AS Diagnose in HFA Diagnose ändern?

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    • Leonora wrote:

      Dennoch fände ich es hilfreich, nicht "alles in einen Topf zu werfen", sondern Stärken- und Schwächenprofile und welche Aspekte oft mit anderen "vergeschwistert" sind, differenziert zu betrachten.
      Imho ist es sogar sehr nützlich "alles in einen Topf zu werfen". Es gibt mehr als genug Fälle, die eben nicht eindeutig sind sondern eher "Mischlinge". Ich selbst zähle zu diesen.

      Leonora wrote:

      Zugleich fände ich es wichtig, "Nebenthemen", die nur eine Untergruppe betreffen, wie etwa die Dyspraxie, stärker zum Thema zu machen. Denn schon für sich allein kann Dyspraxie zu grundsätzlichen Lebensproblemen führen, die sich in Kombination mit Autismus noch verstärken.
      Dyspraxie wird gesondert diagnostiziert. Es kann bei ASS vorkommen, muss aber nicht.
      Für mein Empfinden ist es sogar besser das gesondert zu diagnostizieren. Mit einer Dyspraxiediagnose würden Kinder entsprechende Hilfen bekommen. Das hätte mir in der Schule sehr geholfen.
      Ausserdem gibt es ja auch Dyspraxie ohne ASS.

      Zwischenmensch wrote:

      MangoMambo wrote:

      Wer zu HFA nachliest, wird oft lesen es sei im Erwachsenenalter oft nicht mehr von AS zu unterscheiden.
      Was nicht die einzige Aussage ist, die man zu HFA finden wird. So wird man auch das mit den sprachlichen Problemen lesen.
      Die Universitätsklinik Freiburg schreibt exakt das und auch, dass sie aus diesem Grund nur F84.5 vergeben.
      (Es sei denn natürlich es ist zweifelsfrei belegt, dass der Spracherwerb deutlich verzögert war)
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • Universitätsklinik Freiburg wrote:

      Man versteht darunter das Vorliegen eines frühkindlichen Autismus mit später Sprachentwicklung in der Kindheit, bei dem sich die kognitiven Fähigkeiten im Erwachsenenalter jedoch nicht mehr von AS unterscheiden.
      Bei mir scheint sich das aber von AS zu unterscheiden weil ich stärkere Probleme habe wie für AS beschrieben ist.

      Universitätsklinik Freiburg wrote:

      Der ICD-11 differenziert die Ausprägungen des Autismus-Spektrums...In diesem Zusammenhang gelten Personen aus der Kategorie „ohne Störung der Intelligenzentwicklung und mit milder oder keiner Einschränkung der funktionalen Sprache“ als hochfunktional und sind mit den Einordnungen AS und HFA deckungsgleich.
      Dann bringt mir eine Umwandlung der Diagnose nach ICD-11 auch nichts, weil meine sprachlichen Probleme stärker sind wie nur milde.

      Was wäre dann "Autismus-Spektrum-Störung ohne Störung der Intelligenzentwicklung und mit beeinträchtigter funktionaler Sprache" gegenwärtig? Wird dann eine AS Diagnose als ICD 11 Diagnose automatisch als "mit milder oder keiner Einschränkung der funktionalen Sprache" übernommen? Laut Definition müsste jeder wo funktional sprechen kann dann keine oder allenfalls milde Einschränkungen der funktionalen Sprache haben, was bei mir auch wieder falsch wäre.
    • Wo sind genau deine stärkeren Probleme als für AS beschrieben?
      Wie äußern sich deine Einschränkungen in der verbalen Kommunikation. Also hast du z.B. Probleme überhaupt zu sprechen oder hast du Probleme die Worte richtig auszusprechen oder ähnliches? Dann gäbe es eben Logopädie und auch unterstützte Kommunikation als Möglichkeiten.

      Probleme damit deine Probleme rüberzubringen oder sich verständlich zu machen, während die Sprache selbst normal klappt oder Teile von selektivem Mutismus findet man auch bei AS.

      AS kann von relativ "normalem" Alltag bis GdB 100, Pflegegrad und leben in einer Einrichtung gehen.

      AS sei eine leichte Form von Autismus ist einfach falsch. Genauso wie HFA keine schwerere Diagnose ist.

      The post was edited 1 time, last by MangoMambo ().

    • Ginome wrote:

      Imho ist es sogar sehr nützlich "alles in einen Topf zu werfen". Es gibt mehr als genug Fälle, die eben nicht eindeutig sind sondern eher "Mischlinge". Ich selbst zähle zu diesen.
      Deshalb wäre ich auch mehr für Cluster, die sich auf Denktypen fokussieren, als für einen ausschließlichen Blick auf den Zeitpunkt der Sprachentwicklung. Ich glaube, die Probleme und auch die Stärken sind je nach Denk- und Wahrnehmungstyp sehr unterschiedlich.

      Ginome wrote:

      Dyspraxie wird gesondert diagnostiziert.
      In der Theorie ja. In der Praxis wird es in Deutschland zumeist noch gar nicht diagnostiziert. Bei Kindern und Jugendlichen ändert sich das aktuell auch erst sehr langsam, bei Erwachsenen passiert da praktisch gar nichts, obwohl Dyspraxie schon für sich allein zu riesigen Lebensproblemen führen kann. Außerdem halte ich gerade hier einen intersektionalen Blick für wichtig. Bei "unerklärlichen" kommunikativen und motorischen Schwierigkeiten addieren sich die Probleme nicht nur, sie verstärken sich gegenseitig in sehr ungünstiger Weise.

      Ginome wrote:

      Mit einer Dyspraxiediagnose würden Kinder entsprechende Hilfen bekommen. Das hätte mir in der Schule sehr geholfen.
      Mir auch. Aber auch heute gibt es diese Hilfe meines Wissens nach eher selten. Und wenn, dann meistens nicht über eine Dyspraxiediagnose, sondern über Autismus oder ADHS, obwohl Dyspraxie in der Tat auch allein auftreten kann.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Zwischenmensch wrote:

      Was wäre dann "Autismus-Spektrum-Störung ohne Störung der Intelligenzentwicklung und mit beeinträchtigter funktionaler Sprache" gegenwärtig? Wird dann eine AS Diagnose als ICD 11 Diagnose automatisch als "mit milder oder keiner Einschränkung der funktionalen Sprache" übernommen?
      Es wird, so wie es aktuell aussieht, fünf verschiedene Stufen geben. Da sind dann auch Stufen mit Spracheinschränkung dabei. Nicht jeder aktuelle Fall wird automatisch in die beiden ersten Stufen fallen.

      MangoMambo wrote:

      AS kann von relativ "normalem" Alltag bis GdB 100, Pflegegrad und leben in einer Einrichtung gehen.
      Richtig.

      MangoMambo wrote:

      AS sei eine leichte Form von Autismus ist einfach falsch. Genauso wie HFA keine schwerere Diagnose ist.
      :thumbup:
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • MangoMambo wrote:

      Wo sind genau deine stärkeren Probleme als für AS beschrieben?
      Tja da fängt es dann ja schon an mit dem erklären müssen. Ich glaube kaum, dass dir "weiß nicht" oder "kann ich nicht erklären" als Begründung reicht.

      MangoMambo wrote:

      Dann gäbe es eben Logopädie und auch unterstützte Kommunikation als Möglichkeiten.
      Ja aber dafür muss doch das Problem auch erst mal diagnostiziert sein.

      MangoMambo wrote:

      Probleme damit deine Probleme rüberzubringen oder sich verständlich zu machen, während die Sprache selbst normal klappt oder Teile von selektivem Mutismus findet man auch bei AS.
      Die AS Diagnose schließt scheinbar (so habe ich das immer erlebt bisher, bei Behörden, bei Ärzten) z.B. sprachliche Probleme nicht automatisch mit ein. Eben weil es meines Wissens zwar als Komorbidität mit vorkommen kann, aber nicht jeder mit AS diese Probleme hat. Und dann wäre es nämlich wieder mein Part, meine individuellen sprachlichen Probleme dann erklären können zu müssen. Womit ich wieder genau bei meinem Problem bin. Mit "kann ich nicht erklären" bekomme ich auch keine Logopädie oder andere Unterstützungen. Irgend einen Facharzt stört das nicht, wenn ich ohne Begleitung wegen kommunikativer Probleme nicht kommen kann. Geistig und körperlich kann ich normal sprechen, ich leide auch nicht darunter sondern ich will diesen verbalen Kontakt, diese verbale Kommunikation auch irgendwie nicht. Es fühlt sich falsch an und unangenehm. (Ich bin aber noch nie dafür gehänselt worden) Das war soweit ich mich zurück erinnern kann aber auch schon immer so, ich war immer gerne distanzierter Beobachter. Das war/ist für mich so amüsant wie Fernseh zu gucken. Ich habe auch immer gerne Gesprächen anderer einfach nur zugehört, ohne mich selbst beteiligen zu wollen. Ich habe keine Blockade zu reden, sondern ich mag es einfach nicht. Was aber nicht daran liegt dass ich mich falsch verstanden fühle, das kommt nur noch dazu. Bei der Autismustherapie fühlte ich mich immer super verstanden, aber es war mir trotzdem zu viel reden. Das Problem ist dann eher, dass ich im Kontakt mit meinen Mitmenschen indirekt gezwungen bin, eben reden zu müssen (zusätzlich zu dem inhaltlich nicht richtig verstanden werden) wenn ich etwas möchte. Ich könnte auch im Supermarkt an der Frischetheke etwas bestellen, das ist nicht das Problem, und ich habe es auch schon gemacht. Aber grundlegend will ich einfach nicht reden, will ich lieber stumm sein. Das hat auch nichts mit bestimmten Situationen, Ängsten oder bestimmten Personen zu tun wie es bei selektivem Mutismus beschrieben wird. Es ist aber auch kein nicht Wollen in Form von Absicht oder Trotz. Es ist so, wie wenn ich heute einfach keine Sandalen anziehen möchte ohne dass das irgend einen bestimmen Grund hätte. Dass ich mich scheinbar nicht verständlich genug mitteilen kann, und auch inhaltich meistens nicht gut genug verstehe worum es geht kommt noch dazu, aber das habe ich auch bei rein schriftlicher Kommunikation.

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    • Evtl. haben wir eine verschiedene Sicht darauf, was als sprachliches Problem betrachtet wird.

      Das was du gerade beschrieben hast wird aus meiner Sicht durch AS auf jeden Fall eingeschlossen.
      Und Ämter kennen sich mit AS meist gar nicht oder nur sehr wenig aus. Das das dort keiner nachvollziehen kann wundert mich überhaupt nicht. Da ändert ein anderer Schlüssel aber leider auch nichts.

      Genauso Ärzte, deren Fachgebiet das nicht ist.

      Logopädie könnte dein Hausarzt oder ein HNO dir bei sprachlichen Problemen auch jetzt schon verschreiben. Wenn du aber keine Probleme mit Aussprache o.ä. hast wäre das evtl. auch unpassend.

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    • MangoMambo wrote:

      Das was du gerade beschrieben hast wird aus meiner Sicht durch AS auf jeden Fall eingeschlossen.
      Wie nennt sich das dann? Ich brauche irgendwas, wodurch ich das möglichst kurz und verständlich erklären kann. Eben wie in Form eines Diagnosebegriffs.
      Die Beschwerden und typischen Symptome von Asperger Autismus könnte man ja auch alle separat erklären, aber sie werden auch in einer Diagnose zusammen gefasst.
    • Wie wäre es mit: Du hast aufgrund deines AS Kommunikationsprobleme und dir fällt es schwer Sachen unmissverständlich zu formulieren. Außerdem ist für dich verbale Kommunikation sehr anstrengend und du bittest um Rücksichtnahme.

      Sind 2 Sätze, kann man auch auf eine Karteikarte oder ein Papier schreiben und überreichen. (So mache ich solche Dinge.)


      Das geht vielen Leuten mit AS so und die Leute die das nicht wissen haben halt wenig Wissen zu AS und lesen nicht Mal die Diagnosekriterien wo schon steht, dass Kommunikationsprobleme vorliegen.
    • Neoni wrote:

      Meinem Eindruck nach, kennen sich viele Autismus-Experten für Erwachsene nicht mit den Unterschieden aus (sie wissen kaum etwas über Kanner-Autismus).
      Jedenfalls wird man dich zu deiner Sprachentwicklung unter 3 Jahren fragen. Es geht auch nicht nur darum, ob du eine Sprachentwicklungsverzögerung hattest, sondern eine Sprachentwicklungsstörung. Und das ist auch nicht zu verwechseln mit Sprechproblemen (zb Aussprache). Hierfür wird der Arzt, Aussagen deiner Eltern brauchen.
      Außerdem gibt es Ärzte, die werden vielleicht statt F84.5 (Asperger Syndrom), stattdessen F84.1 (Atypischer Autismus) vergeben, aber F84.0 (Kanner Autismus) nur dann, wenn dein IQ im Grenzbereich zur geistigen Behinderung liegt.

      Zwischenmensch wrote:

      Neoni wrote:

      aber F84.0 (Kanner Autismus) nur dann, wenn dein IQ im Grenzbereich zur geistigen Behinderung liegt.
      Im ICD 10 heißt es dazu:

      Von Intelligenzminderung ist da zu frühkindlichem Autismus als muss-Symptom nichts beschrieben.

      In dem ganzen Artikel ist kein Wort von verminderter Intelligenz oder geistiger Behinderung.
      Eine verminderte Intelligenz ist kein zwingendes Symptom für diese Diagnose.
      Ich habe dir nur meine Erfahrungen geschrieben, sowie die Erfahrungen von Leuten denen es so ging. Ich habe dir das nicht geschrieben, weil ich es dir nicht "gönne" oder dich falsch verstanden habe.
      Die Anzahl der Menschen, die Kanner-Autismus bei hoher Intelligenz haben, ist winzig klein, das sind sehr wenig Sonderfälle (etwa 2% der Kanner-Autisten), dann gibt es noch etwas mehr, die haben eben einen IQ knapp über der geistigen Behinderung (die sind nicht geistig behindert, haben aber einen IQ an der Grenze, da hast du mich missverstanden).
      Die Realität schaut eben so aus, wie ich es geschildert habe:
      Meinem Eindruck nach, kennen sich viele Autismus-Experten für Erwachsene nicht mit den Unterschieden aus (sie wissen kaum etwas über Kanner-Autismus).
      Außerdem gibt es Ärzte, die werden vielleicht statt F84.5 (Asperger Syndrom), stattdessen F84.1 (Atypischer Autismus) vergeben, aber F84.0 (Kanner Autismus) nur dann, wenn dein IQ im Grenzbereich zur geistigen Behinderung liegt.
      Es hängt hier sehr vom einzelnen Arzt ab, ich kann dir hier keine Vorhersagen machen, sondern nur Erfahrungen und Beobachtungen schildern, trotzdem kann es bei dir natürlich anders sein. Eine klare Linie gibt es nicht.
      Manche Ärzte werten es als Zeichen für Kanner-Autismus, wenn die Sprachentwicklung nur verzögert war, das ist ansich nicht korrekt, weil es um viel mehr geht (grob gesagt geht es beim Kind um die Grammatik, die Bedeutung von Worten, und ob der Inhalt von Sprache überhaupt begriffen wird).

      Zwischenmensch wrote:

      Ich wohne jetzt seit fast 8 Jahren selbstständig und es funktioniert einfach nichts. Keine Behördengänge, keine Formulare, keine Arztbesuche, mit "Mühe und Not" (RW) einmal wöchentlich einkaufen. Ich kann mir nicht Mal die nötige Hilfe selbst holen, weil ich dafür meine Probleme beschreiben können muss und das nicht funktioniert hat und mein Anliegen einfach nicht verstanden wurde. Ich konnte alleine keine Prozesskostenhilfe beantragen, usw. Dass ich die AS Diagnose in HFA umändern lassen will, mache ich nicht aus "Lust und Laune" sondern weil es für mich zwingend nötig ist damit die Schwere meiner Probleme und die sprachlichen Schwierigkeiten mir zugestanden werden. Weil ich diese Hilfen brauche. Die ich mit AS vielleicht theoretisch auch bekommen könnte, aber nunmal nicht, wenn ich meine Probleme nichtmal ausreichend beschreiben kann. Und zu mindestens 50% wird man dann nunmal auch nach den Diagnosekriterien mit beurteilt, und bei AS sind unter Anderem solche sprachlichen Probleme eben nicht typisch. Und das sollte es auch nicht sein, dass die Hilfen die ich brauche an den Aussagen meiner Eltern scheitern. Im Unterschied zu damals habe ich jetzt aber Aussagen von damaligen Freunden meiner Eltern über das Verhalten meiner Eltern. Darin sind sowohl meine Einschränkungen/Schwierigkeiten als Kind teilweise beschrieben, und wie meine Eltern damit umgegangen sind. Was auch beweist, dass meine Eltern bei der Befragung für die damalige Diagnostik nicht brauchbar waren. Mehr wie das habe ich zwar leider auch nicht, aber wenn sich FA und AS als Erwachsene so ähneln können und das mit dem ICD 11 eh keine Typen mehr gibt, sehe ich auch ernsthaft keinen Grund was bei mir gegen die HFA/FA Diagnose spricht. Mit dem Erfüllen der AS Kriterien und den zusätzlichen sprachlichen und Verständnisproblemen. Tut mir leid für die lange Ausführung, aber bei manchen hier kommt es mir so vor, als würde ich mich für meinen Eindruck rechtfertigen müssen. Oder es würde nicht verstanden worauf ich hinaus möchte, ich würde falsch verstanden werden.
      Ich verstehe deine Lebenssituation im Alltag, weil es mir genauso geht. Du musst dich vor mir auch nicht rechtfertigen. Ich habe dir konkrete Tipps gegeben, wie du vorgehen kannst, weil du danach gefragt hast. Der Arzt wird dich zu deiner Sprachentwicklung in deiner Kindheit fragen (dafür kann ich nichts, das ist nicht meine Schuld). Wenn du deine Eltern da nicht mit rein ziehen kannst, dann versuche herauszufinden, wie deine Sprachentwicklung war: kannst du dich erinnern dass darüber mal Kommentare gemacht wurden? Ob dir ein Arzt ohne solche Infos, frühkindlichen Autismus diagnostitzieren wird weiß ich nicht. Falls nicht besteht aber immer noch die Möglichkeit, eine gesonderte "semantisch-pragmatische Störung" zu diagnostizieren (das ist etwas anderes als nur eine "pragmatische Störung"), oder sonstwie auf deine besonders großen Kommunikationsprobleme hinzuweisen.

      Zwischenmensch wrote:

      Wenn mich ein Arzt fragt, warum ich die Diagnose ändern lassen möchte, wäre meine Antwort: Weils zutrifft. Wenn er fragt was zutrifft, wäre meine Antwort: Die Kriterien. Wenn er fragt, welche Kriterien würde ich sagen: Die vom ICD und mir dabei denken "Wenn Sie die nicht kennen, müssen Sie die eben nachlesen" weil ich ja gelernt habe, dass man nicht direkt sein darf. Am ehesten würde man weiter kommen, wenn der Arzt mich so ausfragt, dass ich nur "ja" oder "nein" antworten muss, ob etwas zutrifft oder nicht. Genauer wie "Alle Kriterien vom frühkindlichen Autismus, aber bei normaler Intelligenz, deswegen ja auch HFA" werde ich es nicht sagen können. Je mehr ich dann aber verbal in die Enge gedrängt werde, mich erklären, rechtfertigen usw. muss, desto mehr regt mich das dann auf. Weil ich schon alles gesagt habe was ich dazu sagen kann, aber trotzdem immer weiter auf mich eingeredet wird, und mich das überfordert. Was ich sagen oder erklären kann, das habe ich schon gesagt oder erklärt, genau so wie hier in dem Thread. Sich da dran thematisch "aufzuhängen" ändert bei mir nichts daran, dass ich nicht mehr dazu sagen kann wie das schon genannte. Es überfordert mich nur, weil ich mir denke "ich habe das doch schon erklärt!" und mich dann wieder nicht/falsch verstanden fühle, und dann versuche mich nochmal zu erklären, aber mich weiterhin nicht/falsch verstanden fühle. Entweder werde ich dann irgendwann aus Überforderung wütend, und/oder ich sage nichts mehr dazu.
      "Am ehesten würde man weiter kommen, wenn der Arzt mich so ausfragt, dass ich nur "ja" oder "nein" antworten muss, ob etwas zutrifft oder nicht."
      Du könntest dem Arzt sagen (oder aufschreiben), dass du große Probleme hast dich auszudrücken, sehr vieles im Stress des Gesprächs vergißt zu erwähnen, und ob er dir dabei helfen könnte, dein Problem einzugrenzen indem er dir Fragen stellt wo du nur Ja oder Nein antworten musst.
      Das wird natürlich nicht ausreichen, allerdings wäre es eine Hilfe. Zusätzlich kannst du dir bereits im Vorfeld Gedanken machen, was du antwortest (du weißt ja jetzt zum Beispiel schon durch das Forum, dass man dich nach der Sprachentwicklung als Kleinkind fragen wird)
    • MangoMambo wrote:

      Leute die das nicht wissen haben halt wenig Wissen zu AS und lesen nicht Mal die Diagnosekriterien
      Je nachdem auf welche Seite man gelangt, scheint das ja aber wohl auch falsch zu sein. Wenn beispielsweise die Oberberg Fachkliniken, die Diagnostik und Behandlung für unter Anderem frühkindlichen Autismus anbieten, auf ihrer Seite schreiben dass frühkindlicher Autismus die schwerste Form sei (Der Frühkindliche Autismus gehört zu den Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) und gilt als schwerste Form) bringt es auch nichts wenn sich jemand einlesen würde. Oder netdoktor: "Der frühkindliche Autismus (Kanner-Autismus, Kanner-Syndrom) gehört zu den schwerwiegenden Formen von Autismus" Für mich sind das keine erkennbaren Fehlinformationen auf irgendwelchen privaten Laien-Seiten oder Blogs sondern für meine Auffassung eigentlich als Fachseiten zu einzuschätzen.

      Was ist denn beim frühkindlichem Autismus die "allgemeinen Entwicklungsverzögerung" (Wikipedia) die es bei AS nicht geben soll?
      Und wo ist da der Unterschied zwischen der "allgemeinen Entwicklungsverzögerung" und einer "Entwicklungsstörung" wozu AS eingeordnet wird?

      Wikipedia Asperger-Syndrom wrote:

      Kriterien nach F84.5 – Asperger-Syndrom
      • keine allgemeine Entwicklungsverzögerung (anders als beim Autismus)
      • kein Entwicklungsrückstand der Sprache und kognitiven Entwicklung (anders als beim Autismus)

    • Ginome wrote:

      Der Unterschied ist immer noch der Zeitpunkt des Spracherwerbes. Alles andere kommt bei beiden Formen vor.
      Deshalb wird die Unterteilung ja aufgegeben.
      Wenn Du belegen kannst, dass Dein Spracherwerb deutlich verzögert war kannst Du HFA kriegen, sonst eben AS.
      Nein, es geht nicht nur um den Zeitpunkt des Spracherwerbs, das ist eine sehr starke Vereinfachung. Bei hoher Intelligenz ist der Zeitpubnkt nichtmal unbedingt verzögert (las ich auch in einem Fachbuch über frühkindlichem Autismus). Es geht um die Art/Besonderheit der Sprache und auch sonstigen Symtomen. Experten für Kinder kennen den Unterschied, bei Experten für Erwachsene und auch Betroffenen im Erwachsenenalter ist das allerdings nicht bekannt und wird extrem vereinfacht.
    • Neoni wrote:

      Experten für Kinder kennen den Unterschied, bei Experten für Erwachsene und auch Betroffenen im Erwachsenenalter ist das allerdings nicht bekannt und wird extrem vereinfacht.
      Zumindest unterschieden früher die Freiburger so und publizierten das auch so in einem Pdf. Desweiteren schrieben sie, dass es im Erwachsenenalter nicht mehr unterscheidbar ist und sie deshalb pauschal für alle f84.5 vergeben.

      Im neuen Pdf wird bereits auf den kommenden ICD-11 Bezug genommen.

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      Eigentlich ist es ja auch egal ab Januar 2022. Da wäre eher interessant in welche Stufe man eingruppiert wird.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • Dass das AS leicht ist und frühkindlich schwer ist eine veraltete Ansicht.
      Das HFA oft nicht mehr von AS zu unterscheiden ist bei Erwachsenen hatten wir schon geklärt.

      In den Diagnosekriterien spricht man auch bei AS von Problemen in der Kommunikation.

      Ich denke viele der Zitate meinen nicht einfach Diagnoseschlüssel frühkindlich, sondern LFA. Persönliche Vermutung.
    • Neoni wrote:

      Es geht um die Art/Besonderheit der Sprache und auch sonstigen Symtomen. Experten für Kinder kennen den Unterschied, bei Experten für Erwachsene und auch Betroffenen im Erwachsenenalter ist das allerdings nicht bekannt und wird extrem vereinfacht.
      Die Frage ist aber, ob dieser Unterschied überhaupt etwas mit Asperger und frühkindlichem Autismus zu tun hat, oder ob es nicht vielmehr so ist, dass das unabhängig von Asperger und HFA in beiden Gruppen auftreten kann. -> Da es diese beiden Gruppen in Wirklichkeit gar nicht gibt, weshalb die Unterscheidung auch aufgegeben wird.
      Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
      (Howard Zinn)
    • Vielleicht habe ich mit dem ICD 11 dann auch größere Chancen, dass die "sprachlichen Probleme" (verzeiht mir bitte dass ich das jetzt einfach so als "schwammigen" Begriff beibehalte..für mich ist das so gegenwärtig erst Mal am unkompliziertesten zu formulieren, auch wenn es eine unkonkrete Beschreibung ist..) als "with impaired functional language" übernommen werden auch ohne eine HFA Diagnose. Ist vielleicht auch der einfacherere Weg dann.

      Was da letztlich steht ist mir egal, mir ist wichtig dass meine sprachlichen Probleme irgendwie gesondert benannt werden können. Damit ich das nicht immer wieder gesondert erklären muss diese Probleme zu haben.
    • Ginome wrote:

      Zumindest unterschieden früher die Freiburger so und publizierten das auch so in einem Pdf. Desweiteren schrieben sie, dass es im Erwachsenenalter nicht mehr unterscheidbar ist und sie deshalb pauschal für alle f84.5 vergeben.
      Ich hatte mal eine Studie gefunden zum Patientenkollektiv der Freiburger Autismus-Ambulanz. Hatte die auch paarmal verlinkt früher. Die stammte aus den Anfangsjahren der Ambulanz. Dort stand, dass auch viele Asperger angaben, eine Sprachentwicklungsverzögerung gehabt zu haben. Es stimmt aber auch nicht, dass alle pauschal F84.5 bekamen, denn das Patientenkollektiv beinhaltete auch welche mit F84.1 und einige sehr wenige mit F84.0.



      Shenya wrote:

      Die Frage ist aber, ob dieser Unterschied überhaupt etwas mit Asperger und frühkindlichem Autismus zu tun hat, oder ob es nicht vielmehr so ist, dass das unabhängig von Asperger und HFA in beiden Gruppen auftreten kann. -> Da es diese beiden Gruppen in Wirklichkeit gar nicht gibt, weshalb die Unterscheidung auch aufgegeben wird.
      Dann müsste es das Asperger-Syndrom auch bei geistiger Behinderung geben.



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      Zu meiner Sprache kann ich sagen, dass ich gelernt habe, mich in der sprachlichen Welt aufzuhalten; dh wenn ich denke und schreibe, oder wenn ich außerhalb der eigenen vier Wände bin und dort spreche, dann tue ich das bewusst und überlegt und es gibt fast nie Auffälligkeiten.
      Zuhause in vertrauter Umgebung bin ich nicht so überlegt und dort könnte man es merken wenn man weiß worauf man achten muss.
      Statt einem bestätigendem "Ja", wiederhole ich oft einfach was mein Partner zuletzt sagte, das passiert draußen fast nie, zuhause aber bestimmt täglich. Ich sage auf oft nicht "Nein" sondern stattdessen "Nicht", das ist wie eine Abkürzung von "ich möchte das nicht" oder "tu das nicht".
      Die Grammatik stimmt oft nicht, ich sage dann Sachen wie "Die Katze frisst sein Futter" (wir haben einen Kater, daher "sein" statt "ihr"; und den Begriff "die Katze" verwende ich dabei eher wie einen Eigennamen statt wie ein Substantiv)
      Zu vielen Dingen sage ich "der" statt die oder das.
      Ich verwende falsche Wörter zum Beispiel sage ich dann "Zieh doch das getigerte Hemd an", ich meine aber "das gestreifte Hemd" ("getigert" sind auch viele parallele Streifen, daher die Verwechslung).
      Ich verwende eigenenkreationen wie "der Sock" statt "die Socke", oder sage Sachen wie "Gib mir mal den Zumacher" und meine damit den Flaschendeckel.
      Wörter wie "gleich" "bald" usw fallen mir schwer, weil die je nach Kontext was anderes bedeuten (mal 10 Minuten, mal 2 Stunden je nach Situation).
      Was man nach außen nicht merkt, aber ich in meinem Kopf: mein Gehirn muss bei Wörtern mit mehreren Bedeutungen oft erst manuell den Kontext suchen, was andere Leute automatisch tun, zum Beispiel "Ich bin zur Bank gegangen" und ich antworte "Zu der Bank wo du früher gerne mit dem Hund hingegangen bist?", aber er meinte, er ist Geld abholen gegangen. Das passiert andauernd weil die Sprache ist übervoll mit solchen Wörtern.
      Dann gibt es noch Situationen in einem Satz, wo es zu Doppeldeutigkeiten kommt wie zB "Icecream" aber ich verstehe "I scream". Mein Verstand muss also dauernd manuell korrigieren. Wie oft diese Dinge passieren ist Tagesform-abhängig.
      Als Kleinkind hieß es, ich habe ich und du vertauscht. Das ist deswegen, da diese Wörter je nachdem, wer zu wem spricht, etwas anderes bedeuten, man muss also Übersicht über die Situation haben und anwenden (wenn Ich "ich" sage, ist ich=Neoni; wenn aber beispielsweise mein Vater "ich" sagt, dann bedeutet ich=Papa, usw, das selbe bei du und er/sie, das muss man erstmal überblicken können im Kindesalter)
      Habe eigene Wörter erfunden. Und es hieß, ich konnte einfach Anweisungen als Kleinkind nicht begreifen, habe also die Sprache nicht begriffen, obwohl sie merkten dass ich eigentlich gut höre und auch selber sprechen konnte.

      Das ist alles etwas anderes als Spracharmut (man hat wenig Bedürfnis zu sprechen, und findet sprechen anstrengend), oder es fällt einem schwer, rüberzubringen was man denkt. Obwohl diese Probleme auch dazu gehören, aber sie sind nicht der Kern.
    • Zwischenmensch wrote:

      Je nachdem auf welche Seite man gelangt, scheint das ja aber wohl auch falsch zu sein. Wenn beispielsweise die Oberberg Fachkliniken, die Diagnostik und Behandlung für unter Anderem frühkindlichen Autismus anbieten, auf ihrer Seite schreiben dass frühkindlicher Autismus die schwerste Form sei (Der Frühkindliche Autismus gehört zu den Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) und gilt als schwerste Form) bringt es auch nichts wenn sich jemand einlesen würde. Oder netdoktor: "Der frühkindliche Autismus (Kanner-Autismus, Kanner-Syndrom) gehört zu den schwerwiegenden Formen von Autismus" Für mich sind das keine erkennbaren Fehlinformationen auf irgendwelchen privaten Laien-Seiten oder Blogs sondern für meine Auffassung eigentlich als Fachseiten zu einzuschätzen.

      Was ist denn beim frühkindlichem Autismus die "allgemeinen Entwicklungsverzögerung" (Wikipedia) die es bei AS nicht geben soll?
      Und wo ist da der Unterschied zwischen der "allgemeinen Entwicklungsverzögerung" und einer "Entwicklungsstörung" wozu AS eingeordnet wird?
      Das sehe ich jetzt erst. Also um die Fragen zu beantworten und das klar zu machen:

      "Was ist denn beim frühkindlichem Autismus die "allgemeinen Entwicklungsverzögerung" (Wikipedia) die es bei AS nicht geben soll?"
      ---> Die meisten Kanner-Autisten/frühkindlichen Autisten sind geistig behindert (mittel bis schwer). Ein weiterer Teil ist leicht geistig behindert. Und nur ein Bruchteil ist "high functioning" (wobei die meist zwar keine geistige Behinderung haben, aber einen eher niedrigen IQ).
      Die Zahlen der Aufteilung schwanken. Kann sein du findest je nach Quelle leicht andere Zahlen. Manche sagen, 70% sind geistig behindert, andere 50%, oder 90%... Quintessenz bleibt aber, dass man mit frühkindlichem Autismus, normalerweise einen geistig behinderten Menschen meint, deswegen schreiben deine Quellen von einer "schwerwiegenden Form".
      Die "allgemeine Entwicklungsverzögerung" zeigt sich geistig, sprachlich, im Sozialverhalten, im Spielverhalten, im Verständnis der Welt, beim Teilnehmen an der Umwelt...

      "Und wo ist da der Unterschied zwischen der "allgemeinen Entwicklungsverzögerung" und einer "Entwicklungsstörung" wozu AS eingeordnet wird?"
      ---> Alle Autismusformen (inklusive Asperger und frühkindlicher Autismus/Kanner Autismus) und noch einige ähnliche Störungen (zb Rhett Syndrom, Heller Syndrom), werden im ICD unter dem Überbegriff "tiefgreifende Entwicklungsstörung" zusammengefasst.