Der Autist als idealer Mensch der Gegenwart

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    • RegenbogenWusli wrote:

      Meist kam als erste Reaktion das man das nicht gedacht hätte das ich das bin, ich wirke ja so normal...
      Ja, das kenne ich auch. Und das aufgrund dessen Sachen von mir erwartet werden die ich nicht kann. Da spielt viel Masking mit rein. (RW) Die ganzen komischen Dinge sehen die Leute ja erst wenn sie mich besser kennen. Im Verein weiß wahrscheinlich keiner das ich Autist bin. Das mit dem Augenkontakt und den manchmal komischen Kommentaren und Verhaltensweisen wird glücklicherweise hingenommen ohne das ich hinterfragt werde. Jedenfalls hat dort keiner irgendwelche Anmerkungen gemacht und ich bin dort gut integriert und fühle mich wohl. Daher will ich das auch nicht unbedingt ansprechen. Ich möchte halt nicht anders als andere Mitglieder behandelt werden, es reicht mir wenn man mich so nimmt wie ich bin.
    • Ich hatte diesen Artikel vor Tagen gesehen, aber nie gelesen. Die Überschrift klang nach Vorstellungen der Vergangenheit. Ich habe den Artikel aber eben mal gelesen und ich muss sagen, dass die Überschrift ungünstig ist. Der Artikel hatte Schwachpunkte, war aber nicht so trashig, wie von mir erwartet. Immerhin tauchen dort Momente auf, dass sich eben nicht alle als "Computermenschen" sehen. Sogar der Hinweis, dass diese Bild von heute nicht mit Thunberg anfing, hatte mich gar überrascht, da habe ICH die Medien etwas unterschätzt.

      Und wenn Greta Thunberg, sie war damals afaik 16/17 in AS eine "Superkraft" sieht, mit der sie sich durch Studien/Texte mühelos wühlen kann... okay, meinetwegen. Ihr würde ihr, würde ich mit ihr reden, sagen, dass die Power glaube ich eher daherkommt, wenn man für eine bestimmte Sache lebt. Also es muss den Menschen schon blühend interessieren, so meine Vermutung. Ist ein Thema (empfunden) scheiße-langweilig, dann bleibt die Sogwirkung, also das Aufsaugen von Info-Data, wohl eher schwach oder gar aus. Ich vermute, dass sich hinter den Studien/Texten, die Greta liest, Menschen finden lassen, die auch ihren Job machen, oft vielleicht sogar mit großem Interesse, vielleicht sogar noch daheim und ich denke mir, dass diese Power bedeutsamer ist, als dass jemand nun "AS" oder "NT" sein muss um sehr gut zu sein. Ich finde es okay und gut, wenn das Bild von AS(S) im Laufe der Zeit mal upgedatet wird, aber man muss (imo) schauen, das eine frühere (manchmal extreme) Fehleinschätzung nicht zu einem (manchmal) Extrem in die andere Richtung wird. Also überspitzt gesagt: Vom Taugenix zum Tausendsassa. Manche sind gut, manche richtig gut, ohne Zweifel. Ich kann mir vorstellen, dass manche (zuverlässige) Personen auch sehr gut und fanatisch-leidenschaftlich in Dingen, die sie interessieren, aufblühen können und beruflich könnte das (imo) interessant/gefragt sein. Seit'm Internet stelle ich (persönlich) aber fest, dass es bei manchen Themen (imo) generell diese etwas selteneren "Eingefleischten" zu gewissen Themen gibt, da sind viele ganz gut, ohne dass ich den durchweg den Eindruck bekam, dass alle mindestens Nerds oder AS(S)-Menschen waren.

      Back2Artikel, dort stand: "Ich glaube nicht, dass jemals irgendwer sagen kann: Das ist Autismus. [...]"
      Ich denke - insbesondere - die GRENZEN des "Spielfeldes" waren da oft interessant und auch der Zünder für viele "Fetzoversen", aber durchaus auch die "simple" Frage "What is autism?".
      Der Vater von Greta Thunberg sagte vor zig Monaten mal in einem Interview, dass diese FFF-Aktivitäten Greta viel Power gegeben hätten und (jetzt kommt es, approx. oder meine Übersetzung ist ultrafail), dass sie inzwischen ein "gewöhnliches/normales Mädchen" sei.

      Der Autist ein Mensch der Gegenwart?
      Sicherlich.
      Ein Mensch der Zukunft?
      Sicherlich.
      Der Autist als idealer Mensch der Gegenwart?
      Nein.
      Autisten und Gruppen, also dort, wo viele sind.
      Man nehme ein paar Autisten und beobachte wie ideal, die sich gegenseitig wahrnehmen. :d ;)


      ***

      Ideal zu sein, das ist für mich ein waschechtes Ausschlusskriterium für AS, dat geit gar nicht! :x ¹

      ¹ :fun:
      In letters of gold on a snow white kite I will write "I love you"
      And send it soaring high above you for all to read
    • Der Rabe wrote:

      Genau diese Art von Glorifizierung halte ich für kontraproduktiv. Das hat nicht unbedingt viel mit der Realität zu tun. Was ist ein/e typische/r Autist/in und was soll ein idealer Mensch überhaupt sein?
      Ich glaube, bei dem Artikel geht es nicht um Glorifizierung, sondern eher um die mediale Darstellung. Um die Frage, weshalb Autisten heute für die Gesellschaft so faszinierend und interessant sind. Mit wirklichen autistischen Menschen und ihren Problemen hat das eigentlich nichts zu tun. Ungünstig gewählt und irreführend finde ich den Titel übrigens auch.

      Der Rabe wrote:

      Auch Greta Thunberg zahlt für ihre "Superkraft" einen Preis und den wird sie mit zunehmendem Alter immer spürbarer zahlen müssen.
      Denke ich ebenfalls.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Der Rabe wrote:

      Auch Greta Thunberg zahlt für ihre "Superkraft" einen Preis und den wird sie mit zunehmendem Alter immer spürbarer zahlen müssen.
      Ich finde Greta Thunberg im Hinblick auf ihre Diagnose noch sehr jung. Damals war sie 16, inzwischen ist sie 18 - aber selbst das ist noch (imo) sehr jung. Ich war öfters erstaunt, was sie medial mit 16/17 medial so auf die Beine stellte. Nicole Schuster war in den Sternstunden ja auch manchmal eine Person, die kritisch hinterfragt und beklagt wurde. Jemand schrieb damals "Wollt ihr im Fernsehen auftreten?". Also für mich war das mit 2x16 (approx. damals) nicht vorstellbar. Da habe ich wohl einen sozialphobischeren Touch und auch eine stärkere Aversion gegenüber medialen Auftritten/Darstellungen. Ich bin, ich mag auch mal in so einem Forum sein für einige, ich mag aber nicht sein für Massen. Da kommt dann irgendwie das "Markt-Feeling" durch.

      Greta Thunberg ist ziemlich berühmt und man wird sicherlich auch ohne Umweltbezug später ab und zu mal was hören oder lesen können. Ich bin gespannt wie sie sich entwickelt. Mir (persönlich) wäre die Rolle als Nicole Schuster damals schon zu viel gewesen, die globale Rolle als Greta Thunberg, a touch too much! :|

      Ich denke mir manchmal ansonsten auch, dass manche sich auf ihre "Superkraft" fokussieren, als auf ihre (unangenehm empfundene) "Sub-Zero-Kraft", gerade wenn der Fokus darauf zuvor (ewig) lag.
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    • platzhalter wrote:

      Und das aufgrund dessen Sachen von mir erwartet werden die ich nicht kann. Da spielt viel Masking mit rein. (RW) Die ganzen komischen Dinge sehen die Leute ja erst wenn sie mich besser kennen.
      Ja, das ist und war auch immer mein Problem.
      In der WfbM hat man dafür auch Verständnis, es ist nur so komisch das mir dort alle so direkt sagen das ich so unauffällig wirke und normal und so.
      Ich bin vermutlich einer dieser Grenzgänger, die für die WfbM im Grunde zu kompetent sind, aber für den 1. Arbeitsmarkt zu auffällig, jedenfalls wenn sich am sozialen Gefüge und Gehabe nichts ändert.
      Mein Gruppenleiter sagte erst am Montag wieder zu mir das ich arbeitstechnisch enorme Kompetenzen mitbringe die sich Arbeitgeber eigentlich nur so wünschen müssten, Dinge die bei Autisten ja bekannt sind. Loyalität und Erlichkeit, extreme Zuverlässigkeit und ein sehr stetiges Arbeiten ohne zu ermüden selbst bei einfachsten Tätigkeiten, sehr akkurat genaues Arbeiten.
      Er hatte mir schon von dieser Firma vorgeschwärmt die gezielt Autisten in ihrem IT-fachbereich sucht, aber hier im Forum hab ich eher negatives darüber gelesen, also das es selbst für Autisten schwer ist da überhaupt eine Chance zu haben und sie hier auch nur die Elite der Autisten nehmen.
      Zumal ich von IT und Programmieren garnichts verstehe, ich bin froh wenn ich ein Programm so gut es geht bedienen kann.
      Man muss vermutlich in Mathe auch sehr gut sein.
      Das ist oft ein Problem, Autisten werden nur im Bereich IT gesucht aber den Bereich decken meine Fähigkeiten nicht ab.
      Um Fehler in den Codings zu finden, muss man die Codings erstmal verstehen.


      platzhalter wrote:

      Das mit dem Augenkontakt und den manchmal komischen Kommentaren und Verhaltensweisen wird glücklicherweise hingenommen ohne das ich hinterfragt werde. Jedenfalls hat dort keiner irgendwelche Anmerkungen gemacht und ich bin dort gut integriert und fühle mich wohl. Daher will ich das auch nicht unbedingt ansprechen. Ich möchte halt nicht anders als andere Mitglieder behandelt werden, es reicht mir wenn man mich so nimmt wie ich bin.
      Das ist gut das das für dich funktioniert. Auf dem 1. Arbeitsmarkt hatte ich hier leider schon Probleme, vielleicht hatte ich auch nur jedes mal Pech, aber ich reagiere leider auch oft viel zu empfindlich wenn mich einer anmotzt und da geht dann wieder tagelang das Gedankenkarusell an, das nervt mich auch extrem.
      In der WfbM passiert das selten, aber ich kann dort das wenigstens beim Gruppenleiter ansprechen und muss nicht mehr mit dem Verursacher zusammen arbeiten.


      Leonora wrote:

      Um die Frage, weshalb Autisten heute für die Gesellschaft so faszinierend und interessant sind.
      Das ist ein interesannter Gedanke. Ich denke da ist etwas wahres dran, und wenn ich dann einen Schritt weiterdenke, sehe ich wieder nur die Wirtschaft im Vordergrund, vonwegen wo kann ich den Autisten mit seinen sonderbaren aber nützlichen Fähigkeiten gutmöglichst profitbringend unterbringen/einsetzen.
      Das geht mir ja fast schon in richtung Ausbeutung.
      Ich finde das sich die Gesellschaft immer mehr in ein Arbeits ist alles und alles andere ist nichts-schema hineinschraubt.
      Vor 30-40 Jahren kamen die Leute in die Städte um das zu werden was sie wirklich werden wollten, haben teilweise Dinge studiert weil sie eben das werden wollten und nicht das was ihre Eltern gewesen sind.
      In den letzten 20 Jahren aber ist studieren immer wichtiger geworden, meist aus Angst mit einem anderen Job kein gescheites Geld mehr zu verdienen und mal arm in Rente zu gehen, Kinder werden gedrillt und überbemuttert anstatt das sie sich selbst ausleben können, alles muss durchgeplant sein, keine Tage wo man mehr nach der Schule machen kann was man will, nur damit man vorweisen kann was man alles macht, Freizeit gleich Faulheit oder was?
      Die Kinder bekommen das so anerzogen bekommen und leben das so weiter, es wird ja schon als vorbildlich betrachtet wenn man sein Berufsleben so aufbaut, das steigert die Karrierechancen.
      Ich habe solche Strukturen für mich eher so betrachtet als nützlich um im Alltag eine Übersicht für Erledigungen zu bekommen weil ich mir das nicht selbst alles merken kann, aber freiwillig machen ich sowas sicher nicht. Meine Kindheit war da viel schöner, weil einfacher und sorgloser, nichts vergessen zu müssen weil nichts da ist was man vergessen kann und so.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Vielleicht ist das selten, aber bislang ist mir das schon manchmal so passiert, wenn ich gesagt habe das ich Autist bin.Meist kam als erste Reaktion das man das nicht gedacht hätte das ich das bin, ich wirke ja so normal...und dann als nächstes kommt die Frage was denn meine besondere Fähigkeit sei.

      Meine besondere Fähigkeit ist, Leute, die sich für empathisch halten, mit wenigen Sätzen gegen mich aufzubringen :).
    • Leonora wrote:

      Ich glaube, bei dem Artikel geht es nicht um Glorifizierung, sondern eher um die mediale Darstellung. Um die Frage, weshalb Autisten heute für die Gesellschaft so faszinierend und interessant sind. Mit wirklichen autistischen Menschen und ihren Problemen hat das eigentlich nichts zu tun. Ungünstig gewählt und irreführend finde ich den Titel übrigens auch.
      Vielleicht habe ich den Begriff Glorifizierung etwas unpassend gewählt, ich habe nur den Eindruck dass solche Artikel bunt schillern müssen und um eine besonders positive (oder negative) Darstellung eines Themas bemüht sind, weil sie sonst der breiten Masse wohl überhaupt nicht gelesen werden würden.

      Hyperakusis wrote:

      Ich finde Greta Thunberg im Hinblick auf ihre Diagnose noch sehr jung. Damals war sie 16, inzwischen ist sie 18 - aber selbst das ist noch (imo) sehr jung. Ich war öfters erstaunt, was sie medial mit 16/17 medial so auf die Beine stellte. Nicole Schuster war in den Sternstunden ja auch manchmal eine Person, die kritisch hinterfragt und beklagt wurde. Jemand schrieb damals "Wollt ihr im Fernsehen auftreten?". Also für mich war das mit 2x16 (approx. damals) nicht vorstellbar. Da habe ich wohl einen sozialphobischeren Touch und auch eine stärkere Aversion gegenüber medialen Auftritten/Darstellungen. Ich bin, ich mag auch mal in so einem Forum sein für einige, ich mag aber nicht sein für Massen. Da kommt dann irgendwie das "Markt-Feeling" durch.
      Greta Thunberg ist ziemlich berühmt und man wird sicherlich auch ohne Umweltbezug später ab und zu mal was hören oder lesen können. Ich bin gespannt wie sie sich entwickelt. Mir (persönlich) wäre die Rolle als Nicole Schuster damals schon zu viel gewesen, die globale Rolle als Greta Thunberg, a touch too much! :|

      Ich denke mir manchmal ansonsten auch, dass manche sich auf ihre "Superkraft" fokussieren, als auf ihre (unangenehm empfundene) "Sub-Zero-Kraft", gerade wenn der Fokus darauf zuvor (ewig) lag.
      Das sehe ich auch so. :nod:

      Greta Thunberg ist noch sehr jung und da fällt es noch leichter die positiven Aspekte wahrzunehmen, weil die negativen noch relativ leicht "weggesteckt" werden können als in höherem Alter. Ich habe erst mit Anfang/Mitte 30 gemerkt, wie sehr tägliche Dinge zunehmend an mir zehrten, aber mangels Alternativen trotzdem weitergemacht bis ich komplett zusammenbrach. Das war der alleinige Grund für meine jahrelange Abwesenheit hier im Forum und für meinen kompletten Rückzug aus vielen anderen Bereichen. Inzwischen klappen viele Dinge wieder ganz gut, wobei meine Belastbarkeitsschwelle aber nur noch bei gefühlten 10% im Vergleich zu vorher liegt und ich deutlich längere Regenerationsphasen benötige als früher.

      Bezgl. Präsenz in den Medien teile ich Deine Meinung absolut, abgesehen davon dass ich in grösserem Rahmen meinen Schnabel überhaupt nicht aufmachen könnte. :lol: Ich stosse schon bei Videokonferenzen an meine Grenzen... :roll:
      Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand,
      denn jeder ist überzeugt dass er genug davon habe.
      René Descartes
    • RegenbogenWusli wrote:

      Das ist ein interesannter Gedanke. Ich denke da ist etwas wahres dran, und wenn ich dann einen Schritt weiterdenke, sehe ich wieder nur die Wirtschaft im Vordergrund, vonwegen wo kann ich den Autisten mit seinen sonderbaren aber nützlichen Fähigkeiten gutmöglichst profitbringend unterbringen/einsetzen.
      Das geht mir ja fast schon in richtung Ausbeutung.
      Stimmt, richtig gute Projekte für Autisten, die wirklich auf ihren Stärken aufbauen, gibt es leider nur in den Bereichen, wo diese Stärken einen Marktwert haben. Es wäre wichtig, das viel stärker auch in den Medien ehrlich zu kommunizieren und nicht beispielsweise immer so zu tun, als brauche es anderen Bereichen oft nur mehr Offenheit und Aufklärung. Ausbeutung muss das in den Bereichen, wo Autisten gezielt rekrutiert werden, nicht zwingend sein, sofern es zu fairen Bedingungen geschieht. Aber auch ich vermute, dass Autisten oft in Situationen geraten, wo sie quasi ausgenutzt werden, ihre Expertise genutzt wird und andere davon profitieren.

      Hyperakusis wrote:

      Ich finde Greta Thunberg im Hinblick auf ihre Diagnose noch sehr jung. Damals war sie 16, inzwischen ist sie 18 - aber selbst das ist noch (imo) sehr jung. Ich war öfters erstaunt, was sie medial mit 16/17 medial so auf die Beine stellte. Nicole Schuster war in den Sternstunden ja auch manchmal eine Person, die kritisch hinterfragt und beklagt wurde. Jemand schrieb damals "Wollt ihr im Fernsehen auftreten?". Also für mich war das mit 2x16 (approx. damals) nicht vorstellbar.
      Dito. Ich mag durchaus öffentlich auftreten, habe ja auch schon Vorträge gehalten, aber nicht annähernd in einem solchen Rahmen. Die dafür nötige Selbstinszenierung beherrsche ich gar nicht. Allerdings habe ich Nicole Schuster anders als manche aktuellen "Medienautisten" auch nie als besonders medienaffin wahrgenommen. Sie wirkte auf mich eher so, als habe sie selbst Probleme mit der Selbstinszenierung und es gehe ihr wirklich um Aufklärungsarbeit.

      Bei Greta Thunberg bin ich mir in der Hinsicht übrigens ebenfalls sicher. Aber bei ihr merkt man zugleich eine große, gerade für ihr Alter nicht nur bei Autisten ungewöhnliche Souveränität im Umgang mit Öffentlichkeit und Medien, die klar mit ihrer Herkunft und entsprechenden Erfahrungen damit von früher Kindheit an zusammenhängt. Zudem ist ihre Inszenierung auch sehr professionell und kalkuliert. Da steckt ein ganzer "Apparat" dahinter und das merkt man. Gleichzeitig geht es ihr selbst authentisch "um die Sache", und dabei ist sie jung, wirkt unverbraucht und "besonders". Genau diese Kombination macht ihr Charisma und ihre Wirkung aus. Über Autisten als "ideale Menschen der Gegenwart" kann man daraus nichts verallgemeinern, aber dem Forschungsprojekt geht es ja auch um Medien und nicht um reale Autisten.
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      The post was edited 1 time, last by Leonora ().

    • Ich denke auch nicht das an den normalen Arbeitsplätzen Autisten von Ausbeutung betroffen sind.
      Mir kam der Gedanke irgendwie trotzdem, nicht im Sinne von Sklavenarbeit zu unfairen Bedingungen, sondern das die Menschen im allgemeinen (nicht nur die Autisten sondern alle die auf dem 1. Arbeitsmarkt und dessen Tretmühle Erfolg haben wollen) sich in eine art Ausbeutertum reinziehen lassen und vergessen was ihnen ihre eigenen Gesundheit und auch ihr eigentliches Leben wert sind, denn diese Punkte verdrängen viele viel zu sehr.
    • Genau so ging mir das, durch meine schnelle und systematische Arbeit als Supermarkt Kassierer hab ich mir meine Knochen zerschunden, und bin jetzt dauerhaft krank.
      Die psychischen zwischenmenschlichen Probleme kommen noch dazu.
      Der Verschleiß durch die kapitalistische Gesellschaft betrifft nicht nur natürliche Ressourcen sondern auch Menschen, alles zusammen landet auf dem Müllhaufen.
      Mir bleibt nur noch ein Gnadenbrot in Form von bedingungslosem Grundeinkommen.
      Da muss man nicht mal unter Asperger "leiden"
      Man muss die Schuld auch mal bei den Anderen suchen
    • RegenbogenWusli wrote:

      Ich denke auch nicht das an den normalen Arbeitsplätzen Autisten von Ausbeutung betroffen sind.
      Mir kam der Gedanke irgendwie trotzdem, nicht im Sinne von Sklavenarbeit zu unfairen Bedingungen, sondern das die Menschen im allgemeinen (nicht nur die Autisten sondern alle die auf dem 1. Arbeitsmarkt und dessen Tretmühle Erfolg haben wollen) sich in eine art Ausbeutertum reinziehen lassen und vergessen was ihnen ihre eigenen Gesundheit und auch ihr eigentliches Leben wert sind, denn diese Punkte verdrängen viele viel zu sehr.
      Ich bin so sehr dadurch motiviert, ein Problem verstanden zu haben, dass ich grundsätzlich zu niedrige Rechnungen ausstelle :). Sozusagen 20% Abschlag für den Spaß, den ich dabei hatte. Auch irgendwie eine Art von "leicht auszubeuten". Und meinen Bonus hole ich auch bloß dreimal im Jahr ab, weil der Ärger mit der Abrechnung gefühlt größer ist als die Freude an [durchaus einigen] Euronen.