Ehrenamt

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    • Hallo,

      wollte mal fragen, ob es hier im Forum Leute gibt, die einer ehrenamtlichen Tätigkeit nachgehen. Falls ja: Was genau macht ihr und wie viele Stunden pro Woche?

      Bin gespannt auf eure Antworten und Erfahrungen :)
    • Ich bin Schatzmeisterin meines Triathlonvereins. Der Zeitaufwand schwankt starkt. Wenn zum Beispiel der Einzug der Mitgliedsbeiträge oder der Schwimmbadgebühren oder die Kassenprüfung ansteht, habe ich an 2-3 Tagen hintereinander ca. 5 Stunden pro Tag zu tun. Das kommt in unregelmäßigen Abständen ca. 5mal pro Jahr vor.

      In ruhigen Phasen habe ich ca. 1 Stunde pro Woche zu Hause am Rechner Verwaltungsaufgaben zu erledigen.

      Zudem ich bin ständige Ansprechpartnerin per Mail und WhatsApp in allen Fragen rund um die Vereinsfinanzen, Anliegen, die mit dem Mitgliedsstatus zu tun haben, etc.. Hierzu kommt durchschnittlich einmal pro Woche eine Anfrage, die sich meistens binnen Minuten beantworten lässt. Auch vor Ort beim Training wenden sich die Mitglieder mit solchen Fragen an mich.

      Hinzu kommen 2-3 mehrstündige Vorstandssitzungen pro Jahr.

      Bis auf die Termine der Vorstandssitzungen kann ich mir die Zeit für meine Aufgaben völlig frei einteilen.
    • Ehrenamt, mich triggert das ja irgendwie, und ich würde eigendlich gern mal wissen wer sowas macht? jemand, der genug Geld hat und Freizeit? ich bin nach meiner Arbeit ja meist so erschöpft das ich erstmal in Bett gehe.
    • @Clear: Das man genug Geld haben muss, um ein Ehrenamt auszuüben, kann ich aus eigener Erfahrung nicht bestätigen und sehe ich auch nicht als Voraussetzung an.

      Ich bin früher als Student auch ehrenamtlich an meiner Universität tätig gewesen und habe mich im Rahmen meines Ehrenamts um andere Studenten gekümmert und für sie eingesetzt. Knapp bei Kasse (RW) bin ich dennoch gewesen, aber ich hätte nicht die Zeit und die Kraft für einen weiteren Nebenjob gehabt. Aber etwas Zeit und Kraft habe ich dennoch erübrigen können und gerne für das Ehrenamt aufgewendet.

      Auch an Freizeit hat es mir im Studium ziemlich gemangelt, da ich sehr viel gelernt und mir selbst den Stoff des jeweiligen Semesters erarbeitet habe. Das Ehrenamt hat meine knappe Freizeit stark beansprucht, aber ich habe Spaß daran gehabt und es daher gerne gemacht.

      Letztlich setzt ein Ehrenamt Leidenschaft für das jeweiiige Amt und die Kraft und Zeit voraus, die übernommene Aufgabe ernsthaft erledigen zu können. Das ist aber unabhängig vom Einkommen. Auch Hartz IV-Empfänger oder Jugendliche können ein Ehrenamt ausüben, wenn die genannten Voraussetzungen vorliegen.

      Deshalb verstehe ich ehrlich gesagt nicht, was Dich am Ehrenamt triggert. Der Einsatz einer Person zum Wohle anderer (nichts anderes ist ein Ehrenamt) ist doch was Gutes.
      Diagnose ADHS: 1996 ; Diagnose ASS/HFA: 02/2020
    • Ich wollte gerne was ehrenamtliches machen, aber da ich Vollzeit arbeite, ist dafür wenig Energie übrig. Kontakt zu Menschen stresst mich eher und ich habe daher beim Tierheim angefragt, ob ich helfen kann. Inzwischen gehe ich einmal wöchentlich für ca. 1-2 Stunden zu einer Gruppe von 13 halbwilden Katzen, nur zum Streicheln und bespaßen. Die Tierheim Mitarbeiter haben über die Grundversorgung hinaus nicht so viel Zeit für diese Katzen. Und da ich kein Haustier halten kann, habe ich so wenigstens ein bisschen Kontakt zu Tieren.
      Glaub nicht alles, was du denkst.
    • Clear wrote:

      jemand, der genug Geld hat und Freizeit?
      Geld braucht man meistens nicht. Aber ich habe gelesen, dass sich eher, die die nicht gnaz arm sind, engagieren. Wobei man das pauschal auch nicht sagen kann. Ich wäre sowieso dafür, dass jeder, der Geld vom Staat möchte, einem Ehrenamt nachgehen muss (wie zB in den Niederlanden). Aber das ist ein anderen Thema.

      Zu der Ausgangsfrage: Ich engagiere mich ein bisschen ehrenamtlich für Stadttauben, wobei ich nicht wöchentlich aktiv von, weil ich das einfach nicht schaffen würde. Zu den gelegentlichen Aufgaben gehören kranke Tiere aufsammeln und zum Gnadenhof bringen (da helfe ich allerdings nur selten mit, da ich kein Auto habe/fahre). Ansonsten betreibt die Gruppe einen Taubenschlag, da fallen natürlich Füttern, Saubermachen und Eieraustauschen an. Fürs Eieraustauschen gibt es allerdings ein festes Team. Ich gehe manchmal zum Versorgen mit Futter und Säubern dorthin.
    • Geld braucht man. Zur Fahrt hin. Für Ausstattung wie Wekzeug. Für Mitgliedsbeiträge. Das "Ehrenamt", bei dem man nicht selbst drauf zahlt (Jugendbegleiter, Sporttrainer, ...) ist meist eher vergleichbar mit einem schlecht bezahlten Job.
      Wird schon Laß dir von keinem Fachmann imponieren, der dir erzählt: 'Lieber Freund, das mache ich schon seit zwanzig Jahren so!' – Man kann eine Sache auch zwanzig Jahre lang falsch machen. - Kurt Tucholsky, 1932
    • Eine Aufwandsentschädigung darf man für das Ehrenamt annehmen, ohne dass das steuerlich berücksichtigt wird.
      Also wenn man z.B. Fahrtkosten hat oder Material braucht.
      Man muss das nur verhandeln.
      Glaub nicht alles, was du denkst.
    • kim wrote:

      Ich wollte gerne was ehrenamtliches machen, aber da ich Vollzeit arbeite, ist dafür wenig Energie übrig.
      So war das bei mir. Während des Jobs war kein Platz für Ehrenamt. Im Studium hab ehrenamtlich gearbeitet, auch als Ausgleich, und jetzt in der Rente tu ich das wieder.

      Das kann in manchen Wochen nah an einen Vollzeitjob kommen.
      "Wir leben vermutlich zum ersten Mal. Wie soll da alles auf Anhieb klappen?"
      (Jürg Halter, Gemeinsame Sprache. Zürich, Dörlemann 2021)
    • Ich gehe mehreren Tätigkeiten nach.

      Da ich studiere, habe ich die Kassenverwaltung für die Fachschaft übernommen. Da sitze ich monatlich etwa 4 Stunden dran, dazu kommen aber auch spontane Aufgaben wie Material-Bestellungen für unseren Druckservice.
      Außerdem sitze ich im Fakultätsrat, dazu sitze ich monatlich in einer ca. Zwei-Stündigen Sitzung. Das ist tatsächlich sehr anstrengend für mich, und ich überlege, das zur nächsten Amtsperiode abzulehnen.

      Als Wahlhelferin komme ich bei den Wahlen, wie jetzt im September, zum Einsatz. Ein Sonntag.

      Alle meine Ehrenämter dienen dem Kontakt zu eher Fremden. Ich weiß nicht, ob mir das hilft. Aber so verhindere ich, dass ich mich zu weit zurückziehe.
      "Generell ängstliche Persönlichkeit" beschreibt es gut, aber nicht komplett. :roll:
      Ich schreibe oft zuviel, tut mir Leid.
    • Ich habe mal ein Ehrenamt für einen Biologenverband gemacht, da habe ich vor allem die Homepage gestaltet, ansonsten war es nur die Hauptveranstaltung des Jahres bei der ich dann auch vor Ort mitgeholfen habe. Zu dem Zeitpunkt habe ich aber nicht gearbeitet, so dass genug Zeit war.

      Als ich dann aber noch mal was studiert habe und dann wieder gearbeitet wurde es mir zu viel. Wobei ein Grund auch war, dass ich dann als ich entschieden hatte, dass es nichts mehr wird im akademischen Bereich / meinem Fach irgendwie beruflich Fuss zu fassen, ich auch nicht mehr wollte, dass ich dann auch gegangen bin um wirklich die Grenze zu ziehen.

      Ein bisschen finde ich das trotzdem schade, weil es das erste Mal war, dass ich mit den anderen Ehrenamtlichen eine wirklich positive Zusammenarbeit hatte.
      Maybe you think I'm crazy. And maybe you're right

      If you knew me better - Head East

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    • Sakura wrote:

      Was genau macht ihr und wie viele Stunden pro Woche?
      Tierschutzverein/Tierheim einige Stunden in der Woche helfe ich bei den Katzen und Kleintieren.

      Clear wrote:

      jemand, der genug Geld hat und Freizeit?
      Geld braucht man dafür keines. Mit der Fahrkarte, die ich für den Arbeitsweg eh brauche, komme ich auch dort hin und je nach Verein muss man bei geringem Einkommen auch weniger Mitgliedsbeträge zahlen oder kann dabei sein ohne Mitgliedschaft etc. Meist gibt es da einen Weg.
      Werkzeug brauche ich dort für die Arbeit keines.

      Freizeit schon etwas, wenn das für mich zu stressig/zu viel wäre, würde ich es nicht machen. Kommt auch darauf an, was man als Stress empfindet.
      Ich mag es Ordnung zu schaffen und mich um Tiere zu kümmern, für mich ist das ein Ausgleich zum Job.