Nach corona

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    • Nach corona

      hallo, langsam scheint sich ja wieder viel zu "normalisieren"
      Corona hat viel Veränderung gebracht , mich viel Routine gekostet , auf der anderen Seite konnte ich vielleicht besser damit umgehen als manch NT, weil mir das allein sein bzw das fehlen menschlicher Gesellschaft nicht soviel ausmacht.

      Jetzt wird alles wieder normaler , ich hab seit 2 Jahren den ersten Stadtbummel durch Stuttgart gemacht.

      Ich fand das schon immer anstrengend, aber jetzt hatte ich das Gefühl, das es mich total überfordert.

      Auch eine kleine Grillparty im kleinen Kreis fand ich sehr anstrengend.

      Es ist nicht so das ich das nicht möchte , aber ich hab das Gefühl da total aus der Übung zu sein.

      Wie geht ihr denn damit um?
    • Ich vermeide gerade so viel wie es mir möglich ist.

      @Kai was für mich aber viel interessanter ist, ob dieser Aspekt bei meinem Kollaps vor ca. 5 Wochen auch eine rolle gespielt hat. Ich fand en ersten Lockdown für mich super. Wenig Menschen überall; toll.
      Das Leben ist zu komplex um eine festgelegte Meinung zu haben.
    • @Kai
      Dann würde ich viel in schöner Natur spazieren gehen. Das erdet und entspannt.
      Ich habe sehr schöne Gegenden gefunden. Nicht soo weit von dir entfernt gibt es bpsw. das Edenbachtal westlich von Welzheim - und anschließend die Wieslaufschlucht.
      Am aller schönsten fand ich die Hörschbachwasserfälle bei Murrhard, schon weiter entfernt.

      >> Wie geht ihr denn damit um?
      Ich bin da nicht so stark betroffen. Doch ein Bad in der Menge ist auch nicht mein Ding.
      Ich versuche nur das zu machen, was mir gefällt und soweit es für mich OK ist.
      Wenn es mir zuviel wird, ziehe ich mich eine Zeit lang zurück.
      Zu meinem baldigen Geburtstag habe ich mich entschieden, keine richtige Feier zu machen - ist mir zu stressig. Ich treffe mich nur in einem kleinen, engen Freundeskreis.
      Durch früheres, langjähriges Yoga habe ich einen Weg in meine innere Ruhe gefunden.
      Z.B. in einer Warteschlange im Supermarkt, wenn es mir zu laut / hektisch ist, "meditiere" ich mit geschlossenen Augen im Stehen. Auf diese Weise habe ich schonmal der gestressten Kassiererin Ruhe und Gelassenheit "gesendet" - mit verblüffender Wirkung.

      The post was edited 1 time, last by Elektrolurch ().

    • Back wrote:

      Ich fand en ersten Lockdown für mich super. Wenig Menschen überall; toll.
      Ja das fand ich auch sehr angenehm, aber irgendwie muss man ja auch mal unter Menschen (auch wenn sie anstrengend sind)
      Ich hab einen , wenn auch recht kleinen, Freundeskreis und möchte ,mich halt auch nicht von allem zurück ziehen. Es hat mich nur selber überrascht wie SEHR mich das nach so langer Zeit gestresst hat
    • Elektrolurch wrote:

      Dann würde ich viel in schöner Natur spazieren gehen. Das erdet und entspannt.
      Ich habe sehr schöne Gegenden gefunden. Nicht soo weit von dir entfernt gibt es bpsw. das Edenbachtal westlich von Welzheim - und anschließend die Wieslaufschlucht.
      Am aller schönsten fand ich die Hörschbachwasserfälle bei Murrhard, schon weiter entfernt.
      Ich gehe leidenschaftlich gerne Wandern und verbinde das mit meiner Fotografie.
      ich geb dir recht , das entspannt.
      du scheinst ja aus meiner Gegend zu kommen, die Orte kenn ich gut. bin auch viel auf der Alb oder näheren Odenwald unterwegs.

      Hab einen, wenn auch kleinen, Freundeskreis und will mich halt auch nicht von allem zurück ziehen.
      Ich bin auch gern mal auf Konzerte gegangen (Rockabilly/Punk) da weiss ich was mich erwartet, und wenn es zuviel wird hab ich mich eben ne weile nach draussen verzogen.

      Es hat mich einfach überrascht wie sehr mich die ersten versuche gestresst haben.
      ich war das einfach nicht mehr gewohnt
    • Kai wrote:

      ich hab das Gefühl da total aus der Übung zu sein.

      Wie geht ihr denn damit um?
      Ich auch. Ich versuche, es langsam anzugehen (nur ganz wenige Aktivitäten). Ist vielleicht sowieso besser, weil ich mich vorher ja immer überlastet gefühlt habe.
      Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
      (Howard Zinn)
    • Elektrolurch wrote:

      Ich habe als Hobby auch die 3D-Photorgafie, leider liegt das jetzt auf Eis.
      Leider hab ich keine 3D Brille, obwohl das sehr interessant klinkt. die Bilder würden mich schon interessieren.
      ich mach viel Macro. Hauptsächlich Insekten (Spezial Interessen und so)


      Das würde in 3D vielleicht ganz Coole Effekte geben.
    • Ja, das sieht eindrucksvoll aus.
      Auf der DGS-HP gibt es solche Bilder im Side-by-Side-Format. Da braucht man etwas Übung
      um die Augen-Akrobatik hinzubekommen, so dass beide Bilder verschmelzen.
      (Selbe Technik wie bei den Ars Media Büchern)
      Aber wenn man das mal hinbekommen hat, fällt es immer leichter.
      Ich habe früher Kristalle in 3D-Makro Photografiert.
      Es sieht einfach bombastisch aus, wenn ein glitzender Pyritbrocken im 2m-Format mitten im Wohnzimmer schwebt. Da hatte ich einen 10cm Balgen mit Objektiv in Retro-Montage.

      The post was edited 1 time, last by Elektrolurch ().

    • Es geht vielen Menschen so, dass sie nach dem Lockdown mit dem"normalen" Alltag nicht mehr zurechtkommen.
      Mittlerweile gibt es sogar einen Begriff dafür: Corona-Cave-Syndrom.


      Sonnenseele wrote:

      "Nach Corona" haben wir noch lange nicht (falls es das überhaupt geben wird). Es ist lediglich eine "Verschnaufpause" innerhalb der Pandemie, wie im Sommer letzten Jahres.
      Das sehe ich leider auch so. :(
      Wer die Dummköpfe gegen sich hat, verdient Vertrauen. Jean-Paul Sartre
    • Bennett wrote:

      Corona-Cave-Syndrom
      Das habe ich mal gegoogelt, da stand dann sinngemäß, dass den Menschen die Angst vor Ansteckung antrainiert wurde, und sie diese nicht so schnell wieder loswerden.

      Ich glaube aber, speziell bei Autismus gibt es noch ein anderes Problem. Einige hatten ja auch geschrieben, dass der Lebensstil mit wenigen Kontakten und ggf. Homeoffice angenehm ist. Jetzt wieder anzufangen, auch die eher unbequemen Sachen zu machen, also rauszugehen, mit Menschen zu reden, ist eine Hürde. Eventuell sind auch einige Fähigkeiten durch fehlendes Training eingerostet, wie die Fähigkeit, lockere Gespräche zu führen. Oder auch Reize auszuhalten.

      Mir kommt es momentan so vor, als würde ich nur ganz wenig an einem Tag schaffen, eigentlich bräuchte ich für den normalen Alltag mit Arbeit viel mehr Tage, um alles zu bewältigen, wenn jetzt die Aktivitäten wieder losgehen wie es vorher war. Aber es gibt nur gleich viel Tage wie vorher auch. Also bin ich sehr zurückhaltend mit dem Wiederbeginn von Aktivitäten, die jetzt lange pausiert waren.
      Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
      (Howard Zinn)
    • Shenya wrote:

      Ich glaube aber, speziell bei Autismus gibt es noch ein anderes Problem.

      Shenya wrote:

      Eventuell sind auch einige Fähigkeiten durch fehlendes Training eingerostet,
      Genau das meine ich. Es geht nicht um die Angst vor Ansteckung. Glaube die wenigsten Aspis leben völlig isoliert.
      die meisten werden Freunde unter NTs haben, wenns auch wenige sind.
      und man kann , oder möchte, sich ja nicht von allem ausschliessen .
      Nur Da wieder rein zu kommen, das finde ich gerade etwas anstrengend.
      es fehlt die regelmässige übung
    • Ich hab mich schon vor Corona bzw. Anfang 2019 total zurückgezogen, wobei ich vorher schon wenig Kontakte hatte. Die Lockdowns sind daher ziemlich an mir vorbeigerauscht. (RW) Ich sehe die Verschnaufpause in diesem Sommer jetzt als Chance: Der Abstand macht es mir leichter, die beschränkte Gruppengröße und auch das Planen-müssen deswegen. Aber ich merke auch, wie sehr mich bestimmte Sachen anstrengen. Das war mir vorher nicht so bewusst: Spazieren alleine im Winter war toll. Spazieren an sonnigen Tagen, wenn alle Welt draußen ist nicht ganz so. Die Ansagen in Bahnhöfen und Zügen und teilweise der Geräuschpegel macht mir etwas aus, vorher war mir das nicht so stark bewusst. Erklärt aber, warum mich Pendeln immer so sehr ausgelaugt hat.

      Insgesamt habe ich mir vorgenommen, da mehr auf mich zu achten und Situationen weiter zu meiden, wo zu viel los ist. Also kein Dauerprogramm mit anderen Leuten und Ausflüge eher nicht am Wochenende sondern unter der Woche. im letzten Jahr habe ich mir neue Routinen erarbeitet, die besser passen als die alten, auch weil sie von anderen Menschen ziemlich unabhängig sind.

      Ich denke auch, dass bestimmte Probleme im Auftreten oder mit der Vorhersehbarkeit bei Treffen und Veranstaltungen aktuell weniger auffallen bzw. dann eher in Zusammenhang mit Corona gebracht werden. Das macht es mir ein Stück leichter mich auf neue Menschen einzulassen.
    • Sonnenseele wrote:

      "Nach Corona" haben wir noch lange nicht (falls es das überhaupt geben wird). Es ist lediglich eine "Verschnaufpause" innerhalb der Pandemie, wie im Sommer letzten Jahres.
      Damit es zu nach Corona wird müssten einige Dinge wieder normal laufen. Bei mir ist es so, dass fast niemand aktuell noch bei uns ins Büro kommt, ich war früher zumindest ein paar mal feiern und die Clubs sind hier immer noch zu, wenn ich mal Abends was trinken gehen will ist es so extrem voll (ich weiß gar nicht woher die Massen an Menschen ranstürmen) das gab es so gar nicht vor Corona, dann noch das ganze mit Maske tragen in Bus,Bahn, Gebäuden etc. Das ist find ich noch alles weit weg von nach Corona.


      Bennett wrote:

      Es geht vielen Menschen so, dass sie nach dem Lockdown mit dem"normalen" Alltag nicht mehr zurechtkommen.
      Mittlerweile gibt es sogar einen Begriff dafür: Corona-Cave-Syndrom.
      So geht es mir teilweise. Einige Routinen sind weggebrochen und ich krieg meinen Alltag so nicht mehr hin wie er mal. Ich habe z.B. vor Corona eine Datenbank von meinem Spezialinteresse regelmäßig aktualisiert und durch Corona ist so viel durcheinander geraten und diese Datenbank blieb liegen und jetzt hinke ich dem 1 1/2 Jahre hinterher weil ich da keine Zeit mehr finde da noch mal dranzugehen und andere Sachen blieben auch liegen. Ich habe das Gefühl trotz gleichbleibender verfügbarer Zeit weniger zu schaffen als vorher, ich bin öfter müde und und. Es war zwar schön auch mal alleine zu sein während des Lockdowns aber es gab leider auch viele Momente in denen ich mich einfach nur einsam gefühlt habe. Meine sozialen Kenntnisse, die ich mir so erarbeitet habe früher die verkümmern so ein bisschen weil mir der Weg zur Arbeit fehlt und im Home Office ist es einfach nicht dasselbe. 2020 sollte eigentlich so das Jahr werden, in dem ich auch sehr viel mache was neue Menschen kennenlernen angeht und das blieb auch ein bisschen auf der Strecke und durch die Lockdowns blieben Chancen liegen, die ein oder andere Person zu treffen und dann verlief es im Sand und die Person war dann weg bzw. beim letzten Treffen mit einer neuen Person war ich teilweise überfordert weil mir das soziale Miteinander gefehlt hat (nach Monaten wieder mit jemand fremden sprechen).
    • Sonnenseele wrote:

      "Nach Corona" haben wir noch lange nicht (falls es das überhaupt geben wird). Es ist lediglich eine "Verschnaufpause" innerhalb der Pandemie, wie im Sommer letzten Jahres.
      Das scheint seltsamerweise hier in Deutschland der Fall zu sein aber nicht in Großbritannien. Letztes Wochenende ging dort die Fußballsaison los mit vollen Stadien (mein lokaler Verein dort hatte am Samstag sogar mehr Zuschauer als in vor-Corona Zeiten). Auch das sonstige Leben in GB scheint sich ziemlich normalisiert zu haben. Werden die Briten eventuell ein ganz normales Leben führen diesen Winter während die Deutschen sich einsperren und auf ein mythisches Ende der Pandemie warten? Der Widerspruch würde nicht einmal jemandem auffallen, habe ich den Eindruck.

      The post was edited 1 time, last by Unbewohnte Insel ().

    • Unbewohnte Insel wrote:

      Werden die Briten eventuell ein ganz normales Leben führen diesen Winter während die Deutschen sich einsperren und auf ein mythisches Ende der Pandemie warten? Der Widerspruch würde nicht einmal jemandem auffallen, habe ich den Eindruck.
      Das wird wohl unter anderem auch daran liegen:

      Shenya wrote:

      Das habe ich mal gegoogelt, da stand dann sinngemäß, dass den Menschen die Angst vor Ansteckung antrainiert wurde, und sie diese nicht so schnell wieder loswerden.
      Menschen haben Zwangsstörungen und irrationale Ängste entwickelt. (Selbst wenn sie von sich behaupten, dass das nicht stimmt - deren Handlungen widersprechen dem aber sowas von.) Das werden sie so schnell nicht mehr los. Gibt ja bei mir in der Firma Leute die sich nach wie vor jedes Mal nach Hände waschen ihre Hände mit ungeeignetem Desinfektionsmittel desinfizieren...

      Dazu kommt noch das Phänomen dass wir in Deutschland eine noch immer stark ausgeprägte Obrigkeitshörigkeit haben und viele (nicht alle!) sich stark von dem leiten lassen was die Obrigkeit (Regierung, Behörden, Gesetze) vorgibt. Ist aber eher ein Fall für die Kontroverse.
      Nichts beschleunigt Dich so sehr wie ein Linearmotor.
    • Unbewohnte Insel wrote:

      Das scheint seltsamerweise hier in Deutschland der Fall zu sein aber nicht in Großbritannien. Letztes Wochenende ging dort die Fußballsaison los mit vollen Stadien (mein lokaler Verein dort hatte am Samstag sogar mehr Zuschauer als in vor-Corona Zeiten). Auch das sonstige Leben in GB scheint sich ziemlich normalisiert zu haben. Werden die Briten eventuell ein ganz normales Leben führen diesen Winter während die Deutschen sich einsperren und auf ein mythisches Ende der Pandemie warten? Der Widerspruch würde nicht einmal jemandem auffallen, habe ich den Eindruck.
      Ich kann zwar verstehen, dass man etwas vorsichtig sein sollte aber so wie es aktuell in Deutschland der Fall ist wirkt man einfach nur planlos. Es gibt keine vernünftige Strategie. Man wollte weggehen von den Inzidenzwerten und jetzt gibt es wieder diese Testpflicht bei der völlig willkürlich gewählten Zahl von über 35. Auch wird darüber nachgedacht künftig auch Geimpfte zur Testpflicht zu zwingen was einfach nicht ok ist. Wozu soll man sich denn dann noch impfen wenn sich dadurch schlichtweg nichts ändert und man trotzdem einen möglichen Lockdwon haben wird im Herbst? Auf Dauer ist es einfach nicht möglich für 83 Millionen Menschen in Deutschland Dinge zu beschließen um 0 Todesopfer zu haben. Der Tod gehört zum Leben dazu und wenn es Menschen gibt, die sich einfach nicht impfen lassen wollen dürfen andere nicht darunter leiden.