Online-Umfrage: Herausforderungen von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung aufgrund der Corona-Pandemie

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    • Online-Umfrage: Herausforderungen von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung aufgrund der Corona-Pandemie

      Hallo,
      mein Name ist Franziska Köller, ich studiere Lehramt für sonderpädagogische Förderung an der Technischen Universität Dortmund und schreibe derzeit meine Bachelorarbeit.
      In meiner Bachelorarbeit befasse ich mich mit den Herausforderungen, die sich aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie für Menschen aus dem autistischen Spektrum ergeben.
      Dabei liegt der Fokus insbesondere darauf, welche Auswirkungen die politischen Maßnahmen für Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung haben.

      Ich habe zur Datenerhebung einen Online-Fragebogen erstellt, welcher unter der folgenden Adresse abrufbar ist:

      soscisurvey.de/herausforderungen_coronapandemie/

      Die Bearbeitung des Fragebogens dauert etwa 10- 15 Minuten und die Teilnahme an der Befragung ist anonym.

      Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie an der Online- Befragung teilnehmen.
      Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

      Mit freundlichen Grüßen
      Franziska Köller
    • Was für mich belastend war/ist:
      - Maskenpflicht, weil ich damit nicht klarkomme. Auch mit Attest darf man in manche Läden nicht rein, und auch nicht in alle Arztpraxen. Medizinische Versorgung ist damit wesentlich schwieriger geworden.
      - das Gefühl, überall unwillkommen zu sein, weil die Leute Angst vor Menschen haben (unlogisches Verhalten, teilweise Paranoia, weil die Menschen die reale Ansteckungsgefahr nicht einschätzen können, mangelnde Aufklärung, wie Ansteckung geht und wie nicht, jeder ist angeblich eine potenzielle Gefahr, auch wenn er nur an einem vorbeigeht)
      - eingeschränkte Unterstützung (Hilfspersonen machen bestimmte Dinge nicht mehr, z.B. Begleitung zum Arzt)
      - Störung von Routinen, weil Abläufe nicht mehr wie vorher möglich sind
      - unlogische Maßnahmen, wo klar erkennbar ist, dass es nur politischer Aktionismus/eine Alibiveranstaltung ist ohne nachgewiesenen Nutzen, und das Erkennen der Folgen davon (z.B. Insolvenzen, Vereinsamung von Senioren und psychisch Kranken, leidende Kinder)
      - ständige Änderung der Maßnahmen
      - zögerndes Wiederabschaffen von Maßnahmen, obwohl die Zahlen niedriger sind als zu Zeiten, wo weniger Maßnahmen gegolten haben

      Ich kann noch froh sein, dass ich aufgrund meiner Lebenssituation um viele Dinge herumgekommen bin. Die Schüler tun mir leid.
      Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
      (Howard Zinn)
    • War in (gefüllten) 5 min durch.
      Mich haben allerdings die vielen Auswahlgrade irritiert. Die meisten Fragen könnte ich grundsätzlich nur mit "starke Zustimmung/Ablehnung", "Tendenz zu Zustimmung/Ablehnung" oder "Weder noch" beantworten, also 5 Auswahlgraden. Außerdem störten bei einigen Fragen die Temporaladverbien. Wo sortier ich mich ein, wenn ich dem Inhalt zustimme aber nicht dem Temporaladverb?
      Diese beiden Problempunkte machten es in den Fällen, in denen keine starke Zustimmung/Ablehnung bestand, schwer, eine zutreffende Einstufung zu wählen, was das Ergebnis verfälschen könnte.
    • Pechblende wrote:

      Aldana wrote:

      was das Ergebnis verfälschen könnte.
      es könnte auch das Ergebnis verfälschen, im Status VA an einer Forschung teilzunehmen die Erkenntnisse über Menschen mit ASS gewinnen will
      Das denke ich jedesmal, wenn ich hier im Forum Studieneinladungen lese. Erstens werden nicht alle Verdachtsautisten eine positive Diagnose erhalten und zweitens ist es hier ohne Weiteres möglich, sich fälschlicherweise als "Autist" auszugeben.
    • @Pechblende: das war für mich mit dem VA-Status auch noch selbstverständlich. Zumal es ohnehin schon schwer genug ist, eine vernünftige Stichprobe aus einer so klar definierten und relativ schwer zu erreichenden Population zu ziehen. Aber ich nehme an, das wird @franziska.koe bewusst sein und sie wird es im Diskussionsteil ihrer Arbeit aufgreifen. Das ist nämlich (leider) ein relativ gängiges Problem an Forschung mit Online-Befragungen.
      Ich schreibe in der Regel vom mobilen Endgerät aus - merkwürdige Wortkonstrukte sind ggf. der Autokorrektur geschuldet
    • Das habe ich als VA auch nicht getan und zögere zum Teil noch jetzt, wegen meiner "leichten Form". Aber wie @Mandelkern ja schon schrieb, ist das ein grundsätzliches Problem dieses Befragungsformats.

      Ich nehme derzeit an einer mehrteiligen Online-Studie zum Thema Corona teil, in der nach psychiatrischen Diagnosen gefragt wird und dann noch genauer, wer die Diagnose gestellt hat (Arzt/Psychologe/Selbstdiagnose). Das scheint mir sinnvoll zu sein. Wer aus unlauteren Motiven heraus Falschangaben machen will, kann das natürlich immer. Die Anzahl derer dürfte aber sehr gering sein (da vermutlich auch nicht "psychisch gesund").
      "Auf der Metaebene lässt sich Abstand gewinnen zum Geschehen. [...] Und dabei zeigt sich, dass es andere Perspektiven, andere Erlebensweisen und viel mehr Möglichkeiten für Lösungen gibt, als sich der Mensch in seiner alten kleinen Welt hatte träumen lassen." (Brit Wilczek)
    • Kayt wrote:

      Das habe ich als VA auch nicht getan und zögere zum Teil noch jetzt, wegen meiner "leichten Form".
      Viele User hier dürfen eher am Rand des Spektrums angesiedelt sein. Dazu zähle ich mich auch. Auch einige andere Autisten von der Uniklinik Köln nehme ich als sehr hochfunktional wahr.
    • Sonnenseele wrote:

      Viele User hier dürfen eher am Rand des Spektrums angesiedelt sein. Dazu zähle ich mich auch. Auch einige andere Autisten von der Uniklinik Köln nehme ich als sehr hochfunktional wahr.
      Dem stimme ich zu und in schwierigen, stressigen Situationen verhalte ich mich oft leider gar nicht mehr so hochfunktional. Das "vergesse" ich manchmal, wenn ich alles gut ist.
      "Auf der Metaebene lässt sich Abstand gewinnen zum Geschehen. [...] Und dabei zeigt sich, dass es andere Perspektiven, andere Erlebensweisen und viel mehr Möglichkeiten für Lösungen gibt, als sich der Mensch in seiner alten kleinen Welt hatte träumen lassen." (Brit Wilczek)

      The post was edited 1 time, last by Kayt ().

    • Pechblende wrote:

      es könnte auch das Ergebnis verfälschen, im Status VA an einer Forschung teilzunehmen die Erkenntnisse über Menschen mit ASS gewinnen will
      Deshalb gibt es in so Umfragen normalerweise am Anfang die Frage in der Art: "Haben sie eine Autismus-Diagnose?"

      Die wissenschaftliche Aussagekraft einer solchen Studie ist eh sehr begrenzt, da es keine repräsentative Stichprobe ist. Alleine schon die Autisten hier im Forum spiegeln nicht unbedingt den durchschnittlichen "Autisten" wieder, sondern das Ergebnis kann je nach Thema stark verfälscht sein. Traumatisierte Autisten halten sich zum Beispiel gerne zum Selbstschutz von so Foren fern.
      Wird schon Laß dir von keinem Fachmann imponieren, der dir erzählt: 'Lieber Freund, das mache ich schon seit zwanzig Jahren so!' – Man kann eine Sache auch zwanzig Jahre lang falsch machen. - Kurt Tucholsky, 1932
    • Ich finde die Befragung ist gut strukturiert und der Vor-Corona und Mit-Corona-Vergleich, den die Fragen ermöglichen, lässt klar erkennen, das hier interessante Ergebnisse möglich sind.
      Diagnose ADHS: 1996 ; Diagnose ASS/HFA: 02/2020
    • Einen Kritikpunkt habe ich: die Fragen nach Schließung der Schulen und Home-Schooling ergeben für Menschen ohne Kinder keinen Sinn. Wenn ich hier also angebe, dass mich das nicht beeinträchtigt hat, dann ja nur, weil ich keine Kinder habe und nicht, weil ich damit gut zurecht kam. Das verfälscht dann aber das Ergebnis für diese Frage.
    • Ich habe auch teilgenommen.
      Allerdings muss ich dazu sagen das in meinem Ausfüllprotokoll ich zwar angegeben habe das ich mit meinem Leben/Situation nicht ganz so zufrieden bin was aber nicht an Corona liegt, sondern daran das ich noch wo lebe wo ich garnicht leben will, aber das versuche ich ja im Moment mit einem Umzug und einer neuen WfbM zu ändern.
      Die WfbM ist okay, die Leute auch, aber die Tätigkeit entspricht nicht dem was meine Wunschtätigkeit wäre, es gibt hier ja keine Künstler oder Kreativstätten.
      Darum habe ich was Arbeit angeht, ein Mittelfeld angegeben. Ist okay aber nicht idea.
      Bei den meisten Aktivitäten habe ich angegeben das sie mir nicht wichtig sind, das einzige was ich blöd finde das ich es nicht machen kann ist, das Restaurants zu sind und Geschäfte auch, weil das war das einzige was ich öffentlich unter Menschen gern gemacht habe, solange es nicht überfüllt ist. In der Woche konnte man vor Corona immer ganz gut in die Stadt oder essen gehen.