Pädagogik oder Psychologie im Umgang mit Autismus? Was ist für euch der richtige Weg?

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    • Pädagogik oder Psychologie im Umgang mit Autismus? Was ist für euch der richtige Weg?

      Durch das Teaccprogramm mit welchem ich mit den Autismuszentrum und meiner Sozialtherapeutin vom ABW arbeite, werde ich immer ein größerer Fan der Pädagogik beim Autismus.

      Als ich letztens den ersten Teil eines Buches las, welcher um die sozialemotionale Entwicklung bei Kinder handelte, wurde beim Verhalten der Kinder erstmal drauf geachtet, welche 'Loesungsstragien' die Kinder für ihre aktuelle Thematik zur Verfügung haben.Wenn nötig würden neue Strategien erlernt oder alte verfeinert.
      Im besten Fall verfeinern sich die Bewältigungsstrategien im laufe des Lebens und werden immer mehr.
      Pädagogik bringe ich mit lernen in Verbindung.
      Psychologie mit Heilung von etwas, was mal heil war.
      Ich lese mich in den Themen Pädagogik und Teacch erst rein, wobei mir die Ansätze gefallen.

      Was ist für euch der Lösungsweg bei Autismus, Psychologie oder Pädagogig.

      Geht die Verhaltenstherapie Richtung Pädagogik oder bekomme ich was durcheinander?

      Bin auf eure Meinungen und Ansichten gespannt.
      L.G. Daniel :thumbup: :thumbup:
    • Meinem Gefühl nach gibt es Unterschiede zwischen Pädagogik und Verhaltenstherapie.

      In der Verhaltenstherapie wurden mir früher wirklich Verhaltensweisen aufgezwungen, wobei Schwaechen und Stärken meiner Person nicht interessierten.
      Auf die Art, so macht man das, also so hast du es auch zu machen. Ob ich dadurch in die Ueberforderung kam, interessierte niemand.
      'Dadurch bin ich äußerlich mittlerweile überangepasste und gleichzeitig komplett ueberfordert'.

      Bei Pädagogik kommt es mir vor, dass bei Problemverhalten, die Ursache gesucht wird und Strategien sowie äußere Hilfen angeboten werden, wenn der reguläre Weg nicht geht.

      Sehe ich es richtig?
      Wie sieht ihr es?
      Herzlichen Dank.
      L.G. Daniel :thumbup: :thumbup:
    • Ich finde es wäre sowieso sinnvoll nicht so fundamental zwischen psychisch Kranken (ich weiß dass Asperger da nicht so hundertprozentig zugehört aber ich rechne es jetzt mal mit) und Gesunden zu unterscheiden sondern sich unabhängig davon auf die individuelle Problematik einzulassen. Ich habe sowieso das Gefühl dass sobald jemand, besonders Kinder, als krank kategorisiert wird häufig nicht mehr vorrangig das pädagogische Ziel zählt jemandes Fähigkeiten so zu fördern dass er gut zu Recht kommt und sich an den alltäglichen Herausforderungen entwickeln kann sondern in erster Linie zählt jemanden dazu zu bringen einen Anschein von "normal" zu vermitteln. Sowohl bei Psychotherapie als auch Pädagogik sollte das Ziel sein die Funktionalität zu erhöhen und damit auch den Leidensdruck zu verringern aber Funktionalität wird halt gerne mit kultureller Unauffälligkeit verwechselt. Ich will nicht bestreiten dass eine gewisse Fähigkeit zur Anpassung an die eigene Kultur auch zu Funktionalität zählt aber das ist eben eine Gratwanderung derer man sich bewusst sein muss. Im pädagogischen Feld ist das noch einmal etwas schwieriger weil da so oder so schon eine gewisse Compliance als Ziel gesehen wird aber generell sollte auch Psychotherapie grundsätzlich als ein Lernen und nicht primär als Heilen gesehen werden. Das Heilen geschieht ja auch vorrangig eben übers Lernen neuer Anpassungs- bzw Bewältigungsstragien. Ich finde daher auch den Begriff psychischer Krankheiten oder Behinderungen etwas unglücklich weil diese eben nicht nur wie körperliche behandelt werden sondern vor Allem durchs Lernen, Reflektieren und Kommunizieren. Idealerweise sollte Psychotherapie nicht als ein radikal anderer Ansatz als Pädagogik gesehen werden sondern als sehr spezialisierte Form davon.

      Mir persönlich hat Verhaltenstherapie nicht so sehr viel gebracht, es hängt aber glaube ich stark vom Therapeuten ab und statistisch gesehen ist sie wohl am erfolgreichsten. Ich persönlich würde auch sagen dass sie nicht jedem hilft sondern man der Typ dafür sein muss, womit ich aber niemanden entmutigen will es zu versuchen. Ich habe es auch schon erlebt dass dabei nicht wirklich auf individuelle Vorlieben eingegangen wird bzw man sich nur wie eine Checkliste an Symptomen vorkommt, wobei ich aber denke dass das wie gesagt auch mit dem Therapeuten zusammenhängt und ich da schon deutliche Unterschiede erlebt habe obwohl es die gleiche Therapieform ist. Obwohl ich gerade bei jemandem der dir vom Autismuszentrum vermittelt wurde gedacht hätte dass man da schon allein durch Erfahrung mit dieser Gruppe etwas einfühlsamer wäre, wobei Autisten sich untereinander ja auch stark unterscheiden. Das ist glaube ich bei Asperger nicht üblich und hatte damals auch andere Gründe aber ich hatte eine Zeit lang auch tiefenspychologische Therapie und damit recht gute Erfahrungen gemacht, kommt aber wie gesagt glaube ich neben den Problemen auch auf den eigenen Typ an was funktioniert aber zumindest wurde ich dort immer vorrangig als eigener Mensch respektiert und es hat mir auch ein Gefühl von Sicherheit gegeben gelegentlich über Dinge reden zu können die nicht konkret mit dem und dem Symptom zu tun hatten.
    • Das Autismuszentrum welches ich kenne, arbeitet meines Wissens nach dem Teacch Programm was therapeutisch aufgebaut ist.

      Wie gesagt, ich bin mit dem Autismuszentrum und dem Teaccprogramm welches pädagogisch aufgebaut ist mehr als zufrieden. Hätte ich die aktuellen pädagogischen Hilfen von heute schon in meiner Kindheit bekommen, bin ich überzeugt, dass ich deutlich weiter wäre, da Pädagogik meiner Ansicht nach bei Autismus effizienter ist als Psychotherapie.
      Wobei für Begleiterkrankungen des Autismus, Psychotherapie sicherlich sinnvoll ist.

      Ûber begründete andere Meinungen und Ansichten freue ich mich natürlich auch.
      Bin halt immer neugierig, wer was wie sieht.

      Herzlichen Dank.
      L.G. Daniel :thumbup: :thumbup:
    • Daniel1 wrote:

      Wobei für Begleiterkrankungen des Autismus, Psychotherapie sicherlich sinnvoll ist.
      Ich mache Psychotherapie, seit ca 2015 oder so und bin damit auch zufrieden. Ich muss aber sagen das es keine Verhaltenstherapie ist sondern nur reden, sich austauschen, einfach damit man mal mit jemandem reden kann der professionelles Wissen hat und das ist eben eine andere Ebene als mit Angehörigen oder Leuten auf der WfbM die mehr Mythen-wissen über Ausitmus haben und einen eher ausfragen weil sie ja selbst neugierig sind.

      Ich muss dazu auch sagen das es eigentlich egal ist was man jetzt für sich machen möchte, pedagogisch oder psychologisch, beides kann helfen auf seine eigene Weise, jedoch braucht es für beides einen Therapeuten der sich auch bereit ist auf den individuellen menschen einzulassen und kein vorgefärtiges Schema-F-Bild des Patienten im kopf hat bevor er diesen kennenlernt.
      Dieses nicht bereit zu sein, von diesem vorgefertigten Bild eines Autisten oder Patienten, scheinen viele deiner Therapeuten gehabt zu haben, egal ob in der Psychiatrie oder an anderer Stelle, das ist sehr schade und ich finde es gut das in dem Autismuszentrum da anders ist bei dir.
      Wenn dir das weiterhilft, dann versuch es so lang es geht weiter zu machen.
    • Hallo,
      also als Pädagogik bezeichnet man die Erziehung.
      Verhaltenstherapie ist eine Therapie die drauf zielt das Verhalten zu ändern, nicht aber die Ursache bearbeitet. Ganz grob gesehen du machst richtig, es wird belohnt. Therapieformen gibt es aber gabz verschiedene und das ist nur eine davon.
      Selbstdiagose...
    • Lieber @RegenbogenWusli, da das Autismuszentrum bei Erwachsene nur berät, habe ich nur paar Beratungsgespräche im Jahr. Glaube alle 6 Wochen wäre ein Beratungsgespräch für Erwachsene möglich, wobei erstmal alles umgesetzt werden will, was die einem an Tipps geben.

      einer Sozialtherapeutin vom ABW und mir, wird dann aber so vie vom Autismuszentrum 'an die Hand gegeben', dass wir gut arbeiten können.
      Zudem sind die Möglichkeiten des Teacch Programms riesig. Damit können wir erstmal arbeiten.

      Was ich zeitnah im Autismuszentrum Nachfrage, dass sie mit meinen Eltern reden können, damit die vieles besser verstehen und einordnen können.
      Meine Eltern haben es mir nach einem Tio meiner Sozialtherapeutin vom ABW angeboten.
      DDanna Gespräch zusammen.

      Dachte, die Krankenkasse zahlt nur Verhaltenstherapie, Tiefenpsychotherapie und Psychoanalyse.
      Eie machst du es, dass du Gesprächspsychotherapie von der Krankenkasse bezahlt bekommst?

      HHerzlichen Dank.
      Alles Gute.
      L.G. Daniel :thumbup: :thumbup:
    • Daniel1 wrote:

      Lieber @RegenbogenWusli, da das Autismuszentrum bei Erwachsene nur berät, habe ich nur paar Beratungsgespräche im Jahr. Glaube alle 6 Wochen wäre ein Beratungsgespräch für Erwachsene möglich, wobei erstmal alles umgesetzt werden will, was die einem an Tipps geben.
      Achso, du hattest was von TEACCH Programm geschrieben, ich hatte gedacht das das eine Therapie ist die du bei denen machen würdest.
      In dem Autismuszentrum in Essen wird sowas glaube ich angeboten, jedenfalls weiß ich das sie Therapien anbieten, es sind aber wie oben jemand schrieb, Erziehungsmethoden.
      Bei Autismus nicht immer wirksam aber wohl eine der wenigen Möglichkeiten weil Ursachenbekämpfung ist ja schwierig XD


      Daniel1 wrote:

      Dachte, die Krankenkasse zahlt nur Verhaltenstherapie, Tiefenpsychotherapie und Psychoanalyse.
      Eie machst du es, dass du Gesprächspsychotherapie von der Krankenkasse bezahlt bekommst?
      Meine Therapie wird von der Krankenkasse bezahlt, ja. Es ist auch mehr wegen Transgender, was eine behandelbare Diagnose ist, aber meine Therapeutin ist offen dafür das ich Autist bin und Transgender nicht meine einzige "Baustelle" ist und sie hat damit kein problem auch über diese Themen zu sprechen, das hilft mir sehr weiter.
      Jedenfalls rede ich mehr mit ihr darüber und analysiere das absurde Verhalten von diversen Mitmenschen mit ihr als über Transgender zu reden XD
      Autismus-bedingte Therapie ist bei den Krankenkassen nicht anerkannt und darum bezahlen die das auch nicht.

      Sisyphus wrote:

      Wenn es dir nur ums Reden geht und nicht um Therapie im engeren Sinne könntest du es auch mal bei Caritas oder Diakonie versuchen, sind dann aber halt Sozialarbeiter und keine Therapeuten.
      Meinst du mich damit oder Daniel?

      Ich habe in der WfbM auch die Möglichkeit zum Gespräch, ich muss aber sagen das ich sehr gerne mit Ärzten über sowas rede, ich neige dazu die Dinge selbst eher diagnostisch zu betrachten und einzuordnen um das Verhalten von mir selbst und das der anderen besser zu verstehen.
      Diagnosen sind ja im Grunde nichts anderes als strukturierte Ordnung.
      Seelsorger gibt es bei uns auch, und eben Sozialer Dienst, die machen aber nur "ei" und raten einem die Ruhe zu bewaren, und das wars. Das hilft vielleicht im Notfall, aber da findet kein analytischer Austausch statt.
    • Meinte Daniel damit und dachte auch weniger an Seelsorger als Beratungsstellen, z.B. mal gucken obs ein gemeindepsychiatrisches Zentrum oder ähnliches in der Nähe gibt, ist auch nicht kostenlos (wobei es glaube ich auch bedingungslos kostenlose Angebote gibt) aber wenn man Bedarf nachweisen kann wirds vollständig übernommen. Wenns vor allem um organisatorische Probleme geht können die da auch helfen, geht weniger um "ei", obwohl man sich natürlich auch mal Dinge von der Seele reden kann, als einem dabei helfen was man konkret machen muss, wo man konkret hinmuss oder auch ein wenig Richtung Verhaltenstherapie einem helfen größere Vorhaben geistig in kleinere zu stückeln und nach Priorität zu ordnen. Ist natürlich nochmal was anderes als Therapie aber meiner Meinung nach wenn es einem eher um akute Alltagshilfe und Gespräche als um langfristige grundlegende Verbesserung geht genau so gut geeignet, leichter verfügbar als ein geeigneter Therapieplatz und mir persönlich so gar lieber weil sie mir eben bei organisatorischen Dingen helfen wenn ich es mal brauche ohne einem persönlich zu nahe zu kommen wenn man das nicht möchte, also weniger invasiv sind/ Compliance erwarten und bei Reden weniger an ein festes Konzept gebunden sind. Für mich persönlich nicht nötig aber die machen auch Hausbesuche. Hier noch mal ein obligatorisches Sozialarbeiter sind keine Psychotherapeuten aber je nach derzeitiger Situation und Bedürfnisse können sie manchmal so gar eine bessere Anlaufstelle sein. Ist denen auch eigentlich egal ob du zu deren Kirche gehörst.
    • Sisyphus wrote:

      Meinte Daniel damit und dachte auch weniger an Seelsorger als Beratungsstellen, z.B. mal gucken obs ein gemeindepsychiatrisches Zentrum oder ähnliches in der Nähe gibt, ist auch nicht kostenlos (wobei es glaube ich auch bedingungslos kostenlose Angebote gibt) aber wenn man Bedarf nachweisen kann wirds vollständig übernommen.
      @Sisyphus , erstmal herzlichen Dank.

      Habe von vielen schon gehört, dass man bei der Tagesstädte in Neu Ulm besser gefördert wird als in Ulm.
      Die Internetseiten sagen schon alles.

      diakonie-neu-ulm.de/ueber-uns/…uer-seelische-gesundheit/

      rehaverein.de/angebote/tagesge…uer-psychiatrieerfahrene/

      Lebe leider bei Ulm und nicht in Neu Ulm, wobei die Städte schon fast quasi zusammengewachsen sind.
      Da Ulm zu Baden Württemberg gehört, Neu Ulm zu Bayern, würden sie es sehr ernst nehmen.

      GPZ in Ulm finde ich nicht gut.
      Empfinde es als reinen Ort der Aufbewahrung.
      In Neu Ulm sieht es nach der Internetseite zu urteilen schon ganz anders aus.
      Habe mal im GPZ Ulm ein Gespräch, mit dem sozialpsychiatrischen Dienst gehabt.
      Hätte da noch kein ABW vom roten Kreuz.


      Der sozialpsychiatrischen Dienst des GPZ in Ulm meinte, wenn ich bei ihnen ABW haben will, bräuchte ich auch einen gesetzlichen Betreuer, da sie schriftliche Rechnungen und so nicht für mich machen wollen.
      Als ich meinte, dass ich es nicht kann, hiess es, dass es notwendig wäre um bei ihnen ABW zu bekommen.
      Zum Schluss hiess es von ihr, der Verein hätte dadurch weniger Aufwand.
      (Da sieht man wieder wie die Prioritäten für die Träger aussehen).
      Beim ABW des DRK ist es kein Problem, dass ich bei Rechnungen und so Hilfe brauche.

      Wenn ich Hilfe in Haushalt und so brauche, versucht die Sozialpädagogin vom ABW des DRK an Hand des Teacch Programms, Strukturen anzupassen, damit ich klar komme.
      Z.B habe ich viele Kisten in Regale, wobei jede Kiste, jeder Schrank, Schublade etc mit Bilder bespickt sind, damit ich jederzeit weiss wo was hingehört.
      Durch so ein System bekomme ich äußere Ordnung besser hin, da bei mir selber im Inneren komplettes Chaos ist.

      Als ich beim GPZ in Ulm war, hörte ich von deren ihr Personal nur, warum Klienten es nicht so oder so machen.
      Dass sie ihnen Hilfen mit Bewältigungshilfen der anders angebiten haben, davon bekam ich nichts mit.
      Drück vom Personal kann Bewältigungshilfen für Klienten nicht ersetzen, nur meine Meinung.

      L.G.Daniel :thumbup: :thumbup:

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    • rehaverein.de/angebote/tagesge…uer-psychiatrieerfahrene/

      Hey, da ich leider bei Ulm lebe, wo die Klienten in der GPZ aus der Perspektive der konservativen klassischen Psychiatrie als Hilfebedürftig ohne Recht auf alles gesehen werden, finde ich den resourceorientiertenansatz aus Neu Ulm viel vortschrittlicher.
      Der Träger des GPZ in Ulm hat auch eine Langzeitreha in Ulm mit RPK Massnahme und Eingliederungshilfe, statt Förderung wird alles als Lifestyleerkrankungen abgetan, so dass die Klienten nur die Zähne zusammen beissen müssten.
      War 3 Jahre dort in stationaer.
      Ausser traumatische Erfahrungen durch ständige Grenzüberschreitungen habe ich nichts in Erinnerung von deren ueberaltertem Konzept.
      Siehe.


      Da Neu Ulm und Ulm verschiedene Städte sind und in andere Bundesländer beheimatet sind, ergeben für mich Probleme.
      Ulm ist in Baden Württemberg Neu Ulm in Bayern.

      Da ich schonmal die A Karte habe und bei Ulm lebe, möchte ich Mal nachfragen wie ich an resourceorientierte Hilfen wie in Neu Ulm komme.
      Da ich nicht kochen kann und komplett unselbstaendig bin, würde mir der resourceorientierte Ansatz wie in Neu Ulm gefallen

      Den Ansatz in Neu Ulm finde ich genial, lebe aber in anderer Stadt und Bundesland.

      diakonie-neu-ulm.de/ueber-uns/…uer-seelische-gesundheit/


      :thumbup: :thumbup:

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    • Daniel1 wrote:

      Meinem Gefühl nach gibt es Unterschiede zwischen Pädagogik und Verhaltenstherapie.

      In der Verhaltenstherapie wurden mir früher wirklich Verhaltensweisen aufgezwungen, wobei Schwaechen und Stärken meiner Person nicht interessierten.
      Auf die Art, so macht man das, also so hast du es auch zu machen. Ob ich dadurch in die Ueberforderung kam, interessierte niemand.
      'Dadurch bin ich äußerlich mittlerweile überangepasste und gleichzeitig komplett ueberfordert'.

      Bei Pädagogik kommt es mir vor, dass bei Problemverhalten, die Ursache gesucht wird und Strategien sowie äußere Hilfen angeboten werden, wenn der reguläre Weg nicht geht.

      Sehe ich es richtig?
      Wie sieht ihr es?
      Herzlichen Dank.
      L.G. Daniel :thumbup: :thumbup:
      Pädagogik ist Bildung und Erziehung. Wie die dann im Einzelfall konkret aussieht, sagt das Wort Pädagogik an sich nicht aus: es kann ein Stil sein wo klare Regeln vorgegeben werden, oder ein Stil wo das Kind nur "begleitet" wird.

      Deine Erlebnisse scheinen mir eher damit zu tun haben, was das für Leute waren und wie sie deine Probleme eingeschätzt haben, und nicht, ob das 'Pädagogik' oder 'Psychologie' war. "Erziehen" wollen dich beide, bloß auf unterschiedliche Weise.
    • Daniel1 wrote:

      Den Ansatz in Neu Ulm finde ich genial, lebe aber in anderer Stadt und Bundesland.

      diakonie-neu-ulm.de/ueber-uns/…uer-seelische-gesundheit/
      Was genau findest du daran "genial"? Das, was auf der Homepage steht, ist ein ganz normales Angebot für Menschen, die psychisch sehr schwer krank sind. Die Begriffe "niederschwellig, ohne Voranmeldung, kostenlos, weitgehender Verzicht auf Formalitäten" bedeuten, die Zielgruppe sind Personen, denen man aufgrund ihrer psychischen Erkrankung nicht mal zumuten (zutrauen/abverlangen) kann, sich an bestimmte Anwesenheitszeiten zu halten.

      In einem anderen Thema schreibst du:

      Daniel1 wrote:

      Durch die Einrichtung bin ich nur mit kranken Menschen in Kontakt, wobei ich mich mehr behindert als krank sehe.
      Das Problem bestände in einer Tagesstätte für "Menschen mit Psychiatrieerfahrung" auch, eher noch verstärkt, je nachdem, welche Besucher da sind.
      Ich habe in so eine Tagesstätte (nicht die in Neu-Ulm, aber vergleichbar) mal näheren Einblick erhalten, als ich ein anderes Angebot im gleichen Gebäude wahrnahm. Es gab u.a. gemeinsame Mahlzeiten mit den Besuchern der Tagesstätte. Da waren einige, mit denen man sich kaum noch unterhalten konnte, auch welche, die mit sich selber redeten, die riechbar ungewaschen waren oder auch jemand, der sehr plötzlich aggressiv reagierte, wenn man ihn bloß zu lange ansah. Andere kamen auf einen zu und erzählten alles mögliche oder fragten einen aus. Da musste man sich gut abgrenzen und einiges aushalten können.


      Daniel1 wrote:

      Der Träger des GPZ in Ulm hat auch eine Langzeitreha in Ulm mit RPK Massnahme und Eingliederungshilfe
      Auch wenn der Träger der gleiche ist, bedeutet es nicht, dass in allen Bereichen gleich gearbeitet wird. Wenn dir sonst alles passend erscheint, was spricht dann gegen einige Probetage (sofern zur Zeit möglich)? Wenn die ein Angebot haben, das ohne Voranmeldung usw. besucht werden kann, dann kannst du auch einfach wieder wegbleiben, wenn es nicht passend ist.
    • Daniel1 wrote:

      Da ich bei Ulm lebe, kann ich nicht in die Tagesstädte von Neu Ulm.
      Ulm ist in Baden Württemberg Neu Ulm in Bayern, dazu sind es zwei verschiedene Städte.
      Das habe ich verstanden. Ich wollte dich nur darauf hinweisen, dass das Angebot in Neu-Ulm nichts unglaublich Außergewöhnliches ist. Und dass es nicht zwangsläufig super und einfach ist, Besucher in so einer Einrichtung zu sein.

      Es bleibt auch die Frage, was da in Neu-Ulm so genial sein soll. Das Schlagwort "ressourcenorientiert" benutzt doch fast jedes Angebot.

      The post was edited 1 time, last by Mya ().

    • Dieses Modell der Behindertenhilfe finde ich sehr interessant.
      Waere interessant wie weit sich dieses in Psychiatrie anwenden liese.
      Zitat vom Link.
      Die Grundhaltung der Betreuer gegenüber den Klienten entspricht in weiten Teilen der Klientenzentrierten Psychotherapie nach Carl Rogers, beziehungsweise dessen humanistischem Menschenbild.[10]
      Zitat ende.

      Zumindestens die Gründer dieses Models scheinen weiter als unsere Psychiatrielandschaft zu sein, da nicht nur das Verhalten sondern auch die Ursachen dafür untersucht wird.
      Also weiter weg von der Ueberanpassung der Klienten.
      Sondern mehr in Richtung Klientenzentrierten Psychotherapie nach Carl Rogers wie in Wikipedia steht.

      Sonst ist meistens die Einrichtung und das Personal im Vordergrund, statt zu fördern werden Klienten zur Ueberanpassung trainiert.
      Wenn die Ursachen des Verhaltens der Klienten mehr im Blick ist und weniger, dass das Personal seine Ruhe hat, finde ich super.

      de.m.wikipedia.org/wiki/Assist…ach_Willem_Kleine_Schaars

      :thumbup: :thumbup:
    • Dieses Problem sehe ich auch in der Psychiatrie.

      Zitat.
      Im Kontext der weltweiten Inklusionsbestrebungen und des Paradigmenwechsels in der Behindertenhilfe, wonach Behinderung vor allem als ein durch die Haltungen in der Gesellschaft konstruiertes, soziales Problem gesehen wird,[6] verfolgt das WKS-Modell das Ziel der Verselbständigung durch einen personenzentrierten Ansatz. In der Betreuung soll das Individuum in den Mittelpunkt gestellt werden, wodurch ein Prozess in Gang kommt, bei dem insbesondere die Betreuer lernen müssen loszulassen.[7]
      Zitat ende.

      Link.
      de.m.wikipedia.org/wiki/Assist…ach_Willem_Kleine_Schaars

      :thumbup: :thumbup: