Schlafstörungen…

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    • Schlafstörungen…

      Teil meiner Erkrankung sind auch Schlafstörungen. Leider stehe ich da vor einer Problem.

      Das letzte Medikament, was ich genommen habe, ist Quetiapin / Seroquel. Das hilft gegen die Schlafstörungen wirklich gut. Allerdings ist das nicht frei von Nebenwirkungen. So habe ich nahezu ständig schmerzende Muskeln - v.a. Unterschenkel. Schulter und Nacken sind aber auch oft betroffen. Ich stelle auch eine erhöhte Muskelspannung fest. Bei höherer Dosierung fange ich auch an, mit den Zähnen zu knirschen oder unkontrolliert zu kauen. Mir ist auch aufgefallen, dass es mir schwer fällt, mich zu konzentrieren und meine Gefühle sowie Bedürfnisse wahrzunehmen. Ich kann so auch kaum meine Arbeit erledigen.

      Zuvor hatte ich diverse andere Medikamente. Ich zähle sie jetzt nicht alle auf. Es sind allerdings alle derzeit gängigen Wirkstoffgruppen darunter und sicher eine kleine zweistellige Anzahl unterschiedlicher Wirkstoffe. Vieles hat auch tatsächlich zumindest zeitweise geholfen. Aber jedes einzelne Medikament hat nach einer gewissen Zeit zu einer Toleranzentwicklung geführt. Zuerst Dosis erhöhen und dann brachte auch das nichts mehr. Danach nächstes Medikament. Es gab auch Medikamente, die ich überhaupt nicht vertragen habe und die Komplikationen ausgelöst haben.

      Nun bin ich seit einigen Jahren bei Quetiapin gelandet und will das aufgrund seiner Nebenwirkungen nicht mehr. Aus diesem Grund habe ich vor einigen Monaten, dieses Medikament auf Null reduziert. Die Schmerzen sind nahezu verschwunden. Meine Wahrnehmung hat sich nicht verändert / verbessert. Unerwünschte Begleiterscheinungen sind außer Schlafstörungen nicht aufgetreten. Meine Stimmung ist stabil. Aber ich schlafe wirklich keine Nacht mehr gut. Bestenfalls mal 5 Stunden, manchmal auch nur 1-2 Stunden pro Nacht. Mein Hausarzt hat mich letztens deshalb ein paar Tage krankgeschrieben.

      Und nun hatte ich meinen Facharzttermin. Dort habe ich die Problematik erläutert. Ich habe auch erwähnt, dass es diesbezüglich mittlerweile gute Erfahrungen mit Cannabis geben würde und es auch verschreibungsfähig sei. Tatsächlich wird Cannabis legal bei Schlafstörungen erfolgreich eingesetzt. Zumindest seit 2017 darf es hierzu verschrieben werden. Die Hürden sind niedrig. Die zuständigen staatlichen Stellen haben sich hierzu auch bereits öffentlich geäußert. Sollte eigentlich kein Problem sein. Leider scheint das nicht bei allen Ärzten angekommen zu sein. Rückmeldung Facharzt: ist ein Rauschmittel, keine Studien hier vorhanden, kann ich mir woanders besorgen. Also: illegal, Straße, Schmuggel (!)

      Tatsächlich habe ich das vor längerer Zeit auch schon ausprobiert und es funktioniert wirklich gut. Ich habe überhaupt keine unerwünschten Nebenwirkungen. Es gibt keinerlei Toleranzentwicklung. Aber es ist nicht legal beschafft und aus Angst vor juristischen und beruflichen Konsequenzen habe ich das dann sein lassen.

      Das kann es doch eigentlich nicht sein. Hat hier jemand von euch Erfahrungen zu dem Thema? Was geht ihr mit sowas um? Habt ihr Ideen?

      Dieser Arzt hätte kein Problem damit, mich längere Zeit krankzuschreiben. Das möchte ich aber nur ungern. Ich befürchte Konsequenzen bei meinem Arbeitgeber. Er empfiehlt, weiterhin die Einnahme von Quetiapin. Ich bin da zugegebenermaßen etwas ratlos. Aus genannten Gründen möchte ich das eigentlich nicht. Und die Abwägung der Vor- und Nachteile ist für mich auch nicht ganz eindeutig.
    • Aktuell nehme ich gar nichts mehr. Zuletzt waren es 100 mg. Da gab es aber keine Wirkung. Bei 200 mg habe ich noch etwas gemerkt. Aber wirklich gut schlafen konnte ich auch da nicht. Ich meine 300 - 400 mg waren es, wo die Wirkung ausreichend war. Zu Spitzenzeiten waren es mal 800 mg.
    • Hast du die Dosierung eigenständig geändert, oder wurde das so bestimmt?
      Ich nehme 25mg und komme damit sehr gut zurecht. In der Tagesklinik wurde ich von 50mg auf 100mg gesetzt. Das hat mich bis zum späten Vormittag total matschig im Kopf gemacht.
    • Mein Arzt bestimmt nichts für mich. Das wird besprochen. Er empfiehlt und verschreibt. Die Reduktion und das Absetzen waren jedenfalls meine Wünsche. 100 oder auch 200 mg könnte ich auch morgens nehmen. Da passiert nicht viel außer dem oben beschriebenen. Vermutlich könnte ich sogar noch Auto fahren (keine Sorge - mache ich nicht). Ich habe aber auch sonst das Gefühl, dass Psychopharmaka bei mir nicht so gut anschlagen.
    • Warst du mal in einem Schlaflabor, um die Art und möglicherweise auch Ursache deiner Schlafstörungen eingrenzen zu lassen?
      “If knowledge can create problems, it is not through ignorance that we can solve them.”
      ― Isaac Asimov
    • Seroquel ist ein Teufelszeug. Bei mir wurde es von 250mg langsam auf 1g erhöht. Das war kein Leben mehr unter dem Einfluss dieser Pillen. Ich hatte die verrücktesten Träume und bin sogar schlafgewandelt. Tagsüber war ich nur noch ein Zombie. Habs dann auch wie du gegen ärztlichen Rat abgesetzt. Schlafstörungen habe ich auch schon seit 20 Jahren, wobei ich Seroquel gegen Depressionen bekommen hatte und nicht gegen Schlafstörungen.
      Sprech das mit dem Schlaflabor mal beim Hausarzt an. Der kann dir welche empfehlen und dich überweisen. Mein Vater war in einem Schlaflabor aber das Ergebnis war eher ernüchternd. Hat im Endeffekt zu nichts geführt, kommt aber wahrscheinlich auch auf die Art von Schlafstörungen an.
    • Mir wird auch seit einigen Wochen geraten Quetiapin zu nehmen, es heißt "bei Bedarf", wenn man jedoch zwischen den Zeilen liest, dann wäre der Psychiater doch für eine tägliche Dosis. Machten sich die Nebenwirkungen bei euch bereits bei niedriger Dosis (25 - 50 mg aka meine Dosis bei Bedarf) bemerkbar oder erst bei höherer?
    • Bei mir waren die schlaffördernde Wirkung aber auch die über den Tag anhaltende Müdigkeit durch das Quetiapin bei der Dosis von 25mg bereits da.

      Mittlerweile bekomme ich wegen der Schlafstörungen Trimipramin, da die dadurch ausgelöste Müdigkeit bei Einnahme vor dem Schlafengehen dann am nächsten Morgen und über Tag geringer ausfiel als bei Quetiapin.
    • Ich nehme Melperon. Es hilft mir gut; ich schlafe damit durch. Ich darf es aber höchstens einmal die Woche nehmen, sonst bleibt die Wirkung aus. Nebenwirkungen habe ich keine.
      Jedes mal, wenn man mir sagt, ich wäre nicht gesellschaftsfähig,
      werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin überaus erleichtert.
    • Turtle wrote:

      Warst du mal in einem Schlaflabor, um die Art und möglicherweise auch Ursache deiner Schlafstörungen eingrenzen zu lassen?
      Das halte ich auch für eine gute Idee.

      Ich muss sagen, dass ich die Wirkung von Cannabis nicht so erholsam finde. Ich nehme Chlorprothixen und finde das um einiges (!) besser
      Was ich brauch' ist ein Pinguin mit Übergewicht, der für mich das Eis bricht, denn ich kann das nicht! ~Jennifer Rostock
    • Thimor wrote:

      Aktuell nehme ich gar nichts mehr. Zuletzt waren es 100 mg. Da gab es aber keine Wirkung. Bei 200 mg habe ich noch etwas gemerkt. Aber wirklich gut schlafen konnte ich auch da nicht. Ich meine 300 - 400 mg waren es, wo die Wirkung ausreichend war. Zu Spitzenzeiten waren es mal 800 mg.
      Beim Quetiapin muss man immer unterscheiden zwischen der retardierten und der unretardierten Form. Welche hattest du? Die retardierte eignet sich nicht so sehr als Schlafmittel, selbst in höheren Dosierungen.

      Ich nehme z.B. schon seit Jahren 25 mg unretardiertes Quetiapin und kann zuverlässig schlafen. Nebenwirkungen habe ich keine.
      Glaub nicht alles, was du denkst.
    • kim wrote:

      Die retardierte eignet sich nicht so sehr als Schlafmittel, selbst in höheren Dosierungen.
      Das kann ich sogar aus eigener Erfahrung bestätigen. Hatte kürzlich versehentlich die retardierte Form von der Apotheke bekommen. Nach den ersten zwei schlaflosen Nächten habe ich versuchsweise die doppelte Menge genommen. Keine Wirkung. Dann habe ich mir die Packung mal genauer angeschaut und bemerkt, dass es das retardierte Quetiapin ist.

      kim wrote:

      Ich nehme z.B. schon seit Jahren 25 mg unretardiertes Quetiapin und kann zuverlässig schlafen. Nebenwirkungen habe ich keine.
      Genau die gleiche Dosis nehme ich auch seit Jahren. Kann mich Dir vollkommen anschließen.
      - Allein unter Menschen -
    • @liesi: Deine Beschreibung erinnert mich an das Restless-Legs-Syndrom. Das könnten Deine Mutter und Du mal bei Deiner Ärztin/Deinem Arzt ansprechen zur Abklärung.

      Medikamentöse Behandlungen dafür sind möglich, indem beispielsweise Medikamente, die man eigentlich bei Parkinson nutzt, in geringer Dosis einsetzt oder Antidepressiva wie Trimipramin in einer geringen Dosis, die nur vor dem Schlafengehen eingenommen wird und eine stark schlaffördernde Wirkung hat, einsetzt.

      Bei mir war es im Hinblick auf die schlaffördernde Wirkung letztlich Trimipramin, das geholfen hat.
    • @liesi: vielleicht fragt ihr beim Zahnarzt nach einer Knirschschiene? Das schützt die Zähne. Und entspannt die Kiefermuskeln. Mir hilft sie sehr gut.
      Und vielleicht wäre auch eine Gewichtsdecke etwas für dich? Einige hier im Forum haben gute Erfahrungen damit. Die Decke sollte in etwas 10% deines Körpergewichts haben.
      Außerdem gibt es mittlerweile viele schöne Schlafmeditation/-Geschichten als Apps (bspw Calm) oder auch Spotify o.Ä.