Einseitiges Denken , fixe Idee, Hyperfocus seit Monaten. Bin langsam verzweifelt

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    • Einseitiges Denken , fixe Idee, Hyperfocus seit Monaten. Bin langsam verzweifelt

      Ich versuche kurz mein Problem zu schildern und hoffe ihr findet es nicht zu albern oder trivial denn es belastet mich sehr.
      Ich komme seit Monaten nicht von dem Gedanken weg Ich müsste mit meinen beiden Katzen in meinen Garten fahren.
      Es sind britisch kurzhaar Katzen, sie waren noch nie draußen, machen keine Anstalten hinaus zu wollen und machen ebenso einen zufriedenen Eindruck. Ich spiele täglich mehrfach , die Wohnung ist ausgestattet wie ein Katzenspielplatz auf über 100 m2. Ich nerve meine Familie bereits mit meiner Überfürsorge und mich auch. Obwohl ich sehe dass es meinen Tieren sehr gut geht kapiere ich nicht dass es gut ist. Ich kann einfach nicht aufhören darüber nachzudenken ob ich sie mitnehmen soll. Dabei wäre es bestimmt Stress für sie , erst im Auto und dann in der fremden Umgebung. Bis jetzt können sie kein Draußen vermissen weil sie es nicht kennen.
      Mein Therapeut sagt das ist Projektion , er hat recht ,nur ich verstehe es einfach nicht.
      Ich leide wirklich unter diesem Dilemma und hoffe ihr könnt mir helfen endlich mal loszulassen und zu entspannen.
      Ich habe schon im Katzenforum gelesen aber die Leute da sind nicht autistisch und verstehen sicher nicht wie extrem mein Empfinden ist.
      Einer schrieb, man solle sich Gedanken machen sobald die Katzen auch zeigen dass sie raus wollen, bis dahin nicht.
      Das fand ich eigentlich vernünftig.
      LG
    • Für mich klingt das von Dir beschriebene wie ein Zwangsgedanke.

      Vielleicht würde es helfen einmal alle Pro- und Contra-Argumente für das Nach-Draußen-Lassen Deiner Katzen auf einen Zettel zu schreiben und dann nach Prüfung aller Argumente bewusst eine endgültige Entscheidung zu diesem Thema zu treffen.

      Du könntest z.B. am Ende des Zettels einen kurzen Satz formulieren wie: "Ich werde meine Katzen in Zukunft (nicht) nach Draußen gehen lassen, weil A, B und C dafür/dagegen spricht."

      Wenn Du diese Entscheidung einmal getroffen hast, gibt es eigentlich keinen Grund mehr das Thema ständig neu zu durchdenken. Du kennst alle Argumente und es werden vermutlich auch keine neuen mehr dazukommen.

      Wenn es wirklich ein Zwangsgedanke ist, werden sich nach kurzer Zeit vermutlich trotzdem wieder neue Unsicherheitsgefühle und ein Drang alles erneut zu durchdenken einstellen. In diesem Fall wäre es dann sinnvoll diese Denkmuster konsequent zu unterbrechen und mir Deiner Wahrnehmung bewusst ins Hier und Jetzt zurückzukehren. Eine gute Möglichkeit dafür ist die hier von mir verlinkte 5-4-3-2-1 Übung:

      uni-regensburg.de/assets/human…a_merkblatt_5-4-3-2-1.pdf

      Wenn Du das immer wieder probierst, sollte der Zwangsgedanke mit der Zeit nachlassen. Unabhängig davon würde ich das Thema Zwangsgedanken aber auf jeden Fall mit Deinem Therapeuten besprechen. Er kennt Dich ja besser und hat vielleicht noch andere sinnvolle Ideen. :)
    • Das mit dem Zwangsgedanken stimmt vermutlich. Es gab schon in der Vergangenheit immer wieder Themen die irgendwann mein Denken beherrschten. ZB. vor dem Thema Katzen meine Zweifel ob die AS Diagnose stimmt, ich dachte jeden Tag darüber nach und wollte auch ständig darüber sprechen und alles dazu lesen. Seit letzten Juni konnte ich damit abschließen und das Katzen Thema löste das vorige ab. Es gibt immer etwas anderes was mich völlig einnimmt . Diesmal ist es besonders schlimm.
      Mein Mann hat mir schon klar gesagt dass er befürchtet dass ich davon krank werde und ich sorge mich auch. Ich muss das bearbeiten.
      Diese Methode die du verlinkt hast schaue ich gleich an. Danke.
      Übrigens hat meine Sorge um das Wohlbefinden meiner Tiere schon fast unseren Urlaub ruiniert . So geht es nicht weiter. Danke für deine Antwort.
    • Ja, insbesondere wenn ich nicht alle Informationen habe die ich benötige. Wenn ich mich dann doch entscheiden muss, je nach Grund und Dringlichkeit, dann habe ich mir angewöhnt einfach zu raten. Es kam auch schon vor, dass ich sowas wie ne Münze geworfen habe. Im Prinzip macht es ja auch meist keinen Unterschied, denn auch wenn ich versuche mit Abwägung zu entscheiden liege ich gefühlt ständig falsch. Und auch das mit dem Hyperfokus kenne ich. Wahrscheinlich wird das noch durch eine gewisse Emotionalität verstärkt. Denn du willst ja dass es deinen Katzen gut geht und hinterfragst daher deine Gedanken. Ist bei mir genauso, nur halt bei anderen Themen. Es ist da halt schwer die Gedankenspirale zu durchbrechen (RW), auch wenn man es logisch könnte, kommen ja die Emotionen wann sie wollen.
    • Mal ein anderer Gedanke...

      Gehe da hin, wo du deine Katzen gerne sehen/wissen möchtest ohne diese mit zu nehmen. Vielleicht findest du einen vertrauenswürdigen Nachbarn oder ein Familienmitglied, der/die sich um die Mizen gut kümmert.
      Setz dich einfach mal in den Garten und denke an deine Katzen und was ihnen daran spaß machen könnte.

      Elementarteilchen wrote:

      hat hier noch jemand Schwierigkeiten Entscheidungen zu treffen?
      Und ja... das fällt mir schwer. In der Vergangenheit habe ich viele Entscheidungen anderen überlassen. Das hat sich aber selten für mich als gut erwiesen. Mittlerweile taste ich mich an Entscheidungen heran und beobachte mich dabei.
      Das haben wir schon immer so gemacht. Das haben wir noch nie so gemacht. Da könnte ja jeder kommen.
    • glücklicherweise bin ich mit dem "katzenproblem" nun nach sehr langer Zeit zum Ende gekommen. Für die Tipps hier bin ich dankbar.
      Das obsessive Überdenken von irgendwelchen Themen wird wiederkommen , wie das immer der Fall ist. Jetzt gerade ist es mal ruhig im Gehirn.
      Die Entscheidung allerdings ob ich an einem Zoobesuch teilnehmen soll oder nicht, brauchte 3 Tage und bis 7 Minuten vor der Abfahrt war ich unsicher.
      Falls es euch interessiert: ich wäre besser zu Hause geblieben. :]