Berufliche Schwierigkeiten, keine Unterstützung

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    • Berufliche Schwierigkeiten, keine Unterstützung

      Hallo allerseits,

      ich hoffe ich mache nichts falsch. Habe erst keinen neuen Thread öffnen wollen, aber einen uralten Thread zu reaktivieren kommt wahrscheinlich auch nicht gut an.

      So genau weiß ich nicht was ich mir hiermit erhoffe, vielleicht möchte ich auch nur meine Gedanken sortieren und die Meinung anderer lesen.

      Seit 15 Jahren arbeite ich in der Automobilindustrie. Bin zufällig reingestolpert (RW), weil ich nichts mit meinem Leben anzufangen wusste. In der Firma habe ich mich hocharbeiten können und bin mittlerweile auf der Manager-Ebene. Ich weiß nicht, wie das passieren konnte. Ich mag die Arbeit nicht, hatte auch schon einen Burnout erlitten und kann mich mit dem Produkt 0 identifizieren. Ich bin absolut kein Workaholic. Warum ich nicht woanders anfange? Ganz einfach, ich bin realistisch und weiß, dass ich woanders, vorausgesetzt ich finde eine andere Stelle, dieselben Probleme haben werde wie jetzt. Zumal ich immer noch nichts mit meinem Leben anzufangen weiß. Würde mich am liebsten morgens bis abends meinen Hobbies widmen, aber das ist natürlich nicht möglich.
      Seit gestern habe ich zusätzlich zu meinen alltäglichen Aufgaben neue Aufgaben erhalten. Ich muss jetzt die Arbeit von 4 weiteren Kollegen übernehmen, weil diese gekündigt wurden oder die Firma freiwillig verließen.
      Nach meinem letzten Burnout wurde ich von der Personalerin und dem Betriebsrat darum gebeten, ihnen frühzeitig Bescheid zu geben sollte ich mich überfordert fühlen. Das habe ich getan, aber es hat sich nichts geändert. Im Gegenteil. Der Betriebsrat zieht meine Probleme ins Lächerliche und die Personalerin möchte sich irgendwann darum kümmern. Das war übrigens vor knapp 2 Jahren. Ich spreche sie seitdem regelmäßig darauf an, aber anstatt Unterstützung erhalte ich nur mehr Aufgaben.
      Dank Corona bin ich im Home Office, aber ab nächste Woche muss ich wieder in die Firma und mir ist jetzt schon schlecht. Hatte die ganze letzte Woche, als ich erfuhr dass man mich erwarten würde, 40°C Fieber (bin Covid-negativ, ich reagiere auf Stress immer mit Fieber) und in sehr kurzer Zeit 20kg abgenommen.
      Hinzu kommt, dass ich nun ständig mit neuen Leute zu tun habe. Ich habe mich in der letzten Telefonkonferenz schlimm blamiert. Sollte mich spontan vorstellen, was total schiefging, ich habe Witze nicht verstanden und überhaupt war alles eine Katastrophe. Am 30.12.2020 erhielt ich zwar meine Diagnose und weiß nun warum ich so bin wie ich bin, aber ich fühle mich nur geringfügig besser. Um meine Arbeitsstelle zu schützen habe ich einen Antrag auf Schwerbehinderung gestellt, aber solange der Diagnosebericht noch nicht vorliegt komme ich auch da nicht weiter.
      Sorry fürs auskotzen (RW), aber ich weiß nicht mit wem ich darüber reden kann.
      Befindet oder befand sich jemand auch in so einer ähnlichen Situation? Wenn ja, wie kamt ihr da raus? Habt ihr Unterstützung erhalten?

      Gruß,
      HolyDiver
    • HolyDiver wrote:

      Befindet oder befand sich jemand auch in so einer ähnlichen Situation? Wenn ja, wie kamt ihr da raus? Habt ihr Unterstützung erhalten?
      Jein.
      Ich habe das Glück, dass ich mich prinzipiell für das, was ich mache inhaltlich interessiere und mich auch irgendwie damit identifizieren kann, also es ist etwas was ich schon als sinnvoll und notwendig ansehe.
      Was ich kenne ist das Problem sich selber zu überlasten bzw. Dinge anstrengend zu finden, die andere anscheinend nicht so schlimm finden und ich sehr gucken muss, das sich mich nicht total verausgabe und dazu eben auch soziale Situationen oft anstrengend finde und aufpassen muss mich nicht zu blamieren. Ich habe auch entsprechende Verantwortung, also habe die Aufsicht über Projekte und kontrolliere quasi die Arbeit von anderen Menschen und muss auch irgendwie repräsentieren. Das ist sehr anstrengend, da ich mich nicht wirklich für seriös halte und vor allem ich ein Freund von gemeinsamen Lösungen und offener Umgangsweise bin, sprich ich kriege Schwierigkeiten, wenn Menschen nicht ehrlich sind und sich obwohl sie im Unrecht sind versuchen durchzusetzen und dagegen halten.
      Da ich so bin wie ich bin, versuche ich auch nicht wirklich aufzusteigen, sondern da zu bleiben, wo ich möglichst viele Freiheiten und Gestaltungsmöglichkeiten habe ohne zuviel, vor allem personelle, Verantwortung zu haben. Die nächsthöhere Stufe wäre da eine große Veränderung, dementsprechend versuche ich mich davon fernzuhalten.

      Bestün ebei dir die Möglichkeit, dir inhaltlichw as Spannenderes zu suchen und vielleicht eine Tätigkeit, wo du nicht so im Mittelpunkt stehst? Denn diese Arbeitsüberlastung und da snicht ernst genommen werden ist ja nicht überall so.
    • Auch jein.
      Ein Grund für meine zwischenzeitliche Berufsunfähigkeit durch Eskalation war der verpasste Austieg (RW) aus einer ähnlichen beruflichen Situation. Ich bekam auch immer mehr Aufgaben die weder im Arbeitsvertrag standen und für die ich nicht ausgebildet war. Ich war damals auch schon wegen eigenem Verdacht auf Burnout bei einem Arzt (vom Autismus habe damals noch nichts gewusst), damals hatte ich noch keinen Hausarzt, aber ich habe da nur son Beruhigungsmittel auf Kräuterbasis bekommen. Und da ich über ne Zeitarbeit in der Firma war, hoffte ich auf ne Übernahme. Als diese dann kurzfristig zurückgenommen wurde, was bei vielen Zeitarbeitern in dieser Firma passierte, ist es dann richtig eskaliert. Details lasse ich mal aus. Am Ende stand die Berufsunfähigkeit.
      Also im Prinzip musst du dir klarmachen, dass wenn die Position bzw. die Arbeit an sich dich belastet und zu gesundheitlichen Problemen führt, es immer ein Weg zur beruflichen Neuorientierung gibt. Sei es in einer anderen Firma bei ähnlichen Aufgaben oder Umschulung. Und gerade wenn du die Diagnose hast, dann solltest du vielleicht mal nit deinem Hausarzt bzw. Krankenkasse reden in wie weit eine Umschulung möglich ist. Ich werde demnächst auch ein beginnen. Besser ist es vorher zu reagieren als zu eskalieren.
    • Das mit dem "irgendwie reingerutscht" kenne ich ganz gut.
      So nach und nach wurde zwar das Gehalt immer besser, aber die Arbeitslast stieg auch immer weiter an.

      Personalverantwortung würde ich grundsätzlich ablehnen. Ebenso Projektmanagement.
      Mein einziges Problem war die viele Arbeit. Da habe ich dann meinem Chef klar zu verstehen gegeben, dass er Prioritäten setzen muss, was ich mache - der Rest bleibt eben liegen. Und wenn immer mehr liegen bleibt, dann muss er sich um Verstärkung kümmern. Das hat er auch gemacht, seitdem ist deutliche Entspannung eingetreten.

      Es ist für mich selbst das Wichtigste, dass ich nicht über meine Grenzen hinaus gehe. Das führt dauerhaft ja nur zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Also lieber auf die Bremse treten, neue Arbeitspakete knallhart ablehnen und dafür langfristig einsatzfähig bleiben. Wenn die Firma das nicht versteht und die Leute lieber verheizt, dann war es ohnehin nicht der richtige Job, nicht die richtige Firma oder nicht der richtige Chef.
      Wenn man immer nur denkt, das schaffe ich auch noch irgendwie und das dann auch wirklich schafft, dann sieht der Chef ja nur, dass Du noch mehr Arbeit geschafft hast, aber nicht, wie schlecht es Dir dabei geht. Also wird es auch in Zukunft noch mehr Arbeit geben.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • emjay2812 wrote:

      Ich weiß jetzt nicht, ob man schwerbehindert sein muss, aber wende dich doch Mal an einen Integrationsfachdienst. Die haben Fachleute, die einem im Berufsleben weiterhelfen.
      Diese Übersicht ist ganz gut. betanet.de/rehabilitation-zustaendigkeit.html
      ansprechstellen.de/suche.html
      Jetzt weiß ich ich nicht ob man da einen GdB braucht oder nicht, aber mal fragen kosten ja nix. (RW) betanet.de/unabhaengige-teilhabeberatung.html
      Unabhängig davon kannst du ( @HolyDiver) mal bei der Krankenkasse nach dem Reha-Berater fragen um die Zuständigkeit und Voraussetzungen zu erfragen. Dazu gehört dann auch eine Berufsfindung.
    • HolyDiver wrote:

      Ganz einfach, ich bin realistisch und weiß, dass ich woanders, vorausgesetzt ich finde eine andere Stelle, dieselben Probleme haben werde wie jetzt. Zumal ich immer noch nichts mit meinem Leben anzufangen weiß. Würde mich am liebsten morgens bis abends meinen Hobbies widmen, aber das ist natürlich nicht möglich.
      Kannst Du langfristig anstreben, Deine Hobbies zum Beruf zu machen? Dass das nicht von heute auf morgen geht, ist klar, aber es wäre eine Perspektive, für die es sich zu kämpfen lohnt.

      HolyDiver wrote:

      Seit gestern habe ich zusätzlich zu meinen alltäglichen Aufgaben neue Aufgaben erhalten. Ich muss jetzt die Arbeit von 4 weiteren Kollegen übernehmen, weil diese gekündigt wurden oder die Firma freiwillig verließen.
      Für fünf Personen zu arbeiten ist schlicht unmöglich. Das würde ich den verantwortlichen Personen auch freundlich aber in der Sache klar so mitteilen.

      HolyDiver wrote:

      Nach meinem letzten Burnout wurde ich von der Personalerin und dem Betriebsrat darum gebeten, ihnen frühzeitig Bescheid zu geben sollte ich mich überfordert fühlen.
      Das hatten die vermutlich nur pro forma gesagt, um sich schadlos zu halten.

      HolyDiver wrote:

      Ich habe mich in der letzten Telefonkonferenz schlimm blamiert. Sollte mich spontan vorstellen, was total schiefging, ich habe Witze nicht verstanden und überhaupt war alles eine Katastrophe.

      Andere sehen es oft gar nicht so katastrophal wie man selbst. Denen fällt gar nicht auf, dass man sich blamiert hat.

      Ich würde Dir raten, Dir ein gesundes Selbstbewusstsein zuzulegen und Dir Unterstützung zu holen. Du bist einerseits im Job unzufrieden (auch ohne Überlastung schon), so dass eine Berufsberatung sinnvoll wäre. Andererseits werden Deine Belastungsgrenzen im Job mutwillig überschritten, wogegen Du Dich wehren musst.
      Wichtig ist, dass Du mitteilst, dass Du nicht die Arbeit von fünf Personen übernehmen kannst (und wirst) und dass personelle Unterstützung zur Bewältigung der Arbeitsaufgaben erforderlich ist. Die Personalabteilung muss dann neue Mitarbeiter einstellen.
    • Schreiberling wrote:

      Für fünf Personen zu arbeiten ist schlicht unmöglich.
      Grundsätzlich stimme ich dem zu.
      Aber man müsste auch wissen, was die vier gemacht haben.
      In großen Firmen gibt es oft Mitarbeiter, deren Aufgabengebiet sich im Laufe der Zeit immer weiter reduziert hat und wo am Ende nicht mehr viel übrig bleibt.
      Wenn man also selbst nicht genug Arbeit für täglich 8 Stunden hat, dann kann es ja sein, dass man die freie Zeit mit solchen Tätigkeiten auffüllt.
      Keine Ahnung, ob das dem vorliegenden Fall nahekommt.
      Ich nehme aber an, dass die Kompensation von vier ausgefallen Mitarbeitern auf eine Person tatsächlich etwas zuviel sein wird.
    • Habe ähnliche Probleme im Job gehabt. Da half dann nur die Erke, dass es so nicht weiter geht. Da es auf dem Arbeitsmarkt nichts realistisches für mich gibt in meiner Umgebung, und nicht bereit bin schon wieder umzuziehen, weil geografisch auch gebunden, hab ich eine Reha beantragt, um mich beruflich neu zu orientieren.
      Nun bin ich aktuell in einer solchen.
      In einer Reha Klinik hat man nicht nur Therapeuten für Therapien, sondern diese sind gleichzeitig auch Gutachter. Sie werden nachher sagen, ob der Patient überhaupt noch für einen Beruf geeignet ist, und wenn ja, auf was da geachtet werden muss.

      Ich wurde hier auch gefragt, ob ich einen GdB habe, oder entsprechende Feststellung beantragt habe, obwohl noch keine ASS Diagnose vorliegt.

      Mein Tipp an @HolyDiver: eine psychologische Reha kann helfen, gerade wenn man schon so starke psychosomatische Reaktionen hat.

      Meine Frage an die anderen hier:

      Sollte ich schon VOR der ASS Diagnose einen Schwerbehindertenausweis ansprechen, wegen Depression und täglicher psychosomatischer Belastung? Geht so was? Ist das sinnvoll?
      Ich habe sehr starke Probleme mit Sinnesüberreizung und Wahrnehmung.
      Meine Psychologin will mich zB zum Akustiker schicken, weil ich von meinem Hörtest vor einigen Jahren keinen Befund vorliegen habe. Darin wurde festgestellt/bestätigt, dass mein Hörvermögen überdurchschnittlich gut ist. Daher hatte ich im Beruf extreme Belastungen auszuhalten. Die hatte auch niemand ernstgenommen. Leider ich auch nicht! Deswegen bin ich ja jetzt in der Reha gelandet.
    • Die Frage ist halt, ob du auch mit wesentlich weniger Gehalt auskämst? Ich weiß nicht, wie alt du genau bist, aber es gäbe bestimmt eine Möglichkeit, etwas zu verändern, nur bist du dann halt nicht auf der Managerebene ...

      Wenn du allerdings so weitermachst - Stress und keinen Spaß bei der Arbeit - ist es ja klar, dass das ein böses Ende nimmt.

      Du musst herausfinden, was dich interessiert - was sind denn deine Hobbys? Es gibt doch Integrationsdienste?

      Einfach reinrutschen kann man meiner Meinung nach nicht, man war schon daran beteiligt, indem man es akzeptiert hat. Niemand kann dich ja zu etwas zwingen ...
    • "... Indem man es akzeptiert hat."

      Genau das ist der Punkt! Genau das ist mir heute aufgegangen. An einem Beispiel :
      Der Grund warum ich das mit dem Überempfindlichen Gehör hier in der Reha angesprochen habe, war ein ganz banaler: der Mann im Nebenzimmer hatte in der ersten Nacht dauerhaft geschnarcht und ich fand nur wenige Minuten Schlaf insgesamt.
      Da tauchte die Frage mit dem Gehör auf. Nächste Frage: Wie haben Sie das denn in Ihrem Beruf ausgehalten!?
      Ja frag ich mich auch.
      Ich habe es all die Jahre übergangen. Habe akzeptiert, dass meine Grenzen dauerhaft übergangen wurden.
      Interne Frage an mich selbst:
      Wenn dieser Schnarchnachbar nicht gewesen wäre, hätte ich dann über mein Gehör überhaupt geredet?
      Antwort:
      Nein. Wie immer nicht.
      Warum?
      Weil ich gelernt habe was mir gesagt wurde:
      Stell dich nicht so an.

      Jetzt ist vorbei mir Stelldichnichtsoan.

      Ich habe einen Befund, und der sagt: aua. Und den muss ich vorzeigen. Das hat mit sichanstellen nichts zu tun.

      Die Welt wird nicht leiser oder gar rücksichtsvoller. Es liegt an uns, dass wenigstens für Einzelne Inseln geschaffen werden, in denen qual-loses Leben möglich ist.

      Und nebenbei bemerkt: der Nachbar schnarcht anscheinend nur dann, wenn er massiv Stress hat. Bei dem äußert sich das anscheinend so, durch lautwerden im Schlaf. Der kann auch nicht anders.
      Nur bei dem müssen dann noch andere darunter leiden.
    • Vielen Dank für die zahlreichen und hilfreichen Antworten! :)

      @Zodd
      Inwiefern hältst du dich nicht für seriös? Das Problem habe ich auch, denke ich. Ich fühle mich nicht erwachsen, eher wie ein Kind. Ich maskiere viel, damit das nicht auffällt.

      @platzhalter
      Grundsätzlich gebe ich dir recht! Wie hast du denn herausgefunden, was dir Spaß macht? Das ist nämlich mein Problem: Ich habe keine Ahnung, inwiefern ich mich neuorientieren soll und worin meine Stärken liegen.

      @Garfield
      Bei uns werden die Leute lieber verheizt, da Menschen ja austauschbar sind. Mein Chef möchte mich jetzt in ein Großraumbüro stecken, und da kann ich jetzt schon sagen dass das nicht gutgehen wird. Die Leute dort führen den ganzen Tag TelKos auf voller Lautstärke und es herrscht Durchgangsverkehr. Mein Chef weiß nichts von der Diagnose, weiß auch nicht ob ich ihm die mitteilen soll. Verzwickte Situation.

      @emjay2812
      Das ist ein guter Tipp. Vielen Dank dafür! Laut Google muss eine festgestellte Schwerbehinderung vorliegen, muss da also weiter abwarten. Werde mich aber auf jeden Fall mit dem Integrationsamt in Verbindung setzen.

      @Schreiberling
      Mit meinen Hobbies werde ich kein Geld verdienen können :( Glaube kaum, dass mir jemand meine Stickereien abkauft haha
      Die Aufgaben von 5 Mitarbeitern zu übernehmen ist wirklich unmöglich, aber es wird verlangt. Wer es nicht packt, wird entweder verheizt oder gekündigt. Ich merke gerade wie asozial das Ganze ist :? Neue Mitarbeiter werden jedenfalls aufgrund des Sozialplans nicht eingestellt....

      @zaph
      Bei uns ist das nicht der Fall, die Arbeit hat sich nicht reduziert. Wir stecken in einer Neustrukturierung, das heißt wir haben viele Aufträge übernommen und müssen alle Prozesse ändern.

      @Eine
      Eine Reha habe ich vor 5 Jahren gemacht, aber die war richtig schlimm. War dort wegen Asthma, aber all die Leute und verschiedenen Reize haben mich extrem ermüdet. Am schlimmsten waren die gemeinsamen Essen. Die Geräuschkulisse und die ganzen Lichter waren nicht auszuhalten. Habe mein Essen aufs Zimmer geschmuggelt und als ich aufflog, habe ich dort gar nichts mehr gegessen, sondern nur außerhalb. War dort auch in psychotherapeutischer Behandlung, aber das war auch nix. Mittlerweile weiß ich warum ich dort so drauf war wie ich drauf war, daher könnte ich mir jetzt mit der ASS-Diagnose eine Reha vorstellen.

      @Fidoline
      Ich bin vor Kurzem 35 geworden und habe mir einen gewissen Lebensstandard angewöhnt, daher mag ich nicht unbedingt (viel) weniger Gehalt verdienen. Ich habe auch einen kranken Hund, für den ich sehr viel Geld ausgebe (was ich natürlich gerne mache, ich liebe meinen Hund über alles).
      Herausfinden, was mir gefällt? Das ist das Problem, schon damals zur Schulzeit wusste ich nicht was mir gefällt. Ich habe unzählige Praktika absolviert, aber Spaß hat mir nichts gemacht. Ich würde lieber den ganzen Tag Musik hören, Filme gucken, sticken, lesen oder Videospiele spielen :nerved:
    • Eine wrote:

      Nun bin ich aktuell in einer solchen.
      In einer Reha Klinik hat man nicht nur Therapeuten für Therapien, sondern diese sind gleichzeitig auch Gutachter. Sie werden nachher sagen, ob der Patient überhaupt noch für einen Beruf geeignet ist, und wenn ja, auf was da geachtet werden muss.
      Dann drücke ich die Daumen für die Reha. :) Falls Du magst, würde ich mich freuen, wenn Du mal über Deine Erfahrungen dort berichtest. Vielleicht auch darüber, wie anschließend mit den Erkenntnissen daraus umgegangen wurde und wie hilfreich sie für Dich waren.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Leonora wrote:

      Eine wrote:

      Nun bin ich aktuell in einer solchen.
      In einer Reha Klinik hat man nicht nur Therapeuten für Therapien, sondern diese sind gleichzeitig auch Gutachter. Sie werden nachher sagen, ob der Patient überhaupt noch für einen Beruf geeignet ist, und wenn ja, auf was da geachtet werden muss.
      Dann drücke ich die Daumen für die Reha. :) Falls Du magst, würde ich mich freuen, wenn Du mal über Deine Erfahrungen dort berichtest. Vielleicht auch darüber, wie anschließend mit den Erkenntnissen daraus umgegangen wurde und wie hilfreich sie für Dich waren.
      Vielen Dank! Ich weiß nicht wann ich eine Reha antreten kann (wegen der firmeninternen Umstrukturierung), aber wenn, dann berichte ich darüber :)
    • HolyDiver wrote:

      Ich weiß nicht wann ich eine Reha antreten kann (wegen der firmeninternen Umstrukturierung), aber wenn, dann berichte ich darüber
      Danke. :)
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • HolyDiver wrote:

      Grundsätzlich gebe ich dir recht! Wie hast du denn herausgefunden, was dir Spaß macht? Das ist nämlich mein Problem: Ich habe keine Ahnung, inwiefern ich mich neuorientieren soll und worin meine Stärken liegen.
      Ich war im RehaAssessment bei einer Berufsfindung. Außerdem habe ich mir Gedanken gemacht was ein Beruf für mich bedeutet. Da ist mir klar geworden, dass ein Beruf nicht meine Lebenserfüllung sein muss. Ich möchte nach der Arbeit noch genug Ressourcen für meine Interessen und sozialen Kontakte haben. Und nach diesen Kriterien habe ich mir den zukünftigen Beruf ausgesucht.
    • Das klingt für mich nicht, als ob die Firma Dich noch lange verdient hätte.
      Da würde ich definitiv was Neues suchen, Du hast schließlich noch einige Jahrzehnte bis zur Rente.
      Wenn das ein großer Automobilhersteller ist und nicht nur einer der Lieferanten oder gar Lieferant-eines-Lieferanten, dann sollte das doch auch Betriebsrat, Schwerbehindertenvertretung etc. geben, mit denen ich zumindest mal reden würde.

      Ggf. hilft auch eine klare Ansage von Dir in Richtung Chef, dass er priorisieren muss, sonst priorisierst Du und was an Arbeit liegen bleibt, bleibt eben liegen.

      Gibt es im Unternehmen die prinzipielle Möglichkeit, eine Auszeit/Sabattical zu nehmen? Das wäre dann auch eine Überlegung wert. Man verliert seinen Job dann nicht, der ruht nur. Aber Dein Chef müsste sich um Ersatz kümmern, und wenn Du irgendwann zurückkommst, sofern der Laden wieder läuft, sieht es womöglich schon ganz anders aus oder Du darfst sogar intern in eine andere Abteilung wechseln.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • HolyDiver wrote:

      Herausfinden, was mir gefällt? Das ist das Problem, schon damals zur Schulzeit wusste ich nicht was mir gefällt. Ich habe unzählige Praktika absolviert, aber Spaß hat mir nichts gemacht. Ich würde lieber den ganzen Tag Musik hören, Filme gucken, sticken, lesen oder Videospiele spielen :nerved:
      So geht es mir seit einigen Jahren auch. In letzter Zeit bin ich wieder in eine berufliche Überlastung hineingerutscht und weiß ebenfalls nicht, wie ich da wieder rauskommen soll. Nebeneffekt: Nichts macht mir mehr Freude. Ich bin einfach zermatscht und dauererschöpft.
      Aber ich weiß, dass es eigentlich Dinge gibt, die ich gerne mache, wenn ich nicht zermatscht bin durch beruflichen Dauerstress. Diese freudebringenden Interessen müsstest Du wieder ausgraben. Das geht aber nur, wenn Du aus dem Hamsterrad wenigstens vorübergehend aussteigen kannst. Dafür wäre eine Reha oder eine längere Krankschreibung oder vielleicht auch ein längerer Urlaub mit gutem Essen, viel Bewegung und viel Schlaf ein guter Anfang.

      P.S.: Stickereien klingt doch total spannend und außergewöhnlich. Zeig mal her :)
    • Schreiberling wrote:

      Aber ich weiß, dass es eigentlich Dinge gibt, die ich gerne mache, wenn ich nicht zermatscht bin durch beruflichen Dauerstress. Diese freudebringenden Interessen müsstest Du wieder ausgraben. Das geht aber nur, wenn Du aus dem Hamsterrad wenigstens vorübergehend aussteigen kannst. Dafür wäre eine Reha oder eine längere Krankschreibung oder vielleicht auch ein längerer Urlaub mit gutem Essen, viel Bewegung und viel Schlaf ein guter Anfang.
      Ich frage mich, ob es wirklich nachhaltig wäre, sich vorrübergehend mal aus dieser ständigen Überforderung rauszunehmen. Klar mag das erst einmal gut tun, aber schon das Wissen, dass es bald wieder so sein wird wie vorher, kann es schwerer machen, sich zu erholen. Und wenn der Stress wieder losgeht, ist man eventuell bald wieder in der gleichen Erschöpfung wie vorher. Wirklich längerfristig helfen kann meiner Einschätzung nach nur eine echte Änderung, etwa weniger Arbeitsstunden, oder ein Job, der besser zu einem passt.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • platzhalter wrote:

      HolyDiver wrote:

      Grundsätzlich gebe ich dir recht! Wie hast du denn herausgefunden, was dir Spaß macht? Das ist nämlich mein Problem: Ich habe keine Ahnung, inwiefern ich mich neuorientieren soll und worin meine Stärken liegen.
      Ich war im RehaAssessment bei einer Berufsfindung. Außerdem habe ich mir Gedanken gemacht was ein Beruf für mich bedeutet. Da ist mir klar geworden, dass ein Beruf nicht meine Lebenserfüllung sein muss. Ich möchte nach der Arbeit noch genug Ressourcen für meine Interessen und sozialen Kontakte haben. Und nach diesen Kriterien habe ich mir den zukünftigen Beruf ausgesucht.

      Ich arbeite um zu leben, und nicht umgekehrt. Meine Lebenserfüllung sehe ich also auch nicht im Beruf. Ich wüsste nicht, dass Rehakliniken Berufsfindunge anbieten! Habe ich damals entweder nicht gecheckt, oder es ist kein Standard?

      Garfield wrote:

      Das klingt für mich nicht, als ob die Firma Dich noch lange verdient hätte.
      Da würde ich definitiv was Neues suchen, Du hast schließlich noch einige Jahrzehnte bis zur Rente.
      Wenn das ein großer Automobilhersteller ist und nicht nur einer der Lieferanten oder gar Lieferant-eines-Lieferanten, dann sollte das doch auch Betriebsrat, Schwerbehindertenvertretung etc. geben, mit denen ich zumindest mal reden würde.

      Ggf. hilft auch eine klare Ansage von Dir in Richtung Chef, dass er priorisieren muss, sonst priorisierst Du und was an Arbeit liegen bleibt, bleibt eben liegen.

      Gibt es im Unternehmen die prinzipielle Möglichkeit, eine Auszeit/Sabattical zu nehmen? Das wäre dann auch eine Überlegung wert. Man verliert seinen Job dann nicht, der ruht nur. Aber Dein Chef müsste sich um Ersatz kümmern, und wenn Du irgendwann zurückkommst, sofern der Laden wieder läuft, sieht es womöglich schon ganz anders aus oder Du darfst sogar intern in eine andere Abteilung wechseln.

      Der Betriebsrat nimmt meine Probleme nicht ernst, und die Schwerbehindertenvertretung reagierte nicht auf mein "Outing". Ich werde also das Integrationsamt kontaktieren, sobald mein Antrag auf Schwerbehinderung durch ist (sollte sie anerkannt werden).
      Eine Auszeit / Sabattical wird grundsätzlich angeboten, aber ich glaube bei mir wird diese Option abgelehnt, da meine Stelle nicht so schnell ersetzt werden kann...

      Schreiberling wrote:

      HolyDiver wrote:

      Herausfinden, was mir gefällt? Das ist das Problem, schon damals zur Schulzeit wusste ich nicht was mir gefällt. Ich habe unzählige Praktika absolviert, aber Spaß hat mir nichts gemacht. Ich würde lieber den ganzen Tag Musik hören, Filme gucken, sticken, lesen oder Videospiele spielen :nerved:
      So geht es mir seit einigen Jahren auch. In letzter Zeit bin ich wieder in eine berufliche Überlastung hineingerutscht und weiß ebenfalls nicht, wie ich da wieder rauskommen soll. Nebeneffekt: Nichts macht mir mehr Freude. Ich bin einfach zermatscht und dauererschöpft.Aber ich weiß, dass es eigentlich Dinge gibt, die ich gerne mache, wenn ich nicht zermatscht bin durch beruflichen Dauerstress. Diese freudebringenden Interessen müsstest Du wieder ausgraben. Das geht aber nur, wenn Du aus dem Hamsterrad wenigstens vorübergehend aussteigen kannst. Dafür wäre eine Reha oder eine längere Krankschreibung oder vielleicht auch ein längerer Urlaub mit gutem Essen, viel Bewegung und viel Schlaf ein guter Anfang.

      P.S.: Stickereien klingt doch total spannend und außergewöhnlich. Zeig mal her :)

      Oh, dauererschöpft fühle ich mich auch! Die Wochenenden reichen auch gar nicht mehr um sich zu erholen. Bin aus dem Home Office raus und kann Montag ins Großraumbüro ziehen, will mir also gar nicht ausmalen wie fertig ich nach Feierabend sein werde :cryforjoy:
      Vor einer Krankschreibung habe ich Angst. Als ich den Burnout hatte, wurde mir mit der Kündigung gedroht. Eine Reha ziehe ich da eher in Betracht, da die Krankenkasse für die Kosten aufkommt (oder?). Die Ausfallzeit wird dennoch problematisch werden, weil ich keine Vertretung habe.

      Ein paar meiner Stickereien:
      imgur.com/gallery/uMZoNGX

      Leonora wrote:


      Schreiberling wrote:

      Aber ich weiß, dass es eigentlich Dinge gibt, die ich gerne mache, wenn ich nicht zermatscht bin durch beruflichen Dauerstress. Diese freudebringenden Interessen müsstest Du wieder ausgraben. Das geht aber nur, wenn Du aus dem Hamsterrad wenigstens vorübergehend aussteigen kannst. Dafür wäre eine Reha oder eine längere Krankschreibung oder vielleicht auch ein längerer Urlaub mit gutem Essen, viel Bewegung und viel Schlaf ein guter Anfang.
      Ich frage mich, ob es wirklich nachhaltig wäre, sich vorrübergehend mal aus dieser ständigen Überforderung rauszunehmen. Klar mag das erst einmal gut tun, aber schon das Wissen, dass es bald wieder so sein wird wie vorher, kann es schwerer machen, sich zu erholen. Und wenn der Stress wieder losgeht, ist man eventuell bald wieder in der gleichen Erschöpfung wie vorher. Wirklich längerfristig helfen kann meiner Einschätzung nach nur eine echte Änderung, etwa weniger Arbeitsstunden, oder ein Job, der besser zu einem passt.
      So sehe ich das auch. Nach meiner längeren Krankschreibung war ich sogar noch gestresster als zuvor, denn ich wurde ständig vom Arbeitgeber kontaktiert.
      Was die Kürzung der Arbeitsstunden angeht... Da werde ich mich informieren, denn die Option wäre auch etwas für mich.

      Vielen Dank an alle für all die Anregungen und Ideen :) :)