Wie drückt sich bei euch spontane Freude aus?

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    • Mir wurde signalisiert, dass ich mich unangemessen intensiv/laut freue, deswegen versuche ich es zu dämpfen, wenn andere Menschen dabei sind.

      Abendstern wrote:

      Je nachdem, ob andere Menschen zugegen sind:

      Keine Reaktion, kurzes Lächeln/Grinsen, fröhliches Vor-mich-hin-Pfeifen, Hand-zur-Faust-Ballen, Klatschen, Hüpfen.
      Sieht bei mir ähnlich aus, dazu kommt oft noch ein dümmliches Grinsen und leider, leider Lachflashs. :nerved: Wobei die wohl nicht reine Freude sind, da bin ich wohl insgesamt irgendwie überdreht.
    • Freude empfinde ich immer mal wieder zu intensiv. In Gegenwart anderer Menschen habe ich wohl einen automatischen Unterdrückungs-Modus, da grinse ich höchstens ein wenig vor mich hin. Wenn ich alleine bin gehe ich im Zimmer auf und ab, vergesse fast alles um mich herum, es ist auf eine bestimmte Art unangenehm (trifft es nicht ganz - ich finde im Moment kein passenderes Wort).

      Darum versuche ich wohl auch Situationen zu vermeiden, die diese intensive Freude erzeugen könnten.

      Hier im Forum z.B. beteilige ich mich in der Kontroverse, weil ich mit meiner Meinung ab und zu negative Reaktionen hervorrufe - ist zwar auch nicht immer angenehm, die so erzeugten Gefühle kann ich aber besser ertragen.

      Musik hören hilft mir starke positive Gefühle angenehmer zu erleben, die Kompositionen geben mir sozusagen einen Gefühls-Weg vor, den ich unter kontrollierten Bedingungen nachgehen kann. (Metapher) Das ist vielleicht einer der Gründe warum ich eine Vorliebe für die Orchestermusik des 20. und 21. Jhdts. entwickelt habe, darunter finde ich immer wieder Stücke die eine für mich sinnvolle Gefühls-Dramaturgie besitzen.
      Man mag den Eindruck haben nur durch ein Fenster zu blicken, es wird aber immer ein wenig von einem selbst reflektiert. Je dunkler es draußen ist, desto deutlicher wird das Spiegelbild. Wähle deine Worte weise, wenn diese die Welt dort draußen mehr und mehr verdunkeln, offenbaren sie mehr und mehr von deinem Spiegelbild.

      The post was edited 1 time, last by Wembley ().

    • Abendstern wrote:

      Davon dann halt immer die stärkste Reaktion, die noch möglich ist, ohne dass es jemand mitbekommen könnte.
      Also das Bedürfnis, die Freude irgendwie auszudrücken, ist schon da, aber mindestens ebenso groß ist die Angst, dass es jemand mitbekommen und dann darauf reagieren könnte. Ich will diesen Moment der Freude schließlich allein zelebrieren.
      Ja, gut, dass du das schreibst. Mir geht es genauso. Aus irgend einem blöden Grund habe ich überhaupt keinen Bock, dass andere das mitkriegen. Aber warum bloß? :|

      Ich glaube, ich fühle mich dann immer nicht richtig verstanden
    • Gerit wrote:

      Ich glaube, ich fühle mich dann immer nicht richtig verstanden
      Hm, ja, das trifft es bei mir vllt auch ganz gut.

      Viele geben dann so nett gemeinte, aber oberflächliche Kommentare ab... und auch wenn ich weiß, dass es ja nett gemeint ist, nervt es mich einfach nur, weil es mich aus dem Konzept bringt. :m(:

      Sagen wir, es ist gerade irgendein Ereignis eingetreten, auf das ich lange gewartet habe, und nun, da es eingetreten ist, freue ich mich sichtlich darüber und erzähle jemandem auf Nachfrage, worüber ich mich denn so freue, davon. Dann kommt irgendne allgemeine, nichtssagende Entgegnung wie "Na, da fällt dir jetzt aber bestimmt ein Stein vom Herzen, oder? :)", mit der ich absolut nichts anfangen kann, und toll, jetzt hab ich plötzlich auch noch ne anstrengende soziale Konversation an der Backe. :evil: Das nervt. :d Und ja, verstanden fühle ich mich dabei nicht, im Gegenteil, ich kriege wieder plastisch vor Augen geführt, wie wenig ich mit anderen "auf einer Wellenlänge" liege, wie wenig andere mich typischerweise verstehen. :?
      "Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen." ~ Blaise Pascal
      "Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser." ~ Sokrates
    • Abendstern wrote:

      Sagen wir, es ist gerade irgendein Ereignis eingetreten, auf das ich lange gewartet habe, und nun, da es eingetreten ist, freue ich mich sichtlich darüber und erzähle jemandem auf Nachfrage, worüber ich mich denn so freue, davon. Dann kommt irgendne allgemeine, nichtssagende Entgegnung wie "Na, da fällt dir jetzt aber bestimmt ein Stein vom Herzen, oder? :)", mit der ich absolut nichts anfangen kann, und toll, jetzt hab ich plötzlich auch noch ne anstrengende soziale Konversation an der Backe. :evil:
      Das kann ich sehr gut nachvollziehen.
      Andersherum geb ich zwar auch solche blöden Bemerkungen von mir, weil ich denke, irgendetwas wird erwartet, aber wenn ich selbst damit konfrontiert werde: :question: Ich neige halt auch dazu, mich erklären zu wollen - "Nein, mir fällt kein Stein vom Herzen, ich hatte gar keinen Stein auf dem Herzen, ich freu mich weil..." - es ist echt anstrengend. Ich glaube, das Problem ist, dass das Gegenüber eigentlich nur "irgend etwas" sagt, um höflich zu sein (was ich selbst ja auch tue!) und ich denke aber, es wird eine richtige Antwort erwartet, dass der andere tatsächlich wissen will, warum ich mich freue oder denkt, es zu zu wissen, obwohl es um etwas ganz anderes geht - puh, immer noch anstrengend :lol:
    • @Abendstern:

      Ja, genau. Ich fürchte, es gibt auch keine „richtige“ Reaktion eines anderen Menschen. Eventuell… ein Lächeln oder freundliches Zunicken, das würde ich noch ertragen. Aber jedes Wort dazu ist falsch. Es trifft nie den Kern.

      Ja, eine andere Wellenlänge. Aber ein bisschen traurig ist das schon.

      Es muss auch schön sein, sich gemeinsam über etwas zu freuen. Das ist mir bis jetzt selten gelungen :?

      Kann man das lernen ? Es ist ja auch für die anderen nicht schön…
    • @Gerit Also hundertprozentig im gleichen Maß/auf gleiche Weise kann man sich wohl nie mit jemandem freuen. Aber ich kenne durchaus auch gleichzeitig empfundene Freude, sich gemeinsam freuen können.
      Das Problem mit dem Freude verbergen wollen habe ich nicht bei den wenigen Menschen, die mir nahe stehen.
    • Gerit wrote:

      Aus irgend einem blöden Grund habe ich überhaupt keinen Bock, dass andere das mitkriegen. Aber warum bloß? :| Ich glaube, ich fühle mich dann immer nicht richtig verstanden
      Wenn ich z. B. ein Geschenk bekomme, das mir gut gefällt, dann will ich eigentlich, dass der Schenkende meine Freude mitbekommt. Wahrscheinlich reagiere ich dann schonmal übertrieben "erfreut", aber sonst besteht halt die Gefahr, dass man mir nichts von der Freude ansieht.

      Was anderes ist, wenn ich mich für mich allein freue, weil ich mich einfach wohlfühle, glücklich und zufrieden bin. Das kriegen aber andere sowieso nicht mit, weil der Zustand oft nur eintritt, wenn ich allein bin. Doch, es gibt Ausnahmen...

      Übrigens: "Ich freue mich" ist auch was sehr Deutsches. In andere Sprachen kann man das so direkt gar nicht übersetzen. Französisch z. B. wird "ich freue mich" mit "ich bin glücklich bzw. zufrieden" übersetzt: "Je suis heureux / content".
      "Hast Du aber Deinen Dämon gefunden, dann bist Du nicht mehr allein auf der Welt." (Oskar Panizza, Der Illusionismus und die Rettung der Persönlichkeit.)

      The post was edited 1 time, last by FrankMatz ().

    • @Lefty Ja, selber gebe ich auch schon mal aus Höflichkeit dumme Kommentare ab, in dieser Hinsicht bekenne ich mich definitiv schuldig. :oops:

      Das "Mich-erklären-Wollen" kenne ich auch... ich sehe es dann aber immer auch ein bisschen als disziplinarische Maßnahme. Im Sinne von: Wenn du Idiot mich ansprichst, dann laber ich dich als Strafe zu. Auf dass du draus lernst und mich nächstes Mal einfach in Ruhe lässt... :evil: :m(:
      Die meisten Menschen lernen in dieser Hinsicht aber ziemlich schlecht. :? Ich glaub, ich sollte das aufgeben... :roll:

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      Gerit wrote:

      Eventuell… ein Lächeln oder freundliches Zunicken, das würde ich noch ertragen.
      Ja, das finde ich auch deutlich angenehmer. Wahrscheinlich, weil ich da nicht ernsthaft reagieren muss. Ich freu mich, jemand anderes registriert es und nickt / zwinkert mir freundlich zu, ich zeige kurz, dass ich es bemerkt habe, und hab danach aber auch wieder meine Ruhe.
      Und vor allem hat der andere nix Dummes gesagt, was mich nerven könnte, mich mich unverstanden fühlen lassen könnte oder in mir wieder ein "Richtigstellungsbedürfnis" auslösen könnte.
      Eben einfach nur ein kurzes Lächeln / Nicken / Zwinkern, nicht mehr, nichts Komplexeres. Barrierefreie Kommunikation. :)

      Mich gemeinsam mit anderen freuen... ja, das passiert mir nur ganz selten. Zumindest bei "ernsthafteren" Sachen. Für spontane Albereien gibt's ja hier die Spielwiese, da klappt das super. :cryforjoy:
      Aber sonst... selten.

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      FrankMatz wrote:

      Wenn ich z. B. ein Geschenk bekomme, das mir gut gefällt, dann will ich eigentlich, dass der Schenkende meine Freude mitbekommt. Wahrscheinlich reagiere ich dann schonmal übertrieben "erfreut", aber sonst besteht halt die Gefahr, dass man mir nichts von der Freude ansieht.
      Diesen Gedanken "Du musst dich jetzt sichtbar freuen, damit der andere es auch merkt" kenne ich auch.
      Aber meistens will ich mich eigentlich gar nicht so direkt freuen. Ich hab jetzt das Geschenk bekommen, das muss ich erstmal verarbeiten. Dann muss ich es auspacken (das kann z. T. eine hochkomplexe Fummelsarbeit sein! :prof: ), davon würde ich mich dann auch gerne kurz erholen. Dann schaue ich was drin ist. Sagt mir nix. Also erstmal Smartphone raus und Googeln. Ach ne, macht man ja nicht. Also weglegen und später angucken und dann etwaige Freuaktionen in die Wege leiten? Und die ganze Zeit steht der andere verdutzt da und wartet, dass ich endlich reagiere... :d
      "Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen." ~ Blaise Pascal
      "Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser." ~ Sokrates
    • FrankMatz wrote:

      Französisch z. B. wird "ich freue mich" mit "ich bin glücklich bzw. zufrieden" übersetzt: "Je suis heureux / content".
      Interessant.
      Umgekehrt auf Deutsch "hat man eine Erektion", wo man auf Französisch (Umgangssprache) "erigieren" (bander) kann.
      Was der alte Freud wohl darüber sagen würde? Wunschdenken?

      Es gibt so viele Sprachen, da kann man nicht so einfach behaupten so was wäre einzigartig