Dachtet ihr früher auch ihr wärt normal und die anderen kamen euch komisch vor?

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    • Tux wrote:

      Es sind nicht wirklich Zwänge.
      Finde ich schon, weil man ja indirekt gezwungen wird das auch zu machen. Wenn man es nicht macht eckt man z.B. an.

      Kugelfisch wrote:

      Als Autist sieht man vielleicht besser dass Gemeinschaft eine Illusion ist.
      Vielleicht eher eine reine Zweckmäßigkeit. In einer Gruppe/Gemeinschaft war man früher (Steinzeit) sicherer vor Angreifern. Um zu einer Gruppe dazu zu gehören (zu dürfen) muss aber jeder irgendwas machen, das die anderen von der Gruppe toll finden. Heutzutage muss man nicht mehr in einer Gruppe/Gemeinschaft sein um zu überleben oder um sicher zu sein, aber das zweckmäßige Verhalten scheint von früher geblieben zu sein.

      Ich finde dass auch "Freundschaft" hauptsächlich so eine Zweckmäßigkeit ist. Man kann da seine Sorgen/Gedanken mitteilen und bekommt Hilfe (etwas zweckmäßiges) Aber es hat eben auch die Gegenseite, dass der Freund dieselben Zwecke verfolgt die man dann erfüllen muss. Auch wenn jemand einem anderen z.B. gerne hilft, ist das auch eine Zweckmäßigkeit. Weshalb ich denke, dass Menschen scheinbar immer nur für bestimmte Zwecke zusammen sind.
    • Grubber wrote:

      Kayt wrote:

      Früher? Also mir kommen die meisten Leue noch immer komisch vor.
      Ja. Mir definitiv auch. Aber die sind halt akzeptiert, obwohl sie unlogisch und komisch sind.
      hi
      Also ich komme mir immer komisch und falsch vor in Relation zu anderen.
      Ist aber deren Sichtweise, die .mir gefühlt übergestülpt wird.

      Bei manchen Menschen komme ich mir total falsch vor, bei anderen ok.
      Versuche auf sowas zu achten.

      Im Moment stört mich sehr die selbstgefällige Art der meisten Menschen.
      Ich frage mich wie kann man so von sich überzeugt
      Während ich ständig an mir zweifle....

      Es ist wohl Ansichtssache und frage der Perspektive. ....
    • Mirabella wrote:

      Im Moment stört mich sehr die selbstgefällige Art der meisten Menschen.
      Ich frage mich wie kann man so von sich überzeugt
      Während ich ständig an mir zweifle....
      Sie haben ein starkes Selbstvertrauen, also in sich selbst und in ihre Stärken. In Kombination mit dem Selbstwert ergibt sich daraus ein starkes Selbstbewusstsein.

      Selbstzweifel entstehen meistens dann, wenn das Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein (sich seiner Stärken und Schwächen bewusst sein) gering ist. Daran kann man arbeiten und es stärken.

      Mit einer optimistischen Sichtweise ist es wesentlich einfacher als mit einer pessimistischen.
    • Ich glaube nicht dass neurotypische Menschen generell selbstbewusster sind. Im Gegenteil, viele sind selbstunsicher und halten eine Fassade aus Arroganz aufrecht aus Angst vor Angreifbarkeit.
      Die Kombination Dummheit und Angst ist besonders schwer zu ertragen,
      Selbstreflexion unmöglich.
    • Zwischenmensch wrote:

      Ich finde dass auch "Freundschaft" hauptsächlich so eine Zweckmäßigkeit ist. Man kann da seine Sorgen/Gedanken mitteilen und bekommt Hilfe (etwas zweckmäßiges) Aber es hat eben auch die Gegenseite, dass der Freund dieselben Zwecke verfolgt die man dann erfüllen muss. Auch wenn jemand einem anderen z.B. gerne hilft, ist das auch eine Zweckmäßigkeit. Weshalb ich denke, dass Menschen scheinbar immer nur für bestimmte Zwecke zusammen sind
      Interessant.
      Ich habe auch gemerkt, dass ich meist nur bei einem bestimmten Zweck Lust habe, Freunde zu treffen, bzw. mich dann eben dazu "überwinden" kann, wozu ich ohne Grund kaum Lust habe. Also nur zusammentreffen und zu reden à la Wie gehts, was machen die Kinder, was gibts Neues, hast du schon das Neueste gehört etc, mir gehts grad so-uns-so etc. - da würde meine Motivation kaum ausreichen, für so ein Treffen.
      Aber ich habe eben auch gemerkt, WENN ich mal jemandem was Wichtiges erzählen will oder Hilfe brauche (was aber nicht sehr oft vorkommt), dann habe ich ein schlechtes Gewissen, dann ein Treffen vorzuschlagen. Das wirkt dann doch so wie Na toll sie kümmert sich ja jetzt nur mal, weil sie jetzt selbst mal ein Problem hat und Hilfe braucht.
      Sorgen/Nöte der anderen anzuhören stört mich allerdings meist nicht wirklich, weil das Ganze Treffen dann ja einen Zweck hat (im Vergleich zu dem og. üblichen Geplänkel) und ich vielleicht sogar helfen kann.
    • Also früher als Kind galt ich auch immer als merkwürdig bei den anderen. Das haben sie mir auch sehr zu verstehen gegeben.
      Heute als Erwachsener muss ich erlich sagen, ist mir das reichlich egal. Wenn es irgentwie geht ziehe ich mich sowie so zurück so das ich meine Ruhe habe.
      Was das Schoppen angeht, da geht es mir ähnlich. Kleidung kaufen ist mir auch zu wieder. Wenn dann ging ich lieber in ein Bastelgeschäft.
    • zur Ausgangsfrage @Elementarteilchen :
      Mir gehts teilweise ähnlich, bzgl. Klamotten, Styling (Mädelskram) oder Spielzeug, das für Kinder gedacht ist, einfach auch als Erwachene weiter zu verwenden (Lego hat mich nie interessiert, aber z.B. Puppen, Stofftiere etc.) Es ist noch nicht mal so, dass ich mich überhaupt nicht für den og."Mädelskram" interessiere, aber eben weniger und immer auf ganz andere Weise als die jeweiligen Altersgenossinnen.
      Dass ich in vielen Dingen "anders" bin habe ich ab der 1. Klasse gemerkt, also bei mir ab regelmäßigem Zusammentreffen mit Gleichaltrigen. Da äußert sich der "Mädelskram" ja noch nicht so wie in der Pubertät, aber trotzdem. Viele Mädchen verkleideten sich z.B. gern als "feine Dame", spielten Barbies, schauten gern Disneyfilme und hatten Lackschuhe. Da merkte ich schon, so bin ich nicht. In dem Alter war das den andereren Mädchen aber noch egal, man galt nicht als "uncool", wenn man nicht so war. Ich spielte allerdings, wenn ich bei anderen war sogar aus "Höflichkeit" (ich war ja der Gast:) bei z.B. Barbies mit oder guckte diese Filme mit, aber langweilte mich dabei. Ich würde aber im Gegensatz nicht sagen, dass ich jungenhaft war, ich spielte halt allein mit meinen Puppen und ich erfand und malte stundenlang Gechichten von Mädchen in einem Kinderheim, die meisten mit altmodischen Kleidern :d
      In der Pubertät fand ich die anderen Mädchen oft "hysterisch" und laut, wenn sie z.B. flöteten, welchen Star sie süß fänden. Ich war eher spät in der Pubertät und mochte meist eher Stars, auf die nicht jeder abfuhr - aber dafür war es bei mir immer sehr ausdauernd und ich sammelte über viele Jahre hinweg alles über diejenigen. Selbst heute habe ich das Zeug teilweise noch und schaue auch oft nach, was der (ehemalige) Star heute so macht (zum Glück aber total moderat und keineswegs Stalking, was ja leider auch verbreitet ist).
    • Elementarteilchen wrote:

      Ich glaube ich wirke oft naiv durch meine offene Art , nur wenn es mir nicht gut geht völlig verschlossen.
      Wie ist das bei euch?
      Ich finde das interessant, weiß aber nicht, was du mit "naiv durch meine offene Art" meinst.
      Woran machst du denn deine "offene Art" fest? Wofür genau bist du "offen"? Und in wiefern wirkt das dann "naiv"?
      Bezieht sich "offen" jetzt eher auf Offenheit für neue Erfahrungen, oder eher auf Offenheit, Gefühle nach außen zu zeigen, oder auf noch etwas anderes.

      Die Verschlossenheit kenne ich schon eher auch von mir selbst, und nicht nur, wenn es mir nicht gut geht.
      Diese etwas ausdruckslose Mimik, der man nicht wirklich ansieht, wie ich mich gerade fühle, war wohl nicht ganz ungewollt. Ich habe mich nie wirklich wohl dabei gefühlt, wenn meine Mimik genau beobachtet und versucht wurde, sie zu interpretieren. Ich weiß noch, dass ich nach der Diagnostik irgendwie gedacht habe: "Ätsch. Jetzt habe ich die Bestätigung, dass ihr meine Mimik gar nicht richtig interpretieren könnt."

      Inzwischen sehe ich das nicht mehr ganz so, und würde mir eher wünschen, Gefühle mehr nach außen zeigen zu können. Ich bin in den letzten Jahren deutlich offener geworden. In erster Linie dafür, mich auf neue erfahrungen einzulassen, das schließt aber auch einen emotionalen Austausch mit ein.

      Elementarteilchen wrote:

      Ich kann mit den üblichen Fraueninteressen , Shopping, Styling , Treffen nur zum Quatschen gar nichts anfangen. Ich sehe zwar äußerlich so aus aber innerlich kann ich mit dem Rollenverständnis Frau kaum was anfangen.
      Ich gehe lieber in die Spielzeugabteilung als zur Unterwäsche oder zu den Schuhen.
      Da kann ich jetzt nicht wirklich mitreden. Aber soweit du da die typischen Smalltalk-Themen (von Frauen) ansprichst, sehe ich schon einen Bezug zum Autismus.
      Das Rollenverständnis einer Frau unterliegt ja ohnehin einem Wandel im Laufe der Zeit. Wenn du da deine eigenen Vorstellungen von Selbstverwirklichung als Frau hast, finde ich das ganz okay und sehe da nicht unbedingt einen Bezug zum Autismus.

      Elementarteilchen wrote:

      Lego bauen ist klasse.
      Hab ich von Autisten schon öfter gehört.

      Elementarteilchen wrote:

      Ist es normal als Erwachsene ein Kuscheltier zu haben und sich damit zu kitzeln mehrmals am Tag oder ist das autistisch?
      Es ist etwas ungewöhnlich, aber deswegen nicht unbedingt autistisch.

      Elementarteilchen wrote:

      Lieber französische Songtexte übersetzen wollen, normal oder autistisch?
      Lieber als was?

      Elementarteilchen wrote:

      Telefonanrufe befürchten weil man nicht weiß ob man das richtige sagt, ist das normal oder autistisch.
      Das kommt wohl tatsächlich bei Autisten so häufig und bei Nichtautisten so selten vor, dass ich schon sagen würde, das ist eher autistisch.

      Insgesamt würde ich aber sagen: jeder Mensch hat die eine oder andere Besonderheit, die ihn von den meisten anderen Menschen unterscheidet.
      Ein autistischer Mensch wird dann wahrscheinlich dazu neigen, sich zu fragen, ob seine Besonderheit etwas mit seinem Autismus zu tun hat. Das muss aber nicht zwangsläufig bei jeder Besonderheit so sein.
      Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anderswerden, wenn es besser werden soll. (Georg Christoph Lichtenberg)
      Veränderungen führen deutlich öfter zu Einsichten, als dass Einsichten zu Veränderungen führen. (Milton H. Erickson)
      Morgen werde ich mich ändern, gestern wollte ich es heute schon. (Christine Busta)
    • tinker wrote:

      @Abendstern : Hattest du in deiner Kindheit auch das Bedürfniss, z.B. den eigenen Geburtstag genau zu planen und das dann auch genau so umzusetzen?
      Also im Kindesalter hat meine Mutter den geplant, und ich hab gelegentlich ein Wörtchen mitgeredet. :m(:
      Bei anderen Kindergeburtstagen, wo ich eingeladen war, hatte ich allerdings den Eindruck, dass es dort ganz genauso ablief. :roll:

      Ab dem Jugendalter hab ich ihn dann gar nicht mehr groß gefeiert.
      "Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen." ~ Blaise Pascal
      "Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen - und der Dumme weiß alles besser." ~ Sokrates
    • @Tuvok, Offenheit im Sinne von Ehrlichkeit in der Begegnung mit Menschen. Ich begegne Menschen zunächst immer gleich freundlich und offen, es sei denn sie sind aggressiv mir Gegenüber.
      Ich denke nicht erst groß darüber nach wie der Mensch ist, ich kann das sowieso kaum einschätzen, erst nach längerer Inspektion.
      Diese freundlich erscheint vielleicht naiv.
      Ich unterscheide erstmal nicht für mich sind alle gleich.
      Und oft wie jetzt möchte ich draußen keine Menschen sehen.
    • Ich habe irgendwann als Kind gemerkt, dass ich mich unterscheide von den anderen, vor allem weil man mir meine Andersartigkeit vorgehalten hat.
      Aber ich erinnere mich nicht mehr daran, ob ich gedacht habe, alle anderen wären komisch.

      Als Teenager habe ich mich dann als unnormal wahrgenommen und habe ein bisschen versucht so zu sein wie die anderen. Das bekam mir aber nicht gut.
      Glaub nicht alles, was du denkst.
    • Elementarteilchen wrote:

      Ich begegne Menschen zunächst immer gleich freundlich und offen

      Elementarteilchen wrote:

      Ich denke nicht erst groß darüber nach wie der Mensch ist, ich kann das sowieso kaum einschätzen
      Danke. Jetzt kann ich das nachvollziehen.
      Diese Kombination aus Freundlichkeit und Problemen in der Fremdeinschätzung kann vielleicht naiv wirken.
      Aber dann bin ich auch lieber naiv als unbegründet misstruisch.
      Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anderswerden, wenn es besser werden soll. (Georg Christoph Lichtenberg)
      Veränderungen führen deutlich öfter zu Einsichten, als dass Einsichten zu Veränderungen führen. (Milton H. Erickson)
      Morgen werde ich mich ändern, gestern wollte ich es heute schon. (Christine Busta)
    • Ich grüße auch die meisten weil ich mir Gesichter nicht merken kann damit ich es nicht verpasse Leute aus dem Ort zu grüßen die ich kennen müsste.
      Früher wurde ich oft gefragt warum ich so böse oder traurig gucke, dabei war das nur mein normaler entspannter Ausdruck also habe ich mir angewöhnt zu lächeln.
      Ich werde oft zurück angelächelt.
      Wenn es mir nicht gut geht schaue ich niemanden an.
    • Abendstern wrote:

      Bei anderen Kindergeburtstagen, wo ich eingeladen war, hatte ich allerdings den Eindruck, dass es dort ganz genauso ablief.
      Bei mir war das nur an meinen Geburtstagen so (laut Aussage meiner Mutter). An Geburtstage von anderen kann ich mich nicht mehr erinnern. Vielleicht war ich auch nicht eingeladen worden.
    • Elementarteilchen wrote:



      Früher wurde ich oft gefragt warum ich so böse oder traurig gucke, dabei war das nur mein normaler entspannter Ausdruck also habe ich mir angewöhnt zu lächeln.
      das ist bei mir heute teilweise noch so, denn ich finde dieses dauerhafte Lächeln auch irgendwie anstrengend. Oft habe ich mich gefragt, wie man wohl einen „normalen“ Gesichtsausdruck hat. Bisher ist mir dieser anscheinend noch nicht gelungen. Ich versuche auch viel zu lächeln oder ich gucke nach unten :m(:
    • Elementarteilchen wrote:

      Diese freundlich erscheint vielleicht naiv.
      Ich unterscheide erstmal nicht für mich sind alle gleich.
      Das war über Jahrzente hinweg auch mein Ansatz. Ich ging davon aus, das mein Wertesystem (niemanden Übervorteilen, unvoreingenommener Umgang mit anderen Menschen, halt "was du nicht willst das man dir tut, das füg auch keinem anderen zu") auch in allen anderen eine Grundmotivation darstellt.
      Heute bin ich zu der Überzeugung gelangt, das dies in weiten Teilen der Definition von "Naivität" entspricht.
      Jetzt versuche ich genau das Gegenteil... Eben nicht hinter allem eine vorsätzlich egoistische Absicht zu sehen. Aus meiner Erfahrung heraus ist das aber schwierig und vielleicht garnicht so falsch
    • Mit dem typischen Mädelskram (Schminken, Shoppen, über Jungs reden) konnte ich auch noch nie etwas anfangen. Manchmal muss ich (ich mache das nicht freiwillig) für Wettbewerbe Makeup verwenden, aber ich kann das Zeug dann nicht benennen und sage dann, dass ich mir diesen braunen Brabsch ins Gesicht geschmiert habe. Wenn es zu viel wird, guckt mir auch immer eine Fremde entgegen, also kann ich nicht nachvollziehen, was man daran mögen kann.

      Wenn Zauberwürfel zu Kinderspielen zählen, mache ich das auch noch. Ansonsten habe ich auch eine Freundin, die viele Spiele spielt (Brettspiele und sowas) und das machen wir dann auch manchmal zusammen.

      Um mich mit Freunden zu treffen, muss ich mich auch immer überwinden. Das ist immer so anstrengend. Normalerweise ist aber dann doch ganz schön. Ich persönlich bervorzuge aber mittlerweile online Treffen. Das ist nicht ganz so anstrengend, ich muss weder die Wohnung verlassen, noch jemanden reinlassen. Meine Freunde sind mir allerdings recht ähnlich, ich glaube nicht, dass die so ganz "normal" sind. Und wir beschweren uns immer, wie seltsam doch die meisten anderen sind :d

      Prinzipiell denke ich mir heute ständig, dass die anderen alle komisch sind. Ich weiß, dass eher ich wohl dejenige bin, die anders ist, aber ich kann das Verhalten anderer nicht nachvollziehen, weil ich es einfach für sinnbefreit halte (z.B. auch regelmäßiges Besaufen).

      NaNo2430 wrote:

      Elementarteilchen wrote:

      Früher wurde ich oft gefragt warum ich so böse oder traurig gucke, dabei war das nur mein normaler entspannter Ausdruck also habe ich mir angewöhnt zu lächeln.
      das ist bei mir heute teilweise noch so, denn ich finde dieses dauerhafte Lächeln auch irgendwie anstrengend. Oft habe ich mich gefragt, wie man wohl einen „normalen“ Gesichtsausdruck hat. Bisher ist mir dieser anscheinend noch nicht gelungen. Ich versuche auch viel zu lächeln oder ich gucke nach unten :m(:
      Ich habe auch lange gehört, wieso ich so böse gucke, dann habe ich mir ein Lächeln angewöhnt und ich wurde gefragt, was ich so grinsen würde... Man kann es den Leuten einfach nicht recht machen.

      tinker wrote:

      Das war über Jahrzente hinweg auch mein Ansatz. Ich ging davon aus, das mein Wertesystem (niemanden Übervorteilen, unvoreingenommener Umgang mit anderen Menschen, halt "was du nicht willst das man dir tut, das füg auch keinem anderen zu") auch in allen anderen eine Grundmotivation darstellt.Heute bin ich zu der Überzeugung gelangt, das dies in weiten Teilen der Definition von "Naivität" entspricht.
      Jetzt versuche ich genau das Gegenteil... Eben nicht hinter allem eine vorsätzlich egoistische Absicht zu sehen. Aus meiner Erfahrung heraus ist das aber schwierig und vielleicht garnicht so falsch
      Ich bin auch immer wieder vollkommen schockiert davon, wie dreist Menschen lügen. Ich habe schon erlebt, dass man mir ins Gesicht gelogen hat und ich das aber in dem Moment wusste. Da konnte ich gar nicht mehr richtig drauf reagieren, weil ich wusste, dass es nicht stimmte.

      Dass viele Menschen das als "naiv" ansehen, glaube ich auch. Aber dafür wissen alle, dass ich ehrlich bin, weil ich das eben nicht mache. Ich habe auch schon Menschen nach zum Teil über einem Jahr nochmal auf etwas angesprochen, das ich gesagt habe, wenn ich auf einmal neue Erkenntnisse hatte und z.B. etwas korrigieren wollte. Das überrascht auch immer wieder viele.

      kim wrote:

      Als Teenager habe ich mich dann als unnormal wahrgenommen und habe ein bisschen versucht so zu sein wie die anderen. Das bekam mir aber nicht gut.
      Das habe ich auch eine Zeit lang probiert, bis ich, so im Nachhinein betrachtet verhältnismäßig früh, mir die Frage gestellt habe, ob ich denn wirklich so sein möchte, wie die Menschen, die so gemein zu mir sind. Und dann habe ich mir diese Frage mit Nein beantwortet. Das hat natürlich nicht dazu geführt, dass mich die anderen auf einmal mochten, aber ich mag mich seitdem viel mehr und ich bin deutlich glücklicher. Wen interessiert es, was die anderen denken, solange ich mich mag.
    • In meiner Jugend bis zum Erwachsenenalterchabe ich mangels eigenen Identitätsgefühls andere Mädchen oder Frauen, oder auch mal Männer kopiert.
      Ich habe mir dazu Biographien durchgelesen oder Filme geschaut. Das ist den anderen nie aufgefallen.
      Heute lebe ich ohne Identität ganz gut, fällt ebenfalls nicht auf.
      Die anderen spielen Rollen und merken es nichtmal.
    • Rubixxy wrote:

      Ich habe auch schon Menschen nach zum Teil über einem Jahr nochmal auf etwas angesprochen, das ich gesagt habe, wenn ich auf einmal neue Erkenntnisse hatte und z.B. etwas korrigieren wollte. Das überrascht auch immer wieder viele.
      Das mache ich auch :lol:
      Ich finde es unerträglich, wenn etwas Falsches "im Raum steht" und so korrigiere ich dann Aussagen von mir und die andere Person weiß gar nicht mehr, worum es ging. Selbst, wenn ich zu der Erkenntnis komme, dass ein Korrigieren nicht notwendig ist und eventuell sogar nervt oder Verwirrung stiften könnte, kann ich es nicht lassen.
    • Abendstern wrote:

      tinker wrote:

      @Abendstern : Hattest du in deiner Kindheit auch das Bedürfniss, z.B. den eigenen Geburtstag genau zu planen und das dann auch genau so umzusetzen?
      Also im Kindesalter hat meine Mutter den geplant, und ich hab gelegentlich ein Wörtchen mitgeredet. :m(: Bei anderen Kindergeburtstagen, wo ich eingeladen war, hatte ich allerdings den Eindruck, dass es dort ganz genauso ablief. :roll:

      Ab dem Jugendalter hab ich ihn dann gar nicht mehr groß gefeiert.
      Diese furchtbare Sitte, Kindergeburtstage groß im Party-Stil zu feiern, muss irgendwann in den 70ern begonnen haben. Ich war Gott sei Dank vorher Kind, und da wurden Geburtstage in der Familie gefeiert, vielleicht kamen Großeltern vorbei, und das war's dann. Unsere Mütter früher hätten niemals zehn, zwanzig Kinder in den engen Wohnungen damals haben wollen, Kinder mit schmutzigen Schuhen, die Kuchenkrümel auf den Boden fallen lassen, durch die Wohnung rennen und nachher so was wie ein Schlachtfeld hinterlassen, nee, das gab's nicht. Und zwar generell nicht, also nicht, dass die anderen mich nicht eingeladen hätten. So eine Party ist ja auch eine Kostenfrage.

      Ich glaube, ich hab da nix verpasst. Der Gedanke, im Grundschulalter Mittelpunkt einer solchen Zwangsbespaßung gewesen zu sein, macht mir ja heute noch Gänsehaut...
      En perdant on y gagne quand-même / Et puis après tout, on n'as pas choisi.