MAO-Hemmer bei Autismus?

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    • MAO-Hemmer bei Autismus?

      Hallo,

      von unserem Tierarzt haben wir ein MAO-Hemmer verschrieben bekommen.
      Wegen der Wirkung bei starken Ängsten bei Hunden (den Wirkstoff gibt es auch in der Humanmedizin als Medikament) habe ich mich über den Wirkstoff informiert.

      Wikipedia wrote:

      "Aus der klinischen Praxis ist bekannt, dass MAO-Hemmer auch erfolgreich zur Behandlung von Angststörungen (vor allem soziale Phobie, Panikstörungen) und Zwangsstörungen eingesetzt werden können. Größere Studien hierzu stehen allerdings noch aus. ... Bei Zwangsstörungen oder Angststörungen können MAO-Hemmer sehr effektiv wirken und stellen eine potente Behandlungsalternative dar." de.wikipedia.org/wiki/Monoaminooxidase-Hemmer

      Wikipedia wrote:

      Nichtselektive MAO-Hemmer (z. B. Tranylcypromin, irreversibel) hemmen MAO-A und MAO-B und sind wirksam bei Depressionen und Angststörungen.
      de.wikipedia.org/wiki/Antidepr…mer_(MAO-Hemmer/MAOI/RIMA)

      Mein Gedanke war, dass das ein MAO-Hemmer (wie im 1. Zitat beschrieben) evtl. auch bei manchem stark belastendem autistischen Verhalten vielleicht eine Abschwächung bringen könnte. Dass es vielleicht u.a. Zwänge abmildert und damit den Alltag für die betroffene Person erleichtern könnte; Oder auch dass es wegen seiner Wirkung bei sozialer Phobie das Aushalten von Kontakt zu Mitmenschen angenehmer für den Betoffenen machen könnte.
    • Wie in den verlinkten Wikipedia-Artikeln erwähnt, haben irreversible MAO-Hemmer wie Tranylcypromin (Handelsname Jatrosom) starke Wechselwirkungen u.a. mit vielen Lebensmitteln. Man muss also streng auf seine Ernährung achten. Und das ist tatsächlich ernst zu nehmen. Ich hatte einmal eine moderate Menge eines Lebensmittels verzehrt, das auf der langen Liste nicht eindeutig genannt war und dann einen unkontrollierten Blutdruckanstieg und musste die Kiinik aufsuchen, um ein Gegenmittel zu erhalten.
      Das Problem hat man bei reversiblen MAO-Hemmern (Moclobemid) in der Form nicht. Allerdings gelten die reversiblen MAO-Hemmer oft als weniger wirksam in Bezug die antidepressive Wirkung.

      Mir haben letztlich weder die einen noch die anderen in Bezug auf Depressionen geholfen. Allerdings ist das sehr lange her und war bevor ich wusste, dass ich im Autismusspektrum bin.
      Ich habe aber auch bei anderen Antidepressiva keine positiven Effekte bemerkt.

      Auch wenn der Hinweis sicher überflüssig ist: Komm bloß nicht auf die Idee, den Hundewirkstoff bei dir auszuprobieren! Die Risiken müssen durch den Psychiater und am besten auch durch den Hausarzt abgeschätzt werden. :prof:
      Ich würde aber auch dann abraten.
    • chocamer wrote:

      Mir haben letztlich weder die einen noch die anderen in Bezug auf Depressionen geholfen.
      Mir geht es auch nicht um eine Depression.

      chocamer wrote:

      Komm bloß nicht auf die Idee, den Hundewirkstoff bei dir auszuprobieren!
      Auf die Idee überhaupt zu kommen...naja. Der "Hundewirkstoff" (ist ein Selektiver MAO-B Hemmer) würde mir nichtmal was nutzen, weil der Wirkstoff bei Menschen zur Behandlung von Parkinson (und Alzheimer, aber da ist die Studienlage noch nicht eindeutig) eingesetzt wird. In dem verlinkten Wikipedia Artikel sind ja auch mehrere unterschiedliche MAO-Hemmer genannt, es müsste dann schon ein Nichtselektiver MAO-Hemmer sein, siehe Zitat im 1. Beitrag.
    • Wenn es Dir um eine angstlösende Wirkung geht, könntest Du mit Deinen Ärzten über Trimipramin sprechen. Das ist ein Antidepressivum, das man sehr genau dosieren kann.

      Neben der antidepressiven Wirkung, die erst ab einer gewissen Mindestdosis einsetzt, seiner bereits bei geringer Dosierung schlaffördernden Wirkung und seiner angstlösenden Wirkung habe meine Ärzte es bei mir in die Medikation aufgenommen. Im Hinblick auf alle drei genannten Anwendungsfelder profitiere ich sehr von den Medikament.

      Ich kann mittlerweile sogar den Nachbarshund streicheln oder Spinnen auf dem Balkon für kurze Zeit ertragen, wenn sie mehrere Meter entfernt regungslos sitzen. Sowas war vor dem Trimipramin für mich unmöglich aufgrund sofort einsetzender Angstzustände.

      Das Medikament braucht ca. 6 Wochen, bis es seine volle Wirksamkeit entfaltet und kann auch problemlos wieder ausgeschlichen werden, weil seine schlaffördernde Wirkung nicht abhängig macht und nicht dazu führt, dass man zum Einschlafen nach einiger Zeit der Anwendung ubedingt das Medikament benötigt.
    • MAO-Hemmer gehören zu den Dingen, um die ich einen weiten Bogen mache. Alleine wegen der Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln. Gegen Ängste nehm ich Pregabalin/Mirtazapin. Scheint zu wirken. Obwohl ich auf längere Sicht das Mirta wieder loswerden will. Gewichtszuname und Impotenz sind halt doof. Aber es hällt die Dämonen fern.