Jemanden anziehend finden

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    • Gerit wrote:

      Hm, irgendwie verwirrt mich diese ganze Begrifflichkeit ein bisschen. Das muss ich mir morgen mit ausgeschlafenem Kopf noch mal durchlesen.
      Vielleicht hilft diese systematische Unterscheidung zwischen "primärer und sekundärer sexueller Anziehung" auf asexuality.org:

      asexuality.org wrote:

      • Primary Sexual Attraction: A sexual attraction to people based on instantly available information (such as their appearance or smell) which may or may not lead to arousal or sexual desire.
      • Secondary Sexual Attraction: A sexual attraction that develops over time based on a person's relationship and emotional connection with another person.
      • Primary Sexual Desire: The desire to engage in sexual activity for the purposes of personal pleasure whether physical, emotional, or both.
      • Secondary Sexual Desire: The desire to engage in sexual activity for the purposes other than personal pleasure, such as the happiness of the other person involved or the conception of children.

      Um den Bogen zurück zum Threadthema zu schließen: Die primäre sexuelle Anziehung, also die sexuelle Anziehung aufgrund optischer oder anderer "äußerer" Eigenschaften, fällt bei Demisexuellen weg. Ein Demisexueller kennt nicht das Konzept einer (äußerlich) "attraktiven Frau" oder eines "attraktiven Mannes".
      Er versteht z. B. nicht, warum die männlichen Mitschüler die neue Deutschlehrerin "geil" finden; er wundert sicht nur: "Ihr kennt die doch gar nicht."

      Von der Beschreibung im Eingangspost her würde ich sagen, dass dieses Kriterium "Abwesenheit primärer sexueller Anziehung" hier wohl auch zutrifft.
      "Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen." ~ Blaise Pascal
    • @Abendstern, @Sternschnuppe:
      Ja, ich habe das heute alles noch mal durchgelesen, das ist sehr interessant, und es ist tatsächlich ein Thema, das Menschen mit 40+ nicht gewohnt sind. Mir ist das alles neu, ich habe das erst vor wenigen Monaten hier im Forum kennengelernt, aber es erklärt mir persönlich einiges. Vor allem der Umstand, daß auch Männer demisexuell sein können.

      Im Grunde genommen ist es ja auch wirklich nichts Tragisches: solange man sich mit jemandem zusammentut, der von den Bedürfnissen her ähnlich dran ist, ist eigentlich alles bestens. Denn wenn ich das richtig verstanden habe, leiden Demisexuelle ja nicht darunter, kein (großes) Bedürfnis nach Sex zu haben, sie leiden vermutlich nur, wenn sie keinen Partner haben (Einsamkeit) oder einen Partner, der mehr von ihnen will, als sie zu geben bereit sind, oder ?

      The post was edited 1 time, last by Gerit ().

    • ich weiß nicht, ob das hier schon fiel...

      Ist sympatisch finden und jemanden anziehend finden ähnlich?

      Oder habe ich das Wort nur fälschlicherweise benutzt?

      Ich würde das Wort "sympatisch" benutzen, wenn mir eine Person positiv, besonders auffällt, also auf den ersten Blick. Eine gewisse Faszination oder so ausstrahlt und irgendwie im ganzen mir zusagt (ich kanns nicht besser formulieren). Dabei ist egal, ob die Person klein, groß usw ist, welche Frisur oder welche Körperform sie habe (zumindest hab ich noch kein Muster entdeckt). Ob es mit der Wirkung, Ausstrahlung, Verhalten und manchmal auch der Stimme zusammenhängt - keine Ahnung?

      Oder ist das Anziehung?

      Wobei ich dabei eigentlich keine Gedanken sexualer Art habe...

      Aber Unterscheidung Zuneigung (noch ein neues Wort) und sexuellem Interesse, fällt mir glaub ich auch schwer.
      »Bist du denn verrückt geworden?« »Nein. Mich gab's schon so ab Werk.« 8-)
    • Abendstern wrote:

      Vielleicht hilft diese systematische Unterscheidung zwischen "primärer und sekundärer sexueller Anziehung" auf asexuality.org:
      Wie werden denn Sachen dazwischen eingeordnet? Also ich fidne da gibt es ja dann einen riesigen Graubereich, zwischend as was direkt ohne Kontakt ersichtlich ist und Dinge die durch längeren Kontakt entstehen. Beispiel: Man findet Intelligenz und Bildung undheimlich anziehend, sowas bekommt man aber nicht im ersten Augenblick mit, man braucht aber auch keinen längeren Kontakt dafür, da können auch 5-10 Minuten Gespräch mit der Person reichen. Worunter fällt das?
      Also da das für mich eine der Kernelemente von sexueller Anziehung ausmacht würde ich da die Einordnung interessant finden bzw. fühle mich da bei dieser Aufteilung nicht wirklich wieder.
    • @Zodd:
      Ich glaube, die ganze Einordnung betrifft eher Unterkategorien unter der Überschrift "Asexualität". Das was Du beschreibst, fällt durchaus ins ganz "übliche" Verhalten der meisten Menschen.


      da_hooliii wrote:

      Sternschnuppe wrote:

      Vielleicht sind sogar die meisten menschen demisexuell.
      Naja.. so einfach ist es auch nicht. Dann gäbe es den Begriff nicht und die Leute, die demisexuell sind würden nicht so sehr Schwierigkeiten haben einen Menschen für eine Beziehung zu finden. Es gibt auch genug Nicht-Autisten, auf die Eigenschaften zutreffen, die bei Autisten häufig vorkommt aber trotzdem sind es ja dann deswegen noch lange keine Autisten. Die Demisexuellen sind ja nicht grundlos auf der Aven-Seite. Wenn sie eher zur asexuellen Seite dazugezählt werden (die etwa 1% der Bevölkerung ausmachen) können doch nicht die meisten menschen demisexuell sein.
    • Zodd wrote:

      Beispiel: Man findet Intelligenz und Bildung undheimlich anziehend, sowas bekommt man aber nicht im ersten Augenblick mit, man braucht aber auch keinen längeren Kontakt dafür, da können auch 5-10 Minuten Gespräch mit der Person reichen. Worunter fällt das?
      "Sekundär".

      Wahrscheinlich kennen die allermeisten Menschen so etwas wie "sekundäre sexuelle Anziehung", da gehe ich mit @Sternschnuppe. Der Punkt ist aber, dass Demisexuelle nichts anderes (also insbes. auch keine optische Anziehung) kennen. Also genau das, was die TE beschreibt.
      "Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen." ~ Blaise Pascal
    • MonaLisa wrote:

      Dummerweise war es bei mir im Laufe der Jahre (fast) immer so, dass die wenigen Leute, die Interesse an mir bekundet haben (vielleicht habe ich mir das ja auch nur eingebildet), für mich äußerlich nicht attraktiv waren. Und diejenigen, die ich "umworben" habe, wollten mit mir nichts zu tun haben.
      Was ich als natürlich empfinde, im Gegensatz zum Verhalten anderer, die ihre Partner regelmäßig austauschen und ihre Partnerschaften wie Konsumenten führen. Bitte nicht aufgeben!
      Achtung, eigene Sprache!
    • Abendstern wrote:

      "Sekundär".
      Wahrscheinlich kennen die allermeisten Menschen so etwas wie "sekundäre sexuelle Anziehung", da gehe ich mit @Sternschnuppe. Der Punkt ist aber, dass Demisexuelle nichts anderes (also insbes. auch keine optische Anziehung) kennen. Also genau das, was die TE beschreibt.
      ich frage mich jetzt allerdings, was dieses "nicht kennen" von primärer sexueller anziehung bedeutet. ist damit das eigene erleben gemeint oder das abstrakte wissen und/oder die nachvollziehbarkeit dessen?

      für mich ist durchaus auch primäre anziehung zum teil im erleben aber vor allem auch im verstehen vorhanden, daraus ergibt sich für mich aber ersteinmal garkein handlungswunsch.



      @Gerit

      vor allem siehst du ja auch deutlich, dass es da ganz verschiedene ansichten gibt und man deshalb pauschal garkeine handlungsempfehlung ableiten kann. das einzige was sicherlich fast immer funktioniert und womit man eigentlich nichts verkehrt machen kann, ist das man konkret mit seinem gegenüber vernünftig und offen über soetwas redet. am ende ist jeder mensch individuell und wie und was dein gegenüber empfindet kann auch nur dieser beantworten.
    • Gerit wrote:

      @Sternschnuppe:

      Ja, das war auch meine Schlussfolgerung daraus. Da hast Du ganz recht.
      Und wenn reden nicht hilft, das ist man einfach aufgeschmissen.. :|
      ja, man kann niemanden zu etwas zwingen, aber das ist ja auch das gute recht eines jeden einzelnen.

      aber wenn jemand nicht mit dir reden wollen würde, dann zeigt das ja auch, dass jemand kein wirkliches interesse an seinem gegenüber hat oder zumindest jemand auch nicht auf deine bedürfnisse rücksichts nehmen will.
      das tut weh, kann man aber dann auch nicht ändern. :|
    • Sternschnuppe wrote:

      aber wenn jemand nicht mit dir reden wollen würde, dann zeigt das ja auch, dass jemand kein wirkliches interesse an seinem gegenüber hat oder zumindest jemand auch nicht auf deine bedürfnisse rücksichts nehmen will.
      das tut weh, kann man aber dann auch nicht ändern.

      Ja, oder er kann es nicht, weil er da gar nicht klar ist und sich selbst komplett im Weg steht :|
    • Sternschnuppe wrote:

      aber wenn jemand nicht mit dir reden wollen würde, dann zeigt das ja auch, dass jemand kein wirkliches interesse an seinem gegenüber hat

      Gerit wrote:

      Ja, oder er kann es nicht, weil er da gar nicht klar ist und sich selbst komplett im Weg steht
      Ich habe ganz lange in meinem Leben über vieles nicht reden können, was im weitesten Sinn in den Bereich Gefühle, Emotionen gehört. Mit fehlendem Interesse am Gegenüber, Sternschnuppe, hat das nichts zu tun, und keinesfalls habe ich den Eindruck gehabt, dass ich mir selbst komplett im Weg stehe. Das wäre ja so eine Art Blockadegefühl. Bei mir war es eher fehlende Zugang überhaupt.
      "Wir leben vermutlich zum ersten Mal. Wie soll da alles auf Anhieb klappen?"
      (Jürg Halter, Gemeinsame Sprache. Zürich, Dörlemann 2021)
    • Sternschnuppe wrote:

      Was hat dir denn dabei geholfen oder bewirkt, dass sich das geändert hat?
      und @Gerit: Na ja, die Erfahrungen, die man so im Leben macht, spielen natürlich schon eine Rolle, zum einen so ganz allgemein, man wird halt älter, zum anderen bei mir als Lehrer natürlich auch Fortbildungen, pädagogische Fachliteratur usw. Obwohl es mir lange kaum gelungen ist, das, was ich theoretisch weiß und im Job auch angewendet habe, auf den privaten Bereich zu übertragen. Wirklich etwas bewirkt hat erst die Therapie.
      "Wir leben vermutlich zum ersten Mal. Wie soll da alles auf Anhieb klappen?"
      (Jürg Halter, Gemeinsame Sprache. Zürich, Dörlemann 2021)
    • Ich finde Männer überwiegend anziehend, wenn sie intelligent sind und eine männliche Ausstrahlung haben. Manchmal finde ich auch schöne Männer anziehend, aber das zerfällt, sobald mir das Verhalten nicht gefällt.
      mitten im Burnout - aber alles wird gut :nerved: