Antrag auf Neufeststellung des GdB

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    • Ich musste eine Beschwere gegen nen Bescheid ans Verwaltungsgericht (Ö) selbst verfassen, da ich keinen Psychiater hatte, und kurzfristig keinen kompetenten aufstellen konnt (war bei 4).
      Relevant für den Erfolg meiner Beschwerde war
      1.) meine bisherigen Beeinträchtigungen in Arbeit, Sozial und Beruf konkret aufzulisten. Die Kriterien für Einschätzung GdB könnten in D abweichen. Damit war klar dass ich eine schwere Beinträchtigung in 3 Bereichen hab (braucht mind. 2 für Schwerbehinderung). Auch ein Diagnostiker arbeitet mit Interviews, von dem her ist deine Selbstangabe nicht weniger wert als die eines Dianostikers. Man muss halt wissen was behinderungsrelevante Beinträchtigungen sind im echtem Leben und das dann mittels Gegebenheiten im eigenem Leben auflisten. Dazu war einiges an Recherche nötig, und ich hab nen ganzen Monat dafür gebraucht^^
      2.) Mängel im bisherigem Verfahren zu attestieren (derer waren genügend, die Facharztuntersuchung seitens des Amtes war eher oberflächig, körperlich, sehr kurz und behinderungsspezifische Bedürfnisse wurden nicht beachtet (wie zb konkrete Fragestellungen, ich wurde mit offenen Fragen interviewt, und die Diagnostik der Autismushilfe ignoriert - für eine Autismusdiagnose sind Beinträchtigungen in 2 Bereichen notwendig, das heisst dass jede Amtsseitige Einschätzung unter 50% eigentlich willkürlich und unhaltbar ist - jedenfalls in Ö)
    • keineAhnung wrote:

      Auch ein Diagnostiker arbeitet mit Interviews, von dem her ist deine Selbstangabe nicht weniger wert als die eines Dianostikers.
      Ja, klar, wenn du es logisch siehst...aber in D ist das nicht immer der Fall. Vor allem, weil die Behandlung einer ASS nicht im Leistungskatalog der Krankenversicherung steht und somit "nur" die Komorbiditäten oder Folgestörungen bei Ärzten behandelt werden.

      Wenn du Selbstangaben machst, werden die oft wie die elterlichen Angaben zu ihren Kindern gehandhabt, sprich Eltern (und besonders Mütter) lügen, sobald sie den Mund aufmachen. :sarcasm:

      Es gibt Sozialgerichte, die zitieren zwei Urteile aus 2016 und 2012, da gings um was ganz Spezielles, aber es wurde da in den Urteilsbegründungen ausgeführt, dass die Meinungen der vom Gericht bestellten Sachverständigen mehr Gewicht hätten als die Meinungen der behandelnden Ärzte (die ja schriftlich um Befundberichte gebeten werden, auch im Klageverfahren).
      Selbst wenn du einwendest, dass das fachlich Quatsch sei, wirst du immer RichterInnen finden, die sich dann plötzlich als sachverständig für die Beurteilung von Arztkompetenz aufspielen. Und zu "ihren" Sachverständigen" halten, ohne Sinn und/oder Verstand. x(
      Macht ist das Spielzeug der Reichen, das sie mit niemandem teilen (Muriel Barbery, "Die Eleganz des Igels")
    • Capricorn wrote:

      Wenn du Selbstangaben machst, werden die oft wie die elterlichen Angaben zu ihren Kindern gehandhabt, sprich Eltern (und besonders Mütter) lügen, sobald sie den Mund aufmachen. :sarcasm:
      Ich habe es irgendwo in meinen Unterlagen auch stehen, dass die behandelnden Ärzte immer lügen würden weil sie ja vom Patienten "bezahlt" werden.

      Als Beweismittel sind das Gutachten und die Aussage eines behandelnden Arztes oder auch Zeugenaussagen von Angehörigen gleichwertig. Der Gutachter hat ohnehin den Zweck, schnell das nötige Fachwissen in das Gehirn des Richters reinzudrücken (wie immer das gehen soll). Tatsächlich deligieren Richter ihre Entscheidungen an die Gutachter. Oder geben dem Gutachter gleich vor für welches Urteil er ihm ein Gutachten schreiben soll. Allseits bekanntes Problem, aber niemand tut da was weils allen iwie was bringt oder sie die armen Verlierer des Systems sind.
    • Cordelia wrote:

      Ich hatte meine Beeinträchtigungen im Beruf und privat aufgelistet, hat nichts gebracht, jetzt habe ich eine Psychiaterin, mal schauen, ob ihre Einschätzung etwas erreicht :nerved:
      wenn du vorher nicht beim Psychiater warst, glauben die, die entscheiden, dass du keine Probleme hattest, die dich da hingeführt haben. Für die ist: geht zum Psychiater = hat Probleme, geht nicht zum Psychiater = hat keine Probleme. Genauso wenn du Medikamente nimmst. Nimmst du Medikamente, wird dein Problem als schwerwiegender eingeschätzt.
      Hast du einen Anwalt? Hast du dich beim EUTB beraten lassen?
      Ich schreibe in der Regel vom mobilen Endgerät aus - merkwürdige Wortkonstrukte sind ggf. der Autokorrektur geschuldet
    • Waspie wrote:

      Als Beweismittel sind das Gutachten und die Aussage eines behandelnden Arztes oder auch Zeugenaussagen von Angehörigen gleichwertig.
      Sollten sie sein, sind sie aber de facto nicht.

      Habe ich nicht hier in diesem Diskussionsfaden von dem unsäglichen LSG-Urteil erzählt, das das Sachverständigen-Gutachten per se höherwertig einschätzte?
      Ohne nachvollziehbare Begründung? 8o


      Waspie wrote:

      Tatsächlich deligieren Richter ihre Entscheidungen an die Gutachter. Oder geben dem Gutachter gleich vor für welches Urteil er ihm ein Gutachten schreiben soll. Allseits bekanntes Problem, aber niemand tut da was weils allen iwie was bringt oder sie die armen Verlierer des Systems sind.
      Fehlt da vielleicht im letzten Satzteil ein "weil..."?, sonst verstehe ich es nicht richtig.
      Aber grundsätzlich hat du wohl (leider!) Recht, jedenfalls habe ich es schon zu oft genau so selber erlebt.
      Macht ist das Spielzeug der Reichen, das sie mit niemandem teilen (Muriel Barbery, "Die Eleganz des Igels")
    • Waspie wrote:

      niemand tut da was weils allen iwie was bringt oder sie die armen Verlierer des Systems sind.
      Nein - ich verstehe nicht, wie es "allen iwie was bringt" - wieso bringt es allen was?- und das "oder sie die Verliere sind" verstehe ich dann auch nicht.
      Mit "weils" und "iwie" habe ich keine Verstehensprobleme.

      Und ansonsten siehe Beitrag Nr. 62
      Macht ist das Spielzeug der Reichen, das sie mit niemandem teilen (Muriel Barbery, "Die Eleganz des Igels")

      The post was edited 1 time, last by Capricorn ().

    • Capricorn wrote:

      Waspie wrote:

      niemand tut da was weils allen iwie was bringt oder sie die armen Verlierer des Systems sind.
      Nein - ich verstehe nicht, wie es "allen iwie was bringt" - wieso bringt es allen was?- und das "oder sie die Verliere sind" verstehe ich dann auch nicht.Mit "weils" und "iwie" habe ich keine Verstehensprobleme.

      Und ansonsten siehe Beitrag Nr. 62
      Achso.
      Naja, es bringt irgendwie allen Beteiligten etwas:
      Der Richter kann seine Arbeit oder einen erheblichen Teil auf den Gutachter delegieren.
      Der Gutachter verdient ziemlich gut, oftmals auch nur als Zuverdienst.
      Der Politiker kann auf ein scheinbar funktionierendes System verweisen.
      Massenbearbeiter wie Behörden oder Versicherungen können darauf hoffen, dass eine erhebliche Menge an Verfahren wegen Fehlgutachten zu ihren Gunsten ausgehen oder gar nicht erst betrieben werden.
      Die Beispiele zeigen, dass die alle Vorteile vom Status quo haben, weswegen sie den auch nicht ändern wollen.

      Die Verlierer sind dann diejenigen, die rechtmäßige Ansprüche haben, die aber nicht durchbekommen. Welche meist dieselben sind, die am System mangels eigener Ressourcen auch nichts ändern können.
    • Ach so!

      Danke, jetzt ist mir klar, was du meinst, ich sehe es im Übrigen auch so.

      Ich hatte nicht verstanden, weshalb "es" angeblich "allen" was bringt, denn ich sehe ja vor allem diejenigen, die mit diesem System ihre Schwierigkeiten haben.

      Außerdem darf ich noch anmerken, dass sich viele medizinische Gutachten "wissenschaftlich begründete Gutachten" oder sogar "fachneurologisches Gutachten" oder "fachorthopädisches GA" usw. nennen. Dabei gibt es eigentlich nur die fachärztliche Bezeichnung für das jeweilige Fachgebiet, Punktum. Ein orthopädisches Gutachten ist ein orthop. GA, nicht mehr, nicht weniger.
      Und "wissenschaftlich" sind die alle in der Regel nicht.
      Macht ist das Spielzeug der Reichen, das sie mit niemandem teilen (Muriel Barbery, "Die Eleganz des Igels")