Therapie wegen Angst und Angst vor Therapie

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    • Therapie wegen Angst und Angst vor Therapie

      Ein Grundthema bei Asperger-Autisten ist Angst. Angst vor sozialen Beziehungen bzw. sozialen Anforderungen mit den Folgen der Erfahrung des (mehrfachen) Scheiterns. Dieses prägt biographisch enorm und erfordert therapeutisch enorme Mühe, diese wenigstens soweit in den Hintergrund zu rücken, dass neue Erfahrungen und Wege überhaupt möglich sind.

      Quelle: socialnet.de/rezensionen/12845.php

      Meiner Meinung und Erfahrung nach stimmt das im Prinzip. Ungünstig nur, wenn man mit Therapeuten (die eben nicht wie unter dem Link beschrieben vorgehen) ebenfalls sehr schlechte Erfahrungen gemacht hat und in Folge dessen vor Therapeuten und Therapie ebenfalls starke Angst hat... und daher erstrecht kaum noch fähig ist sich zu öffnen oder überhaupt einem Therapeuten oder einer Therapie eine Chance zu geben. Zudem noch die Angst vor Stigmatisierung wenn man zugibt in Therapie zu sein falls man danach gefragt wird. Lügen fällt halt schwer und manche bewerten es ja auch als positiv, wenn man an sich arbeitet. Aber Therapie hat noch immer ein negatives Image häufig.

      Jedenfalls gibt es ja viele klassifizierte Ängste. Spinnenangst. Platzangst, ... Dass Therapeutenangst noch nicht beschrieben und klassifiziert wurde mag wohl daran liegen, dass die Betroffenen aus Angst halt nicht zum Therapeuten oder Psychiater gehen und daher auch nicht diagnostiziert werden können. Okay, ich bin nicht sicher, ob dieser letzte Satz von mir ganz ernst gemeint war. Wie auch immer. Aber es frustriert halt schon wenn man immer wieder an Falsche gerät und denen alles über sich erzählt und dann merkt es haut nicht hin es bringt nix es ist Zeitverschwendung, die Person kann oder will einem nicht helfen oder wenn einem gar Schlimmes in Therapie oder therapeutischen Einrichtungen angetan wurde in irgendeiner Form.
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    • Ich hab noch keine Therapieerfahrung bisher. Vielleicht ist es ganz gut, dass ich, wenn ich jetzt eine Therapie beginne, alt genug bin, um Therapeutenaussagen so lange zu hinterfragen, bis ich sie wirklich verstanden habe, und eine Therapie, die mir nicht gut tut, ggf. abzubrechen. Trotzdem ist es natürlich eine blöde Situation, wenn man sich jemandem öffnet, und es kommt zu krassen Missverständnissen und man wird vielleicht vom Therapeuten verletzt.

      Inzwischen haben aber etliche Leute auch von guten Erfahrungen mit Therapeuten geschrieben. Daher denke ich, dass es gute geben muss, man muss sie halt finden.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Ich würde auch in diesem Zusammenhang nicht unbedingt von Angst sprechen - ist jedenfalls bei mir der Fall-
      Vielmehr handelt es sich doch bei solchen Therapien um eine Veränderung (von uns selber oder von den Mitmenschen).
      Und da wir nicht wissen, in welche Richtung die ganze Sache läuft, machen wir uns Gedanken - Angst ist das nicht... (meine Meinung). :roll:
      Ich habe bisher eine Therapie absolviert und vieles "mitgemacht" :m(: ; aber ich habe für mich selber festgestellt, dass meine eigene Identität
      dadurch ein Stück verloren geht und habe mich dagegen gewehrt. :frown:
      ...aber er war nun einmal da! Asperger-Diagnose F84.5 (diagnostiziert Uni-Klinik Köln)
    • Ich habe auch oft das Problem, dass wenn Leute sagen, ich solle mich ändern, sie dabei Dinge ansprechen, die meinem innersten Wesen entsprechen, so dass ich tatsächlich Angst habe mich selbst aufgeben zu müssen, mich selbst zu verlieren, indem ich alles, was mich ausmacht, ins Gegenteil kehren soll, oder einfach der Gedanke dass die Änderung, die sie von mir erwarten, so tiefgreifend ist, dass sie mir ohnehin nicht möglich sind.

      Ich möchte jetzt erstmal keine langen Therapeutengeschichten erzählen aber ich liste mal im Telegrammstil ein paar typische Fehler seitens Therapueten auf, die mir untergekommen sind in Eigenerfahrung. Zumindest sind es halt aus meiner Sicht Fehler.

      - Kinder- und Jugend"spezialisten" (also z. B. Psychologen für dieses Alter), die offenbar nur den ersten Teil ihrer Bezeichnung beherzigen und daher Menschen im Alter von 15, 16 oder fast 17 Jahren in durchschaubarer Weise wie kleine Kinder behandeln, also z. B. mit Holzklotzbauernhoftierchen Landschaften bauen lassen (und dann noch darauf beharren, dass man wirklich alles vorkaut indem man ihnen auch noch erklärt, warum man welche Figur wie gesetzt hat, statt dass sie sich bereit erklären auch mal was für ihr Geld zu tun und sich selbst daran zu versuchen und man ihnen dann sagen kann ob falsch oder richtig und noch was dazu erklären kann), Brettspiele spielen, die pädagogisch wertvoll sind, weil man nicht gegeneinander spielt sondern miteinander was erreicht (was natürlich keinen großen pädagogischen Wert hat, wenn man die Intention bereits durchschaut), und auch im verbalen Austausch es stets auf kindlicher Ebene versuchen, so dass die Therapeuten gar nicht ernstgenommen werden können, weil kein "Erwachsenengespräch" zustande kommt und man sich wie im falschen Film fühlt.

      - Vorschläge (z. B. "Schlag ein Kissen statt einem Menschen") werden wiederholt, selbst wenn bereits benannt und erklärt wurde, warum das für einen keine geeignete Alternative darstellt

      - Der Therapeut übertreibt es mit der professionellen Distanz, indem er gar nichts von sich preis gibt und dadurch unnahbar wirkt und man schwer Vertrauen aufbauen und sich öffnen mag, weil es so zu einseitig ist. (Siehe dazu auch passenden Abschnitt bei dem oben aufgeführten Link)

      - Es wird nur an den Symptomen rumgedoktort statt auf die tieferliegenden zugrundeliegenden Aspekte hinzuarbeiten. Simples Beispiel: Kind ist Mobbingopfer, wehrt sich, ihm wird nur verdeutlicht, dass es sich nicht wehren dürfe, statt Beistand zu bekommen dafür, dass es Mobbingopfer ist.

      - Anderes Beispiel: Jemand erzählt von Schwierigkeiten im Umgang mit Gruppen, ist zur Zeit aber ohne Beschäftigung, statt diese Leerphase nun zur Aufarbeitung der Vergangenheit zu nutzen sagt die Therapeutin ein Fortführen der Therapie mache erst Sinn, wenn derjenige wieder in ner Beschäftigung ist und somit von akuten Problemen im Umgang mit anderen Leuten berichten kann

      - Der Therapeut gibt sich passiv, sagt gar nichts, erwartet, dass man von sich aus was erzählt, ist aber nichtmal bereit, ein Thema vorzugeben, so dass man sich eventuell die ganze Zeit nur anschweigt und sich fragt, wieso der mit Nichtstun Geld verdient.

      - Und wenn man dann doch was erzählt, wird es schweigend hingenommen und so gut wie gar nicht kommentiert, so als erwarte er man würde sich selbst heilen nur indem man redet und als würden einem durch das Reden neue Erkenntnisse kommen, also Gedanken, die man vorher noch nie gedacht habe (was natürlich Unsinn ist, wenn der Klient zu der Sorte Menschen gehört, die sich fortwährend gedanklich selbst analysieren, weil sie ständig am Denken und Grübeln sind)

      - Therapeut verhält sich auf eine Art, durch die man unterschwellig das Gefühl bekommt, dass der einen nicht mag und schlecht von einem denkt und genervt von einem ist

      - Man gewinnt den Eindruck der Therapeut kann das, was man ihm erzählt, intellektuell und/oder emotional nicht nachvollziehen, wodurch er als Berater völlig ungeeignet ist. Er kann sich gar nicht in die Lage dieses Klienten versetzen oder ist vielleicht auch gar nicht so schlau wie dieser (so blöd das jetzt auch klingen mag).

      - Man erzählt dem Doc seine Lebensgeschichte und bei der nächsten Sitzung weiß er nichtmal mehr das Wichtigste in den Grundzügen (z. B. die Grobe Tendenz des Verhältnisses zu den Eltern und Geschwistern). Wozu macht man sich denn Notizen??

      - Man fragt den Doc längere Zeit nach Ende der Therapie um eine Beschreibung der Diagnose bzw. des Eindrucks, den er hatte, und er schreibt eine Diagnose, die nicht mit der übereinstimmt, die er damals auf die Abrechnungen geschrieben hat, und die auch gar nicht passt und keinen Sinn macht, was zeigt, dass er nichtmal seine Akten ordentlich führt, das aber nicht zugeben kann. Bei mir z. B. schrieb einmal jemand rückwirkend er hätte bei mir Trennungsangst diagnostiziert und dass ich vorgehabt hätte auf ein Internat zu gehen. Zum einen hatte ich nie vor auf ein Internat zu gehen und zum anderen, wenn Trennungsangst wirklich zutreffen würde, würde das ja nicht zu dem Wunsch passen, auf ein Internat zu gehen...

      - Während der Sitzungen wird nicht auf die Bedürfnisse des Klienten eingegangen. Therapeut ist z. B. trotz Aufforderung nicht bereit, die laut tickende Uhr auf dem Tisch zu entfernen. Jene lenkt sehr von den Gesprächen ab, da sie ein akkustischer Reiz ist, der Aufmerksamkeit auf sich zieht. Man wird nervös und fühlt sich unter Zeitdruck gesetzt und hat das Gefühl dem Doc geht es nur darum, die Zeit rumzukriegen und dann pünktlich Schluss zu machen.

      - Wenn man gerade beim Erzählen in Fahrt gekommen ist und dabei gerade an einem sehr wichtigen Punkt angekommen ist, wird man trotzdem abgebrochen, nur weil die Zeit gerade zuende gegangen ist. Ein Anknüpfen bei späterer Sitzung ergiebt sich nicht oder schwerlich.

      - Die Sitzungen sind zu kurz. Man kann gerade vom Tagesgeschehen erzählen aber nicht auf Tiefergehendes eingehen

      - Man kommt nach langer, aufwendiger Anfahrt verspätet an und wird deshalb gleich ganz nach hause geschickt

      - Man bekommt nicht wirklich irgendwas geliefert, was einem im Leben weiterhilft oder in den eigenen Gedanken voranbringt

      - Bei stationären Aufenthalten kommt man in eine stark reglementierte Umgebung (bis hin zu Regeln darüber was man in welcher Reihenfolge zum Frühstück isst bzw. was man überhaupt zum Frühstück essen muss, wie oft man duscht, etc.), deren Regeln jedoch den eigenen gewohnten Ritualen, Gewohnheiten und Bedürfnissen in einigen Punkten total widerspricht. Ein Entgegenkommen wird nicht gemacht sondern bei Weigerungshaltung wird man gewaltsam gezwungen, wodurch es zu neuen nahezu traumatischen Erfahrungen kommt (z. B. als Mensch, der nasse Kleidung auf der Haut unterträglich findet und immer erst ganz trocken sein möchte vor dem Anziehen (u. a. da es sonst zu Juckreiz an bestimmten Körperstellen kommt) und wegen dem hohen Zeitaufwand des Trocknens inklusive Haare trockenen nicht jeden Tag duschen möchte, in vollangezogenem Zustand gewaltsam in eine gefüllte Badeanne geworfen werden und dabei noch hören wie die sich zuflüstern sobald sie drin ist sei der Bann vielleicht gebrochen und sie fände super). Ähnliches (z. B. an Händen und Füßen gepackt durch die Gegend getragen und in eine Gummizelle gesperrt werden) auch wenn man sich in anderen Situationen dort zeitweilig stur verhält, also z. B. einer Aufforderung nicht nachkommt und sitzenbleibt, weil man sich zu schroff und nicht höflich genug behandelt fühlt. Und das alles in einer Einrichtung für Kinder und Jugendliche!

      - Generell wird nicht eingegangen auf das, was man dem Therapeuten sagt. Er scheint nur sein Programm nach Muster B durchzuziehen und nicht in der Lage, seine Methoden auf den Klienten abzustimmen und sein Verhalten anzupassen

      - Bei dem Erstgespräch mit einem noch Unbekannten, den man zudem noch für viel Geld privat bezahlen müsste, macht er kaum Aussagen, wenn man ihn zu seinem geplanten Vorgehen in der Therapie (z. B. welche Methoden er anzuwenden gedenkt) befragt sondern bleibt dabei wage und ausweichend. Schließlich meint er noch (in etwas anderen Worten ausgedrückt) er gäbe extra keine definitiven Antworten, da er das Bedürfnis, es im Voraus wissen zu wollen, als etwas betrachtet, was man wegtherapieren müsste und dass er das Verhalten jedoch bestärken würde, indem er sich darauf einlässt indem er tatsächlich Antworten gibt. Solch einem Menschen scheint nicht klar zu sein, dass es Sinn macht zu einem neuen potentiellen zahlenden Klienten erstmal ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und auch etwas Struktur und Sicherheit durch Überschaubarkeit zu vermitteln... Er hält sich bedeckt gerade so als hätte man ihm persönliche Fragen gestellt und tut so als sei es annormal wissen zu wollen, was man für sein Geld bekommt.

      Ich denke bei derartigen Erfahrungen ist es logisch, dass man die Motivation verliert, Therapeuten (also Psychologen, Psychiater, psychologische Heilpraktiker, etc.) durchzuprobieren... Und auch Angst macht Sinn, wenn man Angst hat z. B. wieder in einer Klinik zu landen und dort schlecht behandelt zu werden.
      Oder wenn man Angst um sein Geld hat weil die Methoden, die einem helfen könnten, nicht von der Krankenkasse bezahlt werden. Und wie erfolgversprechend ist schon eine Therapie, wenn bei jeder Sitzung noch die Geldsorgen als Belastung hinzukommen?
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    • Danke für das Thema!

      Ja, ich habe kein Interesse mich durch eine Therapie verbiegen zu lassen. Bei einigen Neurologen und Physiater habe ich eher das Gefühl, die sprechen von ihren eigenen Problemen statt das sie meine Person wahrnehmen. :m(:

      Zu gerne würde in meinem Fall mein Arzt mir eine Depri andichten, statt das ihm der Gedanke kommen würde das ich ein Neurologisches Problem (Wirbelsäule, Nervenreizung) habe. Mein aktuelles Verhalten ihm gegenüber könnte kaum auffälliger sein, da ich autistische Züge in vollem Umfang zeige. Ok, ein Freund wundert sich mittlerweile nur noch, der ist sich sehr sicher das ich eine Autistin bin. Ok, mir ist es egal ob Ärzte mir die Diagnose stellen oder nicht, unhaltbar jedoch mir eine Depri wegen meiner Erkrankung anhängen zu wollen. Lustig das mein Hausarzt bereits vorsichtig Anspielungen betreibt auf autistische Züge.

      Ob es auch unter den Therapeuten und Ärzten Autisten gibt? Denke da wäre ich dann besser aufgehoben als Patient.

      Ich habe meine m.E. berechtigte bedenken bei Ärzten, auch ich würde das nicht als Angst bezeichnen wollen.

      Selbsthilfe und Selbsthilfegruppen finde ich persönlich besser.
      Beste Grüße
      Eigensinn :roll:

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    • Lex, ich habe mir gerade das durchgelesen was du im Telegrammstil aufgeschrieben hast und sind auch genau die Gründe, warum ich eine erneute Therapie ablehne. Ich weiß einfach, dass es bei mir nicht helfen wird und für mich eher eine zusätzliche Belastung ist.

      Mit etwa 15 Jahren habe ich eine Therapie gemacht und für mich war es sehr schlimm, dass ich immer nur eine Stunde Zeit hatte um über meine Sorgen und Probleme zu reden. Oft war ich am Ende der Stunde völlig verzweifelt, habe geweint und hatte starke Suizidgedanken... meine Therapeutin hat dann irgendwann auf die Uhr geschaut, ist aufgestanden und hat sich verabschiedet. Es war so schrecklich für mich, in dieser Situation weggeschickt und alleine gelassen zu werden. Eigentlich hätte ich damals noch eine zweite Therapie machen müssen, um das "Trauma" aufzuarbeiten, das ich durch meine Therapie erlitten habe.

      Das war für mich das schlimmste an der Therapie und aus dem Grund will ich nie wieder so etwas machen. Es hat mir mehr geschadet, als es mir geholfen hat. Bei einem anderen Therapeuten würde das ganz genauso ablaufen, darum bringt es nichts, es bei einem anderen nochmal zu versuchen. Denn logischerweise kann man nicht einfach noch eine weitere Stunde mit dem Psychologen reden, weil er ja auch noch andere Patienten hat.

      Ich wüsste sowieso nicht, was ich in einer Therapie alles besprechen soll und wie mir das weiter helfen sollte. Ich bin ja z.B. deswegen fast immer depressiv, weil ich eine genetisch bedingte bipolare Störung habe. Wenn ich depressive Episoden habe, hat das bei mir so gut wie nie einen Auslöser. Über was genau soll ich also reden? Oder wenn ich wegen meinen chronischen Schmerzen eine Therapie machen würde, wie soll mir das helfen? Ich habe dann ja immer noch Schmerzen.

      Ich werde jedenfalls keine Therapie mehr machen.

      Liebe Grüße,
      akfscb8
    • Das verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Ich mache mir ja eher Sorgen, ob ich genug Text zusammenbringe, um eine Stunde zu füllen.... :?
      Wenn man doch vorher weiß, es dauert eine Stunde, dann ist das halt so, und in der Woche drauf (oder nach zwei Wochen) gibt es ja dann wieder eine Stunde.
      Hm, aber vielleicht verstehe ich das deshalb nicht, weil ich kein traumatisches Ereignis erlebt habe. Dass ich meine Emotionen dringend vor jemandem ausbreiten muss, kenne ich so nicht.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:


      Wenn man doch vorher weiß, es dauert eine Stunde, dann ist das halt so, und in der Woche drauf (oder nach zwei Wochen) gibt es ja dann wieder eine Stunde.
      Vermutlich verstehst du es deswegen nicht, weil du anscheinend gar nicht weißt, was du überhaupt mit dem Therapeuten besprechen sollst ;) Wenn man sich aber zu einer Therapie entscheidet, weil es einem wirklich sehr schlecht geht und man Sorgen hat, dann kann das eben schon ein Problem sein.

      Das Problem ist, dass man eben oft nicht mal eine Stunde Zeit hat, um wirklich über das traumatische Ereignis zu sprechen. Zum besseren Verständnis muss man viele Zwischenfragen des Therapeuten beantworten, damit er überhaupt nachvollziehen kann, von was man redet. Zehn Minuten vor Ende der Therapiestunde schafft man es dann endlich ganz konkret das zu sagen, was man belastend empfunden hat. Man ist völlig deprimiert, verzweifelt, fängt an zu weinen. Und dann guckt der Therapeut auf die Uhr und sagt: "So, die Stunde ist vorbei. Wir sehen uns dann nächste Woche!" Dann wird man in einem absolut verzweifelten Zustand ganz alleine gelassen.

      Wenn man wegen Mobbing eine Therapie macht, erlebt man bis zur nächsten Therapiestunde ungefähr zwanzig weitere Dinge, die man als belastend empfunden hat. In der nächsten Therapiestunde sagt der Therapeut dann zum Beispiel: "So, wir haben ja letztes Mal über [XYZ] gesprochen. Wie ging das denn dann weiter?" Man muss also die halbe Therapiestunde damit verbringen, über dieses alte Ereignis zu reden. Das, was seitdem alles passiert ist, kann man wieder nur in den letzten zehn Minuten vor Ende der Stunde ansprechen. Und so ähnlich läuft es beinahe jede Therapiestunde ab.Mir persönlich hat die Therapie deswegen mehr geschadet als geholfen, weil ich danach immer nur noch deprimierter war.

      Liebe Grüße,
      akfscb8

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    • Ich hatte schon häufig das Problem, dass ich zu einer Therapie geradezu genötigt wurde mit der Drohung, dass ich ansonsten aus der Schule oder Ausbildung (oder was auch immer gerade anlag) fliegen würde, etc. Die meinen immer wenn man nicht in Therapie geht, bedeutet das, man sei nicht bereit, an seinen Problemen zu arbeiten.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.