Belohnung: Autist - entsprechend dem Wertekanon, NT: Geld

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    • Belohnung: Autist - entsprechend dem Wertekanon, NT: Geld

      Hi,

      fand es ziemlich interessant, dass bei Autismus, ADHS und NT die Belohnung zwar wirkt, aber alle drei eine andere Belohnung bevorzugen:
      Studieninfos auf deutsch und Originalstudie englisch

      • "...gleiche(n) Ergebnis auf der Verhaltensebene aller drei Gruppen..."
      • NT (hier als gesund gezeichnet!): "....Bei Gesunden konnten wir die stärkste Aktivierung im ventralen Striatum, dem Zentrum des Motivationssystems, feststellen, wenn Geld geboten wurde. Soziale Belohnung in Form von Lob und Anerkennung wurde als vergleichsweise weniger erstrebenswert angesehen..."
      • ADHS: "....bei beiden Belohnungsarten eine gleich hohe Aktivität in dieser Hirnregion..."
      • Autisten: "..... stark verminderte Aktivität im Motivationszentrum beobachtet – unabhängig davon, ob Geld, Lob oder nichts in Aussicht.... „Autisten haben dann einen erhöhten Leistungsanreiz, wenn die Belohnung ihrem Wertekanon entspricht, was langfristig zu einem besserem Therapieerfolg beiträgt.....Geld oder soziale Zuwendung interessieren sie weniger, dafür aber mitunter ein bestimmtes Spielzeug, Sachbuch oder Computerspiel“
      Und dann werden die Geldgierigen als gesund bezeichnet und die mit dem Wertekanon als ..... ? Und hieße das nicht auch, dass Autisten schlechter zu bestechen sind?:
      "....A significant group by reward type interaction effect emerged in the ventral striatum with greater activation to monetary versus social reward only in TDC, whereas subjects with ADHD responded equally strong to both reward types, and subjects with ASD showed low striatal reactivity across both reward conditions. Moreover, disorder-specific neural abnormalities were revealed, including medial prefrontal hyperactivation in response to social reward in ADHD versus ventral striatal hypoactivation in response to monetary reward in ASD. Shared dysfunction was characterized by fronto-striato-parietal hypoactivation in both clinical groups when money was at stake. Interestingly, lower neural activation within parietal circuitry was associated with higher autistic traits across the entire study sample. In sum, the present findings concur with the assumption that both ASD and ADHD display distinct and shared neural dysfunction in response to reward...."


      Meine Frage hierzu:
      Was ist, wenn jemand mit ADHS und Autismus diagnostiziert wurde? BZW geht das mit beides, wenn das geschrieben wird: "..Although attention deficit hyperactivity disorders (ADHD) and autism spectrum disorders (ASD) share certain neurocognitive characteristics, it has been hypothesized to differentiate the two disorders based on their brain's reward responsiveness to either social or monetary reward.."?
      Hat wer Ahnung und kann mir was dazu erklären?

      The post was edited 1 time, last by Shino Me ().

    • Verlinkte Studie wrote:

      Menschen mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) weisen
      häufig ganz ähnliche Verhaltensweisen wie Autisten auf. Sie sind impulsiv, unaufmerksam
      Soll das heißen Autisten wären impulsiv und unaufmerksam? So verstehe ich das, was ich nicht zutreffend finde.

      Verlinkte Studie wrote:

      „Autisten haben häufig Sonderinteressen“, berichtet der JARA-BRAIN Wissenschaftler Kohls.
      „Geld oder soziale Zuwendung interessieren sie weniger, dafür aber mitunter ein bestimmtes Spielzeug, Sachbuch oder Computerspiel.“
      Würde ich von mir auch so bestätigen.
      Wobei ich wenig empfänglich für externes Lob/Belohnung bin. Mir reicht es wenn ich selbst mit m(e)iner Leistung oder einem Ergebnis zufrieden bin.

      Shino Me wrote:

      Und hieße das nicht auch, dass Autisten schlechter zu bestechen sind?:
      Zumindest was mich angeht, ja. :)

      Shino Me wrote:

      Was ist, wenn jemand mit ADHS und Autismus diagnostiziert wurde?
      Ich vermute, es kommt dann vielleicht darauf an was von beidem in der Sache dominanter ist. Man wird ja merken, ob jemand mit beiden Diagnosen eher auf auf eine ADHS-typische Belohnung besser anspricht, oder eher auf eine für Autismus-typische Belohnung. Ob sich das auch mischen kann, dass jemand mit beiden Diagnosen vielleicht beide Belohnunsarten kombiniert braucht?
    • Shino Me wrote:

      Und dann werden die Geldgierigen als gesund bezeichnet und die mit dem Wertekanon als ..... ?
      Wertekanon heißt hier nur, dass Autisten durch das am meisten motiviert werden, was sie am meisten interessiert. Also genauso wie die Normalen, die sich eben für Geld am meisten interessieren.

      Ich frage mich, ob es Unterschiede beim IQ in den drei Gruppen gab. Falls bei den Autisten auch ein paar (leicht) geistig Behinderte dabei waren, könnte das das Ergebnis verfälscht haben. Dann hätte man vielleicht nur festgestellt, dass geistig Behinderte weniger Bezug zu Geld haben.
      Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
      (Howard Zinn)
    • @Zwischenmensch
      Hi,
      ich habe das Gefühl, dass meine Belohnung intrinsisch ist, während sie bei meinem Arbeitsumfeld eher extrinsisch ist. Mich könnte man auch mit dem Zugang zu Sachbüchern belohnen. Ich müsste die nicht besitzen, aber lesen dürfen. Es geht mir da klar um das dazulernen.
      Man kann mich aber auch mit Harmonie belohnen. Unter Harmonie verstehe ich Reizarmut un der Form, dass zum Beispiel die Löffel alle im richtigen Fach sind, meine Teekannen nach Farbe geordnet. Denn solche Harminie führt zu einer Form von inneren Ruhe.
      Bei Kollegen sehe ich, dass häufig ein Lob wichtig ist. Wobei das ja der Studie (Geld beo NT) auch so nicht entspricht? Oder Lob in Form von Geld?

      Das mit ADHS und Autismus dachte ich auch, aber hier steht: "Although attention deficit hyperactivity disorders (ADHD) and autism spectrum disorders (ASD) share certain neurocognitive characteristics, it has been hypothesized to differentiate the two disorders based on their brain's reward responsiveness to either social or monetary reward."

      Davon hatte ich vorher noch nichts gehört. Möglicherweise wird davon ausgegangen, dass es sich um zwei unterscheidliche Dinge handelt, de lediglich einzelne gleiche Sympthome haben? Das wäre aber doch was Neues?

      EDIT:
      Grade gelesen:
      "...While ASD and ADHD share certain behavioral (e.g., attention deficits), cognitive (e.g., executive dysfunction) and neurobiological characteristics (e.g., fronto-striatal system dysfunction) and exhibit a high rate of co-occurrence (Rommelse et al., 2011), it has been hypothesized to differentiate both disorders at the brain level based on their reward circuitry reactivity to either social or monetary reward, with greatest differences to be expected for social rewards (Kohls et al., 2009a, Kohls et al., 2009b). This, however, has not been studied to date...."

      The post was edited 1 time, last by Shino Me ().

    • Shenya wrote:


      Ich frage mich, ob es Unterschiede beim IQ in den drei Gruppen gab. Falls bei den Autisten auch ein paar (leicht) geistig Behinderte dabei waren, könnte das das Ergebnis verfälscht haben. Dann hätte man vielleicht nur festgestellt, dass geistig Behinderte weniger Bezug zu Geld haben.
      Hi,

      wohl keine Unterschiede: "...the present fMRI study investigated neural activation in response to both reward types in age and IQ-matched boys with ADHD versus ASD relative to typically controls (TDC).."
    • Aha, gut dass sie darauf geachtet haben. Manche Studien haben so einen dussligen Aufbau, dass man schon im Vorfeld weiß, dass nichts Gescheites dabei rauskommen kann.
      Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
      (Howard Zinn)
    • Zwischenmensch wrote:

      Soll das heißen Autisten wären impulsiv und unaufmerksam? So verstehe ich das, was ich nicht zutreffend finde.
      Wenn ein komorbides ADHS vorliegt ist das möglich. Wenn ich mich nicht irre ist bei 30%- 80% der Kinder, die eine Autismus Diagnose haben auch ein ADHS diagnostiziert. Umgekehrt weisen 20-50% der Kinder mit einer ADHS Diagnose Kriterien einer ASS auf. (Tebarz van Elst, Autismus und ADHS zwischen Normvariante....).


      Shino Me wrote:

      Was ist, wenn jemand mit ADHS und Autismus diagnostiziert wurde?
      Wenn beides diagnostiziert wurde, dann spielt der ADHS Subtyp eine wichtige Rolle. Ist es vorwiegend Aufmerksamkeitsgestört (ADS) oder vorwiegend Aufmerksamkeitsgestört mit Hyperaktivität oder der Mischtyp (Aufmerksamkeitsdefizit, Hyperaktiv und Impulsiv).

      Bei einem medikamentös behandelten ADHS wird das ADHS mit Medikamenten, trotz Dominanz einen sehr geringen Einfluss haben. Ohne ist es Abhängig davon, welche ASS Symptome wie stark ausgeprägt sind.

      Es kann also durchaus sein, dass eine Person, bei der beides diagnostiziert wurde und das ADHS dominanter ist, nicht auf die Belohnungstypen des ADHS reagiert, weil die Ausprägungsstärke des ASS Symptoms weit aus dominanter ist als der Part des ADHS. Es ist Wechselseitig.
    • Shenya wrote:

      Aha, gut dass sie darauf geachtet haben. Manche Studien haben so einen dussligen Aufbau, dass man schon im Vorfeld weiß, dass nichts Gescheites dabei rauskommen kann.
      Zur Sicherheit nochmals nachgelesen. Die haben sogar darauf geachtet, dass alle Teilnehmer Rechtshänder waren, um sicher zu stellen, dass Rechts-/Rinkshändigkeit keine unterschwellige Andersartgkeit im Scan hat.

      Es wurden sogar ein TDC (typically controls) ausgeschlossen, weil er bei Kontrolltest AQ den cut off gerissen hatte.
    • Zwischenmensch wrote:

      Wobei ich wenig empfänglich für externes Lob/Belohnung bin. Mir reicht es wenn ich selbst mit m(e)iner Leistung oder einem Ergebnis zufrieden bin.
      Für mich ist es sehr wichtig, dass ich mit meiner Leistung oder meinem Ergebnis selbst zufrieden bin. Ich muss leider immer wieder meinem Chef erklären, dass es mir wenig bedeutet, wenn er sagt, er sei zufrieden mit meiner Arbeit.
    • Mein letzter Chef hat mich mal gelobt, danach ging es mir richtig schlecht.
      Bei meiner vorletzten Arbeitsstelle fragte mich mal mein Chef :
      Sagen sie jetzt mal, was sie alles falsch machen.
      Ich erwiderte : Gar nichts, ich finde mich eigentlich ganz gut.
      Selbstkritik ist nun mal nicht meine Stärke.
      Daraufhin sackte er enttäuscht zusammen...
      Noch früher, etwa 1988, kritisiert mich mein Chef folgendermaßen :
      Sie haben die Baustelle vorzeitig verlassen, dafür gibt es jetzt nicht die anstehende Lohnerhöhung!
      Ich darauf : Ist mir egal, ist ja nur Ostgeld.
      Da musste selbst er lachen.
      Scheinbar passe ich in das Schema..
      Man muss die Schuld auch mal bei den Anderen suchen
    • TalkativeP wrote:

      Zwischenmensch wrote:

      Wobei ich wenig empfänglich für externes Lob/Belohnung bin. Mir reicht es wenn ich selbst mit m(e)iner Leistung oder einem Ergebnis zufrieden bin.
      Für mich ist es sehr wichtig, dass ich mit meiner Leistung oder meinem Ergebnis selbst zufrieden bin. Ich muss leider immer wieder meinem Chef erklären, dass es mir wenig bedeutet, wenn er sagt, er sei zufrieden mit meiner Arbeit.
      Jupp. Ich mag es nicht, wenn man mich lobt. Für mich ist es die höchste Form der Anerkennung, wenn man mich selbständig meinen Job machen lässt. Damit kommt auch meine Chefin klar. Was für ein Glück.

      Zur Bestechlichkeit: ich habe meine Oma oft gebeten, damit aufzuhören, mir Geld bei meinen Besuchen bei ihr zuzustecken. Ich hatte das Gefühl, dass sie mich materiell für den Besuch bei ihr belohnen wollte. Sie hörte nicht auf, also gebot mein Wertekanon es mir, sie nicht mehr zu besuchen. Ich kam nicht damit klar, Geld bei (für?) meinen Besuch bei ihr zu erhalten.
      Ich schreibe in der Regel vom mobilen Endgerät aus - merkwürdige Wortkonstrukte sind ggf. der Autokorrektur geschuldet
    • Die Prämie bei der Arbeit löst bei mir null Gefühl aus. Es ist Geld, ja und? Wenn ich nicht gerade am Rande des Existenzminimums bin, dann hat Geld wenig Bedeutung.

      Ich finde es aber schon gut, wenn meine Bemühungen bei der Arbeit ab und zu bemerkt werden und die Kollegen sagen, dass sie meinen Einsatz gut finden. Also wenn sich das in Grenzen hält.

      Gut finde ich, wenn das Lob dazu führt, dass mir gewisse Dinge zugestanden werden. Z.B. würde ich gerne weiter überwiegend im Homeoffice arbeiten, obwohl dieser Anspruch jetzt wieder aufgehoben wird. Wenn mir eine Sonderregelung zugestanden würde, dann würde ich das als Lob empfinden.

      Unangenehm fand ich dagegen das Gespräch zu meinem Zwischenzeugnis. Dort habe ich meiner Ansicht nach zu viele Lorbeeren geerntet (RW).
      Glaub nicht alles, was du denkst.
    • Geld ist bei mir auch ein geringer Motivator (obwohl ich lange arm war). Ich muss aufpassen in Jobs nicht ausgebeutet zu werden. Man kann mich auch nicht mit Lohnerhöhungen locken, wenn meine Freizeit dafür zu sehr draufgeht, so lange ich nicht auf das Geld so sehr drauf angewiesen bin. Wenn dann arbeite ich aus Loyalitätsgründen / Freundschaftsgefühlen mehr als mir eigentlich lieb ist. Ein finanziell dringend erforderlicher Job kann auch nicht mein Hobby sein, weil das dann für mich zum Stress wird. Und wenn der Job nicht so sinnvoll ist, aber die Kollegen toll, strauchle ich ständig hin und her mit Überlegungen zu kündigen oder nicht, wenn er viel Zeit frisst. Manchmal überlegte ich sogar lieber ein sinnvolles Ehrenamt zu machen und von Grundsicherung zu leben als so manchen Job. Aus Loyalitätsgründen / tolles, zuvorkommendes Kollegium/Vorgesetzte, viel Rücksichtnahme, blieb ich bislang dann aber immer und weil es Jobs waren/sind, die ich mir mindestens zu 60% vorstellen mag. Und jetzt hab ich halt auch Kinder, wo ich von meiner Energie her gefühlt nur noch wenige Jobs ausüben könnte, sollte es mal Not sein.

      Oder als jemand mal eine Zeichnung mir in Auftrag gab, wollte ich die schenken. Die Person sagte noch "Nein, das bezahle ich gern", aber ich hatte totale Unlust mir darüber Gedanken zu machen wie viel ich dafür nun nehme, auch weil ich es so gern gemacht hab und schnell ging. Aber damals auch noch stärker beeinträchtigtes Selbstbewusstsein.

      Ein anderes Mal übte ich mich dafür dann darin einen gefühlt angemessenenen Geldwunsch zu äußern, weil mich eine gutverdienende Firma angefragt hatte, wo ich wusste, dass denen 50 € nicht wehtun, und ich mir dachte, dass ich mal mir ein bisschen was gönnen sollte oder so. Ist dennoch immer komisch für mich mit Geld zu handeln. Die gaben mir auf meine "Idee" von 50€ sogar dann nach Erhalt der Zeichnung freiwillig 100 € mit Lob. Wobei das Bekannte von Bekannten waren, die ich aber nicht wirklich kannte. Da hab ich mich aber dann sehr gefreut, aber vor allem, weil ich dann überlegte, dass ihnen die Arbeit vielleicht gefällt. Wobei ich dann auch wieder überlegt hatte, ob die mir das vielleicht auch nur aus Mitleid gaben, weil ich so bemüht war es noch weiter ausfeilen zu wollen (ich war noch nicht zufrieden). Aber sie hatten das dann mehrere Jahre auf der Homepage. (In wie weit sie es als sinnvoll oder vielleicht bloß als nette Spielerei betrachteten überlegte ich mir dann.^^) Jetzt im Nachhinein denke ich von der Stundenanzahl hätte ich mind. 150 euro nehmen können. je nach marketingerträgen vielleicht noch mehr... Aber ich hatte ja keine Referenzen und ein Profi hätte es noch etwas besser verfeinert + es waren Halbwegs Bekannte. Vielleicht hätte ich 80 euro vorschlagen sollen.



      Wenn ich was bei Ebay-Kleinanzeigen mal unliebsames verkaufte, dann weil sich das finanziell schon etwas mehr lohnte, setzte den Wert dann aber speziell so, dass die wahrscheinlich wenn dann nur noch minimal auf einen bestimmten Wert runterhandeln und so kam das dann auch und ich musste nicht so viel mehr darüber nachdenken und kommunizieren. Das war dann knapp unter den übrigen Angeboten auch, so dass meins schnell weggeht. Wäre mir Geld sehr viel wichtiger gewesen, hätte ich pro Sache ca. je 20-30 euro mehr haben können. Aber ich hatte absolut keinen Bock auf den Verhandlungsstress. Die wenigen und letzten Male, wo ich mal etwas verkaufte, was mir viel bedeutet hatte, setzte ich den Preis hingegen höher und war bei einer aufgetretenen Verhandlungsanfrage stur wie ein Esel. Aber kein Geld konnte den emotionalen Wert bezahlen, was ich auch schon zuvor eigentlich spürte.
      Aber wäre mir Geld noch weniger wichtig gewesen, hätte ich das verschenkt an Leute, die sich sowas nicht leisten können, - ABER:

      Als ich ein Mal was leicht angemacktes, häufig erhältliches, sperriges bei Ebay Kleinanzeigen zum Verschenken reinstellte, kamen innerhalb weniger Minuten so viele Anfragen, dass mir wirklich übel wurde, weil ich neben der vielen Kommunikation nicht wusste, wer von denen nun vielleicht das am nötigsten haben könnte und weil manche dafür so weit fahren wollten und dann das noch sperrig war und manche Mitleidsanfragen und das, wo ich sowieso Probleme habe, Sachen von mir an Fremde abzugeben, so dass ich völlig gestresst wurde und das Angebot löschte, nach dem die 1. Interessentin nicht wie angekündigt sich zurückgemeldet hatte. Hatte dann noch gesehen, dass es Sozialkaufhäuser gibt, aber während Corona holten die nichts ab und das war weiter weg + ich hab keine Anhängerkupplung. Dann hatte ich das aber weggeworfen, statt zu verkaufen, weil ich für sowas angemacktes kein Geld verlangen wollte + kommunikativ erschöpft war. Seitdem tun mir die weggeworfenen Sachen Leid. Und die Bedürftigkeit vieler Menschen kam mir wieder sehr vor Augen, und dass die dann oft untergehen wegen manchen Geldhortern, weil man nicht weiß, wer wer ist. Hätte ich mehr Energie gehabt hätte ich es so wie zunächst geplant an irgendwen auf gut Glück verschenkt.

      Faires Lob habe ich auch gelegentlich gern. Aber es muss nicht kommen und ich suche es nicht gezielt. Wenn es dann kommt, freue ich mich aber. Es sei denn es kommt von Vorgesetzten oder sonst jemandem, der mit stärkeren Hintergedanken das sagen könnte, - freue mich dann kurz auch, aber grüble dann auch wieder. Ansonsten bin ich dann auch ein wenig verlegen und das "Danke" fühlt sich gequält an + gleichzeitig frage ich mich, ob man sich das nicht auch sparen könnte und z. B. stattdessen sagen könnte "Super, mit dem Ergebnis können wir nun dies und das realisieren", statt "Das hast du wirklich toll gemacht" und dann muss man Danke sagen und das Fühlen oder mit dem ambivalenten Gefühl klarkommen.

      The post was edited 3 times, last by Four: Noch ein Gedanke zu der verkauften Zeichnung am Ende des Blocks. ().

    • Passt voll auf mich.

      "Wenn du das machst, bekommst du Geld!"
      "...brauch ich grad nicht..."
      "Das werden aber alle toll finden"
      "Ja dann haben ja mehr die etwas davon als ich..."
      "Du bekommst neue Laufschuhe!"
      "Wo muss ich unterschreiben?"
      :lol:
    • Interesanter Thread.

      Diese Antworten...

      TalkativeP wrote:

      Für mich ist es sehr wichtig, dass ich mit meiner Leistung oder meinem Ergebnis selbst zufrieden bin.

      Mandelkern wrote:

      Für mich ist es die höchste Form der Anerkennung, wenn man mich selbständig meinen Job machen lässt.
      hätten genau so formuliert auch von mir kommen können.

      Four wrote:

      Geld ist bei mir auch ein geringer Motivator (obwohl ich lange arm war). Ich muss aufpassen in Jobs nicht ausgebeutet zu werden. Man kann mich auch nicht mit Lohnerhöhungen locken, wenn meine Freizeit dafür zu sehr draufgeht, so lange ich nicht auf das Geld so sehr drauf angewiesen bin. Wenn dann arbeite ich aus Loyalitätsgründen / Freundschaftsgefühlen mehr als mir eigentlich lieb ist.
      Genauso ist es mir ergangen...
      ... bis ich völlig ausgelaugt war in einen krassen Burnout gerutscht bin und die Arbeit aufgeben musste.

      Four wrote:

      Ein finanziell dringend erforderlicher Job kann auch nicht mein Hobby sein, weil das dann für mich zum Stress wird.
      Das war bei mir der Fall. Ich habe buchstäblich bis zur Selbstaufgabe geschuftet, obwohl meine Gehalt angesichts dessen, was leistete, eher dürftig war.
      Nach dem Verlust dieser Arbeitsstelle wegen Burnouts fand ich mich dann eine Weile in genau dieser Situation wieder:

      Four wrote:

      Manchmal überlegte ich sogar lieber ein sinnvolles Ehrenamt zu machen und von Grundsicherung zu leben als so manchen Job.
      ... und war damit zufriedener als in meinem bezahlten Hobby-Beruf.


      Mir fällt zum Thema noch etwas ein. Im vergangenen Herbst/Winter habe ich an einer Gruppentherapie für erwachsene Autisten teilgenommen. Daraus ist mir ein Satz eines Teilnehmers, den ich als Mensch sehr schätze, am eindrucksvollsten in Erinnerung geblieben. Er kommentierte anerkennend in einem Zusammenhang, in dem es um meine grundlegende Wesensart ging, dass ich unbestechlich sei.
      Dieser Satz "Du bist unbestechlich." hat lange und intensiv in mir nachgehallt. Niemals zuvor hat mich ein Kommentar über einen meiner Wesenszüge so nachhaltig beschäftigt. Ich habe daraufhin viele Situationen aus meinem Leben unter diesem Gesichtspunkt Revue passieren lassen... ja, der Teilnehmer hat es treffend formuliert. Ich habe feste Vorstellungen, was für mich einen Wert hat und wofür ich einstehe, und ich lasse mich nicht durch Lockmittel davon abbringen.
    • Shino Me wrote:

      Und dann werden die Geldgierigen als gesund bezeichnet und die mit dem Wertekanon als ..... ?
      Ich finde das auch seltsam, aber ich vermute stark das das an der Gesellschaft und den menschlichen Bedürfnissen der Existenzerhaltung zugrunde liegt.
      Menschen wollen überleben und hier tut man das mit Geld, darum ist Geld extrem wichtig.
      Bei Autisten ist die eigene Welt mit den eigenen Interessen wichtiger als alles andere, das ist genetisch wohl so angelegt, das kein anderes Denken möglich ist, außer man denkt rational mit dem Wissen das man für dies oder das Geld braucht und man sich vielleicht erleichtert fühlt wenn man gerade etwas bezahlen will und dafür Geld braucht.
      Sonst rückt das wieder in den Hintergrund und ist weniger wichtig. Für andere ist das scheinbar anders, einfach eine andere Verschaltung des Gehirns.
    • @Shino Me so wie ich deine Zitate aus der Studie verstehe, meinen sie, dass sich die neuronalen Werte von ADHS-lern schon von den NTs unterscheiden, aber die der AutistInnen noch mehr. Meine Meinung dazu: ich glaube, dass es zwischen ADHS und Autismus in der Präsentation viele Überschneidungen gibt, und folglich viele Fehldiagnosen. Vielleicht kann man mit einem Messinstrument, das neuronale Aktivität misst, irgendwann zu genaueren Ergebnissen kommen.
      Zum Thema Belohnung ist es bei mir so, dass ich im privaten Bereich seltsamerweise Geld ziemlich gut finde. Besser als Lob jedenfalls. Im beruflichen Bereich achte ich dagegen gar nicht auf Geld, sondern nur auf das moralische Ergebnis, also dass die Arbeit sinnvoll ist. Dazu gehört aber auch, dass die Bezahlung nicht ungerecht ist. Also komplett anders verdrahtet als die Mehrheitsgesellschaft!
    • RegenbogenWusli wrote:

      Shino Me wrote:

      Und dann werden die Geldgierigen als gesund bezeichnet und die mit dem Wertekanon als ..... ?
      Ich finde das auch seltsam, aber ich vermute stark das das an der Gesellschaft und den menschlichen Bedürfnissen der Existenzerhaltung zugrunde liegt.Menschen wollen überleben und hier tut man das mit Geld, darum ist Geld extrem wichtig.
      Bei Autisten ist die eigene Welt mit den eigenen Interessen wichtiger als alles andere, das ist genetisch wohl so angelegt, das kein anderes Denken möglich ist, außer man denkt rational mit dem Wissen das man für dies oder das Geld braucht und man sich vielleicht erleichtert fühlt wenn man gerade etwas bezahlen will und dafür Geld braucht.
      Sonst rückt das wieder in den Hintergrund und ist weniger wichtig. Für andere ist das scheinbar anders, einfach eine andere Verschaltung des Gehirns.
      Geld hat auch mit sozialer Anerkennung und Selbstdarstellung zu tun, beides ist nicht-Autisten meist wesentlich wichtiger als Autisten.
    • Mandelkern wrote:

      Jupp. Ich mag es nicht, wenn man mich lobt. Für mich ist es die höchste Form der Anerkennung, wenn man mich selbständig meinen Job machen lässt. Damit kommt auch meine Chefin klar. Was für ein Glück.
      Neulich lobte mich die Schulleitung für meine gewissenhafte Tätigkeit als Klassenlehrer. Dabei tue ich nur, was meiner Ansicht nach eben dazu gehört. Ich fand es gut zu wissen, dass ich meine Aufgaben offenbar richtig mache. Unangenehm war mir die Bemerkung, dass andere Kollegen diesen Job offenbar nicht so ernst nehmen würden. Mir ist es auch am liebsten, wenn man mich selbstständig meine Arbeit machen lässt.

      Mandelkern wrote:

      Zur Bestechlichkeit: ich habe meine Oma oft gebeten, damit aufzuhören, mir Geld bei meinen Besuchen bei ihr zuzustecken.
      Vor einigen Jahren hatte ich das Angebot einer Beförderung abgelehnt. Ich hätte für eine Zusatzaufgabe, die ich zum damaligen Zeitpunkt freiwillig gemacht hatte, eine Beförderungsstelle und mehr Geld bekommen, sofern ich diese Aufgabe dauerhaft übernommen hätte. Ich wusste aber, dass sie mich auf Dauer langweilen würde.

      Naja. Und Geschenke zu bekommen fand ich schon in meiner Jugend unangenehm. Wenn ich damit etwas anfangen konnte und sie einen Gebrauchswert hatten, war es okay. Aber dazu hätte es keine feierlichen Anlässe gebraucht. Ansonsten sind Geschenke auch mit sozialen Verbindlichkeiten und Erwartungen verbunden (es wird erwartet ebenfalls Geschenke zu machen). Ich fühlte mich dadurch in meiner Autonomie eingeschränkt.
      "Lebe im Verborgenen!"
      (Epikur)