Hat man euch früher auch unterschätzt?

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    • Hat man euch früher auch unterschätzt?

      Hat man euch früher auch unterschätzt? 52

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      Hat man euch früher auch unterschätzt?
      Früher hieß es, das ich wahrscheinlich nicht mal richtig lesen und schreiben lernen werde.
      Wie seit ihr damit umgegangen?

      The post was edited 2 times, last by Jirougorou ().

    • Nein. Mein Klassenlehrer in der Unterstufe des Gymnasiums meinte immer, wenn ich nicht so faul wäre könnte ich mal den Nobelpreis erreichen.
      You’ll stop caring what people think about you when you realize how seldom they do.
    • Und das war für dich kein lohnenswertes Ziel? :fun:

      Duffy Duck sagt beispielsweise "Eigentlich bin ich ein Feigling, aber meine angeborene Geldgier macht mich zum Helden!"

      Moneten sind eine 1a-Motivationshilfe!


      Eigentlich werde ich immer noch unterschätzt.... :smug:
      If you're happy and you know it clap your hands.....(three times!)

      "Man sieht nur mit der Lupe gut" - Prinzessin Petronia (ihr in den königlichen Mund gelegt von Katharina Greve)
    • Die Eindeutigkeit der abgegebenen Stimmen (n= 6) stimmt mich fröhlich!
      If you're happy and you know it clap your hands.....(three times!)

      "Man sieht nur mit der Lupe gut" - Prinzessin Petronia (ihr in den königlichen Mund gelegt von Katharina Greve)
    • Ein Nobelpreis wurde mir nicht prophezeit, aber "Professor" war zu meiner Schulzeit die gängige Erwartung. Stand jetzt war das wohl keine Unterschätzung.
      "Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen." ~ Blaise Pascal
    • Also ich wurde und werde auch immer wieder überschätzt. Was dann bei mir auch dazu führt, dass ich vorsichtig bin, um nicht zu hohe Erwartungen zu generieren.

      Gerade bei (hochfunktionalem) Autismus fällt das verständlicherweise stark auseinander, weil es da alles Mögliche an Intelligenz- und Fähigkeitsverteilungen gibt. Da eben auch solche Hochbegabte, die aufgrund ihres Betragens auf einige unbeholfen wirken, aber auch "Normalsterbliche", die aufgrund von registrierten Teilbegabungen für insgesamte Überflieger gehalten werden.
    • Abendstern wrote:

      Ein Nobelpreis wurde mir nicht prophezeit, aber "Professor" war zu meiner Schulzeit die gängige Erwartung. Stand jetzt war das wohl keine Unterschätzung.
      Und welche Fachrichtung Herr Kollege? :prof:


      Ich habe noch die Tage gedacht ob man mit der Richtigen Autobiographie nicht den Literaturnobelpreis bekommen könnte. Letztlich reicht ja ein richtiges Buch...
    • Willowtree wrote:

      Gerade bei (hochfunktionalem) Autismus fällt das verständlicherweise stark auseinander, weil es da alles Mögliche an Intelligenz- und Fähigkeitsverteilungen gibt. Da eben auch solche Hochbegabte, die aufgrund ihres Betragens auf einige unbeholfen wirken, aber auch "Normalsterbliche", die aufgrund von registrierten Teilbegabungen für insgesamte Überflieger gehalten werden.
      Daher würde ich eigentlich vermuten, dass es für Autisten typisch ist, zugleich über- und unterschätzt zu werden. Ähnlich, wie viele im Beruf gleichzeitig über- und unterfordert sind. Erstaunlicherweise wurde die Option aber bisher in der Umfrage kaum gewählt.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Das war bei mir sehr zwiespältig, ich weiß nicht ob es wahr ist, weil meine einzige Quelle ist dass meine Mutter es mir so erzählt hat, aber bei mir gab es damals scheinbar parallel die Diskussion ob ich überhaupt an eine Regelschule sollte (angestoßen von meinem Kinderarzt zu dem ich keinen regelmäßigen Kontakt hatte aber der bei mir mit drei eine Entwicklungsstörung diagnostiziert hat) und ob es nicht eventuell sinnvoll wäre die erste Klasse zu überspringen (angestoßen von der Schule weil ich zum Zeitpunkt der Vorstellung eigentlich schon grundlegend rechnen und lesen konnte, nur schreiben fiel mir motorisch schwer).

      Was mich auch irritiert hat, ist dass meine Mathelehrerin mir in der Grundschule gesagt hat ich bräuchte mich nicht jedes Mal melden wenn ich glaube dass andere es auch wissen und sie wüsste auch so dass ich es weiß. Mathe war im Grunde das einzige Fach in dem ich so engagiert war und eigentlich auch meine einzige Quelle regelmäßiger Bestätigung durch Erwachsene, generell kam mir dieser "Ratschlag" aber sehr entgegen da ich in allen andern Fächern nur sehr ungern vor der Klasse gesprochen habe, auch wenn ich etwas wusste und habe diese Erwartungshaltung dann auch auf andere Lehrer übertragen was zusammen mit meiner Schüchternheit dazu geführt hat dass ich in quasi jedem Fach im Zeugnis glatt eine Note schlechter bewertet wurde als ich schriftlich geleistet habe.

      Das war ziemlich demotivierend und hat auch eine Rolle dabei gespielt dass ich nicht ans Gymnasium durfte. Wobei ich später auch herausgefunden habe dass die Wohngegend und auch speziell meine Schule dahingehend eh eine ziemlich unterirdische Quote hatte. Aus einer Klasse von knapp 30 bei recht gleichmäßiger Geschlechterverteilung ist ein einziger Junge ans Gymnasium gekommen, bei den Mädchen weiß ichs nicht weil ich kaum mit ihnen geredet habe, und dieser Junge war auch die einzige Person mit einem akademischen Elternteil die ich kannte. Praktisch alle meine Freunde gingen nach der Grundschule zur Hauptschule.

      Ich bin heutzutage generell sehr kritisch was eine frühe Beurteilung von Potenzial angeht und glaube dass dieses weitestgehend, wenn auch vermutlich nicht bewusst, nach sozialen Faktoren getan wird und nicht nach wirklicher langfristiger Leistungsfähigkeit die in einem solchen Alter noch gar nicht abzusehen ist. Meine kleine Schwester hatte eine Hauptschulempfehlung, hat aber später auf zweitem Bildungsweg ein 1er-Abi gemacht, arbeitet an ihrer Uni und scheint im Gegensatz zu mir ihr Studium tatsächlich ohne größere Probleme fertig zu bekommen. Auf die Gefahr hin hier zu viel politisches durchscheinen zu lassen würde ich sagen dass die Verteilung in unserem dreigliedrigem Schulsystem mehr ein System zur vorläufigen Klasseneinordnung und vor allem auch zum generationsübergreifendem Klassenerhalt ist, statt wirklich ein Versuch dem "Potenzial" von Kindern gerecht zu werden.

      Zum Thema Förderschule habe ich ein sehr zwiespältiges Verhältnis, aus persönlicher Wut ist es für mich ein Abschiebegleis für Menschen die auch nur leicht sozial auffällig sind, eine Möglichkeit Kindern ihr Recht auf Bildung zu nehmen um minimalen pädagogischen Mehraufwand an Regelschulen zu verhindern und etwas wie Bildung, das nunmal sehr vom Individuum abhängt, so sehr zu streamlinen wie irgendwie möglich. Auf der anderen Seite bin ich mir bewusst dass dies ein sehr persönliches Urteil ist und es sicherlich genug Kinder gibt die wirklich eines solchen speziellen Mehraufwands bedürfen dass dieser an einer Regelschule nicht geleistet werden könnte ohne andere einzuschränken.

      Was mich persönlich angeht glaube ich nicht übermäßig intelligent zu sein, ich war nur mit vielen Dingen sehr früh dran, mit anderen dafür sehr spät und auch in meinen "Talenten" hat sich dieses Entwicklungstempo nicht gehalten sondern ich habe das Gefühl sehr früh meinen Höhepunkt erreicht zu haben und seit dem mehr oder weniger auf dem gleichen Niveau stillzustehen, was vielen die mal deutlich weniger Leistung gebracht haben als ich erlaubt hat mich recht eindeutig zu überholen. Schlimmer noch, dadurch dass ich es nie wirklich geschafft habe in einem normalen Arbeitsumfeld Fuss zu fassen und immer mal wieder für längere Zeit hauptsächlich zu Hause bin habe ich das Gefühl in meiner Schulzeit auf einem höheren Stand war als ich es jetzt bin und habe eine konstante Angst davor Wissen zu vergessen und die meisten Erkenntnisse führen nur zu noch mehr Unsicherheit. Ich frage mich aber häufig wo ich heute stehen würde wenn man zu den Zeiten als ich noch wirklich motiviert war ein wenig pädagogisch auf mich zugegangen wäre oder mir irgendwie Beschäftigungsmöglichkeiten außerhalb der Schule zur Verfügung gestellt hätte.

      Nochmals Entschuldigung dafür dass ich immer so lang antworte wenn alle nur ein oder zwei Sätze schreiben aber meine Antwort so sehr zu kürzen würde mir schwerer fallen als einfach meinen Gedankenfluss mitzutippen und ich weiß auch oft gar nicht wie ich Dinge ohne persönlichen Kontext vermitteln soll.
    • Ich wurde und werde gnadenlos überschätzt. Erst hieß es ich solle doch eine Professur als Ziel an Streben. Dann war ich in einem Programm mit dem man schnell aufsteigen kann in einer Firma.

      Aktuell bin ich eu, habe pflegegrad 2 und trotzdem denken die Leute ich könnte was tolles.

      Was tolles können und du dein Beist sich für mich. Um ehrlich zu sein bekomm ich es nicht Mal hin mein Zimmer ordentlich zu halten.
      Handle ehrlich, handle weise, sei freundlich, baue Brücken keine Mauern, aktzeptiere Fremdes, freue dich über Unterschiede.
    • @Sisyphus
      Bei mir war es genau andersherum.
      Ich frage mich, was passiert wäre, wen man sich weniger um mich gekümmert hätte
      Und hatte am Anfang große Schwierigkeiten und habe dann eingeholt.
      Endlos weiterentwickelt habe ich mich allerdings nicht.
      Ich denke aber das da noch potenzial nach oben ist.
      Ich wünsche es mir zumindest.
    • Jetzt muss ich vorsichtig sein das zukünftig nicht als Ausrede zu nutzen aber ich bin froh zu lesen dass das mit dem Ordnung halten nicht nur mir so geht, hab mich dafür immer ein wenig geschämt.

      The post was edited 3 times, last by Sisyphus ().

    • Ich wurde meistens eher überschätzt, weil mein Leben größtenteils von anderen als normaler Mensch betrachtet wurde und darum hatten die anderen eine Erwartung die mit anderen normalen Menschen und deren Fähigkeiten einher ging.
      Es passierte sehr selten das ich überaschender Weise besser war als die Erwartungen der anderen, aber meist war es eben so das ich die Norm nicht erfüllte und man sich darüber wunderte weil keiner wusste warum das so ist.
    • Waspie wrote:

      Und welche Fachrichtung Herr Kollege? :prof:
      Wenn die Leute eine Fachrichtung dazu gesagt haben, dann Mathematik oder Chemie. ^^

      Leonora wrote:

      Daher würde ich eigentlich vermuten, dass es für Autisten typisch ist, zugleich über- und unterschätzt zu werden.
      Es hängt, glaube ich, auch ein bisschen davon ab, wer diese Einschätzung vornimmt.
      Als ich mal in einem eher niedrig qualifizierten Bereich gearbeitet habe, wurde ich viel mehr danach bewertet, wie ich mich in Alltagssituationen anstelle, und entsprechend gering waren dann die Erwartungen bzw. ich wurde eher unterschätzt.
      Die meiste Zeit meines Lebens habe ich aber bisher in einem eher gebildeten Umfeld verbracht, und da wurden meist viel mehr meine Stärken gesehen und die Alltagsschwierigkeiten entweder gar nicht erst gesehen oder als bloße "Verpeiltheit" abgetan. Da wurde ich dann eher überschätzt.
      "Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen." ~ Blaise Pascal