Kommt ihr gut mit Stille und Alleinsein zurecht?

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    • Kommt ihr gut mit Stille und Alleinsein zurecht?

      Das ist jetzt vermutlich nicht spezifisch Asperger, da ich auch bei NTs beobachte dass sie praktisch jeden Moment irgendetwas mit Ton laufen haben müssen, würde mich aber trotzdem mal interessieren. Ich war da früher deutlich toleranter was aber auch daran liegen kann dass ich dank Tinnitus inzwischen eh nie wirkliche Stille erleben kann und erst recht spät überhaupt Zugang zum Internet hatte. Was genau ich höre ist mir dabei meist ziemlich egal so lang ich die Stimme und die Art zu reden mag und es zumindest grob um ein Thema geht dass mich interessiert, meist guck ich dadurch auf YouTube die gleichen Videos immer wieder obwohl ich sie schon praktisch auswendig kann und gerade den Inhalt vorher schon zu wissen neben der Eigenschaft manchmal nervig zu sein eben auch deswegen vertraut wirkt.

      Ich glaube dass das schlicht die einfachste Methode ist sich nicht einsam zu fühlen wenn man momentan nicht so viel sozialen Kontakt hat, es fühlt sich ähnlich an als würde man mit einem Freund über ein Thema sprechen den man schon lange kennt und daher eigentlich auch seine Meinung zu allem kennt aber es trotzdem genießt immer mal wieder drüber zu reden obwohl man weiß was der andere sagen wird. Es ist im Grunde das soziale Äquivalent zu Fast Food, man wird davon nie richtig satt selbst wenn man sich den ganzen Tag damit vollstopft und weiß dass man sich lieber um was richtiges kümmern sollte aber es ist so verlockend jeder Zeit ohne eigenen Aufwand etwas zu konsumieren das gewohnt und wenn auch nicht toll zumindest ganz ok ist.

      Gerade passiv so etwas wie sozialen Kontakt ohne eigene Anstrengung und Anspannung zu haben ist halt ziemlich ideal wenn auch keine wirkliche Alternative aber es spricht eben genau mein Problem an dass ich soziale Kontakte ja eigentlich mag, sie sind mir nur oft zu anstrengend und ich möchte sie gern zu einer Zeit die ich bestimmen kann.
    • Sisyphus wrote:


      Kommt Ihr gut mit Stille zurecht?


      Definitiv ja!

      Wenn ich wenig Geräusche höre, mich niemand zulabert, ich nichts reden muss und die Umgebung leise ist, spüre ich intensiv, wie meine Systeme herunterfahren und ich entspanne. Das kann auch wochenlang so gehen, ist für mich wie Urlaub.
    • @Coocy Würdest du sagen du hast im Alltag genug soziale Kontakte dass du sie in deiner Freizeit nicht vermisst oder stört es dich einfach nicht über längere Zeit allein zu sein? Es gibt ja einen Unterschied zwischen allein sein und sich einsam fühlen, kriege ersteres ohne letzteres aber seit ich umgezogen bin nicht mehr wirklich gut hin. Ich habe gemerkt dass ich eher in der Lage bin Stille zu genießen wenn ich weiß ich könnte jetzt jemanden anrufen und irgendwas machen auch wenn ich es dann nicht tue.
    • Ich mag Stille auch sehr gerne, vielleicht aber auch, weil bei uns durchs Familienleben es auch oft (und gerne auch sehr) laut ist.

      Musik ist aber andererseits auch sehr wichtig, ich höre manchmal mehrere Tage oder Alben lang immer dasselbe Lied, also ganz ähnlich wie du, Sisyphus. Ich hab da so meine Lieblingsalben und -stücke, die ich dann phasenweise ziemlich exzessiv anhöre.
      Neues höre ich dann eigentlich nur, um nach neuen Schätzen zu fahnden, die in meinem Repertoire landen können.

      Ich habe das allerdings bisher die Musik in meinen Kopfhörern als eine Abstandshalter zur Außenwelt empfunden, aber es ist, wie du sagst, auch eine Art, sich mit der Welt zu vernetzen - das ist eine schöne Sichtweise, finde ich.

      Wir wohnen in einer insgesamt recht ruhigen Gegend und es gibt Momente, in denen es wirklich vollkommen still ist - das empfinde ich dann als sehr angenehm.

      Regenrauschen hat für mich aber auch beispielsweise auch etwas sehr Beruhigendes und Erleichterndes, um das zu hören, öffne ich oft extra das Fenster.

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    • Sisyphus wrote:

      Würdest du sagen du hast im Alltag genug soziale Kontakte dass du sie in deiner Freizeit nicht vermisst?

      Ja so ist es teilweise, auch in der Arbeit habe ich genügend Möglichkeiten, mich in mein Büro zurückzuziehen, die Tür zuzumachen und Ruhe zu bekommen, da ich das Glück habe, sehr selbstbestimmt arbeiten zu können. Ab und an habe ich hier jedoch durchaus auch mal das Bedürfnis eines Austausches. Doch die wenigen Kontakte, die ich derzeit auf Arbeit habe, sind aktuell qualitativ sehr fordernd und hochwertig und reichen mir in dieser Form gut aus. Ob sich daran etwas ändert, wenn ich einmal nicht mehr arbeite, weiß ich allerdings nicht.

      Sisyphus wrote:

      Oder stört es dich einfach nicht über längere Zeit allein zu sein?

      Ein Gefühl der Einsamkeit, wie es hier Viele beschreiben, kenne ich so nicht. Ich bin froh, wenn ich meine Ruhe habe und wochenlang für mich sein kann, zum Beispiel im Urlaub.

      Sisyphus wrote:

      Es gibt ja einen Unterschied zwischen allein sein und sich einsam fühlen, kriege ersteres ohne letzteres aber seit ich umgezogen bin nicht mehr wirklich gut hin. Ich habe gemerkt dass ich eher in der Lage bin Stille zu genießen wenn ich weiß ich könnte jetzt jemanden anrufen und irgendwas machen auch wenn ich es dann nicht tue.

      Das ist bei mir ein bisschen anders. Ich kann am besten entspannen, wenn ich wegen Handy/Telefon aus nicht erreichbar bin und die Gewissheit habe, niemanden anrufen zu müssen, beziehungsweise keine Verabredungen oder Ähnliches zu haben.

      Allerdings ist es dann schon so, dass ich meine wenigen Verabredungen dann auch überwiegend genieße, weil ich weiß, dass ich danach zu Hause in Ruhe entspannen kann und mich dort keine sozialen Verpflichtungen erwarten.

      Das Gegenteil von dem Beschriebenen habe ich früher in meiner Partnerschaft erlebt bis zur Erschöpfung, weil ich dachte, das müsse so sein und ich hätte so zu funktionieren.
      Ich habe nicht das Gefühl, etwas zu verpassen oder zu vermissen, kann mir auch schwer vorstellen, dass z. Bspl. ein Partner mit meinem ausgeprägten Rückzugs- und Erholungsbedürfnis gut zurecht käme.

      Hier im Forum wird öfter beschrieben, dass manche Autisten, die unter ihrer Einsamkeit leiden, sich besser fühlen, wenn sie an Forentreffen teilnehmen und bemerken, dass Aktivitäten mit autistischen Menschen häufig einfach nicht so fordernd und in sozialer Hinsicht belastend sind, weil Kommunikation und Interaktion als Autist unter autistischen Menschen als ähnlich und angenehm aktivierend empfunden wird.
    • (Hi, das musst du natürlich nicht alles lesen, ich kann mich nur schwer kurzfassen (würde dann noch Stunden versuchen das zu komprimieren)

      Ich konnte (auch) schon immer ohne viele Geräusche auskommen und liebe das meistens auch sogar, außer, dass ich große Musikliebhaberin und leidenschaftliche Tänzerin bin, so dass ich gelegentlich mich einem Musik- und Tanzrausch (keine Drogen) hingebe. Auch zum Autorennspiel höre ich gerne harte Musik und zum Lernen und Aufräumen. Und dann wieder brauche ich eine starke Stille, wobei ich Naturgeräusche wie Vogelzwitschern und Wasserplätschern liebe. Ich habe auch fast immer Tinnitus und habe die meiste Zeit einen Ohrwurm, und wenn eine Geräuschekulisse runterfährt und plötzlich ich nur noch den höre, ist es dann auch bei mir so, als würde eine Art Hammerreihe aus meinen Ohren verschwinden, die da Nägel in die Trommelfelder schlug von einem Fast-Schmerz-Gefühl. Wenn ich zu lange zu vielen akustischen Reizen ausgesetzt bin, z. B. permanent Gerede oder Supermarkt-Krach, werde ich zickig und ganz schrecklich müde und muss danach schlafen um mich zu erholen.

      TV habe ich die ersten Male, wo ich alleine lebte, fast überhaupt nicht geguckt. Ich hatte mir sogar ein Mal vorgenommen, den TV, den mein Ex mir gekauft hatte, extra zu benutzen, weil ich ihn nie benutzte und schaute dann Westernfilme. Wobei ich da ein Mal die Möglichkeit hatte, zu netten, sehr offenen, aber auch teils sehr unterschiedlichen und sehr redseeligen Leuten in die Nachbarstadt zu gehen, was mich sehr anstrengte (Zug, Straßenbahn und das nach Feierabend + dann Smalltalk), aber manchmal auch Spaß machte. Lieber war ich öfters allein. Ein Mal die Woche reichte mir bei denen zu sein, manchmal auch alle zwei Wochen. Wobei ich es schön gefunden hätte, wenn wir uns noch besser verstanden hätten. Auch hätte ich zu dem Zeitpunkt von den Leuten einen Partner haben können, den ich zwar attraktiv fand, aber er wollte zu viel Körperliche Nähe (95% der Zeit, bei mir ist es lieber umgekehrt).
      Die letzten zwei Jahre gucke ich ein wenig mehr. Ca 3 Abende pro Woche. Wobei ich durch meinen Partner nun die Möglichkeit habe, zahlreiche Sendungen kostenlos zu sehen, wo ich gerade Datingshows interessant finde, wenn auch da nicht alles so spontan ist, wie es scheint. Ist für mich gerade gut zum Abschalten manchmal + psychologisch halbwegs interessant. Ansonsten bin ich im Forum und da verliere ich mich meist so sehr im Detail, dass ich sonst bis 2 Uhr nachts hier sitze und mir dann der Kopf raucht (RW).

      Zwei Bekannte brauchen häufig Geräusche. Sie holt das Radio mit nach draußen, wo ich mal abschalten will und nimmt das auch mit auf ihre kleinen Radtouren. Er auch und macht im Auto immer sofort Musik an und wenn er frei hat dreht er die immer selben Playlists in selber Abfolge auf, ohne dazwischen mal ne Pause zu machen und ansonsten läuft TV permanent, auch wenn er länger aus dem Raum geht und nachts Hörspiel zwingend, sonst kann er nicht einschlafen. Und das läuft dann die ganze Nacht in seinen Ohren, bis die Ohrstöpsel rausfallen. Einsam findet er sich auch ziemlich. Er kennt eine Reihe Leute, mit denen er auch öfters was machen kann und hat einen guten Kumpel seit der Schulzeit, mit dem er auch öfters Filmeabende macht oder Musik und zeltet. Aber die meiste Zeit zieht auch er sich zurück und hat auch seine Band damals aufgegeben, wobei er sagt, das lag an Zwistigkeiten und er versteht sich auch nicht mit allen gut, - mit einigen gerät er in Konflikte. Manchmal überlege ich, ob er Aspie und / oder sicherer ADHS (Schulzeugnisse sagten sehr verträumt, unaufmerksam, seine Mutter sagt, er war ständig überdreht, wollte nie ruhig sitzen und er sieht, wenn er nicht im vermutlich sluggish cognitive tempo ist, auch immer wie getrieben (RW) aus) sein könnte, aber wenn dann ein wesentlich anderer Typ, als ich. Er hat z. B. nebenbei ein sehr schlechtes Gedächtnis und ich ein sehr gutes. Und er raucht viel, hat früher mit dem Alkohol übertrieben und das ein oder andere Gesetz gebrochen, und ich kann mich bis auf Schokolade gut maßregeln, nie geraucht, und bin öfters Mal kleinkariert (RW), wenn auch nicht die Heiligkeit in Person. Seine Arbeit laugt ihn total aus. Er hat lange gebraucht um eine passende bzw. überhaupt eine zu finden, wobei er sich die Schichten sucht, wo er am wenigsten mit Kollegen konfrontiert ist. Daher zieht er sich gern häufiger zurück zum Erholen nach der Arbeit, wie bei mir, als das Berufliche bei mir losging. Er sagt, er hat keine Kraft mehr für eine Band nebenbei. Wie ich das Reiten bei Vollzeit nur noch überlebte am Feierabend und nur 2 mal die Woche schaffte.

      Ein Verwandter von mir, auch Autist, ist 100% alleine jeden Tag. Er hört öfters Musik am Tag am PC. Aber nicht durchgängig. Wenn ein TV da ist, lässt er den den ganzen Abend laufen und zum Einschlafen. Wenn nicht, verbringt er den Abend mit Programmieren und geht dann normal schlafen ohne Musik. Meine übrige Familie braucht auch nicht immer Musik, sind aber alle gelegentlich gern am Aufdrehen, da auch musikalisch. Meine Mutter, Schwester und ich sind von uns die sensiblesten, die am meisten Ruhe zwischendrin brauchen. Meine Schwester war wie ich früher auf tausenden von Partys unterwegs wegen Tanzleidenschaft, Musikleidenschaft und ein wenig Actionfreude + wir hatten Glück mit ein paar Leuten damals, die eher gute Freunde waren und in Einzelfällen noch sind. Wo wir zufällig reingeraten waren (Als Kleinkind war ich noch mutig in der Kontaktsuche).

      Als Kind hatte ich gerne viel TV gesehen und war wenns ging dann noch den ganzen Tag an der Nintendo Konsole oder PC Spiele mit Sound, als ich noch nicht reiten war. Abends habe ich mich auf mein Zimmer zurückgezogen und brauchte Ruhe. Da lief dann nichts. Nachts auch nicht. Eine Hörspielkassette bekam ich mal geschenkt. Die Geschichte liebte ich zwar. Aber es hielt mich vom Schlafen ab und wenn die Kassette ausklickte, war ich dann immer noch nicht müde und fühlte mich aber einsam dann, weil es dann plötzlich so still war und dunkel (ich hatte Schlafhalluzinationen und massenweise Albträume, weswegen ich Angst vor der Nacht hatte, aber im Radio lief meist auch nur scheußliche Musik, so dass ich manchmal meine aufgenommenen Kassetten von Lieblingsliedern abspielte).

      Manchmal mache ich heute den Fernseher an, um Geräusche zu hören, damit es so wirkt, als würde jemand zu mir sprechen. Das soll bei vielen Leuten oft so gern sein, las ich mal. Meine Forenaktivität ist ja auch eine Kommunikation nach außen. Wobei der Bekannte auch den halben Tag in der Internetkommunikation verbringt, der gern häufig akustische Reize hat. Manch andere mögen schriftliche Kommunikation überhaupt nicht. In meiner Firma lief dauerhaft das Radio im Büro, wodurch ich Kopfschmerzen bekam. Wenn dann muss die Musik gut sein und ordentlich "reinknallen" (RW), aber nicht so doll, dass die Ohren ziehen. Aber laut genug. Manchmal suche ich starke Reize und dann wieder absolute Stille.

      Und oft möchte ich auch hören, was um mich herumgeschieht. Werde sonst nervös. Auch höre ich beim Autofahren auf das Motorengeräusch und weiß damit wie schnell ich fahr. Wenn ich radio anhab, fällt es mir schwerer die Geschwindigkeit konstant zu halten. Auch wegen den Liedemotionen. Aber manchmal darfs beim Autofahren zwischendrin auch ein tolles Lied laut sein. Geht nur nicht bei dichtem Verkehr, da muss ich mich konzentrieren.

      The post was edited 5 times, last by Four: Letzten Satz noch hinzugefügt ().

    • ist das so ein intro-/extrovertiert-ding? Meine Schwester (NT) ist sehr extrovertiert und erträgt es kaum, dass ich Stille so gern habe oder es wenigstens nicht unangenehm ist (ich würde mich als recht introvertiert bezeichnen). Ich hab auch kein Problem mit dem alleinsein. Um so ansträngender der Tag, umso mehr Ruhe brauch ich, um mich zu erholen.
      Monotone/ gleichmäßige Geräusche gingen wohl auch, wie Wind in Bäumen oder Wellenrauschen.
      *träum* ^^
      »Bist du denn verrückt geworden?« »Nein. Mich gab's schon so ab Werk.« 8-)
    • Solange ich weiß, wo meine Lieben sind und dass es ihnen gut geht, komme ich super klar mit Stille und Alleinsein.

      Im Gegenteil, ich ziehe es vor, ab+zu allein zu sein.
      Und genieße die Stille (die viel zu selten wirklich da ist).



      Wenn ich älter und älter werde und niemand mehr mit mir spricht und meine Anspielungen versteht, wird es wohl schwieriger.
      Macht ist das Spielzeug der Reichen, das sie mit niemandem teilen (Muriel Barbery, "Die Eleganz des Igels")
    • Christian87 wrote:

      ist das so ein intro-/extrovertiert-ding?
      Bin ich mir nicht sicher ob das was damit zu tun hat. Ich bin mir nicht mal mehr wirklich sicher ob ich mich selbst als introvertiert bezeichnen würde obwohl ich das früher ziemlich eindeutig bejaht hätte. Ich habe schon immer sehr viel nachgedacht aber als Kind habe ich diese Gedanken auch sehr gern mit so ziemlich jedem Gleichaltrigen geteilt der sie hören wollte oder nicht explizit gesagt hat dass er sie nicht hören will und in der Art wie ich mit Menschen rede nicht wirklichen zwischen Freunden und Fremden unterschieden.

      Das hatte ich mir recht schnell neben anderen Dingen abgewöhnt weil meine damals sehr offene Art vor allem bei Erwachsenen schlecht ankam und häufig zu Ärger geführt hat und später eben auch bei Gleichaltrigen. Ich habe nen größeren Teil meines Lebens alle meine Gedanken bloß internalisiert statt sie anderen mitzuteilen und empfinde dies deshalb auch als meinen Normalzustand aber irgendwie habe ich darunter halt trotzdem immer gelitten und bin froh wiederentdeckt zu haben dass ich es eigentlich viel lieber mag meine Gedanken anderen mitzuteilen auch wenn sie es manchmal als unangemessen empfinden weil die Beziehung nicht eng genug ist. Der wesentliche Unterschied zwischen Freunden und Fremden/Bekannten ist eigentlich weniger wie ich mit ihnen rede sondern wie angespannt ich mich in ihrer Gegenwart fühle.

      Dass ich durchaus gern auf Menschen zugehe wenn sie nicht völlig abweisend wirken und auch mal zum Oversharing neige spricht ja eher für extrovertiert, entgegen der Art wie ich den Großteil meines Lebens gelebt habe aber ich habe trotzdem in Gegenwart anderer Menschen immer eine soziale Grundanspannung, außer ich kenne sie sehr gut und es ist nur eine einzelne Person und es ist mir unmöglich mich in Gespräche innerhalb von Gruppen von mehr als (inklusive mir) 3-4 Leuten einzubringen.

      Ich glaube manchmal mischen sich diese zwei Seiten bei mir auch ganz gerne mal was andere manchmal etwas verdutzt aber jetzt als Erwachsener selten so eindeutig negativ aufgenommen wird wie früher. Kann also sein dass ich in ner neuen Situation so lange es eine Gruppensituation ist sehr still bin und kein Wort sage aber mir dann einen raussuche der sympathetisch wirkt (oder ähnlich unsicher wie ich) und dann mit ihm über alles reden will was in der Gruppensituation passiert ist obwohl ich ihn ja eigentlich auch nicht kenne.
    • Eigentlich mag ich Stille sehr gerne, aber für mich gibt es sie eigentlich nie, denn ich habe einen Tinnitus… Das übertünche ich dann lieber mit Musik. Zumindest habe ich mir aber wieder angewöhnt, ohne Musik spazieren zu gehen. Da gibt es ja aber auch viele Geräusche, zur Zeit sehr viele und laute Vogelstimmen.

      edit: Allein sein kann ich ziemlich gut. Aber manchmal unterbreche ich das Alleinsein durch eine virtuelle soziale Interaktion. So wie das hier.

      The post was edited 1 time, last by Kugelfisch ().

    • @Kugelfisch das Problem mit dem Tinnitus habe ich auch aber eigentlich nur drinnen. Wenn ich draußen bin sind eigentlich immer genug Umgebungsgeräusche da dass ich den nicht bewusst wahrnehme und auch keine eigene künstliche Geräuschquelle brauch. Vogelstimmen zum Beispiel finde ich meistens ziemlich angenehm wenn sie mich nicht gerade wach halten weil ich die ganze Nacht nicht schlafen konnte und es wieder morgen wird. Die erfüllen für mich meist schon das ablenkende Minimum an Umgebungsgeräuschen ohne selbst aufdringlich und störend zu sein. Rauschendes Wasser ist auch schön wenn man da irgendwo nen guten Sitzplatz zum Entspannen findet.
    • Ja, das ist bei mir schon auch so dass es draussen nicht so schlimm ist. Vogelstimmen mag ich sehr gerne, das ist immer so schön im Frühling, wenn die Bäume gerade grün werden und überall Vögel zu hören sind. Eines der Dinge die mich so richtig glücklich machen können, ein Spaziergang im Wald mit neuem Grün, alleine, gerne auch mit leichtem Regen!
    • Stille und Alleinsein mag ich sehr gerne.

      In Stille tanke ich auf und geniesse es ggfls. sehr nur mit mir und meinem Innenleben oder bestenfalls innerer Stille sein zu können ohne dass ein Input von aussen dazukommt.
      Musik laufen zu haben nervt mich eher schnell, daher kommt es selten vor.

      Wobei ich auch regelmäßig eher intensive Sozialkontakte habe.
      Und auch immer mal Vorträge als Audio anhöre oder etwas im Internet anschaue.
    • Ich mag Stille. Und ich mag es auch regelmäßig allein zu sein. Es ist mir ein Bedürfnis.

      Ich muss berufsbedingt einen mitunter ziemlich hohen Lärmpegel erdulden. Das ist machbar, solange ich dabei kein Gespräch führen muss (z.B. Pausenaufsichten). Ist eine Klasse auch im Unterricht lauter, habe ich ein echtes Problem. Ich kann beim Zuhören im Unterrichtsgespräch diverse Störgeräusche eine Zeit lang herausfiltern. Das strengt an und hängt auch von der Tagesform ab (Stresslevel, Müdigkeit). Und dann geht es eben nicht mehr. Letzte Woche hatte ich eine Klasse darüber aufgeklärt, was eine auditive Wahrnehmungsstörung ist. Ich empfinde die Rückkehr zum Schulbetrieb in voller Klassenstärke gerade als große Belastung, allein schon akustisch.

      Zuhause brauche ich dann eine Weile der Stille. Auch bei konzentrierten Tätigkeiten muss es leise sein. Zum Beispiel habe ich jetzt das Radio ausgemacht um hier was schreiben zu können. Mich können auch schon kleinste Geräusche aufregen, zum Beispiel wenn jemand isst, während ich mich gerade gedanklich in etwas vertiefen will. Und nachts schlafe ich mit Ohrstöpseln.
      "Ich versuche noch den Sinn der Worte zu erfassen."
      (Spock, Am Rande des Universums, 1989)
    • Ich mag absolute Stille auch sehr und allein sein. Da ich kaum Sozialkontakte habe, bekomme ich seit Beginn der Pandemie auch ausreichend davon. Wenn ich ins Büro muss, dann habe ich für meinen Geschmack manchmal schon zu viele Kontakte und Lärm, sodass der ruhige Ausgleich alleine zu Hause sehr wichtig ist. Wenn ich sehr entspannt bin, dann suche ich ab und zu Kontakt über Autistentreffen.
      Glaub nicht alles, was du denkst.
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      Capricorn wrote:

      "Oh! Lehrer! Ein schwerer Beruf!!"
      (sagte der Hausarzt meines Bruders schon vor 35 Jahren)
      Mir war immer schon irgendwie klar, dass diese Berufsbezeichnung auch eine Art ärztliche Diagnose ist. :roll:
      "Ich versuche noch den Sinn der Worte zu erfassen."
      (Spock, Am Rande des Universums, 1989)
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      das allein sein macht mir nichts, wenn ich von der Arbeit komm brauch ich das auch. Stille macht mir meistens auch nichts, aber meistens läuft doch der Fernseher. Manchmal höre ich zum Einschlafen Musik von Kitaro, vor allem wenn ich in so einer gedankenschleife bin, da lenkt mich das ein bisschen ab