Neuro-atypisch als alternativ-Diagnose

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    • Kommt auf den Kontext an. Wenn er z.B. soziale Unsicherheiten / Ängste erklären will, ist psychische Störung finde ich schon gut passend. Nein liebe Leute, keine Sorgen, ich bin nicht auf Drogen, sondern bloß psychisch gestört.

      = ich habe immer noch keine Ahnung, weswegen man etwas sagen will, ohne etwas zu sagen. Wenn ich der Meinung bin, dass alles tipptopp bei mir ist, muss ich ja auch nix erklären.

      Aldana wrote:

      Dann sucht man einen Sammelbegriff für physische Folgeschäden

      Er will ja anscheinend eben nicht genau erklären, was die Ursache ist.
    • @Dr. L84 : Das sehe ich wie Du. Entweder hat man ein konkretes Anliegen, aufgrund dessen man die Tatsache, dass man Autist ist, offenlegt oder es gibt gar nichts, das man im Bezug darauf ansprechen will. Dann braucht man meiner Ansicht aber auch keinen nichtssagenden Begriff, um Autismus zu umschreiben.
      Diagnose ADHS: 1996 ; Diagnose ASS/HFA: 02/2020
    • Dr. L84 wrote:

      Natürlich ginge auch geistige oder seelische Behinderung oder Entwicklungsstörung oder ähnliches. Das verrät aber vielleicht schon zuviel. Wenn es möglichst ungenau bleiben soll, würde ich wohl psychisch krank nehmen.
      Wobei ich echt nicht verstehe, warum Autismus nicht genannt werden soll und stattdessen psychisch krank?
    • Anakin_1 wrote:

      @Dr. L84 : Das sehe ich wie Du. Entweder hat man ein konkretes Anliegen, aufgrund dessen man die Tatsache, dass man Autist ist, offenlegt oder es gibt gar nichts, das man im Bezug darauf ansprechen will. Dann braucht man meiner Ansicht aber auch keinen nichtssagenden Begriff, um Autismus zu umschreiben.
      :thumbup:

      Ich gebe zB in Fragebögen bei Ärzten nicht an, dass ich psychisch krank bin, da ich es ja nicht bin.
      Es würde mir eher Nachteile bringen, weil dann die körperlichen Probleme schnell auch zu psychischen werden.
    • Fidoline wrote:

      Dr. L84 wrote:

      Natürlich ginge auch geistige oder seelische Behinderung oder Entwicklungsstörung oder ähnliches. Das verrät aber vielleicht schon zuviel. Wenn es möglichst ungenau bleiben soll, würde ich wohl psychisch krank nehmen.
      Wobei ich echt nicht verstehe, warum Autismus nicht genannt werden soll und stattdessen psychisch krank?
      Beides nicht. Nicht soll. Und nicht er soll nicht Autismus sagen.

      Der Vorschlag war, statt neuro-atypisch einfach psychisch krank zu sagen. Darunter kann man sich wenigstens was vorstellen. Aber vielleicht hatte ich da auch eine andere Situation vor Augen als er.

      Ich denke mir halt, wenn ich mit neuro-atypisch anfange, muss ich richtig viel erklären. Wenn ich dann dabei auch nicht genauer werden möchte (habe ich vielleicht Parkinson?), lautet die Botschaft bloß "ich bin nicht normal". Ich weiß nicht, warum das mitgeteilt werden soll und was das nutzen soll.

      "Aha, Du hältst Dich also für etwas besseres? Oder was willst Du mir damit sagen?" stelle ich mir da als Reaktion vor.

      "Nein, ich bin nichts besseres, aber manches wirkt vielleicht leicht psycho... aber ich sag nicht, was... lass' Dich überraschen .. wenn es aber passiert, denk dran, es ist ganz normal"

      ?

      Ich habe keine Ahnung, wohin das führen soll.
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    • Autistische Verhaltensweisen, sowie auch Unkonzentriertheit und Hyperaktivität, kommen aber auch bei Kindern/Menschen vor, die keine angeborene hirnorganische Störung haben. Dann wären 80% der heutigen Grunschüler (und die werden ja auch mal Erwachsene) ja neuro-atypisch.
      Also ich denke, solange es keine eindeutigen Diagnosemöglichkeiten gibt (bildgebend, Blutuntersuchung, Genuntersuchung, eindeutige neuropsychologische Tests, oder ähnliches, jedenfalls etwas spezifisches und eindeutiges) macht das keinen Sinn in der heutigen Gesellschaft.
    • Dr. L84 wrote:

      dann solltest Du definieren, was noch alles dazu gehören soll.
      Ich würde da das mit dazu nehmen, was auch im ICD 11 alles unter den neurologischen (Entwicklungs-)Störungen aufgelistet ist. Nur dass man eben anstatt "6A02Autism spectrum disorder" oder "6A05Attention deficit hyperactivity disorder" und anderes als direkte Diagnose, stattdessen "06A Neurodevelopmental disorder" als Hauptdiagnose hätte. Und dann für jeden betreffenden seine Einschränkungen separat und individuell aufgelistet werden.

      Das ist das vergleichbar, wie die Erkentnis die Autismus-Arten zukünftig in nur eine ASS Diagnose und Nennung der individuellen Einschränkungen zu ändern. Nur dass mein Gedanke noch in die nächsthöhere Überkategorie geht und eben alle Störungen der Kategorie der neurologischen (Entwicklungs-)Störungen zusammen nimmt. Was ich sogar gerechter fände, weil dabei auch einzelne Einschränkungen berücksichtigt würden, für die es nicht zu einer eigenständigen Diagnose reichen würde.

      Anakin_1 wrote:

      Dann braucht man meiner Ansicht aber auch keinen nichtssagenden Begriff, um Autismus zu umschreiben.
      Nur dass das für sich nicht jeder auch so sehen muss. Es wird auch menschen geben, denen schon "Autismus" zu pauschal ist, und die für sich genau benennen wollen, dass sie z.B. Asperger-Autist sind.

      Wenn ich so ehrlich sein darf, kommt es mir ein Bisschen so vor als ob du eine persönliche Abwehr dagegen hättest. Nicht einfach nur weil es dir selbst nicht zusagt, sondern eher um dagegen anzugehen. Den Eindruck bekam ich durch die widerholten pauschalen Abwertungen (verwässernden Begriff, einem verwässernden Begriff, nichtssagenden Begriff) und weil du (nach meinem Eindruck) dich in jedem Beitrag hier widerholt nochmal dagegen ausgesprochen hast.


      Das soll nichts gegen deine Ansicht sein, es war mir nur so aufgefallen.

      Neoni wrote:

      kommen aber auch bei Kindern/Menschen vor, die keine angeborene hirnorganische Störung haben
      Dann wären 80% der heutigen Grunschüler (und die werden ja auch mal Erwachsene) ja neuro-atypisch.
      Neuro-atypisch (was im Prinzip synonym ist für Neurodevelopmental disorders; Atypisch finde ich für mich einfach nur besser wie Störung) ist nach ICD: intellektuelle Störung, Sprachstörung, Autismus, Lernstörung, motorische Störung, ADHS, stereotype Bewegungsstörung. Es ändert nichts an den Kriterien, der Unterschied ist nur die Bezeichnung der Hauptdiagnose, beispielsweise im Arztbrief.
      Es sind die leisen Töne, die das Leben tragen.
    • @Zwischenmensch : Das ist aus meiner Sicht das perfekte Beispiel für eine gelungene Diskussion (meine ich ernst). Hart in der Sache streiten, aber dabei stets gegenüber dem anderen respektvoll bleiben - finde ich klasse :) .

      In diesem - wie gesagt ausdrücklich ernst gemeinten Sinne - meine ebenso ehrliche Antwort: So wie Du - meinem Eindruck nach - aus persönlicher Überzeugung der Ansicht bist, dass die Nennung konkreter Diagnosen wie beispielsweise Autismus und ADHS häufig zu einer Vorverurteilung durch das Gegenüber führt, die Du durch einen alternativen Sammelbegriff zu vermeiden anstrebst, bin ich der Ansicht, dass ein solcher Sammelbegriff eben eine Verwässerung darstellt bzw. nichtssagend ist. Denn für mich stellt sich hier die praktische Frage, welchen Mehrwert an Informationen ich meinem Gegenüber durch den Sammelbegriff vermitteln kann. Aus meiner Sicht ist dieser Mehrwert stark begrenzt, weil das Gegenüber aus diesem Begriff keine konkreten Hinweise darauf ableiten kann, welche konkrete Auswirkung die von Dir genannte Diversität meiner Person auf mich und/oder die konkrete Situation hat, in der ich auf diese Neurodiversität hinweise.

      Um hier kein Missverständnis entstehen zu lassen: Leider habe ich auch schon (teilweise sogar erhebliche) Diskriminierung aufgrund meiner Krankheiten/Behinderungen erfahren müssen. Aber noch viel häufiger habe ich als Reaktion auf eine Offenlegung meiner Krankheiten/Behinderungen interessierte Nachfragen zu deren Ursachen und Auswirkungen und nicht zu vergessen auch viel Unterstützung erfahren. Von diesen Erfahrungen ausgehend bin ich mir sicher, dass ein umschreibender Sammelbegriff die Personen, die mit Diskriminierung reagiert haben, nicht zu einem faireren Verhalten veranlasst hätte, aber die Personen, die interessiert und/oder unterstützend reagiert haben, sich durch den Sammelbegriff in der Zwickmühle (rw) befunden hätten, ob sie überhaupt weiter fragen dürfen oder ob ich das als verletzend auffasse. Genau das zu verhindern und meiner Umwelt die Berührungsängste (rw) im Umgang mit mir als krankem/behinderten Menschen zu nehmen, ist mir ein wichtiges Anliegen.

      Wenn ich hier also Deinem Vorschlag entgegentrete, dann nicht aus der Motivation heraus, Dich persönlich anzugreifen - das liegt mir fern und wäre einer Diskussion ja auch nicht zuträglich -, sondern aus eben den genannten Gründen, dass ich in der Verwendung von umschreibenden Sammelbegriffen in diesem Zusammenhang eine inhaltliche Verwässerung sehe, die meiner Ansicht nach letztlich dazu führt, dass der Austausch zwischen Erkrankten/Behinderten und Menschen, die mit diesen in Kontakt kommen, in einem wesentlichen Punkt eingeschränkt wird und sich so Vorurteile letztlich eher verfestigen als das sie abgebaut werden.
      Diagnose ADHS: 1996 ; Diagnose ASS/HFA: 02/2020
    • Dr. L84 wrote:

      Ich denke mir halt, wenn ich mit neuro-atypisch anfange, muss ich richtig viel erklären. Wenn ich dann dabei auch nicht genauer werden möchte (habe ich vielleicht Parkinson?), lautet die Botschaft bloß "ich bin nicht normal". Ich weiß nicht, warum das mitgeteilt werden soll und was das nutzen soll.
      In welche Situation muss man denn sagen, dass man nicht normal ist? Entweder man ist so weit im Spektrum, dass es eh offensichtlich ist oder es fällt nicht so extrem auf. Bei engeren Kontakten erzähle ich von der Diagnose, aber anderen muss ich doch nichts sagen.
      Ich gehe doch nicht irgendwo hin und sage "Hi, ich bin nicht normal". Davon abgesehen, dass "normal" immer so definiert wird, dass es die Mehrheit betrifft. Ich finde allerdings, dass die Mehrheit sich in vielen Dingen nicht normal verhält.
    • Zwischenmensch wrote:

      Neuro-atypisch (was im Prinzip synonym ist für Neurodevelopmental disorders; Atypisch finde ich für mich einfach nur besser wie Störung) ist nach ICD: intellektuelle Störung, Sprachstörung, Autismus, Lernstörung, motorische Störung, ADHS, stereotype Bewegungsstörung. Es ändert nichts an den Kriterien, der Unterschied ist nur die Bezeichnung der Hauptdiagnose, beispielsweise im Arztbrief.
      Ohne dass ich den Betroffenen zu nahe treten möchte oder sie abwerten, aber zumindest für Asperger-Autisten passt diese Gruppe einfach nicht! Du hast in dieser Gruppe, die du aufgezählt hast, einen nicht unerheblichen Teil mit verminderter Intelligenz bzw. Lernstörung. Was sollte mir diese Diagnose bringen? In welcher konkreten Situation sollte sie mir helfen?
      Und ja, vielleicht hat das auch etwas mit Asperger-Autismus zu tun, den es ja offiziell nicht mehr gibt, doch in der Diagnostik wird er vom Arzt ja oft genannt. Manche Asperger passen vielleicht in die von dir genannte Gruppe, ein Großteil aber überhaupt nicht. Deshalb stimme ich Anakins Aussagen zu.
    • Fidoline wrote:

      aber zumindest für Asperger-Autisten passt diese Gruppe einfach nicht!
      Habe ich nichts mit zu tun, wird so im ICD 11 sein. Wo es eben auch keine Asperger Diagnose mehr geben wird, sondern ASS für alle Autisten. Da ist man dann als Asperger oder atypischer Autist in derselben Kategorie mit z.B. Kanner Autisten und schwerst betroffenen. Und wird sich dann wohl auch erst ausführlicher erklären müssen, was für Einschränkungen man denn nun speziell hat.
      Es sind die leisen Töne, die das Leben tragen.

      The post was edited 1 time, last by Zwischenmensch ().

    • Zwischenmensch wrote:

      Habe ich nichts mit zu tun, wird so im ICD 11 sein. Wo es eben auch keine Asperger Diagnose mehr geben wird, sondern ASS für alle Autisten. Da ist man dann als Asperger oder atypischer Autist in derselben Kategorie mit z.B. Kanner Autisten und schwerst betroffenen. Und wird sich dann wohl auch erst ausführlicher erklären müssen, was für Einschränkungen man denn nun speziell hat.
      Ja, genau, das ist ja schon so, so weit ich weiß. Meine Einschränkungen muss ich mir aber nicht erklären, die kenne ich schon seit über 30 Jahren. Trotzdem wird der Begriff Asperger noch verwendet. Mein ehemaliger Psychiater bestand sogar auf dieser Verwendung, weil er mit Autisten allgemein etwas anderes verbunden hat. Ich selbst sage eigentlich, dass ich Autist bin. Aber die meisten Menschen dürften ja mittlerweile wissen, dass man als Autist nicht automatisch geistig behindert ist, siehe zB Greta.

      Wenn du für dich so ein Problem mit Autismus hast, sage doch, dass du eine Entwicklungsstörung hast, das ist doch allgemeiner und auch zutreffend.

      Mir ist aber nach deinen ganzen Beiträgen immer noch nicht klar, in welcher Situation du dir Vorteile dadurch erhoffst. Vielleicht könntest du das noch etwas konkretisieren.
    • Fidoline wrote:

      Wenn du für dich so ein Problem mit Autismus hast, sage doch, dass du eine Entwicklungsstörung hast, das ist doch allgemeiner und auch zutreffend.

      Mir ist aber nach deinen ganzen Beiträgen immer noch nicht klar, in welcher Situation du dir Vorteile dadurch erhoffst. Vielleicht könntest du das noch etwas konkretisieren.
      Ich persönlich verstehe und empfinde neuroatypisch als die netter klingende Umschreibung für neurologische Entwicklungsstörung. Denn den Begriff "neuroatypisch" assoziiere ich als erstes mit "tickt anders als die neurologische Norm", den Begriff "neurologische Entwicklungsstörung" hingegen als erstes mit "hat ein geistiges Defizit" (und das, obwohl ich weiß, dass da auch vieles drunter zählt, was mit keinerlei geistiger Beeinträchtigung verbunden ist).
      Ich denke, dass auch viele Nichtbetroffene ähnlich Erstassoziationen haben und die Verwendung von "Neuroatypisch" als Begründung, wieso ich grad Schwierigkeiten mit einer bestimmten Situation hab, z.B. gegenüber Arbeitskollegen weniger stigmatisierend wirkt.

      Anakin_1 wrote:

      Leider habe ich auch schon (teilweise sogar erhebliche) Diskriminierung aufgrund meiner Krankheiten/Behinderungen erfahren müssen. Aber noch viel häufiger habe ich als Reaktion auf eine Offenlegung meiner Krankheiten/Behinderungen interessierte Nachfragen zu deren Ursachen und Auswirkungen und nicht zu vergessen auch viel Unterstützung erfahren.
      Bei der ersten Gruppe ist die Begrifflichkeit sowieso egal. Dass es da keinen Vorteil bringt, seh ich genauso.
      Bei der zweiten Gruppe unterschägst du den Fall, dass man selbst gar nicht mehr über seine individuellen Probleme erzählen möchte, weil das Verhältnis zu diesen Personen eben nicht eng genug dafür ist und einem das deswegen zu privat ist. In diesen Fällen wäre ich froh einen allgemeineren und weniger "gestört" klingenden Kurzerklärungsbegriff zu haben.
    • Es weiß aber niemand, was neuroatypisch sein soll, d.h. gerade bei diesem Begriff wird es viele Nachfragen geben.
      Asperger hingegen, oder auch Autismus, hat inzwischen wohl fast jeder schon mal gehört.
      Neuroatypisch ist ein nichtssagender Euphemismus.
      Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
      (Howard Zinn)
    • @Aldana : Wenn Du zur zweiten Gruppe auch Personen zählst, zu denen man ein so eingeschränktes (persönliches) Verhältnis hat, dass man ihnen nicht sagen will, dass man Asperger/Autismus hat, dann wüsste ich nicht, wieso ich solchen Personen gleichzeitig anvertrauen sollte, dass, ich neuroatypisch/neurodivers bin.

      Denn dann wäre ja auch offengelegt, dass ich krank/behindert bin und wie @Shenya schon sagt, dann würde so eine Formulierung doch erst recht Rückfragen auslösen und ich stünde dann vor dem Problem, dass ich entweder jede weitere Auskunft verweigere und so am Ende diese Personen womöglich eher noch ablehnender auf mich reagieren, als wenn ich von vorherein gar nichts gesagt hätte oder ich als Alternative dann eben doch genauer erkläre, wovon ich betroffen bin. Dann hätte ich aber den Zwischenschritt mit der Selbstbeschreibung als neuroatypisch/neurodivers nicht gebraucht.
      Diagnose ADHS: 1996 ; Diagnose ASS/HFA: 02/2020
    • Shenya wrote:

      Es weiß aber niemand, was neuroatypisch sein soll, d.h. gerade bei diesem Begriff wird es viele Nachfragen geben.
      Ich würde mich auch nicht anlaßlos hinstellen und sagen >Ich bin neuroatypisch.<. Dass da dann Nachfragen kämen, ist ja logisch.
      Aber in einer konkreten Situation, die mich überlastet und in der der andere die Überlastung kein bißchen nachvollziehen kann, weil es für ihn völlig harmlos ist, muss ich dem anderen irgendeine Erläuterung geben, wenn ich Verständnis möchte, und da fände ich neuroatypisch als Erklärung, wenn ich dem anderen eben nicht offenbaren möchte, ob mich das Vogelgezwitscher draußen jetzt wegen ASS oder ADS bei der Arbeit stört, gut.

      Shenya wrote:

      Asperger hingegen, oder auch Autismus, hat inzwischen wohl fast jeder schon mal gehört.
      Das mag JETZT so sein. Vor 20, 30 Jahren sah das ganz anders aus.
      Neuroatypisch mögen jetzt vielleicht noch wenige sofort richtig verstehen. Wenn der aber erstmal eingeführt und etabliert ist, wird in 20, 30 Jahren davon auch fast jeder schonmal gehört haben.
    • Anakin_1 wrote:

      @Aldana : Wenn Du zur zweiten Gruppe auch Personen zählst, zu denen man ein so eingeschränktes (persönliches) Verhältnis hat, dass man ihnen nicht sagen will, dass man Asperger/Autismus hat, dann wüsste ich nicht, wieso ich solchen Personen gleichzeitig anvertrauen sollte, dass, ich neuroatypisch/neurodivers bin.
      Ich vermute, an diesem Punkt haben wir ein unterschiedliches Nähe-Distanz-Verständnis (also dass diese bei mir existierende zwischenmenschliche Verhältnisstufe bei dir vielleicht nicht existiert)

      The post was edited 1 time, last by Aldana ().

    • Zwischenmensch wrote:

      Neuro-atypisch (was im Prinzip synonym ist für Neurodevelopmental disorders; Atypisch finde ich für mich einfach nur besser wie Störung)
      An diesem Punkt wünsche ich mir auch etwas mehr Klarheit. Neuro-atypisch klingt stark verwandt oder angelehnt an das Konzept einer Neurodiversität, in dem von neuro-typisch geredet wird. Das wäre aber keinesfalls synonym mit Störung! Sondern das genaue Gegenteil. Damit verlässt man den ICD-Rahmen ohnehin, also macht es eigentlich auch keinen Sinn, sich an diesem zu orientieren.