Dachtet ihr früher auch ihr wärt normal und die anderen kamen euch komisch vor?

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    • Kai wrote:

      ich hatte als Kind eine art Spiel, wo ich mir vorgestellt hab ich sei ein Außerirdischer der sozusagen adoptiert wurde. Also wie Superman, nur halt ohne Superkräfte.
      Nur das das oft mehr als ein Spiel war, weil ich oftvwirklich gehofft hab man würde mich eines Tages holen und nach Hause bringen, wo ich wäre wie alle anderen. Ja ich hatte wohl immer das Gefühl anders zu sein.
      Und diese "Alien" Gefühl ist geblieben und eigentlich ein grundlegender Teil meiner Persönlichkeit. Das Gefühl ist zwar mal mehr mal weniger stark präsent, aber im Hintergrund immer da
      ich hatte das genau anders herum, ich war mir absolut sicher, dass meine Eltern Aliens sind und sich nur tagsüber verwandeln damit ich keine Angst habe. Wenn ich abends nicht schlafen konnte und sie noch wach waren, bin ich immer ganz laut zu ihnen gegangen, damit sie noch genug Zeit hatten, sich zu verwandeln..
    • Kai wrote:

      tinker wrote:

      @Kai

      Für mich ist zum Glück lange her und ich habe das meiste Vergessen/Verdrängt.
      ich bin jetzt 51 , ist also auch schon ne Weile her.Aber an manche Dinge kann man sich immer erinnern.
      Später hab ich öfter gefeiert, aber wohl mehr um die Erwartungen anderer zu erfüllen ;)
      Meine Eltern haben nie wirklich Kindergeburtstage ausgerichtet, irgendwie war ich damals schon enttäuscht, aber nur weil mich das irgendwie ausgrenzte. Habe glaube ich nur meinen 18. gefeiert, danach nie wieder so richtig.

      Wobei ich es mag, für meine Kinder / Mann diesen Tag besonders zu gestalten. Ich schmücke alles, mache das Lieblingsessen etc.

      Mariluna wrote:

      Das kann ich so unterschreiben (RW). Ich glaube von mir selbst, dass ich die meisten Menschen einfach so nehme, wie sie sind. Ich versuche nicht, sie zu verändern oder zu bewerten, weil es da nichts zu verändern gibt. Jeder / Jede ist anders. Ich glaube sogar, das Einzige was wirklich alle Menschen gemeinsam haben, ist dass wir alle verschieden sind.

      So geht es mir auch, nur was mich so unglaublich wütend macht daran, ist das mich kaum jemand so akzeptiert wie ich bin. Ich bin kein schlechter Mensch, habe einen guten moralischen Kompass, bin loyal und stelle mich meiner Verantwortung.

      Ich wirke manchmal rechthaberische, kann nervig sein, ich trete Menschen oft auf die Füße mit meiner direkten Art. Aber ich verstehe nicht, warum das alles positive an mir negiert.

      Zum Beispiel meine Stiefschwester, auf der Hochzeit meiner kleinen Schwester, hat Sie in den Toiletten randaliert und eine Sachbeschädigung begannen, als mein Bruder ihre Wohnung übernommen hat, hat sie sich von ihm die halbe Miete für den Monat geben lassen, er kam aber nicht wie abgesprochen zum 15. rein sondern erst zum 1. des Folgemonats und der Burner war, sie hatte den Vermieter gar nicht um Erlaubnis gefragt, so das mein Bruder beinahe obdachlos war. Und als mein Vater letztes Jahr zu ihr meinte, sie müsse für die Nebenkosten selber aufkommen, wenn sie seinen Dauerstellplatz und Wohnwagen nutzt, weil er sich das momentan nicht leisten kann, den Urlaub anderer zu finanzieren ist sie mit Fäusten auf ihn los gegangen.

      Dennoch ist sie integriert und akzeptiert und mir wird immer vorgeworfen wie schwierig ich sei, aber sowas würde ich niemals tun.
    • Stilles Wasser wrote:

      nur was mich so unglaublich wütend macht daran, ist das mich kaum jemand so akzeptiert wie ich bin. Ich bin kein schlechter Mensch, habe einen guten moralischen Kompass, bin loyal und stelle mich meiner Verantwortung.
      Das ist ein Aspekt, der mich manchmal echt frustriert. :| Ich selbst gebe mir so unglaublich viel Mühe, alle sozialen Normen zu beachten, zu allen nett zu sein etc., nur leider beobachte ich dieses Verhalten bei anderen so gut wie nie. Gleichzeitig muss ich mich aber dauernd für meine Fehler rechtfertigen, während andere "ungestraft" davonkommen, wenn sie z.B. ein Missverständnis verursachen. Eines der größten Rätsel meines Lebens ist es, warum der Kommunikation in dieser Welt so ein großer Stellenwert eingeräumt wird, sich im wahren Leben aber kaum jemand ausreichend Mühe dabei gibt. :? Jedenfalls nach meiner Erfahrung.

      Während ich selbst mir unglaublich viel Mühe damit gebe: Es kostet mich Kraft, Geduld und Konzentration, und das schon mein Leben lang. Nur so recht gewürdigt wird das nicht. Ich falle gefühlt immer nur dann auf, wenn ich einen Fehler mache. Irgendwann habe ich aufgehört, von anderen Menschen die Art Wertschätzung zu erwarten, die ich mir wünsche.

      Stattdessen finde ich es wichtig, mich von alldem nicht runterziehen zu lassen. Sondern zuallererst so zu leben, wie ich selbst es für richtig halte. :) Denn ich bin der Mensch, in dessen Gesellschafft ich im Leben am meisten Zeit verbringen muss. ;)
    • Made my day :D

      Die Frage ist super … und : ja.
      Ich dachte immer , die anderen sind komisch.
      Vor allem aber hatte ich Probleme mit der eigenen Andersartigkeit, konnte die Dinge weder einordnen noch zuordnen und nicht reflektieren.
      zB halte ich mich beim Autofahren extrem stur („Strichfahren“ „Sonntagsfahrer“) an Regeln und dachte jahrelang , ich bin eine schlechte Fahrerin und die anderen fahren besser , entspannter , sicherer.

      Nein. Die meisten anderen fahren rücksichtslos.
      (aber passt jetzt nicht ganz zum Thema und irgendwie dann doch - wenn man im Umkehrschluss die eigene Akribie als vermeintliches Defizit identifizierte)

      Also was ich meine ist … man eckt durch bestimmte autistische Eigenschaften in der NT- Welt an und wundert sich , wieso diese quasi alle anders denken und handeln.

      In der Schule zB hatte ich mich mit einem Mädchen angefreundet , welches zerrissene Klamotten trug und im Allgemeinen eine totale Außenseiterin war. Zudem wurde sie gemobbt. Für mich war das „normal“ und ich fand die Kinder , die das Mädchen mobbten, ziemlich unnormal. Das Mädchen hingegen erschien mir total normal.
      Nun könnte man noch über die Definition von Normalität sprechen - denn final ist diese ohnehin eine subjektive Bewertung , gemessen an den eigenen Gewohnheiten und Maßstäben.

      Aber ein anderes , wohl passendes Beispiel : - andere Menschen halten sich in reizintensiven Umgebungen auf ..
      Beispiel was ich reizintensiv finde : eine Uhr tickt und es läuft Musik dazu.
      Wenn Menschen früher sagten : „Ist doch schön ruhig hier oder“ ? .. dachte ich ernsthaft , mit denen stimmt was nicht
    • Juna1986 wrote:

      zB halte ich mich beim Autofahren extrem stur („Strichfahren“ „Sonntagsfahrer“) an Regeln und dachte jahrelang , ich bin eine schlechte Fahrerin und die anderen fahren besser , entspannter , sicherer.

      Nein. Die meisten anderen fahren rücksichtslos.
      Das Gegenteil von sich stur an die Regeln halten ist nicht unbedingt rücksichtslos fahren. Zumal auch das sture Halten an Regeln rücksichtslos sein kann.
      Das Gegenteil kann auch sein "intelligentes Fahren", also an die Situation angepasst.
      So sehe ich das zumindest. Aber das gehört tatsächlich eher in den andern thread.

      Zur ursprünglichen Frage: bei mir war's weder so, dass ich mich selbst für unnormal hielt, noch dass ich die anderen für unnormal hielt. Zumindest bis ca. 13 oder 14 habe ich darüber überhaupt nicht nachgedacht. Und dann kam mir zunächst nur die Idee, dass die andern Dinge können, die ich nicht kann. Über normal und unnormal habe ich dann immer noch nicht nachgedacht. Ich glaube, das kam erst noch viel später. Dass die anderen komisch sind und ich normal habe ich, soweit ich mich erinnere, nie gedacht. Es war mir auch nicht bewusst, dass sie viele Dinge anders wahrnehmen als ich.
      Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
      (Howard Zinn)
    • In welchen Situationen im Straßenverkehr würdest du sagen, dass das sture „Sich an Regeln halten“ Rücksichtslosigkeit darstellt ? ☺️

      (Abgesehen vom Überfahren einer zB roten Ampel beim Eintreffen eines Rettungswagens, was ich auch schon praktizieren musste).
    • Mir fallen da schon Situationen ein, aber ich möchte das Thema hier nicht offtopic führen.
      Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
      (Howard Zinn)