Dinge Wort wörtlich nehmen

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Dinge Wort wörtlich nehmen

      Hi,

      kennt ihr das von euch auch mit dem Wort wörtlich nehmen?

      In der Psychiatrie, wo ich war gab es so eine Situation.

      Ich hatte eine Kehlkopfwntzündung und konnte kaum reden. Die Oberarztin hat mir redeverbot geben.
      Also hielt ich mich daran.

      Ich hatte Kopfschmerzen und ging zur Schwester, um nach einer Kopfschmerztablette zu fragen. Da ich ja nicht reden dürfte und nicht wirklich konnte, tippte ich es ins Handy ein. Das fand sie nicht gut.

      Aber ich hatte ja wegen der Kehlkopfentzündung rede Verbot. Daran habe ich mich nur gehalten.

      Da wusste ich noch nichts von meinem Autismus.

      Kennt ihr solche Situationen?
    • Ja :nod: ,
      Das passiert mir öfter. Jemand sagt etwas, ich mache das und dann stellt sich heraus dass diese Person das eigentlich anders gemeint hat. Oder das es nur eine Redewendung ist. Manchmal ist es besser man fragt einfach nach. Aber auch das finden einige nicht so toll oder halten mich für dumm.
    • Kenn ich auch zur Genüge. Sowas passiert mir leider viel zu oft. Ich hatte mal eine ähnliche Situation: ich hatte eine Stimmbandentzündung und hatte vom Arzt auch Sprechverbot. Ich hab mich eisern dran gehalten und als ich zwei Wochen später zur Nachkontrolle wieder beim ihm war, dachte der anfangs, es wäre schlimmer geworden, bis er mir dann einen Kuli und einen Block gab und mich fragte, ob es denn immer noch so schlimm wäre, dass ich nicht reden könnte, denn eigentlich würde alles gut aussehen. Ich hab dann geschrieben, dass er mir doch Sprechverbot gegeben hätte und da fing er an zu lachen und meinte nur, damit hätte er eigentlich nur die ersten paar Tage gemeint. Hatte vor kurzem auch wieder so eine Situation: meine Mutter hatte auf die Sofadecke gekleckert und sie gab mir die Decke und sagte: "Tu die mal weg!" (sie meinte, ich soll sie in die Wäsche tun). Was mach ich? Ich hab sie in die Mülltonne getan. :m(: Eigentlich weiß meine Mutter, dass ich die Dinge immer wortwörtlich nehm, aber da hat sie mal nicht dran gedacht. :d
      Aber auf der Arbeit hat mir sowas auch schon ein paar mal richtig Ärger eingebracht. Ich hab z.B. mal bei einer großen Palme alle Wedel abgeschnitten, weil die Schildläuse hatte. Meine Kollegin meinte dann, ich solle die Wedel einfach alle abschneiden. Sie hat leider nicht erwähnt, dass sie nur die von Schildläusen befallenen Wedel meinte. 8o
      Ich bin nicht auf der Welt, um zu sein, wie Andere mich gern hätten.
    • Ich bin der große Meister im wortwörtlich nehmen. Manchmal wird das auch echt komisch.
      Letztes Jahr fragte mich meine Schwester, wie lang denn unser Vater im krankenhaus gewesen wäre, und ich sagte prompt: "Ein Meter Siebzig." :d
      Aber sie ist doch selbst schuld, wenn sie "lang" sagt und eigentlich "lange" meint, oder?
      Although it can be a problem, I wouldn't swap my autism for anything. It makes me, who I am. I just wouldn't be the same without it.
      Obwohl er Probleme machen kann, würde ich meinen Autismus gegen nichts in der Welt tauschen. Er macht mich zu der, die ich bin. Ich wäre einfach nicht dieselbe ohne ihn. (Rosie King)
    • Ja ich kenn das.

      Ich hatte eine Kehlkopfwntzündung und konnte kaum reden. Die Oberarztin hat mir redeverbot geben.
      Also hielt ich mich daran.
      Hat sie es nicht so gemeint? Ich hätte es auch so verstanden, dass ich nicht reden darf.
    • Ich hatte ein Praktikum in einer Kindertagesstätte. Dort gab es ein sogenanntes Kinderrestaurant. Das war wie eine Kantine für Kinder. Die Kinder saßen an runden Tischen und an den meisten Tischen saß auch je ein Betreuer mit dabei, um mitzuessen und den Kindern zu helfen. Irgendwann fand dann jemand, es entstünde zu viel Unruhe dadurch, dass die Betreuer/Erzieher immer wieder zwischendurch aufstehen, um etwas für die Kinder zu tun, und dass dies wohl zum hohen Lärmpegel beitragen würde.

      Daher wurde beschlossen ein neues Konzept auszuprobieren, nämlich dass die Erwachsenen nicht mehr vom Tisch aufstehen dürfen während der Essenszeiten. Andere Erwachsene (also Küchenmitarbeiter und/oder eine dafür eingeteilte Erzieherin) würden das Essen an den Tisch bringen und wenn man darüber hinaus einen Wunsch hat, solle man ebenfalls eine von jenen ansprechen (wobei das auch bedeuten kann man muss durch den Saal rufen, wenn keine in der Nähe ist, was ja auch wieder Lärm erzeugen würde).

      Als ich von dieser Neuregelung erfuhr protestierte ich zunächst, da ich meinte das sei nicht so umsetzbar und man müsse ja doch hin und wieder aufstehen. Ich fand es macht keinen Sinn eine Regel aufzustellen, die man eh nicht einhalten könnte. Da sie jedoch darauf bestanden dachte ich mir: Okay, wenn sich jetzt alle ganz eisern an diese neue Regel halten, werden sie schnell feststellen, dass das so gar nicht umsetzbar ist und dadurch Probleme entstehen und entsprechend die Regel schnell wieder verwerfen. Also muss ich mich jetzt strikt daran halten da ich sonst das "Experiment" gefährden würde.

      Natürlich war es dann aber tatsächlich so, dass oft lange gar keine "Ansprechperson" im Raum war, wenn ich ein Anliegen hatte (da immer nur eine Person zugeteilt und diese oft in der Küche war), was schon recht blöd war, weil man dann lange warten musste, wenn man etwas brauchte (also z. B. eine der Essensschüsseln zum Nachnehmen alle war und die Kinder noch Hunger hatten).

      Und einmal kippte ein Kind an meinem Tisch seinen Becher um. Da ich aber davon ausging, nicht aufstehen zu dürfen, um es wegzumachen, blieb ich sitzen. Später habe ich deswegen jedoch großen Ärger bekommen. Sie meinten ich hätte etwas zum Aufwischen holen und es aufwischen sollen. Sie taten so als hätte ich die Sicherheit der Kinder gefährdet, was aber nicht stimmt. Selbst die Gefahr, dass es ihnen auf die Kleider tropft, war trotz gegenteiliger Behauptung nicht gegeben. Ich sah genau dass die Lache alleine auf dem Tisch blieb und sich nicht auf den Rand zubewegte.

      Wenn sie wollten, dass man ganz normal weiterhin aufstehen darf wenn etwas anliegt (wir sind ja auch vorher nicht nur so zum Spaß aufgestanden, sondern um den Kindern zu helfen) und man lediglich das Essen nicht mehr selber holen soll (oder zumindest am Anfang der Mahlzeit nicht), hätten sie das doch so sagen können!
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.

      The post was edited 2 times, last by Lex ().

    • Ich musste gerade echt über eure Erlebnisse lachen... wahrscheinlich hätte ich das mit dem Rede- oder Sprechverbot nämlich auch völlig falsch verstanden. Aber ganz ehrlich, warum müssen sich so viele Leute unklar ausdrücken? Wenn jemand z.B. sagt, dass man alle Blätter abschneiden soll, dann ist es doch logisch, dass man das auch tut :m(:

      Bei mir gab es mal eine Situation wo ich im Taxi gefahren bin und gefragt wurde, auf welche Höhe ich will. Der Taxifahrer hat damit natürlich gemeint zu welcher Hausnummer der Straße ich gefahren werden will. Ich war von dieser Frage damals aber so überrascht, dass ich gesagt habe: "In den 2. Stock!"

      In der Grundschule hat mich meine Lehrerin gefragt, ob sie ein Auge auf meinen Aufsatz werfen kann. Ich musste damals weinen und stand richtig unter Schock, weil ich dachte, dass sie wirklich ihr Auge auf mein Heft werfen wollte. Echt peinlich.

      Schwierig zu verstehen sind auch solche Sätze wie z.B. "Kannst du den Müll rausbringen?" Ja natürlich bin ich dazu in der Lage so etwas zu machen, ich bin ja nicht doof... aber woher soll man bei so einer Fragestellung auch wissen, dass man darum gebeten wird den Müll rauszubringen? Was ich auch verwirrend finde sind Fragen wie: "Was machst du jetzt?" Damit kann ja alles mögliche gemeint sein. Will derjenige z.B. wissen, ob man gerade vorm Computer sitzt oder interessiert er sich dafür, was man momentan beruflich macht? Oder will er wissen, was ich in 5-10 Minuten machen werde? Solche Fragen habe ich schon ganz oft missverstanden.

      Einmal war es so, dass mich meine Mutter gefragt hatte, ob noch Tee da wäre. Ich war ganz verwundert über die Frage, bin aber trotzdem zum Schrank gegangen, habe nachgeschaut und "Ja" gesagt. Dabei wollte sie wissen, ob noch Tee in der Kanne drin ist.

      Das sind jetzt so die Dinge, die mir spontan dazu einfallen :-p

      Liebe Grüße,
      akfscb8

      The post was edited 2 times, last by akfscb8 ().

    • Okay mir ist noch was eingefallen... Auf der weiterführenden Schule Sportunterricht auf dem Sportplatz. Der Lehrer wollte, dass wir uns einlaufen, und sagte daher zu uns wir sollen locker traben. Ich war davon sehr irritiert, glaube ich habe sogar nochmal nachgefragt, aber er dachte wohl die Anweisung sei unmissverständlich und hat sie daher lediglich wiederholt...

      Ich meine das Ding ist halt: Menschen haben nur zwei Beine, Pferde vier. Wie sollen wir dann den Trabgang eines Pferdes erfolgreich immitieren können?
      - Aber letztlich dachte ich mir dann: Okay, ich versuchs's. Als ich noch kleiner war haben wir ja auch Pferd gespielt und dabei unter anderem das Galoppieren mit den Beinen immitiert beim Laufen. Also dann spiele ich jetzt halt traben. Ich glaube die anderen haben sich ziemlich über meine hoppelige, ungewöhnliche Art zu laufen amüsiert, wogegen ich mich eher geärgert habe, dass die anderen sich nicht so viel Mühe gegeben haben, es wie traben aussehen zu lassen. Da ofensichtlich wurde, dass das doch nicht so ganz die gewünschte Gangart war, habe ich mich über den Lehrer geärgergt, dass der traben sagt wenn er gar nicht traben meint.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Lex wrote:

      Okay mir ist noch was eingefallen... Auf der weiterführenden Schule Sportunterricht auf dem Sportplatz. Der Lehrer wollte, dass wir uns einlaufen, und sagte daher zu uns wir sollen locker traben. Ich war davon sehr irritiert, glaube ich habe sogar nochmal nachgefragt, aber er dachte wohl die Anweisung sei unmissverständlich und hat sie daher lediglich wiederholt...

      Ich meine das Ding ist halt: Menschen haben nur zwei Beine, Pferde vier. Wie sollen wir dann den Trabgang eines Pferdes erfolgreich immitieren können?
      - Aber letztlich dachte ich mir dann: Okay, ich versuchs's. Als ich noch kleiner war haben wir ja auch Pferd gespielt und dabei unter anderem das Galoppieren mit den Beinen immitiert beim Laufen. Also dann spiele ich jetzt halt traben. Ich glaube die anderen haben sich ziemlich über meine hoppelige, ungewöhnliche Art zu laufen amüsiert, wogegen ich mich eher geärgert habe, dass die anderen sich nicht so viel Mühe gegeben haben, es wie traben aussehen zu lassen. Da ofensichtlich wurde, dass das doch nicht so ganz die gewünschte Gangart war, habe ich mich über den Lehrer geärgergt, dass der traben sagt wenn er gar nicht traben meint.
      Zu Deinen Gunsten führe ich an, dass ich durchaus im Schulsport genau das, was Du verstanden hast, tuen musste, und es wirklich so gemeint war. An den genauen Wortlaut kann ich mich leider nicht erinnern.

      Eine Hilfe, dieses Missverständnis zu erkennen, is vielleicht zu überlegen wie achtsam der Lehrkörper sich ausdrückt (lässig und schnell redend kündigt niemand eine neue Übung an). Was mir vor allem hilft: überlege kurz ob die meisten Leute die Sachkenntnisse hätten - das Traben eines Pferdes fällt für mich unter "Nein", also zweifle ich an, dass es so gemeint ist.
      Labels are for tins, not people.
    • Zusammenfassend würde ich jedenfalls sagen es gibt wohl (abgesehen von Missverständnissen durch eventuelles Übersehen nichtsprachlicher Hinweise auf nicht ernst / nicht wörtlich gemeinte Aussagen) nur zwei Arten von Situationen, in denen ich Probleme dadurch bekomme wenn ich etwas zu wörtlich nehme: a) Wenn jemand eine Redewendung oder Ausdrucksweise benutzt, die mir nicht vertraut ist oder b) wenn jemand eine Regel aufstellt und mir nicht klar ist, wie strikt diese gemeint ist. (Und oft vermute ich auch schon richtig was jemand meint und will mich nur absichern.)

      Ich denke beides ist doch durchaus menschlich nachvollziehbar. Etwas anderes wäre es, wenn ich sowas wie eine Merkschwäche hinsichtlich Redewendungen hätte und daher gängige Ausdrücke immer wieder falsch verstehen würde. Aber so ist es ja nicht. Und ich frage mich, ob es tatsächlich typisch für Leute mit Asperger ist, sich solche Phrasen nicht merken zu können und somit nicht von allein beim Aufwachsen zu lernen. Daher passieren solche Missverständnisse meinem Eindruck nach hauptsächlich beim Kommunizieren in einer Fremdsprache, die man noch nicht so gut beherrscht als dass man alle Ausdruckweisen und Redewendungen der Sprache kennen würde. Da ist es dann tatsächlich ein bischen wie Vokabeln lernen. Und auch regionale Ausdrücke in/aus einem anderen Teil Deutschlands oder in Österreich, etc. können mal zu Verwirrung führen. Und eben wie in meinem letzten Beispiel auch doppelt belegte Begriffe, also Teekesselchenwörter quasi.

      Ich denke aber wenn ich es recht bedenke ist der springende Punkt wie üblich, dass ich einfach generell zu viel denke. Andere denken gar nicht erst darüber nach ob sie Ärger kriegen wenn sie doch zwischendurch verbotenerweise mal kurz sprechen oder aufstehen oder die Fußfolge eines Pferdes nicht genau genug imitieren, etc. Denen ist das schnuppe. Die machen einfach irgendwas (vorzugsweise mit wenig Aufwand) und gut ist. Aber Leute wie ich, die sich streng an den Wortlaut halten und bemühen immer alles besonders gut und richtig zu machen und die lieber zehnmal nachfragen (um wenn möglich eine differenziertere und genauere Anweisung zu erhalten ohne Interpretationsspielraum) und sich absichern in allen bzw. für alle Lebenslagen, um sicherzugehen, dass sie es auch wirklich richtig machen und wirklich in jeder Situation wissen, wie sie sich zu verhalten haben, die wirken dumm und nervig und ecken an. Und ebenso, wenn sie dann die Sache so machen wie sie es verstanden haben auch wenn alle anderen es anders machen. Kann ja sein dass alle anderen falsch liegen.

      Manchmal bin ich auch stur und mache aus Prinzip das, was derjenige wirklich gesagt hat und nicht was er gemeint hat, auch wenn mir sofort oder zumindest früher oder später klar ist was er meinte. Zum Beispiel wenn mich jemand aufruft, dabei aber meinen Namen völlig falsch sagt oder z. B. sagt "die Person, die hinten sitzt" obwohl ich in der Mitte sitze, etc. Und dann warte ich quasi aus Stolz darauf, dass er seine Anweisung sprachlich korrigiert.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Lex wrote:

      Ich denke aber wenn ich es recht bedenke ist der springende Punkt wie üblich, dass ich einfach generell zu viel denke. Andere denken gar nicht erst darüber nach ob sie Ärger kriegen wenn sie doch zwischendurch verbotenerweise mal kurz sprechen oder aufstehen oder die Fußfolge eines Pferdes nicht genau genug imitieren, etc. Denen ist das schnuppe.

      Möglicherweise ist es aber auch genau andersherum?
      Die anderen denken einfach mit und wissen daher, wie es gemeint sein soll, während du die gegebene Information aufschnappst, dir aber keine weiteren Gedanken darüber machst, wie genau sie gemeint ist, sondern sie einfach wörtlich, also ohne weitere Interpretationsarbeit zu investieren, ausführst.
      Gerade was das Beispiel mit dem "nicht sprechen" betrifft. Also nach 2 Wochen hätte ich nicht schweigend beim Arzt gesessen. Ich hätte schon überlegt, ob es wirklich Sinn macht, so lange nicht zu sprechen, oder ob es nicht logischer wäre, nur so lange aufs Sprechen zu verzichten, solange ich Beschwerden habe. Notfalls würde ich über Internet oder medizinische Lektüre mir das notwendige Wissen aneignen, um es selber besser beurteilen zu können.
      Wenn ich jedoch keine weitere Gedanken darauf verschwende und schlicht die Anweisung des Arztes ausführe, dann würde ich es nicht als "zu viel denken" einordnen, sondern eher als "nicht mitdenken".
      Das heißt nicht, dass man generell nicht denkt, sondern, dass anderen Gedanken Priorität gegeben wird. Die Worte des Arztes werden nicht weiter hinterfragt, dafür beschäftigt man sich gerade gedanklich umso intensiver mit seinem SI oder so.

      Was anderes ist die spontane wörtliche Auffassung von Gesagtem, z.B. bei unbekannten Redewendungen oder Witzen.
      Da merkt man nach einer kurzen Denkpause an der verqueren bzw. nicht vorhandenen Logik der Aussage, dass es nicht wörtlich gemeint sein kann, aber selbst dann weiß man natürlich noch nicht, wie es nun wirklich gemeint ist. Wird dann von anderen als "eine lange Leitung haben" (RW) bezeichnet. ;)
      Fehlendes Mitdenken würde ich hier nur wieder unterstellen, wenn man z.B. bei der Aussage "es regnet Hunde und Katzen vom Himmel" diese nicht einmal als "kann nicht sein" einstuft, es also keine Denkpause gibt, in der die Aussage auf ihren Realitätsgehalt überprüft wird.
      Als Kind war ich da wirklich schlecht drin. Habe selbst die dämlichsten Dinge geglaubt und mich auch nicht über die fehlende Logik der Aussage gewundert. Ich weiß nicht, warum. Bin ja eigentlich nicht so dumm, aber da mangelte es mir wirklich an einer grundlegenden Intelligenz. Heutzutage gehts. Nehme zwar ab und an anders gemeinte Aussagen wörtlich (Ironie u.ä.), aber nur, wenn diese auch (im Kontext) Sinn ergeben.

      Der Unterschied zu NAs ist vermutlich, dass diese recht intuitiv wissen, was der andere mit der Aussage meint und diese dann entsprechend umsetzen, also weniger "Denkarbeit" investieren müssen um zum selben Ergebnis zu gelangen.

      The post was edited 1 time, last by Hypatia ().

    • Bei mir ist es so, dass ich die meisten Redewendungen zwar verstehe, aber wenn mir zb. jemand ne rhetorische Frage stellt, ich diese gerne wahrheitsgemäß beantworte. Auch wenn ich selbst -weiß- dass das Blödsinn ist, kommt es in meine Gedanken. Inzwischen habe ich ganz gut gelernt, die Antwort für mich zu behalten. Manchmal kommt zwar ein "ja klaaar, glaubst du ich bin blöd?", aber meist kann ich dem widerstehen. Manchmal merke ich aber auch erst im Nachhinein, dass die Frage gar nicht ernst gemeint war...

      Ich war kürzlich beim Psychiater, das erste, was er mich fragte war, ob ich das Wetter mitgebracht hätte. Ich dachte dann "Nein, natürlich nicht!!! Die Wolken am Himmel und der Wind, DIE haben das Wetter gebracht, doch nicht ich!"

      Zum Glück habe ich das nicht laut gesagt.... sondern nur "ööhhh, nööö?"
    • Ich kann aus der Wahrnehmung meiner eigenen Gedanken heraus definitiv sagen, dass ich in der Regel nicht zu wenig über etwas nachdenke sondern ganz massiv darüber nachdenke. Wie gesagt habe ich häufig eine Vermutung, wie etwas gemeint sein könnte bzw. dass es anders gemeint ist als gesagt, frage dann bei der betreffenden Person nach bzw. spreche sie auf das Problem an, doch diese lässt mich am ausgestreckten Arm verhungern, da sie einfach das Problem nicht versteht und sich daher nicht die Mühe macht, sich genauer auszudrücken und gezielt meine Frage zu beantworten bzw. ihre Anweisung neu zu formulieren. In solchen Situationen tendiere ich dann doch dazu, den ursprünglichen Wortlaut zu befolgen, da mir einfach trotz Nachfrage keine Alternative geboten wurde. Ich bin da auch tatsächlich oft etwas starr im Denken und nicht flexibel genug die Anweisung eigenmächtig abzuwandeln bzw. traue mich nicht. Ich denke immer solange ich mich darauf berufen kann, dass ich ja nur das getan habe, was vorher besprochen wurde, kann man mir nichts vorwerfen.

      Das heißt natürlich nicht, dass wenn wirklich eine unvorhergesehene Situation eintritt, die erforderlich macht, dass ich mich aus wichtigen Gründen (z. B. zum Abwenden einer echten Gefahr) anders verhalte als vorher besprochen, ich dies nicht tun würde. Ich beziehe mich jetzt jedoch auf den Standardfall, wo ich ganz normal im Rahmen des zuvor Erwarteten und Besprochenen verhalte. Dennoch neige ich dazu, Dinge zu generalisieren. Z. B. wurde mir als Kind beigebracht ich solle herumliegenden Müll und tote Tiere nicht anfassen und beides fällt mir auch jetzt noch ausgesprochen schwer. Auch muss ich noch lernen meine Hemmschwelle zu überwinden, die Nummern 110 und 112 anzufen. Da mir beigebracht wurde man darf das nur in echten Notfällen und nicht aus Spaß machen, bin ich oft zu lange am Rumüberlegen ob eine Situation nun wirklich kritisch genug ist, als dass sie als Notfall gilt. Aber ich denke das wird mir in Zukunft besser gelingen. Und in ganz schlimmen Situationen würde ich es natürlich sowieso tun.

      Jedenfalls denke ich das schwarz-weiß denken fällt mir in Hinblick auf Verhaltensanweisungen generell leichter. Entweder rede ich viel oder ich nehme mir fest vor, gar nicht zu reden (was ich eventuell dann einige Zeit aushalte) aber auf Anordnung einfach nur weniger zu reden ist schwer. Und entweder ist etwas verboten oder erlaubt, entweder erwünscht oder unerwünscht. Gerade dann, wenn man sich z. B. in Ausbildung befindet und kritisch über einen geurteilt werden soll, ist man geneigt dazu sich strikt an Vorgaben halten zu wollen, damit kein Anlass für Kritik gefunden wird, doch gerade dieses penible Befolgen von Anweisungen ist es, woraus einem später ebenfalls ein Strick gedreht werden kann.

      Und noch schwieriger ist es, wenn zwei Instanzen sich gegenseitig widersprechen, wenn z. B. die Berufsfachschule einem aufträgt man soll in der Praxisstelle möglichst viele Aktivitäten selbständig planen und anleiten und dokumentieren, die Praxisstelle selber sich dadurch jedoch nur gestört fühlt, da es weniger Zeit für ihre eigene Planung bietet und vielleicht nicht ganz ihrem Konzept entspricht. Und alle Bemühungen sich im Vorfeld abzusprechen hinsichtlich der Tagesplanung sind letztlich fruchtlos, da diese Abmachungen häufig vergessen werden von der Praxisstelle und sie es dann trotz Vorankündigung doch nur als störend empfinden, wenn man eigene Dinge mitbringt und umsetzen will. Aber ich komme vom Thema ab...

      Also mir ist es als Teenager (und teils auch heute noch) des Öfteren passiert, dass ich etwas, was ich hörte, im ersten Moment falsch verstanden aber dan doch noch kapiert habe. Nur leider machte ich den Fehler, meinen Mitschülern davon zu erzählen, weil ich mich über meine eigenen Gedanken amüsiert habe und dachte sie würden mitlachen. Doch leider war es so, dass obwohl ich kenntlich machte, dass ich den Gedanken bereits als Unsinn entlarvt habe, ihnen überhaupt davon zu erzählen dazu führte, dass sie mich aufgrund dieser Gedanken für vollkommen dumm und dämlich halten. Ich dachte mir dann jedoch vermutlich haben sie oft genausolche dummen Gedankengänge, gestehen es sich jedoch nicht ein und erzählen nicht davon, um nicht blöd dazustehen. Somit denken sie jetzt ich würde an solchen Gedanken länger festhängen als sie und sie nicht wirklich als dumm erkennen, weil ich es sonst nicht erzählen würde, sprich: weil ich den Gedanken sonst nicht aussprechen würde. Und vermutlich machte es ihnen auch einfach Spaß sich gemeinsam über eine dämliche Mitschülerin zu amüsieren, das soll ja enorm den Gruppenzusammenhalt stärken!

      Dass ich für dämlich gehalten wurde führte widerum dazu, dass des Öfteren Schüler versucht haben mich zu verarschen. Meist habe ich das durchaus gemerkt, da ich den Spaß jedoch nicht kaputt machen wollte, bin ich zum Schein darauf eingegangen und habe quasi so getan, als würde ich es nicht als Unsinn erkennen, habe also mitgespielt. Und obwohl das mit Absicht sehr plump geschah, schätzten sie mich weiterhin so dumm ein, dass sie dachten ich würde nicht das Spiel mitspielen sondern sei tatsächlich darauf hereingefallen, was folglich für noch mehr Spott sorgte.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.

      The post was edited 2 times, last by Lex ().

    • Hallo zusammen,

      ich kann zu diesem Thema nicht aus eigener Erfahrung sprechen, aber auch bei unserer Tochter müssen wir genau überlegen, was wir zu ihr sagen.

      Sprichwörter, die wir ab und an mal verwenden, erklären wir ihr postwendend, so das sie ihr geläufig sind und sie auch weiß, was sie bedeuten und was von ihr "erwartet" wird.

      Aber solche Missverständnis kennen wir auch. Erdkundearbeit, 5. Klasse, Thema Bayern: Letzte Aufgabe "Nenne 5 Großstädte" - Antwort unserer Tochter "Paris, Berlin, Hamburg, London, München"
      Sie hatte ja recht, aber war halt am Thema vorbei.
    • Fronja wrote:

      5. Klasse, Thema Bayern: Letzte Aufgabe "Nenne 5 Großstädte" - Antwort unserer Tochter "Paris, Berlin, Hamburg, London, München"
      Ohhh, sowas ähnliches ist mir auch mal passiert in der Grundschule. Da hieß es in einem Test "benenne das Obst"... und ich habe natürlich den abgebildeten Früchten Namen gegeben, wie z.B. Peter oder Thorsten :d

      Warum müssen sich manche Lehrer aber auch so unklar ausdrücken? Ich hätte bei dem Test auch irgendwelche Großstädte benannt und nicht nur solche, die in Bayern sind. Meiner Meinung nach müsste sowas bei deiner Tochter berücksichtigt werden, wenn bekannt ist, dass sie Autismus hat. Wenn sie die Aufgabenstellung wegen einer unklaren Formulierung missversteht, dann kann sie ja nichts dafür :shake:

      Liebe Grüße,
      akfscb8

      The post was edited 1 time, last by akfscb8 ().

    • Ich hab durch sowas mal eine sehr wichtige Prüfung verhauen. Ich hatte meiner Meinung nach alles richtig gemacht und am Ende war alles verkehrt, weil ich die erste Frage wortwörtlich genommen hab und der ganze Rest der Prüfung auf der Frage aufbaute. Ich war damit aber nicht alleine und wir haben uns dann zu dritt beschwert, was den Lehrer leider nicht die Bohne interessiert hat. Er war der Meinung, seine Frage könne man ja gar nicht missverstehen. Seither frage ich lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig nach, wie eine Frage gemeint ist. Sicher ist sicher.
      Ich bin nicht auf der Welt, um zu sein, wie Andere mich gern hätten.
    • Schwierig
      zu verstehen sind auch solche Sätze wie z.B. "Kannst du den Müll rausbringen?" Ja natürlich bin ich dazu in der Lage so etwas zu machen,
      ich bin ja nicht doof... aber woher soll man bei so einer Fragestellung auch wissen, dass man darum gebeten wird den Müll rauszubringen?
      Zum Glücke komme ich mit einigen Menschen in meinem direkten Umfeld recht gut aus. Da kann ich dann auch mal direkt nachfragen - das 'habe ich inzwischen raus'(RW): Nicht alles 'blind' glauben, sondern direkt nachfragen, wenn man etwas nicht verteht. Ist die einzige Möglichkeit, es wirklich richtig zu machen.
      => "Ich kann schon. Soll ich das denn (jetzt) auch machen?" Oder etas moderater: "War das als Aufforderung gemeint?"

      Die Frage ist, ob man es den Leuten bildlich erklären kann... denn manche schmollen dann ja.
      Hier ist das Beispiel: Wenn man jemanden fragt "Kannst du das ABC aufsagen?" dann wird man oberhalb der 1. oder 2. Klasse wohl nicht mehr erwarten, dass jemand das auch tut. Oder die Frage: "Kannst du lesen und schreiben?" dann ist das in den wenigsten Fällen als Aufforderung dazu zu verstehen, dass man sofort irgendwas zu lesen/schreiben beginnen soll... :-p

      Was ich
      auch verwirrend finde sind Fragen wie: "Was machst du jetzt?" Damit kann ja alles mögliche gemeint sein. Will derjenige z.B. wissen, ob man
      gerade vorm Computer sitzt oder interessiert er sich dafür, was man momentan beruflich macht? Oder will er wissen, was ich in 5-10 Minuten
      machen werde? Solche Fragen habe ich schon ganz oft missverstanden.
      Völlig richtig. Mich nervt auch die Haltung dahinter, bzw. die, die ich dahinter vermute. All diese unscharfen Bedeutungen, für die es viel exaktere Fragen gibt: "Was machst du jetzt?"
      => "Was willst du/wirst du als nächstes machen?"
      => "Was machst du in diesem Moment?" (z.B. wenn man nur telefoniert, der andere also nicht sieht was man tut),
      => und natürlich der Klassiker als Prüfungsfrage in der Bedeutung von "Wie solltest du dich in dieser Situation verhalten?" (z. B. Fahrschule).

      Mit der Variante: "Was machst du gerade?". Is' noch besser... => Bei anderer Betonung: "Aus welchem Gegenstand hämmerst du die Krümmung raus...?" :-p :o

      Ist das einfach nur Bequemlichkeit!? Es geht oft nicht mal um längere Sätze oder Fremdwörter, sondern einfach nur um andere Sätze. Aber sich dann wundern, dass man nicht verstanden wird...

      Mein Rezept also: Direkt nachfragen "Wie ist das gemeint?" "Was genau?/Wie genau?" "Was meinst du damit?" usw. Manchmal reicht auch ein simples "Wie bitte, was haben Sie gesagt?" Manche NT-en wiederholen das dann wirklich, aber nach meiner Erfahrung wählen die meisten dann eine andere Formulierung...

      akfscb8 wrote:

      Ohhh, sowas ähnliches ist mir auch mal passiert in der Grundschule. Da hieß es in einem Test "benenne das Obst"... und ich habe natürlich den abgebildeten Früchten Namen gegeben, wie z.B. Peter oder Thorsten :d Warum müssen sich manche Lehrer aber auch so unklar ausdrücken? Ich hätte bei dem Test auch irgendwelche Großstädte benannt und nicht nur solche, die in Bayern sind.
      Ja, auch 'super'... (Sarkasmus!) "Benenne die abgebildeten Obstsorten mit ihren korrekten Bezeichnungen (und schreibe sie auf)." (Nicht, dass einer die Namen in die Klasse ruft... :d )
      Oder: "Schreibe die Namen der Obstsorten neben das jeweilige Bild." Gerade als Lehrperson sollte man 'das drauf haben' (RW).
      Besser so!? ;)

      The post was edited 2 times, last by Kûzelîn ().

    • Ich habe auch das Problem, viele Dinge wortwörtlich zu nehmen. Daher muss ich immer gefühlte 10 Mal nachfragen.
      Ich kann eine konkrete Situation aus den letzten zwei Wochen nennen:
      Ich war in der Küche der "Behindertenwerkstatt" (eigentlich ist es keine, nur fällt mir gerade keine passende Umschreibung ein) und sollte den Nachtisch zubereiten, der unter anderem aus Sahne und Quark bestand. Zuerst habe ich die Sahne steif geschlagen und in einem anderen Gefäß den Quark vermischt und Zucker hinzugefügt.
      Unsere Anleiterin sagte: "Ich möchte den Quark vorher gerne probieren." Ich wusste aber nicht, dass sie mit "Quark" das fertige Endergebnis, also Sahne und Quark vermischt, meinte und nicht nur den Quark.
      Also habe ich gewartet, bis sie kam. Dann fragte sie: "Haben Sie die Sahne und den Quark vermischt?" "Nein. Ich dachte, dass Sie den Quark vorher probieren wollten."
      Sie antwortete: "Ja, aber erst, wenn alles vermischt ist. Die Sahne an sich ist ja auch süß." Mit "vorher" meinte sie dann "vor dem Verteilen auf die Schälchen".
      Davon war nicht die Rede, aber ich wollte es mir abgewöhnen, immer so oft nachzufragen.
      Aber anscheinend geht es bei mir nicht ohne Nachfragen. :-p :oops: