Overload in Telekonferenzen - Gegenmaßnahmen

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    • Overload in Telekonferenzen - Gegenmaßnahmen

      moin moin

      Problem:

      Ich hab seit kurzem ne neue Stelle, auf der extrem viel in Telefonkonferenzen stattfindet.
      Eigentlich bin ich entsprechendes schon gewohnt, spiele seit über 10 Jahren Rollenspiele über Teamspeak.

      Leider tritt hier ein Effekt sehr häufig auf, den ich beim Rollenspiel eher selten habe:
      Ich drifte komplett weg und kriege nur noch Hintergrundrauschen mit - ja, ein Overload.

      Einige Ursachen konnte ich ausmachen.
      Z.B. ist es sehr schlimm, wenn ich a) vom Thema recht weit entfernt bin und b) keinen aktiven Part habe
      Auch sind viele der Leute dort deutlich weniger der Bedeutung ihrer Empfangstechnik bewusst (bzw im Rollenspiel wird jemand, der sich weigert ein anständiges Headset zu benutzen aus Selbstschutzgründen ausgeschlossen).
      Einige der Leute wirken von dem, was sie vortragen, selbst ziemlich demotiviert. Das bringen sie ziemlich gut rüber :(


      Ein bisschen habe ich mich auch mit Gegenmaßnahmen auseinandergesetzt:

      Teilnehmen muss ich schon - auch, wenn ich gerade versuche unnötige raus zu filtern.
      Vorgesetzten mal gründlich beibringen, wie man ein Headset aufsetzt etc, traue ich mich nicht. (Die schlechte Tonqualität liegt wohl auch an der Billigtechnik die die meisten verwenden.)
      Manchmal funktioniert es, wenn ich in der Zeit auf der Stelle jogge (Mikrofon aus versteht sich).


      Frage:

      Habt ihr Lösungsstrategien für entsprechende Situationen?

      Andere Ideen?
    • Onugnin wrote:

      Auch sind viele der Leute dort deutlich weniger der Bedeutung ihrer Empfangstechnik bewusst
      Sprich das mal an. Und zwar so, dass es auch die vorgesetzten mit bekommen. Also irgend etwas in der Art von: „Im Vergleich zu meinen bisherigen Erfahrungen ist die Tonqualität hier sehr schlecht, das macht das mithören anstrengend, da man nicht alles versteht.“ Gibt ja auch einiges an Untersuchungen dazu. Und das nervt die anderen ja auch.

      Dann Maßnahmen diskutieren:
      • Mikro aus, wenn man nicht spricht (Begründung: Damit auch das Rauschen weg geht)
      • Feedback bezüglich Mikrofonlaufstärke / Softwareeinstellungen (auch da lässt sich schon einiges machen)
      • Bessere Hardware
      Wird schon I am a human being capable of doing beautiful things RUN
    • Das mag vielleicht nicht in deinem Fall helfen, aber ich schreibe es mal trotzdem: Ich habe das Problem, dass Konferenzen und insbesondere Telekonferenzen unglaublich anstrengend sind und ich mich durchgehend konzentrieren muss, um nicht mit der Aufmerksamkeit ab zu driften und nichts mehr mit zu bekommen. Wenn dann noch schlechte Technik hinzukommt habe ich zwar keinen Overload, aber trotzdem das Problem, schnell erschöpft und gestresst zu sein, kombiniert mit Übelkeit und Kopfschmerzen. Ich habe bei mir auch einen ADS Verdacht (und wundere mich, dass der in meiner Jugend nicht diagnostiziert wurde oder vielleicht auch wieder vergessen wurde).

      Ich habe da schon vor längerem festgestellt, dass es mir hilft, nebenher Logikpuzzle wie Slitherlink oder ähnliches zu spielen. Unter Linux gibts da die Simon Tatham Puzzlesammlung (sgt-puzzles). Da ich die schon seit Jahren spiele, beschränkt sich das bei mir auf reine Mustererkennung und reduziert meine Aufmerksamkeit höchstens geringfügig. Gleichzeitig verhindert es das Abdriften und reduziert deutlich die Erschöpfung. Schlechte Qualität ist damit zwar immer noch nervig aber führt nicht zwangsläufig zu so starkem Stress.
      Ich mache das jetzt auch schon seit längerem so und mir ist bisher nur die Einschränkung aufgefallen, dass es schwerer wird, sich aktiv an der Diskussion zu beteiligen. Bin ich direkt gefragt, dann muss ich solange das Spielen unterbrechen. Auch sollte man mit den Spielen schon soweit vertraut sein, dass Mustererkennung ausreichend ist. Andere Spiele stören da schon mehr, wie z.B. Minesweeper (Zufallselement) oder Sudoku (zu viel um Ecken denken). Im Studium hatte ich ähnliche Erfahrung mit klassischen Jigsaw-Puzzles auf dem Computer gemacht. Und während meiner Schulzeit waren das die Kritzeleien auf dem Block, auch wenn dort der Effekt deutlich schwächer ist.
      Ich mache das auch, wenn ich irgendwelche Wissensvideos auf Youtube ansehe oder auch zum Film schauen. Dadurch bekomme ich mehr mit und es funktioniert auch noch, wenn ich die Videos in doppelter Geschwindigkeit laufen lasse (also nicht deswegen sondern trotzdem).
    • Mein Problem ist ein Ähnliches - nur, dass bei uns alle Beteiligten über die gleiche Technik verfügen.

      Ich habe eher Schwierigkeiten inhaltlicher Art und mit dem Verhalten mancher Teilnehmer. Bonbonlutschen, Kaugummikauen, Nägelfeilen, Monologe, Rumräumen, Diskussionen um Nix etc. Blabla...

      Ich suggeriere in solchen Fällen ein technisches Problem mit meiner Webcam, schalte sie aus und spiele nur noch zuhörenderweise mit einer Packung Zahnstocher Mikado.
      Das beruhigt meine Nerven und lenkt mich ab.
    • Onugnin wrote:

      Z.B. ist es sehr schlimm, wenn ich a) vom Thema recht weit entfernt bin und b) keinen aktiven Part habe
      Da muss ich nachfragen: Wo ist denn das Problem, wenn du da weg driftest und nix mitkriegst? Also geht es darum, das du dnan nichts mitkriegst? Wobeid as doch egal ist, weil es für dich ja nicht relevant ist. Dann musst du nur schauen, wie du wieder rein kommst, wenn dich was betrifft. Und wenn es darum geht, dass der Zustand unangenehm für dich ist, gibt es eine Möglichkeit dich rauszuziehen, ohne das es jemand merkt? Also ich drifte wenn es mir zu viel wird entweder unterbewusst weg oder ich gucke auf mein handy, lese artikel auf meinem handy etc.

      Wobei ich gerade bei Videokonferenzen Glück habe, da haben meist alle außer dem Sprechenden auch aus Höflichkeit das Mikrofon aus, so dass man keine Nebengeräusche hört. Und wenn doch einer obwohl er nicht spricht es an hat und man was hört Papierrascheln, dann sagt einer was dazu.
    • Zodd wrote:

      Da muss ich nachfragen: Wo ist denn das Problem, wenn du da weg driftest und nix mitkriegst? Also geht es darum, das du dnan nichts mitkriegst? Wobeid as doch egal ist, weil es für dich ja nicht relevant ist. Dann musst du nur schauen, wie du wieder rein kommst, wenn dich was betrifft. Und wenn es darum geht, dass der Zustand unangenehm für dich ist, gibt es eine Möglichkeit dich rauszuziehen, ohne das es jemand merkt? Also ich drifte wenn es mir zu viel wird entweder unterbewusst weg oder ich gucke auf mein handy, lese artikel auf meinem handy etc.
      Naja, ich muss in die Projekte ja noch rein finden.
      "Weit entfernt" heißt hier, bisher noch nichts damit zu tun gehabt. Aber ich muss es halt noch verstehen, was die Modelle so anstellen etc.


      Wenn ich nebenher am anderen Rechner was mache dann drifte ich erst recht weg.
      Dann ist zwar die Anstrengung geringer, aber ich kriege wirklich nichts mit.

      Wir haben glücklicherweise prinzipiell keine Kamera an und die Disziplin ist eigentlich auch gut.
      Bloß verwenden viele halt das billige Headset vom Arbeitgeber.
      Atemgeräusche beim Sprechen etc inklusive.


      Hm, logikpuzzle
      Ich habe früher beim Rollenspielen nebenher einfache rundenbasierende Strategiespiele gespielt.
      Vielleicht Battle Brothers etc wieder auspacken.
    • hundefreund wrote:

      Sprich das mal an. Und zwar so, dass es auch die vorgesetzten mit bekommen. Also irgend etwas in der Art von: „Im Vergleich zu meinen bisherigen Erfahrungen ist die Tonqualität hier sehr schlecht, das macht das mithören anstrengend, da man nicht alles versteht.“ Gibt ja auch einiges an Untersuchungen dazu. Und das nervt die anderen ja auch.
      Dann Maßnahmen diskutieren:
      • Mikro aus, wenn man nicht spricht (Begründung: Damit auch das Rauschen weg geht)
      • Feedback bezüglich Mikrofonlaufstärke / Softwareeinstellungen (auch da lässt sich schon einiges machen)
      • Bessere Hardware

      Sehe ich genauso. Ich würde dir empfehlen es einfach mal an zu sprechen.
    • Vulkan wrote:

      hundefreund wrote:

      Sprich das mal an. Und zwar so, dass es auch die vorgesetzten mit bekommen. Also irgend etwas in der Art von: „Im Vergleich zu meinen bisherigen Erfahrungen ist die Tonqualität hier sehr schlecht, das macht das mithören anstrengend, da man nicht alles versteht.“ Gibt ja auch einiges an Untersuchungen dazu. Und das nervt die anderen ja auch.
      Dann Maßnahmen diskutieren:
      • Mikro aus, wenn man nicht spricht (Begründung: Damit auch das Rauschen weg geht)
      • Feedback bezüglich Mikrofonlaufstärke / Softwareeinstellungen (auch da lässt sich schon einiges machen)
      • Bessere Hardware

      Sehe ich genauso. Ich würde dir empfehlen es einfach mal an zu sprechen.
      Ihr habt da schon Recht.

      Ist eher eine soziale Sache.
      In meinen Rollenspielgruppen bin ich normalerweise der Spielleiter oder zumindest einer der erfahrensten Spieler. Das Ansprechen entsprechender Technik ist sozial akzeptiert und ich habe idr. die aktive Rückendeckung der anderen Mitspieler und meist auch jemanden, der sich mit mehr Details der Technik auskennt im selben Kanal.

      Auf der Arbeit bin ich der Frischling, der Neue, der sich sowieso gerade anschickt einige liebgewonnenen Spielzeuge der Arbeitsgruppe durch den Schredder zu jagen (und das leider nicht immer diplomatisch formuliert hat).
      Meine direkte Arbeitsgruppe weiß, was Sache ist. Können aber halt auch gerne mal Leute aus anderen Arbeitsgruppen dabei sein.
      Ich traue mich einfach nicht.

      Mit meinem direkten Umfeld werde ich es nach und nach ansprechen. Ich nehme es mir zumindest mal vor.
    • Es mag blöd klingen, aber bei dem Vorhandensein eines Videobilds (also Videokonferenz) fühle ich mich erheblich wohler und sicherer, als müsste ich nur telefonieren. Dies ist vor alllem und interessanterweise bei mir bisher fremden Personen der Fall, was mich zuletzt auch überrascht hat.

      Ich weiß nicht warum, vielleicht einfach weil ich ein Gesicht hinter der Stimme sehe und die Person besser über das Gesicht (Mimik, Gestik) einschätzen kann. Nur anhand der Stimme gelingt mir das einfach weniger gut, und wenn überhaupt, nur über die Worte des Gegenübers...

      Natürlich kann so eine Videokonferenz kein echtes Gespräch ersetzen, aber zumindest kann ich die Person ohne Maske sehen (die erschwert mir einen Austausch erheblich) und besser wird es aktuell nicht... insofern bin ich froh, auf der Arbeit vermehrt solche Technologien nutzen zu können.
      Nichts beschleunigt Dich so sehr wie ein Linearmotor.
    • Hm, ich bin das Reden über Teamspeak zu lange gewöhnt, um damit noch Probleme zu haben.
      Müsste ich aber mal genauer beobachten, wir haben eine Handvoll Leute, die manchmal die Kamera an haben.

      Ein Effekt, den es zu geben scheint ist, dass Leute mit Kamera weniger "ins Nichts" sprechen.
      Gerade erst vorgestern wieder erlebt wie jemand bei einer Präsentation abdriftete als führe sie Selbstgespräche, als sei da niemand mit dem sie reden würde.

      Kenn jemand den Effekt?
    • Onugnin wrote:

      Bloß verwenden viele halt das billige Headset vom Arbeitgeber.
      Atemgeräusche beim Sprechen etc inklusive.
      Die Atemgeräusche liegen meines Erachtens daran, dass das Mikro direkt vorm Mund hängt. Das sollte knapp darunter sein.
      Unseres ist auch von einer Billigmarke, aber funktioniert einwandfrei, wenn es richtig eingestellt wird.
      Wenn Du Dich nicht traust, das direkt anzusprechen (z.B. bei Personen, die aus der Führungsetage sind), dann vielleicht über eine anonyme Meldung an den Betriebsrat?
      Bei Einzelnen Teilnehmern kann man ja kurz im Chat dieser einen Person mitteilen "Bei Dir ist es aber heute windig im Mikrofon! ;)"
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Coocy wrote:

      Ich habe eher Schwierigkeiten inhaltlicher Art und mit dem Verhalten mancher Teilnehmer. Bonbonlutschen, Kaugummikauen, Nägelfeilen, Monologe, Rumräumen, Diskussionen um Nix etc. Blabla...
      OMG!
      Bei uns sind Videokonferenzen etwas tagtägliches, aber solches Verhalten gibt es nicht.
      Das mag aber daran liegen, dass wir ein multinationaler Konzern sind und aufgrund der Verteilung der Mitarbeiter über viele Länder Videokonferenzen auch vor Corona schon völlig normal waren.
      Dadurch hat sich die nötige Disziplin schon etabliert. Es kommt auch nur extrem selten vor, dass eine Konferenz länger dauert als angekündigt.
    • Ist bei mir ähnlich wie bei @zaph. Mein Arbeitgeber statt seine Mitarbeiter aber auch mit hervorragender Hardware aus, was meiner Meinung nach auch absolut wichtig ist.
      Wenn Du grundsätzlich aufpassen musst, weil es dich betrifft, dann musst Du dir das was einfallen lassen, wie Du nicht abdriftest. Schreib meeting minutes auf oder so. Wenn mich was nicht betrifft, mach ich was anderes nebenher und achte nur auf meinem Einsatz. Das konnte ich schon in der Grundschule.
      SPOCK: The needs of the many outweigh the needs of the few.
    • So, habe es heute mal geschafft es mit meiner halb-Vorgesetzten anzusprechen.

      Interessant ist auch der - eigentlich recht häufig Effekt - dass sie mit vielem auch Probleme hat, nur halt auf niedrigerem Niveau und deshalb weniger durchdacht.
    • zaph wrote:

      Allerdings ist das eher "Führen ohne Führungsauftrag".
      Ja leider, das ist ne total beschissene Situation.

      @Onugnin
      Bist Du schwerbehinder oder gleichgestellt und ist das Deinem Arbeitgeber bekannt? Falls ja, würde ich mit diesem Anliegen einfach mit der Schwerbehindertenvertretung reden und mitteilen, dass Du aufgrund Deiner Behinderung bestimmte Anforderungen an den Arbeitsplatz hast und diese erfüllt werden müssen, damit Deine Gesundheit erhalten bleibt. Fertig ist die Laube (RW).
      SPOCK: The needs of the many outweigh the needs of the few.