Probleme mit der Handlungsplanung

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    • Probleme mit der Handlungsplanung

      Wie zeigen sich bei euch Probleme mit der Handlungsplanung (falls überhaupt welche bestehen)?
      Wie löst ihr jeweils die Probleme?

      Beispiel: Ich möchte mein Bad putzen. Ich habe dafür eine Routine, aber wenn extra Aufgaben hinzukommen, bekomme ich Probleme. Jetzt möchte ich z.B. die Türen mal mitputzen und dann auch sämtliche Fliesen (Wände). Sonst putze ich den Boden (erst saugen, dann ggf. nachfegen, dann wischen), die Badewanne, die Fliesen über der Badewanne und über dem Waschbecken, das Waschbecken und die Toilette.

      Jetzt weiß ich durch die Zusatzaufgabe nicht, wo anfangen. Erst müsste ich den Boden saugen. Da ich das Putzen der Tür aber als dringlich empfinde, würde ich das gern zuerst tun. Dann kann aber Wasser auf den Boden geraten, sodass ich danach nicht mehr anständig saugen kann.
      Also muss ich erst alles saugen, dann kann ich aber nicht so weitermachen, wie gewohnt. Hier hänge ich schon fest (Blockade).

      Jetzt kommt noch ein weiterer Faktor hinzu. Ich möchte heute noch etwas einkaufen gehen und vorher duschen. Ich kann nicht zuerst duschen und einkaufen, weil ich durch das Duschen wieder das Bad nass mache. Das Bad soll aber trocken sein, bevor ich es putze, siehe oben, weil ich zuerst staubsaugen möchte.

      Jetzt springt es in meinem Kopf wieder einmal hin und her: soll ich jetzt mit dem Staubsaugen anfangen? Dann muss ich danach das ganze Bad putzen, weil ich nicht gern mittendrin aufhöre, weil das bedeuten könnte, dass ich den Rest heute nicht mehr erledige.
      Ich würde aber gern erst den Einkauf erledigen. Das geht nicht, weil ich vorher duschen will.

      Es ist wie ein Teufelskreis und am Ende mache ich gar nichts.

      Die einzige Lösung, die mir im Moment einfällt, ist die, dass ich heute nicht einkaufen gehe. Dann kann das mit dem Bad auch länger dauern.

      Falls ihr solche Probleme kennt, wie löst ihr die in der jeweiligen Situation? Habt ihr Strategien? Oder fangt ihr einfach an und guckt, wie es sich entwickelt?
    • Den Boden mache ich immer bei sämtlichen Putzarbeiten zum Schluss, weil der Dreck ja nach unten fällt.

      Wie wäre es, wenn du die Aufgaben gar nicht zusammenfügst, sondern zwei Tasks draus machst? Also z. B. erst Türen/Fliesenspiegel putzen, dann duschen und einkaufen und dann den Rest des Bades so wie du es sonst machst? Der Boden ist dann auch auf jeden Fall wieder trocken zum Saugen.
      "Auf der Metaebene lässt sich Abstand gewinnen zum Geschehen. [...] Und dabei zeigt sich, dass es andere Perspektiven, andere Erlebensweisen und viel mehr Möglichkeiten für Lösungen gibt, als sich der Mensch in seiner alten kleinen Welt hatte träumen lassen." (Brit Wilczek)
    • Kayts Lösung klingt sinnvoll.
      Ich habe nichts konstruktiv beizutragen, aber vielleicht hilft es dir zu wissen, dass es mir auch so geht. Ich neige sehr stark zu Prokrastination durch Überforderung.
      Stift und Papier helfen mir enorm bei Aufgabenplanung. Im Zweifel wirklich eine Reihenfolge dran schreiben.

      Manchmal hilft auch, wenn ich eigentlich sowieso alles dringend erledigt haben will, wenn ich mir dann denke "Egal wie genau, wenn ich jetzt anfange ist es besser, als wenn ich es wieder aufschiebe" und dann loslege.
    • Ich würde nur eine Aufgabe am Tag machen, einkaufen oder Bad putzen.

      Für mich gehört zum Bad putzen auch, dass ich zuerst den Boden sauge, weil ich keinen staubigen Boden wischen mag. Also würde ich erst saugen, dann alle Oberflächen putzen und zum Schluss den Boden wischen.
      Glaub nicht alles, was du denkst.
    • Ich habe meinen Putzplan auch nicht mehr in Räume, sondern in Einzeltasks aufgeteilt, die sich in unterschiedlichen Intervallen wiederholen.

      Ich hatte nämlich auch oft das Problem, dass ich das Bad putzen möchte und generell von oben nach unten putze. Dann habe ich mit Spiegel, Ablagen etc angefangen und musste aber irgendwann aufhören, weil ich zu erschöpft bin. Das Klo kam dann nicht mehr dran, obwohl ich deshalb angefangen hatte das Bad zu putzen. Jetzt zeigt mir die App alle drei Tage das Klo an und alle zehn Tage den Spiegel über dem Waschbecken. So läuft es besser (wenn auch noch nicht gut).
      Ich schreibe in der Regel vom mobilen Endgerät aus - merkwürdige Wortkonstrukte sind ggf. der Autokorrektur geschuldet
    • Ich würde als erstes Duschen, dann einkaufen und erst dann würde ich mit dem Putzen beginnen.
      Den Fußboden würde ich dann zum Schluss machen, weil er vermutlich eh wieder schmutzig wird.

      Und wer weiß, vielleicht fällt dir vor dem einkaufen noch ein, ob vielleicht noch ein Putzmittel oder Schwamm oder sowas fehlt, dann könntest Du es gleich mit einkaufen.


      LG
    • Lefty wrote:

      Wie zeigen sich bei euch Probleme mit der Handlungsplanung (falls überhaupt welche bestehen)?
      Wie löst ihr jeweils die Probleme?
      Hallo,

      meine einzige Lösung ist leider bisher, die Aufgabe dann meistens nicht fortführen zu können. Oder oftmals auch erst gar nicht anfangen zu können, wenn es schon daran scheitert wie und womit ich überhaupt anfangen soll. Ich weiß zwar "Ich möchte das Bad putzen" also am Wille und der Motivation liegt es nicht. Aber ich finde scheinbar den Anfang nicht. Oder wenn ich mal bei irgendwas den 1. Schritt hinbekomme, hapert es dann daran wie es danach weiter geht.

      An einem guten Tag kann ich es tatsächlich mal schaffen das komplette Bad zu putzen. Kann dann für 4qm auch 1,5 bis 2 Stunden beschäftigt sein. Macht dann auch nichts wenn ich die Zeit habe, aber das ist dann bei mir ein Tagesprojekt. Weil die 1,5 bis 2 Stunden das Putzen sind, aber das fängt ja schon vorher an mit Putzmittel heraussuchen, Lappen, Eimer, usw. hinrichten, vorab natürlich auch noch das Badezimmer aufräumen. Das ist dann bei mir nicht einfach nur, alles irgendwo hin weg stellen. Sondern dann werden unter Anderem auch die Handtücher in der Schublade sortiert und anderes. Was dann für mich am Ende weniger körperlich das Problem ist, sondern mich das alles vor allem geistig sehr anstrengt. Den Haushalt nebenher zusätzlich zu einem Job zu machen könnte ich nicht.

      Ich bräuchte ein Badezimmer, das komplett gefließt ist bis zur Decke, so wie mancher OP Raum oder Schlachtraum. Wo ich dann einfach das gesamte Bad und alles mit einem Reiniger einsprühe, dann mit dem Duschkopf über das gesamte Bad gehen kann und fertig. Pläne und alles hatte ich schon erfolglos probiert. Die einzige Lösung für mich scheint wirklich zu sein, mir alles so viel wie möglich zu vereinfachen von den Handlungen.
    • Lefty wrote:

      Wie zeigen sich bei euch Probleme mit der Handlungsplanung
      Ist bei mir auch so ähnlich. Bei Aktionen, wo es mehrere Schritte gibt, komme ich auch schnell in Verwirrung und blockiere mich dadurch. Außerdem habe ich auch das Problem, dass ich zwar manches planen kann, aber es dann doch nicht mache. Entweder gar nicht, oder ich schiebe auf. Es ist schwierig, anzufangen, der erste Schritt. Wenn ich angefangen habe, dann geht es, aber ich bin oft chaotisch und habe kein System. An Pläne halte ich mich dann manchmal auch nicht mehr, weil ich abgelenkt werde und erstmal was anderes mache.
      Bei Aufgaben, die mich sowieso Überwindung kosten (dazu gehört auch Putzen und Aufräumen), breche ich manchmal vorzeitig ab, wenn ich das Gefühl habe, schon ein bisschen was geschafft zu haben. Es zu Ende zu bringen, ist also auch nicht so leicht. Ich bin oft am Überlegen, ob man das noch mit Handlungsplanung erklären kann, oder ob es doch nur Faulheit ist.
      Komischerweise funktionieren bei mir Dinge, wo ich Druck von außen habe, oft viel besser.

      Lefty wrote:

      Wie löst ihr jeweils die Probleme?
      Im Moment habe ich den Eindruck, dass ich eher kapituliere als etwas löse. Ich versuche, Aufgaben und Termine in ein Programm einzutragen, das mich daran erinnert. Das soll Routine schaffen, damit ich eine Aufgabe immer am gleichen Tag mache. Klappt nur teilweise. Manches habe ich aber delegiert, das mache ich gar nicht mehr selbst. Weniger Aufgaben sind besser als viele, und kleine Aufgaben sind besser als große.
      Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
      (Howard Zinn)
    • Lefty wrote:

      Dann kann aber Wasser auf den Boden geraten, sodass ich danach nicht mehr anständig saugen kann.
      Ich übertreibe mit der folgenden Frage absichtlich, um zu verdeutlichen das diese Ausage nicht zutreffend ist. Bitte nicht falsch verstehen.

      Spritz du die Tür mit einem Hochdruckreiniger oder Gartenschlauch ab (dann kommt Wasser auf den Boden) oder verwendest du ein feuchtes Tuch, dass du in einem Eimer oder direkt im Waschbecken auswächst?

      Worauf ich hinaus will ist folgendes: Wenn du einen feuchten Lappen verwendest, der nach der Wässerung ordentlich ausgequetsch worden ist, ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Boden nass wird nahezu 0.

      Wenn du das "Wie" (feuchtes Tuch), dann ist doch der Gedankengang "Wasser tropft auf den Boden" überflüssig, weil der Fall nicht mehr eintreten kann.
    • Eine Möglichkeit wäre, nur die Dinge zu tun, die durchführbar sind (Deine Routine) und die anderen Dinge, bei denen es noch unklar ist wie sie am besten durchgeführt werden könnten z.B. am Sonntag beim Wochenrückblick und Planung der nächsten Woche in durchführbare Aufgaben formulierst.

      Also Durchführung&Planung voneinander trennen.
    • Lefty wrote:

      Es ist wie ein Teufelskreis und am Ende mache ich gar nichts.
      Ja, ähnliche Probleme habe ich leider auch ständig im Alltag. Im Grunde stecke ich häufig darin fest und ärgere mich darüber, was wiederum weitere Energie kostet.

      Eine Lösung habe ich dafür nicht; bestenfalls Strategien, welche die Wahrscheinlichkeit erhöhen ein Vorhaben wie "einfache Putzroutine" überhaupt anzugehen und "irgendwie" zu schaffen. Obwohl mein innerer Kritiker [selbstzerfleischender Teil meiner Psyche, furchtbar] laut brüllt wie armselig das klingen mag, hier meine Strategien:

      • Rahmenbedingung: Zeitbegrenzung - ich habe eine Uhr gestellt und habe nur 30 Minuten die Aufgabe abzuliefern. Der Wettlauf mit der Zeit ist stressig, aber das ist das Unterfangen für mich so oder so! Zudem bin ich gezwungen "quick and dirty" zu arbeiten, was meinen Perfektionismus aushebelt. Und nachher sieht es ausnahmslos besser aus als vorher.
      • Musik auf den Ohren: häufig ein einziger Song im Dauerrepeat. Leider ist es nicht immer derselbe Song und beim Suchen nach dem richtigen besteht die Gefahr, dass ich mich bereits hier verzettele [gemeint ist passend zur Stimmung bzw. zum jeweiligen Chaos in meinem Kopf etwas zu finden was passt]. Es gibt aber ein paar Songs, die häufiger klappen und die habe ich stets griffbereit. Es scheint notwendig zu sein Kopfhörer zu tragen, da die bei mir ein wenig wie auditive Scheuklappen wirken.
      • Chaining (Verkettung von Handlungsabläufen): Funktionierende Routinen haben Vorrang und ich nehme willentlich (aber mit massiven inneren Widerständen) Planungsfehler in Kauf die durch ein nicht ideales Anhängen einer Extra-Aufgabe wie bei deinem Beispiel ("müsste zuerst den Boden saugen") entstehen. Ja, das ist zum Teil weder ideal, logisch und bei Wiederholung einer Teilaufgabe sogar furchtbar - aber ich komme in die Handlung rein!


      Wenn du nun das Gefühl hast, dass das nicht sonderlich befriedigend ist, so gebe ich dir Recht. Bessere Strategien habe ich bisher leider nicht und damit bestreite ich meinen Alltag.

      Für Ergänzungen, Anregungen und Vorschläge wäre ich sehr dankbar.
      "People will always take the long way around
      Before you know it you'll be lost and found
      Living in sunshine with the shades pulled down
      People will always take the long way around"


      (Eagle-Eye Lanoo Cherry)
    • Wenn das gar nicht geht, Aufgaben zu der Putzroutine Bad hinzuzufügen, dann würde ich die zusätzliche Aufgabe (Tür + Fliesenspiegel putzen) einfach an einem separaten Tag machen.

      Ich mache beim Putzen ganz oft nur isolierte Dinge fertig und nicht einen ganzen Raum von A bis Z. Wenn ich alles machen wollte, dann wäre ich so überfordert, dass ich gar nicht erst starten würde. Also ist solch falscher Ehrgeiz sinnlos.
      Glaub nicht alles, was du denkst.
    • Lefty wrote:

      Falls ihr solche Probleme kennt, wie löst ihr die in der jeweiligen Situation? Habt ihr Strategien? Oder fangt ihr einfach an und guckt, wie es sich entwickelt?
      Ich denke an die Worte eines großen deutschen Philosophen.

      großer deutscher Philosoph wrote:

      Wie komm ich am besten den Berg hinan?
      Steig nur hinauf und denk nicht dran.
    • @Zwischenmensch, Google mal autistic inertia. Da geht es um das Anfangen von Handlungen und Übergänge zwischen Handlungen. Das hat mir für mein Verhalten ziemlich viel erklärt (wenn auch noch keine Lösungen bereit gestellt)
      Ich schreibe in der Regel vom mobilen Endgerät aus - merkwürdige Wortkonstrukte sind ggf. der Autokorrektur geschuldet
    • Vielen Dank für eure Antworten.

      Die Lösung gestern lag tatsächlich darin, dass ich entschieden habe, nicht einkaufen zu gehen. Der Einkauf war mir wichtig gewesen, weil ich nur noch Milch für den Kaffee für heute Vormittag hatte aber nicht mehr genug für meinen Abendkakao. Letztendlich habe ich aber eingesehen, dass ich auf etwas verzichten muss und dass das kein Weltuntergang ist. So konnte ich aus der Gedankenspirale aussteigen. Der nächste Schritt war, dass ich mir eine Liste gemacht habe für die Reihenfolge der Tätigkeiten.

      (Zum Saugen und nassem Boden: wenn ich duschen gegangen wäre und dann einkaufen, wäre nicht alles komplett getrocknet bis dahin. Irgendwo ist dann noch ein kleiner Wasserfleck und wenn ich da mit dem Staubsauger drüber gehe, entsteht ein ekliger leicht feuchter, fest haftender Staubfleck - wohl kein Drama, zumal ich eh später wische, aber aus unerfindlichen Gründen stört mich das extrem.)

      Der Hinweis, zum Schluss zu wischen, war sehr gut, da durch das Abwischen sämtlicher Wände ja doch einiges an Wasser auf den Boden lief.

      (@'Tux' Die Tür hab ich zum Flur hin geöffnet geputzt, sodass herunterlaufendes/-spritzendes Wasser gar nicht im Bad landete. Ich bekomme es kaum hin, sobald ich mit Wasser arbeite, nicht irgendwas zu verspritzen, auch mit ausgewrungenem Schwammtuch drücke ich dann z.B. zu stark auf, sodass Wasser rausläuft oder -spritzt.)

      Erstmal alle Flächen zu räumen, habe ich an den Anfang der Liste gesetzt. Das habe ich bisher nicht getan und dann musste ich immer mittendrin alles herumräumen. Da ich erst sehr spät in meinem Leben gelernt habe (lernen musste), allein einen Haushalt zu führen inklusive sämtlicher Putzaufgaben und da noch im Lernprozess bin, brauche ich teilweise für die für andere einfachsten und logischsten Vorgänge eine Anleitung (hab auch ein dickes Buch über Haushaltsführung und auch dank Youtube konnte ich schon ein paar nützliche Dinge lernen).
      Dann habe ich immer gemacht, was auf dem Plan stand, bin zur Liste, habe abgehakt, geguckt, was als Nächstes dran ist, das getan, abgehakt, und so weiter bis ich fertig war. Diese Liste hat mir sehr geholfen, ich wusste genau, was ich als Nächstes tun muss.

      Die mit Putzplänen hier, könnt ihr berichten, wie das bei euch funktioniert? Ich hab einmal versucht, einen Putzplan zu erstellen, aber da nicht jede Woche bei mir gleich ist, finde ich das sehr schwierig. Auch einzelne Tage können ja allein durch einen Termin so durcheinander geraten, dass eine Aufgabe, die für diesen Tag dann gedacht war, nicht mehr erledigt werden kann. Bei mir ist mentale Erschöpfung oft ein Thema, wo ich dann keine Kraft aufbringen kann für Tätigkeiten, die ich an "fitten" Tagen ohne Probleme erledige. Ich denke, wenn ich dann so eine Liste hätte und eine Aufgabe dann nicht erledigen kann, würde mich das auch wieder stressen. Wie ist das bei euch? Verschiebt man die Aufgabe, wartet am nächsten Tag ja schon die nächste, dann kommt vielleicht noch etwas Unerwartetes dazu und schon ist man überfordert.

      Den Tipp mit kleinen Aufgaben in regelmäßigen Abständen finde ich gut. Das mit dem Bad gestern hatte ich schon lange aufgeschoben, irgendwann muss man es aber halt doch einfach mal machen. Es wäre wohl besser gewesen, hätte ich die Wände und die Tür als separate Aufgaben aufgestellt und nicht mit dem normalen Badputzen verbunden. Ich finde es halt auch schwierig, wenn ich dann dabei bin, aufzuhören. Ist aber einen Versuch wert.

      The post was edited 1 time, last by Lefty ().

    • Lefty wrote:

      Die mit Putzplänen hier, könnt ihr berichten, wie das bei euch funktioniert?
      Eher Wochenplan. Ich habe einen leeren Plan aus Papier für die einzelnen Wochentage an meinem Kühlschrank hängen und Magnetstreifen in unterschiedlichen Farben, unterschiedlich beschriftet [Grün ist z. B. alles im Haushalt (ein Streifen für Staubsaugen, ein Streifen für Staubwischen, einer für Wäsche waschen etc.), Lila für Termine/Treffen, Orange ist Arbeit, Rosa ist Ausruhen, Gelb für Einkäufe etc.]

      Am Sonntagabend baue ich dann den Plan für die neue Woche zusammen. Der Plan gibt mir einen Überblick, aber er ist nicht starr. Wenn etwas doch nicht passt oder ich auch mal zu müde für etwas bin, kann ich den Magnetstreifen woanders platzieren. Ich bin da zum Glück meistens nicht so starr in meinen Abläufen. Grob habe ich drei Slots (Vormittag, Nachmittag und Abend) für Montag bis Freitag und nur jeweils einen fürs Wochenende.

      "Auf der Metaebene lässt sich Abstand gewinnen zum Geschehen. [...] Und dabei zeigt sich, dass es andere Perspektiven, andere Erlebensweisen und viel mehr Möglichkeiten für Lösungen gibt, als sich der Mensch in seiner alten kleinen Welt hatte träumen lassen." (Brit Wilczek)
    • @Kayt Das sieht nach einer guten Lösung aus, die du dir da erarbeitet hast! Ich habe so einen ähnlichen Plan auf A4, den ich immer ausdrucke (jeweils 4 Wochen auf einem A4-Blatt), den nutze ich aber nur für die gröbste Orientierung (wie bei dir steht von Montag bis Freitag immer "Arbeit" drauf (oder halt mal "Urlaub" und ansonsten Termine oder besondere Ereignisse). Damit habe ich die aktuelle Woche sowie die folgenden Wochen im Überblick und muss nicht in einem Kalender herumblättern. Haushaltsaufgaben habe ich nicht drauf, dafür ist der Platz auch zu gering. Ich nutze außerdem eine Kalender-App und dann hab ich noch einen normalen Jahresplaner, der ist aber nur für den Rückblick, also für später zum Erinnern. Für Aufgaben benutze ich hauptsächlich die Kalender-App, weil ich dort eine Erinnerung anlegen kann. So kann ich wirklich nichts vergessen. Ich hab da auch ein Farbsystem. Arzt- und Therapietermine z.B. sind grün, Treffen mit Familie lila, Haushalt blau usw.

      Wenn du den Plan immer aktuell anlegst, hast du dann einen zu Grunde liegenden groben Plan, an dem du dich orientierst? Wo du einmal festgelegt hast, welche Aufgaben alle existieren und in welchen zeitlichen Abständen du sie ausführen möchtest?
    • Mandelkern wrote:

      Google mal autistic inertia
      Tausend Dank für diesen Hinweis! "Autistische Trägheit" (wobei der Begriff nicht nur die Trägheit etwas anzufangen sondern auch die Schwierigkeit etwas Angefangenes zu unterbrechen meint) dürfte für mich das absolute Hauptproblem in meinem Leben sein - und endlich gibt es [für mich] einen Begriff dafür. Danke!
      "People will always take the long way around
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      People will always take the long way around"


      (Eagle-Eye Lanoo Cherry)