Schwerbehindertenausweis, wer bekommt ihn?

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    • Schwerbehindertenausweis, wer bekommt ihn?

      Unsere 3 Aspikinder haben alle einen Schwerbehindertenausweis beantragt.
      Die beiden jüngeren schon vor über einem Jahr und sie bekamen 80%, bzw 60%.
      Anfang des Jahres hat der älteste auch die Bewilligung erhalten, mit 20%, da die Diagnose schon zu lange her sei. So haben wir noch ein neues Gutachten durch eine Psychologin erstellen lassen, in dem sie vieles aufführt, wo er im Alltag Probleme mit hat.
      Letzte Woche kam dann die Antwort,- 30%, was ja nun keine Schwerbehinderung ist.

      Was habt ihr denn für %? Warum sind es nur 30%, die beiden anderen haben ja auch mehr? Ja, die beiden jüngeren haben noch eine Diagnose mehr,- soziale Ängstlichkeit, aber Probleme haben sie alle ähnliche.
      Können wir noch etwas unternehmen, damit auch er höher gestuft wird? Noch eine neue Stellungnahme erstellen lassen, bzw noch einmal mehr von der Psychologin schreiben lassen?

      Es wird ja nich mehr nach Diagnose entschieden, aber welche Dinge kommen denn in Betracht?
      Der älteste musste sein Studium an der Präsenzuni aufhören, da er dort nich klar kam, studiert nun an der Fernuni. Genauso ist er wieder bei uns eingezogen, da er alleine nicht zurecht kam. Er benötigt bei vielen Dinge unsere Unterstützung und Hilfe.

      Es geht uns bei dem Schwerbehindertenausweis in erster Datum, dass wir bei der Kindergeldstelle darstellen können, dass er auch noch weiterhin Kindergeld bekommt. Er kann ja seinen Lebensunterhalt nicht selber bestreiten und ist schon vor seit Geburt Autist.


      Können wir da noch etwas machen? Lohnt sich noch ein Widerspruch?
    • Zunächst mal: Die Zahl hinter dem GdB bedeutet nicht %!

      Mama4 wrote:

      Die beiden jüngeren schon vor über einem Jahr und sie bekamen 80%, bzw 60%.
      Dann sind sie unter 18.
      Mit Erreichen der Volljährigkeit wird sich das Versorgungs-/Landratsamt melden und den GdB runtersetzen.

      Mama4 wrote:

      Anfang des Jahres hat der älteste auch die Bewilligung erhalten, mit 20%
      Dann ist er mindestens 18.

      Mama4 wrote:

      Letzte Woche kam dann die Antwort,- 30%, was ja nun keine Schwerbehinderung ist.
      Taktik des Amtes. Erstmal sehr wenig geben, dann kann man bei Beschwerde ein bisschen was, was aber nicht viel bringt und kostet, draufpacken.

      Mama4 wrote:

      Was habt ihr denn für %?
      30. Aber nicht %. Diese Information hilft Dir allerdings nicht einen Schritt weiter.

      Mama4 wrote:

      Warum sind es nur 30%, die beiden anderen haben ja auch mehr?
      Weil sowas individuell entschieden wird.
      Und so kannst Du nicht argumentieren.
      Dann könnte man ja auch fragen: "Wieso haben die beiden jüngeren 80 und 60? Der Große hat ja auch nur 30!".

      Mama4 wrote:

      Es wird ja nich mehr nach Diagnose entschieden, aber welche Dinge kommen denn in Betracht?
      Tatsächliche Einschränkungen im Alltag.

      Mama4 wrote:

      Können wir da noch etwas machen? Lohnt sich noch ein Widerspruch?
      Kann man immer versuchen.
      Aber einen Widerspruch habt ihr ja offenbar schon gemacht, also müsst ihr Klage beim Sozialgericht einreichen.
      Bzw. Dein Sohn muss das machen, er scheint ja volljährig zu sein.

      The post was edited 1 time, last by zaph ().

    • Mama4 wrote:

      Was habt ihr denn für %?
      Ich habe einen SBA mit Grad 50 ohne Merkzeichen bekommen, da ich mittlere soziale Anpassungsschwierigkeiten habe. (Merkzeichen wären ggf. nochmal eine andere Sache, über die man Nachdenken kann, wenn er auf Begleitung angewiesen sein sollte käme z.B. B infrage.) Das bedeutet man ist in mehrere der 9 Lebensbereiche nach Bundesteilhabegesetz nicht ohne Hilfe integrierbar. Man braucht z.B. betreutes wohnen, eine Assistenz oder eine Schulbegleitung (Das kann auch die Hilfestellung durch euch sein). Dann gibt es noch leichte Anpassungsschwierigkeiten was bedeutet man ist nicht ohne besondere Förderung integrierbar. Also man braucht Eingliederungshilfe oder Nachteilsausgleiche. Leichte Anpassungsschwierigkeiten sind ein GdB von 30-40, mittlere ein GdB von 50-60. Wenn man auch mithilfe in mehrere Lebensbereiche nicht integriert werden kann hat man schwere Anpassungsschwierigkeiten was einen GdB von 70-100 ergibt.

      Hier mal die Übersicht aus der Versorgungsmedizinverordnung:
      ohne soziale Anpassungsschwierigkeiten beträgt der GdS 10 – 20,
      mit leichten sozialen Anpassungsschwierigkeiten beträgt der GdS 30 – 40,
      mit mittleren sozialen Anpassungsschwierigkeiten beträgt der GdS 50 – 70,
      mit schweren sozialen Anpassungsschwierigkeiten beträgt der GdS 80 – 100.

      Soziale Anpassungsschwierigkeiten liegen insbesondere vor, wenn die Integrationsfähigkeit in Lebensbereiche (wie zum Beispiel Regel-Kindergarten, Regelschule, allgemeiner Arbeitsmarkt, öffentliches Leben, häusliches Leben) nicht ohne besondere Förderung oder Unterstützung (zum Beispiel durch Eingliederungshilfe) gegeben ist oder wenn die Betroffenen einer über das dem jeweiligen Alter entsprechende Maß hinausgehenden Beaufsichtigung bedürfen.


      Mittlere soziale Anpassungsschwierigkeiten liegen insbesondere vor, wenn die Integration in Lebensbereiche nicht ohne umfassende Unterstützung (zum Beispiel einen Integrationshelfer als Eingliederungshilfe) möglich ist.


      Schwere soziale Anpassungsschwierigkeiten liegen insbesondere vor, wenn die Integration in Lebensbereiche auch mit umfassender Unterstützung nicht möglich ist.
      Damit kann man dann entsprechend argumentieren. Sucht euch am besten Unterstützung dabei den Anspruch auf einen höheren GdB durchzusetzen, wenn ihr denkt, dass 30 zu niedrig ist für seine Schwierigkeiten.

      (Wenn jemand hier mehr oder bessere Infos hat oder da mehr Ahnung hat, darf er mich gerne korrigieren.)
    • dgbrechtsschutz.de/recht/sozia…tigungen/details/anzeige/

      Leichte Anpassungsschwierigkeit
      Leichte soziale Anpassungsschwierigkeiten liegen vor, wenn eine Berufstätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt trotz Kontaktschwäche und/oder Vitalitätseinbuße noch ohne wesentliche Beeinträchtigung möglich ist. Außerdem darf eine wesentliche Beeinträchtigung der familiären Situation oder bei Freundschaften nicht bestehen.

      Mittelgradige Anpassungsschwierigkeit
      Mittelgradige soziale Anpassungsschwierigkeiten liegen vor, wenn eine psychische Veränderung eine weitere berufliche Tätigkeit grundsätzlich noch erlaubt, aber bereits eine verminderte Einsatzfähigkeit bedingt. Als weiteres Kriterium gelten erhebliche familiäre Probleme durch Kontaktverlust und affektive Nivellierung. Es darf aber noch keine Isolierung geben. Auch ein sozialer Rückzug, der etwa eine vorher intakte Ehe oder Freundschaft stark gefährden könnte, darf noch nicht erfolgt sein.

      Schwere Anpassungsschwierigkeit
      Schwere soziale Anpassungsschwierigkeiten liegen vor, wenn die weitere berufliche Tätigkeit sehr stark gefährdet oder ausgeschlossen ist. Weitere Kriterien sind schwerwiegende Probleme in der Familie oder im Freundes- oder Bekanntenkreis bis zur Trennung von der Familie, vom Partner oder vom Bekanntenkreis.
      Ich habe die Erfahrung gemacht, man kann trotz entsprechender Einschränkungen schon froh sein, wenn man "mittelgradige Anpassungsschwierigkeiten" zugestanden bekommt vom Versorgungsamt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Behörde jede Möglichkeit nutzt um einen GdB niedriger festzusetzen als er eigentlich wäre. Zum Beispiel die Definition "erhebliche familiäre Probleme..." da kann es (nach meiner Erfahrung) schon reichen, wenn die Behörde meint man hätte keine familiären Probleme oder mit Freundschaften und aus dem Grund nur "leichte Anpassungsschwierigkeiten" zugesteht. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man da sehr aufpassen muss wie man etwas formuliert, oder auch wie in einem Arztbrief etwas formuliert ist.
    • Avery wrote:

      Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man da sehr aufpassen muss wie man etwas formuliert, oder auch wie in einem Arztbrief etwas formuliert ist.
      Das ist denke ich extrem wichtig bei der Auswertung.
      Den Satz:

      Avery wrote:

      Zum Beispiel die Definition "erhebliche familiäre Probleme..."
      Wäre für die Ämter die das einschätzen müssen sehr schwammig.
      Hier wären weitere Beispiele nötig.
      Bei einem Autisten könnte das zum beispiel weiterführend so beschrieben werden sofern zutreffen:
      - hat außer den Eltern keinen Kontakt zu anderen, Eltern sind die einzigen Bezugspersonen
      - Freundschaften oder Kommunikation ist nur mit Hilfe von Betreuern in Einrichtung möglich/mit Hilfe der Eltern/Lehrer möglich die darauf achten
      - Änderungen des Tagesablaufs bringt Person in Nervenzusammenbrüche mit selbstverletzenden Verhalten oder Gewaltausbrüche gegen umgebende Personen und Gegenstände
      - braucht mehrere Tage oder Wochen sich auf Veränderungen vorzubereiten
      - reagiert sehr verzögert auf Ansprache, braucht manchmal minuten um zu antworten
      - kann den persönlichen Tagesablauf nicht ohne fremde Hilfe gestalten, hierfür kommen momentan Betreuer in Einrichtung/Lehrer/Eltern auf und sind Alltagshelfer

      Wer zusätzlich noch eine Lernbehinderung hat oder Depression oder etwas anderes, kommen vermutlich noch andere Einschränkungen des Alltags hinzu die auch beschrieben werden müssen.

      Ich habe bei meinem GdB beim ersten versuch 50 und unbefristet erhalten und war bereits volljährig.
      Ich bin damit zufrieden, auch wenn ich mir 70 gewünscht hätte um wenigstens auch mal ein paar Vergünstigungen zu erhalten, meist reicht allein einen SbA zu haben hier nicht aus.
      Aber das ist ein anderes Thema.
    • Danke schonmal für eure antworten.
      Noch einmal zur Verdeutlichung.
      Der jüngste wird bald 18, hat Grad 80 und dies noch für 2 Jahre.
      die Tochter war schon über 18 und hat 60 bekommen, aber unbefristet.
      Der älteste ist zwar schon 25, aber die erste Stellungnahme, dass er Probleme an der Uni hat, sind schon von vor 5 und 4 Jahren und nun noch einmal neu von einer Psychologin aus dem autismuszentrum. Sie hat vielleicht nicht so ausführlich alles beschrieben, aber es kommt uns doch eher so vor, als würde hier einfach jemand gefragt, der nach was weiß ich denn entscheidet.
      Wir haben keinen Widerspruch eingelegt, sondern bekamen die Antwort, so könnten sie es nicht besser festlegen, da die Gutachten schon so alt seien. Wir sollten noch etwas neues hinzufügen, dann würde er genau geprüft.
      Ich denke, dass bei einigen Prüfern,- leider müssen wir immer wieder die Erfahrung machen, die Meinung vorherrscht, dass wenn jemand studieren kann, er auch nicht sonderlich eingeschränkt ist.
      Aber er schafft es nicht an der Päsenzuni, dort war ihm das ganze drum herum zu viel, die Studentenbude hat er schnell wieder aufgegeben, dann das fahren mit dem Zug durch unser Auto eingetauscht, aber auch dies war Zuviel mit dem ganzen Gewusel an der Uni....
      Er kann auf Dauer noch nicht länger alleine leben, benötigt unsere Unterstützung bei allen Behördengängen oder Arztbesuch...
      Also lohnt es sich noch einmal, das Gutachten etwas ausführlicher schreiben zu lassen.
      Anscheinend war die Psychologin damit überfordert, bzw wußte nicht genau wie man das macht.
      Ich denke wir werden beim Kreis noch einmal nachfragen, warum er nur 30 bekommen hat. Haben wir ein Anrecht darauf, eine Begründung zu lesen?

      vielmehr geht es uns aber darum, dass wir weiterhin Kindergeld für ihn bekommen. Denn er ist ja durch seinen Autismus und die dadurch bekommenen Probleme noch nicht mit seinem Studium fertig und kann seinen Lebensunterhalt nicht selber verdienen.

      Mittlerweile haben wir an verschiedenen Stellen angefragt, welche Unterstützung wir bekommen können und müssen immer wieder hören,- dazu ist er / sie nicht betroffen genug oder aber,- oh, dann ist er /sie aber zu sehr betroffen....
      Es scheint nur ein sehr sehr schmaler grad zu sein, wo man irgendeine Unterstützung erhalten kann.
    • Okay, da waren ja nun wertvolle neue Informationen dabei.
      Vielleicht solltet ihr selbst mal eine Liste zusammenstellen, wobei er überall Unterstützung im Alltag braucht und dies ans Amt schicken.
      Das Gutachten der Psychologin hat ja nichts gebracht.
      Das Alter der Diagnose ist nicht relevant.
      Ich denke auch, dass ihr die Liste zusammen mit einem offiziellen Widerspruch gegen den Feststellungsbescheid schicken solltet.
      Dabei sind Fristen zu beachten. Ich glaube, ihr habt nur vier Wochen Zeit, ansonsten wird der Bescheid mit dem GdB 30 rechtskräftig.
      Das Versorgungsamt wird dann entweder den Bescheid korrigieren oder einen Gutachter bestellen.
    • Mama4 wrote:

      Sie hat vielleicht nicht so ausführlich alles beschrieben
      Als Antragsteller muss man möglichst konkret beschreiben bzw. beschreiben lassen welche Einschränkungen im Alltag vorliegen. Denn daran muss dann ja entschieden werden, wo die Probleme einzusortieren sind.

      Mama4 wrote:

      Also lohnt es sich noch einmal, das Gutachten etwas ausführlicher schreiben zu lassen.
      Anscheinend war die Psychologin damit überfordert, bzw wußte nicht genau wie man das macht.
      Könnte hinkommen. Ich habe mich an der Liste der Lebensbereiche orientiert und jeweils dazu meine Einschränkungen beschrieben. Mein Arzt hat diese Liste auch bekommen und in seiner Antwort an das Amt bestätigt. Es macht also ggf. Sinn dem Gutachtenersteller eine solche Liste zu geben, an der er sich orientieren kann.
      1. Lernen und Wissensanwendung,

      2. Allgemeine Aufgaben und Anforderungen,

      3. Kommunikation,

      4. Mobilität,

      5. Selbstversorgung,

      6. häusliches Leben,

      7. interpersonelle Interaktionen und Beziehungen,

      8. bedeutende Lebensbereiche und

      9. Gemeinschafts-, soziales und staatsbürgerliches Leben.
    • ihr habt recht auf akteneinsicht. ich hatte bei meinem wiederspruch darum geben und habe in kopie bekommen, was die dort erhalten haben: ggf arztbriefe, die ich teilweise kannte, teilweise nicht und interessanter: worauf sie sich berufen haben. ich hatte z.b. merkzeichen G mitbeantragt. weil ich auch meinen orthopäden angegeben habe, hat man einfach gesagt: knie nicht kaputt genug. dabei ging es ja um die orientierungsfähigkeit im straßenverkehr. die orthopädischen probleme sind sozusagen nur ausdruck meiner ständigen überanspannung. das habe ich auch als begründung geschrieben (zusammen mit noch ausfürlicheren attesten). die formulierung ist hier wirklich wichtig.
    • Mama4 wrote:

      Ich denke, dass bei einigen Prüfern,- leider müssen wir immer wieder die Erfahrung machen, die Meinung vorherrscht, dass wenn jemand studieren kann, er auch nicht sonderlich eingeschränkt ist.
      Damit steht ihr nicht alleine da. Das habe ich hier im Forum schon öfter gelesen, das egal was man beantragen will an Hilfen, wenn jemand einen Job hat, noch studiert etc, es extrem schwer ist da Hilfen bewilligt zu bekommen, eben mit dieser Begründung.
      Ich habe bisher alles recht problemlos bewilligt bekommen, auch wenn sich die Anträge immer sehr gezogen habe (einer bis zu einem jahr) weil ich die Anträge nicht ohne Hilfe ausfüllen kann oder immer wieder Unterlagen angefragt wurden von denen ich nicht wusste wie und das ich sie einreichen musste, aber weil ich eben nie geschafft habe einen Job irgendwie zu bekommen, habe ich hier vielleicht mehr Glück gehabt, die sehen da eine größere Notwendigkeit.
      Blöd ist es für die anderen natürlich dennoch, und auch unfair.
      Diese Hilfedinge sollen ja extra dafür da sein damit man beim Job oder dem Studium nicht abbrechen muss, damit man das beenden kann oder für den Job überhaupt fähig ist.
      Ich finde es schade das menschen die wenigstens einen Job haben der Staat nicht wirklich helfen will weil es Geld kostet, aber auf die lange Rechnung hin ist es besser so als wenn sie zulassen das man seinen Job verliert/nicht machen kann und dann teurere Maßnahmen notwendig sind damit man überleben kann.


      Mama4 wrote:

      Also lohnt es sich noch einmal, das Gutachten etwas ausführlicher schreiben zu lassen.
      Anscheinend war die Psychologin damit überfordert, bzw wußte nicht genau wie man das macht.
      Ich würde dazu dingend raten. Es hilft auch, wenn ihr selbst eine art Strichliste macht wo aufgeführt wird was ihn einschränkt und wie. Ich habe das damals vor dem Antrag für meinen GdB gemacht und meiner Psychotherapeutin gegeben.
      Ähnliches haben oben ja auch schon welche beschrieben.
    • kastenfrosch wrote:

      ihr habt recht auf akteneinsicht. ich hatte bei meinem wiederspruch darum geben und habe in kopie bekommen, was die dort erhalten haben: ggf arztbriefe, die ich teilweise kannte, teilweise nicht und interessanter: worauf sie sich berufen haben. ich hatte z.b. merkzeichen G mitbeantragt. weil ich auch meinen orthopäden angegeben habe, hat man einfach gesagt: knie nicht kaputt genug. dabei ging es ja um die orientierungsfähigkeit im straßenverkehr. die orthopädischen probleme sind sozusagen nur ausdruck meiner ständigen überanspannung. das habe ich auch als begründung geschrieben (zusammen mit noch ausfürlicheren attesten). die formulierung ist hier wirklich wichtig.
      Kastenfrosch hat schon Recht mit dem was sie da schreibt. Ihr solltet Widerspruch einlegen und um Akteneinsicht bitten. Auch eine Liste mit allen Ein-
      schränkungen könnte hilfreich sein.
    • Hallo,
      ich frage mich immer, ob es noch andere (wie mich) gibt, die keinen SB Ausweis haben und trotzdem "kämpfen" (RW) müssen. Ich finde es immer beachtlich, wie schnell jemand so was beantragt (und dann auch oft bekommt).
      Keine Sorge, ich bin es euch nicht neidig, aber ich wundere mich nur.

      Meiner Mutter würde auf Grund einer körperlichen Erkrankung so sehr GbB50 benötigen. Und sie hat 40. Trotz Widerspruch.

      Und mit Asperger Syndrom- naja, probiert man es halt mal und PENG! Hat man den Ausweis.
      Kommt mir so vor.

      Nicht böse gemeint gegen einzelne hier, aber manchmal wundere ich mich doch gerade bei Neuzugängen.

      LG Veronika.
      Man sieht nur mit dem Herzen gut.
      Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
      (Antoine de Saint-Exupéry)

      "Was ist falsch an sonderbar?"

      "Das Ende der Störung ist derzeit nicht absehbar."
    • Veronika wrote:

      Und mit Asperger Syndrom- naja, probiert man es halt mal und PENG! Hat man den Ausweis.
      Kommt mir so vor.
      Ich höre häufiger von Leuten die trotz massiver Probleme in Widerspruch gehen müssen, um überhaupt etwas zu bekommen etc. Oder vor Gericht das geklärt haben.

      Ich war deshalb sehr erleichtert im ersten Anlauf die 50 zu bekommen und habe auch eine mehrseitige Liste und Gutachten eingereicht mit meinen Schwierigkeiten (finde mich auch in den Beschreibungen mittlerer Anpassungsschwierigkeiten gut wieder). An vielen Stellen bin ich auf Begleitung angewiesen und ich hatte dann weder die Kraft noch die Energie für ein B zu widersprechen. Argumentation war ja, dass ich alleine öffentliche Verkehrsmittel nutzen kann. (Ja, kann ich, allerdings nur auf bekannten Strecken oder ohne Umsteigen. Sonst wird es sehr schwierig und ich bleibe ggf. irgendwo hängen oder lande alleine an Endstationen im Nirgendwo etc. und zu Ärzten, öffentlichen Orten/Veranstaltungen etc. brauche ich in vielen Fällen Begleitung). Meine Tic-Störung wurde überhaupt nicht mit einbezogen, was mich auch etwas wundert weil es scheinbar Leute gibt, die nur aufgrund einer solchen schon einen SBA bekommen haben. Das ist wohl auch von Amt zu Amt sehr verschieden. Na ja ich will mich nicht beschweren, denn wichtig war mir vor allem der SBA und da reichen die 50 für. Bei der nächsten Überprüfung werde ich allerdings mal alle übrigen Gesundheitsprobleme mit angeben und darum bitten, dass diese auch beachtet werden und sehen, was dann rauskommt.
    • Mir stellt sich die Frage, wer das Gutachten erstellt hat (zum Beispiel Psychologen, Autismus-Ambulanz einer Uniklinik).

      Zweitens ist für mich sehr verwunderlich, daß man als Kind mit Autismus keinen GdB von 100 bekommt (ist Regelfall mittlerweile, bis man volljährig wird). Oder habe ich mich da verlesen?

      Freundliche Grüße

      infla
    • Veronika wrote:

      Ich finde es immer beachtlich, wie schnell jemand so was beantragt (und dann auch oft bekommt).
      [...]
      Und mit Asperger Syndrom- naja, probiert man es halt mal und PENG! Hat man den Ausweis.
      Kommt mir so vor.
      Deine Aussage irritiert mich etwas.
      Wen meinst du hier im Beitrag?

      Ich habe nicht den Eindruck, als wenn jemand hier kaum Probleme hatte, dann die "spontane Idee" mit dem Autismus hatte und daraufhin gleich einen SBA bekommt.
      Vielleicht liest sich mancher Beitrag etwas kurz, aber kaum jemand beschreibt alle Probleme und Vorfälle, die da sind/ waren. Deswegen (denke ich) kann man aus Forenbeiträgen keine abschließenden Beurteilungen abgeben. Genauso wenig wie man Ferndiagnosen stellen kann kann man die Situation von SBA-Antragstellern voll beurteilen. Der/ Die Schreiber können aber im günstigen Fall durch die Hinweise und Ideen anderer selbst ihre Situation besser einschätzen und ggf. für sich einstehen.
    • Danke für die vielen Antworten und Hinweise.
      Ich denke, wir werden die Beurteilung und Begründung einmal lesen um zu erkennen, warum er die Meinung hat, dass es nur grad 30 sei.
      Die Psychologin hat schon die verschiedenen Bereiche angesprochen, aber nicht sehr ausführlich beschrieben. Auch wenn ich nicht so auf seitenweise Ausführungen stehe, wäre hier vielleicht mehr,- länger, besser gewesen.
      Die Idee, dass wir alles noch einmal ausführlicher beschreiben, ist gut.

      Wie gesagt, ist uns der Schwerbehindertenausweis nicht so wichtig, dieser dient aber dazu, dass er wenigstens noch länger Kindergeld bekommt.

      Wir müssen unsere 3 Aspikinder komplett selber finanzieren. Der jüngste bekommt nach 3 Jahren Kampf die Webindividualschule vom Jugendamt bezahlt, dies war ein solcher schlimmer Kampf, dass wir dadurch etwas sehr vorsichtig geworden sind.
      Die beiden älteren, die durch ihren Autismus beide die erste Ausbildung, bzw das Studium abbrechen mussten, erhalten keinerlei Hilfe. Sie leben beide wieder bei uns und wir zahlen die Fernunis. Nun soll der ältere, da er jetzt 25 ist, auch noch kein Kindergeld mehr bekommen und so fallen auch noch Steuervorteile raus. Die Krankenversicherung zahlen wir auch, da er nicht mehr in der Familienversicherung sein darf.... dies sind 400€ jeden Monat.
      Bei beiden haben wir versucht vom Arbeitsamt Unterstützung zu bekommen, fühlt sich keiner zuständig, da wurden sie von A nach B nach C geschickt..., für das eine zu fit für das andere zu „behindert“! .
      Beim Jugendamt haben wir einen Antrag auf Eingliederungshilfe gestellt, muss noch genauer geprüft werden. Wir müssen wer weiß was nachweisen, ob und wie sie das Studium schaffen will, da ja dort auch Praktikas notwendig seien... . Bafög wurde abgelehnt, da sie nicht in Vollzeit studiert und nur solche Studiengänge gefördert werden. Da haben wir sogar gegen geklagt,- läuft auch noch.
      Mein Mann verdient gut, aber ob das so ok ist, dass wir unsere Kinder alleine finanzieren müssen und sogar noch das Kindergeld gestrichen werden darf?

      Im Gesetz steht es ja so drin, dass Kindergeld auch gezahlt wird, wenn durch seine Behinderung keine Selbstversorgung möglich ist. Unser Hausarzt und die Psychologin haben dies auch bestätigt. Meist hängt ja eins am anderen.
      Wer darüber entschieden hat, wie hoch sein grad ist, wissen wir noch nicht. Beim letzten Mal meinte die Dame vom Kreis, sie würden die Anträge an Ärzte die in Rente seien schicken...., ob der sich mit Autismus auskennt?

      Das ist alles so ein M...
    • Hallo Mama4,

      für mich sieht es so aus, daß das Versorgungsamt Euch bisher leider erfolgreich abgewimmelt hat. Auf jeden Fall entspricht das Ergebnis (Feststellung Höhe der GdB) nicht dem sozialrechtlichen Rahmen. Die daraus folgende Nachteile sind gravierend.

      Was ist also zu machen:

      1. (totwichtig!) Holt Euch für alle drei eine Diagnose bei einer Uniklinik in NRW!!! Teilt dem Diagnostiker unbedingt mit, daß Ihr die Diagnose für die Durchsetzung Eurer Rechte beim Versorgungsamt braucht. Das Gutachten wird dann dementsprechend angepaßt. Da in NRW die Autismus-Ambulanzen dem LWL oder LVR zugeordnet sind, gibt es mit der Anerkennung der Gutachten dann keine Probleme.

      2. Mit diesem Gutachten geht Ihr zu einem Rechtsanwalt für Sozialrecht (ich gehe davon aus, daß die Widespruchsfristen zumindest zum Teil abgelaufen sind und es formal kompliziert wird). Achtet darauf, daß Ihr für jeden einen Antrag auf eine rückwirkende Anerkennung ab Geburt (!) von einer GdB von 100 bis zum 18. Geburtstag stellt. Zur Not besteht Ihr gebetsmühlenartig darauf.

      3. Hakt alle 14 Tage beim Versorgungsamt nach (Telefongespräch, auch mal persönlich beim Versorgungsamt erscheinen) und geht dem Versorgungsamt auf die Nerven. Macht ruhig richtig Druck, denn Ihr könnt nur gewinnen. (Dieses Nachhaken hat mein Verfahren von Monaten auf 8 Tage verkürzt - der Amtsschimmel kann doch, wenn er getreten wird.)

      ****

      Habt Ihr die korrekten Bescheide, reicht diese als Kopie beim Finanzamt ein und laßt Euch erstmal die zuviel bezahlten Steuern mit Zinsen erstatten (Ihr müßt nicht auf den SBA warten, der Bescheid reicht jeweils).

      ****

      Das blöde in D ist, daß alles am Bescheid vom Versorgungsamt abhängt (sog. "Grundlagenbescheid"). Ihr müß daher die Prozedur machen, da es sonst immer wieder erhebliche Nachteile für jeden von Euch kommt. Beispiel: Der mir entstandene zusätzliche Schaden (Verweigerung von Kindergeld, Verweigerung einer Ausbildungs-Unterstützung, dadurch geringeres Einkommen als Aushilfe-Malocher, steuerliche Nachteile für 20 Jahre, Nachteile beim Hartz4 wegen aus heutiger Sicht ungerechtfertigte Sanktionen) läppert sich auf um die 70.000 Euro netto - die Nachteile in der Rente kommen auch noch hinzu...

      Teil 2 (Thema Eingliederungshilfe) kommt gleich.

      Freundliche Grüße

      infla
    • Teil 2 (Eingliederungshilfe):

      Jeder behinderte völljährige, der sich nicht selbst versorgen kann, hat Anspruch auf eine sog. Eingliederungshilfe.

      Bei der Eingliederungshilfe werden die Vermögens- und Einkommensverhältnisse geprüft. Da der ursprüngliche Rahmen 2017 in Karlsruhe als verfassungswirdrig eingestuft wurde, sind diese Grenzen 2020 deutlich heraufgesetzt worden und aktuell gültig. Wo die Grenzen genau sind, muß ich auch erst nachsehen.
      Der Antrag auf Eingliederungshilfe kann beim Rentenversicherungsträger, bei der Krankenkasse oder beim Sozialamt eingereicht werden. Unter den Institutionen wird innerhalb von 14 Tagen entschieden, wer für Euch vorläufig der Ansprechpartner ist (durch Gesetzgeber vorgegebene Frist). In NRW übernimmt später der Landschaftsverband (übergeordneter Verbund der Sozialämter). Das Arbeitsamt ist eine reine Versicherung gegen Arbeitslosigkeit und ist damit außen vor. Die Krankenkasse ist eine reine Versicherung gegen Krankheitskosten und ist damit außen vor. Bekommt Ihr in 14 Tagen keine Antwort, ist automatisch das Sozialamt erstmal Euer Ansprechpartner, bis sich der Landschaftsverband meldet.

      Steht der rechtliche Ansprechpartner fest, gibt es folgende Möglichkeiten:

      1. autismusspezifische Therapie durch ATZ
      2. ambulant betreutes Wohnen
      3. normale Therapien (z. B. ortsansässige Psychologen, Ergotherapie)
      4. persönliches Budget

      Hier wird es an zwei Stellen kniffelig:

      1. Gibt es Anbieter, die den individuellen Bedarf abdecken kann? Hier seid Ihr gefragt: Ruft z.B. das ATZ an und fragt nach, ob die überhaupt die Hilfe für erwachsene Autisten anbieten. Das wäre im Prinzip die einfachste Variante an geeignete Hilfe zu kommen. Wenn kein Angebot vorhanden ist (was wohl recht häufig ist), muß man zu normalen Therapeuten Kontakt aufnehmen und Probetermine vereinbaren.
      Mir selber hilft das ambulant betreutes Wohnen (hat nichts mit Vormund zu tun) in meiner eigenen Wohnung. Diese Option beim ATZ mußte ich jedoch mehrfach einfordern. Ist das beim Anbieter machbar und für den Landschaftsverband akzeptabel, kommt es zu einen sog. "Hilfeplangespräch". Dort werden die autismusspezifischen Probleme des Hilfebedürftigen genannt und die Lösung erarbeitet. Am Ende kommt ein Bewilligungsbescheid für die genehmigten Stunden für 6 oder 12 Monate für die festgelegten Hilfen vom Landschaftsverband.

      2. Sollte kein Anbieter die benötigte Hilfe leisten können (oder erst später), gibt es die Möglichkeit eines "persönlichen Budget". Hier kann ich mir vorstellen, daß es immer wieder zu Diskussionen mit dem Landschaftsverband kommt ("Dafür wollt Ihr auch noch Geld haben?!"). Das Durchsetzen hat sich in der Praxis als schwierig erwiesen - hier ist wieder ein Rechtsanwalt gefragt...

      Falls noch Fragen offen sein sollten, fragen :d

      Freundliche Grüße

      infla