Nonverbale Kommunikation: ASS als Sender

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    • GeistesSchatten wrote:

      Jeder macht Non Verbale Kommunikation". Zudem ein Verweis das das nirgendens in den Büchern stände. Ja. Da hat sie recht - es geht nur darum das der NT Non Verbale Kommunikation macht, die der ASS nicht versteht. Aber ich habe nicht gefunden wie es anderes herum ist. Hat da jemand Hinweise zu? Möglichst ein Buch / möglichst offizielle Webseite? Damit kann ich am besten argumentieren.
      Da genügt ein Blick in die Diagnosekriterien des DSM V. Darin heißt es: „Defizite des nonverbalen kommunikativen Verhaltens in der sozialen Interaktion; diese reichen von schlecht integrierter verbaler und non-verbaler Kommunikation über Abweichungen in Blickkontakt und Körpersprache oder Einschränkungen beim Verstehen und Einsetzen von Gestik und Mimik bis zum völligen Fehlen von Gesichtsausdruck und non-verbaler Kommunikation“.

      aber selbst wende deiner Frau nun damit belegst, dass viele Autisten Schwierigkeiten beim Einsatz von nonverbalen Kommunikation haben, wäre das vermutlich ein Phyrrussieg. Aus dem, was du hier schreibst, scheint diese konkrete Problematik nur ein kleiner Bereich eurer ehelichen Probleme zu sein - bei einer angespannten Situation würde ich es mir sparen, ihr nun zu belegen, dass du recht hattest (denn im Zweifel geht es ihr gar nicht um das Nonverbalen,sondern ihr Problem ist unausgesprochen ein anderes).
    • Vielleicht hilft euch auch der Ansatz der gewaltfreien Kommunikation. Darüber gibt es auch Literatur.
      Es ist erstaunlich wie man mit einigen Worten die man verändert, doch ein Gespräch anders leiten kann. Ansonsten würde ich wirklich auch eine Mediation empfehlen. Dein Gefühl über die „Brücke“ klingt sehr traurig für mich, ich hoffe ihr findet einen Weg.
    • GeistesSchatten wrote:

      Ich rede kaum noch. Fast jeder zweite Satz (ich wünschte das wäre eine Übertreibung) wird als Anschuldigung aufgefasst (zwischen den Zeilen gelesen) - oder als Befehl. Was Zärtlichkeiten angeht habe ich schon öfter den Vorwurf bekommen, dass ich sie nicht mal umarme. Ja, ich mache nicht viel. Im Alltag geht das aufgrund Zeit kaum. Aber ich mache hin und wieder was. Umarmen, Streicheln. Aber von Ihr kommt GAR NICHTS!
      Ich kann nach über vier Jahren mit zu vielen Hormonen bin ich nicht mehr in der Lage zurück zu stecken. Zumal das auch keine Lösung ist.
      Könnte folgende Situation bei Dir zuhause sein ?
      (Beispiel aus meiner Kindheit)

      Familie sitzt am Tisch beim Mittagessen:
      Vater (sichtlich genießend): "Schatz, das Essen ist heute richtig lecker."
      Mutter (erbost): "Nur heute ? Sonst schmeckt es Dir wohl nicht bei mir ? - Ab morgen kochst Du!"

      Jeglicher erschrocken gestotterte Einwand, dass es so nicht gemeint war, wurde ignoriert.
      Sobald sie eingeschnappt (RW) war, war keine rationale Ansprache mehr möglich.

      Nach zig solchen und ähnlichen Situationen hat mein Vater am Ende kaum noch den Mund aufgemacht und meine Mutter hat sich dauernd bei ihm und mir beklagt, dass er nicht mit ihr redet.

      Was ich damit zeigen möchte ist, dass auch vollkommen normale Aussagen von hochsensiblen Gegenübern in ein Angriffs- und Kritiklicht gezogen werden können, so dass Worte wie Tretminen sind. Jedes kann eine Explosion auslösen.

      Ich wünsche Dir, dass es bei Dir nicht so schlimm ist und Ihr ggf. die Hilfe findet, die Euch da herausbringt.

      Du hattest in einem anderen Thread ein Buch zitiert über Aspie und Partnerschaft. Die Autorin ist nach Angabe auf der Verlagsseite auch in der Autismusselbsthilfe aktiv. Vielleicht kannst Du sie um Unterstützung anfragen.

      The post was edited 1 time, last by Stefunie ().

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      Stefunie wrote:

      Familie sitzt am Tisch beim Mittagessen:
      Vater (sichtlich genießend): "Schatz, das Essen ist heute richtig lecker."
      Mutter (erbost): "Nur heute ? Sonst schmeckt es Dir wohl nicht bei mir ? - Ab morgen kochst Du!"
      Ähh.. Du kennst meine Frau? :cry:

      Das so nicht, aber genau diese Richtung!

      Das Problem liegt doch in der Grundeinstellung: Wenn diese negativ ist, dann sucht und findet man. Ich erlebe es doch bei mir selber.. :(
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      GeistesSchatten wrote:

      Ähh.. Du kennst meine Frau? :cry:
      Das so nicht, aber genau diese Richtung!

      Das Problem liegt doch in der Grundeinstellung: Wenn diese negativ ist, dann sucht und findet man. Ich erlebe es doch bei mir selber.. :(
      Nein, ich kenne sie nicht. (Ich weiß, dass es nicht wirklich eine Frage war.)
      Ich habe selber erst mehr oder weniger durch Zufall und Kommunikation mitbekommen, dass es Menschen mit solchem Verhalten auch andernorts gibt.

      Bei meiner Mutter, die nach außen eine fürsorgliche, zugewandte Frau ist, die Fremde anspricht, ob es ihnen gut geht, steckt eine langjährige tiefe Enttäuschung und gefühlte Missachtung ihrer Person dahinter. Und das Dauergefühl, dass immer sie es ist, die zurückstecken muss, und dass sie nicht mehr kann.

      Leider wurde das erst letztes Jahr (vier Jahre nach Papas Tod) bei einem Krankenhausaufenthalt auch gegenüber Dritten so auffällig, dass sie in die Psychatrie verlegt wurde, wo eine schwere Depression festgestellt wurde. (Vorher wurde jeder Vorschlag unsererseits, mal Hilfe zu suchen, aufbrausend abgewehrt.)
      Seit diese behandelt wird, ist die Empfindlichkeit deutlich reduziert, weil die Grundstimmung besser ist.

      Ja, das Problem lag in der Grundeinstellung, allerdings in der emotionalen. Es war keine bewusste, absichtliche Einstellung, sie hat jahrzehntelang wirklich gelitten.

      Bei Depression ist es wohl teilweise so, dass, wenn die eine Weile besteht, die Serotonin/Dopamin- etc. Spiegel im Gehirn sich ändern, was eine dauerhaft negative Grundstimmung bewirkt. Und die ist nicht eingebildet, sondern eine messbare Erniedrigung bestimmter Neurotransmitter, das sind die Botenstoffe im Gehirn.
      Und da kommt die/der Betroffene dann oft nicht mehr alleine raus.
      Es ist also im Grunde eine Art Stoffwechselstörung im Gehirn.

      Es muss grauenhaft sein, sich ständig zu fühlen, als hätte einem gerade jemand etwas angetan und dabei den Zwang zu spüren, weiter zu funktionieren.

      Ich bin keine Psychologin, kenne weder Dich noch Deine Frau. Was ich hier schreibe, soll Dir bestenfalls Denkanstöße und Vergleichsmaterial bieten.

      Ich habe das Buch über Neurobiologie, in dem ich das mit den Neurotransmittern gelesen habe, leider nicht gefunden, so dass ich die obige Passage nicht spezifischer formulieren kann, was ich eigentlich wollte.

      Da jedoch im Buch "Dopamin & Käsekuchen" von Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer im Kapitel über die Depression von Vätern nach der Geburt auch die Depressionsrate junger Mütter mit bis zu 23,8 % angegeben wird und dort zudem die Aussage zu finden ist, dass man früher die entsprechenden psychopathologischen Zustände bei Frauen gerne einfach ursächlich auf "die Hormone" schob, schicke ich diesen Beitrag jetzt doch ab.

      Denn möglicherweise gibt es eine (therapierbare) Ursache jenseits der bewusst steuerbaren Einstellung.

      Ich drücke Euch fest beide Daumen !