Wie drückt sich bei euch spontane Freude aus?

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    • Kommt auf den Grund der Freude an.

      Wenn ich mich mit jemandem mitfreue oder über eine soziale Situation freue, merkt man mir das scheinbar nicht an.

      Wenn ich etwas Neues für mein SI gekauft oder eine Kleinigkeit wie ein besonderes Schneckenhaus gefunden habe, hüpfe ich auch manchmal rum und beschäftige mich sehr intensiv mit der Sache. Dabei darf mich nichts und niemand stören.

      Die Freude ist dann aber für mich. Von meinem Mann kenne ich es, dass er schöne Erlebnisse, Euphorie mit mir teilen möchte. Er zeigt mir immer, was er schön findet, besondere Wolken, tolle Lichtspiele - aber ich habe das meist schon lange wahrgenommen und genossen, ohne es ihm zu zeigen. Sprich: ich neige nicht dazu meine Euphorie mit anderen und auch nicht die Euphorie anderer zu teilen.
      Ich schreibe in der Regel vom mobilen Endgerät aus - merkwürdige Wortkonstrukte sind ggf. der Autokorrektur geschuldet
    • Je nachdem, ob andere Menschen zugegen sind:

      Keine Reaktion, kurzes Lächeln/Grinsen, fröhliches Vor-mich-hin-Pfeifen, Hand-zur-Faust-Ballen, Klatschen, Hüpfen.

      Davon dann halt immer die stärkste Reaktion, die noch möglich ist, ohne dass es jemand mitbekommen könnte. :oops:
      Also das Bedürfnis, die Freude irgendwie auszudrücken, ist schon da, aber mindestens ebenso groß ist die Angst, dass es jemand mitbekommen und dann darauf reagieren könnte. :m(: Ich will diesen Moment der Freude schließlich allein zelebrieren. :evil:
      "Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen." ~ Blaise Pascal
      "Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser." ~ Sokrates
    • Das äußert sich bei mir sehr ähnlich wie @Mandelkern es bereits beschrieben hat.


      Zudem würde ich sagen von außen eher kaum wahrnehmbar, es sei denn, ich spiele aktiv antrainierte Programme ab. Dies ist oft mit Unsicherheiten verbunden, weil es sich nicht echt sondern gekünstelt anfühlt.
      Je nach Situation kann die Freude auch so groß sein, dass ich vollständig davon geflutet werde. Meist in Verbindung mit Herzrasen und beschleunigter oder auch aussetzender Atmung (muss ich mal genauer beobachten).

      Ausserdem ist mir aufgefallen, dass ich in reizstarkem Umfeld z.B an einer größeren Veranstaltung oft nicht in der Lage bin in Echtzeit zu reagieren. Alles wird zwar sehr genau und detailliert aufgezeichnet, kann aber erst in Ruhe in der Nachbearbeitung vollständig erfasst/ rekonstruiert werden. Da kann es auch zu verzögerter statt zu spontaner Freude kommen :roll: .
      Einzige Aussnahme ist beim Tanzen da kann es vorkommen dass ich mitsinge und mit den Fingern zum Takt in der Luft klimpere :d .

      The post was edited 1 time, last by coccinellydae ().

    • Ich bin mir nicht sehr sicher, aber ich denke, Freude ist bei mir schon weniger sichtbar, wobei ich nicht weiß, woran man bei nichtautistischen Menschen Freude sieht (außer dass sie es eben per Sprache vermitteln).

      Freude macht sich bei mir eher so als inneres Erleben von Zufriedenheit, Glücklichsein bemerkbar, ich fühle mich dann richtig wohl, bin entspannt - was man wohl nicht so sehen kann. Wenn ich allein bin, kann ich hüpfen oder auch mit den Händen an meinen Kopf oder auf Schultern oder Brust schlagen. In sozialen Kontexten muss ich halt reden: "Das ist ja toll, das freut mich total", was ich aber auf Dauer als anstrengend empfinde.
      "Hast Du aber Deinen Dämon gefunden, dann bist Du nicht mehr allein auf der Welt." (Oskar Panizza, Der Illusionismus und die Rettung der Persönlichkeit.)
    • Ich habe erst vor einiger Zeit angefangen, wirklich Freude zu empfinden. Lange Jahre konnte ich das nicht. Ich war depressiv, hatte mit toxischem Umfeld zu kämpfen und darauf bedacht, höchstens zu überleben. War ich damals in einem Freizeitpark spürte ich nach dem Achterbahn fahren keine Freude, sondern dachte mir nur so: "ja, eine Achterbahn. Und jetzt"

      Erst langsam kehrt das Empfinden zurück und weiß, was es bedeutet sich wirlich zu freuen. Manchmal merke ich das auch körperlich, aber nur wenn ich allein bin oder wenn ich mit guten Freunden unterwegs bin (denen ich wirklich vertrauen kann). Freizeitparks zu besuchen hat mir die vergangenen Jahre extrem geholfen, das überhaupt erst zu "entdecken", daher fehlt mir unbeschwerte Freuen darüber aktuell umso mehr. Die Reaktionen sind dann vor sich hinpfeifen, im Takt klopfen (bei Musik, manchmal wenn ich Piano übe) oder einfach ein gewisses "aufgekratzt" oder aufgeregt sein.
      Nichts beschleunigt Dich so sehr wie ein Linearmotor.
    • Lefty wrote:

      Wenn ihr euch über etwas sehr freut, wie drückt sich das aus (z.B. über den Körper)?
      Könnte interessant werden dieser Thread. Wie machst du es denn?

      Wenn andere Menschen dabei sind kann ichs kaum ausdrücken. Da freu ich mich innerlich und raus kommt nur ein „hm“ oder „aha ok“ oder ich spanne einfach den Körper etwas an. Wenn ich unter Leuten bin die ich gut kenne, alleine, oder in der Situation aus einem anderen Grund keine Hemmungen habe dann hüpf ich auch schonmal rum, drücke es verbal aus und mach „komische Bewegungen“ wie zB mit den Schultern zucken als ob man tanzt. Wenn ich viel Platz habe, renne ich auch (und hüpfe dabei).
      Wenn du sie mit Wissen nicht überzeugen kannst, verwirre sie mit Schwachsinn.
    • Lefty wrote:

      Wenn ihr euch über etwas sehr freut, wie drückt sich das aus (z.B. über den Körper)?
      Hallo,

      wenn ich mich über etwas sehr freue, mache ich meine Hände auf und zu. Aber nur wenn es niemand sieht/sehen kann.

      In Gegenwart anderer kann ich das gar nicht ausdrücken sondern erlebe es nur innerlich.
    • Kommt drauf an wie sehr ich mich über etwas freue und ob ich alleine bin oder nicht.

      Manchmal hüpfe ich rum, manchmal reibe ich meine Handflächen aneinander. Wenn mich etwas besonders freut und begeistert, werde ich ganz aufgeregt und rede schneller und sage manchmal mehrmals hintereinander das gleiche (manchmal mit leicht unterschiedlichen Worten). Meine Schwester hat mich jahrelang verarscht, weil ich irgendwann mit 15 oder 16 mal ganz aufgeregt erzählt habe: "Ich will Eis machen, Eis selber machen, selbst Eis machen." (es blieb übrigens bei dem Plan, das erste Mal wirklich selbst Eis gemacht, habe ich erst 15 Jahre später :d )
    • Wenn ich mich nicht beherrsche (wenn ich allein bin oder mein Partner, dem ich vertraue) dann kommt so ein fast hysterisches Lachen-Grunzen heraus. Komisches Geräusch, so wie manchmal bei kleinen Kindern, die sich noch nicht so im Griff haben.
      In Anwesenheit anderer zeige ich Freude, wenn ich das Gefühl habe, dass es jetzt angebracht ist. Ich lächle dann breit oder lache mit, wobei ich langsam glaube, dass das immer etwas unauthentisch wirkt.
      Wenn ich in Gedanken bin und nicht mitbekomme, dass jetzt der Moment ist, Freude auszustrahlen, reagiere ich gar nicht. Deswegen bin ich auf der Arbeit auch Grummelbär oder Grumpy Cat, weil ich immer den gleichen, verbissenen Gesichtsausdruck drauf habe, falls ich vergesse, mitzulachen.
    • So richtige Freude kommt bei mir auch nur noch selten vor. Leider.
      Aber wenn ich mich richtig erinnere, behalte ich das gute wärmende Gefühl lieber innen für mich und zeige ein eher dümmliches Grinsen :oops:
      Vielleicht atme ich noch ein paar mal tief und richte mich innerlich und äußerlich auf.

      Gelernt habe ich, dass es besser ankommt, sich auch erkennbar über Geschenke und Entgegenkommen generell "laut" zu freuen, also "Oh" und "Boah" zu sagen , in die Hände zu klatschen und breitestens zu grinsen :d
      Macht ist das Spielzeug der Reichen, das sie mit niemandem teilen (Muriel Barbery, "Die Eleganz des Igels")
    • Capricorn wrote:

      Gelernt habe ich, dass es besser ankommt, sich auch erkennbar über Geschenke und Entgegenkommen generell "laut" zu freuen, also "Oh" und "Boah" zu sagen , in die Hände zu klatschen und breitestens zu grinsen :d
      Puh, das kann ich nicht, wenn mir irgendein Geschenk nicht gefallen hat, konnte ich mich nie verstellen.

      Habe auch der Oma von meiner Frau, als sie mir zum Geburtstag Blumen geschenkt hat, gesagt, dass ich mir nichts aus Schnittblumen mache, weil ich sie unnütz finde, man schneidet sie ab und dann verwelken sie und man wirft sie weg. Kam irgendwie nicht so gut an. :?
    • @Hellschwarz, das mit den Geschenke die mir nicht zusagen geht es mir ähnlich wie dir.
      Ansonsten ist es bei mir ähnlich, wenn ich alleine bin, und z.B. einen lustigen Film sehe lache ich auch schon mal darüber sehr laut. Manchmal wenn ich richtig gute Laune habe und alleine bin tanze ich auch schon mal zu Radiomusik.
      Habe ich gute Laune und ich komme zu einer Gruppe, Grüße ich alle freundlich, und erzähle vielleicht mal einen Witz. Das war's dann aber auch schon.
    • Hellschwarz wrote:

      Habe auch der Oma von meiner Frau, als sie mir zum Geburtstag Blumen geschenkt hat, gesagt, dass ich mir nichts aus Schnittblumen mache. <=
      Tipp: Bis dahin <= hätte es gereicht. :twisted:
      Also die Blumen entgegennehmen und sagen: "Oh, Schnittblumen...aus denen mache ich mir nichts. Aber trotzdem danke!" (Für den guten Willen, dir eine Freude machen zu wollen. Die meisten Menschen mögen ja Blumen für die Vase.)

      Alle weitere Erläuterungen gehen an der Absicht der Schenkenden vorbei. Wahrscheinlich kennt sie dich nicht so gut wie ihre Enkelin und hat es einfach nett oder zumindest unverbindlich gemeint.

      Wenn mir ein Geschenk nicht gefällt, dann hat es bisher nie an der ausgemachten Bosheit der Schenkenden gelegen. Soll ja Leute geben, die mit Absicht was Unpassendes schenken.
      Also habe ich dann sowas gesagt wie:" Das ist sehr praktisch!" oder ""Hab' ich noch nicht!" und mich dann für den guten Willen bedankt. Gefühle meiner Freundinnen sind mir auch wichtig - und nach Immanuel Kant ist der gute Wille das Einzige, was zählt.
      Macht ist das Spielzeug der Reichen, das sie mit niemandem teilen (Muriel Barbery, "Die Eleganz des Igels")
    • ADD83 wrote:

      Könnte interessant werden dieser Thread. Wie machst du es denn?
      Ich finde es auch interessant, und es macht auch Freude, über die Freudensausdrücke anderer zu lesen :o

      Bei mir kommt es auch darauf an, in welcher Situation ich bin, wenn ich mit meinem Freund zusammen bin und wir nicht in der Öffentlichkeit sind, kann ich Freude voll rauslassen, weil ich bei ihm keine Angst vor einer negativen Bewertung habe. Freude ist bei mir manchmal sehr stark, sodass ich z.B. hüpfe, klatsche (Alternative: die Fäuste seitlich aneinder hauen), manchmal hüpfe und klatsche und dabei "jauchze" :lol: Manchmal muss ich dann noch ein wenig auf und ab gehen. Also es ist eine große Aufregung in meinem Körper und die muss durch Bewegung "abgelassen" werden. Wenn die Füße in der Luft sind (beim Liegen oder Sitzliegen), wackle ich auch mit den Füßen.
      Bin ich in der Öffentlichkeit, dann unterdrücke ich es. Teilweise spanne ich die Beine dann stark an, wippe aber schnell mit einem Bein, oder ich spanne sie an und lasse wieder locker, immer abwechselnd, oder ich presse die Finger immer wieder zusammen - alles Druckabbau.
    • Spontan springe ich oft mit schnellem Klatschen und Quieken. Manchmal schreie ich auch verschiedene Bejahungsworte. Oder mache Hahahahahahaaaaaaaaaarr mit rollendem R und fuchtele dabei wild herum. Und manchmal weine ich still vor Freude oder lächele einfach nur. Manchmal stoppe ich mich auch nach kurzem Aufqieken oder Aufspringen. Bereits rollende Tränen oder einen Lachflash konnte ich bislang nicht aufhalten. Im Ernstfall müsste ich dann schnell weglaufen. Und bereits gestartetes Grinsen kann ich, aber nur unter Schmerzen aufhalten. Wenn ich das nicht zeigen will, drehe ich mich weg oder halte die Hand vor den Mund.

      Also wenn Freude bei mir spontan kommt, habe ich Schwierigkeiten sie zu unterdrücken. Merke ich hingegen, dass gleich vermutlich etwas passiert, was mich in Gegenwart zu unvertrauter emotional berührt, vermeide ich die Situation oder spalte mich ab. Was ich versuche etwas zu ändern.
    • Ich kann Gefühle besser wahrnehmen (nicht nur Freude, sondern auch Trauer zum Beispiel) und sie dann wohl auch besser ausdrücken, wenn ich mich dabei körperlich spüre. Deshalb drücke ich kräftig die Hände gegeneinander und reibe sie dabei; noch lieber fasse ich mit beiden Händen in meinen Nacken und versuche, meinen Kopf nach unten zu ziehen, während ich gleichzeitig mit der Halsmuskulatur in die andere Richtung drücke. Ich bin dann irgendwie mehr bei mir, nehme mich selbst besser wahr. Bis zur Schmerzgrenze geht das allerdings nicht bei mir.
      "Hast Du aber Deinen Dämon gefunden, dann bist Du nicht mehr allein auf der Welt." (Oskar Panizza, Der Illusionismus und die Rettung der Persönlichkeit.)
    • Darüber musste ich länger nachdenken. Ich glaube, dass ich Freude meistens gar nicht so nach außen ausdrücke, obwohl ich tiefe Freude fühlen kann. Die meiste Freude im Alltag empfinde ich, wenn ich draußen Pflanzen ansehe, vor allem Bäume, oder knuffige Tiere. Ich glaube, dass flutet meine Synapsen mit Oxytocin. Vielleicht grinse ich dabei auch.

      Eine ehemalige Klasse von mir hatte zu meinem Geburtstag ein Überraschungsfrühstück organisiert. Jeder hatte Essen mitgebracht, ich erhielt eine große Torte etc. Es hatte mich sehr gefreut, dass meine Schüler sich so sehr ins Zeug gelegt (RW) hatten und das hatte mich auch berührt (RW). Da habe ich extra darauf geachtet, dass ich die Freude auch so gut wie möglich nach außen transportiere. Ich habe sehr breit gelächelt und immer wieder: "Oh, danke. Dankeschön. Vielen Dank" gesagt.

      Wenn ich in freudiger Aufregung bin, dann hüpfe ich auch schon mal durch die Wohnung oder flattere auch mal mit den Händen.
      "Auf der Metaebene lässt sich Abstand gewinnen zum Geschehen. [...] Und dabei zeigt sich, dass es andere Perspektiven, andere Erlebensweisen und viel mehr Möglichkeiten für Lösungen gibt, als sich der Mensch in seiner alten kleinen Welt hatte träumen lassen." (Brit Wilczek)
    • Ich habe als Kind bei aufgeregter Freude immer mit den Händen geflattert weil die Energie einfach irgendwo hin musste aber darauf haben Erwachsene immer ziemlich genervt reagiert weswegen ich mir das mit Ende der Grundschule abgewöhnt habe. Wenn mich keiner sieht laufe ich in solchen Momenten gerne mal zügig in meinem Zimmer auf und ab was im Grunde heute diese Funktion erfüllt, ist aber auch als Erwachsener deutlich seltener dass ich den Gedanken an etwas so toll finde dass ich die Energie irgendwie körperlich loswerden muss.

      Meist lächel ich einfach kurz reaktiv, heißt eigentlich nur die Mundwinkel kurz so anziehen dass es als Reaktion verstanden wird, halte dass dann aber auch nicht länger als ne Sekunde oder so und so richtig stark lächeln kann ich bis heute nicht aber scheint den Leuten so wie ich es heute mache als Reaktion zu reichen.

      Das reaktive Lächeln musste ich mir auch sehr bewusst antrainieren und wirkte anfangs immer etwas wie schauspielern aber inzwischen geht es schon so halbintuitiv, ich denke schon noch drüber nach und tue es bewusst aber ich denk nicht so lang drüber nach dass es nicht mehr als Reaktion verstanden wird und ich empfinde es heute nicht mehr als unnatürlich außer man erwartet von mir es länger zu halten, beispielsweise für ein Foto.