mit dem Herzen dabei.
      Die Frage ist, ob das sein muß ?

      Ja, vielleicht, für eine Beziehungsanbahnung muß der Kopf die Details abwägen. (Wie räumt er/sie die Geschirrspülmaschine ein ? Mag ich den Hintern ? Haben wir gemeinsame Gesprächsthemen ?... etc.)