Wie haben eure Eltern euch früher geholfen, wie tun sie es heute?

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Wie haben eure Eltern euch früher geholfen, wie tun sie es heute?

      Mir sprudelt momentan sehr viel aus mir heraus, da mich sprichwörtlich 'ankotzt, dass ich mein Leben und meine Abhängigkeiten nicht in den Griff bekomme, sorry.
      Versuche viel zu verstehen und zu ändern.

      Bin gerade dran, wie mir meine Eltern, mein Leben lang 'geholfen' haben.
      Da ich reflektierter als früher bin, merke ich mittlerweile, dass es immer auf eine Diskussion hinausläuft, wenn ich Hilfe brauche.
      Es heisst immer, warum machst du es nicht so oder so.
      Früher hiess es dazu immer sie hätten mehr Lebenserfahrung.
      Dazu hätte ich mir nur gewünscht, dass sie mir bei dem Weg den ich wähle helfen und für mich da sind.

      Dazu geht es ihnen immer schlecht, wenn es mir schlecht geht.
      Sie sagen, wenn es dir gut geht, geht es auch uns gut.
      Dann machen und machten sie mir Druck, dass ich einen anderen, ihren Weg einschlage.
      Auch wenn ich keine Hilfe will oder wollte und ich mich schwer tue oder, tat, hiess es immer und heisst es immer noch, warum ich es nicht so oder so tue.
      Wenn es schief läuft heisst es, unsere Quote ist besser als deine. (nicht wörtlich)
      Dazu geht es ihnen schlecht, wenn ich mich mit was nicht leicht tue, weshalb sie mir es abnehmen wollen da sie ungeduldig sind, auch wenn ich es nicht will.
      Dazu hiess es immer, was würdest du tun, wenn wir nicht da wären.

      Lese gerade ein Buch, wo vieles erklärt wird.
      Da ich schlecht zusammenfassen kann und heute mein Kopf streikt, schreibe ich es ab. Da geht es um Konflikte, mir geht es aber um Probleme im allgemeinen.
      Bin gespannt, wie es bei euch um Leben war und ist


      Quelle. Buch: Sozial-emotionale Entwicklung fördern von Simone Pfeifer

      Zitat S 40 und 41.


      Verschiedene Sichtweisen auf Konflikte

      Wie ist die eigene Haltung zu Konflikten? Als was werden Konflikte angesehen?
      Wie wirken sich die verschiedenen Sichtweisen auf Denken und Handeln aus?

      Konflikte als Störung des reibungslosen Miteinanders

      Diese Sichtweise birgt den Wunsch, schnell wieder Harmonie herzustellen.
      Der Konflikt ist unerwünscht. Es besteht die Gefahr, dass Erwachsene schnell eingreifen und gemäß ihrer Interpretation Lösungen vorgeben. Die Auseinandersetzung zwischen den Kindern wird vermieden. Dieses Verhalten löst den Konflikt häufig nicht wirklich, und erflammt an anderer Stelle wieder auf.
      Die Kinder können ihre Kompetenzen wenig zum Einsatz bringen und weiterentwickeln.

      Konflikte als Chance


      Aus dieser Sicht stehen die Lernprozesse und Kompetenzen der Kinder im Vordergrund
      Es geht darum, dass die Kinder ihre verschiedenen Interessen verstehen, verhandeln und gemeinsame Lösungen finden.
      Streit und heftige Auseinandersetzungen gehören zu diesem Prozess und damit zum Alltag dazu.
      Sie sind willkommene Kernanlässe, auch wenn sie sich nicht unbedingt angenehm anfühlen.

      Konflikte als Abweichung

      Diese Haltung beinhaltet, dass Konflikte nicht normal sind und daher wenig toleriert werden. Sie werden bekämpft, vermieden oder unterdrückt. Wenn Kinder in einen Konflikt geraten, entsteht bei den Erwachsenen Unruhe und Stress.
      Im Vordergrund steht das Gefühl, in Alarmbereitschaft zu sein und sofort etwas unternehmen zu müssen.

      Konflikt als Normalität

      Wenn Konflikte als zum Alltag gehörig und als normal angesehen werden, reagieren Erwachsene gelassener auf streitende Kinder.
      Es ist genügend Zeit, zu beobachten, um was es geht, wie der Konflikt verläuft, welche Lösungen die Kinder finden, oder ob das Eingreifen von Erwachsenen notwendig ist. Wenn Kinder streiten dürfen und zugleich sicher sein können, dass sie im Falle einer Eskalation Hilfe bekommen, können sie im geschützten Rahmen ihre Kompetenzen entwickeln. Pädagogische Fachkräfte mit dieser Haltung, leben einen eher entspannten Umgang mit Konflikten vor.
      Zitat ende.

      L.G. Daniel :thumbup: :thumbup:



      The post was edited 3 times, last by Daniel1 ().

    • Meine Eltern haben mir nicht helfen können. Ihre Versuche waren denen Deiner Eltern ähnlich. Seit ich erwachsen bin, lehne ich jede Hilfe von ihnen ab.

      DeineEltern wissen aber schon, dass Du Autist bist?????
      mitten im Burnout - aber alles wird gut :nerved:
    • Hallo liebe @Chch, ja wissen sie.
      Wir habe sogar schon drüber geredet, dass wir beim Autismus Zentrum nachfragen, dass meine Eltern, telefonisch, Schwierigkeiten mit dem Autismus Zentrum besprechen können und dann wir alle zusammen mit dem Autismuszentrum.
      War Idee meiner Sozialpädagogin vom ABW.

      Meine Eltern lesen Bücher über den Autismus, wobei es sicher leichter wird, wenn meine Eltern ihre Sicht der Dinge der Frau vom Autismus Zentrum erzählen, die wiederum meinen Eltern vieles erklärt und wir dann zusammen mit dem Autismuszentrum noch ein Gespräch haben.

      Dieses Jahr möchte ich beim Autismuszentrum deshalb nachfragen.

      :thumbup: :thumbup:
    • Ich denke, solange du immer deine Eltern um Rat und Hilfe fragst, solange werden sie dir auch sagen, was sie für das Beste halten. Wenn du dein eigenes Ding machen willst, dann darfst du nicht so oft fragen.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Daniel1 wrote:

      dass ich mein Leben und meine Abhängigkeiten nicht in den Griff bekomme
      Ich glaube das geht vielen Menschen mit Behinderungen so, jedenfalls habe ich öfter schon Leute gesehen die nicht sich klar werden, das sie in teilen ihres Lebens auf Hilfe angewiesen sind.
      Ich habe früher auch nicht gedacht das ich mal so leben würde, dachte ich würde mal Designer mit viel Geld und einem Haus etc werden, aber daraus wurde nie etwas. Ich war damals 13 wohlgemerkt und habe damals noch nicht gewusst wie schwer es ist für sich selbst zu sorgen und alles eigenständig zu überblicken.

      Dazu kann ich jedenfalls sagen, ich finde/erlebe es als eine Erleichterung das es Hilfen gibt und bin dafür dankbar.
      Ich kann nichts für meine Einschränkungen und ändern kann ich daran im Moment auch nichts, es gibt keine Pillen die mir mehr Durchblick oder Organisationstalent oder sowas geben, darum akzeptiere ich meinen Zustand wie er ist, ich bin damit auch soweit zufrieden weil ich meinen Hobbies nachgehen kann und ich viel machen kann/darf was mir auch spaß macht.
      Das ist mir viel wichtiger als ein cooler angesehener Job oder Haus oder Geld etc.


      Daniel1 wrote:

      Dazu hätte ich mir nur gewünscht, dass sie mir bei dem Weg den ich wähle helfen und für mich da sind.
      Ich glaube das versuchen sie mit dieser Weise wo sie dir andere Wege vorschlagen.
      Ihr Problem ist, das sie nicht verstehen warum du diese vorgeschlagenen Wege nicht gehen kannst. Vielleicht fehlt ihnen dafür selbst die Empathie oder das "sich deine Situation selbst vorstellen" das können sehr viele Menschen leider nicht.


      Daniel1 wrote:

      Konflikte als Störung des reibungslosen Miteinanders

      Diese Sichtweise birgt den Wunsch, schnell wieder Harmonie herzustellen.
      Der Konflikt ist unerwünscht. Es besteht die Gefahr, dass Erwachsene schnell eingreifen und gemäß ihrer Interpretation Lösungen vorgeben. Die Auseinandersetzung zwischen den Kindern wird vermieden. Dieses Verhalten löst den Konflikt häufig nicht wirklich, und erflammt an anderer Stelle wieder auf.
      Die Kinder können ihre Kompetenzen wenig zum Einsatz bringen und weiterentwickeln.
      Ich glaube das ist wie deine Eltern handeln.
      Sie sehen das du ein Problem hast und wollen es lösen. Schaffst du es nicht selbst, wollen sie es für dich tun und beachten dabei garnicht was du dazu denkst oder wie du dich dabei fühlst.


      Daniel1 wrote:

      Konflikte als Chance

      Aus dieser Sicht stehen die Lernprozesse und Kompetenzen der Kinder im Vordergrund
      Es geht darum, dass die Kinder ihre verschiedenen Interessen verstehen, verhandeln und gemeinsame Lösungen finden.
      Streit und heftige Auseinandersetzungen gehören zu diesem Prozess und damit zum Alltag dazu.
      Sie sind willkommene Kernanlässe, auch wenn sie sich nicht unbedingt angenehm anfühlen.
      So sollte es eigentlich sein, jedoch geht das nur dann wenn alle dennoch respektvoll miteinander umgehen.
      Diese Vorwürfe die deine Eltern dir machen "Wo wärest du nur ohne uns?!" ist hier kontraproduktiv und hilft keinem weiter.
      Meine Annahme ist das sie deswegen so reagieren, weil sie dein Verhalten ihrer Vorschläge gegenüber frustriert und nervt, sie würden sich wünschen das du tatsächlich deren Weg einschlägst.
      Scheinbar hast du das auch öfter versucht, aber ohne Erfolg, oder mit nur sehr geringem Erfolg.
      Hier müsste man sehen woran das liegt, liegt es einfach daran das der Weg deiner Eltern für dich nicht passend ist? Oder liegt es an mangelnder Erfahrung?
      Es kann beides möglich sein.
      Du erkennst es aber richtig das deine Eltern dir eher Mut machen sollten anstatt entnervt alles für dich zu überbehmen wenn du es nicht qualitativ gleichwertig wie sie hinbekommst.
      Sie sollten auch für die Wege und Ideen offen sein die du dir für dich ausdenkst und neugierig fragen warum du das nun so machst und nicht wie sie es machen würden.
      Das fehlt mir hier irgendwie am allermeisten.


      Daniel1 wrote:

      Konflikte als Abweichung

      Diese Haltung beinhaltet, dass Konflikte nicht normal sind und daher wenig toleriert werden. Sie werden bekämpft, vermieden oder unterdrückt. Wenn Kinder in einen Konflikt geraten, entsteht bei den Erwachsenen Unruhe und Stress.
      Im Vordergrund steht das Gefühl, in Alarmbereitschaft zu sein und sofort etwas unternehmen zu müssen.
      Dieses Verhalten hat mein Vater gezeigt, wenn er mit meiner Mutter einen Konflikt hatte. Er war in dem Zustand nie fähig ihr mit Argumenten etwas in dem Konflikt entgegenzubringen und beendete die Situation indem er einfach wegging womit der Konflikt quasi beendet wurde aber das problem natürlich unausgesprochen blieb, also es gab am Ende keine Lösung.


      Shenya wrote:

      Ich denke, solange du immer deine Eltern um Rat und Hilfe fragst, solange werden sie dir auch sagen, was sie für das Beste halten. Wenn du dein eigenes Ding machen willst, dann darfst du nicht so oft fragen.
      Das sehe ich auch so.
      Ich weiß nicht wann oder wie oft das vorkommt, aber ich denke auch, erstmal allein versuchen wenn man schon einen Plan hat, und schauen wie es läuft.
      Fragen kann man wenn man sich unsicher ist oder garnicht weiß wie man es angehen soll, und hier würde ich auch abwägen wehn ich frage.
      Meine Mutter kann ich zB bei bestimmten Dingen garnicht fragen weil sie selbst davon keine Ahnung hat, bei Anträgen zum Beispiel.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Daniel1 wrote:

      Dazu hätte ich mir nur gewünscht, dass sie mir bei dem Weg den ich wähle helfen und für mich da sind.
      Ich glaube das versuchen sie mit dieser Weise wo sie dir andere Wege vorschlagen.Ihr Problem ist, das sie nicht verstehen warum du diese vorgeschlagenen Wege nicht gehen kannst. Vielleicht fehlt ihnen dafür selbst die Empathie oder das "sich deine Situation selbst vorstellen" das können sehr viele Menschen leider nicht.
      Hallo lieber@'RegenbogenWusli'
      Meine Eltern haben ein komplett anderes Staerke Schwächeprofil als ich.

      Dass ich manches kann und anderes was für sie sehr leicht ist, wiederum nicht kann, wird sie möglicherweise verunsichern. Denen ihre Hobbys, sind auch komplett von meinen verschieden, was möglicherweise auch den Unterschiede in der Staerke Schwächeprofile geschuldet ist.
      Deshalb werden sie sich möglicherweise schwer tun, es als Behinderung zu sehen, wobei ich aktuell 70% im Behindertenausweises stehen habe.

      Meine intuitive Lösungswege sind natürlich automatisch Wege, wo ich trotz oder gerade wegen meinem Stärkeschwäche Profil noch am ehesten klarkomme.

      Ihre Lösungswege sind natürlich nach ihrem Stärkeschwäche Profil angepasst.
      Da der Weg für sie normal ist, tun sie sich möglicherweise schwer, dass ihr Weg für andere schwer ist.

      Mein Vater ist ein Organisationstalent mit Übersicht.
      In Sachen executive Funktionen und zentrale Kohärenz könnte er seine Stärke haben, glaube ich.
      Da ich mich da sehr sehr schwer tue, könnte für ihn schwer nachzuvollziehen sein, da es zu seinen Srärken zählt.

      Da er sozialkompetent ist und ich immer wieder in die selben Muster bei Menschen reinlaufe, wenn sie mal lieb sind, wird auch schwer nachvollziehbar für ihn sein.
      Er sagte mal zu mir, Daniel, dir geht es immer dreckig, da er dich beschimpft susgrenzt etc.
      Meine Antwort zu ihm, da er heute wieder lieb zu mir war, dachte jetzt ist alles gut.
      Da ich mich schon schwer tat neue Kontakte zu knüpfen, nicht von Gruppen angenommen wurde, kam ich zu Gleichaltrigen welche mich schlecht vehandelten sehr schnell zurück, wenn sie mal lieb zu mir waren.
      Unter lieb meine ich, dass sie mich nicht ausgraenzten, bespuckten etc.
      Da konnte es sein, dass mir unerwartet jemand anbot mich zu einer Party zu fahren als meine Eltern nicht daheim waren und sie es lustig fanden, mich nach 12 Uhr nachts nicht mehr auf den Rückweg mitzunehmen.

      Für Eltern ist es alles andere als leicht.

      L.G. Daniel :thumbup: :thumbup:

      The post was edited 1 time, last by Daniel1 ().

    • Daniel1 wrote:

      Denen ihre Hobbys, sind auch komplett von meinen verschieden, was möglicherweise auch den Unterschiede in der Staerke Schwächeprofile geschuldet ist.
      Im Grunde müsste es verhältnismäßig intelligenten Menschen möglich sein, zu verstehen das Menschen nicht alle die gleichen Interessen/Hobbies haben, selbst in der Familie.
      Ich kenne deine Eltern garnicht, kann aus Erzählungen von (nicht ihnen selbst sondern anderen) leider kaum erfassen wer oder wie sie sind und daher kaum für mich einzuschätzen.
      Da sie scheinbar nicht verstehen oder erfassen können das ihr eigenes Kind nicht selbstverständlich auch ihr Hobby hat, scheinen sie mir nicht sehr gebildet zu sein.
      Oder sie haben andere Einschränkungen, weil mit gebildet meine ich nicht unbedingt das sie einen hohen Schulabschluss haben oder ähnliches.


      Daniel1 wrote:

      Mein Vater ist ein Organisationstalent mit Übersicht.
      In Sachen executive Funktionen und zentrale Kohärenz könnte er seine Stärke haben, glaube ich.
      Da ich mich da sehr sehr schwer tue, könnte für ihn schwer nachzuvollziehen sein, da es zu seinen Srärken zählt.
      Ahh okay, ich glaube du meinst oben nicht Hobbies sondern das individuelle Talent oder die Stärken von ihnen verglichen mit deinen die sich nicht mit ihren decken.
      Als Hobbies bezeichnet man nur die Interessen von Menschen, also zum Beispiel man spielt gerne Fußball oder sammelt Briefmarken, das sind Hobbies.
      Wenn jemand geschickt mit dem Fuß ist oder gut in einer Manschaft mit anderen zusammen arbeiten kann, was für Fußball förderlich ist, dann hat man Talent.

      Das macht das was du meinst verständlicher.
      Sie haben nicht die gleichen Stärken wie du, du hast andere Stärken, bzw hast Schwächen in Dingen die sie gut können, und sie können sich nicht dort hineinversetzen.
      Dann sind sie in diesen Fällen nicht die richtigen Ansprechpartner für dich, außer du bittest sie ausdrücklich etwas in deinem Namen für dich zu machen.
      Dann wäre die Aufgabe von dir an sie sehr klar, du würdest garnicht wollen das man dir was zeigt oder aufzwingt, sie könnten dann direkt das für dich tun.


      Daniel1 wrote:

      Er sagte mal zu mir, Daniel, dir geht es immer dreckig, da er dich beschimpft susgrenzt etc.
      Meine Antwort zu ihm, da er heute wieder lieb zu mir war, dachte jetzt ist alles gut.
      Das Problem haben leider sehr viele Menschen, das liegt nicht unbedingt am Autismus.
      Ich habe gerade den gleichen Gedanken über Frauen die von ihren Männern geschlagen werden, die auch immer weiter an der Person hängen weil es auch immer wieder gute Zeiten gibt, wo man hofft das jetzt doch alles wieder gut ist und das schlimme nicht wieder passiert.
      Sagt dir dein Vater das nicht, das das nicht passieren wird?
      Es ist leider so, aber ich würde von ihm erwarten das er sagt das man sich von solchen Personen trennen muss, Personen die so sind, die werden nicht besser, schon garnicht wenn man ihr Verhalten bestätigt indem man ihnen immer wieder vergibt.


      Daniel1 wrote:

      Da konnte es sein, dass mir unerwartet jemand anbot mich zu einer Party zu fahren als meine Eltern nicht daheim waren und sie es lustig fanden, mich nach 12 Uhr nachts nicht mehr auf den Rückweg mitzunehmen.
      Für einen Autisten kann so eine Situation beängstigen werden wenn man nicht weiß wo man ist und wie man von dem Ort selbstständig wieder weg kommt.
      Ich weiß glücklicher weise genau das ich Leuten die mir sowas anbieten mit Party und so eh nicht trauen kann, ich würde so ein Angebot mitzufahren nie annehmen.
      Parties sind eh nichts für mich.
    • Wenn mich jemand nicht beleidigt, 'trage ich ihn halber schon auf Haenden' da ich mich einsam fühle.

      Sozialtherapeutin meint ich wäre durch Eltern, Schwester und dem ärztlichen therapeutischen Team sehr gut eingebettet.

      :thumbup: :thumbup:
    • Daniel1 wrote:

      Wenn mich jemand nicht beleidigt, 'trage ich ihn halber schon auf Haenden' da ich mich einsam fühle.
      Das ist eines deiner Kernprobleme. Nur, weil dich jemand nicht beleidigt, heißt das nicht automatisch, dass ist ein lieber Mensch!
      (hatte ich dir ja schom im anderen Thema geschrieben).

      Daniel1 wrote:

      Sozialtherapeutin meint ich wäre durch Eltern, Schwester und dem ärztlichen therapeutischen Team sehr gut eingebettet.
      Wenn die obige Beschreibung das Verhalten deiner Eltern zutreffend beschreibt, dann ist das eine Fehleinschätzung deiner Sozialtherapeutin. Nur, weil Eltern da sind, heißt das nicht, dass man deswegen auch eingebettet wär. Deine Eltern scheinen zwar willens dir zu helfen, sind aber offensichtlich überhaupt nicht fähig dazu, im Gegenteil, ihr Verhalten scheint dir eher zu schaden. Das ist sicher keine böse Absicht von ihnen, sondern lediglich Unfähigkeit. Gut gemeint ist eben noch lang nicht gut gemacht.

      RegenbogenWusli wrote:

      Daniel1 wrote:

      Er sagte mal zu mir, Daniel, dir geht es immer dreckig, da er dich beschimpft susgrenzt etc.
      Meine Antwort zu ihm, da er heute wieder lieb zu mir war, dachte jetzt ist alles gut.
      Das Problem haben leider sehr viele Menschen, das liegt nicht unbedingt am Autismus.Ich habe gerade den gleichen Gedanken über Frauen die von ihren Männern geschlagen werden, die auch immer weiter an der Person hängen weil es auch immer wieder gute Zeiten gibt, wo man hofft das jetzt doch alles wieder gut ist und das schlimme nicht wieder passiert.
      Sagt dir dein Vater das nicht, das das nicht passieren wird?
      Es ist leider so, aber ich würde von ihm erwarten das er sagt das man sich von solchen Personen trennen muss, Personen die so sind, die werden nicht besser, schon garnicht wenn man ihr Verhalten bestätigt indem man ihnen immer wieder vergibt.
      Da hat er Recht.
      Ich hätte von deinem Vater an der Stelle auch noch erwartet, dass er dir erklärt, wieso der eben NICHT lieb war, damit du es lernen kannst, sowas richtig einzuschätzen. DAS hätte dich unterstützt. Du musst lernen, die Verhaltensmuster der anderen richtig zu interpretieren. In deinem Fall bekommst du das nicht im Alleingang mit dem Trial&Error-Prinzip hin, du brauchst aktive Unterstützung dabei, Menschen, die dir jede Situation genau erklären, damit du die Muster richtig lernst.
    • Daniel1 wrote:

      Wenn mich jemand nicht beleidigt, 'trage ich ihn halber schon auf Haenden' da ich mich einsam fühle.
      Ich stimme Aldana zu, es ist ein Problem, was vermutlich von den fehlenden selbstschützenden Maßnahmen herkommt, also das fehlende Selbstwertgefühl verhindert, das du dich vor diesen menschen selbst schützt.
      Du kannst es dir ja eigentlich schon recht gut selbst beantworten, wenn du die erlichen Antworten auf folgende Fragen hast, kennst du die Ursache.
      Magst du dich eigentlich selbst?
      Bist du es wert dich vor solchen Menschen zu schützen?
      Was ist mehr wert in deinen Augen, du selbst oder die anderen die dich so behandeln?

      Ich kann diese Fragen für mich so beantworten:
      Ich mag sicher nicht alles an mir aber doch das meiste, also prozentual betrachtet mag ich gut 80% von mir.
      Ja ich bin es wert mich vor solchen Menschen zu schützen, sie mögen mich scheinbar nicht aufrichtig, dann kann ich das auch nicht für sie tun, also sie mögen.
      In meinen Augen bin ich mehr wert, ich bin nicht wie sie, ich bin für andere da und nicht nur dann wenn sie es gerade wollen oder brauchen, und mein eigenes Glücklichsein ist mehr wert als die Zeit die ich mit ihnen verbringe wenn ich merke das sie mir weh tun.


      Daniel1 wrote:

      Sozialtherapeutin meint ich wäre durch Eltern, Schwester und dem ärztlichen therapeutischen Team sehr gut eingebettet.
      Vielleicht denkt sie das weil sie andere Fälle kennt die es schlimmer haben.
      Es gibt ja sicher auch Leute die das was du noch hast, garnicht haben und auch keine Chance haben das zu erarbeiten.
      Also vielleicht jemand der psychisch krank ist, schon über 50, keine Verwannten mehr hat die helfen und auch keine Freunde oder nur sehr schlimme Freunde die ihn in einen Sumpf von Drogen oder Alkohol bringen. Solche Leute gibt es ja auch.


      Aldana wrote:

      Nur, weil Eltern da sind, heißt das nicht, dass man deswegen auch eingebettet wär. Deine Eltern scheinen zwar willens dir zu helfen, sind aber offensichtlich überhaupt nicht fähig dazu, im Gegenteil, ihr Verhalten scheint dir eher zu schaden. Das ist sicher keine böse Absicht von ihnen, sondern lediglich Unfähigkeit. Gut gemeint ist eben noch lang nicht gut gemacht.
      Das denke ich auch. Eltern können einem sogar ziemlich schaden, weil sie oft großen Einfluss auf die Psyche haben, man ist ja bei ihnen aufgewachsen und es ist irgendwie eine Verbindung da.
      Ich habe auch einmal in so einem toxischen Elternverhältnis gelebt, es war damals so als ich mit meinem Vater und seiner heutigen Frau gelebt habe und als sie dann durch die damalige AS-diagnose gesagt bekommen haben das ich behindert bin, wurde es auch nicht so viel besser.
      Ich habe auch sehr oft Vorwürfe gehört vonwegen warum kann ich dies nicht, warum mache ich das nicht was normal wäre und so weiter.
      Nach der Diagnose hieß es dann, ja du kannst dies nicht und machst das so weil du behindert bist. War am ende auch nicht besser weil es immer so klang als sei es nicht okay oder respektiert so zu sein sondern eher so "wir müssen es deswegen hinnehmen".

      Zum Glück war ich dem nur ein Jahr lang ausgesetzt, darum hat es in mir nicht so tiefe Spuren hinterlassen.
      In meinem Selbststolz und Gerechtigkeitssinn hat es jedenfalls keinen Schaden ausgelöst, wenn dann eher in der Sicherheit mehr auf mich selbst zu hören.
      Stur und selbstbewusst bin ich selten, aber wenn ich es bin, dann bei Dingen die mich sehr persönlich betreffen.


      Aldana wrote:

      In deinem Fall bekommst du das nicht im Alleingang mit dem Trial&Error-Prinzip hin, du brauchst aktive Unterstützung dabei, Menschen, die dir jede Situation genau erklären, damit du die Muster richtig lernst.
      Vielleicht kann ihm da das Autismuszentrum weiterhelfen, die sollten Therapien anbieten die Autisten dabei helfen genau das besser zu lernen.
      Er ist ja glaube ich schon bei einem angemeldet, aber wegen Corona steht ja im Moment alles still.
    • RegenbogenWusli wrote:

      , es war damals so als ich mit meinem Vater und seiner heutigen Frau gelebt habe und als sie dann durch die damalige AS-diagnose gesagt bekommen haben das ich behindert bin, wurde es auch nicht so viel besser.
      Ich habe auch sehr oft Vorwürfe gehört vonwegen warum kann ich dies nicht, warum mache ich das nicht was normal wäre und so weiter.
      Nach der Diagnose hieß es dann, ja du kannst dies nicht und machst das so weil du behindert bist. War am ende auch nicht besser weil es immer so klang als sei es nicht okay oder respektiert so zu sein sondern eher so "wir müssen es deswegen hinnehmen".

      Daniel1 wrote:

      Quelle. Buch: Sozial-emotionale Entwicklung fördern von Simone Pfeifer


      Zitat S 40 und 41.



      Verschiedene Sichtweisen auf Konflikte

      Wie ist die eigene Haltung zu Konflikten? Als was werden Konflikte angesehen?
      Wie wirken sich die verschiedenen Sichtweisen auf Denken und Handeln aus?

      Konflikte als Störung des reibungslosen Miteinanders

      Diese Sichtweise birgt den Wunsch, schnell wieder Harmonie herzustellen.
      Der Konflikt ist unerwünscht. Es besteht die Gefahr, dass Erwachsene schnell eingreifen und gemäß ihrer Interpretation Lösungen vorgeben. Die Auseinandersetzung zwischen den Kindern wird vermieden. Dieses Verhalten löst den Konflikt häufig nicht wirklich, und erflammt an anderer Stelle wieder auf.
      Die Kinder können ihre Kompetenzen wenig zum Einsatz bringen und weiterentwickeln.

      Konflikte als Chance

      Aus dieser Sicht stehen die Lernprozesse und Kompetenzen der Kinder im Vordergrund
      Es geht darum, dass die Kinder ihre verschiedenen Interessen verstehen, verhandeln und gemeinsame Lösungen finden.
      Streit und heftige Auseinandersetzungen gehören zu diesem Prozess und damit zum Alltag dazu.
      Sie sind willkommene Kernanlässe, auch wenn sie sich nicht unbedingt angenehm anfühlen.

      Konflikte als Abweichung

      Diese Haltung beinhaltet, dass Konflikte nicht normal sind und daher wenig toleriert werden. Sie werden bekämpft, vermieden oder unterdrückt. Wenn Kinder in einen Konflikt geraten, entsteht bei den Erwachsenen Unruhe und Stress.
      Im Vordergrund steht das Gefühl, in Alarmbereitschaft zu sein und sofort etwas unternehmen zu müssen.

      Konflikt als Normalität

      Wenn Konflikte als zum Alltag gehörig und als normal angesehen werden, reagieren Erwachsene gelassener auf streitende Kinder. Es ist genügend Zeit, zu beobachten, um was es geht, wie der Konflikt verläuft, welche Lösungen die Kinder finden, oder ob das Eingreifen von Erwachsenen notwendig ist. Wenn Kinder streiten dürfen und zugleich sicher sein können, dass sie im Falle einer Eskalation Hilfe bekommen, können sie im geschützten Rahmen ihre Kompetenzen entwickeln. Pädagogische Fachkräfte mit dieser Haltung, leben einen eher entspannten Umgang mit Konflikten vor.
      Zitat ende.

      L.G. Daniel :thumbup: :thumbup:
      Dann würde deine Thematik als Störung des reibungslosen Miteinanders gesehen.

      Vieles was man nie wieder braucht, lernt man in der Schule soziale/emotionale Kompetenzen und Pädagogik, wie das zwischenmenschliche 1*1 leider nicht.

      Ganz liebe Grüsse.
      L.G. Daniel :thumbup: :thumbup:

      The post was edited 2 times, last by Daniel1 ().

    • Im grunde soll sowas schon im Kindergarten gelernt werden, also da wird idR das Fundament dazu gelegt, wie man erzogen wird miteinander anständig umzugehen.
      Leider bringt einem kein Kindergarten bei wie man jetzt aktiv die mimik von anderen kindern oder Erwachsenen interpretiert.
      Andere kindern lernen das instinktiv. Es gibt ja leider keinen Kindergarten speziell für Autisten wo es sowas wie Verstehen-lern-stunden gibt und geschultes Kindergartenpersonal.
    • Ich ordne meine Mutter im Spektrum und meinen Vater bei AD(H)S ein. Sie haben sich bemüht mir zu geben, was sie konnten. Oft waren sie mit mir überfordert. Oft habe sie mich nicht verstanden und mir "dumme Ratschläge" gegeben, was sie auch heute noch sehr gut können. :lol: Aber ich kann sehen, dass sie ihr Bestes gegeben haben. Sie haben mir sehr viele Strategien im Umgang mit der Welt vermittelt, mir die Welt erklärt, mich beim Lesen lernen unterstützt, mir unglaublich vieles gezeigt und mich versorgt. Sie haben mit mir alle Teekesselchen geübt, die Ihnen einfielen und mir die Sachaufgaben in Mathe übersetzt.
      Heute bin ich erwachsen und versuche mir Hilfen und Unterstützung anderweitig zu holen. Mich anders weiter zu entwickeln.
      Die Welt heute, ist nicht wie damals als meine Eltern jung waren.
      Vielleicht sind deine Eltern mit deinen Fragen überfordert oder verstehen nicht, was du fühlst. Das erfordert Ahnung von Gefühlen, die Fähigkeit diese erkennen und ausdrücken zu können, kommunikative Fähigkeiten, vielleicht auch Selbstreflektion.
      Heute frage ich mich, wie kann ich meine Eltern unterstützen ohne sie emotional misszuverstehen. Das ist alles gar nicht so einfach :idea:
      Gleichzeitig mache ich eine Traumatherapie, weil so vieles früher schief gelaufen ist und mich so tief verletzt hat. Manchmal sind die Konstellationen und Situationen einfach so und es macht Sinn nach anderen Wegen zu suchen.

      The post was edited 1 time, last by Lou ().

    • RegenbogenWusli wrote:

      Im grunde soll sowas schon im Kindergarten gelernt werden, also da wird idR das Fundament dazu gelegt, wie man erzogen wird miteinander anständig umzugehen.
      Leider bringt einem kein Kindergarten bei wie man jetzt aktiv die mimik von anderen kindern oder Erwachsenen interpretiert.
      Andere kindern lernen das instinktiv. Es gibt ja leider keinen Kindergarten speziell für Autisten wo es sowas wie Verstehen-lern-stunden gibt und geschultes Kindergartenpersonal.
      Das wäre aber eigentlich mal ein guter Ansatz. Ich habs irgendwie alleine hingekriegt, mir das anzueignen (ich glaub aber auch erst als Erwachsener) und bekomm jetzt erst durch die Interaktion mit anderen Betroffenen mit, wie schwer sie sich andere damit tun. Da kann man gezielt ansetzen und vermutlich ginge das schon im Kindergartenalter.

      Ich habe auf jeden Fall ein sehr gut unterstützendes Elternhaus. Meine Mutter ist sozial sehr kompetent und steht mir soweit wie ich mich zurückerinnern kann als Ratgeber zur Verfügung.
    • Aldana wrote:

      Das wäre aber eigentlich mal ein guter Ansatz. Ich habs irgendwie alleine hingekriegt, mir das anzueignen (ich glaub aber auch erst als Erwachsener) und bekomm jetzt erst durch die Interaktion mit anderen Betroffenen mit, wie schwer sie sich andere damit tun. Da kann man gezielt ansetzen und vermutlich ginge das schon im Kindergartenalter.
      Ja ich würde das auch befürworten. In Sachen Autismus gibt es nur wenig, außer den Zentren die sich auch schon mit Therapien auch vin Kleinkindern auskennen, auch vereinzelt Wohnheime die Autisten haben die halt erwachsen sind und nicht allein leben können, aber Schulen oder Kindergärten...vermutlich würden dann alle Gruppen von Behinderten ihre einzelnen Sonderstellungen geltendmachen wollen. Die Zentren und Wohnheime sind ja auch alle in privater Hand, das wär so ein Kindergarten dann vermutlich auch.
    • Es müßte ja auch keine Einrichtung ausschließlich für autistische Kinder sein, das wäre in dem Fall sogar eher kontraproduktiv (wenn alle anderen Kinder auch reduzierte Mimik haben, fehlen die alltäglichen "echten" Übungsbeispiele). Aber geschultes Personal als Begleiter für das autistische Kind wären gut. Ich weiß aus meinem privaten Umfand, dass körperlich Behinderte für den Besuch einer Regelschule einen Schulbegeleiter bekommen können und wenn ich mich recht entsinne hatte die Person das so auch schon im Kindergarten. Das müßte man bloß adaptieren. Dann wird eben nicht nur dem Gehörlosen die akustische Sprache per Gebärde "übersetzt" oder dem Sehbehinderten die Schriftsprache durch Vorlesen, sondern dann "übersetzt" der Begleiter dem autistischen Kind eben die nonverbalen Kommunikationssignale.