Sich in einen Job einklagen

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    • Da gibt's dann ja effektiv nur wenige Möglichkeiten:

      - du wurdest damals aus irgendwelchen Gründen gekündigt, die weiterhin bestehen (könnten)
      - du hast selbst gekündigt und der Arbeitgeber möchte jemanden, von dem er glaubt, dass derjenige "ewig treu bleibt" oder du hast damals einen Grund angegeben, der dem Arbeitgeber nicht "geschmeckt" hat
      - man konnte sich schon damals nicht auf das Drumherum richtig einigen und befürchtet, dass das noch immer so ist / will sich diese Arbeit jetzt einfach nicht machen
      - man sucht gezielt "frischen Wind"

      Muss also (siehe vor allem letzter Punkt) nicht einmal von dir beeinflussbar sein.
    • Nun es kann immer sein, dass sich die Anforderungen an die Stelle geändert haben und die Ablehnung daher kommt. Zumindest könnte der Arbeitgeber das behaupten und es wäre schwer ihm das Gegenteil zu beweisen, wenn es nicht gerade eine klassische Stelle ist, wo die Anforderungen klar erkennbar sind, wie z. B. Busfahrer.
    • meisterkleister wrote:

      Da kann man sich höchstens ein paar Monate Gehälter rausschlagen, wenn man sie dringend braucht, man hinterlässt aber viel verbrannte Erde. Empfehlungen, Arbeitszeugnis, Lebenslauf - für all das nicht sehr hilfreich.
      Das ist natürlich oft unfair, aber pragmatisch gesehen, kann man da nicht viel machen.
      Jein. Je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit steht dir bei Kündigung durch den Arbeitgeber eine Abfindung zu.
      Wenn der Arbeitgeber dich los werden will und du gemobbt worden bist, dann hat man selbst keine verbrannte Erde hinterlassen.

      Das Arbeitszeugnis muss so formuliert werden, dass es wohlwollend dem Arbeitnehmer gegenüber ist. Ich habe mir, für eine neue Arbeitsstelle als Arbeitnehmer nie eine Empfehlung ausstellen lassen. Was ein absolutes Unding ist, wenn ein potentieller Arbeitgeber bei dem ehemaligen Arbeitgeber anruft und es berücksichtigt. Wenn Gerüchte gestreut werden, die nicht der Wahrheit entsprechen, hast du quasi verloren.

      Machen kannst du schon etwas, wenn du Beweise hast.

      Wieso nicht gut für den Lebenslauf?
    • @Polarlicht
      Ich habe damals gekündigt, weil ich der Großraumbüro nicht ausgehalten habe. Einzelbüro wurde mich verweigert, und Kopfhörer auch (damals wußte ich nur das ich anders bin, aber an Autismus habe ich nicht gedacht).
      Auch wollte ich eine meine Erfindungen patentieren und bauen und habe dafür keinen Sabbatjahr bekommen, also dachte ich ich mache mich einfach selbständig.

      Der "frischen Wind" in der Firma kam meistens von mir, ich habe nicht nur die innovativsten Projekte konkretisiert, sondern auch erfolgreich Ideen eingebracht nach die ich gar nicht gefragt wurde.
    • Ich habe keine Erfahrungen damit, mich in einen Job einzuklagen, aber ich kann mir nicht vorstellen, irgendwo arbeiten zu wollen, wo ich nur durch eine Klage reinkäme. Ausnahmen wären vielleicht noch Behörden, wo man nicht direkt mit denen zusammenarbeiten muss, gegen die man geklagt hat. Mir ist eine gute Arbeitsatmosphäre wichtig und ich fühle mich nicht wohl, wenn Misstrauen und Antipathie das Arbeitsklima prägen.

      @On-Off Verstehe ich es richtig, dass die Firma, bei der du dich beworben hast, nicht einmal Kenntnis über deine Behinderung hat, aber du sie jetzt verklagen willst, weil sie deine Behinderung nicht berücksichtigt?

      Zur Eignung: Woher willst du wissen, dass sich a) die Anforderungen in den Jahren nicht geändert haben und b) welche Fähigkeiten andere Bewerber haben?
      "Auf der Metaebene lässt sich Abstand gewinnen zum Geschehen. [...] Und dabei zeigt sich, dass es andere Perspektiven, andere Erlebensweisen und viel mehr Möglichkeiten für Lösungen gibt, als sich der Mensch in seiner alten kleinen Welt hatte träumen lassen." (Brit Wilczek)
    • Da wundert es mich aber nicht, sorry.
      Ist dann ein völlig normales Verhalten der Firma dich nicht wieder einzustellen.
      Völlig egal wie viele Ideen du hattest. Sie müssen ja befürchten, dass du wieder mit irgendeiner guten Idee "wegläufst" und zusätzlich, dass du wieder das gleiche Arbeitsumfeld wie damals benötigst, was sie dir aber nicht bieten können/wollen.
    • Kayt wrote:

      @On-Off Verstehe ich es richtig, dass die Firma, bei der du dich beworben hast, nicht einmal Kenntnis über deine Behinderung hat, aber du sie jetzt verklagen willst, weil sie deine Behinderung nicht berücksichtigt?
      natürlich nicht, zuerst müßte ich mich mit Angabe der GdB wieder bewerben, und dann klagen wenn die mich nicht nehmen.
      War aber nur eine Idee die ich aus Verzweiflung rumgesponnen habe.

      Kayt wrote:

      Zur Eignung: Woher willst du wissen, dass sich a) die Anforderungen in den Jahren nicht geändert haben und b) welche Fähigkeiten andere Bewerber haben?
      A) in der Branche ändert sich so schnell nichts. Die letzte große Änderung waren Computern.
      B) das so viele andere Bewerber auch lange Erfahrung in genau diesen Job haben und auch Ausnahmetalente sind, das man mich nicht mal einladen braucht, ist unmöglich.
    • Polarlicht wrote:

      Sie müssen ja befürchten, dass du wieder mit irgendeiner guten Idee "wegläufst"
      Im Arbeitsvertrag stand ich darf X Jahren nach Vertragsende nicht für die Konkurrenz arbeiten.
      Mansche könnten eher befürchten, ich lasse sie doof aussehen oder wäre scharf auf ihren Post (Vorgesetzter), was ich aber nie war.

      Polarlicht wrote:

      das gleiche Arbeitsumfeld wie damals benötigst, was sie dir aber nicht bieten können/wollen.
      ich hatte nur leicht reduzierte Arbeitszeit, sonst nichts.
    • Polarlicht wrote:

      Da wundert es mich aber nicht, sorry.
      Ist dann ein völlig normales Verhalten der Firma dich nicht wieder einzustellen.
      Ich vermute auch, dass es für Dich keinen Zweck mehr hat, Dich dort wieder zu bewerben. Und einklagen solltest Du Dich meiner Einschätzung nach erst recht nicht, damit würdest Du Dir keinen Gefallen tun.

      Kayt wrote:

      Ausnahmen wären vielleicht noch Behörden, wo man nicht direkt mit denen zusammenarbeiten muss, gegen die man geklagt hat.
      Das stimmt, das ist eine andere Ausgangssituation. Im öffentlichen Dienst ist es ohnehin wohl noch ein bisschen anders, vor allem, wenn man mit denen, die über die Einstellung entscheiden, beruflich nachher tatsächlich nichts zu tun hat.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • @On-Off zunächst einmal möchte ich dich fragen was GdB ist oder bedeutet?

      Und nun zu deiner Frage: Ich persönlich würde nie einen Arbeitgeber verklagen um einen Job zu bekommen. Du stehst vom ersten Tag an in der ganzen Firma als der doofe da der egal was immer mit Gewallt durch setzen will. Dann wollen weder die neuen Kollegen, die dich ja auch erst kennen lernen müssen , was mit dir zu tun haben, und deine Vorgesetzten wollen auch nicht's mit dir zu tun haben. Und schon bald denkst du schon am Arbeitsbeginn: "Hoffentlich ist der Tag schnell zu Ende
    • On-Off wrote:

      natürlich nicht, zuerst müßte ich mich mit Angabe der GdB wieder bewerben, und dann klagen wenn die mich nicht nehmen.
      War aber nur eine Idee die ich aus Verzweiflung rumgesponnen habe.
      Danke für die Klarstellung.

      Womöglich hat jemand Kompetenzen in anderen Bereichen, wie Stress- und Lärmtoleranz etc. was beim Arbeitgeber vielleicht mindestens genauso wichtig gesehen wird. Aber das ist nur eine These, weil ich das natürlich nicht bewerten kann. Ich glaube aber, dass in den wenigsten durchschnittlichen Firmen, Ausnahmetalente erforderlich sind, sondern "gute Fachkompetenz" plus bestimmte Eigenschaften wie Belastbarkeit oft höher wiegen (RW). Aber vielleicht ist es ja auch keine durchschnittliche Firma.
      "Auf der Metaebene lässt sich Abstand gewinnen zum Geschehen. [...] Und dabei zeigt sich, dass es andere Perspektiven, andere Erlebensweisen und viel mehr Möglichkeiten für Lösungen gibt, als sich der Mensch in seiner alten kleinen Welt hatte träumen lassen." (Brit Wilczek)
    • Kayt wrote:

      Ich glaube aber, dass in den wenigsten durchschnittlichen Firmen, Ausnahmetalente erforderlich sind
      Mit Ausnahmetalente meine ich Leuten, die bessere Maschinen entwickeln und somit helfen die Konkurrenz auszustechen, was ich mehrmals geschaffen habe. Man kann gar nicht genug davon haben.
    • On-Off wrote:

      Da die Stelle nur laut Jobcenter, aber nicht laut Firmenheimseite noch offen ist, sehe ich keine Chance.
      In manchen Firmen gehört es zum guten Ton, immer mindestens ein paar Stellenangebote ausgeschrieben zu haben. Das sieht dann für die Investoren und Kunden besser aus, von wegen aufstrebend und erfolgreich. Aber wenn sich da nicht gerade der absolute Fachmann mit zusätzlich exzellenten social skills bewirbt, läuft die Gesprächsmaschinerie gar nicht erst an.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • @Garfield
      Ich weiß, manchmal gibt es der Job sogar richtig, aber es ist schon intern oder über Beziehungen vergeben.
      Arbeitsvermittler haben immer ein Paar Anzeigen ohne Job dahinter offen, um ihre Datenbank zu füllen, nur für den Fall...
      Das alles erklärt teilweise der angeblichen "Mangel an Ingenieure", der es nie wirklich gab.
    • Hallo on-off,das wäre mein Vorschlag:
      Wenn du schon einmal in der Firma warst, kennst du doch bestimmt den Chef, der die Stelle vergibt. Ich würde ihn anrufen und nachfragen, ob es Sinn macht sich zu bewerben. Eine Begründung überlegen, warum du wieder zurück willst und evtl etwas über deinen GdB.
      Wenn er Interesse hat, geht die Bewerbung direkt an ihn und nicht in die Personalabteilung. Wenn er kein Interesse hat, kannst Du dir die Bewerbung sowieso sparen.
      Das Gespräch wird nicht einfach, aber ich finde der Stress würde sich lohnen...
      Gruß
      Hier-nee
    • Auch wenn es schon etwas abgedriftet ist:
      Man kann sich nicht einklagen.
      Man kann bei einem privaten Arbeitsverhältnis eine Diskriminierungsklage nach dem AGG machen. Da kriegt man aber im Erfolgsfall nicht die Stelle sondern bis zu 3 Monatsgehälter Entschädigung.
      Man kann bei öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnissen, also Beamte, Richter und Professoren, eine Konkurrentenklage einreichen. Die könnte theoreitsch ein Einklagen zur Folge haben, aber dafür müsste man beweisen, dass man die einzige überhaupt mögliche richtige Wahl ist, was kaum möglich ist. Deshalb wird im Ergebnis nur das Bewerbungsverfahren ganz oder teilweise wiederholt werden.

      Den GdB sollte man meist angeben, denn man kann nur gewinnen.
      Wenn man schwerbehindert ist, dann wird sich das auch zwangsläufig im Beruf auswirken, sonst hätte man die Schwerbehinderung nicht anerkannt bekommen. Man muss aber immer eine Probezeit durchlaufen, in der die Auswirkungen auftreten werden und dann ist man im Zweifel auch auch raus. Ein Arbeitgeber, der schon wegen nem GdB aussortiert, der wird einen da erst recht feuern. Und dass man im Bewerbungsgespräch nicht als Sonderling auffällt ist auch nicht garantiert.
      Man erklärt Lücken und Auffälligkeiten im Lebenslauf.
      Man wird schon um die Disriminierungsklage zu vermeiden eingeladen werden, im Öffentlichen Dienst müssen die sogar einladen. Dort hat man dann vllt. die Chance einen guten Eindruck zu machen.
      Zudem wird dort dann die Schwerbehindertenvertretung dabei sein, dort kann man dann Kontakte knüpfen z.B. für eine Initiativbewerbung oder Praktika. Möglich sind dann auch Einstiege ohne Bewerbung, z.B. wenn ne noch unausgeschriebene Stelle frei wird oder für irgendeine Diversitätsstrategie Behinderte gebraucht werden.

      Ne gute Stelle wird dabei allerdings eher selten sein. Im Öffentlichen Dienst wird z.B. die Schwerbehindertenqoute meist erfüllt. Da das eine Kopfquote ist, arbeiten die meisten (80%) aber auf einfachen Stellen, mit wenig Gehalt und keinen Aufstiegsschancen.

      Weglassen kann man ihn nur, wenn der Lebenslauf gerade und man so gut im Beruf ist, dass man hier eh keine Probleme hat und macht.
    • Waspie wrote:

      Zudem wird dort dann die Schwerbehindertenvertretung dabei sein, dort kann man dann Kontakte knüpfen z.B. für eine Initiativbewerbung oder Praktika. Möglich sind dann auch Einstiege ohne Bewerbung, z.B. wenn ne noch unausgeschriebene Stelle frei wird oder für irgendeine Diversitätsstrategie Behinderte gebraucht werden.
      Das halte ich auch für eine gute Strategie. Da spielt natürlich Glück eine große Rolle, aber wenn man es schafft, Kontakt zu der entsprechenden Institution zu halten, sind die Chancen, wenn es solche Projekte gibt, bestimmt nicht schlecht, wenn sie einen schon kennen.

      Waspie wrote:

      Ne gute Stelle wird dabei allerdings eher selten sein. Im Öffentlichen Dienst wird z.B. die Schwerbehindertenqoute meist erfüllt. Da das eine Kopfquote ist, arbeiten die meisten (80%) aber auf einfachen Stellen, mit wenig Gehalt und keinen Aufstiegsschancen.
      Auch da stimme ich leider zu. Wenn es um partizipative Projekte mit Menschen mit Behinderungen geht, sind die Stellen oft sogar befristet. Man ist da in der Hierarchie eher unten und eventuell ohne langfristige Perspektive. Dennoch kann das manchmal eine "Nische" sein.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.