Toxische Familienmitglieder

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    • Schwarze Katze wrote:

      Nach der Argumentation können Eltern aber nur gut sein, wenn sie absolut die besten Eltern sind. Und man selbst sich nicht als glücklich bezeichnen, wenn es noch jemanden gibt, der glücklicher ist.
      Der Vergleich macht nur unglücklich. Die wenigsten Eltern sind absolut grauenhafte Monster, trotzdem können sie schlechte Eltern gewesen sein. Meine waren auch nicht im straf- oder kinder/jugendschutzrechtlichen Rahmen schlechte Eltern. Im Vergleich zu den meisten Eltern die ich bisher so erlebt habe und meinem Anspruch, wie Eltern sein sollten, schneiden sie aber katastrophal ab. Ich habe letztlich den Kontakt abgebrochen, weil sie sich bis heute für perfekt halten und ich dieses Spiel nicht mehr mitspielen will.

      Ich glaube, das ist der springende Punkt.
      Die wenigsten Dinge, die Eltern oder andere Familienmitglieder einem zufügen, sind jugendschutzrechtlich relevant bzw. hier nachweisbar (ich gehe jetzt von krankenhausreif geprügelten oder sexuell misshandelten Kindern aus).
      Darum geht aber doch nicht.

      Psychische Gewalt macht auch sehr viel mit einem, lässt sich aber kaum nachweisen.
      Alles, was dem Kind und später dem Erwachsenen das Leben schwer macht und nachwirkt, ist toxisch und hätte so nicht vorkommen dürfen.

      Ich hatte als Kind einen sehr guten Vergleich, wie andere Familien das so handhaben. Die waren alle nicht perfekt, haben hie und da Fehler gemacht, mal nen Klaps verteilt oder geschimpft, sich mal lustig gemacht oder eine verletzende Bemerkung losgelassen. Aber das hat kein Kind nachhaltig geschädigt.

      Ich wäre so viel lieber in diesen, Fehler machenden Fmilien gewesen, als mit meiner Mutter allein, wo ich mich immer fragte, warum sie denn niemals so liebevoll, entspannt und zugewandt sein konnte, wie die anderen. Ich habe mich immer gefragt, was habe ICH falsch gemacht, dass sie mich nie so behandelte, wie die anderen Kinder behandelt wurden.

      Und DAS ist sehr wohl schädigendes und toxisches Verhalten und davon muss man sich spätrstens als Erwachsener distanzieren, sonst macht es einen bis ans Lebensende kaputt.
      Ich habe sehr lange gebraucht und wie man als Geschädigteer halt so ist, immer den Fehler bei mir gesucht und versucht, den Kontakt aufrecht zu erhalten und in gute Bahnen zu lenken. Hat nicht geklappt.

      Jetzt bin ich zwei Länder weiter gezogen und vermeide den Kontakt. Leider kann ich aus bestimmten Gründen den Kontakt noch nicht ganz abbrechen, aber das wird sich bald ändern und dann wars es das. Sie meldet sich von sich aus gottseidank auch selten, aber Anrufe z.b. nehme ich nicht mehr an, und wenn ich in der Heimat bin, sage ich ihr das erst gar nicht.

      Es tut weh, nie eine richtige Mutter gehabt zu haben, aber es tut noch mehr weh, immer wieder beim Kontakt vor Augen geführt zu bekommen, warum nicht und sich immer wieder, nun frewillig, toxischem Verhalten auszusetzen. Als Erwachsener muss man das nicht mehr! Selbstschutz vor Fremdschutz.
    • hmm...hast du mal überlegt, den Kontakt zu deiner biologischen Familie abzubrechen? Ich finde es sehr übergriffig von deiner Familie, dass sie den Kindern einreden, dass du dich nur anstellst.
      Manche Angehörigen können oder ,mehr, wollen es nicht verstehen/nachvollziehen. Davon kann ich ein Lied singen (RW).
      Und da finde ich es durchaus vertretbar, den Kontakt dann abzubrechen, wenn klärende Gespräche zu nichts geführt haben. Das musst du dir doch nicht geben.
      Was ich brauch' ist ein Pinguin mit Übergewicht, der für mich das Eis bricht, denn ich kann das nicht! ~Jennifer Rostock
    • Vielen, vielen lieben Dank für eure Erfahrungen und eure unterstützenden Wort!

      Leider geht’s mir momentan gesundheitlich nicht so gut und so musste meine Antwort leider etwas warten. Ich bitte dies zu her zu verzeihen.

      Ich habe lange mit mir gerungen den Kontakt zu meiner biologischen Familie anzubrechen.
      Mir wurde seit meiner Kindheit eingetrichtert, dass Ich das Problem bin und mich anzupassen habe.
      So ist mir lange überhaupt nicht in den Sinn gekommen, dass möglicherweise nicht ich falsch bin sondern das Verhalten meiner biologischen Familie.
      Dank meiner Therapeutin habe ich nun den Schritt gewagt, den Kontakt abzubrechen.

      Die Autismus-Diagnose, der Kontaktabbruch und die therapeutische Begleitung hat mein Leben so sehr verändert. Eine Blume könnte nicht schöner aufblühen.
      Und das Wissen, dass ich mit meinen Problemen nicht alleine bin, hilft mir so sehr.
      Vielen Dank!
    • In meiner Familie gab es immer zwei Seiten, zwei Parteien, die kaum miteinander Berührungspunkte hatten.
      Zum Einen die Familie meiner Mutter. Ich bin in einem Haus aufgewachsen, in dem auch meine Großeltern lebten.
      (Mein Großvater ist 2017 gestorben, meine Großmutter wird dieses Jahr 90 und lebt noch in diesem Haus).
      Auch mein Onkel (Bruder der Mutter) kommt noch heute regelmäßig in dieses Haus. Diesen Kontakt kann ich nur als
      sehr gut bezeichnen.

      Die Familie meines Vaters war mir immer etwas fremd. Als meine andere Großmutter noch lebte, kam diese regelmäßig
      zu Besuch (hauptsächlich an Feiertagen). Das war noch die vertrauteste Person. Meine Tante und der Bruder meines Vaters
      waren mir immer etwas fremd. Ebenso meine Cousins und meine Cousine, zu denen ich, obwohl der Altersunterschied nur gering war,
      nie richtigen Kontakt aufbauen konnte.

      Seite meine Großmutter väterlicherseits gestorben ist, besteht nahezu kein Kontakt mehr. Ich finde es schade, zu dieser Verwandtschaft
      keinen engeren Kontakt zu haben. Toxisch sind sie nicht, aber anders und irgendwie schwierig. Meine Cousins und Cousine hatten anscheinend
      keine einfache Kindheit. Ein Cousin ist "verschwunden", keine Ahnung wo er momentan ist.
      Er war schon im Gefängnis (mehrmaliges Fahren ohne Führerschein), zeitweise im Ausland, keine Ausbildung,
      keine Arbeit. Meine Cousine hatte sich ein Leben in einer entfernten Stadt aufgebaut und wollte heiraten - dann verunglückte sie tödlich.
      Mein anderer Cousin hat es anscheinend geschafft. Er ist jetzt Schreiner, hat Familie und wird zurück ins Elternhaus ziehen.
    • emjay2812 wrote:

      Toxisch sind sie nicht, aber anders und irgendwie schwierig. Meine Cousins hatten anscheinend
      keine einfache Kindheit. Ein Cousin ist "verschwunden", keine Ahnung wo er momentan ist.
      Er war schon im Gefängnis (mehrmaliges Fahren ohne Führerschein), zeitweise im Ausland, keine Ausbildung,
      keine Arbeit. Meine Cousine hatte sich ein Leben in einer entfernten Stadt aufgebaut und wollte heiraten - dann verunglückte sie tödlich.
      Das könnte für mich aber schon auf ein toxisches Element in diesem Teil deiner Familie hindeuten, vor dem dein Vater dich vielleicht schützen wollte.

      emjay2812 wrote:

      Ich finde es schade, zu dieser Verwandtschaft keinen engeren Kontakt zu haben.
      Das könnte ein Problem sein, wenn man eine toxische Beziehung abbricht, ohne es den Kindern zu erklären: Nämlich dass es bei ihnen ein Gefühl der Leere oder (so weit scheint es bei dir nicht zu gehen) im Extremfall vielleicht sogar ein Trauma oder Verlustängste hervorrufen kann.

      Hast du mit deinen Eltern schon einmal darüber geredet, warum der Kontakt abgebrochen ist?
    • Es ist, schwierig. Mein Vater hat noch viele Freunde und Verwandte im Ort. Und fährt auch öfters dahin (10km Entfernung). Auch den Kontakt zu seinem Bruder würde ich als gut bezeichnen. Abgebrochen ist der Kontakt nicht, nur extrem reduziert. Man sieht sich an Geburtstagen, Weinfesten.

      Aber die ganze Verwandtschaft ist dort seltsam gestrickt. (RW). So kann es vorkommen, das mein Vater als Verwandter eingeladen wird, meine Mutter nicht. Seit ich erwachsen bin, höre ich von meiner Patentante nichts mehr. Noch nicht mal zum Geburtstag.

      Sie sind verwandt, aber trotzdem nicht Familie.
    • emjay2812 wrote:

      Abgebrochen ist der Kontakt nicht, nur extrem reduziert. Man sieht sich an Geburtstagen, Weinfesten.
      Da ist die Frage, welcher Umfang von Kontakten zur Verwandtschaft normal ist. Zur Familie meiner Mutter würde ich den Kontakt eigentlich als intensiv bezeichnen, das ging aber auch nie über Besuche zu Geburtstagen, Weihnachten und Ostern hinaus. Zu den Verwandten auf der Seite meines Vaters gab immer (spätestens aber, seit meine Großeltern auf der Seite gestorben sind) viel weniger Kontakt. Eine Tante, die auch meine Patentante ist, hatte uns nach meiner Konfirmation kurz vor der Kirche angesprochen, weil sie offenbar ohne vorher irgendetwas gesagt zu haben auch im Gottesdienst war. Das ist etwa 25 Jahre her. Seitdem habe ich sie noch einmal auf einer Beerdigung gesehen. Das würde ich aber insgesamt als abgebrochenen Kontakt bezeichnen.
    • Mir tut es total gut, das hier zu lesen, denn ich bin momentan ganz aktiv in der Situation darüber nachzudenken, wie es mit meinen Eltern weitergeht. Ich bin Einzelkind, meine 6 Jahre jüngere Schwester ist schon als Baby gestorben. Meine Erinnerungen an die Kindheit sind ziemlich lückenhaft und ich halte mich da an einzelnen Schlüsselsituationen fest (ich bin inzwischen 31). Vor etwas über einem Jahr habe ich mich mit dem Gedanken auseinander gesetzt, ADHS zu haben, habe so eine halbgare Diagnose von einer Psychiaterin bekommen. Hab das dann auch meinen Eltern erzählt, nachdem ich schon viele Jahre an Depressionen (inkl. Burnout) und anderen Problemen gelitten habe. Mir geht es genauso wie vielen Erzählern vor mir, ich habe mich immer unverstanden gefühlt und meine Eltern haben mich nie wahr genommen. Ich hatte mir gewünscht, mal als Teenie zum Psychologen geschickt zu werden, aber meine Eltern haben immer alles ignoriert, um das Bild der perfekten Familie zu wahren. "Wir haben sowas nicht." Mir wurde unterstellt nur Aufmerksamkeit zu wollen etc. Heute mündet es darin, Angst vor meiner noch ausstehenden Diagnose zu ASS zu haben, weil ich befürchte, dass mir der Arzt ebenfalls sagt, dass ich es nicht habe, es mir nur einbilde. Dann würde ich mich weiterhin falsch fühlen und hätte keinen Grund.
      Mit meinen Eltern habe ich seit einigen Monaten gar keinen Kontakt mehr, aber sie haben ihn abgebrochen, weil sie einfach nicht mehr mit mir klar kommen. Das tut mir unheimlich weh, denn egal wie unmöglich sie sich mein Leben lang verhalten habe, so sind es doch meine Eltern und mir ist Halt unheimlich wichtig. Ich wünsche mir nichts mehr, als ein intaktes Familienleben mit Menschen, die mich verstehen wie ich bin, mich bedingungslos lieben, egal was ich tu und mich auffangen, wenn es mir nicht gut geht. Sie sind die einzigen, die mir das geben könnten, weil wir ansonsten keine große oder enge Verwandtschaft haben und genau diese beiden Menschen verwehren es mir aktiv, was mir noch mehr das Gefühl gibt, falsch zu sein. Schlecht zu sein. Trotzdem habe ich für mich inzwischen beschlossen, den Kontakt zu ihnen nicht wieder aufzunehmen, auch wenn sie es wieder wollten. Mir tut es einfach zu weh, immer in der Interaktion gestresst zu sein. Wenn ich meine Eltern in der Vergangenheit getroffen habe, konnte ich schon Tage davor nicht mehr schlafen und war kurz vorm Meltdown, hab mein Umfeld angeschrien, geheult, alles. Das will ich mir einfach nicht mehr geben, dazu fehlt mir die Kraft. Ich muss nur aktuell lernen, sie wirklich auszuschließen, für immer, und damit Frieden zu schließen. Und zu verstehen, dass es nicht meine Schuld ist.
    • Ich habe es tatsächlich geschafft meine Eltern zu fragen, warum der Kontakt so reduziert ist.
      Meine Mutter kam mit der Verwandschaft auch nie so recht klar, und musste kleinlaut zugeben, das sie ihrem Patenkind auch keine Aufmerksamkeit schenkt.
      (Das ist der Sohn der Quasischwester meines Vaters).

      Mein Vater meinte nur, das ist alles kompliziert, mehr wollte er nicht sagen.

      Alls Erklärung was eine "Quasischwester" ist. Die Tochter der Schwester meiner Oma, und mein Vater wuchsen zeitweise gleichzeitig auf. Wurden wechselseitig von meiner Oma
      und deren Schwester betreut. Also innigstes Verhältnis seit Kindesbeinen an. Daher auch das Patenschaftsverhältnis.

      So ein Verhältnis scheint früher gang und gebe gewesen zu sein. Als die Schwester meiner anderen Oma während der Geburt Ihre Töchter starb, wuchsen diese zeitweise bei
      Meiner Mutter und meinem Onkel mütterlicherseits auf.

      Alles sehr verwoben damals.

      Kommt noch jemand mit? Dorfleben an der Mosel
    • emjay2812 wrote:

      Die Tochter der Schwester meiner Oma, und mein Vater wuchsen zeitweise gleichzeitig auf. Wurden wechselseitig von meiner Oma
      und deren Schwester betreut. Also innigstes Verhältnis seit Kindesbeinen an. Daher auch das Patenschaftsverhältnis. So ein Verhältnis scheint früher gang und gebe gewesen zu sein.
      Mein Vater hat auch eine Cousine, die aber wie eine Schwester in seiner Familie aufgewachsen ist. Vielleicht ist da der Vater im Krieg gefallen und die Mutter konnte alleine nicht alle Kinder versorgen, weswegen die dann in der Verwandschaft verteilt wurden. Ganz genau weiß ich den Grund aber nicht.

      Mein Vater hatte zu der aber nie so ein enges Verhältnis, weil die viel älter als er war und praktisch schon wieder aus dem Haus, als er sie so richtig bewusst hätte wahrnehmen können. Aber seine älteste Schwester ist der wohl immer eng verbunden geblieben.
    • Ich bin in einer Pflegefamilie aufgewachsen und habe nach dem Abitur auch meine leiblichen Eltern kennengelernt, weshalb ich einfach mal zu beiden etwas schreibe.

      Mein leiblicher Vater hat überhaupt kein Interesse daran, dass eine Beziehung zwischen uns entstehen könnte und es ist eigentlich nur ein Bafög Unterlagen ausfüllen lassen und wieder weg. Meine leibliche Mutter hingegen ist extrem toxisch und das war sie leider auch (laut Jugendamt) schon „immer“. Für sie war ich nur dann interessant, wenn ihre das Sorgerecht ihrer weiteren Kinder entzogen wurde. Sie kam in 18 Jahren zu drei Besuchskontakten und danach nie wieder, weil ich sie nicht „Mama“ nannte. Meine aktuellen Bafög Unterlagen will sie auch nicht unterschreiben, da ich nicht bei ihr einziehen wollte. Erkrankungen wie Autismus etc. versteht sie kognitiv gar nicht. (Sie denkt z.B. auch, dass ihr Herzschrittmacher sie ewig am Leben behält und sie demnach nicht mehr zu ihrem Kardiologen müsse)

      Wie bereits geschrieben, bin ich in einer Pflegefamilie aufgewachsen (bzw. eigentlich zwei, aber die erste hat mich wieder abgegeben, da ich als Frühgeburt mit Herzfehler zu viel Arbeit war). Bei der zweiten Pflegefamilie, welche ich auch als meine Familie ansehe und zu der auch heute noch (familiärer) Kontakt besteht, habe ich bis zum 18. oder 19. Lebensjahr gelebt. Ich würde sagen, dass es mir dort allgemein nicht schlecht ging. Hatte alles was man brauchte, konnte am Musikunterricht teilnehmen, hatte Haustiere etc. Allerdings ist besonders die Beziehung zu meiner Pflegemutter und meiner Schwester (ihr leibliches Kind) schon immer sehr toxisch gewesen. Meine Pflegemutter glaubt u.a. nicht, dass ich psychische Erkrankungen habe und das ich ja undankbar sei, obwohl „sie mich aufgenommen habe“. In Streitsituationen bin ich letztendlich der Schuldige (selbst wenn ich nicht anwesend war) und von meiner Schwester kam in meiner Jugend oft, dass ich aufpassen soll, was ich sage „schließlich könne man mich sonst einfach wieder zurück geben“.

      Innerhalb meiner (Pflege-)Familie habe ich eigentlich nur ein gutes Verhältnis zu meinem jüngsten Bruder und zu meiner Oma (mütterlicherseits). Und ich hab eigentlich nur zum näheren Familienkreis noch Kontakt. Die Geschwister meiner Eltern und deren Kinder sehe ich maximal vllt mal an Feiertagen, aber da war ich die vergangenen zwei Jahre auch nicht mehr, weil es eh immer nur Streit zwischen den einzelnen Personen gibt und ich dann irgendwo abseits mit meinem Hund sitze.
    • Wie definiert ihr denn toxisch? Ich überlege ja. ob bei mir nicht diverse Familienmitglieder auch in diese Kategorie fallen, weil sie keine Grenzen akzeptieren, die man ihnen setzt.

      Wenn ich zB jemanden in meiner Wohnung übernachten lasse (1 Woche), obwohl mir das unter der Woche eigentlich zu viel ist, da ich meine Arbeit kaum schaffe, ich muss 28 Stunden unterrichten, leide an chronischen Schmerzen, und diese Person verbraucht Unmengen an Geschirr, spült aber nichts, sondern macht nur Chaos, obwohl sie aktuell nichts zu tun hat und ich werde dann patzig und unleidlich (Reden bringt auch keine Veränderung), liegt es dann an mir oder ist das Verhalten dieser Person nicht normal?
      Weil, von meiner Familie bekommt sie Rückendeckung und ich bin die Komische!
      Deshalb überlege ich, den Kontakt zu diesen Leuten generell zu minimieren. Dann heißt es auch immer, ich bin unfreundlich und humorlos, aber andere Menschen nehmen mich nicht so wahr. Ich glaub, es liegt daran, dass andere mich respektieren und meine
      Grenzen akzeptieren.
    • Fidoline wrote:

      liegt es dann an mir oder ist das Verhalten dieser Person nicht normal?
      das würde ich nicht als toxisch beschreiben, eher als „unterschiedlichen Sinn für erforderliche Ordnung“. Toxisch ist, wenn die andere Person manipulativ ist und Dein Selbstbewusstsein untergräbt, meiner Meinung nach. Nicht wenn sie einem bloss auf den Geist geht (Rw).
    • @Fidoline

      Also ich würde als längerer (Übernachtungs-)Gast in einer fremden Wohnung sicher nicht einfach Unmengen Geschirr vebrauchen und es dann für den Gastgeber zum Spülen stehen lassen. Das kann man vielleicht machen, wenn man irgendwo abends mal zum Essen eingeladen ist, aber auch da würde ich dem Gastgeber meine Hilfe anbieten.

      Ob das von Dir beschriebene Verhalten als toxisch zu bezeichnen ist, kann ich nicht sagen, da ich nicht weiß wie euer Verhältnis sonst ist und ob Deine Gutmütigkeit häufiger ausgenutzt wird. Unhöflich finde ich es auf jeden Fall.
    • Fidoline wrote:

      (...) diese Person verbraucht Unmengen an Geschirr, spült aber nichts, sondern macht nur Chaos, obwohl sie aktuell nichts zu tun hat (...)
      Das ist vielleicht eher gedankenverloren bis rücksichtslos. Ein bisschen kommt es auch auf das Alter an. Deine restliche Familie könnte vielleicht eher in diese Kategorie gehen. Kugelfischs Definition geht in die richtige Richtung:

      Kugelfisch wrote:

      Toxisch ist, wenn die andere Person manipulativ ist und Dein Selbstbewusstsein untergräbt
      Toxisches Verhalten ist eher subtil. Jemand ist oberflächlich nett und höflich, aber hinten herum greift er dich an, ist herablassend oder lässt dich nicht zu Wort kommen. So ein bisschen hat das auch mit Gaslighting zu tun. Da wird einem immer wieder eingeredet, dass die eigene Wahrnehmung nicht stimmt.
    • Theta wrote:

      Das ist vielleicht eher gedankenverloren bis rücksichtslos. Ein bisschen kommt es auch auf das Alter an. Deine restliche Familie könnte vielleicht eher in diese Kategorie gehen. Kugelfischs Definition geht in die richtige Richtung:
      Ende 30 sollte ausreichend sein, um zu spülen.
      Ich dachte toxisch bedeutet einfach, wenn Leute Git für einen sind. Dazu gibt es wohl auch verschiedene Typen. Vielleicht braucht meine Familie einfach jemanden, der für sie der Sündenbock ist und da ich anders bin, bin ich ein gutes Opfer.
      Auf jeden Fall wundert es mich, wie sehr die Sicht meiner Familie auf mich von der anderer Leute divergiert! Wenn ich mitbekomme, wie ich nach Ansicht meiner Familie bin, bekomme ich echt Komplexe, denn ich bin gefühllos, komisch und
      unfreundlich. Da ich aber als Autistin wirklich niemand bin, der schauspielert und ich schon häufiger von anderen Menschen als sehr positiv wahrgenommen wurde, mein Ex-Therapeut auch immer meinte, ich müsste egoistischer werden,
      frage ich mich halt, ob es nicht doch so eine Art Gaslithing ist? Sie wollen mir ein Bild von mir selbst einreden, das nur ihr eigenes ist und mich damit fertig machen ...? Sie nehmen keine Rücksicht und wenn ich dann komisch werde,
      können sie mir vorhalten, wie unfreundlich ich bin ...?
    • Fidoline wrote:

      Ich dachte toxisch bedeutet einfach, wenn Leute Git für einen sind. Dazu gibt es wohl auch verschiedene Typen. Vielleicht braucht meine Familie einfach jemanden, der für sie der Sündenbock ist und da ich anders bin, bin ich ein gutes Opfer.
      Auf jeden Fall wundert es mich, wie sehr die Sicht meiner Familie auf mich von der anderer Leute divergiert!
      Das ist natürlich die ursprüngliche Bedeutung. Dass man den Begriff auch für menschliche Beziehungen verwendet, kommt ja aus dem Englischen. Ob man da jetzt die eine einzig richtige Definition finden kann, weiß ich nicht. Für mein Gefühl würde ich den Begriff nicht für offene Rücksichtslosigkeit verwenden.

      Dass andere Personen dich anders wahrnehmen als deine Familie, deutet schonmal darauf hin, dass das Problem nicht alleine bei dir liegt. Es kann gut sein, dass deine Familie dir nicht guttut, völlig unabhängig davon, wie man das nun bezeichnen möchte.

      Fidoline wrote:

      frage ich mich halt, ob es nicht doch so eine Art Gaslithing ist? Sie wollen mir ein Bild von mir selbst einreden, das nur ihr eigenes ist und mich damit fertig machen ...? Sie nehmen keine Rücksicht und wenn ich dann komisch werde, können sie mir vorhalten, wie unfreundlich ich bin ...?
      Das kann durchaus in die Richtung gehen. Wenn du dieses Gefühl immer wieder hast und es sich auch durch ständige Erklärungen nie auflösen lässt, ist es vielleicht besser, den Kontakt zu deiner Familie runterzufahren.
    • Fidoline wrote:

      Sie wollen mir ein Bild von mir selbst einreden, das nur ihr eigenes ist und mich damit fertig machen ...?
      Vielleicht haben sie hinsichtlich Deines Charakters und Verhaltens einfach eine bestimmte Erwartungshaltung und kommen nicht damit klar, dass diese offenbar immer wieder enttäuscht wird.

      Manche Dinge sind in den Augen vieler Menschen einfach "normal" und sie verstehen dann nicht, warum jemand mit Autismus bestimmte Dinge nicht will oder kann. Sie denken dann vielleicht es sei selbstsüchtig oder gar böswillig, weil sie keine eigenen Erfahrungswerte eines autistischen Lebens haben.

      Abgesehen von solchen Fällen gibt es aber auch einfach Situationen, wo die Erwartungshaltung vollkommen unangemessen ist.

      Wenn Du freundlich formulierst, dass Du etwas nicht kannst oder möchtest, sollte das in jedem Fall ohne anschließende Demütigung respektiert werden.

      Von Menschen Dinge einzufordern, die diese nicht leisten können oder wollen und sie bei Nichterfüllung mit Abwertungen zu bestrafen, würde ich nämlich schon als toxisches Beziehungsverhalten einstufen.
    • Thajanu wrote:

      Von Menschen Dinge einzufordern, die diese nicht leisten können oder wollen und sie bei Nichterfüllung mit Abwertungen zu bestrafen, würde ich nämlich schon als toxisches Beziehungsverhalten einstufen.
      Leider erlebe ich das mit Verwandten, besonders einer Person.

      Ich finde auch, dass der von mir dargelegte Konflikt kein reiner Konflikt um Ordnung und Unordnung war. Wenn ich in der Wohnung von anderen Menschen bin, verhalte ich mich dementsprechend. Ein Beispiel: Meine Tiere dürfen quasi überall herumlaufen und die Ratten klettern nachts manchmal auf den Tisch. Aber ich gehe doch nicht mit den Ratten zu einer anderen Person in die Wohnung und setzte sie dort einfach auf den Tisch. Mir muss doch klar sein, dass andere Menschen diesbezüglich anders denken. Und wenn ich bei mir zuhause
      Müll neben den Mülleimer schmeiße, statt ihn auszuleeren oder den Herd beschmutzt lasse, bis es nicht mehr richtig abgeht, kann ich das nicht bei anderen machen - finde ich. Das ist vielleicht kein toxisches Verhalten, aber für mich ist es schon toxisch, weil ich eine
      Krise bekomme. Vor allem, wenn ich durch die Arbeit sowieso gestresst bin und oft schon Angst hatte, bald nicht mehr arbeiten zu können.

      Manchmal frage ich mich, ob in meiner Familie/Verwandtschaft gehäuft narzisstische Gene unterwegs sind. Narzissten verstehen es ja auch gut, alles umzudrehen und einem selbst ein schlechtes Gewissen einzureden.
    • Fidoline wrote:

      Leider erlebe ich das mit Verwandten, besonders einer Person.
      Es wäre vielleicht mal interessant zu schauen, ob solche Personen das allen oder nur Dir gegenüber so machen.

      Manche Leute scheinen zu denken, dass normale gesellschaftliche Regeln wie Rücksicht und Respekt im familiären Nahbereich nicht so stark gelten.

      Dinge die man gegenüber Fremden nicht tun würde, werden dann gegenüber Verwandten plötzlich getan, weil man vielleicht denkt, dass man in solche vermeintlich sicheren Beziehungen weniger investieren muss.