Sozialen Beruf ausüben mit Asperger-Spektrum-Diagnose: Bitte um eure Erfahrungen und Rat

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    • Tristan, welche qualifizierenden Bildungsabschlüsse hast du und mit welchen Altersgruppen / Klientengruppen / in welchen Arbeitsbereichen arbeitest du gerne oder möchtest du gerne arbeiten?


      PS: Diese Leute sind überheblich, arrogant und denken sie hätten die Wahrheit mit Löffeln gefressen, die einzige Wahrheit. Sie erkennen so gar nicht, die Bereicherung, die du für das Team darstellst, die neuen Impulse, die du setzen kannst, sondern behandeln dich wie einen Azubi oder Praktikanten, wollen dass alles so gemacht wird wie immer schon, geben sich aber nichtmal die Mühe es zu erklären, und halten dich tatsächlich für geistig minderbemittelt. Ich würde mir fast wünschen, dass du deinen Mann stehst und deine Position verteidigst, aber erfahrungsgemäß würde das deinen unfreiwilligen Abgang nur beschleunigen.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.

      The post was edited 1 time, last by Lex ().

    • Hallo @Shino Me

      danke dir für deine Worte. Das mit den "Pullovern" ist wirklich so. Die Beschreibung merke ich mir.
      Heute wurde mir dieses "Szenario" an mehreren konkreten Situation bewusst.
      Unter diesem Gesichtspunkt arbeite ich dort wirklich auf einem verlorenen Posten. Man könnte meinen, dass sie bis zur "Deadline" warten, damit ich vielleicht vorher schon aufgebe.

      @Lex

      meinen Mann habe ich tatsächlich in den Gesprächen ergriffen, aber immer gab es dann eine Negierung meiner Aussage, bzw. wurde sie gedreht "Ja, das stimmt schon, ABER ..." jedes Mal.

      Ich bin Studierter im sozialem Sektor. Ausgelegt war ich damals in: Erwachsenenbildung, psychische Krankheiten, Diversity (LGBTQI),Feminismus und Kultur, Quartiersmanagement und etwas Beratung.

      Aber die Bereiche, die mich interessiert hatten, haben mich abgelehnt. Für weitere Stellen müsste ich wieder 50+ km fahren. Und das möchte ich nicht mehr. Hatte ich schon mal und es war keinem großartig dienlich.
    • Tristan wrote:

      Hallo @Shino Me

      danke dir für deine Worte. Das mit den "Pullovern" ist wirklich so. Die Beschreibung merke ich mir.
      Heute wurde mir dieses "Szenario" an mehreren konkreten Situation bewusst.
      Hi,

      ich arbeite grade an einer HP zum Thema. Dort will ich das mit den Pullovern aufgreifen. Ich habe auch "Bilder" erstellt, um zu erläutern, wie sich mein Denken und erkkken von dem anderer unterscheidet. Falls du Interesse hast, schicke ich dir die Bilder.
    • @Lex Ein Umzug ist leider keine Option, meine Partnerin will hier wohnen bleiben. Auch sind die Mietpreise in dem nächst größeren Ort horrend.
      Als ich single war und noch dort arbeitete, hatte ich es überlegt, aber ich hab keine Wohnung gefunden, die einen relativ humanen Preis hatte.


      Lex wrote:

      Körperliche Zeichen helfen nicht bei Leuten, deren Augen geschlossen sind.
      Was meinst du damit, ich verstehe es leider nicht?


      @Shino Me wäre nett, wenn du mir die Bilder schicken würdest. Das würde ich mir gerne ansehen. Danke für dein Angebot.
    • Tristan wrote:



      Lex wrote:

      Körperliche Zeichen helfen nicht bei Leuten, deren Augen geschlossen sind.
      Was meinst du damit, ich verstehe es leider nicht?
      @Lex
      Hi, erstaunlicherweise doch. Ich habe früher oft Übungen aus dem stillen Bereich mit geschlossenen Augen unterrichtet und wenn man dann (ich musste das bewusst mache und mir immer sagen, diese Menschen in deinem Kurs reagieren anders als ich.) anfängt, selbst wieder "normal" zu atmen oder sich bewusst langsam bewegt, dann wird das oft gespürt.
    • Guten Morgen liebe Leute,

      zwei Tage noch, dann ist Wochenende. Das, was ich gestern noch erlebt habe, hat nachgewirkt.

      Das was gesagt wurde, das was ich drumherum erlebt habe. Zum Beispiel: "Wir wollen jemanden, der genau so wie wir Gespräche führt. Lebendig, flexibel, etc. Bloß nicht steif und formell", "Das Team mit den Kolleginnen ist so, wie wir es wünschen." oder "Wie sollen wir mit zwei Fachkräften mehr Klienten aufnehmen?" und meine Chefin zeigt auf mich "Drei Fachkräfte." und die Kollegin "Ach ja."
      Ich komme immer so am Rande vor, obwohl ich mich einbringe, wo es geht. Und es scheint den Kolleginnen nicht zu reichen. Sie fragen mich was, die Antwort scheint ihnen nicht zu gefallen. Und das lassen sie mich mit "unterschwelliger Abwertung" auch spüren. Schauen mich an, als würde ich sie nicht verstehen, sie ziehen die Augenbrauen hoch, gehen einfach weg, verschränken die Arme, schütteln den Kopf, etc. Wenn ich etwas mache, wird es korrigiert "Das macht man hier nicht so!", es erfolgt eine Korrektur und ich stehe da wie ein Idiot. Klar, für die Zukunft habe ich was gelernt, aber es wird mir unterschwellig einfach gedeutet, dass ich nicht erwünscht bin.
      Ich weiß, dass ich nicht diese Profession habe, aber dann sollen sie mich eben kündigen, als mich "auf heißen Kohlen sitzen zu lassen" (RW).

      Nach den oben genannten Aussagen, kann ich doch davon ausgehen, dass das Kündigungsgespräch bald kommt. Ich kann nicht so sprechen wie sie, selbst wenn ich üben würde, es würde wie aus einem Lehrbuch klingen. "Steif, strukturiert und formell". Das weiß ich einfach. Dazu muss ich mich in Gesprächen zu sehr auf das Gegenüber konzentrieren, als da "bubbly" zu sein.

      Ich habe nicht aus deren Profession und es ist ja kein literarisches Weiterbilden gewünscht, es soll vom menschlichen Naturell kommen. Ja, da bin ich sehr still und analytisch und nicht sonderlich flexibel.

      Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob ich mich wirklich dafür in ein persönliches Burn-Out treiben möchte, wenn es eh eine Deadline gibt. Krankschreiben möchte ich mich eigentlich nicht, aber bevor ich dort weinend zusammenbreche, vielleicht das Beste. Mit der Chefin mag ich nicht sprechen, weil ich merke, dass sie das auch schon gar nicht mehr möchte. Kommt mir echt so vor, als würde sie einfach warten, bis ich mit "Ich kann nicht mehr." auf sie zukomme.

      The post was edited 1 time, last by Tristan ().

    • @Lex Die Frage ist ziemlich sinnfrei, da es nicht um mich geht, sondern um Tristan. Und wie schnell er im Burnout landet, kann außer ihm (und er vielleicht auch nur retrospektiv) niemand beantworten. Da können ja ziemlich viele Faktoren außerhalb der eigentlichen Arbeitssituation durchaus eine Rolle spielen. Und dann ist ja auch die Frage, wie lange es duaert, aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus etwas neues Geeigneteres zu finden. Vielleicht dauert es bis zu seinem Burnout 4 Monate, aber den neuen Job hat er erst in 6 Monaten. Leider kann er ihn dann vielleicht nicht antreten, weil er dann erst mal monatelang seinen Burnout auskurieren muss. Wohlgemerkt: Alles fiktiv! Meine Kristallkugel ist da leider etwas unpräzise.
    • @Tristan

      Ich habe ja meinen Zivildienst u.a. in der Schulbegleitung gemacht. Da wollten mich einige Lehrer gar nicht da haben und haben mich ständig weggeschickt und sich dann hinterher beschwert, dass ich in den entscheidenden Momenten nicht greifbar war. Da wurden mit mir auch einige Krisengespräche geführt. Das war für mich damals auch eine sehr unangenehme Situation, ich konnte mich aber damit trösten, dass es irgendwann vorbei sein würde.

      In meiner aktuellen Arbeit gab es auch einmal eine Krisensitzung. Die wurde aber von einer Mitarbeiterin initiiert, die der Meinung war, dass ich mit unserem Auftraggeber irgendwie andere Auftragskonditionen aushandeln müsste, obwohl das überhaupt nicht in meinem Einflussbereich lag. Da hatte ich dann Glück, dass sie irgendwann gegangen ist.

      Ebenfalls auf der jetzigen Arbeit habe ich auch schon neue Mitarbeiter eingearbeitet. Da habe ich auch selbst oft die Erfahrung gemacht, dass die Neuen genaue Regeln haben wollen. Unsere Arbeit ist aber auch sehr wenig standardisiert, für vieles muss man ein Gefühl entwickeln und im Grunde schon eine gewisse natürliche Begabung haben.

      Ich denke deshalb, dass es einerseits schwierige Mitarbeitertypen gibt. Die sind z.B. eher wettbewerbsorientiert, fühlen sich dabei vielleicht selbst leicht angegriffen und sind dann auch noch eher zwanghaft veranlagt. Auf der anderen Seite gibt es Arbeiten, die besondere Flexibilität und Intuition erfordern. Beides ist für Aspies eher nicht geeignet und beides hast du jetzt erwischt.

      Mit verträglicheren Mitarbeitern könntest du die Arbeit als solche vermutlich bewältigen. In einem strukturierteren Arbeitsumfeld würden dieselben Mitarbeiter bei dir vielleicht weniger Angriffspunkte finden oder es gäbe zumindest härtere Fakten, auf die du dich stützen könntest.


      Tristan wrote:

      Ja, da bin ich sehr still und analytisch und nicht sonderlich flexibel.
      Nutze die Situation am besten, um für dich genau zu analysieren, welche Aspekte der Arbeit problematisch sind und auch in Zukunft schwierig werden könnten, um beim nächsten Job nicht wieder in ähnliche Situationen zu kommen. Die Kollegen kann man sich natürlich vorher nicht aussuchen, aber wenigstens auf das Arbeitsumfeld hat man ja Einfluss.
    • Tristan wrote:

      "Wir wollen jemanden, der genau so wie wir Gespräche führt. Lebendig, flexibel, etc. Bloß nicht steif und formell", "Das Team mit den Kolleginnen ist so, wie wir es wünschen." oder "Wie sollen wir mit zwei Fachkräften mehr Klienten aufnehmen?" und meine Chefin zeigt auf mich "Drei Fachkräfte." und die Kollegin "Ach ja."
      Ich komme immer so am Rande vor, obwohl ich mich einbringe, wo es geht. Und es scheint den Kolleginnen nicht zu reichen. Sie fragen mich was, die Antwort scheint ihnen nicht zu gefallen. Und das lassen sie mich mit "unterschwelliger Abwertung" auch spüren. Schauen mich an, als würde ich sie nicht verstehen, sie ziehen die Augenbrauen hoch, gehen einfach weg, verschränken die Arme, schütteln den Kopf, etc. Wenn ich etwas mache, wird es korrigiert "Das macht man hier nicht so!", es erfolgt eine Korrektur und ich stehe da wie ein Idiot. Klar, für die Zukunft habe ich was gelernt, aber es wird mir unterschwellig einfach gedeutet, dass ich nicht erwünscht bin.
      Hervorhebungen oben von mir!

      Hi,

      wenn sie beim nächsten mal was sagen bez, sie wollen jemanden, der wie sie ist, würde ich folgendes sagen:

      Wie sind hier, um gemeinsam für unsere Klienten da zu sein. Dazu ist es sinnvoll, dass WIR auch die verschiedenen Typen abdecken und damit auf ALLE Klienten sachadäquat reagieren.


      Bitte denkt einmal darüber nach, wenn ihr einen Kollegen nur nach EUREN Vorstellungen aussuchen möchtet. Es geht gleichzeitig um unsere Klienten, um ihre Ansprüche und Erwartungen. Solltet ihr mit eurer Erfahrung und eurem pädagogischen Wissen nicht froh sein, mich im Team zu haben?


      Es ist für unsere Klienten sinnvoll, dass ich so bin, wie ich bin. Und wie ihr ja gemerkt habt, gibt es viele Klienten, die mit mir zufrieden sind.


      Ich reiche euch die Hand und bin bereit im direkten Umgang mit euch mich so weit wie möglich anzupassen - ohne mich verbiegen. Im Umgang mit den Klienten möchte ich mich einbringen, wie ich bin, denn da habe ich postitives Feedback von unseren Kienten.

      (RW für die Kollegen)
    • Danke euch allen für eure Antwort.

      Also das "richtig diagnostizierte" Burn-Out hatte ich nach 1,5 Jahren im Beruf.

      Jetzt ist es eher der Situation geschuldet, dass dort Dinge vorausgesetzt werden, die ich nur bedingt bieten kann.
      Zum einen diese Lebhaftigkeit, diese "krasse Strenge" und diese Unstrukturiertheit, die Flexibilität verlangt.

      Wurde mir heute auch wieder gezeigt. Da wird mit den Klienten gealbert und anständiger Quatsch gemacht, aber auch lautstark korrigiert, wenn einer gerade gewaltigen Quatsch macht (z.B. ständig laut rufen, auf den Tisch hauen, etc.). Da bin ich dann eher beschwichtigend und sage einmal in einem normalen, aber bestimmten Ton etwas und werde dann lauter, aber ich schreie nicht.

      Da mir Regeln beim Schimpfen noch nicht bekannt sind, weiß ich eben nicht, was "okay" ist und was "nicht geht" (z.B. "Sanktionen" oder Kompromisse finden). Auch scheint es nicht erwünscht zu sein, dass ich das täte. Die Kolleginnen übernehmen immer, wenn ich gerade dabei bin, zu "schimpfen". Aber bitte, sollen sie.

      Die Klienten mögen mich größtenteils alle, andere sind eben eher auf meine Kollegin fixiert, können eher mit Frauen. Aber das gibt es ja auch im normalen Leben. Solange der Umgangston und Umgang passt, ist alles "okay".

      Solange mir keiner Schläge androht oder verprügelt, ist ja alles in Ordnung (Spaß). Einige Klienten kommen sogar mit offenen Armen durch den Flur gelaufen, wenn ich zur Tür hereinkomme und umarmen mich kräftig. Andere nehmen meine Hand oder kuscheln mit mir, um sich selbst zu regulieren (ruhig werden). Und das würden ja keine Klienten tun, die mich "total schrecklich" finden würden.

      Jobs werde ich dennoch weiter suchen, weil ich eben deren "Schuh nicht füllen kann" (RW). Ihren Ansprüchen nicht gerecht werden kann. Ich bin nicht "bubbly" nicht "lebhaft", ich bin lustig, aber pragmatisch. Sorry.

      Heute war auch wieder so eine Situation, da wurden die Regeln nicht eingehalten (Flexibilität?). Ich wollte heute endlich mit ein paar Klienten was unternehmen. Sagt Kollegin 1 "Frag alle Klienten und nimmt mehrere mit. Und planen ist schwierig, wir richten uns hier nach den Wünschen der Klienten." (weiß ich, aber eine Unternehmung ist ein Tagespunkt = eine Struktur). Kollegin 2 sagt "Nimm 2 Klienten mit, das reicht locker. Frag Kollegin 1, ob sie schon was geplant hat" (ich dachte wir planen nicht?) Dann bin ich bestimmt 3x hin und her gelaufen, um es dann genau so zu machen, wie ich es wollte.

      So, bin ich mit den Klienten in der Unternehmung, hab es zeitlich so getaktet, dass wir zeitig zum Abschluss wieder da sind. Wir kommen zeitig zurück, sind alle anderen noch bei ihrer Unternehmung. Also ich mit den Klienten dorthin "Ach, was macht ihr denn schon hier? Ja, wir spielen einfach bis zum Schluss."

      Hat mir das jemand gesagt? Nein. Hätte ich fragen können? Ja. Aber wenn ich schon 3x hin und her laufe, hätte mir doch jemand sagen können, ob es eine Abschlussrunde gibt, oder nicht. Klienten verunsichert sowas auch, wenn sie sich an Zeiten halten und dann heißt es "Nein, passt schon. Bis zum Ende machen wir jetzt X weiter". Ein Tag ja, ein Tag nein.

      Vor den Klienten stehe ich dann auch immer da wie der "Depp vom Dienst" (RW). Ist ja nicht so, dass die Klienten nicht auch bemerken, wer da mehr zum Sagen hat oder die Struktur vorgibt. Ich schwimme da einfach so nebenher. Es ist frustrierend. Man tut und macht und hält sich an "Regeln" und dann ist man wieder der Depp. Ich werde kaum eingebunden, sondern eher immer irgendwo eingesetzt, wo es gerade passt. Gefragt wird da auch nicht immer. Jedenfalls nach meinem Empfinden nicht. Und dann fragt ein Klient mich was und ich kann ihm keine Antwort geben. So banal die Fragen auch manchmal sind und dann denke ich mir "Warum spricht keiner meiner Kolleginnen mit mir?" Sie sprechen ja auch untereinander. Ich muss immer zu denen gehen, fragen oder hören. Oder bekomme Dinge am Rande mit.

      Heute kam Kollegin 1 in die Einrichtung, wenn Kollegin 2 in ihrer Gruppe ist, geht sie immer hin "Hallo" sagen und dann unterhalten sie sich. Heute war ich alleine in der Gruppe, sie geht einfach zu ihrer Gruppe. Also gehe ich zu ihr rüber, sage "Hallo, wie geht es dir?" und sie nur "Ach, hi. Ja, gut und dir? Ah, mhm, gut.", dreht sich von mir weg, setzt sich hin und daddelt auf ihrem Handy rum. Am Feierabend ging sie 2 Meter vor mir und daddelte wieder auf dem Handy rum. Hätte ja auch auf mich kurz warten können, um zu sprechen.

      Also da soll mir einer sagen, dass ich da nicht schon abgeschrieben bin.

      The post was edited 5 times, last by Tristan ().

    • wie viel musst du denn verdienen? (Die Frage ist nicht zur öffentlichen Beantwortung gedacht, sondern nur eine, die du dir selbst stellen solltest)

      Denn: was wäre, wenn du beim nächsten Job darauf schaust, dich nicht auf deine Qualifikation zu fixieren sondern in Betracht zu ziehen, dir das Leben leichter zu machen, indem du dich unterhalb deiner Qualifikation umschaust? Verzweifelt wird immer nach Fachkräften für Einzelfallhilfe gesucht. Vielleicht gibt es bei deinem Klientel bestimmte "Typen", mit denen du besonders gut klar kommst. Wenn es da eine Stellenausschreibung für Einzelfallhilfe oder Inklusionshilfe gibt, schnapp sie dir. Wieso nicht? Dann arbeitest du relativ autark in einem Team. Und wenn du dann zufällig ein autistisches Kind erwischst, dann bist du nicht nur qualifiziert, sondern tatsächlich auch mehr als kompetent!

      Ich merke, dass Neurodiversität, bzw ein verstärktes Bewusstsein um Neurodiversität dem sozialen Berufsstand eigentlich gut tun würde. Schließlich wird meist von oben herab aus einer funktionalen und allistischen Perspektive auf Kinder mit normabweichender Entwicklung geschaut. Dann wird der Helferimpuls geweckt und die Normabweichung genau definiert. Aber eine Einsicht haben die meisten pädagogisch tätigen nicht wirklich in anders arbeitende Gehirne. Ich merke, dass ich oft einen "guten Draht" (RW) zu den normabweichender Kindern habe und ihnen in einem anderen Bewusstsein begegne als mancher Kollege. Das ist NIE eine Frage der Qualifikation oder des Willens, aber manches kann man nur durch eigene Erfahrung verstehen und angemessen reagieren.
    • Vielleicht machst du intuitiv viele Dinge richtig und sogar besser als die Kolleginnen, die da immer meinen, schimpfen zu müssen. Ich weiß nicht, ob Schimpfen immer der beste oder einzige Weg ist, unerwünschtes Verhalten abzustellen.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Hallo ihr beiden,

      mein letzter Job war in der sozialpädagogischen Einzelfallhilfe. Das war bis auf das ewige Pendeln und das Gleitzeitsystem, in dem ich mich verzettelte (RW), wirklich toll. Ich hab mir gedacht, dass ich vielleicht in die beraterische Branche gehe.
      Sollte ich mit AS diagnostiziert werden, gehe ich vielleicht in diesen Bereich. Ansonsten gehe ich in meinen "alten Bereich" zurück.

      Schulbegleiter / Inklusionshelfer ist leider immer nur geringfügige Arbeit (450€-Basis oder auf Fachleistungsstunden-Basis), davon könnte ich nicht leben.
    • New

      Tristan wrote:

      Sollte ich mit AS diagnostiziert werden, gehe ich vielleicht in diesen Bereich. Ansonsten gehe ich in meinen "alten Bereich" zurück.
      ???

      Dein "Sein" ändert sich doch nicht durch die Diagnose bzw. Nicht-Diagnose. Also du wirst doch nicht plötzlich dynamischer, flexibler oder was immer wenn du mit ASS diagnostiziert wirst - oder auch nicht. Warum machst du also an der Diagnose fest wo du arbeiten willst?
      Surprised by the joy of life.
    • New

      Hallo Surprised,

      Weil ich in meinem "alten Bereich" schon Arbeitserfahrung habe und mir dadurch schon Arbeitsschritte / Vorgänge bekannt sind. Das gibt mir Sicherheit. In diesem Setting könnte ich schon relativ selbstständig agieren und mich einbringen. Ähnlich stelle ich es mir vor, wenn ich beispielsweise in eine Beratungsstelle oder Autismus-Zentrum angestellt wäre. Natürlich müsste ich mich in diese Thematik verstärkt einlesen, aber ich kann schon einmal etwas aus meinem eigenen Erfahrungsschatz "schöpfen" (RW).

      Jedenfalls stelle ich es mir vor. Wissen kann ich es natürlich im Vorfeld nicht.

      Bei meiner Arbeit ging es Freitag für mich wieder drunter und drüber. Missverständnisse, "Zwischen-den-Zeilen-lesen" und unterschwellige Arbeitsaufträge "en mass" (RW). Ich fast hysterisch, die eine Kollegin "wieder einmal" angenervt. Manchmal würde ich sie mir einfach gerne zur Seite nehmen und mit ihr sprechen. Aber was soll ich da groß auf ihre potenzielle Kritik sagen "Ja, ich weiß. Und tut mir Leid, dass ich nicht so arbeite, wie ihr euch es wünscht." Dann entschuldige ich mich für mein Sein und das kann es ja auch nicht sein. Ich bin ja per se kein schlechter Mensch. Weiß Gott nicht (RW). Eher zu nett (Aussagen anderer).