Overload und shutdown im Alter

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    • Bis vor 2 Jahren habe ich noch geglaubt, jeden Stress aushalten müssen und mir damit sehr geschadet. Jetzt, mit fast 38, ist es alles zu viel geworden was sich da angesammelt hat, und ich kann sehr vieles nicht mehr ertragen.
      Dennoch würde ich das nicht als neu bezeichnen.
      Ich lebe jetzt nur einfach so, wie ich es in der Kindheit vorhatte. Damals kam für mich nicht das typische Familienleben in Frage und auch kein Beruf wo man mit Menschen zu tun hat.
      Beides hab ich nur durchgezogen wegen Erwartungsdruck.
      Ich wollte als Kind auch nie viel Gesellschaft. Doch dann kamen sehr viele Jahre Mobbing und mein Weg daraus war, beliebter zu werden. So hab ich mir das Schauspielern angewöhnt.
      Auf Dauer hat das zu immer mehr Overloads geführt. Das hält ja keiner aus.
      Und jetzt bin ich eben an dem Punkt, alles rigoros auszutauschen - chronische Überforderung gegen Selbstachtsamkeit. Das war anfangs nicht leicht, hat lange gebraucht, viele "Träume" Und Vorhaben in Frage zu stellen. Aber ich lebe jetzt ruhiger und hole mir immer rechtzeitig Hilfe für das was ich selbst nicht ändern kann.
      Also ich bemerke Overloads jetzt früher und gehe denen eher aus dem Weg.
      Man kann also sagen, ich bin tatsächlich empfindlicher geworden - also empfindsamer mir selbst gegenüber.
    • Eine wrote:

      Bis vor 2 Jahren habe ich noch geglaubt, jeden Stress aushalten müssen und mir damit sehr geschadet. Jetzt, mit fast 38, ist es alles zu viel geworden was sich da angesammelt hat, und ich kann sehr vieles nicht mehr ertragen.
      Dennoch würde ich das nicht als neu bezeichnen.
      Ich lebe jetzt nur einfach so, wie ich es in der Kindheit vorhatte. Damals kam für mich nicht das typische Familienleben in Frage und auch kein Beruf wo man mit Menschen zu tun hat.
      Beides hab ich nur durchgezogen wegen Erwartungsdruck.
      Ich wollte als Kind auch nie viel Gesellschaft. Doch dann kamen sehr viele Jahre Mobbing und mein Weg daraus war, beliebter zu werden. So hab ich mir das Schauspielern angewöhnt.
      Auf Dauer hat das zu immer mehr Overloads geführt. Das hält ja keiner aus.
      Und jetzt bin ich eben an dem Punkt, alles rigoros auszutauschen - chronische Überforderung gegen Selbstachtsamkeit. Das war anfangs nicht leicht, hat lange gebraucht, viele "Träume" Und Vorhaben in Frage zu stellen. Aber ich lebe jetzt ruhiger und hole mir immer rechtzeitig Hilfe für das was ich selbst nicht ändern kann.
      Also ich bemerke Overloads jetzt früher und gehe denen eher aus dem Weg.
      Man kann also sagen, ich bin tatsächlich empfindlicher geworden - also empfindsamer mir selbst gegenüber.
      Klingt beeindruckend auf mich! Das so durchzuziehen, dahin möchte ich auch kommen. Mir wird das ständige "masken" zu viel. Und dann passieren mir auf der Arbeit shutdown und ich merke, ich muss mehr ich selbst sein, um das zu verhindern.

      Gratuliere dir zu deim Vermögen, deinen Weg zu gehen!
    • Danke!

      Mir blieb keine andere Wahl. Es war zu viel geworden.

      Doch das Vermögen täuscht: gestern hatte ich mal wieder einen sehr heftigen Anfall, so mit allem drum und dran, inklusive Asthma. Mein ganzer Körper krampfte, beson die linke Seite war völlig unbeweglich. Mein Freund half mir dann, Arm und Bein wieder selbsttätig bewegen zu üben.
      Heute noch hab ich das Bein nachgezogen, fühlt sich an wie in Beton gegossen.

      Und das alles nur, weil meine Nachbarn seltsame Andeutungen machten und ich nicht raffte, dass das auch was mit Machtspiel zu tun hat. Mein Freund machte mich darauf aufmerksam. Ich bekam so eine Panik, dass ich wiedermal was nicht verstehe bevor andere Leute möglicherweise eskalieren wegen meiner Äußerungen.
      Zwar wollte mein Freund mir helfen, aber leider verlangte er in dem Moment von mir, mich in die Köpfe meiner Nachbarn zu versetzen, um konstruktiv Lösungen zu finden (denn das ist seine Herangehensweise) und dann bekam ich auch noch Panik, weil es sich anfühlte als ob meine Synapsen durch die Schädeldecke springen müssten um so eine Vorstellungsakrobatik zu leisten!
      Ich wollte einfach nur noch allein sein, mich beruhigen. Letzteres hat nicht geklappt - ich war so am heulen, Krampfen und Zittern, dass ich nicht merkte, dass die Atmung auch schon betroffen war.

      Sowas passiert mir vor allem dann, wenn zu viele Einflüsse von außen kommen, die für mich völlig überraschend auftreten bzw. sich plötzlich verstärken. Und wenn mir eine für mich funktionierende Handlungsweise fehlt.
      Es ist als ob ich nicht lerne. Jede Situation ist für mich neu und ich kann bewährte Verhaltensweisen nicht einfach übertragen - also solche, die nicht regelmäßig erforderlich sind.
    • @qdbp das bedeutet, Du konntest vorher "lockerer" damit umgehen?
      Für mich waren Telefonate und so immer schon sehr schwierig. Und obwohl ich das seit dem 30. Lebensjahr intensiv geübt habe, wird es nicht besser. Arbeitsmodus ja, aber es braucht nur eine Kleinigkeit, da setzt der Aus, und dann wirds doof.
    • Tja, bei mir wird es vielleicht schlimmer, aber gleichzeitig ist auch die Gewöhnung groß. Ich kann inzwischen im Laufen kotzen und das Ich, das sich in eine Kugel zusammenrolt, virtualisieren. Tut es in letzter Zeit wieder häufiger. Aber da scheint momentan keine direkte Überlastung sondern existzenzielle Angst dran Schuld zu sein.
    • Eine wrote:

      @qdbp das bedeutet, Du konntest vorher "lockerer" damit umgehen?
      jetzt wo ich ueber deine nachricht nachdenke, glaube ich dass das nicht mit dem biologischem zu tun hat.
      es haben sich umstaende ergeben, so dass ich nicht mehr meine befindlichkeiten (stimmings und so) und meine wahres ich nicht mehr so ausleben kann wie es mir gut getan hat/tun wuerde. dementsprechend bin ich viel angespannter und die aeuszeren reize dadurch schlechter kompensierbar(teufelskreis(rw)). jetzt bekomme ich over's und melt's bei dingen die ich frueher viel besser verarbeiten konnte oder nicht gleich total ueberfordert damit gewesen bin.
    • Verstehe. So ging es mir ganz oft. Ich hoffe, auch bei Dir sind diese Umstände nur vorübergehend.

      Eine sehr lange Zeit war ich in solcher Einengung gefangen, konnte da nicht raus. Nach und nach war es möglich, die Gesamtsituation zu verbessern. Nun hab ich insgesamt mehr "Ruhe / Freiraum" - aber das bedeutet nicht, dass der Stress automatisch weg bleibt.
      Mir wird bewusst, in welch einem dichten "Nebel" ich so lange Zeit war, wo ich overloads nicht mal bemerkte. Und die wurden gar nicht mehr immer zu den für mich typischen Meltdowns, sondern immer öfter kam ein shutdown. Aber beides erlebe ich jetzt bewusster als früher und kann klarer damit umgehen. Also wenn es möglich ist, sich zurück zu ziehen, rechtzeitig.
      Jetzt erst komm ich überhaupt erst mal dazu, herauszufinden was mir hilft. Wusste vorher nie im Erwachsenenleben. Doch ich stelle fest: die gleichen Strategien wie in der Kindheit wirken immer noch.
      Es kommt mir so vor, als hätte ich mal versucht, erwachsen zu sein, aber es war doof, und deshalb lass ich das wieder.

      Gibt es eigentlich eine Mischung aus Meltdown und Shutdown? Oder dass beides direkt ineinander übergeht?

      Ich frage mich, ob das immer klar zu trennen ist, weil... Also mein Körper macht manchmal seltsame Sachen. Der wird ohnmächtig und kotzt wann es ihm passt. Und der will sich entledigen und abschalten, einfach nur seine Ruhe. Aber ich bin ganz aufgereht innerlich und in Panik.
      Und bei dem Overload vorgestern war der Körper wie in 2 Hälften, die sich unterschiedlich verhielten. Links ging gar nix mehr, alle Muskeln waren blockiert. Und die rechte Seite "guckte zu" und verstand gar nix und bekam Angst.
      Ich fühle mich sehr oft... Nahezu immer... So zweigeteilt körperlich. Ich weiß nicht ob das schlimm ist.